Erweiterte
Online-Fassung der Erstpublikation in: Österreichische Zeitschrift für
Kunst und Denkmalpflege LIX, 2005, Heft 2, S. 173 - 183.
(Erschien April
2006)
Historische Fakten und Forschungshypothesen
Bestandsuntersuchung
Charakteristik
des Baugefüges
Kellerraum
Nord-
und Ostwand
Süd-
und Westwand
Gewölbe
Chorraum
und ehemaliges 1. Obergeschoß
Nordwand
Ostwand
Südwand
Westwand
Langhaus
Versuch einer baugeschichtlichen Rekonstruktion
Phase
I: Stadtmauer mit Eckturm
Phase
II: Wohnturm mit kleinem Kapellenraum
Phase
III: Turm mit Kapellenobergeschoß
Phase
IV: Erweiterung des Kapellenraumes auf das ehemalige Erdgeschoß
Phase
V: Turmerhöhung
Durch die 1996 vom Bundesdenkmalamt begonnen Restaurierungen und Bestandssicherungen
der Fresken und Wandverputze im Chorraum der Martinskapelle von Bregenz ergab
sich die günstige Gelegenheit, die Gerüste im Untergeschoß des
Martinsturmes auch für eine neuerliche bauhistorische Untersuchung zu benützen
[1]. Beobachtungen zur baulichen Genese des Martinsturmes haben sich schon anläßlich
der Restaurierungen von 1910/14 und 1952 ergeben, doch liegen davon keine ausführlichen
bauhistorischen Befunde vor. Wertvolle Hinweise zur bauanalytischen Fragestellung
wurden 1982 von Erika Doberer [2] publiziert, welche für ihre Untersuchungen
eine photogrammetrische Bestandsaufnahme heranziehen konnte. Weitere Einzelbeobachtungen
zur Baugeschichte hat Ilse Krumpöck [3] 1992 in ihrer Dissertation festgehalten,
allerdings lag hier der Schwerpunkt auf der kunsthistorischen Analyse des Freskenzyklus
aus dem 14. Jahrhundert. Bei den statischen Sicherungsmaßnahmen 1994 und
1995 wurden offensichtlich keine baugeschichtlich relevanten Beobachtungen zur
Genese des Martinsturmes dokumentiert.
Ziel der jüngsten Bauuntersuchung war es - unter Berücksichtigung
der Beobachtungen des Restauratorenteams [4] über die Freskierung -, weitere
bauliche Quellen zu erschließen. Die bauhistorischen Untersuchungen beschränkten
sich wegen des Denkmalwertes der Freskierung und der Wandverputze ausschließlich
auf die Autopsie des Chorraumes. Zur Klärung des Baugefüges von Turm
und Langhaus wurden außerdem der Dachbereich über dem Langhaus und
insbesondere die an der Westwand des Martinsturmes möglichen Baubefunde
beobachtet. Leider gestatteten es die derzeitigen Miet- und Wohnverhältnisse
aus zeitlichen Gründen nicht, hier eingehende Analysen vorzunehmen. Die
Befunddokumentation mußte sich auf die Photographie beschränken;
eine dringend notwendige Klärung der Baugeometrie durch ein genaues Aufmaß
stellt ein weiteres Desideratum der Bauforschung dar. Gleiches gilt für
den angrenzenden Kellerbereich der sogenannten "Versorgungsstation",
Martinsgasse 1.
Die Obergeschosse des Martinsturmes wurden bis in den Dachraum des frühbarocken
Zwiebelturms begangen, wobei die Überprüfung des publizierten Bestandes
im Vordergrund stand. Wichtig war außerdem die Frage nach dem Versatz
der vom Keller bis in den Zwiebelhelm durchlaufenden Stützkonstruktion,
deren Verlauf nur durch einen Nord-Süd-Schnitt planlich festgehalten ist.
Die Begehung des Kellergeschosses unter dem Chorraum erwies sich für die
Analyse der Mauerwerksstruktur von Wichtigkeit, obwohl auch hier durch die zeitweilige
Nutzung als Depotraum für Gartensträucher eine detaillierte Untersuchung
sehr erschwert wurde [5].
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Historische Fakten und ForschungshypothesenDie historischen Eckdaten zur Baugeschichte des Martinsturmes
und der Kapelle sind im wesentlichen zuletzt von Ilse Krumpöck
[6] in ihrer Dissertation 1992 zusammengefaßt worden und beruhen
auf den älteren Arbeiten von Ransperg [7] (1652), Vanotti [8]
(1845), Ulmer [9] (1925, 1936), Sandner [10] (1953), Bilgeri [11]
(1980) und Doberer [12] (1982).
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BestandsuntersuchungCharakteristik des Baugefüges
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Der Kellerraum hat annähernd quadratischen Grundriß
und wird von einer quadratischen, gedrungenen Mittelstütze, welche das
Kreuzgratgewölbe trägt, in vier Raumabschnitte geteilt. Die weitere
Binnengliederung erfolgt durch moderne Lattengitter bzw. dünne Holzwände
und soll hier nicht weiter beachtet werden.
Der Keller ist durch ein Rundbogenportal und über eine kurze gemauerte
Treppe in der Südwestecke zu betreten. Das Portal zeigt eine einfache Abfasung
mit einem typisch spätgotisch-frühneuzeitlichen Auslauf zur vollen
Werkform. Allerdings wurde das Portalgewände bei der letzten Restaurierung
offensichtlich zur Gänze erneuert. In der Anlage ist es zweifellos älter
als die Kellergewölbe, welche auf die relativ große Portalöffnung
Rücksicht nehmen. Da sich im Mauerwerk nirgends eine weitere Portalöffnung
nachweisen läßt, befindet sich das Portal in situ.
Über dem Portal wurde während der jüngsten Restaurierung bei
einer Fehlstelle im Chorraum ein relativ schmaler, spitzbogiger Entlastungsbogen
sichtbar, dessen Scheitel ca. 50 cm über dem jetzigen Innenniveau liegt.
Der Bogen dürfte zum älteren Kellerportal des hochmittelalterlichen
Turmbaus gehören, das wesentlich schmäler angelegt worden war. Das
jetzige Portal ist in seiner Anlage eine vorbarocke Erweiterung des Zugangs
zum Keller und dürfte ins ausgehende Spätmittelalter zu datieren sein.
Ein Zusammenhang mit den Veränderungen im Chorraum aus der Zeit um 1498
wäre denkbar.
Die kurze Stiegenanlage ins Kellergeschoß gehört in die Zeit der
Wölbung, ist aber stark erneuert.
Die Belichtung des Kellers erfolgt durch je ein querliegendes Rechteckfenster
in der Nord-, Ost- und Südwand. Die breiten und tiefen Gewände des
Nordfensters sind teilweise mit Sandsteinplatten ausgelegt, das Überlager
besteht aus ebensolchen Platten. An der Ostwand besteht der Sturz aus einem
jüngeren Holzbrett, an der Südseite sind die Gewände verputzt.
Die Fenster der Nord- und Ostwand werden vom späteren, barocken Gewölbe
überschnitten. Ihre relativ breite Dimensionierung - man vergleiche dazu
die wesentlich schmäleren Fenster im ehemaligen Turmerdgeschoß -
belegt, daß sie nicht zum ersten Konzept des Turmes aus dem 13. Jahrhundert
gehören und in die spätmittelalterliche Phase zu datieren sind.
Ein weiterer Hinweis auf eine spätmittelalterliche Umbauphase im Kellerbereich
ist neben der Portalerweiterung und der Durchfensterung der Einbau eines geböschten
Strebepfeilers in der Südwestecke des Kellers. Der Pfeiler läuft mit
Fuge an die Südmauer des Kellers an und wird vom barocken Gewölbe
überbaut. Er zeigt ein generell für das Spätmittelalter und die
frühe Neuzeit charakteristisches Zwickelmauerwerk aus größeren,
mit dem Hammer zugerichteten Bruchsteinen, die in den Lager- und Stoßfugen
stark mit kleinen Steinen ausgezwickt sind. Es spricht nichts gegen eine Datierung
um 1500.
Die Funktion dieses Strebepfeilers ist unklar. Sein unregelmäßiger
und stark abgeschrägter oberer Verlauf - vielleicht eine verputzte Abbruchstelle
- könnte möglicherweise auf eine hier ansetzende Wölbung der
Vorgängerdecke schließen lassen.
Das Mauerwerk der Nord- und Ostwand ist einheitlich aufgebaut und besteht ausschließlich
aus Flußgeröllen (Lesesteinen, regional als sogenanntes "Bollenmauerwerk"
bezeichnet), die in möglichst horizontalen Schichten verlegt wurden. Nach
durchschnittlich fünf Schichten folgt eine dünnere Ausgleichsschicht.
Über längere Strecken sind innerhalb dieser Schichtpakete mehr oder
weniger stark ausgeprägte Streifen von "opus spicatum" verlegt.
Dieses Mauerwerk, welches hier zwei Seiten des Kellergeschosses bildet, kann
im gesamten unteren Bereich der Stadtmauer nachgewiesen werden und ist seiner
Struktur nach spätromanisch bzw. spätestens in die erste Hälfte
des 13. Jahrhunderts zu datieren.
Die Süd- und Westwand weisen ebenfalls eine gemeinsame
Mauerwerkstruktur auf, die sich jedoch in charakteristischer Weise von jener
der Nord- und Ostwand unterscheidet. Der Anteil an Lesesteinen ist hier auffallend
gering, es dominieren längliche, eher plattig abgearbeitete Formate. Die
Lagerfugen verlaufen weniger sorgfältig horizontal. Die Abgleichsschichten
fehlen bzw. sind nicht deutlich ausgeprägt. Auch hier gibt es längere
Streifen von "opus spicatum", wie besonders eindrucksvoll an der Westwand
zu erkennen ist.
Die Struktur der Süd- und Westmauer unterscheidet sich zwar in Material
("Bollenmauerwerk" - plattiges Mauerwerk) und Versatzweise, doch belegt
das "opus spicatum" ebenfalls eine Datierung in die erste Hälfte
des 13. Jahrhunderts. Es wurde demnach zunächst die Stadtmauer errichtet
und anschließend der Kellerraum bzw. der Turmkörper. Dies entspricht
durchaus den Baugepflogenheiten im Wehr- und Burgenbau, sodaß Stadtmauer
und Turmbau - vorbehaltlich weiterer Untersuchungen und Vermessungen - einem
Konzept zugeordnet werden können.
Das Gewölbe erweist sich wegen der Überlagerungen mit den Fenstern
und dem Strebepfeiler als nachmittelalterlich. Es wurde relativ sorgfältig
über einer Bretterschalung gemauert, wobei die Schalungsabdrücke auf
gesägte Bretter schließen lassen. Dies spricht ebenfalls für
eine Datierung in die Barockzeit. Der Mittelpfeiler besteht aus grob mit dem
Spitzeisen zugerichteten Einzelblöcken, deren Seitenlänge dem Pfeilerquerschnitt
entspricht. Etwas weniger monumental sind die an der Ost- und Südwand mit
Fuge angestellten Wandpfeiler gemauert, während an der West- und Nordmauer
die Gewölbefüße glatt auslaufen.
Die Geometrie des Gewölbes liegt asymmetrisch aus der Nord-Südachse
verschoben, was durch die Anlage der einseitig angeordneten Wandpfeiler bewirkt
wird. Außerdem ergeben sich daraus unterschiedlich steile Gewölbeprofile.
Eine Erklärung für diese Asymmetrie wurde bisher nicht gefunden, sie
ist jedoch zweifellos gewollt und setzt sich unter schrittweiser Korrektur bis
ins letzte Turmgeschoß fort.
Die Datierung in die Neuzeit wird unterschiedlich angesetzt. Ulmer [29] bringt
eine Quelle, in der ein neues Gewölbe von "30 Schuh Seitenlänge"
genannt wird. Dieser Einbau fällt nach Krumpöck [30] in die Zeit des
Langhausbaus, der 1701 mit der Öffnung der Turmwestwand durch den barocken
Triumphbogen erfolgte. Allerdings nimmt sie und alle bisherigen Autoren an,
daß das Langhaus aus einer Adaptierung des mittelalterlichen "festen
Hauses" hervorging. Tatsächlich jedoch war dieser mittelalterliche
Bau bis zu seinem Abbruch um 1701 schmäler als die heutige Baulinie, was
sowohl durch den Abdruck der alten Giebellinie am Dachboden der "Versorgungsstation"
nachzuweisen ist, als auch durch die Stadtansichten vor 1701.
Die Südwand dieses spätmittelalterlichen (?) Gebäudes lag ungefähr
[31] dort, wo heute der erste Gewölbefuß des Kellers an die Westwand
anläuft bzw. war die Mauer ungefähr um die Breite der Wandpfeiler
nach Norden versetzt. Es ist zu vermuten, daß die eigenartige Asymmetrie
des barocken Gewölbes mit der Statik der Westwand und der dahinter verlaufenden
Südmauer des mittelalterlichen Gebäudes zusammenhängt. Die 1701
abgetragene Südmauer des mittelalterlichen Bauwerks wirkte wie eine Längsaussteifung
der Turmwestwand. Als man 1599 den Turm aufstockte, begann sich die Südwestecke
des Turmes im oberen Chorbereich in Richtung auf die vorspringende freie Turmecke
- also außerhalb der Längsaussteifung - zu verformen, was heute
noch deutlich zu erkennen ist. Durch die Verschiebung der Langhaussüdwand
in die Bauflucht des Turmes im Jahre 1701 wurde dieses Problem zwar gelöst,
jedoch bewirkte die Aushöhlung der Westwand durch den barocken Triumphbogen
weitere statische Schäden in der Westwand, welche erst 1974/75 neutralisiert
wurden.
Offensichtlich wußte man bereits 1599 bei der Turmaufstockung um die statische
Problemzone an der Südwestecke des Turmes. Dies mag der Grund gewesen sein,
warum man diesen Bereich nicht durch den Seitenschub des Kellergewölbes
belasten wollte, sodaß man den Anlaufpunkt des Gewölbes in die Nähe
der spätmittelalterlichen Längsmauer verschob. Die Asymmetrie des
Gewölbes nimmt offensichtlich auf einen baulich-statischen Zustand Rücksicht,
der zwar 1599 bestand, nicht jedoch 1701. Für eine Datierung des Gewölbes
in die Zeit um 1600 spricht außerdem die Optik der grob abgespitzten Pfeileroberfläche.
Sie paßt eher zu einer manieristischen Pfeilergestaltung [32] als zum
Barock des frühen 18. Jahrhunderts.
Aufgrund der Mauerstärken im Chorraum kann der Turmkörper aus der
ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis in die Höhe der jetzigen Decke
von 1599 verfolgt werden. Dem entspricht am Außenbau das Wulstgesimse
von 1599. An der Ostwand verringert sich die Mauerstärke in einem Rücksprung,
der mit der Unterkante der ehemaligen Apsisnische abschließt. Er markiert
die älteste nachweisbare Geschoßteilung, sodaß von einem Unter-
und einem Obergeschoß gesprochen werden kann. In diesem befindet sich
die Freskierung des 14. Jahrhunderts, während das Untergeschoß bis
auf die Spuren der barocken Weihekreuze und Graffiti des 16. Jahrhunderts undekoriert
blieb. Schon diese Zweiteilung bestätigt, daß sich die Kapelle des
14. Jahrhunderts zunächst nur auf das Obergeschoß beschränkte.
Das Untergeschoß der Nordwand weist drei
hochrechteckige Fensteröffnungen auf, die in der Neuzeit mit Ziegeln und
Bruchsteinen vermauert wurden. Sie lassen sich typologisch in zwei Gruppen einteilen:
Das westlichste Fenster hat tiefe Schräggewände, welche dann in eine
Rundbogenlaibung übergehen. Die beiden folgenden Fenster, zwischen denen
sich seit 1952 das Sakramentshaus von 1498 befindet, sind annähernd gleich
dimensioniert, gehen jedoch in halber Tiefe in ein Fenster mit Dreiecksgiebel
über. Dieser Dreiecksgiebel wird durch schräg gestellte Mauerziegel
gebildet, wobei das bereits größere Ziegelformat und die Kanneluren
("handabgestrichene Ziegel") auf eine Datierung ins 15. oder 16. Jahrhundert
schließen lassen. Im östlichsten Fenster befindet sich ein Ausgußstein,
der ebenfalls in diese Zeit datiert werden kann. Als Sturz dient ein Holzbrett.
Im Obergeschoß wurde ein großes barockes Segmentbogenfenster ausgebrochen,
wobei man, dem Verlauf der Fresken nach zu schließen, ein aus dem 14.
Jahrhundert stammendes Rechteckfenster zerstörte. Die Oberkante dieses
Fensters wird über dem Segmentbogen als Fehlstelle sichtbar. Das gotische
Fenster dürfte ähnlich dimensioniert gewesen sein wie die des Untergeschosses.
Etwa in der Wandmitte befindet sich ein Rechteckfenster mit Biforenblende und
Putzenscheibenverglasung. Ein Pendant belichtet die Südmauer. Die Rahmungen
der Fresken aus dem 14. Jahrhundert berücksichtigen bereits dieses Fenster.
Im Gegensatz zu den bisherigen gotischen Fensteröffnungen hat dieses eine
stark abgeschrägte Sohlbank. Die Abschrägung der Sohlbank gehört
hingegen nicht zum Konzept des 14. Jahrhunderts, sondern sinngemäß
zur barocken Umbauphase, wie sich am folgenden Fenster zeigen läßt.
Dieses Fenster weicht durch seine Größe und Lage von den bereits
genannten ab. Bei seiner Freilegung von den jüngeren Vermauerungen wurden
die Fresken an den Gewänden entdeckt, die stilistisch in die Zeit um 1498
datiert werden können. Diese Freskierung ist auf eine gerade Sohlbank bezogen.
Die starke Abschrägung wurde erst im Barock ausgebrochen, um eine bessere
Belichtung des Chores im Untergeschoß zu erreichen.
Im obersten Wanddrittel läuft über die gesamte Nordwand eine regelmäßige
Störzone von vermauerten Balkenlöchern. Diese sind hochkant gestellt
und dienten offensichtlich als Träger für eine nach dem 14. Jahrhundert
eingezogene Balkendecke, wie auch aus den korrespondieren Störungen an
der Südwand belegt werden kann. Zwischen den beiden westlichen Fenstern
konnten bei der jüngsten Restaurierung die Reste jenes barocken Stifterbildnisses
nachgewiesen werden, das 1652 nach der Übermalung der Fresken des 14. Jahrhunderts
hier aufgrund der Proteste der Bürger von Bregenz angebracht werden
mußte. Es überlappt zwei der Balkenlöcher, sodaß diese
Zwischendecke wahrscheinlich der spätgotischen Umbauphase (um 1498) zuzuordnen
ist.
Unmittelbar vor dem Fenster aus der Zeit um 1498 verläuft eine weitere,
senkrecht zusammengehörige Störung durch vermauerte Balkenlöcher.
Ein Pendant ist auch an der Südmauer festzustellen. Daraus kann auf eine
durchlaufende hölzerne Trennwand vor der Ostmauer geschlossen werden. Da
sich die horizontale Balkenreihe hinter dieser Trennwand nicht fortsetzte -
es fehlen die entsprechenden Balkenlöcher - dürften die spätgotische
Decke und die Trennwand zusammengehören. Zur Belichtung dieses abgetrennten
schmalen Raumes dürfte außerdem das Fenster mit den Fresken aus der
Zeit um 1498 ausgebrochen worden sein.
Das Untergeschoß hat nur eine in der Nordhälfte
liegende Fensternische vom gleichen Typ wie jene in der Westecke der Nordwand;
es wurde ebenfalls im Barock abgemauert. Ein entsprechendes Fenster in der Südhälfte
der Ostwand konnte nicht nachgewiesen werden.
Im Obergeschoß ist die Wand bis auf die Öffnung der Altarnische in
der Südecke fensterlos. Diese Altarnische läßt sich aufgrund
der Mandorla-Darstellung im segmentbogigen Sturz annähernd in seiner ursprünglichen
Tiefenerstreckung rekonstruieren. Die Freskierung nimmt anscheinend nicht auf
eine Apsiskalotte Rücksicht, sondern läßt eher auf einen platt
geschlossenen und wenig über die Außenwand vorspringenden Erker schließen.
Die zur Altarnische gehörige Beistellnische (Armarium) hat sich im rechten
Gewände erhalten.
Die Freskierung der Nische und Teile der Ausmalung an der Südseite scheinen
einem älteren Konzept anzugehören als die übrige 1361 - 66 entstandene
Ausstattung. Es zeigt sich nämlich, daß im Bereich um den Apsiserker
die Ausmalung geringfügig höher reichte. Sie wird von der barocken
Decke leicht überlagert, während die Ausstattung aus der Zeit ab 1361
voll sichtbar ist. Daraus folgt, daß die vielleicht noch in der ersten
Hälfte des 14. Jahrhunderts anzusetzende Ausstattung zu einem Kapellenbau
gehörte, welcher nicht das gesamte Obergeschoß, sondern nur einen
durch Holzwände abgetrennten Bereich in der Südostecke betraf [33].
Balkenlöcher in der Südwand könnten zu dieser älteren Trennwand
gehören, welche an der Ostwand unmittelbar an die linke Gewändekante
der Altarnische angeschlossen hat. Hier konnte an einer Fehlstelle ein abgesägter
Pfosten freigelegt werden [34].
Der Nachweis einer vor 1361 anzusetzenden kleineren Kapelle innerhalb des ehemaligen
Obergeschosses würde die exzentrische Lage des Altarerkers erklären.
Abgetrennte und mit einer Nische oder Erkerapsis versehene Kapellen in sonst
profan genützten Turmgeschossen sind bis ins Spätmittelalter kein
Einzelfall [35]. Die von der älteren Forschung tradierte Ansicht, daß
der Erker deshalb angebracht werden mußte, weil sich über und unter
einem Sanktuarium kein profan genutzter Raum [36] befinden darf, ist liturgiegeschichtlich
und aus der Sicht des Denkmalbestandes nicht belegbar.
Der Altarerker wurde bei der Aufstockung von 1599 wohl aus statischen Gründen
abgemauert und im 17. Jahrhundert durch ein Fenster geöffnet.
Im Untergeschoß befand sich im östlichen
Drittel ein Rechteckfenster, welches bei Errichtung der hölzernen Trennwand
um 1498 abgemauert wurde. Statt dessen baute man im Bereich vor der Trennwand
eine kleine Beistellnische (Armarium) ein. Aus diesem Grunde ist anzunehmen,
daß der Kapellenaltar jetzt im Erdgeschoß vor dieser Trennwand stand.
Links befand sich die 1952 an die Nordwand versetzte Sakramentsnische von 1498
und rechts in der Südwand die kleine Beistellnische.
In der Wandmitte öffnete sich ein spätgotisches Rundbogenportal, dessen
Gewände bei der Restaurierung völlig ergänzt wurde. Die Grundform
kann jedoch nach älteren Aufnahmen als gesichert gelten. Graffiti mit Landsknechtsdarstellungen
lassen darauf schließen, daß das Portal bis ins spätere 16.
Jahrhundert noch benutzbar war. Die eigenartige Hochlage des Portals ist scheinbar
auf ein höheres Innenniveau berechnet, doch wäre dieses nicht mit
den übrigen Sohlbankhöhen in Einklang zu bringen.
In der Westecke zeigte sich an einer Fehlstelle kurzfristig ein gemauerter Spitzbogen,
der allerdings wegen der Mauerstruktur als Entlastungsbogen für das wesentlich
kleinere Kellerportal gedeutet werden muß.
Das Obergeschoß wird im Osten von einem 1952 wieder geöffneten Biforenfenster
belichtet, das in Form und Genese dem Pendant an der Nordmauer entspricht. Die
Gewände sind zur Gänze erneuert. Das folgende mittlere Segmentbogenfenster
gehört zur barocken Umgestaltung. Das westlichste Fenster jedoch ist mindestens
zweiphasig.
Ursprünglich war hier bloß eine segmentbogige Öffnung vorhanden,
welche wahrscheinlich nur bis zum Boden der Kapelle des 14. Jahrhunderts reichte.
Der Scheitel lag knapp unter der Balkendecke aus der Zeit um 1498. Die Öffnung
ist mittig zwischen dem Ende des Freskenzyklus und der Westwand plaziert. Ihr
gegenüber befindet sich das Christophorusfresko, welches ikonologisch im
Zusammenhang mit einem Zugang sinvoll wird.
Aus diesem Zusammenhang ist zu schließen, daß die Öffnung der
ursprüngliche Hocheinstieg in das ehemalige Kapellengeschoß war.
Bis ins 15. Jahrhundert hatte demnach das Ober- und das Untergeschoß der
Kapelle jeweils einen eigenen Zugang. Mit der Öffnung der Westwand durch
den Triumphbogen und der Umgestaltung der mittelalterlichen Kapelle zum Chorraum
ab 1701 wurde der obere Zugang unbenutzbar, nach unten zum barocken Fenster
erweitert und durch Einbau eines Mauerblocks dem neu ausgebrochenen barocken
Mittelfenster angepaßt.
Die Öffnung der Westwand ist auf den Umbau von 1701 zurückzuführen.
An einer Fehlstelle links neben dem Triumphbogen konnte kurzfristig die rechteckige
Vermauerung eines Fensters mit ähnlicher Dimensionierung wie jene an den
übrigen Wänden des Untergeschosses festgestellt werden. Die Durchfensterung
an dieser Stelle ist nur erklärbar, wenn sich hier im 14. Jahrhundert eine
Turmaußenwand befand. Wie schon weiter oben dargelegt, zeichnet sich über
dem Dachboden des Langhauses sowohl an der Turmwestwand als auch an der Gegenseite
(Langhauswestwand bzw. Dachboden der "Versorgungsstation" Martinstraße
Nr. 1) die Abrißkante eines Satteldaches ab, dessen Scheitel knapp unter
dem barocken Wulstprofil der Turmaufstockung von 1599 (ehemalige Höhe des
Martinsturmes im 13. Jahrhundert!) endet. Im Norden ruhte das Dach auf der Stadtmauer
bzw. auf deren Überhöhung auf, im Süden auf der 1701 abgebrochenen
Mauer innerhalb des heutigen Langhauses.
Eine Begehung der Kellerräume in der Versorgungsstation zeigte, daß
sich die mittelalterliche Binnengliederung nur in den Hauptmauern nachweisen
läßt, woraus sich ergibt, daß der gesamte Komplex des Wohngebäudes
im Barock umgebaut und im Bereich des jetzigen Langhauses komplett erneuert
wurde.
Im Obergeschoß des Chorraumes knickt die Wand im Bereich der ehemaligen
Südwand des mittelalterlichen Hauses nach außen. Wie schon oben angenommen,
ist dies auf eine statische Insuffizienz bei der Erhöhung des Turmes zurückzuführen,
da an der Südwestecke des Turmes bis 1701 die Längsaussteifung fehlte.
Zu der ursprünglich anderen Geschoßteilung des mittelalterlichen
Baus im Anschluß an die Turmwestwand gehört weiters eine rechteckige,
nur teilweise unter dem Verputz erfaßbare Türrahmung über dem
Triumphbogen.
Das Langhaus, 1701 unter Abtragung eines mindestens bis ins 14. Jahrhundert
indirekt erschließbaren Rechteckgebäudes errichtet, ist für
die Baugeschichte des Martinsturmes nur insofern von Bedeutung, als ein an der
Nordseite verlaufender Mauerrücksprung die ungefähre Höhe der
Stadtmauer erfaßbar macht.
Der Martinsturm wurde noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in
unmittelbarem Anschluß an den Bau der Stadtmauer errichtet. Er gliederte
sich in ein Kellergeschoß, ein höher liegendes Erdgeschoß und
ein Obergeschoß.
Schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, vor der urkundlichen Nennung
einer Kapellenstiftung durch Graf Wilhelm III. von Montfort, Herr von Bregenz,
wurde im ersten Obergeschoß des spätromanischen Turmes durch Abtrennung
mit Holzwänden eine kleine freskierte Kapelle errichtet. Diese Kapelle
hatte einen flachen Altarerker.
Mit der Stiftung von 1361 beginnt der Umbau und die Freskierung des gesamten
Obergeschosses. Die asymmetrische Lage des Kapellenerkers wird beibehalten.
Die Erschließung der Kapelle dürfte über einen eigenen Aufgang
an der Südwestecke erfolgt sein - heute befindet sich dort das barocke
Südwestfenster.
Im ausgehenden 15. Jahrhundert kommt es zu einem rigorosen Umbau, bei dem das
bisher profan genützte Untergeschoß in den Sakralbereich einbezogen
wird. Zunächst wird die bisherige Decke im Obergeschoß abgesenkt
und eine Trennwand vor der Ostwand errichtet, welche einen gangartigen Bereich
abtrennt. Zur Belichtung dieses Bereiches wird ein Fenster in der Nordwand geöffnet,
dessen Gewände mit einer Darstellung des Hl. Christophorus und der Hl.
Katharina freskiert wird.
Die Trennwand reicht bis ins Erdgeschoß, wo die Sakramentsnische mit der
Jahreszahl 1498 eingebaut wird. Sie hat vermutlich eine Martinsreliquie enthalten.
An der Südwand wird eine Beistellnische (Armarium) errichtet. Aus beiden
Einbauten ist zu schließen, daß sich der Hauptaltar nun nicht mehr
im Kapellenerker des 14. Jahrhunderts im Obergeschoß, sondern im adaptierten
Erdgeschoß befindet. Entsprechend den Gepflogenheiten des Spätmittelalters
hat man sich dabei einen Flügelalter mit Gesprenge vorzustellen, der ohne
eine teilweise Entfernung der Zwischendecke des 14. Jahrhunderts nicht aufzustellen
gewesen wäre. Außerdem werden durch die neu eingefügte Zwischendecke,
die quer durch den oberen Bildstreifen geführt wird, die Raumproportionen
verändert.
Der durch die Zwischenwand abgetrennte schmale Raum hinter dem Hochaltar wird
im ehemaligen Obergeschoß durch ein neu geschaffenes freskiertes Fenster
erhellt. Der Raum bekommt dadurch trotz seiner Enge eine liturgische Bedeutung.
Der Gesamtumfang der Freskierung des 14. Jahrhunderts läßt vermuten,
daß im Martinsturm eine Reihe von Reliquien aufbewahrt wurde. Es wäre
denkbar, daß dieser im 15. Jahrhundert abgetrennte Bereich die Funktion
einer Reliquien- oder Schatzkammer übernahm.
Im Untergeschoß befindet sich an der entsprechenden Stelle ein Fenster
mit Ausgußstein, was auf die Verwendung des schmalen Raumes als Sakristei
schließen läßt.
Zusammenfassend ergäbe sich für die Zeit um 1498 folgendes Bild: Das
Untergeschoß mit dem Hochaltar wird durch das Südportal betreten,
wobei der Betrachter vor einem Flügelaltar mit hohem Gesprenge steht. Das
Obergeschoß kann wie im 14. Jahrhundert über eine Außentreppe
mit Portal in der Südwestecke betreten werden. Wegen des hohen Auszugs
des Altares im Erdgeschoß ist der ehemalige Boden des Obergeschosses teilweise
entfernt und zu einer umlaufenden Empore umgestaltet worden. Über diese
konnte der neu geschaffene Raum hinter dem Hochaltar erreicht werden, der wegen
seiner Freskierung des Fensters liturgisch als Schatz- oder Reliquienkammer
diente. Möglicherweise sollte die Beibehaltung des Obergeschosses als Empore
auch eine Trennung in "Leutkirche" und herrschaftlichen Bereich ermöglichen.
1599 wird der Turm aufgestockt, was unter anderem aus statischen Gründen
zur Abmauerung der wohl seit dem Umbau von 1498 nicht mehr benützten Altarnische
bzw. zur Entfernung des Chörleins führte. In dieser Zeit könnte
bereits die neue Wölbung des Kellerraumes mit einer gleichzeitigen Veränderung
des Erdgeschoßniveaus der Kapelle erfolgt sein.
Im 17. Jahrhundert kommt es zur Entfernung der niedrigeren Zwischendecke aus
der spätgotischen Phase. Das dabei noch sichtbare oder wieder sichtbar
werdende Stifterfresko wird übertüncht, muß jedoch auf allgemeinen
Protest durch ein neues von 1652 ersetzt werden.
1.4.6 Phase VI: Erweiterung um ein barockes Langhaus
Erst 1701 wird der Kapellenraum unter Zerstörung des im Westen anschließenden
mittelalterlichen Wohngebäudes um das Langhaus erweitert und der Triumphbogen
ausgebrochen. Die Nord- und Südwand erhält eine barocke Durchfensterung.
Die Sohlbänke der bestehenden Fensteröffnungen werden zur besseren
Belichtung des ehemaligen Erdgeschosses stark abgeschrägt. Dieser Umbau
bleibt im wesentlichen bis zur Freilegung und bis zum Abbruch der Altarwand
im Jahre 1952 bestehen.
[1] Die bauhistorischen Untersuchungen am Martinsturm wurden im August
1997, im März und April 1998 und im Juni 1998 durchgeführt. Ein zusammenfassendes
Referat der Baugeschichte aus Sicht der bauanalytischen Untersuchungen wurde
anläßlich des internationalen Symposiums in Bregenz am 17. April
1998 den Fachkollegen vorgetragen.
[2] Doberer E., Die ehemalige Burgkapelle im Bregenzer Martinsturm. In:
Von Österreichischer Kunst, Festschrift Franz Fuhrmann, Salzburg 1982,
S. 23 ff.
[3] Krumpöck I., Studien zur Wandmalerei des 14. Jahrhunderts in
Vorarlberg, phil. Diss. Wien 1992.
[4] ACT - Advanced Conservation Team, P. Berzobohaty, Wien. Die Ergebnisse
der dabei vor Ort und am 23. 3. 1998 in Wien geführten Erörterungen
zwischen Bauforschung und Restaurator wurden in den BDA-Bericht der ACT: "St.
Martin's Chapel, Bregenz, Bericht zu den Konservierungsarbeiten" vom 1.
5. 1998 eingearbeitet. Wertvolle Hinweise für die bauliche Genese des Chorraumes
ergaben sich außerdem aus den von Ivo Hammer, Restaurierungswerkstätten
des Bundesdenkmalamtes, 1996 anläßlich einer Befundsicherung festgehaltenen
stratigraphischen Beobachtungen der Wandmalereien (BDA-Bericht GZ. 13.731/96).
[5] Es muß daher an dieser Stelle in besonderem Maße der Landeskonservatorin
Frau HR Dr. Renate Madritsch und der Stadtverwaltung für die Unterstützung
bei der Erschließung der teilweise privaten Nutzungsbereiche gedankt werden.
[6] Krumpöck I., 1982, insbesondere S. 4 - 29.
[7] Ransperg F., Beneficia (1652), LA Bregenz n. 10, S. 247
[8] Vanotti J. N., Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg,
Belle Vue bei Constanz 1845.
[9] Ulmer A., Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins,
Dornbirn 1925. - Derselbe, Alt-Bregenz und seine kirchlichen Bauten, in Schriften
des Vereines für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 63, 1936,
S. 148ff.
[10] Sandner O., Die Bregenzer Martinskapelle. In: Vorarlberger Volksblatt
vom 14. 11. 1953, S. 8.
[11] Bilgeri B., Bregenz. Geschichte der Stadt, Bd. 1, Wien-München
1980.
[12] Doberer E., 1982, S. 23ff.
[13] Sandstein-Relief der Göttin Epona über dem feldseitigen
Torbogen des unteren Stadttores in der Nordwestecke des Ehregutaplatzes. Das
spätrömische Originalrelief befindet sich heute im Vorarlberger Landesmuseum.
Vgl. Dehio Vorarlberg, Wien 1983, S. 58.
[14] Ulmer, 1925, 1936, S. 194.
[15] Hammer I., BDA-Bericht.
[16] Doberer E., 1982, S. 23.
[17] Man vergleiche dazu die Arbeit von B. Bilgeri, 1980, S. 34 bezüglich
der Bezeichnung "Hof, Höflin".
[18] Die Frau Graf Wilhelms III. war Ursula von Pfirt-Hohenberg,
eine Schwester von Johanna v. Pfirt, die Frau Herzog Albrechts II.
[19] Zur Problematik der Funktion der frühesten Martinskapelle vgl.
I. Krumpöck, 1992, 24ff.
[20] Bitschnau M., Burg Bregenz, Bauanalyse und Baugeschichte der Burg
auf dem Gebhardsberg, in: Jahrbuch des Vorarlberger Landesmuseumsvereins, 1983,
S. 106ff.
[21] Vgl. Ulmer A., 1936, S. 153.
[22] Vgl. Ransperg F., 1652, S. 249.
[23] Siehe Ulmer 1936, 152.
[24] Mitteilungen der k. k. Zentralkommission, 3. Folge, 16, 1918, S.
54.
[25] Kleiner V., Die Wandgemälde in der St. Martinskapelle in Bregenz,
in: Vorarlberger Volksblatt vom 25.5.1914.
[26] Es wurde zwischenzeitlich im Vorarlberger Landesmuseum verwahrt.
[27] Dieser Putz verdeckt leider jegliche bauhistorisch verwertbare Oberflächenstruktur,
welche Rückschlüsse auf das darunterliegende Turmmauerwerk zuließe.
[28] Laut Dehio Vorarlberg , 1983, S. 104, ein Umbau des 18. Jahrhunderts,
im Kern jedoch sicher spätmittelalterlich.
[29] Ulmer A., 1936, S. 153.
[30] Krumpöck I., 1982, S. 8.
[31] Zur Klärung dieser Fragen wäre eine genaue Bauaufnahme
des Keller- und Dachbodenbereiches des "Versorgungshauses" dringend
notwendig.
[32] Man vergleiche dazu ganz allgemein "Kellerräume"
und Grottenarchitekturen des 16. Jahrhunderts mit ihren oft bewußt archaisch
gestalteten Gliederungs- und Dekorationselementen.
[33] Auf die Möglichkeit einer kleineren Vorgängerkapelle mit
eigener Nordmauer innerhalb des Obergeschosses des Martinsturmes hat schon E.
Doberer aus der exzentrischen Lage der Chornische geschlossen. Sie datiert diese
Kapelle jedoch einschließlich des später abgebrochenen Chörleins
ins Hochmittelalter (d. h. in die Erbauungszeit des Turmes, 13. Jhdt.) Vgl.
Doberer E., 1982, S. 27.
[34] Ob er tatsächlich zur Wandkonstruktion gehörte, wie vom
Team ACT angenommen wird, oder zu einer Gerüstkonstruktion im Zuge der
Errichtung der Altarnische, wie mir eher scheint, muß offenbleiben. Möglicherweise
könnte hier eine zerstörungsfreie Untersuchung der Wand mit einem
Georadar weitere Teile der Wandkonstruktion feststellen. Ein weiterer Pfosten
wurde von Team ACT unmittelbar über dem Christuskopf in der Abendmahl-Darstellung
eruiert.
[35] E. Doberer verweist diesbezüglich auf die von Walter Haas genannten
hochmittelalterlichen Beispiele in Bayern. Vgl. dazu: Haas W., Kirchenbau im
Herzogtum Bayern zwischen 1180 und 1255, in: Wittelsbach und Bayern, Bd. 1,1,
1980, S. 418ff.
[36] In Bregenz wäre dies der im 15. Jahrhundert (vgl. Doberer E.,
1982, S. 23: 1409) genannte Kornspeicher. I. Krumpöck, 1992, S. 9 (und
ihre Anmerkung 26) nennt dazu eine Quelle vom 28. 4. 1393, wonach sich im Martinsturm
der Keller mit dem "cornhaus" befunden hätte. Es wäre allerdings
von quellenkundlicher Seite zu klären, ob damit dezitiert die Räumlichkeiten
des Kellers und des Erdgeschosses des Martinsturmes gemeint sind, oder ob sich
diese Speicherräume nicht vielleicht auch in dem 1701 abgetragenen Anbau
westlich des Turmes befunden haben könnten. Schon die Durchfensterung im
ehemaligen Erdgeschoßraum läßt eine Verwendung als Getreidespeicher
fraglich erscheinen.