|
Wetter-Lexikon
|
- ABKÜHLUNG
- Die Lufttemperatur sinkt entweder durch Zufuhr (Advektion) von kühleren Luftmassen, z.B. nach Durchzug einer Kaltfront, oder durch nächtliche Ausstrahlung
bei wolkenlosem Himmel und trockener Luft
(mit Nebelbildung in der Folge). In der freien Atmosphäre kühlt sich ein
"Luftpaket" ab, indem es gehoben wird (Ausdehnung durch geringeren Luftdruck in der Höhe). Verursacht wird die Hebung und die damit
verbundene Wolkenbildung durch die Sonneneinstrahlung. Die Sonne erwärmt die
Erdoberfläche, diese wiederum erwärmt die bodennahe Luft. Da warme Luft (geringere
Dichte) leichter ist als kalte Luft, steigt die so erwärmte Luft (z.B. über einem
Kornfeld) als "Thermikblase" auf. In den meisten Fällen aber erfolgt die Hebung
von Luftmassen an Fronten. Auch an Geländehindernissen kann eine Luftmasse zur Hebung gezwungen werden (Stau am
Gebirge). Infolge der Abkühlung steigt die relative Feuchtigkeit
bis 100% (kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft) und der Wasserdampf kondensiert, es bilden sich Wolken.
In weiterer Folge kann es zu Niederschlägen kommen.
- ABKÜHLUNGSGRÖßE
- Maß für die Abkühlung eines erwärmten Körpers durch Wind, Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur
und Sonnenstrahlung, bezogen auf die menschliche Körpertemperatur (37°C). Die
Abkühlungsgröße gibt die Wärmemenge (in Joule) an, die pro Sekunde von einem
Quadratzentimeter der Körperoberfläche abgegeben oder aufgenommen wird. Der Betrag gibt
die bioklimatische Reizstärke an. Siehe auch Wind-chill-Index.
- ABLENKUNG DES WINDES
- Die durch die Drehung der Erde verursachte Kraft (Corioliskraft)
lenkt jede Luftströmung auf der Nordhalbkugel nach rechts ab, sodaß zum Beispiel eine
südliche Luftströmung in ihrem weiteren Verlauf zur Südwestströmung, eine
Nordströmung zur Nordostströmung wird. Eine weitere Ablenkung erfährt der Wind in den
unteren Luftschichten durch die Reibung am Boden. Sie wirkt der Corioliskraft entgegen,
verhindert also, daß z.B. der ursprüngliche Südwind am Boden zum Westwind wird.
- ABSINKEN
- Abwärts gerichtete Strömung der Atmosphäre mit Geschwindigkeiten von weniger als 0,1
m/s (darüber: Abwind). Die Abwärtsbewegung der Luft
kann großräumig im Zentrum eines Hochdruckgebietes ("dynamisch") oder
orographisch bedingt auf der Leeseite eines Gebirges erfolgen, wobei diese sich erwärmt,
was zur Auflösung der Wolken führt. Die absinkende Luft
(trockenadiabatisch: um 1°C/100m) kommt in einer bestimmten Höhe wärmer an als die dort
darunter angrenzende (vom Absinkvorgang nicht mehr erfaßte) Luft und bildet eine Inversion.
- ABSINKINVERSION
- Hochdruckgebiete sind gekennzeichnet durch großräumiges Absinken
der Luft. Die absinkende Luft (trockenadiabatisch: 1°C/100m) kommt in
einer bestimmten Höhe wärmer an als die dort darunter angrenzende, vom Absinkvorgang
nicht erfaßte Luft und bildet eine Inversion.Oberhalb der Inversion ist die Luft trocken
und es herrscht meist gute Sicht, unterhalb der Inversion wird die Sichtweite durch Dunst vermindert. Gegensatz:
Feuchteinversion (z.B. an einer Warmfront). Siehe Inversion.
- ABSOLUTE FEUCHTE
- Gehalt der Luft an Wasserdampf in Gramm
pro Kubikmeter; bei 0°C maximal 5 g/ccm, bei 20°C ca. 17 g/ccm.
- ABWIND
- Abwärts gerichtete Luftströmung mit einer Geschwindigkeit von 0,1 m/s oder (geringer: Absinken); tritt im Bereich von Fronten,
Schauer- und Gewitterwolken sowie im Lee überströmter Gebirge auf.
Siehe auch Downburst.
- ADIABATISCH
- Werden Luftmassen vertikal bewegt, findet dabei kein Wärmeaustausch mit der Umgebung
statt, da die molekulare Wärmeleitung in Luft außerordentlich gering
ist. Diesen Vorgang nennt man adiabatisch. Aufsteigende Luft
dehnt sich aus (geringerer Luftdruck) und kühlt dabei ab,
absinkende wird komprimiert (höherer Luftdruck) und erwärmt sich. Praktisch alle
Vertikalbewegungen in der Lufthülle verlaufen adiabatisch, unterhalb des
Kondensationsniveaus trockenadiabatisch (Temperaturänderung 1°C/100m), oberhalb
feuchtadiabatisch (etwa 0,6°C/100m).
- ADVEKTION
- Durch Luftbewegung wird Wärmeenergie (in Warm- oder Kaltluftmassen), auch Wasserdampf, Aerosole, u.a. transportiert. Das Heranströmen von
anders temperierten Luftmassen erfolgt überwiegend in horizontaler Richtung, im Gegensatz
zur Konvektion, in der sich Luftschichten in senkrecht auf- und
absteigender Bewegung befinden. Die im Rahmen der atmosphärischen Zirkulation
erfolgende Advektion verursacht längere Wärme- und
Kälteperioden im Witterungsgeschehen.
- AEROLOGIE
- Die "Höhenwetterkunde" erforscht die freie Atmosphäre mit physikalischen
Methoden und technischen Hilfsmitteln. Wetterballone (Radiosonden) tragen die
Meßinstrumente in die Atmosphäre, ein mitgeführter Sender überträgt laufend die
Meßdaten zur Erde. Aerologische Aufstiege mittels Radiosonden werden in der Regel zweimal
täglich durchgeführt und messen Luftdruck, Temperatur, Feuchtigkeit und Wind bis in durchschnittlich 30 km Höhe. Meist werden noch zwei weitere
Aufstiege ohne Meßgeräte durchgeführt, die nur Winddaten (aus der Radarpeilung)
liefern. Weltweit gibt es ca. 500 aerologische Aufstiegsstationen. In Österreich werden
Radiosondenaufstiege von der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien (Hohe Warte) und vom
Flugwetterdienst an den Flughäfen in Innsbruck, Linz und
Graz durchgeführt. Diese besonders für die Luftfahrt wichtigen Daten werden durch
Fermessungen von Satelliten aus ergänzt. Der Zustand der freien Atmosphäre kann auch vom
Erdboden aus mittels Wind-Profiler gemessen werden.
- AEROSOL
- Siehe Kondensationskerne.
- AIRMET
- Eine AIRMET-Meldung wird von der Flugwetterzentrale Wien/Schwechat für Flüge mit Prop-
und Turbopropflugzeuge als Warnung vor folgenden Fluggefahren ausgegeben: gelegentliche
oder lokale Gewitter, mäßige Vereisung,
mäßige Turbulenz, mäßige Gebirgswellen
(mountain waves). Gültigkeitsdauer bis zu 4 Stunden, Höhenbereich vom Boden bis
Flugfläche 240 (24000ft = 7300m), gültig für den Bereich des FIR Wien (Flight
Information Region), das ist das gesamte Bundesgebiet von Österreich.
- ALBEDO
- Die Albedo ist der Quotient aus reflektierter Strahlung (von
der Erdoberfläche oder von einem bestimmten Teil von dieser) zur einfallende
Sonnenstrahlung, aufsummiert über den ganzen Halbraum und über alle Wellenlängen. Das
planetarische Albedo der gesamten Erde beträgt 0,30, d.h. 30% der einfallenden
Sonnenstrahlung werden in den Weltraum reflektiert. Einige Werte: frischer Schnee 85%, geschlossene Wolkendecke 60-90%, Wiesen 15-35%, Wälder
10-20%, Wasser (Meer) 5-10%. Die Albedo des Mondes beträgt etwa 12%.
- ALPFOR
- Von der Flugwetterzentrale Wien-Schwechat wird zweimal täglich eine graphische
Vorhersage, der "Alpfor" ausgegeben. Die Frühausgabe stellt eine Vorhersage
für 12 Uhr UTC des jeweiligen Tages dar; die Ausgabe am Nachmittag
eine Vorhersage für den nächsten Tag 12 Uhr UTC. Der Alpfor beinhaltet die zu erwartende
Lage von Fronten, markanter Wolkengebiete, die zu erwartenden
Sichtverhältnisse, Wettererscheinungen, Höhenwinde, Nullgradgrenzen und
Thermikverhältnisse für den unteren Luftraum Österreichs und Umgebung.
- ALTOCUMULUS
- Die eigentliche "Schäfchenwolke", als Ballen oder Walzen in Haufenform, oft
mit schmalen deutlichen Lücken ("Schafherde von oben"); in 2,5-6 km Höhe.
Unterscheidet sich von Cirrocumulus dadurch, daß die
einzelnen Wolkenteile größer sind und auch Schatten (graue Stellen) aufweisen.
- ALTOSTRATUS
- Eine gleichmäßige, meist strukturlose graue Wolkenschicht in 2,5-6 km Höhe. Die Sonne
ist manchmal als heller Fleck erkennbar (ohne Halo).
- ALTWEIBERSOMMER
- Spätsommerliche Schönwetterperiode, die mit großer Häufigkeit Ende September, aber
auch oft bis Ende November, besonders im östlichen Mitteleuropa auftritt. Ursache ist ein
Festlandshoch über Osteuropa, das trocken-kontinentale Luft nach
Mitteleuropa einströmen läßt. Mit dem Altweibersommer geht eine plötzliche starke
Laubverfärbung und das Auftreten von Spinnfäden einher, an denen sich meist junge
Spinnen mit dem Wind forttragen lassen. Eine gleichartige
Wetterperiode im östlichen Nordamerika, die oft nur wenige Tage andauert, wird
Indianersommer (Indian summer) genannt.
- ANTIZYKLONAL
- Man bezeichnet die Krümmung der Isobaren als antizyklonal, wenn
die konkave Seite der der Isolinie einem Hochdruckgebiet zugewendet ist bzw. ist eine
Luftströmung antizyklonal,wenn sie sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn, auf der
Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn um ein Hochdruckgebiet (Antizyklone)
herumbewegt.
- ANTIZYKLONE
- Andere Bezeichnung für ein Hochdruckgebiet mit einem Luftdruckwert im Zentrum von etwa
1025-1030 Hektopascal. Der höchste Luftdruck
auf der Erde wurde bisher mit rund 1080 Hectopaskal in einem winterlichen Hoch über
Sibirien gemessen. Gegensatz: Zyklone = Tiefdruckgebiet, mit Werten
um 990-1000 Hectopascal. Siehe Hoch.
- AQUAPLANING
- "Wasserglätte" tritt auf regennassen Straßen bei Kraftfahrzeugen mit hoher
Geschwindigkeit durch Verlust der Bodenhaftung auf . Das Kfz verhält sich wie bei Glatteis. Der Autoreifen ist bei zu großen Wasseransammlungen auf
der Fahrbahn nicht mehr in der Lage, genügend Wasser durch das Profil abzuleiten. Kann
auch bei der Landung von (Groß-) Flugzeugen auftreten. Der Vorhersage von heftigen
Regenfällen wird daher in der Flugmeteorologie neuerdings besonderes Gewicht beigemessen.
- ÄQUATOR
- Siehe Äquatoriale Tiefdruckrinne.
- ÄQUATORIALE TIEFDRUCKRINNE
- Quasistationärer Tiefdruckgürtel zwischen den beiden Zonen der subtropischen
Hochdruckzellen auf der Nord- und Südhalbkugel; wird auch als innertropische
Konvergenzzone (ITC) bezeichnet.
- ATIS
- Abk. für engl. "Air Terminal Information Service". Hauptflughäfen strahlen
über Funk speziell für Flugzeuge im Anflug kontinuierlich folgende Meldungen aus: MET
REPORT mit TREND, Transition Level, Pistenzustand (wenn erforderlich), und andere für
Start und Landung wichtige Angaben.
- ATMOSPHÄRE
- Die Lufthülle der Erde zeigt in ihrem vertikalen Aufbau unterschiedliche Eigenschaften
und wird daher in mehrere "Stockwerke" unterteilt. Das unterste Stockwerk, die
Troposphäre, reicht in Mitteleuropa bis ca. 11 km Höhe; in ihr spielt sich das Wetter ab. Die Temperatur nimmt von (im
Mittel) +15°C an der Erdoberfläche nahezu gleichmäßig mit der Höhe um
durchschnittlich 6,5°C je Kilometer ab bis etwa -57°C (Tropopause).
In der darüberliegenden Stratosphäre steigt die Temperatur auf -50°C in 28 km Höhe an.
Dann setzt ein kräftiger Anstieg bis auf 0°C in 50 km Höhe ein infolge der Absorbtion
der ultravioletten Strahlung durch das Ozon. Die Obergrenze der
Stratosphäre stellt ein Temperaturmaximum dar und wird Stratopause genannt. In der
anschließenden Mesosphäre sinkt die Temperatur wieder bis auf etwa -100°C in 80 km
Höhe. Darüber beginnt die Thermosphäre, die bis zum Rand der Atmosphäre in etwa
500-600 km Höhe reicht. Die Temperatur nimmt infolge der Absorption von Röntgen- und
Gammastrahlung der Sonne wieder rasch zu auf über +100°C bis auf +700°C am Rand der
Atmosphäre. Jenseits davon beginnt die Exosphäre, der interplanetarische Raum. Die hohen
Temperaturangaben sind jedoch infolge der extrem geringen Luftdichte nicht mit denen in
der unteren Atmosphäre zu vergleichen.
- AUFGLEITEN
- Bezeichnung für die erzwungene Aufwärtsbewegung (und dadurch verursachte
Wolkenbildung) wärmerer Luftmassen an einer schwach geneigten Luftmassengrenzfläche (Warmfront), unterhalb der sich kältere Luft
befindet. Dabei bilden sich ausgedehnten Wolkenfeldern (Cirrostratus,
Altostratus und Nimbostratus) aus,
die meist längere Niederschläge ("Landregen")
verursachen. Tritt an der "Vorderseite" der von West nach Ost wandernden
Tiefdruckgebiete auf.
- AUSBREITUNGSSCHICHT
- Fachausdruck in der Segelflugmeteorologie für das Auseinanderfließen der vertikal
strukturierten Cumulus zu flachen Stratocumulus.
Bedingungen: markante stabile Schicht oder Inversion, ausreichend
Feuchtigkeit (Taupunktsdifferenz kleiner als 5°C) in einer
Schicht von mindestens 50 hPa Mächtigkeit unterhalb der Inversion. Die vorhandenen Quellwolken können sich dann an dieser Sperrschicht
ausbreiten. Die CU dringen mit ihrer Obergrenze ("Tops") zwar zeitweise etwas in
die stabile Schicht ein, sobald aber ihr Auftrieb gebremst ist, bilden sie je nach Höhe
der Inversion eine SC- oder AC-Schicht. Dies gilt vor allem für das Flachland. Die
Ausbreitungsschichten können die Sonneneinstrahlung so stark behindern, daß die Thermik zumindest zeitweise oder auch ganz aufhört.
- AUSLÖSETEMPERATUR
- Man unterscheidet zwischen der Auslösetemperatur für Cumulus-Wolken
und der für die Thermik. Die Temperatur,
die ein Luftteilchen am Erdboden an sonnigen Tagen annehmen muß, um mindestens bis zum Kondensationsniveau aufzusteigen, d. h. bis zu der Höhe,
bei der die Quellwolkenbildung (Cumulus) beginnt. Die Auslösetemperatur wird in der Regel
nur erreicht, wenn in den unteren Luftschichten bzw. in Bodennähe genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Bei zu trockener Luft
steigt zwar die vom Boden her erwärmte Luft auf, es bilden sich aber keine Wolken ("Blauthermik"). Die sog.
Thermikauslösetemperatur ist dann erreicht, wenn die Konvektionsschicht (Umwandlung der
Zustandskurve in eine adiabatische Schichtung) eine
Mächtigkeit von 1000m über Grund erreicht hat und somit für einen Segelflug
nutzbar ist (Thermikanschluß).
- AUSSTRAHLUNG
- Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche an die darüberliegenden Luftschichten bzw. der
Atmosphäre selbst an den Weltraum. Ein Teil der von der Erdoberfläche an die Atmosphäre
abgegebene Strahlung wird vom dort befindlichen Wasserdampf absorbiert und gelangt so als "Gegenstrahlung" wieder an die Erdoberfläche zurück. Im
Durchschnitt verliert die Erde durch die (langwellige) Ausstrahlung genau soviel Wärme,
wie sie durch die (kurzwellige) Einstrahlung von der Sonne her
gewinnt. Bei klarer trockener Luft ist die Ausstrahlung am größten (Nachtfrost), bei dichter Bewölkung am geringsten.
- AZORENHOCH
- Ein im Bereich der Azoren liegendes Hochdruckgebiet, das zum subtropischen
Hochdruckgürtel des Nordatlantik zählt und als eines der "Aktionszentren" für
das Wetter in Mitteleuropa eine wichtige Rolle spielt; mittlerer Luftdruck 1025 hPa. Oft Ausgangspunkt für längere
Schönwetterlagen, besonders im Sommer; fördert aber auch zusammen mit dem "Islandtief" Westwettereinbrüche. Das Azorenhoch wird für uns
immer dann wetterwirksam, wenn zwischen Neufundland und Island polare Luftmassen nach
Süden vordringen und sein gewaltiges Warmluftreservoir bedrängen, sodaß es nach
Nordosten ausweicht - über die Iberische Halbinsel bis nach Mitteleuropa oder auch
Skandinavien.
- BALLON
- Siehe Ballonfahren, Aerologie, Radiosonde.
- BALLONFAHREN
- Fahrten mit Gas- oder Heißluftballonen finden nur unter Sichtflugbedingungen statt
("sehen und gesehen werden"). Als besondere Wetterinformationen werden genaue
Angaben über die Windverhältnisse benötigt: Für verschiedene Höhen, um eine bestimmte
Fahrtrichtung zu wählen und einzuhalten (Wettbewerbe), und in unmittelbarer Bodennähe,
um sicher landen zu können (unter etwa 12 Knoten). Ferner ist die
Entwicklung starker thermischer Aufwinde für Ballonfahrten ungünstig (führt schon beim
Aufrüsten zu Problemen). Auch leichter Regen wirkt sich ungünstig
aus, da dadurch die Ballonhülle schwerer wird. Das günstigste Fahrtenwetter ist im
Winter an "Strahlungstagen" (Hochdruckeinfluß, nebelfrei, trockene und klare Luft, schwach windig); im Sommer sind Fahrten infolge der fast täglich
auftretenden Thermik nur in den frühen Morgenstunden und am Abend
ratsam (antizyklisch zum Segelflug).
- BARISCHES WINDGESETZ
- Die Bestimmung der Lage von Tief- bzw. Hochdruckzentren ist gelegentlich für praktische
Zwecke wichtig. Eine einfache Regel dafür hat 1856 der holländische Meteorologe Ch. H.
D. Buys- Ballot (1817-1890) gefunden: Dreht man (auf der Nordhalbkugel) dem Wind den Rücken zu, so liegt in Blickrichtung des Beobachters vorne
links das Tief und rechts hinter dem Beobachter das Hoch.
Die Regel ermöglicht es, aus den beobachteten Änderungen der Windrichtung auf die
Zugbahn eines Tiefdruckgebietes zu schließen. Buys-Ballot gründete den niederländischen
Wetterdienst und schuf das erste europäische Sturmwarnsystem
(für die Seefahrt).
- BAROMETRISCHE HÖHENSTUFE
- Höhendifferenz zweier Punkte, bei der der Luftdruck um 1 hPa
abnimmt. In Nähe des Meeresspiegels gilt im Mittel 1 hPa = 8m als Höhendifferenz. Mit
zunehmender Höhe wächst die barometrische Höhenstufe: in 5000m entspricht die
Höhenänderung um 1 hPa etwa 14 m.
- BART
- In Fliegerkreisen Ausdruck für eine aufsteigende Thermikblase (Thermikschlauch); kann
auf Grund ihres Auftriebs sogar ein Stück in eine stabile Schicht oder Inversion eindringen. Fliegt ein Segelflugzeug im Bereich einer
solchen Thermikblase Kreise, kann es an Höhe gewinnen, wenn die Vertikalgeschwindigkeit
der Luft größer ist als die Sinkgeschwindigkeit des Segelflugzeugs.
- BAUERNREGEL
- Gereimte Wetterregeln aus den regionalen Erfahrungen vieler
Jahrhunderte; stützen sich meist auf feste "Lostage". Die Regeln lassen sich
nicht auf jeden beliebigen Ort anwenden, oft sind Ursprungsort und Ursprungszeit heute
nicht mehr bekannt. Gereimte Bauernregeln liegen bereits aus babylonischer Zeit vor. Sie
wurden von den Griechen und Arabern zu einem System astrologischer Wetterregeln erweitert.
Siehe Lostage.
- BEAUFORT
- Beaufort-Skala. Eine vom englischen Admiral Sir Francis Beaufort (1774-1852)
aufgestellte, ursprünglich zwölfteilige (ohne Windstille),
später auf 17 Stufen erweiterte Skala der Windstärke, um auch innerhalb der Windstärke
12 (Orkan) noch eine weitere Unterteilung vornehmen zu können.
Windstärke 12 war ursprünglich nach oben hin nicht begrenzt.
- BEDECKUNGSGRAD
- (oder Bewölkungsgrad): Das Ausmaß der Bedeckung des Himmels mit Wolken
wird vom Wetterbeobachter geschätzt und im Klimadienst in Zehntel bzw. im Synoptischen
Dienst in Achtel angegeben. Die Angaben reichen von 0/8 oder 0/10 (wolkenlos) bis 8/8 oder
10/10 (bedeckt). Im Wetterbericht erfolgt meist folgende Zuordnung: 0/8 = wolkenlos, 1-2/8
= heiter, 3/8 = leicht bewölkt, 4-6/8 = wolkig, 7/8 = stark bewölkt, 8/8 = bedeckt. Im Flugwetterdienst werden die Achtel wie folgt zusammengefaßt:
0/8 "sky clear" (SKC) für wolkenlos, 1-2/8 "few" (FEW) für wenig
bewölkt, 3-4/8 "scattered" (SCT) für aufgelockert bewölkt, 5-7/8
"broken" (BKN) für eine durchbrochene und 8/8 "overcast" (OVC) für
eine geschlossene Wolkendecke.
- BERGWIND
- Berg- und Talwind treten tagesperiodisch auf. An Schönwettertagen erwärmen sich die
Berghänge tagsüber stärker als die freie Atmosphäre. Die erwärmte Luft
steigt entlang der Hänge oder direkt vertikal auf. So entsteht der gegen Mittag
einsetzende taleinwärts gerichtete Wind (Talwind),
der gegen Abend abflaut. Der Talwind überlagert sich mit dem Hangaufwind, der von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weht. So entsteht tagsüber eine Zirkulation:
Talwind am Boden, aufsteigende Luft über den Bergen, Kompensationsströmung in der Höhe,
Absinken über dem Vorland. Die aufsteigende Luft über den
Berghängen wird sichtbar, wenn nach einem wolkenlosen Morgen die Quellwolkenbildung
zuerst über den Gipfeln einsetzt. Nachts hingegen kühlt die Luft an den Hängen durch Ausstrahlung ab und fließt talwärts und die ganze Zirkulation
kehrt sich um. Vom späten Abend bis zum Morgen weht talauswärts der Bergwind, kombiniert
mit dem Hangabwind. Der nächtliche Bergwind hat eine wichtige Funktion: Er ersetzt die
verunreinigte Talluft durch saubere, staubarme Gebirgsluft. Diese Windsysteme, die sich in
komplizierter Weise im Laufe des Tages überschneiden, werden gerne von Segel- und
Drachenfliegern sowie Paragleitern genutzt.
- BEWÖLKUNGSGRAD
- Siehe Bedeckungsgrad.
- BEWÖLKUNG
- Bedeckung des Himmels mit Wolken; Angabe in Achteln von 0/8
(wolkenlos) bis 8/8 (bedeckt). Im Flugwetterdienst werden
die Achteln zusammengefaßt: 0/8 "sky clear" (SKC) für wolkenlos, 1-2/8
"few" (FEW) für wenig bewölkt, 3-4/8 "scattered" (SCT) für
aufgelockert bewölkt, 5-7/8 "broken" (BKN) für durchbrochene Wolkendecke, 8/8
"overcast" (OVC) für bedeckt bzw. geschlossene Wolkendecke.
- BISE
- Kalter Wind aus Nord bis Nordost im schweizerischen und
französischen Alpenvorland. Entsteht bei hohem Druck nördlich der Schweiz und einem
Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer. Im Gebiet des Genfer Sees kann der Wind infolge
Kanalisierung Stärken bis zu 50 Knoten erreichen.
- BLAUER HIMMEL
- Die Sonnenstrahlen werden auf ihrem Weg durch die Atmosphäre zur Erde an den Molekülen
der Luft gestreut. Dabei ist die Streuung bei kürzeren Wellenlängen
(blau) stärker als bei längeren (rot). Der Effekt ist umso größer, je reiner die Luft
ist (wenig Staub und Wasserdampf). Die Luftteilchen lenken also
am meisten das blaue Licht ab, am wenigsten das gelbe, fast gar nicht das rote. Das blaue
Licht, das durch die Streuung aus seiner ursprünglichen Bahn gelenkt wird, trifft auf
andere Luftteilchen und wird von ihnen weiter abgelenkt. Das Blau scheint so für den
Beobachter auf der Erdoberfläche nicht direkt von der Sonne zu kommen, sondern aus allen
Teilen des Himmelgewölbes. Morgens und abends ist der Weg der Sonnenstrahlen durch die
Atmosphäre wesentlich länger, sodaß auch das gelbe Licht abgelenkt wird. So entsteht
die gelbe bis rötliche Färbung des Morgen- und Abendhimmels und auch der Sonnenscheibe
selbst. Ist die Luft stark wasserdampfhältig, verstärkt sich dieser Effekt und man
spricht vom Abendrot. Die feuchte Luft (in den höheren Schichten) kann
Wetterverschlechterung ankündigen.
- BLAUTHERMIK
- Konvektion ohne Wolkenbildung. Infolge der zu trockenen Luft tritt keine Kondensation ein.
- BLITZ
- Ausgleich elektrischer Spannungen (etwa 100 Mio Volt) innerhalb von Gewittern zwischen
zwei Wolken mit entgegengesetzter elektrischer Aufladung
("Wolkenblitz") oder zwischen einer Wolke und der Erdoberfläche
("Erdblitz"). Die häufigste Form ist der Linienblitz (verzweigte Zickzackspur);
daneben gibt es noch den Flächenblitz, der entsteht, wenn die einzelnen Teilentladungen
eines Linienblitzes durch die rasche Bewegung der Luftmasse
flächenhaft auseinander gezogen werden. Sehr selten sind Perlschnurblitze und
Kugelblitze. Jede Sekunde wird die Erdoberfläche von etwa 100 Blitzen getroffen.
- BLIZZARD
- Schnee- und Eissturm in Nordamerika, der Orkanstärke erreichen kann. Er tritt als
Vorstoß polarer Luft an der Rückseite durchziehender
Tiefdruckgebiete auf und kann als "Norther" sogar die Länder am Golf von Mexiko
erreichen. Er bringt eisigen Wind, starke Schneefälle, Eisregen und Dauerfrost.
- BLUTREGEN
- Durch feinen Staub aus der Sahara rötlich gefärbter Regen in
Mitteleuropa. Im Winter auch als Blutschnee auftretend.
- BODENFROST
- Die Temperatur, die 5cm über dem Erdboden gemessen wird,
sinkt in der Nacht unter den Gefrierpunkt 0°C, nicht aber die in der Wetterhütte (2m
Höhe) gemessene. Wenn die Temperatur am Erdboden unter den Gefrierpunkt sinkt, gefriert
auch das Porenwasser im Boden, das dabei sein Volumen um 9% vergrößert
(Frostaufbrüche).
- BODENINVERSION
- Eine meist nachts durch Ausstrahlung auftretende
Erscheinung, bei der die Lufttemperatur vom Erdboden bis in
eine gewisse Höhe zunimmt und erst darüber abnimmt, wie es der normalen Schichtung der Atmosphäre enspricht. Siehe Inversion.
- BODENNEBEL
- Ein am Erdboden aufliegender Nebel, der nicht über etwa 1m Höhe ansteigt; entsteht in
Niederungen bei ruhigem Wetter und klarem Himmel,
wenn die Ausstrahlung des Bodens groß ist und damit eine
rasche Abkühlung der untersten Luftschicht bis zum "Taupunkt"
eintritt. Die Bildung wird begünstigt durch eine feuchte Erdoberfläche oder über Seen.
Oft Vorstufe eines dichter werdenden und in die Höhe wachsenden Nebels. Siehe Nebel.
- BODENSICHT
- Siehe Sicht, Flugsicht.
- BODENWETTERKARTE
- Zeichnerische Darstellung der Wetterverhältnisse eines größeren Gebietes (z.B. Europa
und Nordatlantik) von einem bestimmten, international festgelegten Zeitpunkt (00, 06, 12,
18 Uhr UTC). In der Wetterkarte werden die Meßdaten der einzelnen
Beobachtungsstationen nach einem sog. Stationsmodell mit ebenfalls international
festgelegten Wettersymbolen für Temperatur, Taupunkt,
Luftdruck, Windverhältnisse, Niederschlag,
Wolken dargestellt. Somit sehen auf der ganzen Welt die Wetterkarten
gleich aus. Mit Hilfe dieser Eintragungen kann die Wetterlage
analysiert werden. Die Bodenkarte ist neben dem Satellitenbild und den Höhenwetterkarten
die wichtigste Grundlage für die Beurteilung der Wetterlage und der daraus folgenden Wettervorhersage. Siehe auch Wetterkarte.
- BODENWIND
- Nach internationaler Übereinkunft wird der Wind in 6 m Höhe
gemessen; wichtig besonders für Starts und Landungen der Flugzeuge, die gegen den
Bodenwind erfolgen müssen.
- BÖE
- Einzelne heftige Windstöße vor einem Gewitter, einem Schauer
oder einer Kaltfront bzw. allgemein bei starkem Wind
mit markant wechselnder Windgeschwindkeit. Die Böigkeit ist ein Ausdruck für die Turbulenz der Luftströmung.
- BÖENWALZE
- Als Böenwalze ("sqall line") wird eine besonders ausgeprägte, dunkelfarbige
Wolkenform bezeichnet, die unmittelbar vor dem Herannahen einer heftigen Gewitterfront
auftritt. Sobald in einer Gewitterwolke Niederschlag einsetzt,
kühlen Regen und Graupel oder Hagel den
entgegenströmenden Aufwind ab und drehen ihn um. Dieser kalt gewordene Abwind
stürzt dann in die Tiefe. An der Erdoberfläche breitet sich die Kaltluft nach allen
Seiten in einer flachen Schicht aus und hebt die dort auf die Gewitterwolke zuströmende
feuchtwarme Luft an, wodurch es zu Kondensation,
also Wolkenbildung kommt; es bildet sich ein sog. Böenkragen, eine bogenförmige
Wolkenwalze ("arc cloud"). Die damit verbundene Staubaufwirbelung kann die
Bodensichtweite extrem einschränken. Eine Böenwalze gilt für die Luftfahrt als
besonders gefährlich (Windscherung, also plötzlicher
Rückenwind bei Start und Landung, und starke Turbulenz). Siehe Downdraft.
- BORA
- Heftiger, kalter, trockener Fallwind an der Küste Dalmatiens.
Der Name wird auch in anderen Gebieten für ähnliche Winde vom kalten Hochland zum
wärmeren Tiefland verwendet.
- BROCKENGESPENST
- Schattenbild des Beobachters (oder eines Flugzeugs) auf der Obergrenze einer glatten Nebel- oder Wolkenschicht; meist riesengroß, oft von farbigen Ringen
umgeben.
- BUYS-BALLOT-WINDGESETZ
- Hat der Beobachter den Wind im Rücken, liegt der tiefe Druck links,
der hohe Druck rechts von ihm (auf der Nordhalbkugel). Siehe Barisches Windgesetz.
- CASTELLANUS
- Altocumuluswolken mit türmchenartigen Aufquellungen; Vorboten für Schauer oder Gewitter.
- CAT
- Abkürzung für "Clear Air Turbulence". Siehe Klarsicht-Turbulenz.
- CB
- Siehe Cumulonimbus.
- CEILING
- Siehe Hauptwolkenuntergrenze.
- CEILOMETER
- Bezeichnung für einen Wolkenhöhenmesser; dient zur Messung und Registrierung der Höhe
der Wolkuntergrenze durch Bestimmung der Laufzeit eines an der Wolkenbasis reflektierten
Licht- oder Radarimpulses.
- CELSIUS
- Celsius-Skala. Die heute weit verbreitete, von dem schwedischen Astronomen Anders
Celsius (1701-1744) vorgeschlagene, in 100 Grad geteilte Skala zur Temperaturmessung,
wonach der Gefrierpunkt des Wassers bei 0 Grad und der Siedepunkt des Wassers (im
Meeresniveau) bei 100 Grad liegt.
- CHAMSIN
- Trockenheißer, aus Süden oder Südosten wehender Wüstenwind in Ägypten, meist
reichlich mit Wüstenstaub vermischt; tritt meist im April auf. Gefährlich für die
Luftfahrt! Aus arab. "fünfzig", da meist in den 50 Tagen nach der
Frühjahrs-Tagundnachtgleiche auftretend.
- CHINOOK
- Warmer, trockener Fallwind auf der Ostseite der Rocky Mountains.
- CIRROCUMULUS
- Kleine "Schäfchenwolken" aus kleinen Ballen geformt, in 6-10 km Höhe.
- CIRROSTRATUS
- Dünne meist unstrukturierte gleichförmige Wolkenschicht aus Eiskristallen in 6-10 km
Höhe. Voraussetzung für Halos, Nebensonnen, Irisieren, etc.
- CIRRUS
- Federartig aussehende feine Wolken aus meist sehr feinen Eis- und
Schneekristallen, in 6-10 km Höhe am blauen Himmel (aus lat.
"Haarlocke"). Der sog. Cirren-Schirm ist der oberste Teil einer Gewitterwolke
("Amboß").
- CLEAR AIR TURBULENCE
- (CAT). Siehe Klarsicht-Turbulenz.
- CLUSTER
- Zusammenballung von Wolkengebilden gigantischen Ausmaßes in den Tropen
mit horizontaler Ausdehnung von 100 km und mehr, erstmals aufgezeigt von
Satellitenbildern.
- CORIOLISKRAFT
- Ablenkende Kraft der Erddrehung. Durch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse
entsteht eine (Trägheits-) Kraft, die bewirkt, daß ein Hoch auf der
Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn und ein Tief gegen den Uhrzeigersinn
umströmt wird. Auf der Südhalbkugel erfolgt die Umströmung genau umgekehrt. Diese Kraft
wird nach ihrem Entdecker Corioliskraft genannt (Gaspard
Gustave de Coriolis, französ. Ingenieur und Physiker, 1792-1843).
- CUMULONIMBUS
- Gewitterwolke, abgekürzt CB. In der "Fliegersprache" nach dem internationalen
Buchstabieralphabet als "Charly Bravo" bezeichnet. Besonders gefährlich für
die Luftfahrt sind in dichte Wolkenfelder eingelagerte Gewitterwolken ("embedded
CB"), sodaß das Durchfliegen solcher Zonen nur mit Bordwetterradar ratsam ist. CB-Wolken erstrecken sich bis 7-12 km (in den Tropen
bis 17 km) Höhe, reichen also normalerweise maximal bis zur Tropopause;
besonders starke Gewitter können allerdings diese Sperrschicht durchstoßen. Die Gewitterzelle im Reifestadium wird
Cumulonimbus calvus genannt; das beginnende Zerfallsstadium hat einen "Amboß"
aus Eiskristallen und wird als Cumulonimbus incus bezeichnet.
- CUMULUS
- Isolierte, dichte und scharf begrenzte Wolken, deren quellende
Oberteile durch die thermischen Aufwinde oft wie Blumenkohl aussehen. Die von der Sonne
beschienenen Teile sind leuchtend weiß, die Untergrenze ist meist dünkler und genau
horizontal (Cumulus-Kondensationsniveau). Die Wassertröpfchen steigen so rasch auf, daß
sie sich dabei bis auf -20°C abkühlen ohne zu gefrieren. Dann setzt schlagartig die
Eisbildung der Wolke ein. Die beim Kondensieren und der Vereisung
freiwerdende Wärmemenge verstärkt den Aufwind. Man unterscheidet: Cumulus humulis und
der größeren Cumulus congestus; geht bei entsprechender Labilität in einen Cumulonimbus über. Siehe Auslösetemperatur,
Kondensationsniveau.
- CUT-OFF-ZYKLONE
- Ein hochreichendes kaltes Tiefdruckgebiet ("Höhentief") hat sich aus einem
langgestreckten Höhentrog abgeschnürt und befindet sich südlich des Westwindbandes und
somit vom Kaltluftreservoir der höheren Breiten abgeschnitten. Seine Verlagerung kann
gegenüber dem Westwindband retrograd erfolgen.
- DÄMMERUNG
- Übergang zwischen Tag und Nacht. Anfang bzw. Ende der "bürgerlichen"
Dämmerung (wichtig für Sichtflüge), wenn die Sonne 6,5 Grad bzw. der
"astronomischen" Dämmerung, wenn die Sonne 18 Grad unter dem Horizont steht.
Die Dauer der bürgerlichen Dämmerung kann, je nach Jahreszeit, zwischen 35 und 50
Minuten differieren. Sie kann sich durch Bewölkung, Dunst, Nebel oder Niederschlag verkürzen, aber
auch durch Vollmond oder eine vorhandene Schneedecke verlängern. Beginn (BCMT = Beginning
of civil morning twilight ) und Ende (ECET = End of civil evening twilight) der
bürgerlichen Dämmerung sind in der jeweils nationalen AIP (Aeronautical Information
Publication) veröffentlicht (in UTC).
- DAMPFDRUCK
- Druckanteil (Partialdruck) des Wasserdampfs am Gesamtluftdruck, Maß für die Luftfeuchtigkeit. Er wird indirekt aus der
Psychrometer-Messung (feuchtes und trockenes Thermometer) oder aus der Taupunktsdifferenz
bestimmt. Der Druck des Wasserdampfes steigt mit der Temperatur
und beträgt maximal (Sättigungsdampfdruck) z.B. bei 0°C etwa 6 hPa, bei 10°C etwa 12
hPa und bei 20°C etwa 23 hPa. Das Verhältnis zwischen dem herrschenden Dampfdruck und
dem bei dieser Temperatur maximal möglichen Dampfdruck (Sättigungsdampfdruck) wird relative Feuchte genannt, angegeben in Prozent.
- DICHTEHÖHE
- Nach der Standardatmosphäre kann jedem Dichtewert
der Luft eine bestimmte Flughöhe zugeordnet werden. Diese Dichtehöhe ist aber keine
feste Höhenangabe, da die Luftdichte von Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängt.
Da die Leistungsdaten eines Flugzeuges von der Luftdichte abhängen, sind speziell
größere Temperaturabweichungen bei Flugdurchführung zu beachten. An einem heißen Tag
wird die Luft dünner bzw. leichter. Der Start auf einem Flugplatz mit einer Platzhöhe
von z.B. 1500 ft müßte aufgrund der geringeren Luftdichte so geplant werden, als
befände er sich auf einem höher gelegenen Flugplatz (Luftdruckabnahme mit der Höhe).
Die für den Start des Flugzeuges erforderliche Pistenlänge wird dadurch länger. D.h.
man spricht an einem heißen Tag von einer "großen Dichtehöhe". An einem
kalten Tag hingegen wird die Luft schwerer. Für den gleichen Flugplatz wird somit die
Startstrecke kürzer und es bleibt noch eine Sicherheitsreserve für die erforderliche
Pistenlänge.
- DIVERGENZ
- Das Auseinanderfließen von Luftströmungen in den unteren Schichten; tritt gewöhnlich
in Gebieten mit hohem Luftdruck auf und führt wegen des Prinzips
der Massenerhaltung zu absinkenden und daher wolkenauflösenden Luftbewegungen. Gegensatz:
Konvergenz, das Zusammenfließen von Luftströmungen (in
Tiefdruckgebieten).
- DONNER
- Geräusch bei Gewitter, das entsteht, wenn die Luft
durch den Blitz erhitzt wird, wodurch sie zuerst heftig ausdehnt und
dann wieder ebenso heftig komprimiert wird, sodaß eine explosionsartige Druckwelle
(Schall) entsteht. Das Krachen ist 15-30 km weit hörbar; das "Grollen" oder
"Rollen" entsteht durch die Reflexion des Schalls an den Wolken.
Die Entfernung des Gewitters in Kilometer kann leicht festgestellt werden: Anzahl der
Sekunden zwischen Blitz und Donner, geteilt durch 3. Die
Schallgeschwindigkeit in Luft beträgt etwa 330 m/s.
- DOPPLEREFFEKT
- Effekt aus der Physik (Akustik, Wellenoptik), entdeckt 1842 von Christian Doppler,
österreichischer Physiker (1803-1853). Scheinbare Veränderung der Frequenz
(Schwingungszahl) des Schalls oder einer elektromagnetischen Strahlung
(Licht- und Funkwellen) , die auftritt, wenn Beobachter und Wellenzentrum gegeneinander
bewegt sind. Allgemein bekannt ist der akustische Doppler-Effekt: Bewegt sich ein
Beobachter auf eine (ruhende) Schallquelle zu, dann treffen pro Sekunde mehr Wellen auf
sein Ohr, als wenn er ruht, da er den Wellen entgegen geht. Bewegt er sich umgekehrt von
der Schallquelle weg, treffen ihn je Sekunde weniger Wellen. Im ersten Fall wird er also
einen höheren Ton wahrnehmen, im zweiten einen tieferen als im Fall der Ruhe. Die
Frequenzverschiebung ist der Relativgeschwindigkeit proportional. Dies kann bei jeder
vorbeifahrenden, pfeifenden Lokomotive beobachtet werden (Beobachter hier in Ruhe,
Schallquelle in Bewegung). In der Radarmeteorologie von wichtiger Bedeutung: Von bewegten
Niederschlagsteilchen wird die Wellenlänge des auftreffenden Radarimpulses verändert,
sodaß die Wellenlänge des vom Empfangsteil aufgenommenen Rückstreusignals gegenüber
dem ausgesandten Impuls verschoben erscheint. Da die Größe der Wellenlängenverschiebung
durch ein bewegtes Objekt (ein vom Wind vertragenenr Tropfen) von
dessen Geschwindigkeit bestimmt wird, kann das Doppler-Radar zur Windmessung herangezogen
werden (hier aber auch nur für Bewegungen zur Radarstation hin oder von ihr weg). Der
Doppler-Effekt in der Wellenoptik findet zB auch bei den Radargeschwindigkeitskontrollen
der Polizei Anwendung.
- DOWNBURST
- Ein lokaler, abwärts gerichteter Luftstrom unter einer Gewitterwolke, der in 300 ft
über dem Boden eine Geschwindigkeit von 3,6 m/s überschreitet (Definition nach T. FUJITA
und F. CARACENA). Extrem gefährlich für Flugzeuge im Landeanflug (und auch nach dem
Start) wegen plötzlicher Änderungen der Gegenwind- Rückenwind- und
Seitenwindkomponenten (Headwind-, Tailwind- und Crosswindkomponenten). Tritt i.d.R. bei
Gewittern auf und ist ein starker Abwind, der eine gefährliche Böe
am Erdboden bzw. in Bodennähe verursacht, die sich konzentrisch nach allen Seiten
ausbreitet und das vorhandene Windfeld umkehren kann. Daher sind Böen eine der
häufigsten Ursachen von Flugzeugabstürzen im Landeanflug bzw. auch in der Abflugphase. Gewitter mit so starken Abwinden treten in Teilen der USA und in
Australien häufig auf, sind aber in Europa sehr selten. Die Gefährlichkeit besteht
besonders darin, daß die Abwindzone meist nur 1-2km Durchmesser hat und plötzlich,
innerhalb von 1-2 Minuten, entsteht. Nähert sich ein Flugzeug im unmittelbaren
Landeanflug einer solchen Abwindzone, von der sich Böen konzentrisch nach allen Seiten
ausbreiten, nimmt zunächst der Gegenwind zu, das Flugzeug steigt über den Gleitpfad.
Durchfliegt das Flugzeug aber das Zentrum des Abwindschlauches, nimmt der Rückenwind
plötzlich zu, das Flugzeug unterschreitet die Mindestgeschwindigkeit und stürzt ab, da
50-100m über dem Boden für Gegenmaßnahmen nicht mehr genügend Zeit bleibt. Rund um
amerikanische Flugplätze wurden daher zahlreiche Windmesser aufgestellt, deren Daten ein
Computer verarbeitet und bei plötzlicher Änderung des Windes entsprechende Warnsignale
abgibt. Die Geschwindigkeitsänderungen können dabei enorm sein: 240km/h Maximum, zwei
Minuten später 150 km/h aus entgegengesetzter Richtung; wenige Kilomer weiter werden zur
selben Zeit nur 10 km/h gemessen! Ursache: Feuchte warme Luft steigt
in der Gewitterzelle auf und wird rasch abgekühlt, so daß sich Eiskristalle bilden. Ein
Gemisch aus Eis, Wasser und kalter Luft sinkt dann mit großer Geschwindigkeit zu Boden.
- DOWNDRAFT
- Siehe Downburst
- DRUCKFLÄCHE
- Fläche konstanten Drucks. Die Meßwerte der Radiosonden (Luftdruck,
Temperatur, Feuchte, Wind)
werden nicht einer bestimmten Höhe zugeordnet, sondern es hat sich als zweckmäßig
erwiesen, die Höhen bestimmter Druckflächen zu berechnen und die in dem jeweiligen
Druckniveau gemessenen Werte anzugeben. Diese werden in die sog. Höhenwetterkarte
eingetragen. Die Druckflächen sind in der Atmosphäre nur selten horizontal, sondern
durch die unterschiedliche Temperaturschichtung geneigt. Dadurch ist es möglich (analog
zu einer Landkarte) Linien gleicher Höhe einer bestimmten Druckfläche (Isohypsen) zu
zeichnen. Da die Anordnung der Isohypsen den Höhenschichtlinien einer topographischen
Karte der Erdoberfläche gleichen, werden Höhenwetterkarten auch als
"Topographien" bezeichnet. Man unterscheidet die "absolute
Topographie", die die Höhe einer bestimmten Druckfläche über dem Meeresniveau
angibt, und die "relative Topographie", die den Abstand zwischen zwei bestimmten
Druckflächen darstellt. Letztere ist im Synoptischen Dienst von besonderer Bedeutung, da
ja der Abstand zwischen zwei Druckflächen der mittleren Temperatur der
dazwischenliegenden Luftschicht proportional ist. Man kann also aus dieser Karte die Lage
von Kalt- und Warmluftmassen erkennen und sie somit zur Frontenanalyse heranziehen. Siehe Flugfläche, Hoehenwetterkarte.
- DUNST
- (engl. haze, mist; franz. brume). Trübung der Atmosphäre durch Wasserdampf
und/oder Aerosole mit einer Minderung der Sicht auf 5 km oder
weniger, jedoch nicht unter 1000 m. Beträgt dabei die relative Feuchtigkeit
weniger als 80%, wird die Sichtbehinderung i.d.R. durch Lithometeore hervorgerufen und man
spricht vom "trockenen Dunst" (haze), im METAR-Code mit HZ
codiert, von engl. "haze". Beträgt die relative Feuchte mindestens 80%, wird
die Sichtbehinderung hauptsächlich durch schwebende Wassertröpfchen oder Eiskristalle
hervorgerufen; dies bezeichnet man als "feuchten Dunst" (mist), im METAR-Code
mit "BR" codiert, von franz. "brume".
- EISHEILIGE
- Häufiger Kälterückfall ("Singularität") in der Zeit vom 12. bis 15. Mai
(Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "Kalte Sophie"). Die Ursache ist ein Hoch über Schottland, welches in Mitteleuropa Kaltlufteinbrüche
bedingt. Die trockene Luft verursacht insbesondere nachts durch Ausstrahlung tiefe Temperaturen.
- EISREGEN
- Flüssiger Niederschlag mit Temperatur
unter 0° C (unterkühltes Wasser), der alle Gegenstände beim Auftreffen mit einem klaren
Eispanzer überzieht (Glatteis). Tritt meist auf, wenn sich nach
einer längeren winterlichen Hochdrucklage die bodennahe Luftschicht durch nächtliche Ausstrahlung weit unter 0°C abgekühlt hat und dann eine relativ
milde atlantisches Schlechtwetterzone ("maskierte" Kaltfront)
mit positiven Temperaturen in höheren Schichten (und somit Regen)
über die bodennahe Kaltlufthaut zieht. Erst der nachfolgender kräftige und milde
Westwind kann diese besonders für die Luftfahrt gefährliche Wettersituation beenden.
- EISTAG
- Die höchste Temperatur des Tages liegt unter dem Gefrierpunkt
0°C, d.h. es herrscht durchgehender Frost.
- EISWOLKEN
- Wolken, die nur aus Eiskristallen bestehen; meist erst ab einer
Höhe von mehr als 6000-7000m (unter -35°C). Für die Luftfahrt ungefährlich. Gegensatz:
Wasserwolken, Mischwolken.
- ELMSFEUER
- Leuchterscheinung an spitzen Gegenständen (Türme, Masten) durch das hohe
luftelektrische Feld bei Gewitter. Benannt vermutlich nach dem hl.
Erasmus (roman. "Sant' Elmo").
- ENTSCHEIDUNGSHOEHE
- (engl. "decision hight"). Festgelegte Höhe über der Landebahn, in der bei Nebel im Landeanflug Sichtkontakt mit der Erdoberfläche
(Pistenbefeuerung) hergestellt sein muß. Anderenfalls der Pilot das Flugzeug durchstarten
muß.
- ERWÄRMUNG
- Zunahme der Temperatur in der Atmosphäre, entweder durch Einstrahlung von der Sonne her, oder durch Heranströmen
wärmerer Luftmassen ("Luftmassenwechsel"). Auch absteigende Luft
im Lee von Gebirgen erwärmt sich durch "Kompression"
(zunehmender Luftdruck), und zwar trockene Luft um 1°C pro 100
Meter (Ursache für Föhn), hingegen feuchte (wasserdampfgesättigte) Luft nur um 0,6°C
pro 100 m.
- ETESIEN
- In der Ägäis und im östlichen Mittelmeer regelmäßig im Sommer (April bis Oktober)
auftretende trockene nördliche Winde; als Folge des Monsuns über Indien.
- FAHRENHEIT
- Fahrenheit-Skala. In der vom Danziger Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit (1686-1736)
festgelegten Thermometer-Skala liegt der Gefrierpunkt des Wassers bei 32°, der Siedepunkt
bei 212°. Der Bereich zwischen Eis- und Siedepunkt wird somit in 180 Grad unterteilt. Die
Fahrenheit-Skala ist in den englischsprachigen Ländern (Nordamerika) üblich. 0°F =
-17,8°C, 100°F = 37,8°C. Merkwerte: 0°C = 32°F, 10°C = 50°F, 20°C = 68°F.
- FALLBÖE
- Plötzlich auftretender starker Abwind, räumlich begrenzt und von
kurzer Dauer, der von Flugzeuginsassen als "Luftloch"
bemerkt wird.
- FALLGEBIET
- Gebiet in der Wetterkarte mit markant fallendem Luftdruck; je stärker der Druckfall, desto intensiver wird die
Wetterentwicklung.
- FALLWIND
- Wind, der auf der Leeseite von Gebirgen (durch adiabatische
Erwärmung) trocken und erwärmt als Föhn auftritt, aber auch von kalten Hochflächen als
kalter Fallwind (Bora) in ein wärmeres Gebiet (meist stürmisch)
eindringt.
- FATA MORGANA
- Luftspiegelung von Bäumen, Häusern, Seen in der Wüste infolge der Überhitzung der Luft in Bodennähe.
- FEUCHTE
- Siehe Feuchtigkeit.
- FEUCHTER DUNST
- (Abk. BR). Sichtbehinderung durch schwebende Hydrometeore, Sichtweite
5 km oder weniger, aber nicht weniger als 1000 m; relative Luftfeuchtigkeit
80% oder mehr.
- FEUCHTIGKEIT
- Gehalt der Luft an Wassedampf, meßbar als absolute Feuchtigkeit in
Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter, als Dampfdruck in Millimeter Quecksilbersäule oder Millibar
= Hectopascal, als relative Feuchtigkeit (Verhältnis vom vorhandenen zum
größtmöglichen Wasserdampfgehalt der Luft) in Prozenten sowie als spezifische Feuchtigkeit (Gramm Wasserdampf pro
Kilogramm feuchter Luft). Siehe Luftfeuchtigkeit, Absolute Feuchte, Dampfdruck, Relative Feuchte.
- FL
- Abk. für engl. "Flight Level". Siehe Flugfläche.
- FLÄCHENNIEDERSCHLAG
- Ein aus der Wetterdienstpraxis stammender Begriff für Niederschäge, die aus
stratiformer, weite Gebiete überdeckende Wolkenschichten fallen und i.d.R. auch über
längere Zeit anhalten. Tritt meist an Warmfronten (ausgedehnte Aufgleitfläche),
Okklusionen, u.ä. auf, auch für Stauniederschläge zutreffend. Gegensatz: punktuell
auftretende Schauer aus konvektiven Umlagerungen (CB), die nur
von kurzer Dauer sind.
- FLUGFLÄCHE
- engl. "Flight-Level", Abk. FL. Bezeichnung für eine ausgewählte Fläche
gleichen Luftdruckes (Druckfläche), auf den Druck der Normalatmosphäre bezogen. Die
Flugflächen werden von der Flugsicherung in bestimmten Abständen (500 Fuß = 150m)
voneinander getrennt und durch die in Hektofuß gemessenen Höhendifferenzen zur
Bezugsfläche bezeichnet. So bedeutet Flugfläche 300, abgek. FL 300, eine Druckfläche,
die 300 Hektofuß (= 30 000 Fuß) über der Fläche des Normaldruckes von 1013,25 hPa
liegt. Die Flugfläche kann somit vom Flugzeugführer nach der Anzeige eines auf
Normaldruck eingestellten barometrischen Höhenmessers festgestellt werden. Diese
Höhenmessereinstellung ist für alle Streckenflüge obligatorisch und wird während eines
Fluges nicht geändert. Somit ist ein sicheres Einhalten der gegenseitigen vertikalen
Flugabstände gewährleistet, um Kollisionen zu vermeiden. Achtung: Eine Flugfläche ist
weder eine ebene noch eine zur Erdoberfläche parallele Fläche; auch gibt sie nicht die
tatsächliche Flughöhe über Meeresniveau an! Nach dem Start muß jeder Pilot im
Steigflug in einer vom Flugplatz abhängigen sog. "Übergangshöhe" (engl.
"transition altitude") von QNH auf 1013,2 hPa umstellen, im Sinkflug beim
Erreichen der "Übergangsfläche" (engl. "transition level") von
1013,2 hPa auf QNH.
- FLUGSICHT
- Für das sichere Fliegen ist nicht nur die horizontale Sichtweite
am Boden von Bedeutung. Im Flug stellen sich die Verhältnisse oft anders dar. Man
unterscheidet daher die Horizontalsicht in Flughöhe, die Schrägsicht (insbesondere die Sicht im Landeanflug) und die Vertikalsicht (oder Erdsicht). Die
Flugsicht kann oft von der am Boden beobachteten Horizontalsicht beträchtlich abweichen,
insbesondere, wenn sich in Bodennähe eine Dunstschicht befindet. Beim Einflug in diese
Dunstschicht nimmt die Schrägsicht meist schlagartig ab und der Landeanflug kann sich
außerordentlich schwierig gestalten. Die horizontale Sichtweite im Flug hängt wesentlich
von Dunst und Bewölkung ab. Die Sicht in der Bewölkung ist meist
sehr gering. Sie kann soweit zurückgehen, daß man die Flächenenden des Flugzeuges nicht
mehr sehen kann, sie kann andererseits aber auch mehr als 1000m betragen. An größeren
Flughäfen wird neben der meteorologischen Horizontalsicht eine spezielle Sichtweite
entlang der Start- und Landebahn bestimmt (Runway Visual Range = RVR). Die RVR ist die
maximale Sichtweite entlang der Start- und Landebahn und wird angegeben, wenn die
meteorologische Sicht und/oder die Landebahnsicht geringer als 1500m ist. Gemessen wird
sie mit Sichtmeßgeräten (Transmissometern). Die Meßbasis liegt etwa 2,5m über Grund.
Die Messungen werden durch vergleichende Augenbeobachtungen der Landebahnbefeuerung
kontrolliert. Siehe auch Sichtweite.
- FLUGWEG
- mit kleinstem Zeitaufwand, engl. "minimum time track". Speziell für
Langstreckenflüge (Transatlantik) kann bei möglichst genauer vierdimensionaler
Windvorhersage die Flugroute mit der günstigsten Windkomponente berechnet werden. Diese
muß distanzmäßig nicht die kürzeste Strecke sein, sondern wird auf Grund der
herrschenden Windverhältnisse in einem Minimum an Zeit zurückgelegt. Siehe Meteorologische Navigation.
- FLUGWETTERBERATUNG
- Gemäß den Luftverkehrsregeln (Luftfahrtgesetz) ist der Pilot für die Einholung einer
Flugwetterberatung im Rahmen der Flugvorbereitung verantwortlich. Der Pilot macht sich vor
Beginn eines Fluges mit den neuesten Wettermeldungen und Wettervorhersagen vertraut, die
für den beabsichtigten Flug von Bedeutung sein können. Man unterscheidet zwischen
Flugwetterberatungen für den Linienflugverkehr und für die "Allgemeine
Luftfahrt". Grundsätzlich hat eine Flugwetterberatung alle jene meteorologischen
Angaben zu enthalten, welche der Pilot zur sicheren und wirtschaftlichen Durchführung
seines Fluges benötigt. Form, Inhalt und Art solcher Flugwetterberatungen sind zusammen
mit dem System der Verbreitung und Ausgabe auf weltweiter Basis geregelt (ICAO,
Annex 3) und werden durch regionale und nationale Bestimmungen ergänzt. Die
Flugwetterberatung für den Linienflugverkehr umfaßt die sog. "Documentation",
d.s. Höhenwind- und Höhentemperaturkarten für die wichtigsten Flugflächen, eine
"Significant Weather Chart" mit u.a. Angaben über Turbulenz-
und Vereisungszonen sowie Listen mit Flugplatzvorhersagen (Ziel- und Startflughafen,
Ausweichflughäfen), Warnungen (SIGMET, AIRMET)
und Flugplatzwettermeldungen. Diese "Documentation" wird dem Piloten im Rahmen
einer mündlichen Wetterberatung ("Briefing") ausgegeben und je nach
signifikanter Wettersituation erläutert und ergänzt durch Wetterradar-
und Wettersatellitenbilder, Anzeigen über die
Blitzverteilung, Pilotenberichte, u.ä. Flugwetterberatungen für die Allgemeine Luftfahrt
können schriftlich oder (fern)mündlich eingeholt werden; meist eine Kombination aus
beiden. Über beispielsweise Telefon-Tonbanddienste (VOLMET, ATAS) oder
Telefax-Abrufsysteme stehen (in Österreich) dem Piloten folgende Produkte zur Verfügung:
die "ALPFOR"-Karte, die GAFOR/GAMET-Karte, Österreich-Übersicht und regionale
Flugwetterübersichten, Flugplatzvorhersagen, Warnungen, Pilotenberichte, aktuelle
Wettermeldungen. Für spezielle Zusatzinformationen kann eine mündliche Wetterberatung
eingeholt werden.
- FLUGWETTERDIENST
- Aufgabe des Flugwetterdienstes ist es, zur Sicherheit, Regelmäßigkeit und
Wirtschaftlichkeit des internationalen Flugverkehrs, aber auch der Allgemeinen Luftfahrt
beizutragen. Dies wird durch laufende Wetterbeobachtung,
Ausgabe von Flugwetterwarnungen, schriftlichen Wettermeldungen und Prognosen erreicht. Die
Standards für die Arbeitsweise des Flugwetterdienstes sind im Anhang (Annex 3) der für
alle Mitgliedsstaaten verbindlichen ICAO-Konvention enthalten. Die
Flugwetterzentrale für Österreich befindet sich auf dem Flughafen Wien-Schwechat. Als
Flugwetterüberwachungsstelle (Meteorological Watch Office = MWO) ist sie für die
Erstellung und Verbreitung von SIGMET- und AIRMET-Meldungen
(Wetterwarnungen) für das ganze Bundesgebiet zuständig. Weitere Flugwetterstationen sind
an den Flughäfen in Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt, wo lokale
Wetterbeobachtungen und Prognosen erstellt, sowie Flugwetterberatungen ausgegeben werden.
- FLUGZEUGVEREISUNG
- Bildung von Eisschichten am Flugzeug, besonders an den Tragflächen während des
Durchfliegens von Wolken unter 0°C. Für Passagierflugzeuge und
moderne, größere Sportflugzeuge hat die Vereisung heute ihre Schrecken verloren.
Enteisungsanlagen sorgen jederzeit für eisfreie Tragflächen, oder hohe
Fluggeschwindigkeiten führen zur aerodynamischen Erwärmung und lassen keinen Eisansatz
zu. Für Flugzeuge ohne Enteisungsanlage besteht jedoch größte Gefahr, wenn sich Eis an
Tragflächen, Leitwerk oder Propeller bildet. Ein Flugzeug vereist, wenn die Temperatur seiner Außenhaut unter 0°C ist und es eine Wolke
durchfliegt, in der unterkühlte Wassertröpfchen vorhanden sind; oder das Flugzeug fliegt
durch ein Gebiet mit unterkühlten Regentropfen; oder die Temperatur der
Flugzeugaußenhaut ist gleich oder tiefer als der Reifpunkt (Taupunkt
bei negativen Temperaturen), so daß der Wasserdampf der Luft auf dem Flugzeug sublimiert und sich eine Reifschicht bildet. Wegen
der besonderen Gefährdung durch Vereisung werden umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen
getroffen: Flugwetterwarnungen (SIGMETs) für Flugzeuge im Flug, Flugwetterberatung bei
der Flugplanung bezüglich Flughöhe.
- FÖHN
- Warmer trockener, meist heftiger Fallwind, der auf der
Alpennordseite auftritt. Kommt auch an der Alpensüdseite als sogenannte
"Nordföhn" vor, wenn von Norden oder Nordwesten her Kaltluftmassen die Alpen
überqueren. Die hohe Temperatur und die Trockenheit des Föhns
entsteht dadurch, daß warme feuchte Luft an der Alpensüdseite zum
feuchtadiabatischen (Temperaturabnahme um 0,6°C/100m) Aufsteigen gezwungen wird und dabei
ein Teil des Wassers ausregnet (Stauniederschläge), sodaß beim anschließenden
trockenadiabatischen Absteigen (Temperaturzunahme um 1°C/100m) die Luft in gleicher Höhe
wärmer und trockener ankommt. Föhnlagen treten häufig im Winterhalbjahr auf.
Bezeichnend dabei ist die außergewöhnliche Fernsicht in der extrem trockenen Luft. Der
Föhn ist ein Schlechtwettervorzeichen (Südwestströmung vor Annäherung einer Front aus
Westen). Die Staubewölkung an der Luvseite greift als mächtige Wolkenwand etwas über
den Gebirgskamm und kann als "Föhnmauer" von der Leeseite aus beobachtet
werden. Der wolkenfreie Raum im Lee ist im Satellitenbild deutlich als
"Föhnfenster" erkennbar, nur linsenförmige Wolken (Leewellen) treten auf. Föhnwinde treten auch bei anderen Gebirgen
auf, z.B. der Chinook in den Rocky Mountains.
- FREIE ATMOSPHÄRE
- Nicht den Bodeneinflüssen unterliegende höhere Luftschichten, ab etwa 1000 m.
- FRONTALZONE
- Grenzschicht zwischen zwei Luftmassen von unterschiedlichen Eigenschaften; Voraussetzung
für die Bildung von Zyklonen und Fronten in gemäßigten Breiten.
- FRONTEN
- Treffen warme und kalte Luft zusammen, vermischen sie sich nicht
sofort. Statt dessen schiebt sich die schwere, kalte Luft unter die wärmere Luft und hebt
diese dadurch an. Die Grenze zwischen den beiden Luftmassen ist ziemlich scharf und wird
als "Front" bezeichnet. Kaltfront: Dringt kalte Luft am Erdboden vor und ersetzt
die vorher vorhandene warme Luft, so nennt man diese Grenze eine Kaltfront. Die warme Luft
wird dabei gehoben, kühlt somit ab, Wolken bilden sich,
Niederschläge treten auf (meist Regenschauer). Mit dem Durchgang der Kaltfront an einem
Ort setzt der Temperaturrückgang ein, begleitet mit böigem Wind.
Warmfront: Die leichtere warme Luft schiebt sich über die vorgelagerte Kaltluft, kühlt
ab, entlang der ausgedehnten Aufgleitfläche bilden sich durch Hebung (= Abkühlung)
Wolken und in weiterer Folge Niederschlag. Der
Bewölkungsaufzug beginnt bereits 500-800 km vor der Bodenlage der Warmfront mit Cirrus und Cirrostratus, in dessen
Eiskristallen sich häufig als optisches Phänomen ein farbiger Ring um die Sonne, ein
"Halo", bildet. Mit Annäherung der Bodenfront geht die
Bewölkung in Altostratus über, der sich zu Nimbostratus verdichtet und aus dem anhaltender Niederschlag in
Form von Landregen im Sommer und stundenlangem Schneefall im
Winter auftritt. Siehe auch Kalfront, Warmfront.
- FRONTGEWITTER
- Entstehen an Kaltfronten und ziehen mit diesen meist über weite Strecken mit. Im
Gegensatz dazu die "Wärmegewitter", die bei starker Tageserwärmung und
ausreichender Luftfeuchtigkeit örtlich entstehen und
vergehen.
- FROST
- Siehe Bodenfrost, Strahlungsfrost.
- FROSTGRAUPELN
- Meist runde, schwer zusammendrückbare, nasse, halbdurchsichtige Bällchen mit milchigem
Kern, umgeben von einer sehr dünnen, klaren Eisschicht. Der Durchmesser beträgt 1-5mm;
sie fallen nur als Schauer aus mächtigen CB-Wolken, bevorzugt
in Polarluft mit geringem Feuchtegehalt im Winter und Frühjahr,
und da vor allem über dem Meer und den naheliegenden Küstengebieten. Sie können auch im
Sommer als Übergangsform zum Hagel (Eishagel) auftreten. In
Nordwesteuropa sind die Frostgraupeln die häufigste Hagelform.
- FROSTTAG
- Die tiefste Temperatur in 2m Höhe liegt unter dem
Gefrierpunkt (0°C), die höchste Temperatur aber über 0°C.
- FÜNF-B-TIEF
- Zyklone, die sich aus einem oberitalienischen Tief
entwickelt und entlang des Alpenostrandes über Österreich, Ungarn und Polen hinweg zur
Ostsee zieht, entlang einer von Van Bebber als Vb (römisch 5) bezeichneten typischen
Zugbahn. Die von dem Tief mitgeführte feuchtwarme Mittelmeerluft verursacht beim Aufgleiten auf die vorhandene Kaltluft meist langanhaltende starke
Niederschläge und Überschwemmungen.
- FUß
- Altes Längenmaß (abgeleitet vom menschlichen Fuß); in der Luftfahrt noch
gebräuchlich (nach angelsächsischen Vorbild) für die Höhenangabe: 1 foot = 30,48cm
bzw. 100 feet (ft) = 30,5m.
- GAFOR
- Der GAFOR ist eine normierte Streckenwettervorhersage; sie gilt 6 Stunden und wird in 3
gleich große Zeitabschnitte unterteilt. Die Flugstrecken werden in 4 Kategorien
eingestuft: offen, schwierig, kritisch, geschlossen. "Offen" bedeutet: Sicht 8km oder mehr, Wolkenuntergrenze
2000ft oder mehr (über Grund); "schwierig": Wolkenuntergrenze 1500 bis 1900ft, Sicht 5-7km; "kritisch": Wolkenuntergrenzen 1000 bis 1400ft,
Sicht 2000 - 4900m; "geschlossen": Wolkenuntergrenze weniger als 1000ft, Sicht
weniger als 2000m. In Österreich werden für bestimmte Talflugwege GAFOR-Vorhersagen
herausgegeben, jeweils in Relation zur "Bezugshöhe" einer Flugroute.
- GAMET
- Flugwettervorhersage für Flüge im tiefen Flugniveau; beinhaltet (in Österreich)
folgende Fluggefahren: Bodenwind mit Böen über 25kt,
signifikante Wettererscheinungen, Berge in Wolken gehüllt, Vereisung, Turbulenz, Gebirgswellen
- GEBIRGSWELLEN
- (engl. mountain waves). Wird ein Gebirge quer angeströmt, bildet sich unter besonderen
Bedingungen im Lee eine stationäre Zone von Auf- und Abwinden bis in
große Höhen, manchmal bis weit in die Stratosphäre, wie Perlmutterwolken beweisen.
Diese stationären Wellen haben folgende Voraussetzungen: stabile Schichtung in Gipfelhöhe, darüber ist eine weniger stabile
Schichtung vorteilhaft; der Wind muß mindestens 30° quer zur
Bergkette gerichtet sein, in Kammhöhe mit mindestens 30 kt (bei höheren Bergen) wehen
und nach oben ohne Winddrehung zunehmen. Die Wellenlänge muß
in Phase mit dem Relief sein, d.h. die Niederung bis zum nächsten Bergkamm muß ein
vielfaches der Wellenlänge der Lee-Welle sein, weil sonst die Wellenentwicklung
abgebrochen wird, während sie im günstigen Fall aufgeschaukelt wird. Die Strömung in
der Welle ist meist zwar laminar und ruhig, Turbulenz
tritt aber an den Rändern auf, wo die Welle mit der allgemeinen Strömung in Berührung
kommt bzw. kann die Turbulenz besonders stark sein im Zeitpunkt des Zusammenbruchs der
Welle. Diese stationären Wellen treten meist südlich von Zyklonen bzw. im Warmsektor auf, weil dort günstige Stabilitätsverhältnisse und
Windprofile erwartet werden können. In den unteren Schichten auf der Leeseite entstehen
ein oder mehrere Rotoren (jeweils unter den "Wellenbergen"), die parallel zur
Gebirgskette verlaufen und am Auftreten ortsfester Quellwolken
(cumulus fractus) erkennbar sind. Im Bereich dieser Rotorwolken
treten die stärksten Turbulenzen auf, sodaß ein Flugzeug manövrierunfähig werden kann
oder überhaupt in Brüche geht. "Starke Gebirgswellen" bzw. markante
orographische Wellen (severe mountain waves) sind ein SIGMET-Kriterium.
- GEFAHREN
- Wetterbedingte Gefahren für die Luftfahrt sind Sichtverminderung, Vereisung, Turbulenz, Gewitter, Windscherung, tiefe
Wolkenuntergrenzen (für Sichtflieger). Entsprechende Gefahrenmeldungen
("SIGMETs") werden vom Flugwetterdienst
vorhergesagt bzw. bei plötzlicher Wetterverschlechterung abgesetzt und an die Piloten im
Flug über Funk bzw. für die Flugplanung fernschriftlich übermittelt.
- GEFRIERENDER NIEDERSCHLAG
- Unterkühlter Regen tritt dann auf, wenn die Regentropfen aus einer
Wolke fallen, deren Temperatur über 0°C liegt, unterhalb der
Bewölkung sich aber eine Luftschicht befindet, deren Temperatur unter 0°C ist. Derartige
Wetterlagen kommen häufig im Winter vor und bilden sich dann aus, wenn in der Höhe
Warmluft aufgleitet und sich dabei ein Nimbostratus ausbildet,
aus dem Niederschlag fällt (Warmfront),
in Bodennähe aber noch von einer vorangegangenen Hochdruckwetterlage sehr kalte Luft lagert. Siehe auch "maskierte Kaltfront".
Solche Wetterlagen führen blitzartig zu Glatteisbildung am Erdboden und zum Eisansatz an
dort befindlichen Gegenständen (schwere Unfälle im Straßenverkehr, geknickte Antennen
und Masten, zerrissene Hochspannungsleitungen, entwurzelte Bäume). Besonders gefährlich
für den Flugverkehr (im Steig- und Sinkflug).
- GEGENSTRAHLUNG
- Von der Atmosphäre (Wolken, Wasserdampf)
aufgenommene und zur Erde gerichtete Wärmestrahlung. Siehe Treibhauseffekt.
- GENUA-ZYKLONE
- Tiefdruckgebiet, das sich über den Golf von Genua (Ligurisches Meer) besonders im
Winter und im Frühjahr im Lee der Westalpen bildet. Ursache ist ein in
große Höhen reichender Kaltlufteinbruch durch das Rhonetal ins Mittelmeer. In der Folge
kommt es zu ergiebigen Niederschlägen im Alpenbereich. Das internationale
Großforschungsprojekt ALPEX ("Alpen-Experiment") untersucht die Entstehung und
Entwicklung der Genua-Zyklone.
- GEWITTER
- Mit Donner und Blitz einhergehende
elektrische Entladung in Cumulonimbus-Wolken oder zwischen
Wolke und Erde, meist mit kräftigen Schauerniederschlägen verbunden. Gewitter enstehen
durch rasches Aufsteigen feuchtwarmer Luft und deren rasche
Abkühlung. Diese Bedingungen sind gegeben bei schneller Erwärmung des Untergrundes durch
Sonneneinstrahlung, labiler Schichtung der Atmosphäre und
ausreichender Feuchte; sie führen zu
"Wärmegewittern", während "Frontgewitter" in Zusammenhang mit
Tiefdruckwirbeln entlang von Fronten, besonders an Kaltfronten
auftreten. Die Vorgänge, die zur elektrischen Entladung in der Gewitterwolke führen,
sind noch nicht restlos geklärt; die starken Aufwinde (bis zu 30 m/s) und das
Vorhandensein von Eis (Hagel und Schnee) in der
Wolke sind sicherlich die Voraussetzung hierfür. Gewitter-Vorboten: Am frühen Morgen
erscheinen Altocumulus-Castellanus-Wolken; ihre türmchenförmigen Auswüchse ragen aus
mittelhohen Haufenwolken in etwa 2000 m Höhe. Siehe Frontgewitter,
Wärmegewitter.
- GIBLI
- Trockenheißer Wüstenwind in Libyen mit Temperaturen über 40°C. Entspricht dem
Chamsin in Ägypten. Siehe Chamsin.
- GLASHAUSEFFEKT
- Siehe Treibhauseffekt.
- GLATTEIS
- Eisüberzug, der durch Gefrieren von Regentropfen am kalten Erdboden oder an kalten
Gegenständen entsteht. Tritt meist auf, wenn nach einer winterlichen Kälteperiode eine Warmfront eintrifft.
- GMT
- Abkürzung für Greenwich Mean Time (mittlere Greenwich-Zeit), war im internationalen Wetterdienst und in der Luftfahrt eingeführt. 12 Uhr GMT = 13
Uhr MEZ Winterzeit bzw. 14 Uhr MEZ Sommerzeit. Bezeichnung heute: UTC = Koordinierte Weltzeit (Universal Time Co-ordinated).
- GOLFSTROM
- Warme Meeresströmung, die im Golf von Mexiko und entlang der nordamerikanischen
Ostküste zieht, dann in etwa 35 Grad nördl. Breite nach Nordosten und Osten abbiegt und
mit seinem südlichen Teil durch den englischen Kanal dringt, während ein zweiter Arm an
Island vorbei Richtung Spitzbergen strömt. Mildert einschneidend das Klima
in Nord- und Westeuropa und gilt als "Motor" für die Tiefdruckbildung im
Nordatlantik.
- GRAUPELN
- Niederschlag in Form von Eiskörnern mit 1 bis 5 mm
Durchmesser, die meist aus hochreichenden Cumulonimbus-Wolken
fallen. Sie entstehen, wenn unterkühlte Tröpfchen mit einem Schnee-
oder Eiskristall zusammenstoßen und sofort gefrieren. Typisch für Aprilwetter.
- GRIESEL
- Schneeähnliche, vergraupelte Eisnadeln.
- GROßWETTERLAGE
- Über mehrere Tage wetterbestimmende Anordnung von Hoch- und
Tiefdruckgebieten in einem Gebiet von der Größe ganz Europas einschließlich
Nordatlantik.
- HAGEL
- Meist in Verbindung mit Gewittern auftretender Niederschlag
in Form von Eiskugeln oder Klümpchen mit 5 bis 50 mm Durchmesser (selten auch mehr); sie
entstehen in rasch aufsteigenden, feuchten Luftströmen und sind entweder ganz
durchsichtig oder abwechselnd aus klaren und undurchsichtigen, schneeartigen Schichten
aufgebaut. Hagel erhält seine schalenförmige Struktur durch wiederholtes
Emporgerissenwerden und Fallen in der Turbulenz verschieden
temperierter Cumulonimbus-Wolkenschichten. Besonders
gefährlich für Luftfahrzeuge. Ob in einer Gewitterwolke vorhandener Hagel bis zur
Erdoberfläche durchkommt, hängt von der Höhe der Nullgradgrenze und der Höhe des
Terrains ab.
- HALO
- Großer farbiger Ring um Sonne und Mond (22° oder 45°); entsteht durch Lichtbrechung
in den Eiskristallen dünner Cirrostratus-Wolken; meist
Vorbote für Wetterverschlechterung (Wolkenaufzug vor Warmfront).
- HANGWIND
- Lokaler Wind, der infolge der Tageserwärmung an Berghängen
entsteht und tagsüber bergaufwärts, nachts bergabwärts weht. Siehe Bergwind.
- HAUPTWOLKENUNTERGRENZE
- (engl. "ceiling"). Definiert als Untergrenze der niedrigsten Wolkenschicht,
die mehr als die Hälfte des Himmels bedeckt (Bedeckungsgrad über 4/8) und unterhalb 6000
m Höhe liegt. Damit werden Cirren für die Festlegung der Hauptwolkenuntergrenze
ausgeschlossen. Der Bedeckungsgrad der tiefsten Wolkenschicht von mehr als 4/8 wird in der
Flugplatzvorhersage (TAF) angegeben und bei unvorhergesehener Änderung
berichtigt (AMD).
- HEKTOPASCAL
- Druckeinheit in der Meteorologie ab 1.1.1984 (nach Blaise Pascal,
1623-1662); sie löst das Millibar ab. 1 Hektopascal (hPa) = 1
Millibar (mb).
- HIMMEL
- Siehe Blauer Himmel.
- HITZE
- Hitzewelle. Längere Periode starker Erwärmung durch intensive Sonneneinstrahlung und
Luftzufuhr aus südlichen Breiten.
- HOCH
- Ein Hochdruckgebiet oder eine Antizyklone ("Hoch") ist ein Gebiet, in dem der Luftdruck allseitig zum Zentrum hin zunimmt. Das Zentrum wird von
einer oder mehreren kreisförmigen Isobaren (= Linien gleichen
Luftdrucks) in eher weiteren Abständen zueinander umgeben. Das Hoch wird auf der
Nordhalbkugel vom Wind in Richtung des Uhrzeigers umströmt (umgekehrt
wie beim Tief). Auf der Südhalbkugel ist die Umströmungsrichtung
umgekehrt. Hochdruckgebiete können einige tausend Kilometer Durchmesser haben und sehr
lange bestehen bleiben. Die Winde sind im Hoch gewöhnlich schwach, der Himmel ist weniger mit Wolken bedeckt (als
im Tief) und im allgemeinen frei von Regenwolken. Die Luft sinkt in
Hochdruckgebieten ab und wird dabei trockener, d.h. Wolken werden aufgelöst, neue können
sich nicht bilden, es herrscht überwiegend schönes Wetter.
Ausnahme: Nebel im Winter. Im Zentrum der Hochs werden in der Regel
1025-1030 hPa (Hektopascal = Millibar)
gemessen, gelegentlich auch bis 1050 hPa. Der höchste Bodenluftdruck wurde bisher mit
1082 hPa in einem winterlichen Hoch in Sibirien gemessen. Siehe auch Antizyklone.
- HOCHNEBEL
- Durch Ausstrahlung an der Dunstobergrenze einer Inversion bildet sich Hochnebel in Form einer Schichtwolke (Stratus). Kann auch allmählich durch aufsteigenden Bodennebel entstehen. In der Stratusschicht besteht meist
Vereisungsgefahr für Luftfahrzeuge!
- HOF
- Enge Farbringe um Sonne und Mond, die beim Durchscheinen von dünnen Wasserwolken entstehen; auch Aureole genannt.
- HÖHENMESSER
- Der barometrische Höhenmesser gehört zur Grundausrüstung eines jeden Flugzeugs.
Bezüglich Luftdruckreduktion und der Einstellung des Höhenmessers unterscheidet man
folgende Werte, deren Bezeichnungen noch auf die Zeit zurückgehen, als der Flugfunk mit
Hilfe des Morsealphabetes durchgeführt wurde (Q-Gruppen): Der QFF-Wert ist der auf NN (= Normal Null) reduzierte Luftdruck, der sehr
genau umgerechnet wird und nur im "Synoptischen Dienst" verwendet wird. Der
QNH-Wert ist der in der Höhe der Landebahnschwelle gemessene und auf NN reduzierte
Luftdruck. Die Reduktion wird nach der ICAO-Standardatmosphäre
vorgenommen. Deshalb ist er auch in der Regel etwas ungenauer als der QFF-Wert, reicht
aber für die barometrische Höhenmessung aus. Ist an der Druckskala des barometrischen
Höhenmesseres der QNH-Wert eingestellt, zeigt die Hauptskala die Höhe über NN an.
Befindet sich das Flugzeug auf der Start- und Landebahn, dann zeigt der Höhenmesser die
Höhe des Flugplatzes über NN an. Der QFE-Wert ist der Luftdruck, gemessen in Höhe der
Landebahnschwelle. Ist an der Druckskala des barometrischen Höhenmessers der QFE-Wert
eingestellt, dann wird an der Hauptskala die Höhe über der Landebahnschwelle angezeigt.
Befindet sich das Flugzeug auf der Start- und Landebahn, dann zeigt der Höhenmesser die
Höhe 0 an. Der QFE-Wert ist immer kleiner als der QNH-Wert, wenn der Flugplatz über NN
liegt. Befindet sich die Landebahnschwelle eines Flugplatzes genau auf NN, dann sind QFE
und QNH gleich groß, liegt sie unterhalb von NN (z.B. in Amsterdam), dann ist der
QFE-Wert größer als der QNH-Wert. Ist die Start- und Landebahn stärker geneigt, werden
für beide Landebahneschwellen unterschiedliche QFE-Werte bestimmt. Für das Fliegen hat
der QFE Wert den Vorteil, daß bei der Landung der Höhenmesser auf Null zeigt. Er ist
aber wenig geeignet zur Feststellung der Höhe über NN während des Fluges. Bei einer
Höhenmessung mit dem barometrischen Höhenmesser muß man sich stets im klaren darüber
sein, daß die angezeigte Höhe nur dann genau ist, wenn die Bedingungen der
ICAO-Standardatmosphäre erfüllt sind. In der Praxis weicht aber die reale Atmosphäre
mehr oder weniger stark von diesem Standard ab. Des weiteren muß man immer bedenken, daß
beim Flug mit konstanter Höhenanzeige in Wirklichkeit nur der Druck konstant ist. Ist die
Druckfläche, auf der geflogen wird, geneigt, dann gewinnt das Flugzeug an Höhe, wenn die
Druckfläche ansteigt, bzw. verliert an Höhe, wenn die Druckfläche abfällt. Das heißt:
Bei einem Flug vom Hoch zum Tief ist besondere
Vorsicht angebracht, da die am Höhenmesser angezeigte Höhe größer ist, als die
wirkliche! Daraus leitet sich auch der bekannte Fliegerspruch ab: "Vom Hoch zum Tief
geht's schief!" Kennt man die Differenz zwischen Standarddruck und tatsächlich
gemessenem Luftdruck, läßt sich der Fehler auf einfache Weise mit Hilfe der
barometrischen Höhenstufe abschätzen. Da in die barometrische Höhenbestimmung auch die
Mitteltemperatur der Luftschicht eingeht und dafür ebenfalls die Werte der
ICAO-Standardatmosphäre verwendet werden, können weitere Fehler bei der Höhenbestimmung
auftreten. Ist die gemessene Temperaturen tiefer als die der Standardatmosphäre, fliegt
das Luftfahrzeug tiefer als der Höhenmesser anzeigt; sind die gemessenen Temperaturen
höher, zeigt der Höhenmesser eine tiefere Flughöhe an. Der Fehler für die
Höhenanzeige beträgt je Grad Temperaturunterschied zwischen der real vorhandenen und der
Standardatmosphäre 0,4m/100m Schichtdicke. Oder: 10 Grad Temperaturunterschied entspricht
4% Höhenfehler. Eine alte Fliegerregel faßt das Problem in folgendem Spruch zusammen:
"From warm to cold makes you never old!"
- HÖHENSTUFE
- Siehe Barometrische Höhenstufe.
- HÖHENTIEF
- Tiedruckgebiet in größerer Höhe, etwa im Niveau von 5km und relativ niedriger Temperatur als seine Umgebung. Auf den Bodenwetterkarten kaum
nachweisbar, spielt aber für den Wetterablauf am Boden eine wesentliche Rolle.
- HÖHENWETTERKARTE
- Für verschiedene Niveaus werden aus den Daten der aerologischen Messungen (00 und 12
Uhr GMT, teilweise auch Zwischentermine) Karten gezeichnet, die meist
folgende meteorologischen Elemente beinhalten: Luftdruck (als
topografische Darstellung der Druckfläche), Windrichtung und Windstärke, Temperatur und Feuchtigkeit (als
Taupunktsdepression). Die Niveaus sind international festgelegt: meist 850, 700, 500, 300,
200 hPa; dazu eine Karte mit dem Maximalwind (Jetstream) und Angaben über die Tropopause.
- HUNDERTJÄHRIGER KALENDER
- Genaue Wetteraufzeichnungen (mit himmelskundlichen Beobachtungen vermischt) des
fränkischen Cisterzienser Abtes Mauritius Knauer (1612-1664) von 1652 bis 1658. Die (von
späteren) Bearbeitern daraus abgeleiteten Wetterprognosen gehen von der (fälschlichen)
Annahme aus, daß sich das Wetter unter dem Planeteneinfluß alle 7
Jahre exakt wiederholt. Die Angaben sind nur als historisches Wetterdokument brauchbar.
- HUNDSTAGE
- Eine beständige Hochdrucklage von Mitte Juli bis Mitte August (24.7.-23.8.) mit extrem
heißen Tagen, vor allem im Mittelmeergebiet. Der Name rührt daher, da die Sonne in
dieser Zeit etwa gleichzeitig mit dem "Hundsstern" ( Sirius) aufgeht.
- HURRIKAN
- Tropischer Wirbelsturm im Bereich Mittelamerikas, besonders von Juli bis September
auftretend. Siehe Tropische Wirbelstürme.
- HYDROMETEORE
- Durch Kondensaton, Gefrieren bzw. Sublimation aus atmosphärischem Wasserdampf hervorgegangene Teilchen der Atmosphäre; sie fallen
entweder als Niederschlag (Nieseln, Regen, Eisnadeln, Schnee, Griesel,
Reifgraupeln, Eiskörner, Frostgraupeln, Hagel), oder werden an
festen Gegenständen abgelagert (Tau, Reif, Rauhreif, Rauhfrost, Glatteis,
Frostbeschlag).
- ICAO
- Abkürzung für "International Civil Aviation Organization". Internationale
Organisation aller Staaten zur Förderung von Wachstum, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit
der internationalen Zivilluftfahrt, mit Sitz in Montreal (gegründet 1944 in Chicago).
Regelt u.a. auch die Aufgaben des Flugwetterdienstes. ICAO-Standard-Atmosphere (I.S.A.):
Siehe Standardatmosphäre.
- IFR
- Abk. für engl. "Instrument Flight Rules". Siehe Instrumentenflug.
- IMC
- Abk. für engl. "Instrument Meteorological Conditions". Siehe Instrumentenflug-Wetterbedingungen.
- INCH
- Kurzzeichen in, Mehrzahl ins, engl. Längeneinheit (entspricht der alten deutschen
Längeneinheit Zoll); in der Luftfahrt noch gebräuchlich. Wird im MET REPORT als
Druckeinheit zusätzlich gemeldet. 1 in = 25,4 mm; zB 1031 hPa = 3044 ins.
- INDIANER-SOMMER
- (Indian Summer). Herbstliche Schönwetterperiode in Nordamerika, entspricht dem "Altweibersommer" in Mitteleuropa, dem
"Brigittensommer" in Schweden; heißt in Frankreich "Éte de la
Saint-Martin", "Wenzelsommer" in Böhmen und "Witwensommerli" in
der Schweiz.
- INNERTROPISCHE KONVERGENZZONE
- (ITC). Im Äquatorbereich fließen die Luftströmungen (Passate) in Bodennähe zusammen
(konvergieren) und werden dadurch zum Aufsteigen gezwungen, was zu Wolkenbildung und Niederschlag führt. Diese "äquatoriale
Tiefdruckrinne" wandert im Sommer nach Norden und im Winter nach Süden über den
Äquator hinaus. In der ITC ist es überwiegend windschwach, es herrschen reichliche Quellwolken und vielfach Gewitter vor; sie
wird über den Ozeanen auch Mallungszone (engl. "doldrums") genannt. Siehe Konvergenz.
- INSTRUMENTENFLUG-WETTERBEDINGUNGEN
- engl. "Instrument Meteorological Conditions", abgek. IMC. Wetterverhältnisse,
die die Anwendung von Instrumentenflugregeln erfordern, d.h. unter den jeweiligen Sichtflug-Minima liegen (je nach Kontrollbezirk bzw. Kontrollzone
unterschiedlich).
- INSTRUMENTENFLUG
- Während des Fluges erfolgt die Orientierung nur mit Hilfe von Instrumenten unter
Überwachung durch eine Flugsicherungsstelle und basiert dabei nie auf Sicht,
unabhängig davon, ob Sicht (insbesondere Bodensicht) vorhanden ist
oder nicht (Blindflug). Der Instrumentenflug ist mit verschiedenen Methoden der Navigation
möglich und darf nur nach den vorgeschriebenen Instrumentenflug-Regeln (engl.
"Instrument Flight Rules", abgek. IFR) durchgeführt werden, wenn das Flugzeug
über eine Mindestinstrumentierung verfügt und der Flugzeugführer eine IFR-Lizenz
besitzt. In der kommerziellen Luftfahrt ist der Instrumentenflug auch bei guten
Sichtverhältnissen üblich, weil er insbesondere wegen der Überwachung durch die
Flugverkehrskontrollstellen sicherer ist. Vor Antritt eines IFR-Fluges muß daher der
Flugzeugführer einen Flugplan abgeben, der von der Flugsicherung zu genehmigen ist.
Während des Fluges hat der Pilot in ständiger Funkbereitschaft zu sein,
Standortmeldungen an vorgesehenen Punkten abzugeben und Höhen- sowie Kursänderungen nach
Anweisung der Flugsicherung vorzunehmen. Für beabsichtigte Abweichungen vom genehmigten
Flugplan sind entsprechende Freigaben einzuholen.
- INVERSION
- Eine Luftschicht, in der die Temperatur mit der Höhe zunimmt
statt abnimmt. Mit der Temperaturumkehr ist auch eine
Feuchteabnahme verbunden. Im Winter meist Ursache für die Bildung von Nebel
oder Hochnebel. An der Inversion werden Vertikalbewegungen
gebremst, sodaß der Austausch der Luft der unteren Schichten mit der
Höhenluft verhindert wird. Sie entsteht dadurch, daß die Temperatur in einer mehr oder
weniger dicken Schicht infolge absteigender Luftbewegung und dynamischer Erwärmung
zunimmt, meist in Hochdruckgebieten. Da die Inversion als Sperrschicht wirkt, sammeln sich
unter ihr Staub- und Dunstteilchen, aber auch Abgase. Siehe Absinkinversion,
Bodeninversion.
- IONOSPHÄRE
- Elektrisch hochleitende Luftschichten zwischen 80 und 450 km Höhe, an denen die
Radiokurzwellen reflektiert werden, wodurch ein Kurzwellenfunkverkehr über sehr große
Entfernungen möglich ist.
- ISLANDTIEF
- Quastationäres, für das Wetter in Mitteleuropa besonders
wirksames Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik. Es kann das ganze Jahr über auftreten
und bewirkt in Europa Wind, Niederschlag
und nur kurzzeitige Aufhellungen, also sehr veränderliches Wetter. Im Bereich südlich
von Grönland und bei Island kommt es immer wieder zur Bildung von Tiefdruckgebieten, da
kontinentale amerikanische Kaltluft auf den warmen Golfstrom
stößt. Ähnliche Bedeutung hat für Nordamerika das "Aleutentief" über dem
Nordpazifik.
- ISOBAREN
- Linien gleichen Luftdrucks (in der Bodenwetterkarte).
- ISOTHERMEN
- Linien gleicher (Luft-)Temperatur.
- ISOTHERMIE
- Luftschicht, in der sich die Temperatur mit der Höhe nicht
ändert.
- ITC
- Abkürzung für "intertropical convergence zone". Siehe Innertropische Konvergenzzone.
- JET-STREAM
- In der oberen Troposphäre der Subtropen und der mittleren
Breiten auftretendes Band sehr hoher Windgeschwindigkeiten aus westlicher Richtung; von
der Luftfahrt für hohe Reisegeschwindigkeiten genutzt. Teils jedoch auch mit Turbulenz verbunden. Siehe Strahlstrom, Klarsichtturbulenz.
- JOULE
- (sprich "dschul"), Kurzzeichen J. Maßeinheit für Arbeit, Energie und
Wärmemenge, nach James Prescott Joule, französischer Physiker (1818-1889). Ein Joule (1
J) ist diejenige Arbeit, die verrichtet wird, wenn die Kraft ein Newton (1 N) längs eines
Weges von einem Meter (1 m) wirkt: 1 J = 1 Nm = 1 kg.m2/s2 = 1 Ws (Wattsekunde).
- KALMEN
- Die Kalmengürtel sind Schwachwindzonen auf den Weltmeeren im Bereich der subtropischen
Hochdruckzellen (Roßbreiten).
- KALORIE
- In der Meteorologie meist noch verwendete veraltete Maßeinheit für die Wärmemenge.
Die Kalorie (cal) ist definiert als die Wärmemenge, die benötigt wird, um 1g reines
Wasser von 14,5°C auf 15,5°C zu erwärmen. 1cal entspricht etwa 4,2 Joule
(J).
- KÄLTERÜCKFALL
- In Mitteleuropa während der 1. Jahreshälfte auftretende, mehrerer Tage andauernde
Wetterlagen, die für die betreffende Jahreszeit wesentlich zu niedrig Temperaturen
bringen "Singularitäten"), z. B. "Eisheilige"
(11. bis 14. Mai) und "Schafskälte" (zwischen 10. und 20. Juni).
- KÄLTEWELLE
- Kälteeinbruch im Winter mit Advektion von Kaltluft polaren
oder osteuropäischen Ursprungs, die einen krassen Temperaturrückgang (von über 10°)
verursachen kann und eine Periode kalter Witterung einleitet.
- KALTFRONT
- Grenzfläche zwischen warmen und kalten Luftmassen, wenn kältere Luft
die wärmere Luft am Boden verdrängt. Beim Durchzug einer Kaltfront dreht der Wind unter Auffrischen nach rechts (meist von SW auf NW), die Lufttemperatur sinkt plötzlich (Temperatursturz) und der Luftdruck beginnt zu steigen. Das Wetter nach
Frontdurchgang: windig, kühl, häufig Regenschauer (das sog.
"Rückseitenwetter"). Unmittelbar nach Durchzug einer Kaltfront ist es jedoch
für einige Stunden wolkenlos infolge einer abwärts gerichteten Kompensationsbewegung in
der Atmosphäre ("postfrontale Aufheiterung"; im Satellitenbild oft deutlich
erkennbar). Siehe Maskierte Kaltfront, Fronten.
- KALTLUFTSEE
- Ansammlung von kalter Luft in Tälern, Senken und Mulden, die dort
bei Windstille stagnieren. Die durch Ausstrahlung
an den Hängen einer Mulde entstehende kalte Luft ist schwerer als die sie umgebende und
fließt in den tiefsten Teil der Mulde.
- KALTLUFTTROPFEN
- Bezeichnung für ein Höhentief mit einem Durchmesser von 500-1000km und einem Kern aus
sehr kalter Luft in der oberen Troposphäre (5-10km Höhe). Im Sommer
meist mit starker Labilität und häufigen, heftigen Gewittern verbunden. Diese
Schlechtwetterzone ist an keine Fronten gebunden.
- KLARSICHT-TURBULENZ
- (Clear Air Turbulence, abgek. CAT). Eine tückische
und für das Flugwesen in großer Höhe gefährliche Eigenart der Strahlströme (engl.
"jet streams"), an deren Rändern die sehr hohe Windgeschwindigkeit rasch
abnimmt (Windscherung) und stark verwirbelt wird. Diese Turbulenz ist nicht immer erkennbar und kommt meist in klar
durchsichtiger Luft vor, ohne Vorwarnung für das eine solche Zone
durchquerende Flugzeug. Die Stärken der Turbulenz können beträchtlich sein. Dazu kommt
noch, daß Turbulenz in der Atmosphäre von statistischer Natur ist: nur ein geringer
Prozentsatz der Flugzeuge beobachtet beim Durchfliegen ein und der selben Turbulenzzone
tatsächlich Turbulenz. Siehe Strahlstrom.
- KLEINE EISZEIT
- Von 1550 bis 1850 traten extrem kalte Winter und feuchte Sommer auf, mit Mißernten und
Hungersnot. Oft konnte man übers Eis der Ostsee von Lübeck nach Schweden gehen oder von
Kopenhagen nach St.Petersburg. Das Bodensee-Eis war so dick, daß man es mit beladenem
Fuhrwerk befahren konnte. Nach Erfindung des Thermometers im 17. Jahrhundert wurden
regelmäßig die Meerestemperaturen gemessen. Diese Meßreihen ergeben, daß der Golfstrom damals weniger warmes Wasser nach Skandinavien brachte als
heute. Grönland und Island waren vom Packeis umschlossen.
- KLIMA
- Durchschnittliche Witterung von mehreren Jahrzehnten. Unter dem
Klima eines Ortes versteht man die Gesamtheit der atmosphärischen Zustände oder
Vorgänge in einem hinreichend langen Zeitraum (30 Jahre), beschrieben durch den mittleren
Zustand (Mittelwerte) und die auftretenden Schwankungen (Extremwerte,
Häufigkeitsverteilung, usw.). Entsprechend ihrer geografischen Breite und ihrer Lage
innerhalb der allgemeinen atmosphärischen Zirkulation weisen
große Teile der Erde hinsichtlich ihrer Klimaelemente (Temperatur,Verdunstung, Feuchte, Bewölkung, Wind, Niederschlag) ein gleiches oder
ähnliches Verhalten auf und lassen sich in eigenständige charakteristische Klimaregionen
("Klimate") einteilen. Hauptklimagebiete sind: tropische Regenklimate (Bereich ITC), Trockenklimate (Steppen und Wüsten),
warmgemäßigte Regenklimate (Westwindgürtel), Schnee-Wald-Klimate (nördlicher
Westwindgürtel), Schnee-Eis-Klimate (Tundren, ewiger Frost). Weiters erfolgt für jedes
Klimagebiet eine Unterteilung in einen maritimen und kontinentalen Typ. Das Meer als
Wärmespeicher hat eine ausgleichende Wirkung auf das Klima: Im Sommer langsame Erwärmung
und daher kühlende Wirkung auf das Festland; im Winter langsame Abkühlung und
mäßigende Wirkung auf die Kontinente; die Gegensätze gleichen sich allmählich aus. Der
Kontinent verhält sich genau umgekehrt: Heiß im Sommer, frostig im Winter!
- KNOTEN
- Maßeinheit für die Windgeschwindigkeit in der Schiff- und Luftfahrt: 1 Knoten (kt) = 1
Seemeile pro Stunde. 1 Seemeile (sm) = 1852 Meter.
- KOMMA
- Im Satellitenbild erkennbare wirbelförmige Wolkenformation, die häufig in der Kaltluft
auftritt und sich aus dem regelmäßigen zellularen Muster (verstärkte Cumulusbewölkung,
engl. Fachausdruck: "enhanced cumuli") abhebt; wird in der
Satellitenmeteorologie wegen ihrer beistrichartigen Form als "Komma" bezeichnet.
Solche in Kaltluft eingebettete Wolkenkonfigurationen treten häufig im Bereich eines
Höhentroges auf (erhöhte Labilität, starke Neigung zur Verwirbelung); darüber
verläuft meist der Jet-Stream.
- KONDENSATION
- Verdichtung des (unsichtbaren) Wasserdampfs zu Wassertröpfchen, die eine Wolke oder Nebel bilden bei Vorhandensein von Kondensationskernen. Ursache:
Abkühlung der Luft bis zum Taupunkt, d.h. bis
zur vollständigen Sättigung der Luft mit Wasserdampf (100% Luftfeuchtigkeit).
- KONDENSATIONSKERNE
- Bei grober Betrachtungsweise setzt die Bildung von Wassertröpfchen, also Kondensation, bei einer relativen Feuchtigkeit
von 100% ein (Sättigung der Luft mit Wasserdampf).
In Wirklichkeit sind diese Vorgänge jedoch wesentlich komplizierter. In absolut sauberer
Luft kondensiert im Labor Wasserdampf erst bei einer relativen Feuchte
von 800%! Derart hohe Übersättigungnen kommen in der Atmosphäre natürlich nicht vor.
Die Meßwerte liegen bei 100% oder nur wenigen Prozenten darüber. Tatsächlich befinden
sich in der Luft zahlreiche feste, flüssige und gasförmige Luftbeimengungen, wie
aufgewirbelter Staub (auch von Vulkanausbrüchen), oder Salzteilchen. Sie gelangen durch Wind und Wellen aus der Meeresoberfläche in die Luft. Viele Partikel
stammen aus Industrie, Kraftwerken und Hausbrand. Diese kleinen Partikel werden als
Aerosolteilchen bezeichnet; ein Teil von ihnen fungiert durch ihre hygroskopischen
Eigenschaften (Fähigkeit zur Wasseranlagerung) als Kondensationskerne. "Reine"
Luft enthält etwa 1000 Kerne pro Kubikzentimeter, verschmutzte Luft in Großstädten oft
das 100fache oder mehr.
- KONDENSATIONSNIVEAU
- Höhe, in der sich ein angehobener Luftkörper soweit abgekühlt hat, daß der Taupunkt (also 100% Luftfeuchtigkeit)
erreicht wurde. Der Wasserdampfanteil, der nicht mehr von der Luft
gebunden werden kann, fällt in Form von Wassertröpfchen aus. Das Kondensationsniveau
entspricht demnach der Höhe der Untergrenze von Wolken, die durch
Hebung entstanden sind. Bei Quellwolken spricht man vom
Cumulus-Kondensationsniveau. Daher ist auch die Unterseite der Quellwolken (Cumulus)
abgeflacht. Siehe Cumulus, Auslösetemperatur.
- KONDENSSTREIFEN
- Eiswolkenbildung, die hinter Flugzeugen in großer Höhe entsteht, wenn die betreffende
Luftschicht bereits einen hohen Wasserdampfgehalt aufweist, wobei die bei der
Treibstoffverbrennung entstehenden Abgase die Kondensationskerne
liefern.
- KONVEKTION
- Vertikale Luftbewegung, speziell das Aufsteigen von am Boden durch Sonneneinstrahlung
erwärmter Luft. Die von der Erde ausgehende langwellige
Wärmestrahlung ist nicht die einzige Form der Energieübertragung von der Erde zur
Atmosphäre. So wird die unmittelbar über dem Boden liegende, nur wenige Zentimeter dicke
Luftschicht auch durch sogenannte molekulare Wärmeleitung erwärmt. Wo diese Aufheizung
besonders stark ist, wird die Luft leichter als ihre Umgebung und steigt auf. Dafür
sinken rundherum kältere Luftpakete ab, werden ebenfalls erwärmt und gelangen wieder in
die Höhe. Dieser Vorgang nennt man thermische Konvektion. In Bodennähe ist sie als
Hitzeflimmern sichtbar. Bei starker Sonnenstrahlung bilden sich regelrechte
Thermikschläuche, in denen sich Vögel wie auch Segelflieger kreisend in die Höhe
schrauben. Durch Konvektion entstehen auch Quellwolken wie Cumulus und Cumulonimbus.
- KONVERGENZ
- Zusammenfließen von Luftströmungen; dabei fließt in einem Gebiet in der Zeiteinheit
mehr Luft zu- als ab. Am Boden sind Tiefdruckgebiete gewöhnlich
Konvergenzgebiete; da eine Konvergenz mit aufsteigender Luftbewegung verbunden ist, kommt
es hier zu Wolken- und Niederschlagsbildung. Im Bereich der sog.
"Innertropischen Konvergenz" hingegen treffen die Passatströmungen der beiden
Erdhalbkugeln aufeinander und es kommt zur Aufwärtsbewegung der Luft und Wolkenbildung.
Gegensatz: Divergenz = Auseinanderfließen von Luftströmungen.
- KURZFRISTPROGNOSE
- Siehe Kurzfristvorhersage.
- KURZFRISTVORHERSAGE
- Unter "Kurzfristvorhersage" versteht man in der Synoptik
Wetterprognosen von 12 bis 72 Stunden, "sehr kurzfristige Vorhersagen"decken den
Zeitraum von 0 bis 12 Stunden ab; Vorhersagen für die nächsten 2-6 Stunden bezeichnet
man als "Nowcasting". Allerdings hat sich eine einheitliche Regelung in diesem
Vorhersagebereich noch nicht durchgesetzt. Diese kurzfristigen Prognosen basieren
einerseits auf den numerischen Vorhersagekarten vom letzten Berechnungstermin und
andererseits auf der Abschätzung der Weiterentwicklung des Wetters in den nächsten
Stunden ausgehend vom augenblicklichen Wetterzustand. Dabei kommt neben der persönlichen
Erfahrung des Meteorologen der kontinuierlichen Erfassung des Wetterzustandes durch Wetterradar- und Satellitendaten sowie durch Blitzsensoren und
Windprofiler eine wesentliche Bedeutung zu. Setzt man voraus, daß sich manche
meteorologischen Größen zumindest für die nächsten 2 Stunden konservativ verhalten,
also im wesentlichen ihre Eigenschaften nicht verändern, kann man auch nach
objektivierten Methoden "vorhergesagte" Satelliten- und Radarbilder erzeugen.
Auch aus den numerischen Vorhersagedaten lassen sich nach diesen Überlegungen mittels
Trajektorien genauere Angaben für den "Nowcasting"-Zeitraum machen.
Andererseits lassen sich auf physikalisch-statistischem Weg numerische Vorhersagen
wesentlich verfeinern und auf die jeweilige örtliche Topographie abstimmen, zB
Unterscheidung zwischen Luv und Lee auch im lokalen
Bereich.
- LABILITÄT
- Eine labileLuftschichtung der (bodennahen) Luft entsteht durch
Heranströmen (Advektion) kalter Luft über wärmerem Boden. Die
Luft wird dabei von unter her erwärmt und dadurch labil geschichtet, was zu einem
lebhaften, turbulenten Austausch mit höheren Luftschichten und in der Folge zu Schauer-
und Gewitterbildung führt. Umgekehrt kann eine Abkühlung in der Höhe zu ähnlichen
Effekten führen. Siehe Luftschichtung, Temperaturgradient.
- LABRADORSTROM
- Eine kalte südwärts gerichtete Meeresströmung vor der Nordostküste Nordamerikas, aus
dem Nordpolarmeer stammend und daher relativ salzarm; trifft bei den Neufundlandbänken
mit dem Golfsstrom zusammen und verursacht häufig sehr dichten Nebel
und begünstigt die Zyklonenbildung. In der Strömung südwärts driftende Eisberge bilden
eine Gefahr für die Schiffahrt.
- LAMINAR
- Eine laminare Stömung ist eine glatte, von Schwankungen (Turbulenzen) freie Strömung
bei meist schwachem Wind. Gegensatz: turbulent.
- LANDREGEN
- Langer anhaltender Regen, durch Aufgleiten
von warmer auf kühler Luft verursacht (Aufgleitniederschläge), in
der Regel an der Warmfront auftretend. Gegensatz: kurzzeitige
Regenschauer (in oder nach einer Kaltfront).
- LANDWIND
- Land- und Seewind treten tagesperiodisch auf. Ein in der Richtung wechselnder Wind, der bei Schönwetter nachts von dem sich abkühlenden Land nach dem
relativ warmen See, tagsüber von dem jetzt kühleren See nach dem (durch
Sonneneinstrahlung) wärmeren Land weht. Die Ursache sind Luftdruckunterschiede: Über dem
wärmeren Gebiet (geringere Dichte) fällt, über dem kühlerem Gebiet (größere Dichte)
steigt der Luftdruck. Der Ausgleich der Druckunterschiede läßt
eine Luftströmung enstehen: vom höheren zum tieferen Luftdruck.
- LATENTE WÄRME
- Für die Verdunstung von Wasser (desgleichen für das
Schmelzen von Eis) ist relativ viel Energie notwendig, ohne daß sich die Temperatur dabei erhöht. Die zugeführte Wärmeenergie
verschwindet anscheinend. Luft, die Wasserdampf
enthält, besitzt aus diesem Grund auch immer eine große Energiemenge, die sich aber
nicht in der Temperatur auswirkt und deshalb latent (verborgen) genannt wird. Der Strom
latenter Wärme ist somit eine Form des Transports von Wärmeenergie, der in der
Atmosphäre durch die vertikale Beförderung (Konvektion) von
Wasserdampf bewirkt wird. Diese Wärmeenergie wird bei der Kondensation
wieder frei. Der latente Wärmestrom ist ein wesentlicher Antriebsmotor für die
"Wettermaschine".
- LEE
- Ein der Seemannssprache entnommener Begriff für die dem Wind
abgewandte (windgeschützte) Seite eines Gebirges oder Hindernisses, im Gegensatz zum
"Luv", der dem Wind zugewandten (windoffenen) Seite.
- LEEWELLEN
- Im Lee eines Berges oder Gebirges bilden sich in der Luft
sog. stehende Wellen aus, die sich bis zur Tropopause und noch
in die Stratosphäre hinein fortsetzen und dort die Bildung von Perlmutterwolken bewirken
können. Leewellen entstehen durch ein nahezu senkrecht auf den Gebirgskamm auftreffende,
kräftige Luftströmung, die im Luv sog. Luvwirbel (bzw. eine
Föhnmauer) und im Lee in den unteren Luftschichten sog. Rotoren (Leewirbel) und darüber
stehende Wolken (die Lee- bzw. Föhnwellen bzw. Föhn-Linsen,
Lenticularis) bewirkt.
- LLJ
- Abk. für engl. "Low Level Jetstream". Unter bestimmten synoptischen
Bedingungen kann sich auch in tieferen Höhen eine jetähnliche Starkwindzone ausbilden,
die Geschwindigkeiten von 40-70 Knoten aufweist. Beobachtet zB im
Alpenvorland auf der Alpennordseite.
- LOSTAGE
- Tage des Jahres, deren Wetter nach der volkstümlichen
Überlieferung (Bauernregeln) einen Hinweis auf die zukünftige Witterung
(günstig oder ungünstig für den Beginn oder die Verrichtung bestimmter Arbeiten) geben
soll, z.B. Lichtmeß (2. Feb.), Siebenschläfer (27. Juni), Allerheiligen (1. Nov.).
- LUFT
- Das die Erde umgebende Gasgemisch, bestehend aus (Volumsprozente für trockene Luft) ca.
21% Sauerstoff, 78% Stickstoff, 0,9% Argon (Edelgas), 0,03% Kohlendioxid, sowie (für
feuchte Luft) im Mittel 2,6 Vol.-% Wasserdampf. Zahlreiche
weitere Gase nur in Spuren, zB Ozon.
- LUFTDRUCK
- Der Druck, den die Luft infolge der Schwerkraft auf eine Fläche
ausübt. Der Druck ist in der Physik als Kraft pro Fläche definiert. Eine gedachte
vertikale Luftsäule also, die vom Erdboden bis an den Rand der Atmosphäre reicht, übt
auf eine Einheitsfläche im Durchschnitt das Gewicht (die "Gewichtskraft") von
1013,2 Hectopascal (hPa) aus. 1 hPa = 100 Pascal (Pa); 1 Pa = 1
Newton/Quadratmeter. 1 Newton (N) ist die Kraft, die der Masse von 1 Kilogramm (kg) die
Beschleunigung von 1 Meter pro Sekundenquadrat erteilt. Der Luftdruck wird meist mit dem
Barometer gemessen, wobei oft noch veraltete Einheiten verwendet werden: 1 hPa = 1 Millibar = 0,75 Torr (= mm Hg oder Millimeter
Quecksilbersäule). Der Luftdruck beträgt im Meeresniveau durchschnittlich etwa 1013 hPa
= 760 Torr oder 760 mm Quecksilbersäule = 1 "Atmosphäre" (atm). Der Luftdruck
nimmt mit der Höhe alle 5 km auf etwa die Hälfte ab; er beträgt in 32 km Höhe nur mehr
1% und in 50 km nur mehr 1 %o (Promille) = 1 hPa. Die Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe
erfolgt also exponentiell und zwar nach der "barometrischen Höhenformel" umso
stärker, je niedriger die Lufttemperatur ist. Er schwankt
mit den Wettervorgängen im Meeresniveau etwa zwischen 985 und 1035 hPa (absolute
Extremwerte sind etwa 880 und 1080 hPa). Damit in der Wetterkarte
die wetterbedingten Unterschiede und nicht die Unterschiede infolge der unterschiedlichen
Höhenlage der Meßstationen zum Ausdruck kommen, muß der an der Station gemessene
Luftdruckwert auf Meeresniveau umgerechnet ("reduziert") werden, wobei noch die
aktuelle Lufttemperatur mitberücksichtigt wird (als "QFF" bezeichnet, noch aus
der Zeit des Morsefunks stammend). Ferner ist noch eine Umrechnung auf 0°C und die
Normalschwere (45°Breite) erforderlich. Umgekehrt kann die Abnahme des Luftdruckes mit
der Höhe (auf Meeresniveau etwa 12 hPa pro 100 m) zur barometrischen Höhenmessung
benutzt werden. Für den Luftverkehr ist neben dem (nach der
"Standardatmosphäre") auf Meeresniveau reduzierten Luftdruck ("QNH",
zur absoluten Höhenbestimmung) auch die Angabe des Luftdruckes in der Höhe des
Flugplatzes ("QFE") zur Messung der relativen Höhe über der Landepiste
wichtig. Die "baromentrische Höhenstufe" gibt die Höhe in Metern an, die einer
vertikalen Luftdruckabnahme von 1 hPa entspricht (im Meeresniveau 8m, in 5500m Höhe 16m).
Die räumliche Verteilung des Luftdrucks kann dargestellt werden: durch Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks in der Bodenwetterkarte), oder durch Isohypsen in der
Höhenwetterkarte, die die berechneten Höhenwerte einer bestimmten Druckfläche
miteinander verbinden; man unterscheidet absolute (Höhe über NN) und
relative Topografie (Abstand zweier Druckflächen). Die "relative Topografie"
ist eine wichtige synoptische Hilfe für die Wetteranalyse (Fronten); sie gibt Aufschluß über die durchschnittliche
Temperaturverteilung in der Schicht zwischen den beiden betrachteten Druckflächen (z.B.
850 und 500 hPa): Hochdruck liegt dort, wo die Luft warm ist; Tiefdruck dort, wo die Luft
kalt ist. Zwischen Gebieten verschieden hohen Luftdrucks treten entsprechend dem
Luftdruckgefälle Ausgleichsströmungen, Winde, auf, die in den bodennahen Schichten
(infolge der Bodenreibung) von Gebieten höheren Luftdrucks zu solchen tieferen Luftdrucks
wehen, in höheren Schichten jedoch normal zum sog. Druckgradienten. Als Druckgradient
wird die Abnahme des Luftdrucks auf einer bestimmten horizontalen Entfernung (111 km)
senkrecht zu den Isobaren (bzw. Isohypsen) bezeichnet. Je enger in einer Wetterkarte die
Isobaren (bzw. Isohypsen) liegen, umso größer sind die Luftdruckgradienten und folgliche
auch die Windgeschwindigkeiten. Siehe auch Höhenmesser.
- LUFTDRUCKTENDENZ
- Änderung des Luftdrucks in den letzten 3 Stunden vor der Beobachtung. In den
Wettermeldungen (SYNOPs) werden der Betrag der Luftdruckänderung und die Art
(gleichbleibend, fallend oder steigend) angegeben. Die Luftdrucktendenz wird in die Wetterkarte eingetragen und stellt einen wichtigen Parameter für
die Wetteranalyse und kurzfristige Wettervorhersage dar.
- LUFTFEUCHTIGKEIT
- Wasserdampfgehalt der Luft, angegeben als Dampfdruck
(in Hectopascal), als relative Feuchtigkeit (in Prozent),
absolute Feuchtigkeit (in Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter
Luft), als Mischungsverhältnis (in Gramm Wasserdampf pro Kilogramm trockener Luft),
spezifische Feuchtigkeit (in Gramm Wasserdampf pro Kilogramm feuchter Luft), als Taupunkt bzw. Taupunktsdifferenz (in Grad Celsius). Die Luft kann bei
einer bestimmten Temperatur nur eine bestimmte Menge Wasserdampf
aufnehmen ("Sättigung"); je höher die Temperatur der Luft, umso mehr
Wasserdampf kann sie aufnehmen. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100% ist die Luft
mit Wasserdampf gesättigt; überschüssiger Wasserdampf kondensiert zu Tröpfchen.
Absolut trockene Luft (0%) kommt selbst über Wüsten mit sehr tiefer Temperatur nicht
vor. Im Wetterdienst wird hauptsächlich der Taupunkt bzw. die
Taupunktsdifferenz als Maß für die Luftfeuchtigkeit verwendet.
- LUFTLOCH
- Irrtümliche Bezeichnung für Fallböen, die plötzlich kurzzeitige Höhenverluste eines
Flugzeuges um mehrere Meter verursachen können.
- LUFTMASSE
- Eine großräumige Luftmenge mit einheitlichen Eigenschaften, die sie erwirbt, wenn sie
längere Zeit über einem Gebiet der Erdoberfläche lagert (z.B. über der Arktis).
Typisch für eine Luftmasse ist ihre Einheitlichkeit bezüglich Temperatur,
Luftschichtung, Feuchtigkeit und
Beimengungen. Die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre setzt
dann die Luftmassen in Bewegung, wobei sie ihre ursprünglichen Eigenschaften weitgehend
beibehalten, erst nach längerem Weg tritt eine "Luftmassentransformation" bzw.
Luftmassenalterung" ein. Das Wetter in Mitteleuropa wird
allgemein von arktischen, gemäßigten und subtropischen Luftmassen bestimmt, wobei sie je
nach ihrem Weg noch in maritim und kontinental unterteilt werden. So unterscheidet sich
z.B. im Winter eine kontinentale arktische Luftmasse (extrem kalt und trocken, gute Sicht) wesentlich von einer maritimen subtropischen im Sommer (warm,
sehr feucht, schlechte Sicht). "Stoßen" unterschiedliche
Luftmassen zusammen, bildet sich eine sog. Frontalzone, an der
Tiefdruckgebiete und Fronten entstehen.
- LUFTSCHICHTUNG
- Für das Wettergeschehen ist die Schichtung der Luft von erheblicher
Bedeutung. Maßgebend dabei ist immer die in den einzelnen Luftschichten herrschende
Temperaturabnahme mit der Höhe. In einer stabilen Luftschicht herrscht eine
Temperaturabnahme von weniger als 1°C pro 100m. In einer labilen Luftschicht nimmt
dagegen die Temperatur um mehr als 1°C pro 100m ab. Und in
einer als indifferent bezeichneten Luftschicht beträgt die Temperaturänderung genau 1°C
pro 100m. Entscheidend ist ferner, ob die Temperaturabnahme mit der Höhe im wolkenfreien
Raum oder in Wolkenluft erfolgt. Wird durch Sonneneinstrahlung die Bodenluftschicht stark
erwärmt, werden warme Luftteilchen - weil spezifisch leichter geworden - nach oben
steigen. Sie werden aber nur so lange ihren Aufstieg fortsetzen bis sie - inzwischen
selbst (adiabatisch) abgekühlt - in eine Umgebung gelangen,
die der eigenen Temperatur entspricht. Sie sinken wieder ab, wenn sie bereits kühler als
ihre Umgebung geworden sind. Je nach dem Ausmaß der Stabilität kommt es hierbei zu
leichter oder überhaupt keiner Ausbildung von Wolken. Gelangt
jedoch aufsteigende warme Luft in eine Schicht, die wesentlich kälter ist (wenn also der
vertikale Temperaturgradient größer als 1 Grad ist), steigt die warme Luft unentwegt
weiter aufwärts. Bei einer solchen labilen Luftschichtung kommt es recht bald zur
Ausbildung von Wolken und je nach Ausmaß der Labilität (Instabilität) zu meist
schauerartigen Niederschlägen und Gewittern. Siehe auch Temperaturgradient.
- LUFTTEMPERATUR
- Temperatur, die ein von Luft umströmtes, gegen Strahlung
geschütztes Thermometer (in der "Wetterhütte" ) in 2 m Höhe (über Rasen)
anzeigt. Die Luft wird im wesentlichen durch die Wärmeabgabe der Erdoberfläche erwärmt.
Die Temperatur der Luft soll unter Ausschaltung jeglicher Strahlungseinflüsse gemessen
werden ("Schattentemperatur"). Ein der Sonne
ungeschützt ausgesetztes Thermometer mißt nicht die Temperatur der Luft, sondern die
Temperatur des von der Sonne aufgeheizten Thermometers. Die mittlere Lufttemperatur an der
Erdoberfläche beträgt etwa +15°C. In der Antarktis wurden bereits Temperaturen von
-88°C registriert. Maximale Werte bis zu +55°C wurden gemessen in Arabien, in der
Sahara, in Arizona und in Zentralasien. Mit der Höhe nimmt die Lufttemperatur i.a. um
rund 0,6°/100m ab.
- LUFTWOGEN
- An der Grenzfläche zweier Luftschichten verschiedener Dichte (Inversion)
entstehen fortschreitende Wellen, deren Anregung durch Windstöße erfolgt (analog den
Schwerewellen an einer Wasseroberfläche). Luftwogen haben aber wegen der geringeren
Dichteunterschiede in der Luft viel größere Wellenlängen (bis um
1000m und mehr). Ihre Streichrichtung erfolgt senkrecht zur Windrichtung , oft an der
Bildung von Wolken erkennbar, die in den Wogenkämmen entstehen und
sich in den Wogentälern auflösen.
- LUV
- Bezeichnung für die dem Wind zugewandte Seite eines Gebirges, die
allgemein reichliche Wolkenbildung und Niederschläge aufweist. Gegensatz: Wolkenarmut auf
der im "Lee" liegenden Gebirgsseite.
- MASKIERTE KALTFRONT
- Eine Kaltfront, hinter der in Bodennähe Erwärmung eintritt,
weil vorher eine Bodeninversion mit meist Minustemperaturen,
verursacht durch Ausstrahlung, vorhanden war. In der Höhe ist
aber diese Kaltfront mit Temperaturrückgang verbunden. Meist mit gefrierendem Regen und Glatteis verbunden!
- MERIDIONAL
- Bei einer meridionalen Wetterlage verlaufen die Isobaren überwiegend in nord-südlicher Richtung (und somit auch die
Luftströmung). Gegensatz: zonale Wetterlage, bei der sich die Isobaren in west-östlicher
Richtung erstrecken.
- METAR
- Meldung über eine meist halbstündig erstellte Flugwetterbeobachtung mit Angaben über
die für die Luftfahrt signifikanten Wetterelemente: Bodenwind, Bodensicht, Wettererscheinungen, Wolken (Untergrenzen), Temperatur, Taupunkt, Luftdruck (QNH), Hinweise auf Windscherung, signifikante Änderungen in den nächsten 2 Stunden
(TREND).
- METEOROLOGIE
- Meteorologie und ihre Geschichte. Die Bezeichnung Meteorologie (Lehre von den
physikalischen Erscheinungen und Vorgängen in der Lufthülle der Erde) geht auf den
griechischen Philosophen Aristoteles (384-322 v.Ch.) zurück. Als philosophischer
Grundsatz galt im alten Griechenland: "Die Natur würfelt nicht". Nicht der
Zufall, sondern Gesetzmäßigkeiten sind es, die die Natur beherrschen, nach denen auch
die Vorgänge in der Atmosphäre ablaufen. Wetterbeobachtungen haben die Völker der Erde
zu allen Zeiten gemacht. Dabei wurden vor allem regionale Erfahrungen gesammelt, die sich
bis heute als Volksweisheiten (Bauernregeln, Lostage) erhalten
haben. Vom 14. auf das 15. Jahrhundert beginnen regelmäßige tägliche
Wetteraufzeichnungen in Europa über längere Zeit. Den Beginn der wissenschaftlichen Wetterkunde ermöglichte erst die Erfindung des Barometers
(Torricelli 1643) und des Thermometers (erstes geeichtes Thermometer: Fahrenheit 1714 ).
Der Zusammenhang zwischen Luftdruck und Witterung
wird Mitte des 17. Jahrhunderts von mehreren Naturforschern vermutet. 1660 sagt Otto von
Guericke erstmals aus Barometerbeobachtungen Unwetter voraus. Regelmäßige Meßreihen
begannen im 18. Jahrhundert: 1775 in Österreich, 1780 Ephemeriden mit Wetterberichten
zahlreicher europäischer Stationen, 1781 Hoher Peißenberg (988m) in Oberbayern als
älteste Bergwetterstation der Welt. 1820 fertigte der deutsche Astronom und Physiker
Heinrich Wilhelm Brandes (1777-1834) die erste synoptische Wetterkarte
(im Nachhinein) an. Erst die Erfindung des Telegraphen (S. Morse 1837) ermöglichte die
rasche Übermittlung von Beobachtungsergebnissen und erlaubte, aktuelle Wetterkarten zu
zeichnen. 1848 erster telegrafischer Wetterbericht in der Londoner "Daily News".
1851 wird die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien gegründet. 1854
Vernichtung der französischen Kriegsflotte durch einen Sturm
während des Krimkrieges; man erkannte, daß es mit einer Wetterkarte möglich ist,
rechtzeitig vor Unwetter zu warnen bzw. überhaupt das Wetter
vorhersagen zu können. 1855 Frankreich: Ausgabe täglicher Wetterkarten.1865 entstand
nach einer Studie des französischen Astronomen Leverrier der erste Wetterdienst in Frankreich. Am 1. Juli 1865 wurde die erste
österreichische Wetterkarte gezeichnet. 1868 Helmholtz: hydrodynamische Gleichungen der
Physik auch als Lösung meteorologischer Probleme anwendbar. 1871 wird die Deutsche
Seewetterwarte in Hamburg gegründet. Schon frühzeitig entwickelte sich in Bezug auf den
Austausch von Wetterbeobachtungen eine internationale Zusammenarbeit: 1873 Gründung der
"Internationalen Meteorologischen Organisation" (IMO) anläßlich des
Internationalen Kongresses der Meteorologen in Wien. 1904 Bjerknes V.: Für eine
numerische Prognose ist eine genaue Kenntnis vom atmosphärischen Anfangszustand und von
den physikalischen Gesetzmäßigkeiten in der Atmosphäre erforderlich. 1905 führte N.
Ekholm die Isallobaren ein. Im Ersten Weltkrieg: Entstehung des Flugwetterdienstes. Um
1920 physikalische Deutung wichtiger Vorgänge (wie Luftmassengrenzen, Zyklonenbildung) in
der Atmosphäre durch die "Bergener Schule", auf Arbeiten des Österreichers
Margules aufbauend. 1920 Richardson: Versuch einer ersten mathematischen
Prognosenberechnung von Hand (benötigte 5 Jahre!). 1921 Errichtung der ersten
Flugwetterwarte Mitteleuropas in Nürnberg. Zweiter Weltkrieg: Radiosonden, Wetterradar, Strahlstrom wird entdeckt.
1950 Charney, Fjortoft und v. Neumann: Mit Hilfe der ersten elektronischen Schnellrechner
gelingt die Erstellung einer numerischen Wettervorhersage
innerhalb von 24 Stunden auf der Basis eines (relativ einfachen)
physikalisch-mathematischen Modells der Atmosphäre. 1951: Die Aufgaben der IMO übernimmt
die "Meteorologische Weltorganisation" (World Meteorological Organization, WMO), eine Fachorganisation der Vereinten
Nationen mit Sitz in Genf. 1. April 1960: Start des ersten (amerikanischen) Wettersatelliten (TIROS) auf eine Polumlaufbahn.1977 wird das
"Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen" in Reading bei
London gegründet und der erste europäische Wettersatellit, der geostationäre Meteosat, gestartet.
- METEOROLOGISCHE NAVIGATION
- Flugzeuge fliegen ihr Ziel nicht auf dem kürzesten Weg an, sondern auf der Route mit
der kürzesten Flugzeit je nach den vorhergesagten Höhenwindverhältnissen. So werden bei
Flügen von Europa nach Amerika die Jet-Stream-Zonen umgangen, weil dort Gegenwinde mit
Geschwindigkeiten bis zu 500 km/h auftreten. Umgekehrt läßt sich die Flugzeit wesentlich
verkürzen, wenn man mit dem Jet-Stream fliegt, wobei aber Turbulenzzonen vermieden werden
sollen. Durch die kurzfristige Vorhersage über den Höhenwind läßt sich nach geeigneter
Wahl der Flugfläche und Flugstrecke viel Treibstoff einsparen.
- METEOSAT
- Europäischer Wettersatellit, der zu einem weltumspannenden Wettersatelliten-System
gehört und am Schnittpunkt von Äquator und Null-Meridian (über dem Golf von Guinea) in
36 000km Höhe stationiert ist und die gleiche Umdrehungsgeschwindigkeit wie die Erde hat.
Meteosat sendet halbstündlich im sichtbaren und infraroten Wellenlängenbereich Bilder
zur Erde und ermöglicht die ständige Überwachung von etwa 60 Grad Nord bis 60 Grad Süd
und von 60 Grad West bis 60 Grad Ost (fast ganz Europa und den Nordatlantik sowie ganz
Afrika). Zusätzlich lassen sich aus den Infrarot-Daten die Temperaturen der
Erdoberfläche, der Wasseroberflächen und auch der Wolkenoberflächen bestimmen. Mit
ihrer Hilfe kann die vertikale Mächtigkeit der Wolken abgeschätzt,
sowie die Windgeschwindigkeit in verschiedenen Luftschichten aus den Wolkenbewegungen
ermittelt werden. Weiters verbreitet Meteosat als Relais-Station aufbereitete Bilder und
andere Wetterinformationen. Der erste Meteosat (von der Europäischen Weltraumorganisation
ESA entwickelt) wurde am 23. Nov. 1977 gestartet. Die Höhe seiner Flugbahn beträgt genau
35 870km, die Umlaufzeit des Satelliten ist somit genau identisch mit einer Erdumdrehung,
nämlich 23 Stunden und 56 Minuten (1 Sterntag). Da die Satellitenbahn in der
Äquatorebene der Erde liegt, gewinnt ein Beobachter auf der Erdoberfläche den Eindruck,
der Satellit steht am Himmel still, d.h. er ist
"geostationär". Ein geostationärer Satellit kann etwa ein Viertel der
Erdoberfläche überwachen (ohne Überschneidungen). Ein System von 5 geostationären
Satelliten kann somit die gesamte Erdoberfläche bis etwa 60° nördliche und südliche
Breite kontinuierlich beobachten. Die Polgebiete können von sog. sonnensynchronen
Satelliten überwacht werden (auf polnaher Umlaufbahn in etwa 700-1500km Höhe). Aus der
ESA hervorgegangen ist eine eigene Organisation für die europäischen Wettersatelliten in
Darmstadt: EUMETSAT (European Organisation for the Exploitation of Meteorological
Satellites).
- MILLIBAR
- Veraltete Druckeinheit in der Meteorologie, heute Hektopascal.
1 mb = 1 hPa.
- MILLIMETER
- Millimeter Quecksilbersäule (abgekürzt mm Hg) ist der am Quecksilberbarometer
abgelesene Wert, der in das Maß für den Luftdruck umgerechnet
wird: 750 mm Hg = 1000 hPa.
- MINDESTSEKTORFLUGHÖHE
- Siehe Sektor-Mindestflughöhe.
- MINIMUM TIME TRACK
- Siehe Flugweg.
- MISTRAL
- Rauher, meist trockener und kalter, aus nördlichen Richtungen wehender Fallwind in Südfrankreich (Rhonetal, Provence), der durch die
Düsenwirkung des Rhonetales verstärkt wird und häufig v.a. im Winter und Frühjahr als Sturm auftritt. Entsteht, wenn ein Tief vom Atlantik
nach Nordeuropa zieht und an der Rückseite unter steigendem Luftdruck
der Kaltluft der Weg nach Süden durch die Alpen und das Zentralmassiv versperrt wird. Als
einziger freier Durchgang verbleibt das Tal der Rhone.
- MONSUN
- Großräumige, im Prinzip dem Land- und Seewind ähnliche
Luftströmung, die jahreszeitlich in ihrer Richtung wechselt. Auch hier sind
Luftdruckunterschiede die Ursache, wobei der Sommermonsun vom kühlen Meer (mit hohem Luftdruck) nach dem wärmeren Land (mit niedrigem Luftdruck) weht,
während der Wintermonsun vom kalten Festland nach dem jetzt wärmeren Meer weht. Am
bekanntesten ist der indische Sommermonsun, weil er feuchtigkeitsgeladen (vom Meer her)
nach dem Land weht und in den indischen Bergländern zu Niederschlägen von meist
gewaltigem Ausmaß führt.
- NN
- Abkürzung für "Normal Null" bei Höhenangaben.
- NACHTFROST
- Absinken der Temperatur in 2 m Höhe
unter 0°C durch nächtliche Ausstrahlung bei wolkenlosem Himmel und in windgeschützten Lagen, gefürchtet im Frühjahr
vom Wein- und Gartenbau.
- NAUTISCHE MEILE
- Siehe Seemeile.
- NEBEL
- Eine am Boden aufliegende Wolke aus kleinen Wassertröpfchen (Druchmesser unter 0,12mm)
mit Sichweite unter 1 km. Nebel entsteht, wenn sich feuchte Luft, die
auch ausreichend Kondensationskerne enthält, unter den Taupunkt abkühlt, also mit Wasserdampf
gesättigt ist. Der stärkste Temperaturrückgang setzt am Abend unmittelbar über dem
Erdboden ein, sodaß auch hier bei klarem Himmel die Nebelbildung
meist erfolgt. Mit zunehmender nächtlicher Ausstrahlung
wächst der Bodennebel nach oben an. Strahlungs-Hochnebel bildet
sich an der Obergrenze einer Dunstschicht und kann sich mit zunehmender Abkühlung bis zum
Boden herabsenken. Allgemein kann man nach der Ursache der Abkühlung folgende Nebelarten
unterscheiden: Strahlungsnebel entsteht in klaren (trockenen) und windschwachen Nächten,
wenn infolge der ungehinderten Wärmeausstrahlung die bodennahe Luftschicht unter den
Taupunkt abkühlt. Die Bildung flacher, am Erdboden aufliegender Bodennebel wird
begünstigt durch feuchte Böden (Wiesen, Sümpfe) oder Wasserflächen, wo in
Strahlungsnächten eine zusätzliche Abkühlung durch Verdunstung
auftritt. Mischungsnebel entsteht durch Mischung verschiedener Luftmassen, z.B. wenn im
Winter relativ warme, feuchte Meeresluft auf das Festland strömt, sich mit der dort
lagernden Kaltluft mischt und dadurch unter den Taupunkt abkühlt. Advektionsnebel bildet
sich, wenn warme und feuchte Luft über eine kalte Unterlage strömt, und dadurch bis zum
Taupunkt abgekühlt wir. Dazu gehören die berüchtigten Neufundlandnebel, die entstehen,
wenn feuchtwarme (subtropische) Luft aus dem Gebiet des Golfstroms über das kalte Wasser
des Labradorstromes geführt wird. Über warmen Küsten, vor denen kalte Meeresströmungen
vorbeiziehen, treten ebenfalls Advektionsnebel auf, z.B. in Kalifornien (San Franzisko),
an der Westküste Südamerikas und Afrikas. Streicht umgekehrt sehr kalte Luft über eine
warme Wasseroberfläche, entsteht durch Verdunstung, also Feuchteanreicherung, ein sog.
"Dampfnebel" ("Rauchen der Wasseroberfläche"). Zu beobachten auch im
Herbst über warmen Seen, oder wenn feuchtmilde Luft über eine Schneedecke streicht.
Siehe Bodennebel, Strahlugsnebel,
Talnebel.
- NIEDERSCHLAG
- Entsteht durch verschiedene, teils noch nicht gänzlich erforschte Prozesse, bei denen
kleine schwebende Wolkentröpfchen zu große Tropfen anwachsen, aus der Wolke ausfallen
und den Erdboden erreichen. In unseren Breiten erfolgt die Bildung meist über die
Eisphase in sog. Mischwolken, d.h., wenn Eisnadeln oder Schneekristalle durch eine
unterkühlte Wasserwolke fallen, und durch Anfrieren von unterkühlten Wassertröpfchen
weiter anwachsen. In reinen Wasserwolken (Tropen)
entsteht Niederschlag hingegen dadurch, daß verschieden große Wolkentröpfchen
zusammenstoßen, solange bis sich genügend große Tropfen bilden, die auch den Erdboden
erreichen. Der Niederschlag kann in verschiedener Form aus der Wolke fallen: Regen, Nieseln, Schnee,
Graupel oder Hagel.
- NIESELN
- Sehr feiner Regen aus Stratus-Wolken (Sprühregen); Durchmesser der Tröpfchen kleiner als 0,5 mm.
- NIMBOSTRATUS
- Dichte, dunkle Wolkenschicht, aus der anhaltend Regen fällt,
Position der Sonne nicht erkennbar; oft mit Wolkenfetzen (Stratus)
darunter. Tritt meist bei Warmfronten auf.
- NIÑO, EL-
- Umkehr der Meers- und Luftströmung im südl. Pazifik, tritt etwa alle 3-5 Jahre auf und
setzt um die Weihnachtszeit ein, daher der Name "El Niño", das Kind, gemeint
ist "das Christkind". Dieser Vorgang hält einige Monate an und verursacht
massive Wetteränderungen nicht nur im Südpazifik, sondern auch in
weit entlegenen Teilen der Erde, wie jüngste Forschungsergebnisse vermuten lassen. In dem
normalerweise trockenen Bereich der südamerikanischen Westküste (Peru) bringt El Niño
schwere Gewitter und Überschwemmungen, im Osten Australiens
Dürre. Vor der Küste Perus verschwindet durch die Umkehr der Meeresströmung das sonst
kalte nährstoffreiche Auftriebswasser des Humboldt-Stromes, was ein verbreitetes
Fischsterben zur Folge hat. Ursache ist ein Warmwasservorstoß vom Äquator über das
kalte Wasser des Humboldt-Stromes. Dürreperioden im Osten Brasiliens und in Südafrika
treten auffallend meist in El-Niño-Jahren auf. Auch der Monsun im
Arabischen Meer ändert in diesen Jahren sein Verhalten. Im Nahen Osten zeigen
Klimabeobachtungen eindeutig, daß mehrjährige Dürreperioden auftreten, wenn es keine
Strömungsumkehr im Südpazifik gegeben hat; in El-Niño-Jahren treten jedoch Regenfälle
auf; zuletzt gab es Anfang 1992 die schwersten Regenfälle des Jahrhunderts in Israel, zu
einer Zeit als auch El Niño aktiv war. Die meteorologischen Zusammenhänge sind zwar noch
weitgehend unklar; eine Vorhersage des El Niño für mehrere Monate im voraus erscheint
jedoch anhand verschiedener meteorologischer Daten möglich.
- NORDFÖHN
- Der von Norden her wehende Föhn auf der Südseite der Alpen; allgemein weniger deutlich
ausgeprägt als der Südföhn, der auf der Alpennordseite von Süden her wehende Föhn.
Innsbruck hat an nur durchschnittlich drei Tagen pro Jahr Nordföhn, dagegen an 53 Tagen
Südföhn.
- NOWCASTING
- Siehe Kurzfristvorhersage.
- NUMERISCHE WETTERVORHERSAGE
- ("Computervorhersage"). Vorhersage des Wetters mit Hilfe mathematischer
Gleichungen. Da die physikalischen Prozesse gesetzmäßig ablaufen, ist es möglich, auch
für die Wettervorhersage Gleichungen aufzustellen. Die
früher unlösbar erscheinende Integration dieser meteorologischen Grundgleichungen ist
heute durch Großrechenanlagen möglich geworden und gestattet auch ökonomische
Rechenzeiten. Die meteorologischen Prozesse und Bewegungsvorgänge werden physikalisch
durch 7 Größen bestimmt: Luftdruck, Lufttemperatur,
Wind (als dreidimensionaler Vektor), Feuchtigkeit
und Dichte. Um diese Zustandsgrößen für jeden Ort und für jeden Zeitpunkt
voherzusagen, braucht man entsprechend viele Gleichungen (3 Bewegungsgleichungen,
Kontinuitätsgleichung, 1. Hauptsatz der Wärmelehre = Energieerhaltungssatz der
Gasdynamik, Gasgleichung, Wasserdampfbilanzgleichung). Diese müssen (in einem aufwendigen
Verfahren) noch auf die atmosphärischen Bedingungen (einschließlich Randprobleme an der
Erdoberfläche) anwendbar gemacht werden. Zahlreiche Vereinfachungen müssen vorgenommen
werden. Für die Berechnung einer 24-stündigen Vorhersage bedarf es z.B. etwa 7
Milliarden Grundrechnungen. Besonders gute Ergebnisse liefern die numerischen Verfahren
bei der Vorhersage von Stromfeldern in der freien Atmosphäre (Höhenströmung). Die
moderne Wettervorhersage ist stets eine Synthese aus Synoptik und
Mathematik, Erfahrung und Theorie, da die Vorgänge insgesamt, die das Wettergeschehen
beeinflussen, sehr komplex sind. Trotz steigendem technischen Aufwand beträgt das Plus an
Prognosenerfolg immer nur einige Prozent. Die Erfolgsquote ist je nach Aufgabenstellung
85-90 Prozent. Eine 100-prozentig sichere Wetterprognose ist nach dem heutigen Stand der
Erkenntnisse utopisch. Im Wetterdienst hauptsächlich
verwendet werden heute die numerischen Vorhersagekarten des 1977 gegründeten
"Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen" (ECMWF) in
Reading bei London.
- OKKLUSION
- Vereinigung einer Kaltfront mit einer Warmfront,
wobei die schneller ziehende Kaltfront die vorangehende Warmfront einholt. Der zwischen
den Fronten liegende "Warmsektor"
wird dabei immer mehr eingeschnürt und die Warmluft schließlich vom Boden abgehoben. Der
sogenannte "Okklusionspunkt" ist auf der Wetterkarte
die Gabelungsstelle nahe dem Zentrum des Tiefs (meist verbunden mit dem stärksten
Druckfall).
- ORKAN
- Windstärke 12 nach der Beaufort-Skala. Windgeschwindigkeit von über 118 km/h = 32,7
m/s = 64 Knoten. Tritt in den gemäßigten Breiten relativ selten
auf (meist in den Übergangsjahreszeiten). Orkane sind über dem Meer häufiger als über
dem Festland. Im Südpazifik ("Südsee") Bezeichnung für den tropischen Wirbelsturm. Der bisher stärkste Orkan soll mit 284 km/h auf Guam
(im westlichen Pazifik) beobachtet worden sein.
- OZONLOCH
- Während das bodennahe Ozon durch menschliche Aktivitäten zunimmt, nimmt das
stratosphärische Ozon ab. Diese Abnahme wird insbesondere durch den Ozonkiller
Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) hervorgerufen. Entdeckt wurde das Ozonloch erstmals
1985 von amerikanischen Wissenschaftlern über der Antarktis. Das Ozonloch ist in
Wirklichkeit kein reeles Loch in der Ozonschicht, es ist ein
Gebiet mit deutlich verringertem Ozongehalt. Es ist auch nicht ununterbrochen vorhanden,
kehrt aber regelmäßig im antarktischen Frühjahr wieder.Tritt auch bereits zeitweise
über der Arktis auf. Das stratosphärische Ozon hat aber für das Leben auf der Erde
grundlegende Bedeutung. Es absorbiert die kurzwellige UV-Strahlung der Sonne und läßt
sie nur in sehr geringer Dosis zur Erdoberfläche durchdringen. Trifft diese Strahlung auf lebende Zellen, so werden sie zerstört (im
harmloseren Fall: Sonnenbrand). Beim Fliegen mit Drachen, Gleitschirmen und
Ultraleichtflugzeugen sowie beim Fahren mit Ballonen sind vor allem Gesicht und Hände
einer erhöhten UV-Strahlung und damit einem größeren Hautkrebsrisiko ausgesetzt. Durch
den kühlenden Wind wird die Sonneneinstrahlung sogar noch als
angenehm empfunden und ein Sonnenbrand oft zu spät bemerkt.
- OZONSCHICHT
- Teil der Stratosphäre in 20-30 km Höhe mit hohem Ozonanteil; Ozon wird gebildet aus
Sauerstoff unter Einwirkung ultravioletter Strahlung, aber
zerstört durch Treibgase und Stickoxide. Siehe Ozonloch.
- PASCAL
- Druckeinheit in der Meteorologie ab 1.1.1984 (nach Blaise Pascal, 1623-1662, französ.
Philosoph, Mathematiker und Physiker). 1 Hektopascal (hPa) = 1 Millibar (mbar oder mb).
- PASSAT
- Beständiger, auf beiden Erdhalbkugeln das ganze Jahr hindurch auftretender Wind, der vom Hochdruckgürtel der Subtropen zum
Äquator weht. Durch die Erdrotation und Bodenreibung wird der Wind jedoch abgelenkt,
sodaß er auf der Nordhalbkugel als Nordostpassat, auf der Südhalbkugel als Südostpassat
auftritt. Der Wind reicht bis etwa 2 km Höhe, darüber liegt die Passat-Inversion, an der sich flache Cumulus-Wolken bilden. Der Passat ist ein Teil des allgemeinen globalen
Zirkulationssystems, über dem Meer besonders deutlich ausgeprägt.
- PISTENSICHTWEITE
- engl. "Runway Visual Range", abgek. RVR. An größeren Flughäfen wird neben
der meteorologischen Horizontalsicht eine spezielle Sichtweite
entlang der Start- und Landebahn bestimmt. Sie wird angegeben, wenn die meteorologische Sicht und/oder die Landebahnsicht geringer als 1500 m ist. Die RVR wird
mit speziellen Sichtmeßgeräten (Transmissiometer) gemessen, die entlang der Piste
aufgestellt sind (meist drei Geräte pro Piste). Dabei wird die Lichtdurchlässigkeit der Luft zwischen einer Lichtquelle und einer photoelektrischen Zelle
gemessen. Die Meßbasis liegt in etwa 2,5 m über Grund, die Meßstrecke beträgt je nach
Anlage 15 bis 75 m. Im Meßwert werden auch die Umfeldhelligkeit und der eigentlich
benötigte "Blick aus der Pilotenkanzel" (Schrägsicht) nach Möglichkeit
berücksichtigt. Die Pistensichtweiten bilden zusammen mit den Wolkenuntergrenzen
(Vertikalsicht) die Flughafenminima oder Wetterminima, die durch die Flughafen- und
Flugsicherungsbehörde festgelegt und vorgeschrieben werden. Diese Werte sind in den
nationalen Luftfahrthandbüchern (AIP, Aeronautical Information Publication) enthalten.
Siehe Wetterminima.
- POLARFRONT
- Ältere Bezeichnung (aus der "Polarfronttheorie") für die Grenzfläche
zwischen polarer Kaltluft und gemäßigter oder subtropischer Warmluft; heute im Begriff
"Frontalzone", an der sich die Tiefdruckwirbel
(Zyklonen) bilden, aufgegangen.
- POLARLUFT
- Im Polargebiet entstehende sehr kalte Luftmasse, die mit einer
nördlichen Luftströmung in Mitteleuropa zu Kälteeinbrüchen führt, bei gleichzeitigem
Tiefdruckeinfluß mit Schnee- oder Regenschauern und starken
Windböen verbunden.
- QUELLUNGEN
- Typische Wolken vom Cumulus-Typ, die bei
instabiler Schichtung der Atmosphäre entstehen. Das
Emporschießen von Wolkenteilchen infolge der aufwärtsgerichteten Luftbewegung (Thermik, Turbulenz) erzeugt das typisch
"blumenkohlartige" Aussehen der Cumulus-Wolken.
- QUELLWOLKEN
- Wolken mit vorherrschender vertikaler Erstreckung, deren
Mächtigkeit von der Temperaturschichtung der Luft und der
freiwerdenden Kondensationswärme abhängt (labile Schichtung).
Sie reichen von den kleineren Cumulus- bis zu den an die Tropopause reichenden Cumulonimbus-Wolken:
Cumulus humilis, mediocris und congestus; Cumulonimbus calvus und capillatus, mit
"Amboß" Cumulonimbus incus.
- RADAR
- Siehe Wetterradar.
- RADARECHOS
- Die Intensität der Wetterradarechos ist nach der sog. "Radargleichung"
proportional der Niederschlagsintensität und umgekehrt proportional der Entfernung des
Niederschlagsgebietes. In die Gleichung gehen noch die Gerätekonstante, zB die Stärke
des ausgesandten Impulses, die verwendete Wellenlänge (zwischen 3 und 10 cm) sowie ein
mittlerer Wert für die Rückstreueigenschaft der Regentropfen, Schneekristalle und
Eiskörner in der jeweiligen Klimaregion ein. Die Niederschlagsintensitäten werden in
logarithmisch ansteigende Bereiche gegliedert: kleine Stufen für schwache, große Stufen
für starke Intensitäten. Besonders deutlich sind konvektive Zellen (CB) am Radar erkennbar infolge der größeren Tropfen (bis zu
Hagelkörnern) und der kreisförmigen Wolkenstruktur (Draufsicht) sowie ihres meist
isolierten Auftretens. Sog. Flächenniederschlag besteht aus meist kleinen
Tröpfchengrößen und kann den ganzen Radarbereich ausfüllen, allerdings sind der
Reichweite des Radarstrahls durch die Ausbreitungsdämpfung Grenzen gesetzt. Weiter
entfernte Echos werden durch die Entfernungsdämpfung nicht in ihrer tatsächlichen
Intensität wiedergegeben. Höher gelegene Stationen erfassen natürlich keine
Niederschlagsgebiete oder Gewitterwolken, die sich unterhalb der Stationshöhe befinden.
Ferner werden infolge der Krümmung der Erdoberfläche bei weit entfernten Gewitterwolken
nur deren obere Teile vom Radarstrahl ("Radarhorizont") erfasst. Auch die
atmosphärische Brechung des Radarstrahls muß natürlich berücksichtigt werden,
kompensiert aber erfreulicher Weise zum Teil den nachteiligen Effekt der Erdkrümmung. Bei
der Interpretation von Radarbildern ist also Vorsicht geboten.
- RADIOSONDE
- Meßgerät der Aerologie, das an einen Ballon
befestigt, beim Austieg mit einer Steiggeschwindigkeit von 300m pro Minute bis ca. 30km
Höhe fortlaufend Luftdruck, Temperatur
und Feuchtigkeit über einen eingebauten Kurzwellensender zur
Bodenstation übermittelt. Dabei entsteht ein genaues Bild über den momentanen Zustand
der einzelnen Luftschichten. Der Ballon trägt ferner einen Reflektor aus Metallfolie, der
die Radarstrahlen reflektiert. Aus der dann mittels Radar gemessenen Windversetzung der
Radiosonde können die Richtung und die Geschwindigkeit der Höhenwinde der betreffenden
Luftschicht berechnet werden.
- RAUHNÄCHTE
- Auch Zwölf-Nächte genannt; Zeit zwischen Thomastag (21. Dez.) und Heiligen
Dreikönigstag (6. Jän.). Der Glaube, daß das Wetter dieser 12
Nächte ein Abbild der folgenden 12 Monate sei, findet meteorologisch keine Stütze.
- RAUHREIF
- Kristalline, weißlich-lockere Eisablagerung (dem Reif ähnlich) von
unterkühlten Nebeltröpfchen an Bäumen und Sträuchern sowie festen Gegenständen.
- REGEN
- Niederschlag in flüssiger Form, der dadurch entsteht, daß
kleine schwebende Wolkentröpfchen zu größeren Tröpfchen anwachsen, die von der
Luftströmung nicht mehr getragen werden können, aus der Wolke fallen und den Erdboden
erreichen. Der gewöhnliche großtropfige Regen ("Landregen")
besteht aus vielen Tropfen von mindestens 0,5 mm Durchmesser (Fallgeschwindigkeit von mehr
als 3m/s), tritt im Frontbereich auf und dauert mehrere Stunden, manchmal auch über einen
Tag. Nieselregen mit Tröpfchen unter 0,5 mm Durchmesser und weniger fällt meist aus Nebel oder Hochnebel (Stratus)
mit einer Fallgeschwindigkeit von weniger als 3 m/s. Regenschauer bestehen aus großen
Regentropfen, die aus hochreichenden Quellwolken fallen und von
kurzer Dauer sind. Im Wolkenbruch, einem kurzen,
außerordentlich starken Regenschauer, treten Tröpfchen von 8 mm Durchmesser auf, die
Fallgeschwindigkeit beträgt 8 m/s. Unterkühlter Regen besteht aus kleinen
Wassertröpfchen, die trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt noch flüssig sind, aber
beim geringsten Anstoß sofort Gefrieren und zur Bildung von Glatteis
führen; diese sind auch die Ursache für die Flugzeugvereisung.
- REIBUNGSSCHICHT
- Die unteren 1000 m der Atmosphäre, in der sich die Rauhigkeit der Erdoberfläche
(Berge, Wälder) auf die Luftströmung auswirkt.
- REIF
- Kühlt sich die Erdoberfläche z.B. durch nächtliche Ausstrahlung
unter 0°C ab, sublimiert der Wasserdampf der Luft
am Erdboden oder an Gegenständen, indem sich schuppen- oder nadelförmige weiße
Eiskristalle anlagern.
- REIFGRAUPEL
- Niederschlag in Form undurchsichtiger, weißer, runder
Körner von schneeähnlicher Struktur (zusammendrückbar), springen auf harter Unterlage
auf und zerfallen oft; tritt auf vor bzw. mit einem Schneefall und um 0°C (Aprilschauer).
- RELATIVE FEUCHTE
- Verhältnis der in der Luft befindlichen Wasserdampfmenge zur
maximal möglichen; abhängig von der Temperatur. Wärmere Luft
kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kältere. Angabe in
Prozent; normal feuchte Luft hat 50-60%.
- ROßBREITEN
- Windschwache Zonen des subtropischen Hochdruckgürtels. Auf der Nordhalbkugel gehört
das Azorenhoch dazu, das für das Wetter
in Mitteleuropa eine wichtige Rolle spielt.
- ROTOR
- Bezeichnung für einen sich auf der Leeseite von Gebirgen ausbildenden ortsfesten
Luftwirbel mit horizontaler Drehachse. Die parallel zur Gebirgskette verlaufenden Rotoren
sind häufig an ebenfalls ortsfesten Cumulus-Wolken
zu erkennen, in denen heftige Rotationsbewegungen stattfinden. Die dabei auftretende
außergewöhnlich heftige Turbulenz stellt eine besondere
Gefahrenzone für Luftfahrzeuge dar.
- RÜCKSEITENWETTER
- Nach Durchzug eines Tiefs folgt hinter der Kaltfront kühle Luft und ein rascher Wechsel zwischen starker Quellbewölkung mit
heftigen Niederschlägen (Regenschauern, Gewitter mit böigem Wind) und Aufheiterungen mit intensivem Sonnenschein. Der Volksmund
spricht dann etwa auch im August von "Aprilwetter". Hauptmerkmal: beständig
unbeständig.
- RVR
- Abk. für engl. "Runway Visual Range". Siehe Pistensichtweite.
- SAMUM
- Trocken-heißer, staub- oder sandbeladener Wüstenwind in Nordafrika (Algerien) und
Arabien, entsteht an der Vorderseite von Mittelmeertiefs oder durch lokale Hitzetiefs.
- SANDHOSE
- Siehe Staubhose.
- SANDSTURM
- Sandsturm, Staubsturm. Sand oder Staub werden vom Boden aufgewirbelt, sodaß die
horizontale Sichtweite in Augenhöhe wesentlich herabgesetzt
wird. Tritt oft im Spätwinter vor dem Einsetzen der Vegetation (noch brachliegende
Äcker) nach längerer Trockenperiode auf. Bei gewissen Wetterlagen kann es vorkommen,
daß beträchtliche Staubmassen vom Wind aufgewirbelt und in höhere
Schichten gelangen, um in großer Entfernung vom Ursprungsgebiet den Boden wieder zu
erreichen. So kann Sand aus der Sahara gelegentlich im Gefolge von Sandstürmen bis nach
Mitteleuropa verfrachtet werden. Dabei kann der Staub in trockener Form fallen oder die
ziegelroten bis ockergelben Staubteilchen werden durch Niederschläge aus der Luft herausgewaschen (Blutregen, Schwefelregen).
Sand- oder staubführende Winde in Trockengebieten (siehe Chamsin, Gibli, Samum) sind oft von elektrischen Entladungen
begleitet, die durch das Aneinanderreiben von Sandkörnchen hervorgerufen werden.
Sandstürme, speziell in Nordafrika, können den Flugverkehr erheblich beeinträchtigen (SIGMET-Kriterium).
- SATELLITENBILDER
- Siehe Wettersatellitenbilder.
- SCHAFSKÄLTE
- Ein in Mitteleuropa häufig zu beobachtender Kälterückfall ("Singularität")
zwischen dem 10. und 20. Juni.
- SCHATTENTEMPERATUR
- Die in der Meteorologie übliche, in einem strahlungsgeschützten Gehäuse
(Thermometerhütte) und in der Standardhöhe von 2m über dem Erdboden (Rasen) gemessenen Lufttemperatur. Nur die unter möglichst einheitlichen
Bedingungen gemessenen Temperaturen lassen sich dann untereinander (z.B. in der Bodenwetterkarte) vergleichen.
- SCHAUER
- Niederschläge von oft großer Ergiebigkeit, aber kurzer Dauer, die aus Cumulonimbus-Wolken fallen, deren Gipfel
bei Temperaturen unter -10°C aus Eiskristallen bestehen. Kann als Regen,
Schnee, Graupel oder Hagel auftreten; typisch
für Rückseitenwetter. In den Tropen fallen auch aus
"warmen" Quellwolken (mit Gipfeltemperaturen über
0°C) Schauerniederschläge. Stärkere Schauer aus "vereisten" Wolken sind oft
mit elektrischen Vorgängen verbunden (Gewitter). Besonders
heftige Schauer sind die Platzregen und Wolkenbrüche; ihre Stärke kann auch in
Mitteleuropa 15-20 mm Regen/min erreichen.
- SCHICHTUNG
- Siehe Luftschichtung.
- SCHICHTWOLKEN
- Einförmige horizontale Wolken ohne große Helligkeitsunterschiede
und Strukturen, die als Felder oder Schichten den Himmel
völlig oder teilweise bedecken. Typische Schichtwolken sind Stratus,
Altostratus, Cirrostratus und Nimbostratus.
- SCHNEE
- Fester Niederschlag aus meist verzweigten kleinen
Eiskristallen (Schneekristallen) in Form von sechsstrahligen Sternen, Nadeln, Plättchen
oder Säulen bei Temperaturen um oder unter 0°C. Die während des Fallens aneinander
gelagerten Kristalle werden als Schneeflocken bezeichnet. Die Form der Kristalle ist von
den Bedingungen in der Wolke (Temperatur und Feuchtigkeit) abhängig.
- SCHNEEFEGEN
- Schnee wird vom Wind nur bis in geringe Höhen
über dem Erdboden aufgewirbelt, sodaß die Horizontalsicht nicht merklich herabgesetzt
ist. Wird der Schnee bis in größere Höhen aufgewirbelt, sodaß die Horizontalsicht sehr
gering ist, spricht man von Schneetreiben.
- SCHNEETREIBEN
- Durch den Wind wird Schnee bis in größere
Höhen aufgewirbelt, sodaß die Sicht weniger als 1 km beträgt;
erstreckt sich diese Erscheinung nur auf die allerunterste Schicht, so daß in Augenhöhe
des Beobachters gute Sicht herrscht, spricht man von "Schneefegen".
Schneetreiben mit Schneefall vermischt nennt man Schneegestöber, wobei oft nicht
eindeutig festgestellt werden kann, ob wirklicher Niederschlag
in Form von Schnee tatsächlich vorkommt.
- SCHWÜLE
- Durch besondere Luftfeuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse gekennzeichnete
klimatische Situation, die das menschliche Wohlbefinden beeinträchtigt; z.B. 80% und
20°C, 65% und 25°C, 45% und 30°C. Schwüle erschwert die Temperaturregelung des
Organismus und kann in extremen Fällen zum Kollaps führen. Diese Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit und hoher Temperatur
(Schwüle) ruft beim Menschen ein Gefühl des Unbehagens hervor, da der Schweiß nicht
mehr verdunstet und kühlt.
- SCIROCCO
- Durch Kaltlufteinbrüche nach Nordafrika entstehen Tiefs, die nach Norden ziehen. Sie
sind umso kräftiger, je größer die Differenz zwischen Kaltluft und heißer Wüstenluft
ist. In ihren Warmsektoren gelangt trockene Warmluft ins Mittelmeer und mit ihr Sand aus
der Wüste. Dadurch kann zuweilen die Sicht auf See unter einen
Kilometer sinken. Ghibli, Chili oder Chamsin wird der warme
trockene Wind bei den Arabern genannt. Durch Wasserdampfaufnahme über
dem Meer wird er feucht. Die Italiener nennen ihn dann Scirocco.
- SEEMEILE
- oder nautische Meile, amerik. "nautical mile" (Abk. nm), internat.
Längeneinheit in der See- und Luftfahrt. 1 nm = 1852 m. Achtung: die engl. "nautical
mile" beträgt 1853 Meter.
- SEEWIND
- Siehe Landwind.
- SEGELFLUG
- Antriebsloser Gleitflug relativ zur umgebenden Luft, wobei
aufsteigende Luftströmungen zum Höhengewinn ausgenutzt werden; die
Aufwindgeschwindigkeit muß dazu größer als die Eigensinkgeschwindigkeit des
Segelflugzeuges sein; in aufwindlosen Luftschichten oder bei geringem Aufwind ist der
Segelflug nur unter dauerndem Höhenverlust möglich. Start zum Segelflug mit Hilfe des
Windenschlepps auf Ausklinkhöhe (150-200m) oder durch Flugzeugschlepp bis zum
Thermikanschluß; erforderlich ist das schnelle Aufsuchen von Lufträumen mit geeigneten
Aufwinden. Aufwinde entstehen an angeblasenen Berghängen (Hangaufwind), über Gebieten
der Erdoberfläche, die stärker durch Sonneneinstrahlung erwärmt werden (thermischer
Aufwind), bei Wolkenbildung (Wolkenaufwind) sowie knapp vor Gewitter-, Kalt- oder
Warmfronten, an denen die warme Luft durch spezifisch schwerere Kaltluft zum Aufsteigen
gezwungen wird (Frontaufwind); beim sogenannten Wellen-Segelflug werden die Aufwindgebiete
(Steigzonen) von stationären Wellen der Luftströmung im Lee von und
über Gebirgen ausgenutzt.
- SEKTOR-MINDESTFLUGHÖHE
- Die in den Instrumentenanflugkarten angegebenen "Minimum Sector Altitudes"
beziehen sich auf einen Umkreis von 25 NM um die betreffende Funknavigationshilfe.
Befinden sich im Umkreis eines Flughafens (Nahkontrollbezirk, engl. "TerMinal control
Area", abgek. TMA) neben noch anderen meteorologischen Bedingungen keine Wolken unterhalb der höchsten Sektor-Mindestflughöhe, wird im
Wetterschlüssel (METAR und TAF) der Begriff
"CAVOK" verwendet. Als unterste Höhe gilt 1500 m (5000 ft).
- SICHT
- Siehe Sichtweite.
- SICHTBARE STRAHLUNG
- Unser Auge ist empfindlich für elektromagnetische Strahlung
(Licht) von 0,4 bis 0,7 Mikrometer Wellenlänge.
- SICHTFLUG
- Flug eines Luftfahrzeugs, bei dem der Pilot im Gegensatz zum
"Instrumentenflug" die Flugführung nach Sicht durchführt,
d.h. nach den im jeweiligen Luftfahrtgesetz festgelegten Sichtflugregeln (VFR = visual
flight rules), die bestimmte Mindestsichtweiten und Mindestabstände zu den Wolken bzw. eine Mindesthöhe der Hauptwolkenuntergrenze
("Ceiling", d.h. mehr als 4/8 Bewölkungsgrad) festlegen. Die Sichtflugregeln
sind ferner noch unterschiedlich in kontrollierten bzw. nicht kontrollierten Lufträumen
und nach der Flughöhe.
- SICHTWEITE
- In der Luft sind fast immer sehr kleine feste oder flüssige
Teilchen vorhanden, deren Gehalt stark schwankt, und die dadurch eine verschieden starke
Trübung der Luft und damit gute oder schlechte Sichtverhältnisse verursachen. Als Sichtweite bezeichnet man die größte Entfernung bis zu der ein
Gegenstand in annähernd horizontaler Richtung bei normalen Beleuchtungsverhältnissen
gerade noch deutlich erkennbar ist. Für die Bestimmung der Sichweite durch Schätzung
werden Sichtmarken benützt, feste Sichtziele in bekannter Enfernung vom Beobachter. Ein
Sichtmarkenplan liegt an jeder Wetterbeobachtungsstation auf. Bei Dunkelheit dienen
künstliche Lichtquellen in bekanntem Abstand vom Beobachtungsort zur Ermittlung der
"Feuersichtweite". In der Luftfahrt unterscheidet man u.a. die "Flugsicht" in Flugrichtung aus dem Cockpit, die
"Vertikalsicht" (Abstand zu einer tiefliegenden Wolkenuntergrenze),
die "Schrägsicht" vom Luftfahrzeug zur Erdoberfläche, die mit Pistenbefeuerung
maximal mögliche "Pistensicht(weite)" (RVR = runway visual range). Die
Sichtweite schwankt je nach Wetterlage zwischen einigen Metern (Nebel) und über 50km. Die besten Sichtverhältnisse herrschen nach
Kaltlufteinbrüchen und bei Föhnlagen. Siehe Flugsicht.
- SIEBENSCHLÄFER
- Lostag: "Regnet es am Siebenschläfertag (27. Juni), regnet es noch 7 Wochen".
Der Lostag "rutschte" nach der Gregorianischen Kalenderreform auf den 10. Juli
(Siebenbrüder). Wetterregel, die zwar wörtlich genommen unrichtig ist, aber die
Wettererfahrung wiedergibt, daß sich in Mitteleuropa Ende Juni der Charakter des Sommers
als regnerisch oder regenarm entscheidet. Geht zurück auf eine Legende, nach der 7
Brüder in der decischen Verfolgung (251 n.Ch.) in eine Höhle bei Ephesos flüchteten und
eingemauert wurden. Dort schliefen sie bis zur Öffnung der Höhle im Jahre 446 und
bezeugten vor dem Kaiser ihre Auferstehung von den Toten.
- SIGMET
- Warnung vor Fluggefahren, von der Flugwetterüberwachungsstelle für eine bestimmte
Region (FIR = Flight information region) ausgegeben. Es wird vor dem unmittelbaren oder
erwarteten Eintreffen bestimmter Wettererscheinungen, die die Sicherheit von
Flugbewegungen beeinträchtigen können, gewarnt; Gültigkeitsdauer bis zu 4 Stunden. Die
SIGMET-Warnung kann der Pilot im Flug über Funk empfangen bzw. bereits bei der
Flugplanung berücksichtigen.Für folgende Gefahren werden SIGMETs
erstellt: Aktive Gewitterzone, starke Böenlinie, starker Hagel,
starke Turbulenz, starke Vereisung,
starke Gebirgswellen, sowie verbreiteter Sand- oder Staubsturm, tropischer Wirbelsturm und Vulkanausbruch oder
vulkanische Aschenwolken.In Östrreich werden SIGMET-Meldungen von der Flugwetterzentrale
Wien/Schwechat erstellt und international und national verbreitet.
- SMOG
- (engl. aus Smoke = Rauch und Fog = Nebel). Dichter,
rauchdurchsetzter Nebel über Industriestädten.
- SOMMERTAG
- Die Temperatur erreicht einen Höchstwert zwischen 25 und
30°C. Liegt das Maximum darüber, spricht man von einem "Tropentag".
- SONNENBÖ
- Stark aufsteigende Luftströmung infolge Überhitzung am Boden, im (kleineren) Flugzeug
als Turbulenz bemerkbar.
- SPERRSCHICHT
- Siehe Inversion.
- SPREAD
- engl. Bez. für Taupunktsdifferenz.
- SQALL-LINE
- engl. Bez. für Böenlinie. Siehe Böenwalze.
- STANDARDATMOSPHÄRE
- Anhand errechneter Mittelwerte von Druck, Temperatur und
Dichte als Funktion der Höhe vor allem für die Luftfahrt erstellte standardisierte
Atmosphäre. Als Ausgangswerte gelten: Luftdruck in Meeresninveau
1013,2 hPa, Temperatur in Meereshöhe +15°C, vertikaler Temperaturgradient
0,65°C je 100m Höhenzunahme. Höhe der Tropopause 11000m,
Temperatur in der Tropopause und darüber konstant -56,5°C (I.S.A. = ICAO-Standard-Atmosphäre).
- STARKREGEN
- Starke Regenfälle, die in 5 Minuten mehr als 5 Liter pro Quadratmeter oder in 60
Minuten mehr als 17 Liter pro Quadratmeter ergeben. 1Liter/Quadratmeter = 1mm Niederschlag.
- STAU
- Ansammlung von Luftmassen an einem orografischen Hindernis (Berg, Gebirge), an dem die Luft zum Aufsteigen gezwungen wird, wobei es zu Wolkenbildung und Niederschlag kommt. Bei geeigneter Wetterlage
fallen auf der Anströmseite der Gebirge, der Stauseite, oftmals meherer Tage lang
anhaltende, ergiebige Stauniederschläge. Die höchsten gemessenen Niederschlagsmengen
sind meist staubedingt, so z.B. auf Hawaii, in Tscherrapundschi (am Südhang des
Himalaya), am Kamerunberg, u.a. In Europa treten typische Stauniederschläge im
Alpenbereich auf, ferner am deutschen Mittelgebirge oder in Norwegen (regenreiche
Westküste, regenarmes Südnorwegen).
- STAUBHOSE
- Staubhose oder Sandhose. Zur Gruppe der "Klein-Tromben" gehörender
Wirbelwind, der Sand und Staub vom Boden säulenartig aufwirbelt; entsteht durch starke Konvektion über trockenen, sandigen Gebieten. Siehe Tromben.
- STAUBSTURM
- Siehe Sandsturm.
- STRAHLSTROM
- (engl. "jet stream"). Bezeichnung für die in etwa 10 km Höhe auftretenden
Starkwindbänder, die Geschwindigkeiten bis 400km/h erreichen können. Auf jeder
Erdhalbkugel treten zwei markante Strahlstromsysteme auf: 1. der Subtropenjet über dem
subtropischen Hochdruckgürtel (verläuft in unserem Bereich etwa von den Kanarischen
Inseln über Nordafrika zum Persischen Golf); 2. der Polarfrontjet in den gemäßigten
Breiten, eng gekoppelt mit der "Polarfront", dem
Grenzbereich subtropischer und polarer Luftmassen, mit meist höheren
Windgeschwindigkeiten und ständig wechselnder Position (im Vergleich zum Subtropenjet).
Der starke Wind entsteht durch den starken Temperaturgradienten in der
Frontalzone. Die sich dabei ausbildenden Luftdruckunterschiede
sind am ausgeprägtesten in der Übergangsschicht von der Troposphäre zur Stratosphäre
(in der "Tropopause"), sodaß hier auch die stärkste
Windgeschwindigkeit auftritt. Position und Stärke des Jet-Streams kann aus den
Höhenwetterkarten bzw. der sog. Tropopause-Max-Windkarte entnommen werden. Die
Isotachenanalyse wird in der Regel ab 60 Knoten Wind
vorgenommen. Isotachen sind Linien gleicher Windgeschwindigkeit. Die Existenz der
Starkwindbänder wurde erst im 2.Weltkrieg entdeckt. Siehe Klarsicht-Turbulenz.
- STRAHLUNG
- In der Meteorologie die auf die Erde einfallende (kurzwellige) Sonnenstrahlung ("Einstrahlung") und die von der Erde ausgehende (langwellige)
Wärmestrahlung ("Ausstrahlung"). Die
Sonnenstrahlung ist die Energiequelle für die Erwärmung der Erdoberfläche und der Luft (die von der Erdoberfläche her erwärmt wird), und damit für alle
in der Atmosphäre ablaufenden physikalischen Vorgänge, also auch für das Wetter. Die Sonne treibt die "Wettermaschine" an
(Energietransport im Wasserkreislauf).
- STRAHLUNGSFROST
- Entsteht durch den Wärmeverlust der Erdoberfläche infolge großer Ausstrahlung bei trockener, ruhiger Luft und
klarem Himmel. Die Ausstrahlung ist hierbei am größten
unmittelbar am Erdboden, so daß hier die Temperaturen am tiefsten absinken.
Zum Unterschied vom Strahlungsfrost wird beim "Advektivfrost" die Abkühlung
durch herangeführte kalte Luftmassen verursacht. Häufig verschärft sich aber der
Advektivfrost durch zusätzliche Ausstrahlung.
- STRAHLUNGSNEBEL
- Bildet sich in klaren, windstillen oder windschwachen Nächten, wenn sich der Boden und
die darüberliegende flache Luftschicht durch ungehinderte Wärmeausstrahlung gegen den
wolkenlosen Himmel unter den Taupunkt
abkühlt. Beginnt demnach als flacher Bodennebel, der mit
zunehmender nächtlicher Ausstrahlung nach oben wächst, wobei
dann die oberste Schicht des Nebels die Ausstrahlung übernimmt. Selten über 200m
vertikal mächtig. Im Gegensatz dazu entsteht an der Obergrenze einer Dunstschicht der
Strahlungshochnebel, der sich mit zunehmender Abkühlung bis zum Boden senken kann. Die
Dunstschicht übernimmt hier anstelle der Erdoberfläche die Ausstrahlungsfläche.
- STRATOCUMULUS
- Wolkenfeld aus größeren Wolkenballen und helleren Rändern um die Einzelwolken (grobe
Schäfchenwolken); tritt häufig in Hochdruckgebieten auf.
- STRATUS
- Gleichförmig graue niedrige Wolkenschicht, oft mit Nieselregen verbunden, auch Hochnebel genannt.
- STURM
- Wind, der bereits erhebliche Schäden anrichtet, mit
Beaufort-Windstärke 9 = 21-24 m/s = 75-88 km/h = 41-47 Knoten
Windgeschwindigkeit. Dachziegel werden abgehoben. "Stürmischer Wind" entspricht
Windstärke 8 (62-74 km/h).
- SUBTROPEN
- Polwärts an die Tropenzone anschließende Klimagebiete, etwa zwischen 20-30 Grad geogr.
Breite, mit feuchten Wintern und trockenen, heißen Sommern. In den Subtropen liegen die
für die Zirkulation wichtigen stationären Hochdruckgebiete
als Quellgebiete subtropischer Luftmassen und der Passate, z.B. das Azorenhoch.
- SYNOPTIK
- Teilgebiet der Meteorologie, das in einer großräumigen Zusammenschau (Synopsis) mit
Hilfe zahlreicher Wetterkarten den Wetterzustand zu einem gegebenen Zeitpunkt untersucht (Wetteranalyse bzw. Wetterdiagnose). Dies ist die Grundlage für
die Vorhersage der weiteren Wetterentwicklung (Wetterprognose). Siehe Wettervorhersage, Wetterkarte.
- TAF
- Der TAF (Terminal Aerodrome Forecast) ist eine Flugplatzwettervorhersage und ähnlich
wie der METAR aufgebaut; er wird alle 3 Stunden erstellt und gibt das
Wetter und dessen Änderungen für die nächsten 9 Stunden an. Für
Langstreckenflüge gibt es einen an die Kurzform anschließenden 24-stündigen TAF.
- TAIFUN
- Tropischer Wirbelsturm in Ostasien (westlicher
Pazifik), zwischen Juli und November. In Japan trat 1959 ein Taifun mit einer
Windgeschwindigkeit von 55m/s (Windstärke 16) und einer Sturmflut bis 4m Höhe auf (5000
Tote und 150 000 zerstörte Häuser). Siehe Tropische Wirbelstürme.
- TALNEBEL
- Nebel, der von der Höhe aus gesehen nur die Täler ausfüllt und
meist vom Boden her bis zu einer Inversion reicht; vor allem im
Herbst und im Mittelgebirge sowie in den Flußtälern häufig.
- TALWIND
- Talaufwärts gerichtete Luftströmung, die sich bei ungestörtem Strahlungswetter
tagsüber im Bergland ausbildet. Der Talwind entsteht als Ausgleichsströmung zu dem durch
kräftige Einstrahlung verursachten, aufwärtsgerichteten
Konvektionsstrom über den Bergen. Siehe Bergwind.
- TAU
- Abgesetzter Niederschlag in Form kleiner Tröpfchen;
entsteht durch Kondensation von Wasserdampf
an der Erdoberfläche oder an Pflanzen und Gegenständen, wenn deren Temperatur
unter den Taupunkt der Luft
absinkt.Tauniederschlag bildet sich deshalb häufig bei starker Ausstrahlung
in klaren Nächten, jedoch auch gelegentlich bei Advektion von
warmer feuchter Luft, die über kalte Flächen (mit einer Temperatur unter dem Taupunkt
der Luft) strömt.
- TAUPUNKT
- Temperatur, auf die sich das Gemisch Luft-Wasserdampf abkühlen muß, damit die Luft mit
der vorhandenen Wasserdampfmenge gerade gesättigt ist und Kondensation
einzusetzen beginnt. Bei 15°C und 50% relativer Feuchte beträgt der Taupunkt etwa 5°C,
bei 80% relativer Feuchte etwa 12°C und bei einer Feuchte von
100% entspricht der Taupunkt der aktuellen Temperatur von 15°C; der Taupunkt liegt also
um so niedriger, je trockener die Luft ist. Kühlt die Luft unter den Taupunkt ab, kommt
es zur Nebel- bzw. Wolkenbildung. Im Wetterdienst
wird meist die Taupunktsdifferenz (Differenz zwischen Lufttemperatur
und Taupunkt) als Maß für die Luftfeuchtigkeit
verwendet.
- TAUPUNKTSDIFFERENZ
- (engl. "spread"). Die Taupunktsdifferenz ist die Differenz zwischen der
herrschenden Lufttemperatur und dem Taupunkt.
Ist der Spread groß, ist die Luft relativ trocken, ist er klein, ist
die Luft relativ feucht; ist er Null, herrscht Sättigung (100%
relative Feuchte). Kennt man die Taupunktsdifferenz eines konvektiv aufsteigenden
Luftpaketes, läßt sich das Kondensationsniveau nach
einer Fausformel berechnen: Höhe des Kondensationsniveaus = 122 mal Taupunktsdifferenz
(in Metern).
- TCU
- Abk. für engl. "towering cumulus". Bezeichnung für eine hochauftürmende Cumulus-Wolke (cumulus congestus) mit großer vertikaler Ausdehnung.
Gilt neben den Cumulonimbus-Wolken (CB)
als signifikante Konvektionswolke und wird demnach in METAR und TAF angegeben.
- TEMPERATUR
- In der Meteorologie der Wärmezustand der Luft, abhängig von
Sonnenstand, Ortshöhe, Luftströmung und -feuchtigkeit sowie der Beschaffenheit der
Erdoberfläche. Die mittlere Lufttemperatur über die gesamte Erdoberfläche beträgt etwa
15°C; als Extremwerte der Lufttemperatur in 2m Höhe über dem Erdboden wurden 58°C am
13.9.1922 bei Tripolis und -88°C am 24.8.1960 an der russischen Antarktis-Station Wostok
gemessen. Siehe auch Lufttemperatur, Schattentemperatur, Wetterhütte.
- TEMPERATURGRADIENT
- Der vertikaler Temperaturgradient gibt die Temperaturänderung
pro 100m Höhenunterschied an. Von Art und Größe des vertikalen Temperaturgradienten,
der Temperaturschichtung, hängt der Gleichgewichtszustand der Atmosphäre ab. Der
Temperaturgradient ist somit das Kriterium für "Stabilität" oder
"Labilität". Ein mit Wasserdampf ungesättigtes
Luftpaket kühlt sich beim Aufsteigen um 1°C/100m ab = trockenadiabatischer
Temperaturgradient. Beträgt die vertikale Temperaturabnahme in der Atmosphäre ebenfalls
1°C/100m, so herrscht eine "indifferente" Schichtung, d.h. das Luftpaket
besitzt stets die Temperatur seiner Umgebung. Ist der vertikale Temperaturgradient der Luftmasse kleiner als 1°C/100m, besteht eine
"trockenstabile" Schichtung: das vertikal bewegte Luftteilchen ist in höheren
Luftschichten kälter (=schwerer), in tieferen Schichten wärmer (=leichter) als seine
Umgebung und strebt daher zu seinem Ausgangspunkt zurück. Ein vertikaler
Temperaturgradient der Atmosphäre von mehr als 1°C/100m wird als
"trockenlabile" Schichtung bezeichnet: das gedachte Luftpaket ist beim
Aufsteigen immer wärmer (=leichter), beim Absinken immer kälter
(=schwerer) als seine Umgebung und entfernt sich zusehends von seiner Ausgangslage. Ein
"überadiabatischer" Temperaturgradient, also von mehr als 1°C/100m, kommt in
der Regel nur in Bodennähe an heißen Sommertagen vor und ist die Voraussetzung für die
Ablösung einer "Thermikblase". Erreicht ein beim Aufsteigen sich abkühlendes,
wasserdampfhältiges Luftpaket den Taupunkt, beginnt die Kondensation des Wasserdampfes einzusetzen. Die dabei
freiwerdende Wärme, die Kondensationswärme, war latent im Wasserdampf von der Verdunstung her (für die Wärmeenergie benötigt wird)
"versteckt" und wird daher als "latente" Wärme bezeichnet. Sie
vermindert daher oberhalb des Kondensationsniveaus bei fortgesetzter Aufwärtsbewegung die
weitere Abkühlung. Der "feuchtadiabatische" Temperaturgradient beträgt also im
Mittel nur etwa 0,6°C/100m. Analog spricht man von einer feuchtindifferenten Schichtung
einer Luftmasse, wenn deren Temperaturgradient den Feuchtadiabaten entspricht; von einer
feuchtlabilen Schichtung bei einem größeren, von einer feuchtstabilen Schichtung bei
einem kleineren Temperaturgradienten als es den Feuchtadiabaten entspricht.
Feuchtlabilität tritt in der Atmosphäre häufiger auf als Trockenlabilität. Siehe Luftschichtung, Labilität.
- TEMPERATURUMKEHR
- Temperaturzunahme mit der Höhe; auf den Bergen ist es dann wärmer als in den
Niederungen. Siehe Inversion.
- THERMIK
- Bezeichnung für die konvektive Vertikalbewegung von Luftteilchen, die durch die starke
Erwärmung des Bodens und der darüberliegenden Luftschichten infolge der
Sonneneinstrahlung hervorgerufen wird. Voraussetzung für die Ausbildung der Thermik ist
eine labile Temperaturschichtung der Luft: Ein infolge Überhitzung am
Boden aufsteigendes Luftpaket ist in jeder Höhe wärmer und leichter (geringere Dichte)
als die Umgebungsluft, so daß es ständig weiter zu steigen bestrebt ist. Steht genügend
Luftfeuchtigkeit zur Verfügung, bilden sich thermische
Bewölkung (Cumulus-Wolken) und in weiterer
Folge auch Wärmegewitter aus. Die besten Bedingungen für die Entwicklung von thermischen
Aufwinden sind an Strahlungstagen um die Mittagszeit und über Gebieten, deren Oberfläche
sich sehr stark erwärmt (Sand, trockene Erde, Getreidefelder, Felsen, Häuser); die als
Ausgleich erforderlichen Abwinde treten in der Nachbarschaft (Wiesen, Wälder, Gewässer)
auf. Die überhitzte Luft löst sich in Form großer Warmluftblasen
("Thermikblasen") von 200 bis 500m Druchmesser vom Boden ab und steigt mit rund
3 bis 5m/s Geschwindigkeit auf, wobei sie sich ausdehnt und abkühlt. Diese Thermikblasen
oder die bei der Wolkenbildung auftretenden Thermikschläuche werden von Segelfliegern
ausgenutzt; ein Segelflugzeug kann, indem es enge Spiralen in der Aufwindzone ausführt,
schnell an Höhe gewinnen. Im Inneren von Thermikwolken findet der Segelflieger meist noch
stärkere Aufwinde (Wolken-Thermik), die aber nur bei Beherrschung des Blindfluges nutzbar
sind.
- TIEF
- Unter einem Tiefdruckwirbel oder einer Zyklone ("Tief")
versteht man ein Gebiet mit niedrigerem Luftdruck als in der
Umgebung; in der Wetterkarte von (meist mehreren) Isobaren umschlossen. Verbunden mit einem ausgeprägtem
Frontensystem: An der Vorderseite tritt die Warmfront mit einem
ausgedehnten Niederschlagsgebiet (Landregen) auf; im "Warmsektor" folgt dann nach Durchzug der Warmfront eine
Aufheiterung (oft mit lebhaftem Wind), an der Rückseite bringt die Kaltfront plötzliche Abkühlung mit böigen Winden (Drehung auf
Nordwest) und heftigen Regenschauern, oft auch Gewittern. Zum Kern des Tiefs hin
verkleinert sich der Warmsektor, so daß sich Warm- und Kaltfront zur Okklusion
zusammenschließen. In Mitteleuropa liegt der Kerndruck der Bodentiefs i.a. bei 990-1000
hPa, in Orkantiefs bei 950-970 hPa. In tropische Wirbelstürmen treten mit 880-890 hPa die
tiefsten Luftdruckwerte auf der Erde auf. Auf der Nordhalbkugel werden die Zyklonen vom
Wind im Gegenuhrzeigersinn (umgekehrt wie im Hoch) umweht, auf der
Südhalbkugel ist die Umströmungsrichtung im Uhrzeigersinn. Im Bereich eines Tiefs ist
aufsteigende Luftbewegung vorhanden, die mit Abkühlung, vielfach bis unter den Taupunkt des mitgeführten Wasserdampfes, d.h. Wolkenbildung
verbunden ist. Daher überwiegt im Bereich eines Tiefs wolkiges Wetter,
häufig mit Regen und anderen Niederschlägen.
- TORNADO
- Kleinräumiger, einer Trombe ähnlicher, verheerender Wirbelsturm in Nordamerika, meist in den Staaten des mittleren
Westens der USA. Tritt auf in der warmen Jahreszeit in Verbindung mit Gewittern, d.h.
kräftig ausgebildeten Cumulonimbus-Wolken.
Bevorzugt an Kaltfronten, an denen trockene Luft von den Rocky
Mountains mit feuchtwarmer Luft aus dem Golf von Mexiko zusammenstoßen und sich
vermischen. Dabei entstehen außerordentlich große Temperatur-
und Feuchtegegensätze auf engstem Raum. Erkennbar ist der Tornado am "Rüssel",
der mit Wassertropfen (als Folge der Kondensation bei starkem
Druckfall) und aufgewirbelten Staub gefüllt ist und sich von der Gewitterwolke
trichterförmig in Richtung Erdboden erstreckt. Der Wirbel hat einen Durchmesser von
einigen Hundert Metern und bewegt sich über eine Entfernung von etwa 20 bis 30 km. Der
extreme Druckfall von 50-100hPa verursacht Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert
km/h. Die angerichteten Verwüstungen lassen vermuten, daß in Extremfällen im Tornado
Windgeschwindigkeiten bis 1000km/h auftreten können. Die verheerende Zerstörung
entsteht, wenn die Explosionswirkung durch den plötzlichen starken Luftdruckfall und die
zerstörende Kraft der orkanartigen Winde zusammenwirken. Die hohen Windgeschwindigkeiten
konnten natürlich nicht gemessen werden, sondern wurden als dem Zerstörungsausmaß
rekonstruiert bzw. aus Filmaufnahmen ausgewertet.
- TREIBHAUSEFFEKT
- Das Zustandekommen relativ hoher Temperaturen in Räumen, die mit Glas gedeckt und von
der Sonne bestrahlt sind. Die kurzwellige Sonnenstrahlung durchdringt das Glas mit
geringem Verlust, wird am Boden absorbiert und in Wärme verwandelt. Für die langwellige
Wärmestrahlung ist Glas jedoch praktisch undurchlässig, sie erwärmt den Raum. Ein
Treibhauseffekt ist auch auf der Erdoberfläche zu beobachten, wobei die
wasserdampfhältigen Luftschichten die Funktion des Glases übernehmen; ohne sie würde
auf der Erde eine mittlere Temperatur von -18°C statt +15°C
herrschen. Die kurzwellige Wärmestrahlung der Sonne durchdringt größtenteils die
Atmosphäre ungehindert und erwärmt die Erdoberfläche. Die von der Erdoberfläche
ausgehende langwellige Wärmestrahlung hingegen wird weitgehend vom Wasserdampf
der Atmosphäre absorbiert. Diese Wasserdampfschicht sendet wiederum selbst
Wärmestrahlung teils nach oben in den Weltraum, teils erreicht sie als "Gegenstrahlung" die Erdoberfläche und trägt so zu deren
zusätzlichen Erwärmung bei.
- TRICHTERWOLKE
- (engl.: funnel cloud, tuba, tornado cloud). Bezeichnung für den rüsselartigen
Wolkenschlauch, der sich von der Gewitterwolke eines Tornados oder einer Trombe in
Richtung Erdboden erstreckt und mit Wassertröpfchen und aufgewirbelten Staub gefüllt
ist. Siehe Tornado, Tromben.
- TROCKENER DUNST
- Beträgt die Sicht 5 km oder weniger (aber nicht weniger als 1000
m) und ist dabei die relative Feuchtigkeit weniger als 80%,
wird die Sichtbehinderung i.d.R. durch sog. Lithometeore (Staubteilchen, u.ä.)
hervorgerufen und man spricht vom "trockenen Dunst" (im METAR-Code
mit HZ codiert, von engl. "haze").
- TROG
- Als Troglage bezeichnet man ein Gebiet mit tiefem Luftdruck im
Bereich der Rückseite eines kräftigen, bereits zu altern beginnenden Tiefs. Der aus
hochreichender Kaltluft bestehende Trog ist an der starken zyklonalen Krümmung der Isobaren (Bodenwetterkarte) bzw.
Isohypsen (Höhenwetterkarte) erkennbar. Er folgt der Kalfront in einem bestimmten
Abstand, wobei oft der Trog die Kaltfront an Wetterwirksamkeit
übertrifft bzw. massive Kaltluft im nachfolgenden Trog die Kaltfront abschwächt. Tröge
zeichnen sich durch lebhafte Schauertätigkeit und starke bis stürmische Bodenwinde aus,
die an der tiefsten Stelle des Troges, der Trogachse oder Troglinie, am kräftigsten
ausgeprägt sind. Im Satellitenbild ist die Anordnung der Wolken
unregelmäßig (im Gegsatz zum markanten Wolkenband der Kaltfront). Oft wird der südliche
Teil eines Höhentroges durch Warmluftvorstöße von beiden Seiten abgeschnürt, wodurch
ein Kaltlufttropfen entsteht. Siehe auch Cut-off-Zyklone.
- TROMBE
- Bezeichnung für einen engbegrenzten Wirbelwind. Kleinere, meist harmlose Tromben
("Klein-Tromben") sind Sand- oder Staubhosen ("Staubteufelchen"), die
sich auch in unseren Breiten im Sommer ausbilden. Sie entstehen durch starke lokale
Überhitzung am Boden, lösen sich plötzlich als Konvektionsblase vom Erdboden ab und
steigen stark beschleunigt auf. Die zum Ausgleich erforderliche Umgebungsluft stürzt
dabei so heftig in das entstandene Miniatur-Druckfallgebiet, daß sie in Rotation gerät
und Staub aufwirbelt. Der Wirbel erreicht meist nur wenige Meter Höhe. Größere Tromben
("Groß-Tromben") entstehen in den vegetationsarmen Trockengebieten
("Windhosen") oder auch über Wasserflächen der wärmeren Meere
("Wasserhose"). Im Unterschied zu den Klein-Tromben wächst bei diesen die
Wirbelbildung als schlauch- oder trichterförmiges Gebilde aus der Wolke heraus und
erreicht sodann den Erdboden und wirbelt große Mengen Staub oder Sand bzw. Wasser auf und
kann erhebliche Schäden verursachen. Der Durchmesser beträgt 100-200m, die
Windgeschwindigkeit erreicht 50-100 m/s; während ihrer Lebensdauer von etwa 10 bis 30
Minuten legen sie nur einige Kilometer zurück. In Mitteleuropa treten Tromben in der
Stärke dieser kleinräumigen Wirbelstürme selten auf, z.B. im August 1968 in Pforzheim.
Einer der Trombe ähnlicher Wirbelsturm, aber von wesentlich
verheerender Wirkung, ist der in Nordamerika auftretende Tornado. Siehe Tornado.
- TROPEN
- Gebiete beiderseits des Äquators mit ständig hohen Temperaturen (außer in Gebirgen),
wobei die Tagesschwankungen größer sind als die jahreszeitlichen Schwankungen. Das Klima der Tropen bestimmen die Trocken- und Regenzeiten. In den
äquatornahen inneren Tropen überwiegen die Regenzeiten, die Trockenzeiten sind nur kurz
und schwach ausgeprägt, der immergrüne Regenwald herrscht vor. Gegen die Wendekreise hin
rücken die beiden Regenzeiten immer mehr zusammen, bis sie zu einer kurzen Regenzeit
verschmelzen; in diesem Gebiet der wechselfeuchten äußeren Tropen (Randtropen)
überwiegen die Trockenzeiten, hier herrschen die verschiedenen Formen der Savanne vor.
- TROPENTAG
- Das Maximum der Lufttemperatur liegt über 30°C, das
Minimum meist nicht unter 20°C.
- TROPISCHER WIRBELSTURM
- Heftige orkanartige Wirbelstürme der Tropenzone mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h
und mehr. Sie entstehen nur über warmen Meeresgebieten (Wassertemperatur 26 bis 28°C),
bei hoher Luftfeuchtigkeit und instabiler Schichtung, treten jedoch nicht in unmittelbarer Nähe des
Äquators (5°Nord bzw. Süd) auf, wegen der zu geringen bzw. fehlenden Ablenkung durch
die Erddrehung (Corioliskraft). Im Bereich des Wirbelsturms
treten Windgeschwindigkeiten um 120 km/h sowie extrem starke Regenfälle auf, der Luftdruck fällt unter 900 hPa. Die höchsten Windgeschwindigkeiten
liegen bei 250 km/h. Die bei der Kondensation des
Wasserdampfes freiwerdende latente Wärme ist die Ursache für die Entstehung und den
Fortbestand des Wirbelsturms. Die bei der Hebung der Luft und der
Kondensation des Wasserdampfes entstehende Labilitätsenergie treibt die Luft innerhalb
des Wirbels in die Höhe und dadurch kann die Luft in den tieferen Schichten
ununterbrochen in den Wirbel einströmen. Bei steigender Temperatur
erhöht sich die Fähigkeit der Luft, Wasserdampf aufzunehmen,
und damit erhöht sich auch die bei der Hebung freiwerdende latente Wärme und somit auch
die Labilitätsenergie. Die Wirbelstürme haben meist einen Durchmesser von etwa 400 bis
800 km, die Zuggeschwindigkeit beträgt etwa 15-30 km/h. Im Zentrum des Sturms befindet
sich eine 10-30 km breite Zone, in der der Wind nur schwach ist und
die Wolkendecke aufreißt, das sog. "Auge des Wirbelsturms". Jährlich entstehen
etwa 80 tropische Wirbelstürme; am häufigsten treten sie zwischen August und Oktober auf
(auf der Südhalbkugel von Februar bis April). Sie treten in bestimmten Gebieten bevorzugt
auf und tragen demnach auch unterschiedliche Namen: Hurrikan im
Bereich der Karibik, der Westindischen Inseln und des Golfs von Mexiko und im Nordpazifik
östlich der Datumsgrenze; Taifun im westlichen Pazifik (Gewässern
von China und Japan); in der "Südsee" (Südpazifik) Orkan;
Zyklon im Indischen Ozean (Golf von Bengalen) und im australischen
Volksmund Willy-Willy. Nur über dem Meer können die tropischen Wirbelstürme längere
Zeit existieren; beim (relativ seltenen) Übertritt auf das Festland schwächen sie sich
meist innerhalb von 24-36 Stunden ab, richten jedoch vorher im Küstengebiet noch die
größten Verwüstungen an. Die enormen Schäden verursachen nicht nur die hohen
Windgeschwindigkeiten und die schweren Regenfälle, sondern auch die an den Flachküsten
erzeugten Flutwellen. Viele Wirbelstürme biegen im weiteren Verlauf unter Abschwächung
in höhere Breiten und geraten dann in die Westströmung am nördlichen (bzw. südlichen)
Rand der subtropischen Hochdruckzellen. Gelegentlich geraten sie in mittlere Breiten und
werden von der Polarfront "eingefangen". Sie wandeln
sich in normale Zyklonen mit Frontensystemen um und können als solche Europa erreichen.
Die immer wieder von tropischen Wirbelstürmen heimgesuchten Länder unterhalten einen
technisch aufwendigen Warndienst (Wettererkundungsflug, Radar, Wettersatteliten) um
Entstehung, Intensität und Zugbahn möglichst genau vorhersagen zu können. Zur
Unterscheidung der einzelnen Wirbelstürme einer Saison werden sie traditionell dem
Alphabet folgend mit Vornamen bezeichnet.
- TROPOPAUSE
- Grenzschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre; über Mitteleuropa in 10-12km
Höhe, am Pol 8-9km, am Äquator in 16-18km Höhe. Alle Wettererscheinungen mit ihren zum
Teil sehr lebhaften Vertikalbewegungen treten unterhalb der Tropopause auf;
Verkehrsluftfahrt daher oberhalb der Tropopause günstig (Überschallflugzeuge).
- TROPOSPHÄRE
- Unterstes Stockwerk der Atmosphäre, in dem sich praktisch das gesamte sichtbare
Wettergeschehen abspielt; reicht über Mitteleuropa bis ca. 12 km Höhe. Unterteilung:
Grundschicht vom Boden bis 1km Höhe, Konvektionsschicht von 1-8km und die
Tropopauseschicht von 8-12km Höhe. Siehe Atmosphäre, Standardatmosphäre.
- TURBULENZ
- Ungeordnete Strömungsbewegung, auf- und absteigende Luftströme mit Wirbelcharakter;
sorgen für senkrechte Durchmischung (Austauschvorgänge) in der Atmosphäre. Gegensatz:
laminare, von Schwankungen freie, glatte Strömung. Gefährliche Erscheinung für die
Luftfahrt. Turbulenz wird hauptsächlich verursacht durch die Reibung der Luft
an der Erdobefläche (dynamische Turbulenz) und die ungleichmäßige Erwärmung der
Erdobefläche (thermische Turbulenz oder Konvektion). Die
dynamische Turbulenz, deren Intensität vor allem von der Windgeschwindigkeit, der Rauheit
der Erdoberfläche und der Stabilität der Luftmasse abhängt,
erstreckt sich über ebenem Land bis rund 1500m Höhe. Über Gebirgen wirkt sich Turbulenz
besonders stark aus; es treten hier vor allem an der Leeseite des Kammes Wirbel (Rotoren)
und Leewellen auf, die eine Gefahr für Flugzeuge darstellen. Die
thermische Turbulenz, die hauptsächlich von den Untergrundverhältnissen, der Feuchtigkeit und Stabilität der Luftmasse sowie der
Windgeschwindigkeit abhängt, reicht bis in große Höhen. Ist die Luft hinreichend
trocken und stabil geschichtet oder der Untergrund feuchtigkeitsarm (z.B. Steppen,
Wüsten), entwickelt sich eine schwache oder mäßige Turbulenz ohne Wolkenbildung, die
sich bis in 2000 bis 2500m Höhe erstreckt ("Blauthermik").
In feuchten und labil geschichteten Luftmassen ist die Turbulenz dagegen gewöhnlich mit
der Bildung hochreichender Quellwolken (Cumulonimbus-Wolken) verbunden, in denen kräftige Auf- und Abwinde herrschen.
Außerhalb von Quellwolken tritt zeitweise im Bereich von Strahlströmen in der oberen
Troposphäre die sogenannte "Clear-Air Turbulenz" (CAT) auf. Siehe Klarsicht-Turbulenz.
- ÜBERADIABATISCH
- Bezeichnung für eine vertikale Schichtung der Luft, bei der die Temperatur mit zunehmender
Höhe um mehr als 1°C/100m abnimmt.
- ÜBERENTWICKLUNG
- Cumulus-Wolken führen im Reifestadium
ihrer Entwicklung oftmals zu großflächigen Abschirmungen und hemmen dadurch beim
Segelfliegen die Thermik. Das Ausmaß der Überentwicklung ist
abhängig von der Temperaturschichtung oberhalb des Kondensationsniveaus (hochreichende
Labilität und auch ausreichende Feuchte). In weiterer Folge
hemmen Schauer und Gewittertätigkeit durch Niederschlag und
Abkühlung des Bodens die Thermikentwicklung.
- UNTERKÜHLUNG
- (Gefrierverzug). Tritt ein, wenn Flüssigkeit unter Vermeidung jeder Erschütterung
langsam abgekühlt wird; sie bleibt dann bis weit unter dem Gefrierpunkt (Wasser bis
-20°C) flüssig und erstarrt bei der geringsten Erschütterung plötzlich. Ganz reines
Wasser kann man bis -70°C unterkühlen. Siehe Flugzeugvereisung.
- UTC
- Abkürzung für "Universal Time Co-ordinated" (Koordinierte Weltzeit);
entspricht der Zeitzone des 0°-Meridians (Greenwich).
- VERDUNSTUNG
- Langsamer Übergang einer Flüssigkeit in den gasförmigen Aggregatzustand. In der
Meteorologie ein wesentlicher Teil des Wasserkreislaufes zwischen Meer, Atmosphäre und
Festland. In Mitteleuropa beträgt die jährliche Verdunstung etwa 350 bis 500mm und ist
damit geringer als die jährl. Niederschlagsmenge von ca. 700 mm (klimatologisch ein sog.
"humides" Gebiet). Das Ausmaß der Verdunstung aus Erdboden, Pflanzen usw. ist
abhängig von Oberflächentemperatur, Dampfdruck in der
umgebenden Luft, Windgeschwindigkeit und Wassermenge. Die Verdunstung
ist die Grundlage für das gesamte Pflanzenleben, weil nur durch die Wasserverdunstung
über Blätter für die Pflanzen die Möglichkeit zum Aufsaugen von Wasser und
Nährstoffen aus dem Boden gegeben ist.
- VEREISUNG
- Siehe Flugzeugvereisung.
- VERTIKALSICHT
- Ist bei Nebel, Sandsturm, Staubsturm, Schneetreiben oder ähnlichen
Erscheinungen der Himmel nicht sichbar, wird als Höhe der Wolkenuntergrenze die sog. Vertikalsicht (vom Boden aus
gesehen) gemessen und in der Wettermeldung (Wolkengruppe) verschlüsselt, die Angabe des
Bedeckunggrades (Schlüsselziffer 9) und der Wolkenart (Schlüsselzeichen /) entfällt
dann. Der Pilot versteht unter Vertikalsicht auch die die Sicht aus
dem Flugzeug senkrecht zur Erdoberfläche, im Gegensatz zur Schrägsicht, z.B. im
Landeanflug.
- VFR
- Abk. für engl. "Visual Flight Rules", siehe Sichtflug.
- VMC
- Abk. für engl. "Visual Meteorological Conditions". Bezeichnung der für einen
Sichtflug erforderlichen Wetterverhältnisse (Minima), bezogen
auf die Sicht in Flugrichtung und den vertikalen bzw. horizontalen
Abstand von den Wolken. Die Minima sind im kontrollierten Luftraum
wesentlich höher (zB Sicht 8 km) als außerhalb von Kontrollbezirken und Kontrollzonen
(1,5 km).
- WÄRME
- Energieform, die durch den Temperatursinn vermittelt wird und man als heiß, warm, lau,
kühl oder kalt empfindet. Die Empfindung entsteht durch die Bewegung der Moleküle: je
schneller diese ist, desto höher ist die Temperatur und wird
durch deren Aufprall auf der Haut als solche empfunden. Die Einheit der Wärmeenergie ist
die Kalorie. Umrechnung: 1cal = 4,1868 Joule.
- WÄRMEGEWITTER
- Meist ein örtlich begrenztes Gewitter, das infolge Konvektion dort entsteht, wo die Vertikalbewegungen der Luft besonders stark werden (duch Aufheizung der Erdoberfläche).
- WÄRMESTRAHLUNG
- Ausbreitung von Wärmeenergie in Form von elektromagnetischen Wellen, etwa vom Ofen her,
wie überhaupt von jedem Körper eine bestimmte Wärmestrahlung ausgeht. Im Gegensatz zur
Wärmeleitung kann die Wärmestrahlung auch durch einen luftleeren Raum erfolgen zB von
der Sonne her.
- WARMFRONT
- Die schwach geneigte Grenzfläche, auf der an der Vorderseite eines Tiefs Warmluft auf
die sich zurückziehende Kaltluft aufgleitet. Daher bildet sich vor der Warmfront ein
mehrere hundert Kilometer breiter Wolkenschirm (Cirrostratus, Altostratus, Nimbostratus) aus dem
langanhaltende Niederschläge (Landregen) fallen. Im nördl.
Alpenvorland werden Aufgleitniederschläge oft durch Föhneinfluß unterdrückt. Der
Warmfront folgt ein mehr oder minder ausgeprägter Sektor mit Warmluft und Aufheiterung
("Warmsektor"), bevor die zum Tiefdrucksystem
gehörende Kaltfront zum Wettersturz (Kaltlufteinbruch) führt.
Siehe Wolkenaufzug.
- WARMSEKTOR
- Bereich zwischen Warmfront und Kaltfront
einer "jungen Zyklone" (im sog. ausgeprägten
Wellenstadium). Nach Durchgang der Warmfront hört der Niederschlag
auf, und die Wolkendecke reißt auf. Der Luftdruck bleibt
niedrig, die Temperatur steigt, bei Südwest- bis Westwind macht
sich eine deutlich wärmere Luftmasse bemerkbar. Die Bewölkung
im Warmsektor ist meist gering, allerdings treten im Winter oft niedrige Schichtwolken mit Nieselregen oder Nebel
auf. Im Sommer hingegen können im Warmsektor Wolkenbänder von kleinerer Ausdehnung
auftreten, in denen sich im Tagesgang extrem hochreichende Gewitterzellen ausbilden, die
häufig mit schwerem Hagel und starken Böenlinien verbunden sind.
- WASSERDAMPF
- Er ist unsichtbar. Der Wasserdampfgehalt der Luft schwankt mit der Temperatur: bei 10°C können 30 Gramm, bei -30°C nur 0,4 Gramm
Wasserdampf pro Kubikmeter vorhanden sein. Der Wasserdampfgehalt spielt in der Atmosphäre
eine entscheidende Rolle, da Luft nur einen bestimmten Maximalbetrag Wasser in
gasförmiger Phase enthalten kann. Jede Wasserdampfmenge, die den
"Sättigungswert" überschreitet, kondensiert mehr oder weniger schnell zu
flüssigem Wasser als Wolke oder Nebel bzw. bildet kleine
Eiskristalle. Je größer die Übersättigung wird, um so mehr wird als Niederschlag ausgeschieden. Im Jahresdurchschnitt beträgt der
Wasserdampfgehalt der Luft etwa 7 Gramm pro Kubikmeter.
- WASSERHOSE
- Heftiger lokaler Wirbelwind, der sich bei stark instabiler Schichtung
(Gewitterlage) bildet, wobei aus der Unterfläche der Gewitterwolke ein rüsselartiger
Wolkenschlauch bis in Bodennähe herabreicht (über Land Windhose,
Sandhose). Siehe Trombe.
- WASSERWOLKEN
- Wolken, die nur aus Wassertröpfchen bestehen (meist Stratus- und Cumuluswolken), im Gegensatz zu den Eiswolken
höherer Luftschichten (Cirren). Bis zu einer Temperatur von
-15°C sind Wolken gewöhnlich reine Wasserwolken; bei
tieferen Temperaturen gehen sie in sog. Mischwolken (Tröpfchen und Eiskristalle) über.
- WEIHNACHTS-TAUWETTER
- Eine oft um die Weihnachtszeit einsetzende Periode warmer, regnerischer Witterung (Westströmung), die eine vorangegangene Kälteperiode
(mit Schneefall) ablöst.
- WELTORGANISATION FÜR METEOROLOGIE
- (World Meteorological Oranization, WMO). Seit 1951 eine Sonderorganisation der Vereinten
Nationen (UNO), als Nochfolgerin der 1878 in Wien gegründeten Internationalen
Meteorologischen Organisation (IMO). Die WMO hat (1995) 173 Mitglieder (Länder und
Territorien mit meteorologischen Diensten); ihre Aufgaben sind meteorologische
Informationen zu koordinieren, zu standardisieren und den Datenaustausch zu beschleunigen,
die Forschung zu fördern, die meteorolologischen Erkenntnisse für Luft- und Schiffahrt
und Landwirtschaft nutzbar zu machen. Österreich ist seit 1957 Mitglied der WMO. Eine der
zahlreichen Aktivitäten, die von der WMO ausgehen, ist das Programm der
"Weltwetterwacht" (WWW), in der nach einen Vorschlag von John F. Kennedy 1961
die Nationen der Welt aufgefordert wurden, gemeinsame Grundlagen für eine Verbesserung
der Wettervorhersage
zu schaffen und das "Globale atmosphärische Forschungsprogramm" (Global
Atmospheric Research Program, GARP) mit der Aufgabe der Vorausberechnung des künftigen
Zustandes der Atmosphäre, wozu weltweite Versuche erforderlich sind, für die die
Mitarbeit zahlreicher Forschungsschiffe und Meßflugzeugen notwendig ist.
- WELTZEIT
- Früher als Mittlere Greenwich-Zeit (GMT) bezeichnet; jetzt
koordinierte Weltzeit (Universal Time Co-ordinated, UTC); im synoptischen Wetterdienst übliche Zeitangabe.
- WETTER
- Zustand und Änderung der (unteren) Atmosphäre (Troposphäre) zu einem bestimmten
Zeitpunkt oder wärend einer kurzen Zeitspanne an einem Ort oder in einem Gebiet, bestimmt
durch die meteorologischen Elemente. Die primären Ursachen für das wechselnde
Wettergeschehen sind die unterschiedliche Erwärmung der Erdoberfläche und in weiterer
Folge der darüberliegenden Luftschichten in Abhängigkeit der geographischen Breite,
Land-Meer-Verteilung, Orografie, Bewuchs, Bewölkung, usw. Diese Umsetzung in fühlbare
und latente (im Wasserdampf gebundene) Wärme und die daraus
folgende vertikale Zirkulation bringen den
"Wettermotor" in Gang.
- WETTERANALYSE
- Arbeitsvorgang im operationellen Wetterdienst (Synoptischer
Dienst). Aus den Boden- und Höhenwetterkarten, Radiosondenaufstiegen, Satelliten- und
Radarbildern sowie der Diagnoseparametern der numerischen Wettervorhersage
werden die synoptischen Strukturen (Druckzentren, Fronten, usw.) in
ihrer physikalischen Wechselwirkung herausgearbeitet und in Bezug auf ihre
Wetterwirksamkeit festgelegt. Die Art der Codierung der Wetternachrichten ermöglicht eine
rasche Anfertigung von Wetterkarten (über Computergraphik auf Monitor oder geplottet,
aber auch händisch, z.B. als Bordwetterkarte auf hoher See). Nach Eintragung der
Wetterwerte wird das Datenmaterial analysiert, um eine Überblick zu gewinnen. Der
Isobarenverlauf beschreibt das Druckfeld, der Frontenverlauf bzw. die Abgrenzung der
Luftmassen markieren das Temperaturfeld. Zu dieser formalen Ordnung der einlaufenden Daten
gehört noch die physikalische Erläuterung, die die Zusammenhänge zwischen den einzelnen
Erscheinungen des Wettergeschehens erklärt. Die "analysierte Wetterkarte"
ist eine Momentaufnahme für einen bestimmten Zeitpunkt und Voraussetzung für die
Vorhersage des Wetters.
- WETTERBEOBACHTUNG
- Grundlage für jede Wettervorhersage und Klimaforschung.
Zur Wetterbeobachtung gehören sowohl die Beobachtungen mit dem freien Auge (Bestimmung
der Wolken und des Bedeckungsgrades, Feststellung bestimmter
Wettererscheinungen, z.B. Nieselregen oder Gewitter, Zustand der Erdoberfläche) als auch
Beobachtungen mit Hilfe von Meßgeräten (Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit,
Niederschlagsmenge). Ein Teil der Meßgeräte ist in einer speziell konstruierten (vor
direkter Sonnenstrahlung geschützten) Wetterhütte untergebracht. Meteorologische
Beobachtungen bilden die Grundlage der Meteorologie. Während für den Flugwetterdienst die Beobachtungen halbstündlich oder
stündlich, für die Zwecke der Synoptik dreistündlich, um 00,
03, 06, 09, 12, 15, 18 und 21 UTC durchgeführt werden, beschränken
sich die Beobachtungen für die Erforschung des Klimas auf die drei täglichen Termine um
07, 14 und 21 Uhr Lokalzeit. Die Beobachtungen umfassen alle meteorologischen Elemente;
die wichtigsten: Luftdruck, Lufttemperatur,
Luftfeuchtigkeit (Taupunkt),
Bewölkung, Sicht, Wind, Niederschläge und Gewitter.
- WETTERBERATUNG
- Siehe Flugwetterberatung.
- WETTERDIENST
- Wegen der Wichtigkeit des Wetters für Wirtschaft und Verkehr ist in fast allen Ländern
ein Wetterdienst eingerichtet, der das Wetter mit Hilfe eines
dichten Stationsnetzes beobachtet und regelmäßig Wettervorhersagen erstellt. Das Netz
der Beobachtungsstationen wird durch Wettersatelliten und
Wetterradarnetze im verstärkten Umfang ergänzt. Der Wetterdienst wird in fast allen
Ländern der Erde durch staatliche Zentralstellen organisiert und ausgeübt, die in der
Meteorologischen Weltorganisation (WMO)
zusammengefaßt sind. Die Aufgabenbereiche des Wetterdienstes: meteorologische Versorgung
des Verkehrs (Straßenwetterdienst), der Land- und Forstwirtschaft (Agrarmeteorologie),
der gewerblichen Wirtschaft, des Bauwesens und des Gesundheitswesens, insbesondere die
meteorologische Sicherung des See- und Luftfahrt (Seewetterdienst, Flugwetterdienst), die Überwachung der Atmosphäre
bezüglich Radioaktivität und deren Verfrachtung, Militärwetterdienst,
Lawinenwarndienst, spezielle Vorhersagen für Touristik, Medien, u.a. Aufbau des
Wetterdienstes: Wetterbeobachtungsnetz, Wetternachrichtendienst, Wettervorhersage, Flugwetterdienst,
meteorologische Instrumente und Geräte, Radar- und Satellitenempfangsanlagen,
Klimatologie, landwirtschaftlicher Wetterdienst, Entwicklung und Forschung.
- WETTEREGELN
- Erfahrungsregeln, die sich auf jahrhundertealte Beobachtungen stützen (Bauernregeln),
zum Teil aber auch auf wissenschaftlich-statistischer Grundlage basieren. Siehe Bauernregel, Lostage.
- WETTERELEMENTE
- Das Wetter wird gekennzeichnet durch das Verhalten der
Wetterelemenete wie Wind, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Strahlung, Bewölkung, Niederschlag, Sicht, die jedoch den subjektiven Eindruck des Wetters nicht immer
vollständig wiedergeben.
- WETTERHÜTTE
- Weißgestrichene Holzhütte mit doppeltem Boden und Dach sowie Jalousienwänden, die der
Luft einen ungehinderten Zutritt zu den im Inneren befindlichen
meteorologischen Meßgeräten erlauben, jedoch die Strahlung,
insbesondere der Sonne, abhalten sollen, so daß das (in 2 m Höhe angebrachte)
Thermometer möglichst fehlerfrei die Lufttemperatur ("Schattentemperatur") anzeigt. Ein Thermometer, das der
Sonnenstrahlung direkt ausgesetzt ist, mißt nicht die Lufttemperatur, sondern die
Temperatur des von der Sonne durch Absorption erwärmten Thermometers und dessen Gehäuse.
Die Form und Aufstellung der Hütte ist weitgehend international genormt, um die
gemessenen Temperaturen der einzelnen Wetterstationen untereinander vergleichbar zu
machen. Die Wetterhütte wird auf einem freien Platz über Rasen in einigem Abstand von
Bäumen und Gebäuden aufgestellt; die Tür der Hütte ist nach Norden gerichtet, eine
dreistufige Holztreppe ermöglicht die Ablesung der in 2 m Höhe in der Hütte
untergebrachten Instrumente: trockenes und feuchtes Thermometer (Psychrometer), Maximum-
und Minimumthermometer, Hygrometer, sowie Registrierinstrumente (Thermograph, Hygrograph).
- WETTERKARTE
- Die mehrmals täglich gezeichneten Boden- und Höhenwetterkarten bilden die wichtigsten
Unterlagen für die Wettervorhersage. Die analysierten
Karten zeigen den dreidimensionalen Aufbau der Wirbel und Wellen der Atmosphäre, der Fronten und übrigen Schlechtwettergebiete mit ihren zeitlichen
Änderungen (Verstärkung, Auflösung). Siehe Bodenwetterkarte,
Höhenwetterkarte.
- WETTERKUNDE
- Im weiteren Sinn sinnverwandtes Wort für Meteorologie; häufig wird unter Wetterkunde
auch nur ein Zweig der Meteorologie verstanden, der im täglichen Leben am deutlichsten in
Erscheinung tritt: die Wettervorhersage.
- WETTERLAGE
- Räumliche Zusammenfassung des Wetters. Dreidimensionale Erklärung und Beschreibung der
Lage der Tiefdruck- und Hochdruckgebiete, der Luftmassen und Fronten
sowie sonstiger meist komplexer synoptischer Strukturen. Diese Analyse des
augenblicklichen Wetterzustandes ist Ausgangspunkt für die Wettervorhersage.
Die Gesamtheit der Wetterereignisse für ein größeres Gebiet zu einem bestimmten
Zeitpunkt geben die Wetterkarten (Boden- und Höhenwetterkarten) wieder. In Abhängigkeit
von der atmosphärischen Zirkulation und der
Land-Meer-Verteilung kommt es zur Ausbildung typischer Wetterlagen, die auf statistischer
Basis klassifiziert werden (Wetterlagenklassifikation). In Mitteleuropa treten häufig
auf: Westwetterlage (ostwärts wandernde Tiefdruckgebiete), Islandtief,
Azorenhoch, Tief bzw. Hoch
über den Britischen Inseln, usw.
- WETTERMINIMA
- In der Luftfahrt die Wettermindestbedingungen für Landungen nach Instrumentenflugregeln
(IFR-Flug). Die für alle Flughäfen international festgelegten Wetterminima geben
Mindestwerte für die Landebahnsicht (RVR = Runway Visual Range) und die Höhe der Wolkenuntergrenze (Ceiling) an, die nicht unterschritten
werden dürfen; sie bestimmen damit die kritische Höhe (Decision Height). Je nach der
technischen Ausrüstung des Flughafens (ILS = Instrumental Landing System) und des
Flugzeugs unterscheidet man drei Kategorien von Wetterminima: Kategorie I Landebahnsicht
800m oder mehr, Wolkenuntergrenze 60 m (150 ft) oder mehr; Kategorie II Landebahnsicht
400m oder mehr, Wolkenuntergrenze 30 m (100 ft) oder mehr; Kategorie III beides 0 m
(verschiedentlich aber differenziert in IIIa, b, c). Sind die Wetterminima auf einem
Flughafen nicht erfüllt, werden anfliegende Flugzeuge einem Ausweichflughafen zugeleitet.
Für Starts sind die Wetterminima im allgemeinen nicht maßgebend; hierfür genügt eine
gewisse Startbahnsicht (Sichtbarkeit der Startbahnbefeuerung) ohne Berücksichtigung der
Wolkenuntergrenze.
- WETTERRADAR
- Die Verwendung von Radar zur Ortung von Wolken und Niederschlag sowie von Radiosonden im Höhenwetterdienst. Das
Radar ("radio detection and ranging") hat sich in der Meteorologie zur Erfassung
und Kurzfristvorhersage von Niederschlagsgebieten ausgezeichnet bewährt. Es beruht auf
dem Prinzip, daß ein vom Gerät ausgesandter elektromagnetischer Impuls von den fallenden
Niederschlagsteilchen, d.h. von Regentropfen, Schneeflocken, Graupel- oder Hagelkörnern
zurückgestreut wird und somit ein Teil der abgestrahlten Energie vom Empfangsteil des
Radars wieder aufgenommen und gemessen wird. Die Theorie zeigt, daß die Echointensität
mit der Niederschlagsintensität und der Entfernung der Niederschlagsgebiete in der sog.
Radargleichung verknüpft ist. Da sich die Entfernung aus der ( halben ) Laufzeit der
Impulse zwischen Aussendung und Empfang ergibt und die Echointensität vom Gerät gemessen
wird, läßt sich somit die Niederschlagsintensität mit der Radargleichung abschätzen.
Außerdem kann die Zugbahn der Regengebiete und Schauerzellen auf dem Radarschirm laufend
verfolgt und aus ihr die weitere Verlagerungsrichtung und Verlagerungsgeschwindigkeit
bestimmt und für Kurzfristprognosen verwendet werden.
- WETTERSATELLITEN
- Für meteorologische Beobachtungen instrumentierte Erdsatelliten in polarer und
äquatorialer Umlaufbahn; sie dienen der Erforschung meteorologischer Erscheinungen in der
Atmosphäre durch Wolkenaufnahmen und Strahlungsmessungen sowie der Verfolgung des
Wettergeschehens; vor allem Hilfsmittel zur frühzeitigen Erkennung von tropischen
Wirbelstürmen. Sie liefern mit speziellen Bordkameras (Scanning Radiometer) primär
Wolkenaufnahmen, die durch ein automatisches Bildübertragungssystem (APT-System:
Automatic Picture Transmission) praktisch ohne zeitliche Verzögerung von geeignet
ausgerüsteten Bodenstationen empfangen werden können. Auch während der Nacht läßt
sich die Bewölkung durch Messung der Infrarotstrahlung der Wolkenoberflächen beobachten.
Die gemessene Strahlungsemission kann in Temperaturwerte umgerechnet werden, aus denen
sich die Höhe der verschiedenen Wolkenschichten ableiten läßt. Aus Sequenzen
halbstündiger Bilder von geostationären Satelliten lassen sich auch aus der
Wolkenverlagerung Informationen über das globale Windfeld gewinnen. Aus
Strahlungsmessungen in verschiedenen Wellenlängenbereichen, z.B. Absorptionsmessungen im
Bereich der Kohlendioxyd- und Ozon-Bande kann die Temperatur in
verschiedenen Höhen der Atmosphäre berechnet werden. Strahlungsmessungen geben auch
über die Feuchtigkeit (Wasserdampfverteilung) in der (oberen)
Atmosphäre Aufschluß. Die Temperatur des Erdbodens und der Meeresoberfläche kann durch
die im Infrarot und Mikrowellenbereich gemessene Strahlung
bestimmt werden. Der erste Wettersatellit war der am 1. April 1960 auf eine Polumlaufbahn
gestartete amerikanische Satellit TIROS. Der erste Satellit mit APT-System wurde 1966
gestartet (ESSA). Seit 1970 umkreisen die Satelliten vom Typ ITOS bzw. NOAA (National
Oceanic and Atmospheric Administration) die Erde auf polarer Umlaufbahn. 1974 wurde der
erste amerikanische geostationäre Satellit ( SMS, später GOES) auf eine Umlaufbahn
gebracht, 1977 folgte der erste europäische Satellit (METEOSAT). Siehe Meteosat.
- WETTERSATELLITENBILDER
- Die Wettersatellitenbilder stammen meist vom europäischen Wettersatelliten
Meteosat (EUMETSAT) der die Erde aus einer geostationären
Umlaufbahn in rund 36000 km Höhe in verschiedenen Spektralbereichen abtastet. Sie eignen
sich hervorragend für die Diagnose und Analyse des Wetterzustandes, weil sie einen
globalen, aus dem Weltraum gerichteten Überblick über Schlechtwetterzonen und
Schönwettergebiete erlauben. Das Infrarotbild liefert Informationen über die Temperatur der Erdoberfläche und der Obergrenze der Wolken. Jedem Temperaturbereich ist ein bestimmter Grauwert zugeordnet.
Die Skala reicht von schwarz über dunkel-, mittel- und hellgrau bis weiß. Schwarz
erscheinen Bereiche, die hohe Temperaturen aufweisen, wie zum Beispiel tagsüber die
Wüstengebiete Nordafrikas. Weniger warme Land- oder Wasserflächen erscheinen im Bild
dunkelgrau. Schnee und Eisflächen im Temperaturintervall zwischen 0
und -15°C werden mittel- bis hellgrau wiedergegeben. Die Wolken liegen in Abhängigkeit
ihrer Oberflächentemperatur im Grauwertbereich von dunkelgrau bis hellweiß. Tiefe und
somit warme Wolken (Nebel, Stratus) erscheinen
im Bild dunkelgrau, mittelhohe Altocumulus- und
Altostratusfelder werden je nach Jahreszeit mittel- bis hellgrau dargestellt und hohe
Wolken sind als weiße Flächen zu identifizieren. Regen- und Gewitterwolken sind meistens
hochreichende und kalte Wolken, sodaß sie im Wettersatellitenbild weiß erscheinen.
Außerdem sind Gewitterwolken an ihrer kreisrunden oder ovalen Form leicht zu erkennen;
sie treten oft isoliert auf. Lange Wolkenbänder mit mehr oder weniger stark ausgeprägter
Krümmung sind Schlechtwetterfronten. Im Mischungsbereich verschieden temperierter
Luftmassen bilden sich hochreichende Wolken aus, die sich bandförmig organisieren. Werden
in bodennahen Schichten warme Luftmassen durch kalte ersetzt, so bezeichnet man das
hellgraue bis weiße Wolkenband als Kaltfront. Kreisrunde oder
ovale Flecken deuten auf eine wetteraktive Schlechtwetterzone mit Gewittern oder starken
Regenschauern hin. Im umgekehrten Fall, wenn eine kalte Luftmasse
durch eine warme ersetzt wird, spricht man von einer Warmfront.
Diese erscheint im Satellitenbild als kurzes, breites und kaum strukturiertes Wolkenband
in hellgrau oder weiß. Bei geschlossener Bewölkung kommt es zu lang anhaltenden
Niederschlägen, zu Dauerregen in der warmen und zu ergiebigen Schneefällen in der kalten
Jahreszeit. Die Okklusion ist ein stark gekrümmtes mittel- bis
hellgraues Wolkenband mit Regen oder Regenschauern, bzw. Schneefall
oder Schneeschauern. Treten auch hellgraue bis weiße Flecken innerhalb des Wolkenbandes
auf, so sind sie ein Hinweis auf gewittrige Schauer. Von den nichtbandförmigen
Wolkenstrukturen sind noch weiße, meist linienförmig angeordnete, kreisrunde
Wolkenzellen erwähnenswert, die zwischen Warm- und Kaltfront liegen und häufig
Hagelunwetter darstellen. Die in einem hochreichenden Kaltluftkörper (Höhentief)
auftretenden Gewitterzellen werden je nach Jahreszeit meistens mittel- und hellgrau
dargestellt.
- WETTERSCHEIDE
- Grenzlinie, die Gebiete mit unterschiedlichen Wetter trennt, vor
allem im Gebirge, z.B. Föhn auf der Alpennordseite, Regen südlich
des Alpenhauptkammes.
- WETTERSCHIFFE
- Gemäß internationaler Vereinbarung von den Anliegern der Ozeane unterhaltene ortsfeste
Schiffe, die hauptsächlich der Wetterbeobachtung als
Grundlage für die Analyse der Wetterlage über den Ozeanen
dienen.
- WETTERSCHLÜSSEL
- Für die (möglichst rasche) Verbreitung von Wettermeldungen ("SYNOP")
eingeführtes, internationales Verschlüsselungsverfahren, das es ermöglicht in
(mindestens) acht Gruppen zu fünf Zahlen die gesamten, von einer Wetterstation
beobachteten Wetterelemente zu erfassen. Dazu gehören:
Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Temperatur, Feuchtigkeit (Taupunkt), Luftdruck und seine Tendenz, Wetterzustand (Niederschlag,
Gewitter, etc.) und sein Verlauf in den letzten 3 Stunden,
Bewölkung (Art, Höhe, Menge), Sichtweite. Die Meßergebnisse
aerologischer Aufstiege (Radiosonden) werden in einem eigenen Code verschlüsselt
("TEMP", "PILOT") und enthalten die Höhe der Druckflächen,
Temperatur, Taupunkt (Depression), Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Angaben über das
Windmaximum (Jet-Stream), die Windscherung und die Höhe und
Temperatur der Tropopause. Für die (halbstündigen)
Wettermeldungen von Flughäfen wird ein spezieller Code verwendet ("METAR"),
ebenso für die Flughafenvorhersagen ("TAF"), die alle 3 bzw.
6 Stunden erstellt werden und das genaue Landewetter für eine Zeitraum von 9 bzw.18
Stunden vorhersagen.
- WETTERSYMBOLE
- In den Wetterkarten werden nach internationaler Vereinbarung definierte Symbole
verwendet, sodaß eine Wetterkarte auf der ganzen Welt gleich
aussieht und von allen Meteorologen, Piloten, Seefahrern, usw. gelesen werden kann.
- WETTERVORHERSAGE
- Die Grundlage für die Wettervorhersage ist die genaue Analyse des aktuellen
Wetterzustandes anhand von Wetterkarten. In der Bodenwetterkarte
wird das Druckfeld durch den Isobarenverlauf dargestellt; man erkennt Tief-
und Hochdruckgebiete. Ähnlich kann das Temperaturfeld durch Abgrenzung der Luftmassen
bzw. durch Einzeichnen der Fronten analysiert werden. Daraus ergibt
sich ein Überblick über die Verteilung der Warm- und Kaltluftmassen. In den
Höhenkarten, in die Meßergebnisse der Radiosonden eingetragen sind, erfolgt die Analyse
durch die topografische Darstellung bestimmter Druckflächen; z.B. werden Höhenlinien der
500-hPa-Fläche eingezeichnet. So läßt sich die Wetterwirksamkeit von Höhentief und
Höhentrog abschätzen. Der nächste Schritt ist, aus der analysierten Wetterkarte die Änderungen derselben für einen bestimmten
Vorhersagezeitraum zu pronostizieren, also eine "Vorhersagekarte" zu
konstruieren. Steht die Verlagerung der Tief- u. Hochdruckgebiete
sowie der Fronten fest, kann man als zweiten Schritt die eigentliche Wettervorhersage für
einen bestimmten Ort oder für ein bestimmtes Gebiet abfassen. Erfolgte früher die
Vorhersage der Druckverteilung halbempirisch nach sog. "Synoptischen Regeln",
werden seit etwa den fünfziger Jahren im zunehmenden Ausmaß die Änderungen der
meteorologischen Feldgrößen (Druck, Temperatur, etc.) mit
Hilfe mathematischer Gleichungen vorausberechnet (umgangssprachlich als
"Computervorhersage" bezeichnet). Sie beruhen auf physikalischen Gesetzen, die
die Prozesse und Abläufe in der Atmosphäre bestimmen. Die Lösung dieser äußerst
komplizierten Gleichungen ist erst durch Einsatz elektronischer Großrechenanlagen
innerhalb einer brauchbaren Zeitspanne möglich. Siehe Numerische Wettervorhersage, Kurzfristvorhersage.
- WILLY-WILLIES
- Name für tropische Wirbelstürme im Bereich der australischen Küste (Indischer Ozean,
Timorsee). Siehe Tropischer Wirbelsturm.
- WIND-CHILL-INDEX
- Wie aus eigener Erfahrung bekannt kann man bei gleicher Temperatur mehr oder weniger
frieren bzw.schwitzen. Das hängt maßgeblich von der Windgeschwindigkeit und der Luftfeuchtigkeit ab. Vor allem bei tieferen Temperaturen und
höheren Windgeschwindigkeiten entsteht eine effektive Empfindungstemperatur, die weit
unter der gemessenen Lufttemperatur liegen kann. Der
Wind-chill-Index ist die effektive Empfindungstemperatur, die sich infolge des turbulenten
Wärmeentzuges an der Hautoberfläche bei einer bestimmten Lufttemperatur und
Windgeschwindigkeit ergibt. So ist z.B. bei eine Lufttemperatur von 0°C und einer
Windgeschwindigkeit von 30 km/h die effektive Empfindungstemperatur auf der Haut -13°C!
Siehe auch Abkühlungsgröße.
- WIND
- Ausgleichende Luftbewegung zwischen hohem und tiefem Luftdruck,
die um so stärker ist, je größer die Luftdruckunterschiede sind. Bei einer nicht
rotierenden Erde würde der Wind entsprechend dem Luftdruckgefälle geradlinig vom Hoch ins Tief wehen. Die ablenkende Kraft der
Erdrotation (Corioliskraft) bewirkt jedoch das Ablenken des
Windes (nach rechts auf der Nordhalbkugel, nach links auf der Südhalbkugel). Diese
Ablenkung kann in der freien Atmosphäre (oberhalb 1000m) etwa 80 Grad betragen, in
Bodennähe jedoch wegen der mehr oder weniger starken Reibung erheblich weniger.In der
freien Atmosphäre weht daher der Wind annähernd isobaren- bzw.
isohypsenparallel. In Bodennähe bewirkt die Reibung somit im Tiefdruckgebiet ein
Einströmen der Luft ins Druckzentrum (und daher Aufsteigen im Zentrum
= Wolkenbildung) bzw. im Hochdruckgebiet ein Ausströmen (und daher Absinken
im Zentrum = Wolkenauflösung). Die Feststellung der Windrichtung erfolgt mit der
Windfahne oder dem Windsack. Dabei gilt immer als Richtung, woher
der Wind weht (Achtung: für Meeresströmungen umgekehrt). Die Maßeinheiten des Windes:
Beaufort-Skala (Stärke 1-17), Meter pro Sekunde (m/s), Kilometer pro Stunde (km/h) und Knoten (kt) = Seemeilen pro Stunde. Im Flugwetterdienst
gilt seit 1949 der Knoten als Geschwindigkeitsmaß (1 Seemeile = 1852m). Zur Umrechnung
der Windgeschwindigkeits-Einheiten dient die Faustregel: Knoten mal 2 minus 10% = km/h;
Knoten geteilt durch 2 = m/s. Die stärkste je gemessene Windgeschwindigkeit trat am
11./12. April 1934 am Mt. Washington, USA, auf mit 103 m/s (gemessene Böenspitzen). In
der freien Atmosphäre wurden im Jetstream Werte bis 150 m/s gemessen.
- WINDDREHUNG
- Winddrehung mit der Höhe. Der Winkel zwischen Isobaren und
Windrichtung hängt von der Rauhigkeit der Unterlage ab (über dem Meer 0-10°, über Land
30-45°). Mit zunehmender Höhe dreht der Wind bis zur Obergrenze der
Reibungszone in ca. 1000-1500m nach rechts, wobei gleichzeitig seine Geschwindigkeit
zunimmt.
- WINDGESCHWINDIGKEIT
- Der Weg der bewegten Luft pro Zeiteinheit; wird in Meter pro Sekunde
(m/s) oder Knoten (kt) = Seemeilen bzw. nautische Meilen/Stunde
(nm/h) ausgedrückt. Umrechnung der Windgeschwindigkeitsmaße: 1 kt = 1 nm/h = 0,51 m/s =
1,85 km/h; 1 m/s = 1,94 kt = 3,6 km/h; 1 km/h = 0,54 kt = 0,28 m/s. Einfache Faustregel
für die Umrechnung von Knoten (im Wetterschlüssel meist angegeben) in Kilometer/Stunde: Wind in Knoten mal 2, dann minus 10% = Wind in km/h.
- WINDGESETZ
- Siehe Barisches Windgesetz.
- WINDHOSE
- Kleinräumiger Wirbelwind, der bereits beträchtliche Schäden anrichten kann; zählt zu
den Groß-Tromben. Tritt auch über dem wärmeren Ozean als "Wasserhose" auf.
Kommt am häufigsten in der Kalmenzone in Ostindien und an der Küste von Guinea vor,
seltener im Mittelmeerraum und in Europa. Siehe Trombe.
- WINDRICHTUNG
- Als Windrichtung wird in der Meteorologie immer die Himmelsrichtung angegeben, aus der
der Wind weht (im Gegensatz zu Meeresströmungen!). Für genaue
Windrichtungsangaben wird in der Flugmeteorologie die 360°-Skala verwendet, zB bedeutet
die Windrichtungsangabe Westwind, daß der Wind aus 270° weht.
- WINDSACK
- Am offenen Ende durch einen Metallring aufgespreizter Sack aus leichtem Stoff, der an
einer Stange aufgehängt durch Füllung und Richtung Windstärke und Windrichtung anzeigt,
meist auf Flugplätzen und an Autobahnbrücken.
- WINDSCHERUNG
- engl. "wind shear", abgek. WS. Luftverwirbelungen zwischen zwei
Windströmungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, aber auch unterschiedlichen
Windrichtungen. Windscherungen machen sich für den Piloten in plötzlichen horizontalen
und vertikalen Windänderungen längs des Flugweges und in in starken vertikalen
Windscherungen bemerkbar. Die wichtigsten Arten: Windscherungen bei einer Inversion in niedriger Höhe, vertikale Windscherungen im Bereich
von Frontflächen, von Gewittern, in Verbindung mit nächtlichen Low Level Jets, ferner in
lokalen Windsystemen oder infolge orographischer Einflüsse. Windscherung verursacht im
zunehmenden Ausmaß während des Starts oder beim beginnenden Steigflug bzw. beim
Landeanflug oder bei der Landung selbst Flugunfälle. Zur Unfallvermeidung wurden an
besonders gefährdeten Flugplätzen Böen- und Windshear-Warnsysteme errichtet. Sie
bestehend aus zahlreiche Windmessern und Drucksensoren, die großflächig speziell im An-
und Abflugbereich aufgestellt sind, um die Intensität und den Weg von Gewitterzellen zu
verfolgen mit dem Ziel, rechtzeitig Warnungen an Piloten herausgeben zu können.
Neuerdings ermöglichen Doppler-Radar und Windprofiler eine wesentlich bessere
(dreidimensionale) Erfassung der Windscherung längs des Flugweges.
- WINDSPRUNG
- Die plötzliche starke Änderung der Windrichtung, besonders bei Kaltfronten. Spielt im
Flugverkehr eine wichtige Rolle, da bei Windsprung die Pistenanflugrichtung rechtzeitig
geändert werden muß.
- WINDSTÄRKE
- Stärke des Windes nach der von Sir F. Beaufort (1806) aufgestellten Skala in 12 Stufen,
die entsprechend den Windwirkungen geschätzt werden können. Die Skala wurde später auf
17 Stufen erweitert. Siehe Beaufort-Skala.
- WINDSTILLE
- Zustand der Luftruhe (Flaute, Kalme, engl. calm), Beaufort-Stärke 0. Die
Windgeschwindigkeit liegt unter etwa 0,5 m/s und kann von den üblichen Windmeßgeräten
nicht mehr angezeigt wird.
- WINTERGEWITTER
- Treten durchwegs als Frontgewitter auf und sind verbunden
mit kräftigem Schneetreiben; am Festland seltener als auf dem Meer.
- WIRBELSTURM
- Allgemein jede wirbelartige stürmische Luftbewegung, im eigentlichen Sinn der tropische
Wirbelsturm. Siehe tropischer Wirbelsturm, Tornado, Trombe.
- WITTERUNG
- Der allgemeine, mittlere oder auch vorherrschende Charakter des Wetterablaufs eines
bestimmten Zeitraumes (von einigen Tagen bis zu einzelnen Jahreszeiten), im Unterschied zu
Wetter und Klima.
- WMO
- Abkürzung für "World Meteorological Organization". Siehe Weltorganisation für Meteorologie.
- WOLKEN
- Ansammlung von kleinen Wassertröpfchen oder Eisteilchen, deren Fallgeschwindigkeit so
gering ist, daß die Wolken in der Atmosphäre zu schweben scheinen. Wolken entstehen
durch Abkühlung feuchter Luft in der Höhe infolge Hebung, bis der Wasserdampf kondensiert. Man unterscheidet Wolken ohne Struktur (Cirrostratus, Altostratus, Stratus, Nimbostratus), Wolken
mit Struktur (Cirrus, Cirrocumulus, Altocumulus, Stratocumulus) und
Wolken mit vorwiegend vertikalem Aufbau (Cumulus, Cumulonimbus). Die Wolken stellen eine Stufe im Wasserkreislauf
dar: von der Erdoberfläche (Meere, Seen, Flüsse, feuchte Erdoberfläche, Vegetation)
verdampft Feuchtigkeit, wird als Wasserdampf in höhere
Bereiche der Troposphäre transportiert, kondensiert dort zu Wolken, aus denen dann das
Wasser in Form von Regen oder Schnee wieder auf
die Erdoberfläche zurückkehrt.
- WOLKENART
- Bezüglich Wolken wird die Troposphäre in drei Stockwerke eingeteilt: das untere
Stockwerk (0 bis ca. 2500 m) mit Cumulus (CU), Stratus
(ST) und Stratocumulus (SC); das mittlere Stockwerk (2500 bis
ca. 5500m): Altocumulus (AC) und Altostratus
(AS); das obere Stockwerk (5500m bis zur Tropopause): Cirrus (CI), Cirrocumulus (CC), Cirrostratus (CS). Wolken mit großer Vertikalerstreckung: Cumulonimbus (CB) und Nimbostratus
(NS). Siehe Wolken, Wolkenatlas.
- WOLKENATLAS
- Ein von der WMO (World Meteorological
Organization) herausgegebener Atlas mit typischen Wolkenbildern zur einheitlichen
Wolkenbestimmung und Codierung im SYNOP-Wetterschlüssel, der 27 Wolkenarten, jeweils 9
für die hohen, mittleren und tiefen Wolken, vorsieht. Jeder
Wolkenart ist ein Symbol in der Wetterkarte zugeordnet. Die
Bezeichnung der Wolkenarten geht auf den engl. Apotheker Luke Howard (1772-1864) zurück,
die sich später dank ihrer lateinischen Benennung international durchsetzten.
- WOLKENAUFZUG
- Beim Herannahen einer Warmfront ziehen die Wolken
in folgender (idealer) Reihenfolge auf: Cirrus und Cirrostratus, Altostratus und Altocumulus, gefolgt von Nimbostratus
und Stratus. Diese charakteristische Wolkenanordnung entsteht an
der Aufgleitfläche der Warmfront, die etwa 1 : 300 geneigt ist. Die Warmluft strömt
dabei über die Warmfrontfläche auf, die die Luftmasse zur
darunterliegenden Kaltluft abgrenzt, wird gehoben und kühlt sich dabei ab, bis es zur
Wolken- und Niederschlagsbildung kommt. Der Wolkenaufzug der Warmfront gilt als
verläßlicher Schlechtwettervorbote.
- WOLKENBASIS
- Siehe Wolkenuntergrenze.
- WOLKENBRUCH
- Sehr starker Niederschlag, in Mitteleuropa definiert ab 60
mm in einer Stunde oder 70 mm in zwei Stunden. Der ausgiebigste Regenfall der Welt wurde
am 4. Juli 1956 in Unionville, Maryland/USA gemessen: 31,2 mm in einer Minute; innerhalb
von 5 Minuten fielen 63 mm in Portobelo, Panama; 305 mm innerhalb einer Stunde wurden in
Holt, US-Bundesstaat Missouri, regisitriert. 1 mm Niederschlag entspricht 1 Liter Regen pro Qudratmeter.
- WOLKENHÖHENMESSER
- Siehe Wolkenscheinwerfer, Ceilometer.
- WOLKENSCHEINWERFER
- Gerät zur Messung der Wolkenhöhe, wobei ein Scheinwerfer senkrecht nach oben strahlt
und an der Wolkenuntergrenze einen Lichtfleck bildet, der
vom Boden aus mittels Pendelquadranten anvisiert wird. Aus der horizontaler Entfernung
zwischen Beobachter und Wolkenscheinwerfer (meist 200m) und dem gemessenen Winkel wird die
Höhe der Wolkenuntergrenze berechnet. Heute weitgehend durch Ceilometer
ersetzt. Siehe auch Wolkenuntergrenze.
- WOLKENSTRAßEN
- Eine von Segelfliegern sehr geschätzte Form der organisierten Konvektion
stellen die Wolkenstraßen dar. Sie können sich über mehrere hundert Kilometer
erstrecken und sind am Satellitenbild besonders deutlich erkennbar. Wolkenstraßen
bestehen aus gleichmäßig angeordneten Quellwolken annähernd
parallel zur Windrichtung. Sie entstehen unter bestimmten Voraussetzungen: Zunahme der
Windgeschwindigkeit mit der Höhe bei gleichbleibender Windrichtung, Windmaximum etwa im
oberen Drittel der Schicht, Inversion in 2-3 km Höhe.
- WOLKENUNTERGRENZE
- Die genaue Beobachtung und Vorhersage der Höhe der Wolkenuntergrenze (Wolkenbasis) ist
speziell für den Sichflugverkehr besonders wichtig. Die Höhe kann mittels Wolkenscheinwerfer (veraltet) oder Ceilometer
(Laufzeitmessung eines Licht- oder Radarimpulses) gemessen werden; in den Bergen ist die
Bestimmung der ungefähren Höhe an bekannten Punkten der Topografie möglich. Auch aus
der Steigzeit von Pilotballonen kann die Wolkenuntergrenze bestimmt werden, wenn die
Steiggeschwindigkeit bekannt ist. Die Basis von Cumulus-Wolken kann
auch aus der Taupunktsdifferenz bestimmt werden. In der internationalen Luftfahrt wird die
Wolkenuntergrenze in Fuß (ft) angegeben: 100ft = 30,5m. Neben der Sichtweite
ist die Höhe der Wolkenuntergrenze auch für den Instrumentenflug ein wichtiges
flugmeteorologisches Element. Sie ist entscheidend dafür, ob ein Start bzw. eine Landung
und damit ein Flug überhaupt möglich sind. Die Wolkenuntergrenze ist in ihrer Struktur
sehr unterschiedlich; es können auch kurzzeitig größere Schwankungen auftreten.
Tiefliegender Stratus oder Hochnebel hat
meist eine diffuse Untergrenze. Cumulus hingegen haben eine glatte
Untergrenze (=Kondensationsniveau); ihre Höhe weist
nur Schwankungen im Tagesgang auf. Bei stärkerem und anhaltenden Niederschlag
bilden sich unter der Wolke durch Verdunstung der fallenden
Regentropfen Wolkenfetzen (stratus fractus) mit einem Bedeckungsgrad von 4 bis 7/8 und
schwankenden Untergrenzen. Der Tagesgang der Höhe der CU-Wolkenuntergrenze hängt von der
Jahreszeit (Ausmaß der Einstrahlung) und der Stabilität der Schichtung ab. Das Ansteigen der CU-Basis über die Mittagszeit
ist auf die Vergrößerung der Taupunktsdifferenz (Spread) infolge der Erwärmung durch
die Sonneneinstrahlung zurückzuführen. Nachts tritt der gegegenteilige Effekt auf: Die
nächtliche Abkühlung infolge Ausstrahlung verringert den
Spread, die Basis sinkt ab. Faustformel für die Berechnung der Höhe derWolkenuntergrenze
von Quellwolken: Höhe in Meter = 122 mal Spread; Höhe in Fuß
= 400 mal Spread.
- WORLD METEOROLOGICAL ORGANIZATION
- (WMO). Siehe "Weltorganisation für
Meteorologie".
- ZIRKULATION
- Das allgemeine Zirkulations-System der Atmosphäre, also die typische globale Wind- und Druckverteilung, wird vom Äquator bis zu den Polen hin
unterteilt in: 1. eine schmale äquatoriale Tiefdruckrinne mit leichten bodennahen
Westwinden und allgemein aufsteigender Luftbewegung (innertropische Kovergenz); 2. bis
etwa 30 Grad Breite die Passatzone (Nordostpassat auf der Nordhalbkugel, Südostpassat auf
der Südhalbkugel); 3. der subtropische Hochdruckgürtel (Roßbreiten), Ursprung der
Passate; 4. die Westwindzone der mittleren Breiten mit wandernden Hoch-
und Tiedruckgebieten; 5. schwach ausgeprägte Hochdruckgebiete über den Polen. Die
Zirkulation der Atmosphäre bewirkt zusammen mit den warmen und kalten Meeresströmungen,
daß die unterschiedliche Temperaturverteilung auf der Erdoberfläche zwischen Äquator
und den Polen ausgeglichen wird.
- ZUGSTRAßEN
- Zugstraßen der Zyklonen. Die Zyklonen, die auf Europa treffen, werden meist an der Polarfront über dem Nordatlantik gebildet. Entsprechend dem in
unseren Breiten vorherrschenden Westwindband verlaufen deren Zugbahnen in
ostnordöstlicher Richtung. Typische Zugbahnen der Tiefdruckgebiete in Europa wurden von
W.J. van Bebber (1841-1909) für den Zeitraum 1876-1880 statistisch erfaßt und mit
römischen Ziffern I bis V bezeichnet. Für Mitteleuropa spielen dabei die Zugstraßen IVb
(entlang der Nord- und Ostseeküste) und besonders die Zugstraße Vb (von der Adria über
Ungarn nach Polen verlaufend) eine Rolle. Vb-Zyklonen sind an fast allen Donau- und
Oder-Hochwassern beteiligt. Die übrigen Zugbahnen haben sich jedoch als nicht so relevant
herausgestellt und haben im praktischen Synoptischen Dienst kaum Bedeutung. Siehe Fünf-B-Zyklone.
- ZWISCHENHOCH
- Kleines, wanderndes Hochdruckgebiet, das zwischen zwei aufeinander folgenden
Tiedruckgebieten eingebettet ist und mit diesen meist ostwärts zieht. Das damit
verbundene Schönwetter ist dadurch nur von kurzer Dauer.
- ZYKLON
- Ältere Bezeichnung für den tropischen Wirbelsturm; heute
noch für die tropischen Wirbelstürme im Golf von Bengalen verwendet.
- ZYKLONAL
- Bewegungsrichtung der Luft auf der Nordhalbkugel entgegen dem
Uhrzeigersinn, um ein Gebiet tiefen Luftdrucks (einer Zyklone). Als
zyklonales Wetter bezeichnet man ein Wetter, das unter dem Einfluß
einer Tiefdruckzone steht, im Gegensatz zum antizyklonalen, unter Hochdruckeinfluß
stehenden Wetter. Gegensatz: antizyklonal.
- ZYKLONE
- Bezeichnung für Tiedruckgebiet, Depression. Gegensatz: Antizyklone.
Siehe Tief, Cut-off-Zyklone, Genua-Zyklone, Islandtief.
- ZYKLONENFAMILIE
- An ein und derselben Frontalzone bilden sich meist mehrere
Zyklonen, die in einem Abstand von 1-2 Tagen ostwärts wandern und unterschiedliche
Entwicklungsstadien aufweisen. Die "Familie" reicht von der jungen Zyklone (Wellenstörung), die sich über dem Nordatlantik bildet,
über das Entwicklungs- und Reifestadium bis zur Okklusion (meist
bereits weit über Osteuropa) und umfaßt meist 3-5 "Mitglieder". Besonders
eindrucksvoll im Satellitenbild erkennbar.
|
|