Dr. Ljiljana Radonic
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Krieg um die Erinnerung - Vergangenheitspolitik in Kroatien zwischen Revisionismus und europäischen Standards Campus-Verlag, Frankfurt/Main September 2010

Campus-Verlag, Frankfurt/Main September 2010
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Rezensionen:
Südosteuropa 3/2011 | H-Soz-u-Kult 16.6.2011 | Novi plamen 16/2011 | Phase 2 40/2011 | Socijologija 2/2011 | Portal für Politikwissenschaft 25.1.2011 | Amazon, 15.10.2010 | Novi list, 15.5.2011 [Deutsch] | Suvremene teme 1/2010 [Deutsch] | Politika, 15.12.2010 [Deutsch]

Buchpräsentation: Mittwoch, 3.11.2010, 19 Uhr
Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte, Campus, Spitalgasse 2, Hof 3 Moderation: Heidemarie Uhl (Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften)
[Plakat]


BAK15/BAK11/G5: SE Spezialisierungsmodul: Zentrum oder Peripherie? - Der Osten in der Europäischen Erinnerungsgemeinschaft

Wintersemester 2011/2012
Montags 16.45-18.15 im Hörsaal 1 (A212), NIG 2. Stock

Inhalte

Seit dem Zusammenbruch des "Ostblocks" bildet sich eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur heraus. Parallel zu dieser "Europäisierung der Erinnerung", in deren Fokus im "Westen" der Holocaust steht, kam es in den post-sozialistischen Staaten nach 1989 zu einem Neuaushandeln von Geschichte. Zusammen mit der staatssozialistischen Gesellschaftsordnung wurde auch die Geschichtserzählung vom heldenhaften antifaschistischen Kampf delegitimiert. Im Zentrum der Erinnerung steht dort das Trauma der kommunistischen Verbrechen. Als im Sommer 2009 das EU-Parlament den Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes von 1939, den 23. August, zum Tag des Gedenkens an die Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus erklärte, wurde das Gedenken an die Opfer des Stalinismus zumindest formal in den europäischen Kanon aufgenommen. Doch bleibt "der Osten" an der Peripherie der europäischen Erinnerungskultur, in deren Zentrum die Erinnerung an den Holocaust steht? Und ist die Gleichsetzung der Opfer von Holocaust und Gulag die richtige Lösung? Kann und soll es eine einheitliche "europäische Erinnerungskultur" geben? Kann damit etwa die lange Geschichte der Diskriminierung der Roma endlich als ein brennendes Problem der EU-Integration diskutiert werden? Oder werden dabei zwangsläufig erneut die Erinnerungen bestimmter ethnischer Gruppen und gesellschaftlicher Schichten ausgeblendet? In der LV soll der Frage nachgegangen werden, ob jede Geschichte EU-beitrittsfähig ist, nur nicht jede Art der Auseinandersetzung damit.

Ziele

Theoretische Einblicke in Gedächtnistheorien, vor allem unter dem Aspekt des "Kampfes um das Gedächtnis", sowie Diskussion aktueller Fragen wie der Sinnhaftigkeit eines gesamteuropäischen Schulbuchs oder eines europäischen Museums.

Methoden

Nach der Einführung in die Thematik durch die LV-Leiterin mit Film- und Fotobeispielen werden statt längeren Referaten ausgewählte Texte, Schulbücher bzw. Materialien aus neuen Medien wie etwa Online-Gedenkausstellungen von den Studierenden aufbereitet und in der LV zur Diskussion gestellt. Die Kenntnis einer ost- oder südosteuropäischen Sprache ist erwünscht, aber natürlich keine Voraussatzung.

Art der Leistungskontrolle

Aufbereitung und kritische Diskussion ausgewählter Materialien, Seminararbeit, regelmäßige, aktive Teilnahme.

Literatur

  • Hammerstein, Katrin u. a. (Hg.), Aufarbeitung der Diktatur - Diktat der Aufarbeitung? Normierungsprozesse beim Umgang mit diktatorischer Vergangenheit, Göttingen 2009
  • Faulenbach, Bernd/Jelich, Franz-Josef (Hg.): "Transformationen" der Erinnerungskulturen in Europa nach 1989, Essen 2006
  • Knigge, Volkhard/Mählert, Ulrich (Hg.), Der Kommunismus im Museum. Formen der Auseinandersetzung in Deutschland und Ostmitteleuropa, Köln 2005