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SoSe 2003

Archiv: Marion Löffler
 
Allgemeine Informationen | Materialien
 

Grundkurs Politische Theorie:

"Staat, Herrschaft und Geschlecht."

Materialien Allgemeine Informationen

Grundlagentexte

Vertiefende Literatur zu den Referaten

Themen / ReferentInnen

Gestaltung von Referaten

Übungsaufgaben

Weiferführende Literatur

Ort und Zeit

Ziele und Inhalte der Lehrveranstaltung

Leistungsnachweis / Zeugniserwerb

Semesterplan

Erreichbarkeit und Kontakt


Grundlagentexte:

Zu jeder Einheit der Lehrveranstaltung wird ein Grundlagentext ausgegeben. Dieser befindet sich als Kopiervorlage im Handapparat auf der Institutsbibliothek. Bitte unbedingt nach dem Kopieren in den Ordner zurückgeben, damit auch andere den Text zur Verfügung haben!

Fachbibliothek für Soziologie und Politikwissenschaft
Rooseveltplatz 2
A-1090 Wien
Tel.: 4277 16871
http://ub.univie.ac.at/aussen/soziologie.html
Öffnungszeiten (Vorlesungszeit) Mo - Do 9.00 - 19.00 Fr 9.00 - 15.00

Die Grundlagentexte sind von allen TeilnehmerInnen bis zur entsprechenden Einheit zu lesen. Das ist unbedingt erforderlich, damit wir in der Stunde über den Text diskutieren können. Das Lesen der Texte und die Teilnahme an der Diskussion gilt als Mitarbeit und fließt in die Benotung ein.

Grundlagentext Zu lesen bis:

Demirovic, Alex 1995: Aspekte der theoretischen und politischen Praxis politischer Theorie, in: Kramer, Helmut (hg.): Politische Theorie und Ideengeschichte im Gespräch, Wien, 204-211.

Koselleck, Reinhart 2000: Begriffsgeschichte und Sozialgeschichte, in: ders.: Vergangene Zukunft, Frankfurt / Main, 107-129.

18.03.2003
Hellmuth, Eckhart / Ehrenstein, Christoph von 2001: Intellectual History Made in Britain: Die Cambridge School und ihre Kritiker, in: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft, 27. Jg. / H.1, Jänner-März, Neue Ideengeschichte, 149-172.

25.03.2003

Klinger, Cornelia 1986: Das Bild der Frau in der Philosophie und die Reflexion von Frauen auf die Philosophie, in: Hausen, Karin / Nowotny, Helga (hg.): Wie männlich ist die Wissenschaft?, Frankfurt / Main, 62-84. 01.04.2003
Esser, Josef 1998: Konzeption und Kritik des kooperativen Staates, in: Görg, Christoph / Roth, Roland (hg.): Kein Staat zu machen. Zur Kritik der Sozialwissenschaften, Münster, 38-48. 08.04.2003
Aristoteles 1994 (ca. 334 v.Chr.): Siebentes Buch (Auszüge), in: ders.: Politik, nach der Übersetzung von Franz Susemihl mit Einleitung, Biographie und zusätzlichen Anmerkungen von Wolfgang Kullmann, Hamburg, 312-314. 06.05.2003
Hobbes, Thomas 1992 (1651): Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates, herausgegeben und eingeleitet von Iring Fetscher, Frankfurt / Main, 131-135. 13.05.2003
Locke, John 1996 (1689): Über die Regierung (The Second Treatise of Government), In der Übersetzung von Dorothee Tidow mit einem Nachwort hg. von Peter Cornelius Mayer-Tasch, Stuttgart, 65-68. 20.05.2003
Weber, Max 1988 (1922): Die drei reinen Typen der legalen Herrschaft. In: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, herausgegeben von Johannes Winckelmann, Tübingen, 475-478. 27.05.2003
Poulantzas, Nicos 2002 (1978): Staatstheorie. Hamburg, 157-160.

03.06.2003

Kreisky, Eva 1994: Das ewig Männerbündische? Zur Standardform von Staat und Politik. In: Claus Leggewie (hg.), Wozu Politikwissenschaft? Über das Neue in der Politik. Darmstadt, 204-206. 17.06.2003

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Vertiefende Literatur zu den Referaten:

Die hier genannten Texte sind bei den Referaten der ensprechenden Einheit zusätzlich zu den Grundlagentexten zu referieren.

Termin Thema Texte
25.03.03 Text-Kontext-Ereignis Baker, Keith Michael 1994: Zum Problem der ideologischen Ursprünge der Französischen Revolution, in: Conrad, Christoph / Kessel, Martina (hg), Geschichte schreiben in der Postmoderne. Beiträge zur aktuellen Diskussion, Stuttgart, 251-282
01.04.03 Ansatzpunkte feministischer Kritik Klinger, Cornelia 1993: Was ist und zu welchem Ende betreibt man feministische Philosophie?, in: Blattmann, Lynn u.a. (hg.): Feministische Perspektiven in der Wissenschaft, Zürcher Hochschulforum, Bd. 21, 7-22.
06.05.03 Thema: Die Polis Aristoteles 1994 (ca. 334 v.Chr.): Siebentes Buch (Auszüge), in: ders.: Politik, nach der Übersetzung von Franz Susemihl mit Einleitung, Biographie und zusätzlichen Anmerkungen von Wolfgang Kullmann, Hamburg, 292-301, 308-314.
Arendt, Hannah 1997 (1958): Vita activa oder Vom tätigen Leben. München, Zürich, 33-38.
13.05.03 Thema: Der absolute Staat Hobbes, Thomas 1992 (1651): Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates, herausgegeben und eingeleitet von Iring Fetscher, Frankfurt / Main, 131-135, 136-144, 163-172.
Habermas, Jürgen 1988 (1963): Theorie und Praxis - Sozialphilosophische Studien. Frankfurt / Main, 72-79.
20.05.03 Thema: Der liberale Verfassungsstaat Locke, John 1996 (1689): Über die Regierung (The Second Treatise of Government), In der Übersetzung von Dorothee Tidow mit einem Nachwort hg. von Peter Cornelius Mayer-Tasch, Stuttgart, 59-73, 95-99, 130-134.
Pateman, Carole 1994 (1988): The Sexual Contract. Cambridge, 19-25, 34-38.
27.05.03 Thema: Der rationale Verwaltungsstaat Weber, Max 1988 (1922): Die drei reinen Typen der legalen Herrschaft. In: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, herausgegeben von Johannes Winckelmann, Tübingen, 475-488.
Weber, Max 1980 (1921/1922): Wirtschaft und Gesellschaft.Tübingen, 122, 125-130.
Sauer, Birgit 2001: Die Asche des Souveräns. Staat und Demokratie in der Geschlechterdebatte. Frankfurt / Main, New York, 70-76.
03.06.03 Thema: Der kapitalistische Staat Poulantzas, Nicos 2002 (1978): Staatstheorie. Hamburg, 57-63, 157-160, 163-168, 171-176.
Hirsch, Joachim 1995: Der nationale Wettbewerbsstaat. Staat, Demokratie und Politik im globalen Kapitalismus. Berlin, Amsterdam, 16-31.
17.06.03 Thema: Der Staat als Männerbund Kreisky, Eva 1994: Das ewig Männerbündische? Zur Standardform von Staat und Politik. In: Claus Leggewie (hg.), Wozu Politikwissenschaft? Über das Neue in der Politik. Darmstadt, 191-208.
Sauer, Birgit 2001: Die Asche des Souveräns. Staat und Demokratie in der Geschlechterdebatte. Frankfurt / Main, New York, 56-62, 143-147.

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Themen / ReferentInnen:

(Die jeweiligen Fragen an den Text sind lediglich als Orientierungshilfe für die Referate gedacht.)

Termin: 18. März 2003

Thema: Umgang mit Begriffen

Texte:

Koselleck, Reinhart 2000: Begriffsgeschichte und Sozialgeschichte, in: ders.: Vergangene Zukunft, Frankfurt / Main, 107-129.

Folien zum Referat: (38 kb)

Fragen an den Text:

Wie stellt sich das Verhältnis zwischen der Geschichte der politischen Ideen (Begriffsgeschichte) und Ereignisgeschichte ("Sachgeschichte") bei Koselleck dar? Gibt es einen kausalen Zusammenhang? Wo orten beide Anschlussstellen?

Welche Bedeutung räumt Koselleck der Begriffsgeschichte ein?

Welche Methoden der Textanalyse im Bereich der Ideengeschichte stellt Koselleck vor? Welche Fragen können damit an einen Text gestellt werden und welche können damit nicht beantwortet werden?

Wie unterscheidet er Wort, Begriff und Formalkategorien?

Wo ortet Koselleck eine politische Dimension in der Verwendung von Begriffen und welche methodischen Forderungen leitet er daraus ab?

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Termin: 25. März 2003

Thema: Text-Kontext-Ereignis

ReferentInnen: Marijana Ilic

Texte:

Hellmuth, Eckhart / Ehrenstein, Christoph von 2001: Intellectual History Made in Britain: Die Cambridge School und ihre Kritiker, in: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft, 27. Jg. / H.1, Jänner-März, Neue Ideengeschichte, 149-172.

Baker, Keith Michael 1994: Zum Problem der ideologischen Ursprünge der Französischen Revolution, in: Conrad, Christoph / Kessel, Martina (hg), Geschichte schreiben in der Postmoderne. Beiträge zur aktuellen Diskussion, Stuttgart, 251-282

Fragen an die Texte:

Wer sind die zentralen Vertreter der Cambridge School? Welche Kritik üben sie an der "klassischen" politischen Ideengeschichte? Was sind ihre Ansprüche?

Wie stellt sich das Verhältnis zwischen politischen Ideen und politischen Ereignissen in der Cambridge School dar, wie bei Baker? Gibt es einen kausalen Zusammenhang? Wo orten Sie Anschlußstellen?

Was verstehen sie unter Kontext? Welche Bedeutung messen sie dem Kontext bei? Welche Methoden werden für die Erschließung des Kontextes vorgestellt?

Welche zentrale Frage beschäftigt Baker? Welche Rolle spielt bei ihm der Kontext? Was versteht er unter Diskurs?

Was sind die zentralen Kritikpunkte an der Cambridge School? Trifft diese Kritik auch auf Baker zu?

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Termin: 1. April 2003

Thema: Feministische Kritik

ReferentInnen: Helmut Kulhanek, Helge Rosmann

Texte:

Klinger, Cornelia 1986: Das Bild der Frau in der Philosophie und die Reflexion von Frauen auf die Philosophie, in: Hausen, Karin / Nowotny, Helga (hg.): Wie männlich ist die Wissenschaft?, Frankfurt / Main, 62-84.

Klinger, Cornelia 1993: Was ist und zu welchem Ende betreibt man feministische Philosophie?, in: Blattmann, Lynn u.a. (hg.): Feministische Perspektiven in der Wissenschaft, Zürcher Hochschulforum, Bd. 21, 7-22.

Fragen an die Texte:

Wie stellt Klinger das Problem des Geschlechterverhältnisses in der Philosophie dar? Was spricht für die These, dass die Geschlechterdifferenz immer gedacht wurde, was für die These, dass sie nie gedacht wurde? In welchem Verhältnis stehen beide zueinander?


Welchen Anspruch verbindet Klinger mit einer feministischen Perspektive? Wie unterscheidet sich dieser Zugang von den "reconstructive projects"?


Welche Methoden der Dekonstruktion philosophischen / politischen Denkens stellt Klinger vor?


Welche Probleme ortet sie bei der Rekonstruktion bzw. Konstruktion eines weiblichen Denkens? Welche Lösungsvorschläge macht sie?

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Termin: 8. April 2003

Thema: Überblick zur Staatstheorie

ReferentIn: Charlotte Steenbergen, Stefanie Klamuth

Text:

Esser, Josef 1998: Konzeption und Kritik des kooperativen Staates, in: Görg, Christoph / Roth, Roland (hg.): Kein Staat zu machen. Zur Kritik der Sozialwissenschaften, Münster, 38-48.

Fragen an den Text:

Welche Gründe nennt Esser für die Wiederentdeckung des Staates im politikwissenschaftlichen mainstream?

Was versteht er unter "kooperativem Staat"? Welche Theorien sind damit unter welchem Aspekt zusammengefasst?

Inwiefern kann aufgrund von Essers Ausführungen behauptet werden, dass die wissenschaftliche Staatsdebatte eine politische Auseinandersetzung ist? Welche Kontrahenten polarisiert er, und auf welcher Seite steht er selbst?

In welcher Hinsicht wirft Esser den von ihm kritisierten Ansätzen "Herrschaftslegitimation" vor? Wie ist demgegenüber seine Forderung?

Welche Einschätzung der Rolle des Staates heute liefert Esser? Welche Bedeutung kommt dabei dem Konzept der "Souveränität" zu?

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Referate zu den Tehmenblöcken können von bis zu vier Personen als Gruppenreferat gehalten werden. Wer sich noch anschließen möchte, setzt sich bitte mit den entsprechenden ReferentInnen in Verbindung.

Termin: 20. Mai 2003 (Achtung: musste verschoben werden!!!)

Thema: Die Polis - Referat findet am 20. Mai statt!

ReferentInnen: Peter Grand, Joachim Rohrer

Thesenpapier: (60 kb)

Originaltext:

Aristoteles 1994 (ca. 334 v.Chr.): Siebentes Buch (Auszüge), in: ders.: Politik, nach der Übersetzung von Franz Susemihl mit Einleitung, Biographie und zusätzlichen Anmerkungen von Wolfgang Kullmann, Hamburg, 292-301, 308-314.

Weitere Literatur:

Arendt, Hannah 1997 (1958): Vita activa oder Vom tätigen Leben. München, Zürich, 33-38.

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Termin: 13. Mai 2003

Thema: Der absolute Staat

ReferentInnen: Judith Elhenicky, Johannes Strasser, Tibor Benczur-Juris

Originaltext:

Hobbes, Thomas 1992 (1651): Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates, herausgegeben und eingeleitet von Iring Fetscher, Frankfurt / Main, 131-135, 136-144, 163-172.

Weitere Literatur:

Habermas, Jürgen 1988 (1963): Theorie und Praxis - Sozialphilosophische Studien. Frankfurt / Main, 72-79.

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Termin: 20. Mai 2003

Thema: Der liberale Verfassungsstaat

ReferentInnen: Daniel Görgl, Maria-Jocoba Treu

Originaltext:

Locke, John 1996 (1689): Über die Regierung (The Second Treatise of Government), In der Übersetzung von Dorothee Tidow mit einem Nachwort hg. von Peter Cornelius Mayer-Tasch, Stuttgart, 59-73, 95-99, 130-134.

Weitere Literatur:

Pateman, Carole 1994 (1988): The Sexual Contract. Cambridge, 19-25, 34-38.

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Termin: 27. Mai 2003

Thema: Der rationale Verwaltungsstaat

ReferentInnen: Thomas Knab, Alexander Pelousek

Originaltext:

Weber, Max 1988 (1922): Die drei reinen Typen der legalen Herrschaft. In: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, herausgegeben von Johannes Winckelmann, Tübingen, 475-488.
Weber, Max 1980 (1921/1922): Wirtschaft und Gesellschaft.Tübingen, 122, 125-130.

Weitere Literatur:

Sauer, Birgit 2001: Die Asche des Souveräns. Staat und Demokratie in der Geschlechterdebatte. Frankfurt / Main, New York, 70-76.

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Termin: 17. Juni 2003 (Achtung: Termin musste verschoben werden)

Thema: Der kapitalistische Staat

ReferentInnen: Anna Pogwizd, Sandra Breiteneder, Stefan Pollach, Christina Pesendorfer

Originaltext:

Poulantzas, Nicos 2002 (1978): Staatstheorie. Hamburg, 57-63, 157-160, 163-168, 171-176.

Weitere Literatur:

Hirsch, Joachim 1995: Der nationale Wettbewerbsstaat. Staat, Demokratie und Politik im globalen Kapitalismus. Berlin, Amsterdam, 16-31.

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Termin: 17. Juni 2003

Thema: Der Staat als Männerbund

ReferentInnen: Elisabeth Schwenter, Caecilia Smekal

Originaltext:

Kreisky, Eva 1994: Das ewig Männerbündische? Zur Standardform von Staat und Politik. In: Claus Leggewie (hg.), Wozu Politikwissenschaft? Über das Neue in der Politik. Darmstadt, 191-208.

Weitere Literatur:

Sauer, Birgit 2001: Die Asche des Souveräns. Staat und Demokratie in der Geschlechterdebatte. Frankfurt / Main, New York, 56-62, 143-147.

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Gestaltung von Referaten:

1. Wie bereite ich ein mündliches Referat vor?

In den ersten Arbeitsschritten (Frage- bzw. Problemstellung formulieren, Methodenklärung, Materialrecherche und Materialgliederung, Gliederung des Vortrags) unterscheidet sich ein mündliches Referat kaum von einer schriftlichen Hausarbeit. Die Unterschiede beim Niederschreiben ergeben sich allerdings aus den Funktionen eines Vortrags. Diese sind:
· andere informieren (d.h. verständlich aufbereitete Information, reine Fakten schriftlich verteilen, am besten schon eine Sitzung vor dem Referat, damit die Zuhörenden nicht völlig uninformiert sind),
· andere interessieren und motivieren (spannende, i.e. problemorientierte und pointierte Themenaufbereitung),
· andere zu Widerspruch und Diskussion herausfordern (deshalb provokante Thesen oder Fragen formulieren).

Ein Referat hat die Funktion, Nachdenken und Debatte anzuregen. Es kann nie einen Gegenstand oder ein Problem umfassend darstellen. Deshalb muss man bei der Präsentation des Themas selektiv verfahren, einzelne Aspekte gezielt auswählen. Diese Auswahl muss aber dennoch "repräsentativ" sein - man muss die wichtigsten Aspekte des Themas darstellen. Deshalb ist die Vorbereitung eines Referats in der Regel zeitintensiver als die einer schriftlichen Arbeit der gleichen Länge, in der man breiter darstellen kann. Für einen Vortrag auswählen heißt auch, mehr wissen, als im Referat präsentiert wird, und das Wissen für die anschließende Diskussion aufheben.

2. Wie sollte ein Referat aufgebaut sein?

· Thema/Gegenstand kurz darstellen
· Frage- bzw. Problemstellung knapp und präzise formulieren
· Material, wichtigste verwendete Literatur vorstellen (evtl. Handout/Folie)
· theoretische Einordnung der verwendeten Literatur
· zentrale Begriffe, Konzepte klären
· kurzer Überblick über die Gliederung des Vortrags (evtl. Handout/Folie)
· Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
· kontroverse Positionen zum Thema präsentieren
· Thesen und offene Fragen formulieren


3. Der Vortrag

· Ein Vortrag steht und fällt mit seiner Struktur (s.o.). Nur einem übersichtlich gegliederten Vortrag können die meist nicht so gut informierten ZuhörerInnen folgen.
· Ein Referat sollte in der Regel nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Dies sind etwa 7 DIN A4-Seiten 11/2-zeilig bedruckt.
· Ein Kurzreferat ist nicht länger als 7-8 Minuten. Es hat die Funktion, in knapper und präziser Form Arbeitsergebnisse darzustellen, und es ist eine Übung für die mündliche Diplomprüfung, wo Sie in eben dieser Zeit die Ergebnisse Ihrer Diplomarbeit vorstellen sollen (Problemstellung, Ansatz, Ergebnisse).
· Ein Referat kann frei gehalten werden (z.B. mit Stichworten auf Karteikarten), es kann aber auch abgelesen werden. Dies hängt vom Temperament und von der Übung der/des Vortragenden ab.
· Basiert der Vortrag auf einem ausformulierten Text, ist es wichtig, den Text zur Übung sich oder anderen zuvor laut vorzulesen; dann stellt man fest, welche schriftlichen Sätze mündlich nicht genießbar sind.
· Ein Referat halten bedeutet auch, für die anschließende Diskussion verantwortlich zu sein, d.h. sie zu strukturieren, Fragen zu beantworten und evtl. einen Aspekt des Referats zu vertiefen.


4. Medieneinsatz

"Medien" lockern nicht nur einen Vortrag auf, sie sind auch nützlich für die Vermittlung von zusätzlicher Information; sie können aber auch Visualisierungen (Grafiken, Tabellen, Zeichnungen etc.) von mündlich Vorgetragenem sein.

Folgende "Medien" sind leicht zum Einsatz zu bringen und für einen Vortrag zu empfehlen:
· Damit die Zuhörenden folgen können, brauchen sie eine Papiervorlage/Sichtvorlage mit der Gliederung des Vortrages, zentralen Thesen, Tabellen, Grafiken etc., wichtigen Personen, wichtiger Literatur.
· Tafel
· Overhead-Projektor.

5. Thesenpapier / Handout

Alle Referate sollten durch Vorlage eines klar und übersichtlich strukturierten, knappen Thesenpapiers unterstützt werden. Ein Thesenpapier oder Handout ist also in erster Linie eine Vortragsunterlage, das die Zuhörenden entlasten soll. Es muss daher so gestaltet sein, dass es dem Zuhören förderlich ist und den Vortrag/das Referat verständlich macht. Es darf keinesfalls ablenkend wirken. Thesenpapiere stellen wesentliche Inhalte und Ergebnisse eines Textes oder eines Referates dar, um die Diskussion anzuregen und zu strukturieren ("Diskussionsgrundlage"). Auf dem Thesenpapier sollten die zentralen Thesen des Referats stehen. Dabei ist kenntlich zu machen, ob diese Thesen die Meinung des/der ReferentIn oder jene eines/einer anderen AutorIn wiedergeben. Auch zentrale Begriffe sollten auf dem Thesenpapier definiert werden. Thesenpapiere kontrastieren auch kontroverse Positionen und markieren Ansatzpunkte der Kritik.

Thesenpapiere sollten übersichtlich gegliedert sein, prägnant, in kurzen Sätzen oder Stichworten wichtige Aussagen des Referats festhalten, damit es auch anhand des Thesenpapiers rekonstruiert werden kann. Es sollte, wenn möglich, nicht länger als eine Seite sein - aber nicht auf Kosten der Übersichtlichkeit. Als Gestaltungsmittel eignen sich auch erklärende Grafiken. Weiters muss auf dem Thesenpapier der Titel der Lehrveranstaltung (mit dem jeweiligen Semester) vermerkt sein, der Name des/der ReferentIn, der Titel des Referats und Angaben zu verwendeter Literatur und Quellen.

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Übungsaufgaben:

Übung 1:

Aufgabenstellung erfolgt am 18. März 2003
Verpflichtender Abgabetermin: 1. April 2003

Die Übungen liegen mit Feedback versehen zur Abholung bereit, am Insitut im Zimmer bei den Zeugnissen.

Aufgabenstellung:

Diskutieren Sie unter Verwendung der beiden Grundlagentexte von Demirovic und Koselleck folgende Fragen:

Zu verwendende Texte:

Demirovic, Alex 1995: Aspekte der theoretischen und politischen Praxis politischer Theorie, in: Kramer, Helmut (hg.): Politische Theorie und Ideengeschichte im Gespräch, Wien, 204-211.

Koselleck, Reinhart 2000: Begriffsgeschichte und Sozialgeschichte, in: ders.: Vergangene Zukunft, Frankfurt / Main, 107-129.

Formalia:

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Übung 2:

Aufgabenstellung erfolgt am 1. April 2003
Verpflichtender Abgabetermin: 06. Mai 2003

Aufgabenstellung:

Verfassen Sie einen ca. 5-seitigen Essay (Formalia wie Übung 1) zu folgendem Thema:

"Ist Kritik eine wissenschaftliche Methode und wozu dient sie?"

Beachten Sie dabei folgende Nebenfragen:

Fassen Sie die Abhandlung zusammen, indem Sie versuchen die Frage zu beantworten und auch Ihre eigene Meinung einbringen.

Was ist ein Essay? (Versuch, Abhandlung):

Ein Essay ist eine flüssig geschriebene Erörterung eines Themas, ohne es erschöpfend zu behandeln. Ein Essay braucht vor allem einen Standpunkt, den es (theoretisch) zu begründen und (empirisch) zu verankern gilt. Auch Essays sind anspruchsvoll und sollten logisch stimmig sein sowie einen erkennbaren Argumentationsgang aufweisen. Meist gehen sie kommentierend vor, sie können also durchaus "subjektiv" sein. Sie dürfen auch ohne einen umfangreichen "wissenschaftlichen Apparat" (Fußnoten, Literaturverzeichnisse) auskommen (im Unterschied zu "Seminararbeiten"!) und können sich zudem mehr stilistische Freiheiten (literarischer) erlauben. So haben sie auch keine so rigide Gliederung wie etwa Seminararbeiten. Dennoch sollte aber eine Ordnung des Textes erkennbar sein. Zitate und Beispiele sind gefragt, sollten jedoch sehr kurz sein.

Zu verwendende Texte:

Esser, Josef 1998: Konzeption und Kritik des kooperativen Staates, in: Görg, Christoph / Roth, Roland (hg.): Kein Staat zu machen. Zur Kritik der Sozialwissenschaften, Münster, 38-48.

Zum Begriff von Kritik und Umgang mit Kritik siehe auch:

Hellmuth, Eckhart / Ehrenstein, Christoph von 2001: Intellectual History Made in Britain: Die Cambridge School und ihre Kritiker, in: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft, 27. Jg. / H.1, Jänner-März, Neue Ideengeschichte, 149-172.

Klinger, Cornelia 1986: Das Bild der Frau in der Philosophie und die Reflexion von Frauen auf die Philosophie, in: Hausen, Karin / Nowotny, Helga (hg.): Wie männlich ist die Wissenschaft?, Frankfurt / Main, 62-84.

(z.B. nach den Fragen: Was kritisiert die Cambridge School an der traditionellen Ideengeschichte? Was kritisiert Klinger an der traditionellen Philosophie?)

Weiter Literatur soll, kann, darf natürlich verwendet werden.

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Übung 3:

Aufgabenstellung erfolgt am 8. April 2003
Verpflichtender Abgabetermin: 26. Juni 2003

Zu erstellen von allen, die sich an keinem Themenreferat beteiligen.

Verfassen Sie eine kurze (ca. 5-10 seitige) Arbeit zu einem der Themenblöcke.

Entwickeln Sie eine (sinnvolle) Fragestellung mit Bezug zum Generalthema des Grundkurses: Staat, Geschlecht und Herrschaft.

Zu verwendende Texte wie beim Referat und zusätzliche Literatur zu Autor, Werk und historische Zeit.

Im Zentrum der Arbeit sollte der Originaltext stehen. Zusätzlich sind Hintergrundinformationen zu Autor und Werk zu recherchieren. Die Arbeit soll gegliedert sein, mit Einleitung, Bearbeitung der Fragestellung anhand der Texte, Kritik und Conclusio. Berücksichtigen Sie bei der Text-Bearbeitung auch die Ergebnisse unserer Diskussionen im Zusammenhang mit Methoden der politischen Ideengeschichte.

Da es sinnvoll ist, die Arbeit erst nach dem jeweiligen Referat fertig zu stellen, damit auch die Ergebnisse der Diskussion einfließen können, können Arbeiten, die den Themenblock: Der Staat als Männerbund betreffen, eine Woche später abgegeben werden (01. Juli 2003). Gilt nun auch für den Themenblock: Der kapitalistische Staat.

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Weiterführende Literatur:

Benz, Arthur 1997: Theorieentwicklung in der Politikwissenschaft. Eine Zwischenbilanz, Baden-Baden

Beyme, Klaus von/Claus Offe (Hg.) 1996: Politische Theorien in der Ära der Transformation, Opladen

Beyme, Klaus von 2000: Die politischen Theorien der Gegenwart: eine Einführung, 8. neubearbeitete und erweiterte Auflage, Wiesbaden

Brodocz, André/Gary S. Schaal (Hg.) 2001/2002: Politische Theorien der Gegenwart I + II: eine Einführung, Opladen

Brunkhorst, Hauke 2000: Einführung in die Geschichte politischer Ideen, München

Druwe, Ulrich 1995: Politische Theorie, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Neuried

Fenske, Hans u.a. (Hg.) 1997: Geschichte der politischen Ideen : von der Antike bis zur Gegenwart, Aktualisierte Neuausgabe, Frankfurt/M.

Fetscher, Iring/Herfried Münkler (Hg.) 1985ff.: Handbuch der politischen Ideen, 5 Bände, München u.a.

Hartmann, Jürgen 1997: Wozu politische Theorie? Eine kritische Einführung für Studierende und Lehrende der Politikwissenschaft, Opladen

Heywood, Andrew 1999: Political Theory. An Introduction, Basingstoke

Kramer, Helmut (Hg.) 1995: Politische Theorie und Ideengeschichte im Gespräch, Wien

Kymlicka, Will 1996: Politische Philosophie heute: eine Einführung, Frankfurt/M.

Lenk, Kurt/Berthold Franke 1991: Theorie der Politik: eine Einführung, 2. Auflage, Frankfurt/M.

Lieber, Hans Joachim (Hg.) 1991: Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart, Bonn

Maier, Hans/Horst Denzer (Hg.) 2001: Klassiker des Politischen Denkens, 2 Bände, München

Morrow, John 1998: A History of Political Thought. A Thematic Introduction, New York

Neumann, Franz (Hg.) 1995/1996: Handbuch politische Theorien und Ideologien, Neuauflage in 2 Bänden, Opladen

Nitschke, Peter 2000: Einführung in die politische Theorie der Prämoderne 1500 - 1800, Darmstadt

Ottmann, Henning 2001: Geschichte des politischen Denkens : von den Anfängen bei den Griechen bis auf unsere Zeit, Band 1 Die Griechen (2 Teilbände), Stuttgart

Reese-Schäfer, Walter 2000: Politische Theorien heute: neuere Tendenzen und Entwicklungen, München/Wien

Rohe, Karl 1994: Politik: Begriffe und Wirklichkeiten. Eine Einführung in das politische Denken. 2. Völlig überarb. und erw. Aufl., Stuttgart u.a.

Stammen, Theo/Gisela Riescher/Wilhelm Hofmann (Hg.) 1997: Hauptwerke der politischen Theorie, Stuttgart


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