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Justierlöcher ("Stemmlöcher") an ägyptischen Großbildwerken
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Zur Aufstellungsgeschichte der Figur Ramses II. / Pinudjem siehe die Abbildungen unter: |
Das "Ding an sich irgendwie hinzukriegen" ist also möglich, wie steht es aber um das "Finish", die genaue Positionierung auf dem Sockel oder der Standfläche? Zumindest bei einigen Statuen und schweren Kunstwerken der ägyptischen Kunst gibt es dazu Hinweise: Es handelt sich dabei um charakteristische keilförmige Ausnehmungen an der Unterkante der Statuen, die sich symmetrisch an den Achsen der Skulpturen orientieren. Das gilt sowohl für stark höhenbetonte Statuen, also für Standbilder im ursprünglichen Sinne, wie für besonders schwere Liegefiguren, welche etwa die zahllosen Löwen- und Widderdarstellungen der Sphingenalleen repräsentieren. Man hat sich den Versetzungsvorgang etwa so vorzustellen, daß die Statue zunächst grob positioniert wurde und dann - unter geschicktem Einsatz von Hebeln, die in die keilförmigen Positionierungslöcher eingesetzt wurden - in die Endposition "gestemmt" wurden.
Malta, Hagar Qim, Orthostaten mit Stemmlöchern
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß man auf Malta mit einigen Schautafeln (zB im National Museum von Valletta oder in der Ausgrabungsstätte von Tarxien) zwar den Transport mit Steinkugeln (also quasi eine Art "Kugellager") und den Justiervorgang erklärt, die Frage aber, wie die Monolithe aufgerichtet wurden, unbeantwortet läßt. Der Transport, der sich ja wesentlich vom ägyptischen Transport mit Schlitten unterscheidet, kann hier deshalb mit Steinkugeln erfolgen, weil die Bodenverhältnisse auf Malta (anstehender Kalksteinfels) anders sind.
Man wird für die Aufrichtung wohl - wie in Ägypten - Rampen verwendet haben, oder durch minimales Anheben der Steine und unterkeilen von kleinen Steinen die Monolithen in die senkrechte Lage gehievt haben. Letzeres Verfahren hat m. W. Thor Heyerdahl experimentell für die Ahu der Osterinseln, die um 1000 n. Chr. von den Polynesiern errichtet wurden, nachgewiesen. Eine Beziehung zwischen diesen weit entfernten Kulturkreisen ist jedoch nicht nachweisbar; es handelt sich also um eine "archetypische Technik". |
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(Stand 29. 3. 2006) |
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