Notizen 2006:
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Themenübersicht
Februar
Sedimentationsmarken als Leithorizonte an ägyptischen
Tempelanlagen
Jährliche
Nilüberschwemmungen und Schlammablagerungen hinterließen
an den Tempelanlagen charakteristische Spuren in Form von Verfärbungen.
Diese bilden natürliche Höhenmarkierungen, bezeichnen
somit ehemalige mögliche Lauf- oder Begehungshorizonte, welche
auch noch nach einer Versetzung des Bauwerks erhalten bleiben. Besonders
deutlich sind diese Sedimentations- und Erosionsmarken am Tempelbezirk
von Philae, der mit dem Bau des neuen Assuanstaudammes auf die Nachbarinsel
Agilkaia versetzt werden mußte. (Mehr durch Click auf das
Bild)
Materialien zur Frage sogenannter Dübellöcher
an ägyptischen Tempelwänden
Die ägyptische
Baukunst verwendet einerseits schwalbenschwanzförmige Dübel
zur Verbindung von Bauteilen (Quadern und Profilstücke), andererseits
stabförmige Dübel von rechteckigem oder runden Querschnitt,
die in die Wand getrieben wurden und nach allgemeiner Ansicht für
die Befestigung von Metallverkleidungen dienten. Heute ist nur mehr
die Negativform der Dübellöcher mit ihrer typischen Verteilung
erhalten. (Mehr durch Click auf das Bild).
Schwalbenschwanzförmige Dübellöcher werden an
anderer Stelle behandelt. [Ältere
Vorinformation]
Fortsetzung: rechteckige Dübellöcher
Neben
den zahlreichen kleinen runden Bohrlöchern, die sich vor allem
im Bereich von Portalen und Türpfosten nachweisen lassen, giebt
es viele rechteckige Löcher, die rahmenförmig um Reliefdarstellungen
angeordnet sind. In der Literatur werden sie meist als Dübellöcher
für ehemalige Metallverkeidungen bezeichnet, ohne daß
dabei konkrete Rekonstruktionsvorschläge dafür gemacht
werden, wie nun diese Verkleidungen eigentlich ausgesehen haben
könnten. Man wird wohl darunter rahmenartige Konstruktionen
gemeint haben, jedoch ergeben sich bei näherer Betrachtung
der Disposition dieser Dübellöcher gewisse Problem bei
der Rekonstruktion der Metall(?)-Rahmungen, da sie teilweise die
Darstellungen oder Inschriften überschnitten hätten. Dazu
Beispiele aus Philae, Edfu und Karnak [Mehr durch Click auf das
Bild)
Keilspuren am Obelisken der Hatschepsut in Karnak
Von
den ursprünglich vier Obelisken, die Hatschepsut in Karnak
errichten ließ, steht nur mehr ein einziger zwischen dem 4.
und 5. Pylon. Dieser über 28 m hohe Obelisk aus Rosengranit
wurde zusammen mit einem zweiten im Jahre 16 errichtet. Vom rechten
(südlichen) Obelisken liegt ein beträchtliches Stück
heute über Betonblöcken "aufgebahrt" am Ufer
des Heiligen Sees.
Das Interesse an diesem Relikt richtet sich meist auf die Hieroglyphen
und die Tatsache, daß die Hinweise auf Amun während der
Verfolgung in der Amarnazeit sorgfältig ausgemeißelt,
später aber wieder hergestellt wurden. Man liest meist, daß
dieser Obelisk umgestürzt und die Spitze abgebrochen sei. Eine
genauere Beobachtung der Bruchfläche zeigt jedoch, daß
der Obelisk durch Keilspaltung "geköpft" wurde. (Mehr
durch Click auf das Bild).
Vgl. auch die ältere Vorinformation zum Thema "Keilbuchsen,
Keiltaschen, Keillöcher an ägyptischen Bauten und in Steinbrüchen
- eine Auswahl"
Weitere Befunde zur Keilspalttechnik in Karnak und Luxor
Die
sogenannte Keilspaltung bei Hartgesteinen ist in der ägyptischen
Steinmetz- und Steinbruchtechnik weit verbreitet. Zahlreiche Spuren
finden sich etwa in den Granitsteinbrüchen von Assuan. In Karnak
lassen sich zahlreiche Anwendungen der Keilspalttechnik beim historischen
Recycling-Verfahren von Spoliennachweisen. In einigen Fällen
wurde diese doch bis zu einem gewissen Grade aufwändige "Zerstückelungstechnik"
aus unbekannten Gründen aufgegeben. Andere Fälle zeigen
eine merkwürdig unlogische Anordnung der Keiltaschen, die zwar
sehr sorgfältig und steinmetzmäßig ausgearbeitet
sind, jedoch keine technisch sinnvolle Spaltungsrichtungt erkennen
lassen - letztlich also ein merkwürdiges Phänomen handwerklicher
Gepflogenheiten. (Mehr durch Click auf das Bild).
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