Von der Warnung bis zum Ultimatum – Drohungen in der Politik. Über die Einsätze, Bedeutungen und Funktionen eines – fragwürdigen? – Instruments.

Ö1 “Punkt Eins”  | 11.08.2017
Gäste: Univ.-Prof. Dr. Saskia Stachowitsch, Professorin für Internationale Politik, wissenschaftliche Leiterin des OIIP und Prof. Markus Kornprobst, M.A., Ph.D., Professor für Internationale Beziehungen, Diplomatische Akademie Wien.
Moderation: Barbara Zeithammer.

(c): Punkt eins 11.08.2017, ORF/Ö1

Mit “Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat” droht der US-amerikanische Präsident Donald Trump dem nordkoreanischen Regime und prahlt mit seinen Atomwaffen. Die Führung Nordkoreas präzisierte am Donnerstag ihre Angriffspläne, drohte erneut damit, mehrere Raketen in Richtung der Insel Guam abzufeuern und bezeichnet seine strategischen Waffen als “wichtiges militärisches Mittel, um entschlossen den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA sowie ihre militärischen Drohungen zu kontern”.

Politiker aus Europa und China mahnen beide Staaten zur Mäßigung; weltweit wächst die Verunsicherung: Wie sind derartige Drohungen zu bewerten und zu interpretieren? Und wie könnte es nun weitergehen? Welche Möglichkeiten gibt es, aus der Spirale der gegenseitigen Drohungen auszusteigen?

Für Barbara Zeithammer und ihre Gäste Saskia Stachowitsch und Markus Kornprobst sind die jüngsten Ereignisse Anlass, über die Drohung als politisches Mittel zu diskutieren.

Saskia Stachowitsch ist Professorin für Internationale Politik am Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien und wissenschaftliche Direktorin des OIIP – Österreichisches Institut für Internationale Politik. Markus Kornprobst ist Professor für Internationale Beziehungen und Fachbereichsleiter für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Diplomatischen Akademie Wien.

Welche Bedeutung haben Drohungen in internationalen Beziehungen, welche Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit eines Staates? Sind sie primär als Zeichen von Schwäche und Hilflosigkeit zu interpretieren oder als möglicherweise letztes, legitimes Mittel in einem Konflikt? Lassen sich aus der Geschichte Schlüsse ziehen, wie oft und wann Staaten Drohungen wahr gemacht haben, nur aus Angst, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren und als Schwächling zu gelten, würden sie zurückrudern?