Der Bau der neuen Wiener Universitätssternwarte

(1874ff.)

Am Sonntag, den 19. Juli 1874 wurde in Gegenwart von Littrow und Weiß und der Bauherrn an der Südseite der großen Kuppelmauer der Grundstein gelegt. Tags darauf begannen dort die Fundierungsarbeiten.

Die Arbeit ging bis 12. November weiter und begann nach einem langen und sehr schneereichen Winter wieder am 19. April 1875. Im Dezember dieses Jahres konnten bereits die Kuppeln mit Pappe eingedeckt werden, und die Hauptkuppel war bis zur halben Fensterhöhe gediehen. Nach einem 2. außerordentlich strengen und schneereichen Winter arbeitete man von 3. April bis 4. November, wo ein starker Schneefall eintrat. Nur innen wurde weitergearbeitet. 1877 arbeitete man vom 3. April bis Ende November. Bereits im dritten Frühjahr begann die Herstellung der Umfassungsmauer im Norden. Ende September war die Mauer vollendet. Im Herbst kamen auch die Eisenbestandteile der 3 kleinen Kuppeln von Grubb in Dublin, sodaß die Montierung gleich beginnen konnte. Im Juli und August 1878 waren die Kuppeln fertig. Im September und Oktober kamen endlich die Eisenbestandteile der großen Kuppel, und Schlossermeister Wilhelm begann mit dem Montieren, das durch einen furchtbaren Schneesturm am 3. November behindert wurde. Im Sommer 1879 wurde die Hauptkuppel fertiggestellt.

Die wichtigsten Instrumente wurden bereits 1874 bestellt, der große Refraktor z. B. bei Grubb in Dublin. In den Jahren 1879–80 wurden die brauchbaren Instrumente der alten Universität aufgestellt. Die regelmäßigen Beobachtungen an der neuen Sternwarte begannen am 13. April 1880. 1883 war die Aufstellung des großen Refraktors beendet. Die Sternwarte wurde am 5. Juni in Gegenwart des Kaisers feierlich übergeben.

Grundstück, Gebäude und Einrichtung zusammen hatten rund 1 Million Gulden gekostet.

Aus: M. Riegler, Th. Hübschmann: Die neue Universitätssternwarte. Seminararbeit am Institut für Gebäudelehre der TU Wien, WS 1983/84. S. 19.

Der Text steht auch als PDF-Datei(<1 MB) zur Verfügung.

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