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Laufende Forschungsprojekte und Kooperationen

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  Forschungsberichte

  Living Rooms: The Art of Mobilizing Belonging(s)

Im Rahmen von Migration und kultureller Diversität kommt der politischen Mobilisierung von Zugehörigkeit große Bedeutung zu. Politische Akteure, insbesondere jene mit deutlichem Anti-Immigrationsprofil, nutzen die Zugehörigkeitsrhetorik zur Inklusion bzw. Exklusion, zur Formulierung ausgrenzender Politik. Und auch im alltäglichen Zusammenleben werden Konflikte zunehmend entlang ethnischer, religiöser und kultureller Differenzen gedeutet. Vor diesem Hintergrund möchte dieses Projekt dazu beitragen, a) die Art und Weise der Mobilisierung von subjektiven, emotionsbeladenen Zugehörigkeiten im konkreten sozialen und räumlichen Umfeld besser zu verstehen und b) den Zusammenhang zwischen mobilisierten Zugehörigkeiten und Grenzziehungen und -verschiebungen zu erkennen und zu reflektieren.

Dafuür wird das Projekt eine Methodologie an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft entwickeln. Ein Wiener Gemeindebau, unter dem Blickwinkel von Zugehörigkeit und Heimat vielfach interessant, ist das empirische Untersuchungsfeld. Klassische sozialwissenschaftliche Methoden werden mit einer künstlerischen Intervention zusammengeführt – ausgewählte Gruppen von BewohnerInnen werden in einem von KünstlerInnen geschaffenen Wohnzimmer Gegenstände bewegen. Dies erlaubt eine visuelle Repräsentation von Zugehörigkeit: Die Objekte werden Teil einer „Sprache“, mit der sich die BewohnerInnen ausdrücken.

Dieses Setting verkörpert die wichtigste Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft und macht das Projekt innovativ. Es ist ein physischer Raum zwischen öffentlich und privat, in dem materielle Gegenstände bewegt werden, aber auch ein „hyperkultureller Raum“, in dem imaginierte Grenzen überbrückt, verschoben oder verstärkt werden. Mit und in diesem Raum im Gemeindebau werden KünstlerInnen, SozialwissenschaftlerInnen und BürgerInnen gemeinsam neue Erkenntnisse über Zugehörigkeiten hervorbringen.

Projektinanzierung: Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds
Projektdauer: Mai 2010 bis April 2012
Projektkoorination: Sieglinde Rosenberger
Projektmitarbeiterin: Julia Mourao Permoser

 

SOM. Support and Opposition to Migration. A Cross National Comparison of the Politicization of Migration

The research project investigates processes of politicization of migration from a comparative perspective in seven European countries: Austria, Belgium, UK, Ireland, Netherlands, Spain, and Switzerland. Focusing on the role of four major actors –- the state, political parties, social movements, and the media -- the project aims at explaining how and why the presence of immigrants and their full political and social participation becomes politicized in each national context, as well as which factors explain cross-national differences in this politicization between the selected countries.

The project is carried out in cooperation with the following institutions: Université de Neuchâtel, Universiteit van Amsterdam, Trinity College Dublin, University of Manchester, University of Bath, Free University of Brussels


Projektfinanzierung: European Commission (7th Framework Programme)
Laufzeit: Oktober 2009 - Juni 2012
Koordination Österreich: Sieglinde Rosenberger
Projektmitarbeiterinnen: Sarah Meyer, Teresa Peintinger

http://www.som-project.eu

  ELECDEM. Training Network in electoral Democracy

Projektfinanzierung: Europäische Kommission (Marie Curie Training Programm)
Projektdauer: Oktober 2009 bis September 2012
Projektkoorination: Sieglinde Rosenberger
Projektmitarbeiter: Steven Van Hauwaert

 

GLO-PART. Young Participation in Glo-cal Politics. Adolescent Perceptions of and Interventions in Europeanized and Globalized Politics.

 

Wie nehmen Jugendliche europäisierte/globalisierte Politik wahr, welche Probleme, Themen und Akteure werden als „politisch“ gesehen? Welche konventionellen und nicht konventionellen Formen der politischen Teilnahme erkennen bzw. praktizieren Jugendliche?

Wir gehen davon aus, dass sich politische Prozesse der Globalisierung und Europäisierung in der Wahrnehmung und Interpretation des Politischen niederschlagen. Wir gehen weiters davon aus, dass es diese je spezifischen Wahrnehmungen von Politik (Inhalte, Prozesse, Ebenen und Akteure) sind, die den Möglichkeitsraum der politischen Partizipation der Jugendlichen definieren.

Das Projekt untersucht jugendliche Perzeptionen (i. e. Wahrnehmungen und Beurteilungen) von Politik unter der Perspektive von Inklusion/Exklusion. Um Inklusions- bzw. Exklusionsprozesse und –politiken zu erforschen konzentrieren wir uns dabei auf das Konzept der Zugehörigkeit. Dieses umfasst mindestens zwei Dimensionen: Eine subjektive – wie denken SchülerInnen über die eigene und fremde Zugehörigkeit – und eine politische – wie regelt Politik Zugehörigkeit(en) und wie werden Rechte und Pflichten entlang von Zugehörigkeit(en) verteilt.

Das Projekt wird in enger Kooperation mit drei Schulen in unterschiedlichen gesellschaftlichen und regionalen Kontexten durchgeführt; das methodische Prinzip lautet: Schüler/innen beforschen Peers (16 – 18-jährige Jugendliche) in Form von Gruppendiskussionen und einer selbst durchgeführten Umfrage in Zusammenarbeit mit und unter Anleitung von Wissenschafter/innen.

Die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung werden an eine breitere Öffentlichkeit weitergegeben (Eltern, Mitschüler/innen, Medien, Politik), in die wissenschaftliche Community eingebracht (Publikationen, internationale Forschungsnetzwerke) und auch in die „Bildungspartnerschaft“ zwischen Schulen und Universitäten (Lehrmaterialien und Workshops) einfließen.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (bm:wf) finanziert
Laufzeit: September 2009 – September 2011
Projektkoordination: Sieglinde Rosenberger
ProjektmitarbeiterInnen: Aleksandra Ptaszynska and Florian Walter

http://www.sparklingscience.at

http://www.bmwf.gv.at

  ASYL. Die Achtung der Menschenrechte auf dem Prüfstand: Die Unterbringung von AsylwerberInnen zwischen Regulierung, Ermessensspielräumen und Kampagnen

Die Unterbringung von asylsuchenden Menschen ist im europäischen Mehrebenensystem Thema (umstrittener) politischer Entscheidungen, aber auch von nationalen, regionalen und lokalen Konflikten. Menschenrechte und
die Qualität der Demokratie stehen dabei auf dem Prüfstand, denn KritikerInnen sprechen von „lagerähnlichen“ Zuständen. Das Projekt will die stark ausdifferenzierte Unterbringung in Österreich erheben, behördliche Ermessensspielräume bei der Umsetzung von Rechtsnormen
ausloten, die Achtung der Grundrechte und Freiheiten untersuchen sowie maßgebliche Faktoren der Ablehnung von und Mobilisierung gegen die Unterbringung von asylwerbenden Personen identifizieren.

Projektfinanzierung: Zukunftsfonds der Republik Österreich
Projektdauer: November 2009 bis April 2011
Projektkoorination: Sieglinde Rosenberger
Projektmitarbeiterin: Alexandra König