» Was ist Astromineralogie?
» Korund Al2O3
» Spinell MgAl2O4
» Rutil, Anatas und andere Titanoxide
» Hibonit CaAl12O19

Anatas Burma Hibonit

Was ist Astromineralogie?

Astromineralogie beschäftigt sich mit Mineralen und natürlichen Gläsern (= amorphen Festkörpern) in kosmischen Umgebungen: so etwa in Kometen, im interstellaren Medium, auf Planetenoberflächen und in den Hochatmosphären von Roten Riesensternen. Auch die Zusammensetzung der Mondoberfläche ist ein Gegenstand der Astromineralogie im weiteren Sinne.
Die Infrarot-Satelliten ISO, Spitzer und Herschel führten zur Erkenntnis, dass es in zirkumstellaren Staubhüllen und Scheiben nicht nur amorphe, sondern tatsächlich auch kristalline Festkörper gibt. Erst dadurch wurde Astromineralogie zu einem spannenden Forschungsgebiet - denn nur kristalline Festkörper weisen mitunter eine Vielzahl an charakteristischen Infrarotsignaturen auf, die eine Identifikation ermöglichen.
In Form von Staubteilchen mit Durchmessern im Sub-Mikrometer-Bereich sehen Astrominerale sicher nicht so farbenprächtig aus wie die hier gezeigten, auf unserer Erde kristallisierten oder synthetisierten Analogprodukte. Dennoch konnte durch spektroskopische Studien und Mikro-Analysen von Meteoriten eindeutig gezeigt werden, dass Minerale wie Spinell, Korund, Hibonit, Olivin, Siliziumkarbid und andere in kosmischen Umgebungen ebenso vorkommen wie auf der Erde.