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Rutil, Anatas und andere Titanoxide

Titanmonoxid (TiO) zählt zu den prominentesten Molekülen in den Atmosphären von K- und M-Sternen. In spektroskopischer Hinsicht ist TiO sogar das dominierende Molekül in M-Sternen. Die TiO-Banden werden daher dazu benutzt, um die Feineinteilung in die Typen M0…M9 vorzunehmen. Je größer die Zahl hinter M, desto geringer die Effektivtemperatur des betreffenden Sterns, und desto intensiver die TiO-Banden.
Weil sich TiO2 im Unterschied zu Spinell und Korund direkt aus der Gasphase bilden kann, dürfte diese Substanz als Kondensationskeim in den zirkumstellaren Hüllen sauerstoffreicher AGB-Sterne fungieren. Der spektroskopische Nachweis von TiO2-Partikeln (in der Form von Rutil oder Anatas) ist schwierig,
weil die Mengen an TiO2, die tatsächlich kondensieren, wahrscheinlich sehr gering sind im Vergleich zu den Silikaten und Al-Oxiden.
Natürlicher Rutil
Natürlicher Rutil
TiO2, Hochtemperatur-Modifikation
Fundort: Modriach, Steiermark
Astrophysikalische Relevanz:
Wahrscheinlich primäres Kondensat
in sauerstoffreichen zirkumstellaren Hüllen
Natürlicher Anatas
Natürlicher Anatas
TiO2, Tieftemperatur-Modifikation
(Stabil unter etwa 800K)
Fundort: Diamantina, Brasilien
Leihgabe des Naturhistorischen Museums Wien