Peter Ernst / Ursula Klingenböck

Das Zitat in der germanistischen Arbeit



Vorbemerkung: Die folgenden Ausführungen wollen die Zitierregeln der germanistischen Sprach- UND Literaturwissenschaft vereinen. Leider gelingt dies nicht immer vollständig, sodass es für manche Regelungen entweder ein Verfahren der Sprach- ODER der Literaturwissenschaft gibt. Wir weisen auf die beiden alternativen Verfahrensweisen jedesmal gesondert hin. Zeichen im folgenden Text: [ ] = optional, < > = Anmerkungen der Verfasser (gehören nicht ins Zitat)


Der Terminus „Zitat“ umfasst zwei Bedeutungen: 1. Die Nennung von Literatur (Büchern, Zeitschriften) = Titelangabe von Schrifttum, 2. Die wörtlich oder sinngemäße Wiedergabe einer Textpassage aus einem anderen Werk.

Jede fremde Meinung muss als solche durch ein Zitat gekennzeichnet werden.

Es gibt mehrere formale Arten des Zitierens. Jede Art hat ihre Vorzüge und Nachteile, es muss allerdings darauf geachtet werden, dass ein und dasselbe Prinzip durchgehalten wird. .




1 Zitieren im Literaturverzeichnis
Hauptregel des Zitierens: Jedes Zitat muss persönlich verifiziert sein.

1.1 Selbstständige Werke

Unter selbstständigen Werken sind Verfasser- und Herausgeberschriften, also „Buchpublikationen“, zu verstehen.


Ein einzelner Verfasser

SCHEMA: Nachname, Vorname: Haupttitel. Untertitel. Zahl der Bände. Ort(e): [Verlag] <Hochgestellt: > Zahl der Auflage <ab der 2.> Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Beispiele
Bury, Ernst: Grammatik im Überblick. Grundlagen und Regeln der deutschen Sprache. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2000. (rororo Sachbuch 60689 )

Anmerkung: Es ist umstritten, inwieweit vom Verlag vergebene Identifikationszahlen als Bandnummer
einer Reihe angesehen werden können. Eine Reihe mit 60.689 Titel gibt es nicht. Der Vollständigkeit
halber können solche Zahlen angegeben werden. Ironischerweise wird die ISBN-Nummer (Internationale
Standard-Buchnummer, in diesem Fall 3-89111-033-2) nie angeführt, obwohl gerade sie eine zweifelsfreie
Identifikation  der Publikation garantiert und ihr Auffinden erleichtert.

Eisenberg, Peter: Grundriß der deutschen Grammatik. Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 31994.
Glinz, Hans: Die innere Form des Deutschen. Eine neue deutsche Grammatik. Bern, München: Francke 51968.
Paul, Hermann: Prinzipien der Sprachgeschichte. Tübingen: Max Niemeyer 101995. (Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft 6)
Protze, Helmut: Wortatlas der städtischen Umgangssprache. Zur territorialen Differenzierung der Sprache in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 1997. (Mitteldeutsche Forschungen 114)

Fuhrmann, Helmut: Vorausgeworfene Schatten. Literatur in der DDR - DDR in der Literatur. Würzburg: Königshausen und Neumann 2003.
Hiebler, Heinz: Hugo von Hofmannsthal und die Medienkultur der Moderne. Würzburg: Königshausen und Neumann 2003. (Epistemata. Reihe Literaturwissenschaft 416)
Rosenberg, Rainer: Verhandlungen des Literaturbegriffs. Studien zur Geschichte und Theorie der Literaturwissenschaft. Berlin: Akademie Verlag 2003. (LiteraturForschung)

Mehrere Titel desselben Autors/derselben Autoren, die im selben Jahr erschienen sind, werden ab dem zweiten Titel mit dem Zusatz a, b, c ... nach der Jahreszahl zitiert:

Beispiele
Bloomfield, Leonard: Die Sprache. Deutsche Erstausgabe, übersetzt, kommentiert und herausgegeben von Peter Ernst und Hans Christian Luschützky unter        Mitwirkung von Thomas Herok. Mit einem Geleitwort von André Martinet. Wien: Edition Praesens 2001.
Bloomfield, Leonard: Die Sprache. Registerband, von Peter Ernst, Sergios Katsikas und Hans Christian Luschützky. Wien: Edition Praesens 2001 a

Schmidt-Dengler, Wendelin: Nestroy. Die Launen des Glücks. Wien: Zsolnay 2001.
Schmidt-Dengler, Wendelin: Der wahre Vogel. Sechs Studien zum Gedenken an Ernst Jandl. Wien: Edition Praesens 2001 a.

Mehrere Autoren

SCHEMA: Nachname, Vorname / Nachname, Vorname: Haupttitel. Untertitel. Zahl der Bände. Ort(e): [Verlag] <Hochgestellt: > Zahl der Auflage <ab der 2.> Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Beispiele
Fanselow, Gisbert / Felix, Sascha W.: Sprachtheorie. Eine Einführung in die Generative Grammatik. Band 2: Die Rektions- und Bindungstheorie. Tübingen, Basel: Francke 31993. (Uni-Taschenbücher 1442)
Schwarz, Monika / Chur, Jeanette: Semantik. Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Gunter Narr 21996. (narr studienbücher)
Anmerkung: Ungeklärt ist, ob Reihen ohne Bandzählung (z.B. de-Gruyter-Studienbücher, narr studienbücher)
als Reihentitel zitiert werden soll. Auch hier sei der Vollständigkeit halber die Zitierung empfohlen.

Sommerfeldt, Karl-Ernst / Starke, Günter: Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Unter Mitwirkung von Werner Hackel. Tübingen: Max Niemeyer 31998.

Die Literaturwissenschaft zitiert bei zwei Verfassern nach dem

SCHEMA: Nachname, Vorname und <umgestellt> Vorname Nachname: Haupttitel. Untertitel. Zahl der Bände. Ort(e): [Verlag] <Hochgestellt: > Zahl der Auflage <ab der 2.> Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Jeßing, Benedikt und Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Stuttgart, Weimar: Metzler 2003.
Moenninghoff, Burkhard und Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 10., korr. u. aktual. Aufl. München: Fink 2003. (UTB 1582)

Bei mehr als zwei Verfassern wird nach dem zweiten mit "u.a." abgekürzt:

SCHEMA: Nachname, Vorname, Vorname <kein Beistrich> Nachname u.a.: Haupttitel. Untertitel. Zahl der Bände. Ort(e): [Verlag] <Hochgestellt: > Zahl der Auflage <ab der 2.> Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Bünting, Karl-Dieter, Axel Bitterlich u.a.: Schreiben im Studium - mit Erfolg. Ein Leitfaden. Präzise formulieren - Themen abstecken. Gestraffte u. völlig neu bearb. Aufl. Berlin 2000. (Studium kompakt)
Nutt-Kofoth, Rüdiger, Bodo Plachta u.a.: Text und Edition. Positionen und Perspektiven. Berlin 2000.


1.2 Unselbstständige Werke

Gemeint sind Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen und Sammelbänden (z.B. Festschriften).

Ein einzelner Autor

SCHEMA: Nachname, Vorname: Titel. Untertitel. In: Zeitschriftentitel Band oder Jahrgang  [/Heft] (Jahr) , Seitenangabe <von bis>.

Beispiele
Walther, Hans: Erinnerungen an Ludwig Erich Schmitts Leipziger Jahre. In: Namenkundliche Informationen 65/66 (1995), S. 95-101.

Anmerkung: Die Heftnummer wird nur angegeben, wenn sie zur eindeutigen Identifizierung notwendig ist.
Üblicherweise werden die Hefte eines Zeitschriftenjahrgangs durchpaginiert, sodass die Nennung der
Heftnummer nicht erfolgt.
Pöckl, Wolfgang: Holt das Mittelalter die Übersetzer ein? In: Moderne Sprachen 43 (1999), S. 73-84.
Anmerkung: Band und Jahrgangsnummer sind meist identisch, sie müssen es aber nicht sein. In diesem Fall gibt
man beides an: Bd. 2, Jg. 2003. Es kommt auch vor, dass einmal ein Jahrgang ausfällt  und die Bandnummer
(Jahrgänge) weitergezählt werden, z.B. LernSprache Deutsch Jg. 1, 1992, LernSprache Deutsch Jg. 2, 1994.
Videsott, Paul: Das Dendrogramm: Eine auch in der Toponomastik geeignete Heuristik? Eine Darstellung anhand der vordeutschen Toponomastik im Ostalpenraum. In: Beiträge zur Namenforschung N.F.  38 (2003), S. 43-74.
Anmerkung: N.F. = Neue Folge.
Quast, Bruno: Diu bluotes mâl. Ambiguisierung der Zeichen und literarische Programmatik in Wolframs von Eschenbach Parzival. In: DVjs 77 (2003), S. 45-60.
Trinks, Jürgen: Sinnbildung in Paul Celans Gedichten - sprachphänomenologische Interpretationen. In: ZfdPh 122 (2003), S. 600-617.
Simonis, Linda: Die Maske des Menschenfeinds. Karl Kraus und die Tradition der Moralistik. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift N. F. 53 (2003), S. 321-338.

Mehrere Autoren

SCHEMA: Nachname, Vorname / Nachname, Vorname: Titel. Untertitel. In: Zeitschriftentitel Band oder Jahrgang [/Heft], Seitenangabe <von bis>.

Beispiele
Ernst, Peter / Rössler, Paul: Vom Pathos der Denkmäler. Zur Phänomenologie des Erinnerungszeichens. In: Wiener Zeitung. Lesezirkel Nr. 5 (März 1996), S. 3-4.
Anmerkung: Bei Artikeln in Tageszeitungen erfolgt die genaue Datumsangabe, z.B. 16.5.2003.
Hat die Ausgabe eine Nummer und/oder Jahrgangsangabe, wird auch diese genannt.

Kunze Konrad / Kunze, Richard: Verbreitungskarten von Familiennamen in Deutschland. In: Der Sprachdienst 46 (2002), S. 209-217.

In der Literaturwissenschaft heißt es bei zwei Verfassern:

SCHEMA: Nachname, Vorname und <umgestellt> Vorname Nachname (Jahr): Titel. Untertitel. In: Zeitschriftentitel Band oder Jahrgang [/Heft], Seitenangabe <von bis>.

Beispiel
Bickes, Christine und Hans Bickes: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das feminine Genus und die Frauen in der Sprache. In: DU 56 (2003), H. 2, S. 33-41.

Hat ein Beitrag mehr als zwei Verfasser, wird nach dem zweiten mit „u.a.“ abgekürzt:

Beispiel:
Schönborn, Sibylle, Tanja Reinlein u.a.: Korrespondierendes Leben. Mediale Vernetzung am Beispiel des Briefwechsels zwischen Christiane Caroline Lucius, Karoline Juliane Kirchhof und Christian Fürchtegott Gellert. Zu vier unveröffentlichten Briefen C. F. Gellerts an C. J. Kirchhof. In: IASL 27 (2002), H. 2, S. 20-44.

Beiträge in Jahrbüchern werden zitiert wie solche in Zeitschriften. Ist eine Jahrgangs- bzw. Bandnummer angegeben, wird sie angeführt:

Beispiel
Wallas, Armin A.: Sprachvisionen, dynamisiertes Erzählen und schwebende Identitäten. Expressionistische Novellistik und Kurzprosa. In: Lenau-Jahrbuch 28 (2002), S. 119-158.

Gibt es keine Jahrgangs- bzw. Bandnummer, entfällt diese Angabe.

Beispiel
Osterkamp, Ernst: Laokoon in Präromantik und Romantik. In: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts 2003, S. 1-29.

Beiträge in Sammelwerken werden genau so zitiert.

SCHEMA: Nachname, Vorname (Hg): Haupttitel. Untertitel. In: Nachname, Vorname (Hg.): Titel. Untertitel. Zahl der Bände. . Ort(e): [Verlag] <hochgestellt> Zahl der Auflage <ab der 2. >Jahr. (Reihentitel Bandnummer), Seite <von bis>.

Beispiel
Kunze, Konrad: Wörter als Etiketten. Grundzüge der Namenkunde. In: Dittmann, Jürgen / Schmidt, Claudia (Hg.): Über Wörter. Grundkurs Linguistik. Freiburg i. Br.: Rombach 2002, S. 147-166.
Uhlig, Brigitte: „Das ist der briff vnd gesetcze der Becker czw Krokaw“ – Zu Inhalt und Form einer Handwerkerordnung im Behaim-Codex. In: Heimann, Sabine u. a. (Hg.): Festschrift für Rudolf Große zum 65. Geburtstag. Stuttgart: Hans-Dieter Heinz 1989. (Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik 231), S. 103-119.
Anmerkung: Beim genauen Zitieren des Seitenumfangs ist darauf zu achten, auf welcher Seite der Beitrag
wirklich endet. In diesem Fall ist es die ungerade Seite 119, die folgende Seite 120 ist leer. An solchen Details
lässt sich erkennen, ob das Zitat wirklich persönlich verifiziert worden ist.
Für die Literaturwissenschaft gilt dasselbe; allerdings kennt sie - entsprechend ihren zwei Möglichkeiten, eine Herausgeberschrift zu zitierten (s. dazu 1.3) - zwei Varianten:

Wägenbaur, Thomas: Semiotische und systemtheoretische Ansätze in der Literaturwissenschaft. In: Hug, Theo (Hg.): Einführung in die Methodologie der Sozial- und Kulturwissenschaften. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 2001. (Wie kommt Wissenschaft zu Wissen? 3), S. 232-254.

Wägenbaur, Thomas: Semiotische und systemtheoretische Ansätze in der Literaturwissenschaft. In: Hug, Theo (Hg.): Semiotische und systemtheoretische Ansätze in der Literaturwissenschaft. In: Einführung in die Methodologie der Sozial- und Kulturwissenschaften. Hg. v. Theo Hug. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 2001. (Wie kommt Wissenschaft zu Wissen? 3), S. 232-254.

Werden mehrere Beiträge aus demselben Sammelwerk zitiert, muss dieses nicht jedes Mal vollständig angeführt werden; es genügt ein Kurzzitat.

Beispiele
Quasthoff, Uta (1975): ‚Homogenität’ vs. ‚Heterogenität’ als Problem einer historischen Sprachwissenschaft. In: Ehrich/Finke (1975), S. 1-21.
Kolde, Gottfried (1975): Einige Bemerkungen zum Begriff der sprachlichen Abweichung. In: Ehrich/Finke (1975), S. 43-53.
Ehrich, Veronika / Finke, Peter (1975) (Hg.): Beiträge zur Grammatik und Pragmatik. Kronberg am Taunus. (Skripten Linguistik und Kommunikationswissenschaft 12)


1.3 Herausgegebene Werke

Ein einzelner Herausgeber

SCHEMA: Nachname, Vorname (Hg): Haupttitel. Untertitel. Zahl der Bände. Ort(e): [Verlag] <hochgestellt> Zahl der Aufl. <ab der 2.> Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Beispiel
Müller, Horst M. (Hg.): Arbeitsbuch Linguistik. Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh 2002. (Uni-Taschenbücher 2169)

In der Literaturwissenschaft wird entweder das Schema der Sprachwissenschaft verwendet:

Hug, Theo (Hg.): Einführung in die Methodologie der Sozial- und Kulturwissenschaften. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 2001. (Wien kommt Wissenschaft zu Wissen? 3).

oder es wird nach dem Sachtitel zitiert. Die Werke werden nach diesem in das Literaturverzeichnis eingeordnet (wobei Artikel vernachlässigt werden, als Ordnungswort gilt in diesem Fall das zweite Wort des Titels).

Einführung in die Methodologie der Sozial- und Kulturwissenschaften. Hg. von Theo Hug. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 2001. (Wie kommt Wissenschaft zu Wissen? 3)


Mehrere Herausgeber

SCHEMA: Nachname, Vorname / Nachname, Vorname (Hg): Haupttitel. Untertitel. Band. Ort(e): [Verlag] <hochgestellt> Zahl der Aufl. <ab der 2.> Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Beispiele
Ernst, Peter / Patocka, Franz (Hg.): Deutsche Sprache in Raum und Zeit. Festschrift für Peter Wiesinger zum 60. Geburtstag. Wien: Edition Praesens 1998.
Fleischer, Wolfgang / Helbig, Gerhard / Lerchner, Gotthard (Hg.): Kleine Enzyklopädie Deutsche Sprache. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 2001.

In der Literaturwissenschaft heißt es (analog zu den Verfasserschriften mit mehreren Verfassern):

SCHEMA: Nachname, Vorname und <umgestellt> Vorname Nachname (Hg): Haupttitel. Untertitel. Band. Ort(e): [Verlag] <hochgestellt> Zahl der Aufl. <ab der 2.>Jahr. (Reihentitel Bandnummer)

Beispiele
Hüppauf, Bernd und Klaus Vieweg (Hg.): Skepsis und literarische Imagination. München: Fink 2003.
Nach dem Sachtitel:
Skepsis und literarische Imagination. Hg. von Hüppauf, Bernd und Klaus Vieweg. München: Fink 2003.
Hoffmann, Michael und Christine Keßler (Hg.): Berührungsbeziehungen zwischen Linguistik und Literaturwissenschaft. Frankfurt am Main: Peter Lang 2003.
Nach dem Sachtitel:
Berührungsbeziehungen zwischen Linguistik und Literaturwissenschaft. Hg. von Hoffmann, Michael und Christine Keßler. Frankfurt am Main: Peter Lang 2003.

Bei mehr als zwei Herausgebern kürzt die Literaturwissenschaft nach dem zweiten mit einem "u.a." ab.

Beispiel
Huntemann, Willi, Malgorzata Klentak-Zablocka u.a. (Hg.): Engagierte Literatur in Wendezeiten. Würzburg: Königshausen und Neumann 2003.
Nach dem Sachtitel:
Engagierte Literatur in Wendezeiten. Hg. von Huntemann, Willi, Malgorzata Klentak-Zablocka u.a. Würzburg: Königshausen und Neumann 2003.


Bearbeiter, weitere Herausgeber, mehrere Bände, Nachdrucke u.a.m.

SCHEMA: Nachname, Vorname (Hg): Haupttitel. Untertitel. Fremder Herausgeber (und/oder Bearbeiter, Übersetzer). Autor eines Vorwortes o.ä. Ort(e): [Verlag] <hochgestellt> Zahl der Aufl. <ab der 2.>Jahr. (Reihentitel Bandnummer) Nachdruck Ort: [Verlag] <hochgestellt> Zahl der Aufl. <ab der 2.>Jahr.

Beispiele
Kranzmayer, Eberhard: Kleine namenkundliche Schriften. Anläßlich seines 100. Geburtstages am 15. Mai 1997 gesammelt und hg. von Maria Hornung. Mit einer Einleitung von Ernst Eichler. Wien: Edition Praesens 1997. (Schriften zur diachronen Sprachwissenschaft 5)
Ferdinand de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Hg. von Charles Bally und Albert Sechehaye unter Mitwirkung von Albert Riedlinger. Übersetzt von Herbert Lommel. 3. Aufl., mit einem Nachwort von Peter Ernst. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2001,
Grimm, Jacob / Grimm, Wilhelm: Deutsches Wörterbuch. 32 Bände. Leipzig: Salomon Hirzel 1854-1954. Band 33: Quellenverzeichnis: Berlin (Ost), Göttingen: Verlag der Akademie der Wissenschaften zu Berlin und Göttingen 1971. Zweiter Nachdruck München: dtv 1999.

Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Biographisch-bibliographisches Handbuch. Begr. v. Wilhelm Kosch. Hg. von Carl Ludwig Lang, ab Bd. 2 hg. von Konrad Feilchenfeldt. Bern, München: Saur 2000 ff.
Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Begr. v. Wolfgang Stammler, fortgef. v. Karl Langosch. 2., völlig neu bearb. Aufl. unter Mitarb. zahlr. Fachgelehrter hg. v. Kurth Ruh u.a. Berlin, New York: Walter de Gruyter 1978 ff.
Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft (RLW). Gem. m. Harald Fricke, Klaus Grubmüller u.a. hg. v. Klaus Weimar. Berlin: Water de Gruyter1997 ff.


1.4 Akademische Arbeiten

Ungedruckte Akademische Arbeiten wie Hausarbeiten, Staatsexamensarbeiten, Diplomarbeiten und Dissertationen werden mit diesen zusätzen gekennzeichnet. Dabei wird unterschieden, ob eine Dissertation noch handschriftlich (handschr.) oder mit der Schreibmaschine (masch.) verfasst wurde. Bei neueren Arbeiten, die mit dem Computer erstellt wurden, entfällt dieser Zusatz meist. Außerdem wird an der Stelle des Ortes die Universität angegeben, an der die Arbeit angenommen wurde.

Beispiele
Kronberger, Karina Susanne: Einführung in die Geschichte der Gaunerzinken. Die Entwicklung einer Geheimschrift. Diplomarbeit. Univ. Wien. 2003.
Peyerl, Elke: Zur Kunst der Lügenmäuler, Schwindelgeister, Flunkerer und Fabelhanse. Untersuchungen zur Beziehung zwischen österreichischen Phraseologismen und Lüge. Dissertation (masch.). Univ. Wien 2001.

Deißenberger, Barbara Maria: "Frauen und Literatur" als literarisches Motiv. Von der liaison dangereuse zur Überwindung des Bovary-Syndroms. Diplomarbeit. Univ. Wien 2001
Hillen, Meike: Die Pathologie und die Literatur. Zur wechselseitigen Beziehung von Medizin und Literatur. Diplomarbeit. Univ. Bochum 2001.
Denker, Axel: Wie anwesende Abwesenheit. Literatur im Schatten von Auschwitz. Habilitationsschrift. Univ. Mainz 2001.

Dagegen werden geedruckte Arbeiten als Verfasserschriften zitiert, s.o.:
Deißenberger, Barbara Maria: "Frauen und Literatur" als literarisches Motiv. Von der liaisn dangereuse zur Überwindung des Bovary-Syndroms. Wien: Edition Praesens 2003.
Hillen, Meike: Die Pathologie und die Literatur. Zur wechselseitigen Beziehung von Medizin und Literatur. Frankfurt am Main, Wien u.a.: Peter Lang 2003. (Bochumer Schriften zur deutschen Literatur)
Dunker, Alex: Die anwesende Abwesenheit. Literatur im Schatten von Auschwitz. München: Fink 2003.



1.5 Internetseiten

Auch der Inhalt von Internetseiten kann zitiert werden, und zwar unter Angabe der URL. Es sollte versucht werden, die Unterseite bzw. benutzte Datei so genau wie möglich anzugeben. Da sich Internetseiten aber rasch ändern oder überhaupt verschwinden können, muss unbedingt das genaue Datum der Einsicht angeführt werden. Das Zitieren genauer Seitenzahlen ist im Internet natürlich nicht möglich.

Anmerkung: Es wird empfohlen, einen Ausdruck der zitierten Internetseiten
 (zumindest der ersten Seite mit URL und Datum) als Beleg aufzubewahren.

Beispiel
Ernst, Peter / Klingenböck, Ursula: Das Zitat in der germanistischen Arbeit. http:// homepage.univie.ac.at/ peter.ernst/text2_zitat.html (1. 12. 2003).
Hermann Hesses Stimme. http://hermann-hesse.de (16. 4. 2004)
einladung zur literaturwissenschaft. Ein Vertiefungsprogramm zum Selbststudium. http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/einladung.htm (17 3. 2004)


1.6 Weitere Hinweise

1. In einem „Literaturverzeichnis“ stehen nur Werke, die man in der Arbeit verwendet hat. Darüber hinaus gehende Werkverzeichnisse werden „Bibliographie“ 
genannt (z.B. Literatursammlungen zu einem bestimmten Thema). Bibliographien erheben außerdem den Anspruch auf bestmögliche Vollständigkeit.
2. Oft wird das Literaturverzeichnis unterteilt in "Primärliteratur" (Texte, Quellen etc.) und "Sekundärliteratur" (Untersuchungen). Hat das Literaturverzeichnis einen größeren Umfang, kann man zur leichteren Orientierung Untergruppen nach Textsorten machen, etwa „Lexika“, „Einführungen“, „Untersuchungen“ etc.
3. Zumindest der erste Vorname muss unbedingt ausgeschrieben und darf nicht abgekürzt werden. Im deutschen Sprachraum werden die Verlage normalerweise nicht angeführt, es ist aber aus wissenschaftlichen Gründen (leichtere Verifizierung) ratsam, dies zu tun.
4. Die Sonderzeichen in einem Titel (z.B. Kursivsetzung, einfache Anführungszeichen, französische Anführungszeichen) sollten so genau wie möglich wiedergegeben werden.
5. Bei Zeitschriften werden nie der Verlag, der Erscheinungsort und der/die Herausgeber angegeben, auch wenn diese bei Büchern angeführt sind.
6. Akademische Titel (Dr., Prof.) werden nicht genannt, auch wenn sie auf dem Haupttitel angeführt sind (kommt bei Werken aus dem 19. Jh. öfter vor).
7. In der Sprachwissenschaft werden Zeitschriftentitel normalerweise nicht abgekürzt, auch sonst werden keine Abkürzungen außer „S.“ (Seite), „Sp.“ (Spalte), „Bd.“ (Band), „Hg./hg.“ (Herausgeber/herausgegeben), „bearb.“ (bearbeitet) verwendet. In der Literaturwissenschaft ist die Verwendung gängiger Abkürzungen für Zeitschriftentitel dagegen häufig und daher auch empfohlen, z.B. DVjs (Deutsche Vierteljahrsschrift), ZfdPh (Zeitschrift für deutsche Philologie, GRM (Germanisch-Romanische Monatsschrift), ABäG (Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik), Euph. (Euphorion), DU (Der Deutschunterricht), IASL (Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur) u.a.m. Eine Liste der standardisierten Abkürzungen findet sich in der Zeitschrift "Germanistik".
8. Es wird empfohlen, mehrere Herausgeber auch mit „Hg.“ abzukürzen (nicht „Hgg.“), da sich die Auflösung von selbst versteht.
9. Die Namen (Nachname oder Vor- und Nachname) können gesondert hervorgehoben werden, durch Majuskel- oder Kapitälchenschreibungen. Im Amerikanischen System werden üblicherweise die Nach- und Vornamen in Kapitälchen geschrieben. Im Deutschen ist in diesem Fall ß als ss aufzulösen.
10. Der oder die Herausgeber der Reihenwerke (Reihentitel) werden nicht genannt, ebensowenig der Erscheinungsort und der Verlag der Reihe (wohl aber des einzelnen Bandes, s.o.).
11. Werke, die vor der Deutschen Wiedervereinigung in Ostberlin erschienen sind, werden üblicherweise durch „Berlin (Ost)“ gekennzeichnet.
12. Bei mehr als vier Autoren/Herausgebern/Verlagsorten wird nur der jeweils erste genannt, dem ein „u. a.“ (und andere) oder „ et al.“ (et alii) folgt.
Beispiele
Selting, Margret u. a.: Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem (GAT). In: Linguistische Berichte 173 (1998), S. 91-122. [Dieser Aufsatz stammt von insgesamt neun Autoren!]
Fix, Ulla / Poethe, Hannelore / Yos, Gabriele: Textlinguistik und Stilistik für Einsteiger. Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Unter Mitarbeit von Ruth Geier. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 22002. (Leipziger Skripten 1)
In der Literaturwissenschaft ist es anders. Hier werden in der Regel zwei Autoren/Herausgeber/Verlagsorte genannt; weitere werden mit "u.a." abgekürzt:
Huntemann, Willi, Malgorzata Klentak-Zablocka u.a. (Hg.): Engagierte Literatur in Wendezeiten. Würzburg: Königshausen und Neumann 2003.
Nach dem Sachtitel:
Engagierte Literatur in Wendezeiten. Hg. von Huntemann, Willi, Malgorzata Klentak-Zablocka u.a. Würzburg: Königshausen und Neumann 2003.
13. Bandangabe: Bei einem vollständigen Zitat sollten alle Bände des Werkes angegeben werden.
Lewandowski, Theodor: Linguistisches Wörterbuch. 3 Bde. Heidelberg 61994. (Uni-Taschenbuch 200, 201, 300).
Verweist man in der Fussnote dann auf einen bestimmten Band, muss dieser genannt werden:
    Vgl. Lewandowski (1994), Bd. 2, S. 25.
Verwendet man aber nur einen einzelnen Band, genügt es auch, nur diesen zu ziteren:
    Lewandowski, Theodor: Linguistisches Wörterbuch. Bd. 2. 6. Aufl. Heidelberg 1994. (Uni-Taschenbuch 201).
Verweist man in der Fußnote auf dieses Werk, muss die Bandnummer hier nicht angegeben werden (da der Bezug nun eindeutig ist).
    Vgl. Lewandowski (1994), S. 25.

15. Werden von ein und demselben Titel unterschiedliche Auflagen benutzt, ist jede als selbstständiger Titel zu zitieren.

Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Bearb. von Paul Grebe unter Mitwirkung von Helmut Gipper, Max Mangold, Wolfgang Mentrup und Christian Winkler. Mannheim, Wien, Zürich: Dudenverlag 31973. (Der große Duden 4)
Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Hg. von der Dudenredaktion. Bearb. von Peter Eisenberg, Hermann Gelhaus, Helmut Henne, Horst Sitta und Hans Wellmann. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 61998. (Der große Duden 4)

16. Wenn von einem Autor mehrere Werke unterschiedlicher Provenienz zitiert werden (Aufsätze, Bücher, herausgegebene Werke), so werden sie meist in folgender Reihenfolge (innerhalb dieser Gruppen chronologisch nach Erscheinen) angeführt:

selbstständige Werke
unselbstständige Werke
alleinige Herausgeberschaft
Mitherausgeberschaft

Beispiele
Wiesinger, Peter: Schreibung und Aussprache im älteren Frühneuhochdeutschen. Zum Verhältnis von Graphem – Phonem – Phon am bairisch-österreichischen Beispiel von Andreas Kurzmann um 1400. Berlin, New York: Walter de Gruyter 1998. (Studia Linguistica Germanica 42)
Wiesinger, Peter: Die Reform der deutschen Schriftsprache unter Maria Theresia. Ziele – Durchführung – Wirkung. In: Eybl, Franz M. (Hg.): Beiträge zu einer kulturwissenschaftlichen Sicht des theresianischen Zeitalters. Wien: Wiener Universitätsverlag 2002. (Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts 17), S. 131-140.
Wiesinger, Peter (Hg.): Das österreichische Deutsch. Wien, Graz, Köln: Böhlau 1988. (Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 12)
Wiesinger, Peter / Bauer, Werner / Ernst, Peter (Hg.): Probleme der oberdeutschen Dialektologie und Namenkunde. Beiträge des Symposions zum 100. Geburtstag von Eberhard Kranzmayer. Wien: Edition Praesens1999.

In der Literaturwissenschaft werden die Werke ein- und desselben Autors nicht nach Erscheinungsweise (selbstständig, unselbstständig etc.) und auch nicht chronologisch, sondern alphabetisch nach dem Titel geordnet, wobei Artikel am Anfang des Werktitel nicht als Ordnungswort gelten:

Schmidt-Dengler, Wendelin: Bruchlinien. Vorlesungen zur österreichischen Literatur 1945 bis 1990. Salzburg, Wien: Residenz 21996.
Schmidt-Dengler, Wendelin: Ohne Nostalgie. Zur österreichischen Literatur der Zwischenkriegszeit. Wien: Böhlau 2002. (Literaturgeschichte in Studien und Quellen 7)
Schmidt-Dengler, Wendelin: Der wahre Vogel. Sechs Studien zum Gedenken an Ernst Jandl. Wien: Edition Praesens 2001.



2 Zitieren in Fußnoten (Kurzzitate)

In der Sprachwissenschaft stehen in den Fußnoten nur Kurzbezeichnungen der Titel, die im Literaturverzeichnis vollständig zitiert sind. Es ist unüblich, das Werk in der ersten Fußnote vollständig zu zitieren und in den folgenden Fußnoten dann auf auf die erste Nennung zu verweisen (z.B. "wie Anm. 3).


SCHEMA: Nachname (Jahr), Seite/Spalte <von bis>.

Beispiel
Protze (1997), S. 21-23.

Besteht bei gleichen Nachnamen die Gefahr der Verwechslung, muss der Vorname abgekürzt angegeben werden:

Müller H. (2002), S. 141.

Bei häufigen Familiennamen kann es auch hier zu Homonymien kommen, dann wird auch der Vorname ausgeschrieben:

Müller Horst (2002), S. 141
Müller Max (2000), S. 12.

In der Literaturwissenschaft ist die erste Nennung eines Werkes auch in den Fußnoten eine vollständige Titelangabe:

Schmidt-Dengler, Wendelin: Ohne Nostalgie. Zur österreichischen Literatur der Zwischenkriegszeit. Wien: Böhlau 2002. (Literaturgeschichte in Studien und Quellen 7)

Erst bei weiteren Nennungen desselben Werks innerhalb der Arbeit wird das Kurzzitat gebraucht; zur Nennung ein und desselben Werks in aufeinanderfolgenden Fußnoten s.u. Ein Verweissystem (z.B. "wie Anm. 3) in Kombination mit Kurztiteln (z.B. "Ernst, Sprachwissenschaft (wie Anm. 3), S. 14") ist allerdings auich möglich.
Kurzzitate in der Literatur folgen entweder demselben Schema wie die Sprachwissenschaft (s.o.):
Schmidt-Dengler (2002), S. 55.
oder sie benützen folgendes
SCHEMA: Nachname: Selbstgewählter Kurztitel, Seiten <von bis>.
Schmidt-Dengler: Ohne Nostalgie, S. 55.


Weitere Regeln:

1. Früher wurden in aufeinanderfolgenden, inhaltlich identischen Fußnoten nur die Angaben „a. a. O.“ („am angegebenen Ort“) und „ebda.“ („ebenda“) gemacht. Dieses Verfahren darf man in der Sprachwissenschaft nicht verwenden, jede Fußnote muss ganz ausgeschrieben werden. Für die Literaturwissenschaft gilt das nur bedingt: "a. a. O." ist auch hier strikt zu meiden, "ebd." plus Seitenzahl ist dagegen eine sehr ökonomische Möglichkeit des Zitierens, wenn sich mehrere aufeinanderfolgende Fußnoten auf dieselbe Quelle beziehen.
2. „f.“ oder „ff.“ bei Seitenangaben werden nicht verwendet, man gibt den Umfang vollständig an: „S. 1-3“.
3. Jede Fußnote wird mit einem Punkt abgeschlossen.
4. Ältere Lexika und Handbücher verwenden statt einer Seitennummerierung die Zählung nach Spalten, in diesem Fall werden die Spalten (Sp.) angegeben.
5. Besonders im englischsprachigen Raum hat sich die Zitierweise „Jahr: Seitenzahlen“ durchgesetzt: Protze 1997:21-23 (ohne Spatium nach dem Doppelpunkt).  Im Deutschen ist das Anführen von „S.“ derzeit noch die häufigere Methode.
6. Bei einer inhaltlichen Bezugnahme setzt man vor die Nennung überlicherweise „Vgl.“ (vergleiche), „S.“ (siehe, wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit „Seite“ aber ungünstig), „Etwa“ o. ä. Besonders im englischen Sprachraum ist dafür auch „cf.“ (Imp. confer zu lat. conferre ‚vergleichen’) üblich:

Man vgl. Videsott (2003), S. 43.
Cf. Videsott (2003), S. 43.

7. In den Fußnoten und im Kurzzitat wird nicht zwischen Autor und Herausgeber unterschieden:

Müller (2002), S. 141.

8. Bei mehreren Autoren oder Herausgebern:

SCHEMA: Nachname/Nachname  (Jahr), Seite/Spalte <von bis>.

Ernst/Patocka (1998), S. 310-311.
Anmerkung: Im Gegensatz zum Zitieren im Literaturverzeichnis werden in Fußnoten die Spatien weggelassen.

In der Literaturwissenschaft wird statt des Schrägstrichs häufig ein Beistrich gesetzt:
Moennighoff, Meyer-Krentler (2003), S. 40. [zum Kurzzitat mittels Kurztitel s.o.]
9. Eine Vorbemerkung wird nicht in die Fußnotennummerierung aufgenommen, sondern mit einem Sonderzeichen (meist einem Sternchen) gekennzeichnet.*
*etwa so
10. In Überschriften wird üblicherweise keine Fußnote gesetzt.
11. In der Sprachwissenschaft sind Kurzzitate aus Platzgründen auch im Text möglich, sie werden dann in runde Klammern gesetzt. Die Einklammerung der Jahreszahl und der Punkt am Ende entfallen dann (vgl. Bury 2000, S. 25).
In der Literaturwissenschaft sind dagegen Kurztzitate im Fließtext unüblich und werden nicht gern gesehen, allerdings gibt es eine Ausnahme: Das Kurzzitat im Text ist dann sinnvoll, wenn man sich in einer Arbeit hauptsächlich auf ein und dasselbe Werk meist der Primärliteratur (z.B. auf Goethes "Iphigenie auf Tauris", Schnitzlers "Therese" o.ä.) bezieht.



3 Wörtliche Zitate im Text

Zitate im Sinn wörtlicher Entnahmen aus anderen Werken werden in eingerückten Absätzen wiedergegeben. Die Schriftgröße und der Zeilenabstand können etwas kleiner sein. Abgeraten wird davon, das Zitat in Anführungszeichen zu setzen, es ist durch die Einrückung und die Quellenangabe eindeutig als Zitat gekennzeichnet.

Beispiel

Eigennamen entstehen durch

[...] Verwandlung okkasionelle[r] konkrete[r] Bedeutung gewisser Wörter in usuelle [...]. Alle Personen- und Ortsnamen sind erst aus Gattungsbezeichnungen entstanden. [...]. Wir können den Prozess deutlich verfolgen bei sehr vielen Ortsnamen. [Es folgen Beispiele, P.E.] Dergleichen haben ursprünglich nur den nächsten Umwohnern der betreffenden Örtlichkeit gedient, für welche sie ausreichten, um diese von andern in der Nähe gelegenen Örtlichkeiten zu unterscheiden. Zu zweifellosen Eigennamen wurden sie in dem Augenblicke, wo sie auch von Fernerstehenden mit diesem konkreten Sinn übernommen, oder wo sie durch den Zutritt weiterer isolierender Momente schärfer von den ursprünglichen identischen Gattungsbezeichnungen gesondert werden. Daneben gibt es freilich eine grosse [sic!] Klasse von Ortsnamen, die von Anfang an der Natur wahrer Eigennamen sehr nahe kommen, weil sie aus Personennamen abgeleitet oder durch Personennamen bestimmt sind. [Hervorhebung von P.E.]1
Wir werden also in der vorliegenden Arbeit ....
__________

1 Paul (1995), S. 89.


Jede Veränderung am wörtlichen Zitat muss gekennzeichnet sein, dazu zählen auch Änderungen in der Flexion, wenn das Zitat in andere Textzusammenhänge gestellt wird. Zusätze werden in eckige Klammern gesetzt, Auslassungen durch drei Punkte in eckigen Klammern markiert. Jede Veränderung des ursprünglichen Texts muss gekennzeichnet sein, auch formale Veränderungen [Hervorhebung von P.E.]. Befindet sich in der Vorlage irgendeine Besonderheit oder auch ein Fehler (z.B. Rechtschreibfehler), wird trotzdem wörtlich zitiert, nach der Stelle aber ein [sic!] gesetzt zum Zeichen, dass die Besonderheit schon in der Vorlage steht und keinen Abschreibfehler darstellt.