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MARTIN SCHEUTZ | Institut für österreichische Geschichtsforschung

Tagung: Ordnung durch Tinte und Feder? (Wien, 17.-19.5.2010)

Ordnung durch Tinte und Feder?
Genese und Wirkung von Instruktionen im zeitlichen Längsschnitt

Instruktionen können als frühe Form der heutigen Dienst- oder Stellenbeschreibungen gelten und stehen (scheinbar paradox) einerseits für Kontinuität der Verwaltung und andererseits häufig für Reformwillen. Zusammen mit Ordnungen finden sich diese normativen Quellen überall dort, wo es darum geht, Verwaltung und Herrschaft oder – allgemein ausgedrückt – zielgerichtetes Handeln zu organisieren, und sind daher in ganz Europa anzutreffen. Als zentrale Quellengattung für wirtschafts-, sozial- oder verwaltungsgeschichtliche Fragestellungen bieten sie darüber hinaus auch vielfältige Auswertungsmöglichkeiten für historische Nachbardisziplinen an. Einen hohen Aussagewert besitzen verschriftlichte Ordnungsvorstellungen aber vor allem hinsichtlich der Struktur und Funktion einzelner Behörden und Ämter sowie der Rechte und Pflichten der Beamten. Nicht zuletzt werden darin auch die Auswirkungen auf das Alltagsleben der Untertanen spürbar.

Dem Umstand, dass Instruktionen bislang von der historischen Forschung wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, will diese Tagung Rechnung tragen, indem sie deren Genese und Entwicklung nachgeht und nach Bedeutung und Fortwirken von verschriftlichten Ordnungsvorstellungen in verschiedensten Bereichen von Verwaltung fragt. Ausgehend von den mittelalterlichen Ursprüngen dieser Quellensorte liegt der Schwerpunkt auf den Ordnungsvorstellungen in der Frühen Neuzeit. Neben den kaiserlichen Hof- und Zentralbehörden sowie der grundherrschaftlichen Verwaltung werden aus vergleichender Perspektive städtische, landständische und kirchliche Verwaltung thematisiert. Abschließende Fragestellungen zu rezenten Entwicklungen im Bereich von Arbeitsplatzbeschreibungen und Organisationsstrukturen spannen schließlich den Bogen in die Gegenwart.

Organisation: Tagung der FWF-Projekte «Zu Diensten Ihrer Majestät» und «Herrschaftsverwaltung in Niederösterreich» 17. Workshop des Arbeitskreises «Höfe des Hauses Österreich»

Ort: Wiener Stadt- und Landesarchiv, Guglgasse 14 (Gasometer D, Zugang über Gasometer A), 1110 Wien

Datum: 17. Mai 2010 bis 19. Mai 2010

Link: FolderPlakat

Quelle:

Geschützt: »Betrifft Geschichte« über den Wiener Hof

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»Zu Diensten Ihrer Majestät« im Forschungsnewsletter der Universität Wien

forschungsnewsletter 30 (juli/August 2008)

»Zu Diensten Ihrer Majestät«: Historiker untersuchen »das Unternehmen« Wiener Hof

Wie bekamen die Habsburger-Kaiser am Wiener Hof ihr Mittagessen an den Tisch? Und wer wusch danach das Geschirr ab? Fragen wie diese versuchen Martin Scheutz und Jakob Wührer von der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät zu klären, indem sie im FWF-Projekt »Zu Diensten Ihrer Majestät« die Organisationsgeschichte am Wiener Hof in der Frühen Neuzeit erforschen. Denn mit rund 3.000 beschäftigten Personen lässt sich der Wiener Hof am Beginn des 19. Jahrhunderts mit einem internationalen Unternehmen von heute vergleichen. …

Quelle: http://forschungsnewsletter.univie.ac.at/index.php?id=28345&tx_ttnews[tt_news]=6407&tx_ttnews[backPid]=28344&cHash=b9c4a5099d

Auch in der Online-Zeitung der Universität Wien »dieuniversitätonline« ist der Bericht enthalten:

Quelle: http://www.dieuniversitaet-online.at/beitraege/news/zu-diensten-ihrer-majestat/69.html

Profil-Artikel zum Projekt “Zu Diensten Ihrer Majestät”

Profil (30.3.2009)

Historiker erforschen die Firma Habsburg: Blick hinter die Kulissen des Unternehmens

Bis zu 3000 Menschen arbeiteten einst am habsburgischen ­Kaiserhof. Wiener Historiker erforschen nun die Managementstruktur der Firma Habsburg.

Von Sebastian Hofer

Majestät wünschen zu speisen, in der Hofburg zu Wien bricht eifrige Geschäftigkeit aus. Die durchaus alltägliche Verrichtung bedarf einer organisatorischen Haupt- und Staatsaktion, was nicht an den schrulligen Sonderwünschen des obersten Essers oder etwaigen zeremoniellen Kompliziertheiten liegt, sondern schlicht an der Anzahl der involvierten Personen. Gut 30 Dienststellen sind an dem scheinbar banalen Procedere beteiligt, darunter, neben kaiserlichen Mundköchen, Sommeliers und Truchsessen, auch die höfische Leibgarde, Licht- und Silberkammer, Hofkontrollor, Kämmerer oder Obersthofmeister. Selbst der Oberststallmeister ist über Umwege im Spiel. Sie alle gilt es, in einem fein austarierten Prozess zu koordinieren, anzuleiten und zu kontrollieren. …

Der ganze Profil-Artikel:

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“Die Presse”-Artikel zum Forschungsprojekt “Zu Diensten Ihrer Majestät”

“Verwaltung ist nie effizient”

28.03.2009 | 18:23 |  von Martin Kugler (Die Presse)

Historiker erforschen anhand von jahrhundertealten Akten, wie der Habsburger Kaiserhof mit seinen tausenden Bediensteten funktionierte. Bei der Verwaltung war Sparen schon immer angesagt.

Verwaltung ist nie effizient und muss permanent restrukturiert werden.“ Dieser Satz stammt nicht etwa von der Verwaltungsreformkommission, die in dieser Woche erste Vorschläge für eine sparsamere Verwaltung vorgelegt hat. Er stammt vielmehr von dem Wiener Historiker Martin Scheutz, der in dem vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Forschungsprojekt „Zu Diensten Ihrer Majestät“ die Verwaltung des Habsburgerhofes von Mitte des 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert untersucht.

Die Themen, mit denen er und sein Mitarbeiter Jakob Wührer sich beschäftigen, gleichen über weite Strecken den heutigen Problemen. „Das meiste gab es schon früher, nur hat es anders ausgesehen.“ So war die Entlohnung von Beamten schon immer recht flexibel: Zu einem Grundgehalt kam ein Reihe von Zulagen – früher etwa Licht- oder Holzgeld. Auch schon vor Jahrhunderten war vieles in der Beamtenschaft minuziös festgelegt. Wenn der Hof auf Reisen ging, gab es exakte Vorschriften, wie viel Gepäck die Hofdiener auf Staatskosten mitnehmen durften. Übergepäck musste privat bezahlt werden. Selbst die Trauerordnungen waren streng geregelt – und damit der Anspruch auf Trauerkleidung nach dem Tod eines Kaisers. …

Quelle: http://diepresse.com/home/science/465378/index.do?from=suche.intern.portal

Presse-Artikel zum Sammelband “Totale Institutionen”

Am 2. September 2008 brachte die Tageszeitung “Die Presse” einen Artikel zum gerade frisch herausgebrachten Sammelband “Totale Institutionen“:

Klöster, Gefängnisse, Kasernen: „Alles verschlingende Moloche“

02.09.2008 | 18:30 |  GERHARD MÉSZÁROS (Die Presse)

Die Neuzeit ist auch eine Geschichte der Disziplinierung des Menschen in „totalen Institutionen“, meint der Historiker Martin Scheutz.

Der Kanadier Erving Goffman war ein eher unkonventioneller Soziologe. In den 1950er- Jahren arbeitete er in einer psychiatrischen Anstalt, um ein Modell von repressiven „Verwahreinrichtungen“ zu entwickeln. Das daraus entstandene und erfolgreiche Buch „Asyle“ beschrieb Merkmale von „totalen Institutionen“ und half so mit, eine Zeit der Reformen anzustoßen. Einrichtungen wie psychiatrische Anstalten oder auch Gefängnisse wurden kritisch hinterfragt: Erfüllen sie noch ihren ursprünglichen Sinn? Verwalten sie nur mehr sich selbst? Was passiert mit den Menschen in diesen Einrichtungen? …

Quelle: http://diepresse.com/home/techscience/wissenschaft/411001/index.do

FWF: “Zu Diensten, Ihre Majestät!”: Management-Tools der Corporation “Kaiserhof”

Dass der Wiener Kaiserhof mit seiner gewaltigen Größe von bis zu 3.000 Beschäftigten effizient wie ein Unternehmen “gemanagt” wurde, zeigen Historiker jetzt erstmals detailliert auf. So untersuchen sie aktuell die sogenannten Instruktionsbücher, die dem Hofpersonal genaue Anweisungen gaben, wer welche Aufgabe wie zu erledigen hatte. Durch deren Auswertung im Rahmen eines Projektes des Wissenschaftsfonds FWF wird die organisatorische Praxis am Wiener Hof wieder nachvollziehbar und in Form einer Darstellung der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Wiener Hof war wohl eines der ersten Großunternehmen. Denn spricht man von der “Größe” des Kaiserhofes, ist damit keineswegs dessen Bedeutung als eines der wichtigsten politischen Entscheidungszentren Europas gemeint, sondern dessen tatsächliche physische Größe: Im Umfang einer kleinen Stadt beschäftigte der Kaiserhof im 17. Jahrhundert 1.000 und im 19. Jahrhundert bereits 3.000 Menschen. Diese kümmerten sich darum, dass der Kaiser sein Essen auf den Tisch bekam, dass die Wäsche gewaschen oder die Pferde versorgt wurden.

Doch wie hat man damals die vielfältigen Aufgaben organisiert, wie genau hat der Wiener Hof funktioniert? Umfassende Antworten auf diese Fragen geben jetzt erstmals Wissenschaftler des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien. Im Rahmen des Projektes “Zu Diensten Ihrer Majestät!” werden die organisatorischen Abläufe am Hof rekonstruiert und ihnen damit neues Leben eingehaucht.

Strenges Regiment

Die Koordination der vielen Beschäftigten, die am Wiener Kaiserhof die verschiedensten Funktionen bekleideten, bedeutete einen großen Organisationsaufwand und bedurfte klarer Entscheidungsstrukturen – wie in einem modernen Unternehmen. Um den Überblick nicht zu verlieren und Leerläufe zu vermeiden, griff man am Kaiserhof auf ein ganz spezielles “Management-Tool” zurück: sogenannte Instruktionsbücher, die nun im Rahmen des Projektes analysiert werden.

“In den Instruktionsbüchern wurden Instruktionen, also Handlungsanleitungen für 80 verschiedene Ämter am Wiener Hof festgehalten. Diese gaben den Beschäftigten vor, wie Arbeitsaufgaben korrekt und im Sinne des Hofes erledigt werden mussten. Dementsprechend wurde auch gleich festgehalten, wie die Bediensteten kontrolliert wurden, welchen Befehlsstrukturen Folge zu leisten war und welche Organisationsstruktur am Hof generell galt”, so Projektleiter Prof. Martin Scheutz. Aber auch eine Art “Corporate Identity” ist in den Instruktionsbüchern enthalten: So kommt darin beispielsweise immer wieder der Ruf nach Ordnung, Effizienz und Sparsamkeit vor, wird die wichtige Rolle von Rang und Würde betont oder aus religiöser Sicht die Angst vor dem Protestantismus offensichtlich.

Dem Kaiser(hof) ganz nah

Die Instruktionsbücher wurden über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren geführt und vom Personal des Obersthofmeisters, der obersten administrativen Instanz, aktuell gehalten. Dabei entstanden vier Bände mit insgesamt 1.400 handgeschriebenen Seiten. Im Rahmen des Projektes wird nun eine Edition dieser Handschriften angefertigt und im Anschluss daran ausgewertet, um die Organisation des Wiener Hofes detailgetreu darzustellen. “Unser Ziel ist es, über eine statische Beschreibung der Organisationsstrukturen hinauszugehen und ein lebendiges Bild der Praxis vom Funktionieren des Wiener Hofes zu erstellen. Wir werden die Organisationsebenen, die Vorgänge, die Interaktionen und Interdependenzen im Detail betrachten und dicht beschreiben, um die Organisation am Kaiserhof als dynamischen Prozess darzustellen”, betont Prof. Scheutz.

Während die Edition der bisher nur handschriftlich vorliegenden Instruktionsbücher vor allem der nationalen und internationalen Forschungscommunity dienen soll – unter anderem um mit deren Hilfe Vergleiche zu anderen Höfen herzustellen -, kommen auch alle Interessierten aus der breiten Öffentlichkeit nicht zu kurz. Denn gestützt auf die Edition der Instruktionsbücher wird im Rahmen des FWF-Projektes auch eine Darstellung zur Organisationsgeschichte des Wiener Hofes erarbeitet.

Presseaussendung des FWF: http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv200903-de.html

Abb./Quelle: Österreichisches Staatsarchiv (OeStA-HHStA, OMeA SR 72/r 121)

Hinweis auf Buchpräsentation in Zwettl

Präsentation eines neuen Werkes mit Beiträgen zur Zwettler Stadtgeschichte

Von der Buchpräsentation unseres Sammelbandes

Andrea Griesebner/Martin Scheutz/Herwig Weigl (Hrsg.):
Stadt – Macht – Rat 1607. Die Ratsprotokolle von Perchtoldsdorf, Retz, Waidhofen an der Ybbs und Zwettl im Kontext
(= Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich 33), Verein für Landeskunde von Niederösterreich: St. Pölten 2008

findet sich auch der Website der Stadt Zwettl ein kleiner Bericht.

Quelle: http://www.zwettl.at/system/web/news.aspx?menuonr=218224671&detailonr=220126036

Bild vom Seminarnachmittag »Leben von Feuer und Erde« (2007)

Am 17.10.2007 organisierte das Institut für Geschichte des ländlichen Raumes in Kooperation mit der NÖ Landesausstellung »Feuer & Erde« am Hochkogel in Randegg einen Seminarnachmittag zum Thema Leben von Feuer und Erde. Vier Jahrhunderte Wirtschaften im Mostviertel.

Am Seminarnachmittag Leben von Feuer und Erde trug ich über frühneuzeitliche Alltagskriminalität vor.

Quelle: http://www.univie.ac.at/ruralhistory/leitbild.htm

Bericht von der Buchpräsentation “Räuber, Mörder …” “Im Salzkammergut”

Die Buchpräsentation des Sammelbandes

Martin Scheutz/Johann Sturm/Josef Weichenberger/Franz Wimmer (Hrsg.):
Räuber, Mörder, Teufelsbrüder. Die Kapergerbande 1649-1660 im oberösterreichischen Alpenvorland
Oberösterreichisches Landesarchiv: Linz 2008

fand in Vorchdorf unter Beisein des oberösterreichischen  Landeshauptmanns Josef Pühringer am 7. Dezember 2007 statt.

Quelle: http://www.im-salzkammergut.at/vorchdorf/kunst_und_kultur/artikel-lesen/frmArticleID/1364/