Quelle:
"Salzburger Nachrichten" vom 4. Februar 1998
ZITAT ANFANG
Die Lichtverschmutzung
Astronomen klagen über die Helligkeit der Städte
Einerseits dringen Astronomen dank mehrerer Weltraumteleskope wie "Hubble" immer tiefer
in den Weltraum vor, andererseits trübt die zunehmende Lichtverschmutzung die Sicht
der irdischen Teleskope. Aber nicht nur optische Systeme sind gestört, moderne
Kommunikationssysteme "blenden" auch Radioteleskope, beklagt Franz Kerschbaum
vom Institut für Astronomie der Universität Wien in der Monatsschrift
"Der Sternenbote".
"Als vor etwas mehr als 100 Jahren die Wiener Universitätssternwarte
auf der Türkenschanze eröffnet wurde, lag sie fernab von den Lichtern der Hauptstadt
der damaligen Donaumonarchie", so Kerschbaum. Doch die idealen Beobachtungsbedingungen
für die Sterngucker änderten sich rasant. Vor allem die Straßenbeleuchtungen der
wachsenden Stadt und das damit verbundene Streulicht erhellte zunehmend auch den
nächtlichen Himmel.
In der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts wurden daher viele Großsternwarten
an entlegenen Plätzen, etwa in Chile, Hawaii oder auf den Kanarischen Inseln,
weitab der industrialisierten Welt errichtet. Damit Berufs- und die große
Zahl der Amateurastronomen ihren Arbeiten nachgehen können, fordert Kerschbaum,
daß wenigstens in bestehenden Erholungsgebieten oder um Sternwarten Schutzzonen
errichtet werden. Darin sollte dann das Betreiben von besonders starken Scheinwerfern
nicht erlaubt werden.
Eine zusätzliche Reduktion der Lichtverschmutzung verspricht sich Kerschbaum
auch vom verstärkten Einsatz von Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhren.
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