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Allgemein politikwissenschaftliche Basisliteratur

Einführungsliteratur zu Teilgebieten der Politikwissenschaft

Materialien / Arbeitstechniken

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Der Forschungsprozess (idealtypisch)

Folie zum Forschungsprozess und den sich wiederholenden Tätigkeiten - forschungsprozess.pdf (13 kb)

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Forschungsfrage / Forschungsexposé

Was ist ein Forschungsexposé?

Ein Forschungsexposé ist das Rohkonzept einer wissenschaftlichen (Haus-)Arbeit. Das Exposé soll also einen Überblick über Thema, Problemstellung, Thesen und den Gang der Argumentation (Gliederung) der Arbeit vermitteln. Es sollte Hinweise auf den theoretischen Zugang sowie auf die Methode (Forschungsansatz) der Arbeit geben. Die wichtigsten Literaturhinweise bzw. verwendeten Quellen sollten angegeben und kommentiert werden. Ein Zeitplan sollte erstellt werden. Das Forschungsexposé bildet im Kern die spätere Einleitung zur wissenschaftlichen Arbeit.

Erstellung eines Forschungsexposés

1. Vorüberlegungen
(d.h. Hinsetzen, Nachdenken und Notizen auf einem "weißen" Blatt Papier machen):

  • welche Probleme gehören zum gewählten Thema,
  • welche Randprobleme sollen ausgeklammert werden,
  • welche Stichworte fallen zum Thema ein (Mapping),
  • wie lassen sich diese Stichworte aufgliedern und gruppieren, welche Beziehungen bestehen zwischen ihnen,
  • was weiß ich zum Thema,
  • welche Fragen stellen sich im Rahmen des Themas,
  • welche Hypothesen lassen sich über die thematischen Zusammenhänge herstellen,
  • welche Begriffe müssen für die Bearbeitung geklärt,
  • welche Arbeitsdefinitionen müssen festgelegt werden,
  • welche unterschiedlichen Interessen von welchen Gruppen werden in Bezug auf das Thema vertreten,
  • welche möglichen Aktualitäten besitzt das Thema
  • welche Materialien sind bereits bekannt, wo soll ich nach weiteren
    Unterlagen suchen, wen könnte ich befragen?

Folie zur Eingrenzung der Fragestellung [fragestellung.pdf 33kb]

2. Arbeitsplan

  • Thema und Problemstellung der Arbeit (evtl. Theorie, Methode, Forschungsansatz)
  • Entwurf des Argumentationsganges
  • Gliederung der Arbeit, ungefährer Umfang der einzelnen Abschnitte
  • Quellenlage sondieren (Zugänglichkeit der Quellen; Fähigkeit zum Umgang mit den Quellen; Primär- oder Sekundärquellen; Texte: Bücher, Aufsätze, Zeitungsartikel, Dokumente, Gesetzesausgaben usw.; Interviews; Bilddokumente; Materialsuche; Lesetechniken; Ordnung des Materials usw.)
  • Zeitplan (abwechselnde Recherchier-, Lese- sowie Schreib- und Formulierphasen, abschließende Arbeitsgänge: Fehlende Quellenhinweise, Bibliographie, Korrekturlesen, Kopieren usw.)

3. Struktur eines Forschungsexposés

Kopf/Titelblatt der Arbeit (Name, Matrikelnummer, Studienkennzahl, Lehrveranstaltung, Semester, LehveranstaltungsleiterIn, Titel der Arbeit/des Forschungsexposés)

Thema bzw. Gegenstand der Arbeit (Beschreibung, Eingrenzung, Abgrenzung)
Von der Themenwahl ist abhängig, ob eine Arbeit mit Interesse und Spaß erledigt wird. Das Thema einer Arbeit kann durch praktische Erfahrungen und/oder durch wissenschaftliche und intellektuelle Neugier angeregt werden. Es sollte sowohl die individuelle (Warum bearbeite ich dieses Thema?), die gesellschaftliche (Warum soll dazu überhaupt geforscht werden?) wie auch die wissenschaftliche (Wo gibt es Forschungslücken? In welche wissenschaftliche Kontroverse will ich mich einmischen?) Relevanz des Themas überlegt werden. Dieses Nachfragen hilft, die Perspektive zu klären, aus der man ein Thema angeht.

"Die erste Versuchung für den Studenten besteht darin, eine Arbeit zu schreiben, in der von zu vielem gehandelt wird" (Umberto Eco): z.B. "Politische Parteien heute". Der Gegenstand muß eingeschränkt werden (das Thema muß "machbar" sein: z.B. in inhaltlicher, zeitlicher und örtlicher Hinsicht).
Der erste Schritt besteht also darin, das Thema konkret und explizit zu machen, also ab- und einzugrenzen, z.B.:

*Behandlung eines bestimmten Zeitraumes,
*Beschränkung auf eine bestimmte Region,
*Konzentration auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe,
*Beschäftigung mit einigen wenigen AutorInnen/ einem/einer AutorIn.

Problem- bzw. Fragestellung; Erkenntnisinteresse/Ziel der Arbeit
Wenn das Problem/die Fragestellung nicht klar formuliert wird, kann man sich in der einschlägigen Literatur kaum zurechtfinden und man weiß nicht, wo man beginnen soll. Deshalb muß zunächst das Thema aufgegliedert und ein spezifisches Problem formuliert werden, das mit wissenschaftlichen Methoden untersucht werden kann ("Forschungsfrage": Was will ich über den Untersuchungsgegenstand erfahren?).
Wie finde ich eine Problemstellung?

*systematische Beschäftigung mit dem Gegenstand durch eigene Überlegung und Beobachtung;
*erste Sichtung vorhandenen Materials; Studium einschlägiger Literatur;
*Gespräche und Diskussionen mit Personen, die Erfahrung auf dem Untersuchungsgebiet haben.
W-Fragen (Wer, Wann, Wo, Wie?) vermeiden. Konzentration auf "Warum?". Eine wissenschaftliche Arbeit sollte nicht nur darstellen, sondern analysieren.

Thesen/Hypothesen: Frage in überprüfbare Aussagesätze übersetzen

Theorie: Theorie-Bezüge herstellen; zentrale Begriffe / Konzepte klären

Methode: Vorgangsweise klären / begründen; Wie sollen die Thesen geprüft werden; wie kann Fragestellung beantwortet / behandelt werden; Operationalisierung von Begriffen / der Fragestellung

Materiallage (kommentieren)

mögliche Ergebnisse / vermutete Ergebnisse
Erste Diskussion und Interpretation

Fragen zum Forschungsprozess, die noch geklärt werden müssen / noch offen sind

Zeitplan: Rechercheplan / Arbeitsplan (in Teilschritten)

Literatur zum Thema (Bibliographie) unterteilt in:
- bereits bearbeitete Literatur / zitierte Literatur
- weiterführende, wichtige Literatur, die auf jeden Fall bearbeitet werden wird

Folie zum Forschungsexposé [forschungsexpose.pdf 23kb]

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