John Herschel über
Die Erde vom Mond aus gesehen

(1838)

Wenn es auf dem Monde Bewohner giebt, so muß die Erde ihnen die außerordentliche Erscheinung eines Mondes von fast 2° im Durchmesser gewähren, wobei sie dieselben Lichtgestalten wie der Mond zeigen muß, aber an seinem Himmel unbeweglich ist (oder wenigstens ihren scheinbaren Ort nur um den geringen Betrag der Schwankung [=der Libration] ändert), während die Sterne langsam neben und hinter ihr fortzurücken scheinen. Auf der Erde werden veränderliche Flecke und zwischen den Wendekreisen Zonen oder Streifen erscheinen, die unsern Passatwinden entsprechen, und es kann bezweifelt werden, ob bei ihrer beständigen Veränderung die Umrisse unserer Festländer und Meere jemals deutlich erkannt werden können.

Aus: John F. W. Herschel, Populäre Astronomie. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. Julius Michaelis. Leipzig 1838, S. 280f.

Der Text steht auch als PDF-Datei (<1 MB) zur Verfügung.

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