Josef Plecnik,
Umbau der Pfarrkirche Christi Himmelfahrt in Bogojina, Slowenien
(1925 - 1927)

(Jožef Plecnik, Župnijska cerkev Gospodovega vnebohoda )


Josef (Josip, Jozef) Plecnik (* Lubljana 1871, + Lubljana 1957) erweiterte 1925 - 1927 die Kirche Christi Himmelfahrt in Bogojina, Slowenien, die als einer seiner Hauptwerke gilt. Dennoch wird der Bau zumindest bei den deutschsprachigen Webseiten meist stiefmüttlerlich behandet, wie überhaupt Josef Plecnik in dieser Hinsicht meist im Schatten Otto Wagners steht.

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Ansicht der Kirche von Westen mit dem markanten Rundturm.
 

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Luftbildaufnahme. Ansicht von der Nordseite. Der Rundturm befindet sich rechts
der Eingangshalle.Das anschließende Querdach und der halbrunde Abschluß der
Eingangshalle markiert die Größe der mittelalterlichen Kirche.
 

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Grundriß des Neubaus von Plecnik. Der mittelalterlichen
und später barockisierten Kirche ist eine Art Narthex
vorgelegt. Die ehemalige Nordwand wurde gegen das neue
Langhaus in Bogenarkaden geöffnet. Deutlich ist die
asymmetrische Konzeption der moderen Arkaden im
Langhaus zu erkennen: während an der rechten Seite die
Arkaden der Wand unmitelbar vorgestellt sind, trennen sie
an der linken Seite ein schmales Seitenschiff ab.


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Südansicht der Kirche vor dem Um- und Erweiterungsbau durch
Plecnik. Der Kirchentypus entspricht dem schlichter Landkirchen.
 

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Blick vom Langhaus gegen die Orgelempore bzw. in die
jetzt als Eingangshalle dienende, quergelagerte alte Kirche.
Zu Beachten ist die Balkendecke mit den "Teller"-Rosetten

 

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Blick vom Langhaus gegen den Chor. Der bemerkenswerte
Hochaltar steht in einer platt schließenden Chornische. Rechts
davor die als Rundbau gestaltete Kanzel aus schwarzem Marmor.

 

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Ansicht des Hochaltares. Man beachte die für Plecnik typische Verschmelzung
von Elementen der Klassischen Kunst (Altaraufbau), Jugendstilelementen und
Versatzstücken der örtlichen Volkskunst (Keramikkrüge und Vasen als Zierelemente).
Als figuraler Schmuck werden Barockzitate (Putti) am Architrav und auf der Kanzel appliziert.
 

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Die Eichenholzdecke ist für einen Sakralraum konstruktiv sehr einfach gehalten und
könnte sich ebenso gut in einem Privat- oder Bauernhaus befinden. Wie schon bei
den anderen Details der Kirche setzt Plecnik jedoch die verschiedensten Materialien
in einen spannenden Dialog: dunkles Eichenholz, dekorative "Metallnägel" und
Keramikteller, die wie die Rosetten einer klassischen Kasettendecke die Fläche
rhythmisieren.

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Bei den Zierscheiben verwendet Plecnik bewußt Keramikteller als Hinweis auf die
heimische Volkskunst. Sie wurden von einer örtlichen Töpferwerkstatt angefertigt,
die normalerweise Gebrauchskeramik herstellte.


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