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Peru



Eine knapp vierwöchige Reise führte mich im Oktber/ November 2008 nach Peru. Ziel der dienstlichen Reise der Besuch einiger laufender und zukünftiger WWF-Projekte im peruanischen Regenwald.


Glücklicherweise hatte ich auch die Möglichkeit, zwischendurch ein paar Urlaubstage zu nehmen, um mir das Land ein wenig anzuschauen. Außerdem beleitete Florian mich auf eigene Kosten als Photograph (im gebührt daher auch die Anerkennung für die Photos).


Erstes Ziel meiner Reise war Tarapoto im Norden Perus - hier nahm ich an einer einwöchigen Konferenz zum UN- REDD-Programm teil.


Zwischendurch hatte ich aber auch die Gelegenheit, mir Projektgebiete im Umkreis anzuschauen.


Der Bau einer Schnellstraße über die Anden bedroht hier besondere Naturjuwele wie diesen sagenumkrankten Wasserfall. Ein junges Paar, deren Eltern sich gegen ihre Liebe stellten, soll hier der Sage nach suprlos verschwunden sein.


In der Konferenz wurde an eine gemeinsamen Vorgangsweise zwischen Regierung, NGOs und Geldgebern gearbeitet.


Bevor es nun in den Urwald ging, flogen wir übers Wochenende nach Cusco, um von dort weiter nach Machu Picchu zu reisen. Dazu durchquert man das kahle Andenhochland...


...mit postkartenreifen Motiven...


...von Menschen, Tieren und Natur...


...und noch mehr wunderbaren Motiven für die aufmerksame Kamera!


DER Klassiker im Andenhochland: Kokatee! Der extrem wohlschmeckende Kräutertee hilft gegen Höhenkrankheit und Magenbeschwerden. Schade, dass man ihn nicht legal außer Landes bringen kann...


Langsam arbeitet sich der Zug durch die Berge. Allerdings fährt er interessanterweise nicht bergauf, sondern eigentlich von Cusco weg bergab - Cusco liegt nämlich mit 3.416m Seehöhe deutlich höher als Machu Picchu (2360m Seehöhe).


Aguas calientes am Fuß des Berges Machu Picchu ist nur per Zug erreichbar. Die kleine Stadt verströmt einen eigenartigen Flair vom Ende der Welt vermischt mit Tourismuspunkt- ein perfekter Platz um bei einem kühlen Bier zu sitzen und zu beobachten.


Noch lange vor Sonnenaufgang muss man aufbrechen, um den ersten Bus zur Stadt zu erwischen (natürlich kann man auch zu Fuß hinaufmarschieren, aber dann sollte man noch zeitiger aufbrechen).


Der Lohn dafür ist der Anblick der Stadt, wie sie langsam aus dem Nebel hervortritt.


Bis zur Frühstückzeit hat sich dann die ganze Stadt vom Nebel befreit. Erst dann kommen auch größere Mengen von Touristen.


Der Sonnentempel auf einem Hügel im Zentrum der Stadt beinhaltet einen stark magnetischen Stein.


Im Tempelbezirk gibt es in jedem einzelnen Tempel phantastische Dinge zu entdecken - der Meditationstempel verfügt über Wandnischen mit grandioser Akkustik.


Im Tempel des Windes gibt es einen Jahreszeitenkalender: zu den Sonnenwenden projeziert der gezinkte Stein im Vordergrund durch die einfallende Sonne das Inkakreuz auf den Steinboden.


Bei eingen Häusern wurden die Originaldächer rekonstruiert - so hat die Stadt wohl früher ausgesehen.


Im Altarraum des Kondortempels wurden früher Opfer vorbereitet.


Ein letztes Bild am späten vormittag bestätigt:


Ja, Machu Picchu ist genauso kitschig-schön wie in Büchern und Prospketen abgebildet!


Hinunter geht es über die uralten Inka-Wege.


Stufenkonstruktionen à la Inka ;-)


Mit dem Zug geht es wieder zurück nach Cusco - mit einem beeindruckenden Flair bei Nacht!


Auch unser Hotel in Cusco steht der allgemeinen Schönheit der Weltkulturerbe-Stadt um nichts nach!


Cusco ist eine ungemein pittoreske, sehr gepflegte Stadt, die den Reichtum der Erbauer ahnen läßt.


Besonders typisch für das Handwerk von Cusco sind die aufwendig geschnitzeten Holzbalkone und - vorbauten.


Photomotive drängen sich geradezu auf. Um das einheitliche Aussehen zu wahren, muß sogar McDonalds sich angemessen verstecken, um das Gesamtbild nicht zu stören.


Über das Sonnenheiligtum Coricancha (Qurikancha) wurde zwar ein katholisches Kloster gesetzt, Teile des Tempels sind aber noch erhalten und zu besichtigen.


Bei seiner Entdeckung sollen alle Mauern mit Gold belegt gewesen sein. Übriggeblieben ist davon nur dise goldene Tafel, welche die Kultur zur Zeit der Erbauung des Tempels zeigt.


Zurück in Lima: auch Lima kann besuchenswerte historische Gebäude bieten.


Besonders dem Farbenreichtum ...


...scheint keine Grenze gesetzt!


Selbst mitten in Lima begegnet man den alten Kulturen Perus: die Lima-Kultur (200-700 n.Chr.) ist allerdings deutlich älter als die Inka-Kultur.


Diese Tempelanlagen, wie hier der Huaca Pucllana, bestehen aus lehmgepressten Ziegeln, angeordnet in einer erdbebensicheren Art und Weise.


Über 40 Tempelbauten befinden sich am Gebeit des heutigen Limas - die meisten können wahrscheinlich nie ausgegraben werden.


Die Lima-Kultur lebte vor allem am und vom Meer.


Noch besser erhalten als Huaca Pucllana, dafür kleiner, ist Huaca Huallamarca.


Die Arbeit ruft: mit dem Kleinflugzeug geht es in den Alto Purus, eines der extrem unzugänglichen Amazonas-Quellgebiete.


Flußarm um Flußarm windet sich durch das endlose Grün des Regenwaldes.


Entlang dieser Flüsse befinden sich unzählige Dörfer - sie sind bedroht durch ein großes Straßenbauprojekt, das Brasilien mit der Westküste Perus verbinden soll. Mit der Straße werden aber Holzfäller, Landsuchende und viele weitere kommen, die der Abgeschiedenheit der Menschen hier ein Ende bereiten werden.


Das WWF-Büro in Puerto Esperanza dient gleichzeitig als Übergangsbüro für die Nationalparkverwaltung des Alto Purus National Park und als Treffpunkt für die verschiedenen Indigenenorganisationen, die den Alto Purus Communal Reserve, das Stammesland, verwalten.


Bild mit den Nationalparkrangern, die vom WWF unterstützt werden.


Besprechung mit den WWF-Mitarbeitern vor Ort.


Das Wetter hier ändert sich täglich und schlagartig.


Binnen kürzester Zeit ziehen am Nachmittag Wolken auf..


..und nach einem Wolkenbruch gibt es fast immer einen grandiosen Sonennuntergang!


Puerto Esperanza ist eine etwas trostlose kleine Ansiedlung am Rand des Regenwaldes.


Frühmorgens geht es per Boot los..


...denn wir haben eine zweitägige Reise zu den Dörfern, die mit dem WWF zusammenarbeiten, vor.


Uns erwartet eine große Ehre: im kleinen Dorf san Jose wird das Schildkrötenfest gefeiert.


Die Bestände der bedrohten Taricaya-Schienenschildkröte werden hier in einem vom WWF unterstützten Projekt gestützt:


Schildkröteneier werden in einer Sandkiste im Dorf ausgebrütet, die kleinen Schildkröten dann in einem ruhigen Gewässerteil in der Nähe ausgesetzt, um die Bestände in freier Wildbahn zu stützen.


Vor allem die Kinder sind von den kleinen Schildkröten - und unseren Kameras - begeistert.


Zur Freilassung der kleinen Schildkröten wird ein Fest gefeiert, das einhergeht mit vielen Ansprachen und einer festlichen Atmosphäre im Dorf..


Schließlich wandern wir alle gemeinsam zu dem See...


...und jeder darf mit seinem kleinen Körbchen Schildkröten freilassen.


Die Dorfbewohner freuen sich sehr über den Besuch aus dem Ausland.


Taricaya-Schildkröten gelten als Delikatesse, deshalb gibt es auch heute noch einen lebhaften Schwarzmarkt für ihr Fleisch.


Die Kinder lernen schon in der Schule um die Bedeutung der Schildkröte und von ihrem Schutz.


Leider können wir nicht zu lange beiben - denn wir haben noch 2 weitere Dörfer zu besuchen.


Am Weg passieren wir unberührte Flußlandschaften.


Leider hat unser Boot ein Leck, und so müssen wir während der Fahrt konstant schöpfen, um nicht vollzulaufen...


Auch das nächste Dorf, Cashuera, hat sich für uns festlich herausgeputzt.


Und damit wir dazupassen, werden auch wir "geschmückt".


Faszinierender Schmuck -


zu 100% aus dem Urwald!


Angekommen im letzten Dorf des Tages werden wir mit einem Tanz der Frauen aus dem Dorf begrüßt.


Das Dorf Buféo ist ein ganz besonderes: mit viel Eigeninitiative und Energie arbeiten die Menschen dieses Dorfes mit dem WWF und der Nationalparkverwaltung zusammen.


Eine eigene Schule hat das Dorf bereits, demnächst wollen die Bewohner einen botanischen Garten mit einheimischen Pflanzen anlegen.Zunächst aber bekommen wir eine Führung durch den Wald in der Umgebung des Dorfes.


Ob Schmetterling, Hundertfüßer..


..oder Ameise - der Regenwald explodiert vor Leben.


Am Nachmittag werden wir auch noch eingeladen zum Sportprogramm des Dorfes: Volleyball bei den Damen, Fußball bei den Herren. Erwartungsgemäß verlieren wir natürlich...


Nach einer angenehmen, aber insektenreichen Nacht in der Schule des Dorfes müssen wir leider schon wieder weiter - und von Alto Purus weg in den Süden Perus, nach Puerto Maldonado.


Hier unterhält der WWF eine Forschungsstation, die sich mit der Erforschung wichtiger Urwaldarten und ihrer Lebensgewohnheiten beschäftigt.


Am Weg zum Fluß: ein verwaistes Brüllaffenbaby, das von Menschen großgezogen wird.


Eine vierstündige Bootsfahrt von Puerto Maldonado den Rio Tambopata entlang führt zur Malinowski Range Station.


Am Flußufer basken sich Maras in der Sonne und im Wasser.


Bei diesen interessanten Tieren handelt es sich um Verwandte des Meerschweinchens.


Eine der untersuchten Arten ist der rote Ara: seine Zugwege und sozialen Interaktionen werden untersucht.


Frühmorgens treffen sich die Tiere in großen Zahlen auf Bäumen in der Nähe von Lehmgruben. Der Lehm wird als wichtiger Nahrungsmittelzusatz von den Tieren gefressen.


Wanderungen im Regenwald zeigen den unglaublichen Farben - und Formenreichtum dieser Schatzkästen der Erde...
















Die Malonowski Range Station, völlig autark im Urwald, gewinnt ihren Strom über eine Solaranlage.


Gewaltige Bäume im Umkreis laden ein...


Und wieder...


..viele bunte Urwaldtiere.


Abschied von Malinowski: auch die Wissenschaftler hier machen eine Regenzeit-Pause. Wir helfen, das Equipment zu verstauen und machen uns selbst auf den Weg zurück.


Flo steuert das Boot retour ;-) Wir übernachten eine Nacht in der Posada Amazonas Eco Lodge.


Diese beeindruckende, komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Lodge gehört den Menschen im nahe gelegenen Dorf.


Sie produzieren selbst einen Großteil der Verbrauchsgüter für die Lodge.


Die Zimmer der Lodge sind nach außen hin offen - man schläft direkt "mitten im Urwald".


Außerdem verfügt die Lodge über einen 40m hohen Aussichtsturm, von dem aus man die Baumkronen des Regenwaldes besuchen kann.


Unzählige Stiegen des Gerüstes führen hinauf in die Kronenschicht des Urwaldes.




Das Kronendach des Regenwaldes ist ein eigenes Ökosystem, in das nur wenige Menschen vordringen können.




Wir genießen den Sonnenuntergang in luftiger Höhe.




Abends gibt es auf der Posada Lodge keinen Strom - Petroleumlampen, Kerzen und unzählige Glühwürmchen tauchen die Lodge in ein romantisches Licht.


Frühmorgens müssen wir das kleine Paradies wieder verlassen.


Flussabwärts erwarten uns weniger paradiesische Tatsachen:


Hier wird am Transamazonica-Highway gearbeitet. Tief schlagen sich die Narben bereits in den einst grünen und unberührten Wald - Holzlaster nach Holzlaster rollt über die gerade erst gebaute Straße.


Die Straße stellt für viele große Urwaldarten, wie z.B. den Jaguar oder das Pekkkari, ein unüberwindliches Hindernis dar. Die Wissenschaftler der Malinowski Range Station suchen Lösungen für ein unverhinderbares Problem.


Das Ende unseres Aufenthaltes naht - am letzten Tag besuchen wir noch eine große Tempelanlage südlich von Lima. Pachakamaq wird auf einen Zeitraum von 0-1500 n.Chr. datiert.


Der Bau wird der Ishmay (Inka)-Kultur, aber auch der Lima-Kultur zugeschrieben.


Weitere Kulturgüter Perus: der von den Inkas gezüchtete Nackthund. Das Tier ist zwar sehr gutherzig und anhänglich, aber nicht besonders attraktiv, soll aber der Kultur wegen erhalten werden - deshalb ist jede Tempelanlage staatlich verpflichtet, eine Paar der fellosen Hunde zu halten.


Auch Lamas gehören zu Tempelanlagen dazu!


An der Küste im Bezirk Miraflores, dem westlichen Teil Limas.

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E-Mail Last Update:
17.06.2011
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