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MARTIN SCHEUTZ | Institut für österreichische Geschichtsforschung

Sammelband “Die Schlacht von Mogersdorf/St. Gotthard und der Friede von Eisenburg/Vasvár 1664″ erschienen

Der Sammelband zur Schlacht von Mogersdorf ist nun in der Reihe Burgenländische Forschungen erschienen:

Karin Sperl, Martin Scheutz, Arno Strohmeyer (Hg.):
Die Schlacht von Mogersdorf/St. Gotthard und der Friede von Eisenburg/Vasvár 1664. Rahmenbedingungen, Akteure, Auswirkungen und Rezeption eines europäischen Ereignisses
(= Burgenländische Forschungen 108)
Eisenstadt 2016
ISBN 978-3-901517-80-8
EUR 30,-

Näheres unter 41. Die Schlacht von Mogersdorf …

Querschnitte-Sammelband “Adel im 18. Jahrhundert” erschienen

Der Sammelband zur aktuellen Ringvorlesung an der Univ. Wien und Salzburg ist gerade erschienen:

Gerhard Ammerer ; Elisabeth Lobenwein ; Martin Scheutz (Hg.):
Adel im 18. Jahrhundert. Umrisse einer sozialen Gruppe in der Krise
(= Querschnitte 28)
Studien-Verl.: Innsbruck ; Wien [u.a.] 2015, 342 S.
ISBN 978-3-7065-5467-1

Siehe Adel im 18. Jahrhundert

Der Schlierbachplan des Job Hartmann von Enkel aus den frühen 1620er Jahren – Ein Gespräch auf der „Buch Wien“, Messe Wien/Halle D

Samstag, 15. November 2014, um 12.00 in der Halle D, Gespräch von Martin Haidinger (ORF) mit Ferdinand Opll und Martin Scheutz

Im Stiftsarchiv Schlierbach (Oberösterreich) findet sich, 1980 erstmals publiziert, ein wunderbarer Plan der Stadt Wien, der vor allem adelige Freihäuser, aber auch die Kirchen Wiens zeigt. Der polyglotte humanistisch geprägte protestantische Adelige Job Hartmann von Enenkel (1576–1627) zeichnete diesen Plan, der eine Planlücke in der Wiener Stadtgeschichte zwischen der ersten und zweiten Belagerung der Stadt durch die Osmanen füllt. In den frühen 1620er Jahre geriet die Stadt durch die zahlreichen Freihäuser, aber auch die Kirchen der neuen, gegenreformatorischen Orden unter stärkeren finanziellen Druck – der Plan sollte hier eine Grundlage für die Verhandlungen zwischen Landesfürst und der Residenzstadt schaffen. Ein besonderes Faszinosum des im Stiftsarchiv Schlierbach verwahrten Wien-Planes sind die vielen, bislang wenig beachteten Details, die in den Plan eingetragen wurden: Festungen, Basteien, Stadttore, aber auch die Waffenlage (Arsenale) scheinen in diesem auch ästhetisch gelungenen Plan auf. Der soziale, politische, aber auch kartographische „Hintergrund“ dieses Planes wird Gegenstand des mittäglichen Gespräches auf der „Buch Wien“ sein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Ferdinand Opll, Martin Scheutz, Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel. Ein Plan der Stadt Wien aus dem frühen 17. Jahrhundert (Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 13, Wien: Böhlau Verlag 2014) 232 Seiten, mit drei Faksimile-Beilagen (Schlierbach-Plan, Angielini-Plan und Umzeichnung)

Abb. 1: Der Schlierbach-Plan in Gesamtsicht (Stiftsarchiv Schlierbach, Hs. A XXIV, Band 2, Blatt 24, Maßstab ca. 1 : 5600). Der Schlierbach-Plan von Job Hartmann von Enenkel vereinigt einen genordeten Plan mit einer Legende, wo großteils Adelshäuser (Freihäuser) aufgelistet werden.

Abb. 2: Der Stephansdom auf dem Schlierbach-Plan um 1620

Aufsatz zur Waisenhäusern in der Frühen Neuzeit im neuesten Heft der ÖZG 25 (2014), 1+2, erschienen

…Martin Scheutz gibt zunächst einen Überblick über die Gründung der Waisenhäuser vom 14. bis zum 19. Jahrhundert und untersucht dann die ausgeprägt militärischen und schulischen Strukturen des Waisenhauses am Wiener Rennweg unter der Führung des jesuitischen „Kindergenerals“ Ignaz Parhamer. …

Martin Scheutz: Pater Kindergeneral und Janitscharenmusik. Österreichische Waisenhäuser der Frühen Neuzeit im Spannungsfeld von Arbeit, Erziehung und Religion, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 25 (2014), S. 41–81.

Abstract: Father Child General and Janissaries’ Music. Austrian Orphanages in Early Modern Time between Education, Religion and Workhouse. The century between 1650 and 1750 was often being considered as the “century of orphanages”, which is partly true for Habsburg monarchy. Founded by secular and religious power a small number of orphanages were established in the cities of Graz, Linz, Salzburg and Vienna. The institution emerged from the old civic hospital (Bürgerspital) but also from the early modern penitentiaries and workhouses. During the reign of Maria Theresa the reorganized state pushed a type of mercantile children institution which was initially close to manufactory. Due to failure of these theresian mercantilist institutions orphanages changed into a kind of breeding ground of military virtue which became discussed among the enlightened catholic and protestant scholars (Friedrich Nicolai and others). Children between the age of six and sixteen found shelter in this institutional halfway of workhouse, manufactory, school, monastery and penitentiary. The dispute on orphanages (“Waisenhausstreit”) in the 1760s raised economic, pedagogical and confessional questions. In the 1780s Joseph II decided to close the theresian orphanages and orphans were handed over to foster-parents. In the wake of this dispute working conditions for children were debated, but also education, school, and child care in general. The high mortality rates (orphanages as open burial shafts) turned out to be not the least point of discussion. Mid of 19th century saw the reinvention of institutional care for orphans – pendulum of arguments was swinging back.

Key Words: Orphanages in Habsburg monarchy, care for children in institution, disputes on orphanges (“Waisenhausstreit”), Enlightenment mercantilism, militarization of childhood.

Quelle: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/zeitschriften/id=42&ausgabe=8413

http://www.univie.ac.at/oezg/OeZG141&2.html

ORF: Ältester moderner Stadtplan Wiens entdeckt

Vermutlich um den Standort adeliger Freihäuser und damit Steuereinnahmequellen zu finden, hat Job Hartmann von Enenkel 1622 einen detaillierten Stadtplan Wiens entworfen: Nun ist der älteste moderne Plan wiederentdeckt worden. …

Siehe: http://wien.orf.at/news/stories/2651267/

Standard: Wiener Stadtplan aus dem 17. Jahrhundert entdeckt

Karte Job Hartmann von Enenkels ist als erste ihrer Art nach Norden ausgerichtet …

Der Artikel unter http://derstandard.at/2000001834708/Wiener-Stadtplan-aus-dem-17-Jahrhundert-entdeckt

Profil über den Schlierbach-Plan Wiens: “Planspiele”

Das österreichische Nachrichtenmagazin “Profil” berichtet in der neuesten Ausgabe (Nr. 20, 45. Jg., 17. Mai 2014, S. 89) über unser Buch:

Ferdinand Opll/Martin Scheutz
Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel
Ein Plan der Stadt Wien aus dem frühen 17. Jahrhundert
(= Quellenedition des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 13)
Böhlau: Wien 2014.

Gastbeitrag im uni:viewMagazin: Adel und Kirchen – aber keine Universität

Im uni:viewMagazin der Universität Wien findet sich ein Beirag zur aktuellen Buchpublikation: Adel und Kirchen – aber keine Universität (Gastbeitrag von Martin Scheutz und Ferdinand Opll)

Der ganze Beitrag ist zu finden unter: http://medienportal.univie.ac.at/uniview/forschung/detailansicht/artikel/adel-und-kirchen-aber-keine-universitaet/#mce_temp_url#

Hier der gesamte Artikel:

Adel und Kirchen – aber keine Universität

Gastbeitrag von Martin Scheutz und Ferdinand Opll

Der protestantische Kartograph Job Hartmann Enenkel vergaß in seinem Wien-Plan (um 1620) die Universität Wien einzuzeichnen. Welche Absicht dahinter stand und warum unter dem Hauptgebäude der Universität Wien Kanonenkugeln lagerten, erzählen die Historiker Martin Scheutz und Ferdinand Opll.

Nein, die Wiener Universität hat auf einem Wien-Plan aus den frühen 1620er Jahren keinen Platz. Die Wissenseinrichtung war damals gerade von den Jesuiten übernommen worden, was einen adeligen, protestantischen Kartographen wohl nur mäßig freute. Wenn schon keine Sensation, so ist der im oberösterreichischen Stiftsarchiv Schlierbach aufgefundene Plan – 1980 wurde er erstmals publiziert – doch eine überraschende Wiederentdeckung. Immerhin existierten für die rund 150 Jahre zwischen der ersten (1529) und zweiten (1683) Belagerung Wiens durch die osmanischen Truppen kaum Pläne für die Haupt- und Residenzstadt.

Adelige Freihäuser

Der polyglotte humanistisch geprägte Adelige Job Hartmann von Enenkel (1576–1627), der in Italien ausgebildet wurde und lange im Dienst der Landstände sowie des habsburgischen Landesfürsten stand, legte den Plan in den frühen 1620er Jahren an. Der Grund dafür war vermutlich die Verzeichnung adeliger Freihäuser. In der frühneuzeitlichen Residenzstadt gerieten die Bürger durch den in die Stadt drängenden Adel und die neuen Orden – wie etwa Jesuiten – immer mehr in die Defensive. Der Adel wohnte in so genannten Freihäusern. Diese unterstanden nicht der städtischen Rechtsprechung und waren von der Steuer befreit. Der Wiener Stadtrat erkannte zwar in den Adeligen eine kaufkräftige, die Wirtschaft positiv beeinflussende Schicht. Jedoch wurden die an den Landesfürsten zu entrichtenden Steuern von immer weniger bürgerlichen Häusern entrichtet – und das in Zeiten steigender Steuerlast durch den Dreißigjährigen Krieg.

Die Schottenkirche, die Freyung und das mächtige Schottentor in der Sicht der frühen 1620er Jahre aus dem Schlierbach-Plan (Stiftsarchiv Schlierbach, Hs. A XXIV, Band 2, Blatt 24).

Schuss und Gegenschuss

Vor dem Hintergrund steigender Steuerleistungen versuchte die Stadt Wien die weitere Ausdehnung adeliger Freihäuser zu verhindern. So ging man mit dem habsburgischen Stadtherrn Ferdinand II. einen Deal ein: Für die habsburgische Zusicherung, keine weiteren Freihäuser in der Stadt zu errichten, musste die Stadt versprechen, keine Bürger mehr aufzunehmen, die nicht “unserer allein seeligmachenden catholischen heiligen religion zugetan” waren. Der Planzeichner Job Hartmann von Enenkel, ein historisch breit interessierter protestantischer Adeliger, war im Rahmen einer Kommission damit beauftragt, den Status quo der adeligen Häuser innerhalb der Stadt zu erheben.

Die Schottenkirche auf dem Angielini-Plan um 1560 (in gesüdeter Ansicht). Auf diesen Wien-Plan stützte sich Job Hartmann. Anders als der italienischen Festungsbaumeisterfamilie fertigte Hartmann jedoch eine genordete, heute übliche Ansicht an.

Die Schottenkirche auf dem Angielini-Plan um 1560 (in gesüdeter Ansicht). Auf diesen Wien-Plan stützte sich Job Hartmann. Anders als der italienischen Festungsbaumeisterfamilie fertigte Hartmann jedoch eine genordete, heute übliche Ansicht an.

Um das Rad nicht gänzlich neu erfinden zu müssen, stützte sich Job Hartmann auf den Wien-Plan der italienischen Festungsbaumeisterfamilie Angielini aus den 1560er Jahren. Dort wird die Stadt Wien von Norden nach Süden gezeigt, also in einer “gesüdeten” Ansicht. Job Hartmanns Wien-Plan zeigt die Stadt dagegen aus einer “genordeten”, heute üblichen Ansicht (also von Süden nach Norden). Legt man die beiden Pläne nebeneinander, könnte man filmisch von “Schuss” und “Gegenschuss” sprechen. Job Hartmann hatte sich im Rahmen seiner Kavalierstour nach Italien auch mit mathematischen und kartographischen Fragen beschäftigt und mehrere Karten von europäischen Ländern gezeichnet – aber auch Karten gesammelt. Sein Bibliothekskatalog umfasst 800 Seiten.

Faszinierende Details

Das Besondere des heute im Stiftsarchiv Schlierbach verwahrten Wien-Plans sind die vielen, bislang wenig beachteten Details: Nicht nur die Festung mit ihren zahlreichen Basteien und Stadttoren, sondern auch die landesfürstlichen Waffenlager – die sogenannten Arsenale – scheinen in Zeichnungen auf. In unmittelbarer Nähe des hinter der Schottenkirche gelegenen kaiserlichen Zeughauses findet sich auch das Fluss-Schiff-Arsenal, wo die kaiserliche Donauflottille ihr Trockendock besaß. Neben den mit Nummern versehenen Gebäuden der Adeligen, die in einer Art Fußnote aufgelöst wurden, finden sich viele Kirchen anhand kleiner Symbolzeichnungen dargestellt.

Links die Schottenkirche (in genordeter Ansicht) und rechts das Fluss-Schiff-Arsenal, beides aus dem Schlierbach-Plan um 1620. Im Fluss-Schiff-Arsenal befand sich das Trockendock der kaiserlichen Donauflottlinie.

Vorwerke wichen Universität

Die Schottenkirche etwa wird noch in der Gestalt vor dem Umbau der späten 1630er Jahren gezeigt. Aber auch andere Kirchenbauten zeigen schon die gegenreformatorische Kloster- und Kirchenoffensive. Wien zeigt sich den BetrachterInnen als eine hochgerüstete Stadt: Der gesamthabsburgische Adel suchte vermehrt die Nähe zum Hof – entsprechend prominent ist im Schlierbach-Plan die Wiener Hofburg dargestellt. An der Stelle, wo sich heute das Hauptgebäude der Universität Wien befindet, standen damals die Vorwerke der Mölker Bastei – jener Bastei, die sich hinter dem Melker Stiftshof befand. Daher fand man während der Errichtung der Universität Wien ab den 1870er Jahren militärische Werkzeuge wie Kanonenkugeln.

Auf dem Gebiet des heutigen Hauptgebäudes der Universität Wien befand sich im 17. Jhdt. die Mölkerbastei. (Schlierbach-Plan um 1620)

“Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel” erschienen

Die gemeinsam mit Prof. Ferdinand Opll erarbeitete Publikation und Edition ”Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel” ist gerade in der Reihe “Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung” im Verlag Böhlau erschienen.

Der wiederentdeckte Wien-Plan des aus Oberösterreich stammenden, protestantischen Adeligen Job Hartmann von Enenkel (1576–1627) ist mit seiner Orientierung nach Norden der älteste moderne Stadtplan Wiens. Das Planinteresse dieser Handzeichnung (heute Stiftsarchiv Schlierbach) liegt einerseits auf den Festungsbauten, andererseits auf den Freihäusern und Kirchen. Das spannungsreiche Verhältnis von Hof, Adel und Bürgerstadt in der Residenzstadt wird mit diesem detaillierten und kunstfertigen Plan veranschaulicht, aber auch die untergehende protestantische Adelswelt findet Niederschlag. Unmittelbare Vorlage des Planes ist der aus den 1560er Jahren stammende Wien-Plan von Nicolò Angielini – beide Pläne liegen dem Band im Faksimile bei.

Genauere Angaben sind hier zu finden.

Verlagshinweise: http://www.boehlau-verlag.com/978-3-205-79504-9.html

Sammelband “Militär und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie” im PROFIL

Profil: Sarajevo revisited: 100 Jahre Erster Weltkrieg

Das Jahrhundertjubiläum zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 2014 wird ein Spektakel an Veranstaltungen rund um die Welt. Nur Österreichs Bundesregierung hinkt nach. …

… Als regelrechte Kämpfer waren polnische und ukrainische Legionärinnen im Einsatz. Sie gehörten den politischen Unabhängigkeitsbewegungen in ihren Ländern an und dienten als Freiwillige in Einheiten, die in die österreichisch-ungarische Armee eingegliedert wurden. In den Karpaten und in Wolhynien kämpften sie in Schlachten an vorderster Linie, tarnten sich meist als Männer, eine zog in der Uniform ihres gefallenen Bruders in den Krieg, eine als Infanteristin eingesetzte Lehrerin geriet in russische Gefangenschaft. In Polen hatten kämpfende Heldinnen in Männerkleidern Tradition, im Ersten Weltkrieg wurde die Aufstandstradition wiederbelebt. Wie viele Kombattantinnen es gab, ist unklar. Jene, die bekannt wurden, beschrieben das Erlebte nicht anders als Männer. Die ukrainische Soldatin Olena Stepaniwna gegenüber einem Kriegsreporter: „Das Leben im Krieg ist auf jedem Schritt ein wirklicher Kampf für die Idee. Gibt es keine Idee, gibt es auch keine Krieger.“ Die ukrainische Soldatin Sofia Halecko schilderte ihre Aufgabe beim Einsatz heroisch: „Kämpft, Jungs, schießt! Ich lade, ziele und automatisch ziehe ich am Hahn. In meiner Nähe fällt Tymoscuk“ (in: Cole/Hämmerle/Scheutz (Hg.): „Glanz – Gewalt – Gehorsam. Militär und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie“, 2011). …

http://www.profil.at/articles/1234/985/339722/sarajevo-100-jahre-erster-weltkrieg