Projekt: “Staat, militärische Privatisierung und Geschlecht”

Jänner 2012 bis April 2013: Projektleitung
(Fördergeber: FWF, Erwin Schrödinger-Stipendium)

Im Zuge globaler Veränderungen und neoliberaler Staatstransformationen haben private Akteure gegenüber staatlichen Streitkräften in militärischen Operationen an Bedeutung gewonnen. Das Projekt untersuchte die geschlechtsspezifischen Auswirkungen dieses Prozesses und insbesondere seinen Einfluss auf das Verhältnis von Staat und Geschlecht. In einer Fallstudie zu den USA wurden die Implikationen von militärischem Outsourcing auf den Ebenen von geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung, Geschlechterpolitik, und Geschlechterideologien/-diskursen analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass militärische Privatisierung Frauen von militärischen Arbeitsmärkten verdrängt, Gleichstellungspolitiken untergräbt und hierarchische Geschlechterideologien bekräftigt. Diese Entwicklungen stärken den Zusammenhang zwischen staatlich sanktionierter Gewalt und Männlichkeit und stellen daher einen Prozess der Remaskulinisierung dar. Weiters untersuchte das Projekt die Integration von ‚Gender-Wissen‘ als Legitimationsstrategie in der privaten Sicherheitsindustrie. Die Studie evaluierte bisherige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema aus einer Geschlechterperspektive und analysierte Primär- und Sekundärquellen, wie Industriedokumente (z.B. Verhaltenskodizes), Regierungsberichte, Policy-Papiere, Medienberichterstattung und Websites militärischer Sicherheitsdienstleister.