Vergesslichkeit

Altersstruktur und Demenzursachen

 

 

Bei subjektiver Vergesslichkeit mit leichter Beeinträchtigung komplexer Alltagsaufgaben ( leichte kognitive Störung, sogenannte MCI d.h. Mild Cognitive Impairment) werden ein neurologischer-, psychopathologischer-, neuropsychologischer- und interner Status durchgeführt um auch sekundäre Ursachen auszuschließen. Zusätzlich ist im Krankheitsverlauf eine Gehirndarstellung (CT/MRT) indiziert.Die sorgfältig klinische Demenzabklärung ist Voraussetzung für eine rationale und ökonomische Therapie.

Dementielle Erkrankungen zeigen zumeist einen kontinuierlichen Übergang von klinisch unauffällig bis schwerst beeinträchtigt.

In Anbetracht zunehmender Therapiemöglichkeiten rückt jedoch die möglichst frühzeitige Erfassung neuropsychologischer Defizite in das Zentrum der Bemühungen.

Die Diagnosestellung vor der Entwicklung schwerer kognitiver Leistungseinbußen wird als aktuelles Ziel gesehen.

Die Prävalenz dementieller Erkrankungen nimmt mit steigendem Alter deutlich zu. Genaue Inzidenz- und Prävalenzraten sind jedoch schwer zu erfassen, da derzeit uneinheitliche Verfahren und Schwellwerte zur Festlegung der Diagnose "Demenz" angewandt werden.

Es finden sich folgende Häufigkeiten:

an dementiellen Syndromen sind 1,4% der 65-69 jährigen, 4,1% der 70-74 jährigen, und 32,2% der 90-94 jährigen erkrankt. Die Prävalenzrate dementieller Erkrankungen verdoppelt sich in fünf Jahresabschnitten. Die häufigste Form dementieller Erkrankungen ist die Alzheimer Krankheit (AK) und die Multiinfarktdemenz (MID). Im europäischen und nordamerikanischen Raum beträgt der AK-Anteil 50-70%, die MID und die Koexistenz beider Formen (mixed Dementia) sind die zweithäufigste Ursache. Andere Demenzätiologien sind wesentlich seltener. Allerdings hat in den letzten Jahren der Wissensstand über einzelne Demenzformen, wie die der Lewy-Körperchen Demenz, stark zugenommen. So ordnen beispielsweise derzeit manche Autoren 20 % aller Demenzerkrankung diesem Typ zu.

Der Anteil älterer und alter Menschen unserer Bevölkerung hat während der letzten Jahrzehnte deutlich zugenommen und wird voraussichtlich bis 2050 ansteigen. In dieser Gruppe wird der Anteil der Höchstbetagten weiterhin überproportional zunehmen. So wird innerhalb des EU Raumes bis zum Jahr 2025 mit einer Zunahme der 60 -80 jährigen um 50%, der 80 - 90 jährigen um 100% und der über 90 jährigen um 200% gerechnet. Ab diesem Zeitpunkt wird voraussichtlich ein knappes Drittel der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Ein Viertel dieser über 60 jährigen hat dann bereits das 80. Lebensjahr überschritten. Der hohe Anteil Betagter im Verhältnis zu jüngeren Altersgruppen erklärt sich auch durch die während der letzten Jahrzehnte gesunkene Geburtenziffer. Die dadurch zahlenmäßig rückläufige, pflegende Generation erreicht zum Zeitpunkt der Pflegebedürftigkeit der dementen Menschen selbst ein Alter, in dem sie einem hohen Morbiditätsrisiko ausgesetzt ist. Die Hälfte der pflegenden Familienmitglieder ist älter als 65 Jahre und leidet selbst an einer Krankheit. In Österreich sind derzeit 80.-90.000 Menschen von einer dementiellen Erkrankung betroffen, bis zum Jahr 2050 werden es 190.000 Personen sein.

 

Die senile Demenz vom Alzheimer- Typ (SDAT) ist die häufigste Form aller in diesem Lebensabschnitt auftretenden dementiellen Erkrankungen. Vaskuläre Demenzen (Multiinfarktdemenz, MID) und gleichzeitiges Vorliegen beider Typen folgen in der Häufigkeit nach. Etwa jede zehnte ist den symptomatischen Demenzformen zuzurechnen, denen häufig Organ- oder Systemerkrankungen zugrunde liegen.

 

Demenzursachen