Wie nehmen Jugendliche europäisierte/globalisierte Politik wahr, welche Probleme, Themen und Akteure werden als „politisch“ gesehen? Welche konventionellen und nicht konventionellen Formen der politischen Teilnahme erkennen bzw. praktizieren Jugendliche?
Wir gehen davon aus, dass sich politische Prozesse der Globalisierung und Europäisierung in der Wahrnehmung und Interpretation des Politischen niederschlagen. Wir gehen weiters davon aus, dass es diese je spezifischen Wahrnehmungen von Politik (Inhalte, Prozesse, Ebenen und Akteure) sind, die den Möglichkeitsraum der politischen Partizipation der Jugendlichen definieren.
Das Projekt untersucht jugendliche Perzeptionen (i. e. Wahrnehmungen und Beurteilungen) von Politik unter der Perspektive von Inklusion/Exklusion. Um Inklusions- bzw. Exklusionsprozesse und –politiken zu erforschen konzentrieren wir uns dabei auf das Konzept der Zugehörigkeit. Dieses umfasst mindestens zwei Dimensionen: Eine subjektive – wie denken SchülerInnen über die eigene und fremde Zugehörigkeit – und eine politische – wie regelt Politik Zugehörigkeit(en) und wie werden Rechte und Pflichten entlang von Zugehörigkeit(en) verteilt.
Das Projekt wird in enger Kooperation mit drei Schulen in unterschiedlichen gesellschaftlichen und regionalen Kontexten durchgeführt; das methodische Prinzip lautet: Schüler/innen beforschen Peers (16 – 18-jährige Jugendliche) in Form von Gruppendiskussionen und einer selbst durchgeführten Umfrage in Zusammenarbeit mit und unter Anleitung von Wissenschafter/innen.
Die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung werden an eine breitere Öffentlichkeit weitergegeben (Eltern, Mitschüler/innen, Medien, Politik), in die wissenschaftliche Community eingebracht (Publikationen, internationale Forschungsnetzwerke) und auch in die „Bildungspartnerschaft“ zwischen Schulen und Universitäten (Lehrmaterialien und Workshops) einfließen.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (bm:wf) finanziert
Laufzeit: September 2009 – September 2011
Projektkoordination: Sieglinde Rosenberger
ProjektmitarbeiterInnen: Aleksandra Ptaszynska and Florian Walter