Dissertation (deutsch)

Imag(in)ing Networks - Eine Untersuchung von visuellem Wissen und wissenschaftlicher Überzeugungskraft in der Produktion von Netzwerk Visualisierungen.

Download: http://othes.univie.ac.at/15756/1/2011-06-14_9001861.pdf (50MB)

Die fundamentale Hypothese dieses Projekts besagt in Gleichklang mit Konzepten zur Performativität, dass die Herstellung und die Darstellung von Wissen untrennbar verbunden sind. Setzt man den Fokus auf die Produktion von wissenschaftlichen Bildern und deren Handhabung in Erkenntnisprozessen in der wissenschaftlichen Praxis, rücken neben sozialen Dimensionen auch ästhetische Dimensionen der wissenschaftlichen Tätigkeit in den Mittelpunkt der Analyse. Obwohl die Wissenschaften seit je her mit Bildern hantieren, wird ihnen objektive Gültigkeit nicht zugesprochen.

Es ist nun die zentrale Frage: Wie können wissenschaftliche Resultate authentisch, gewiss und überzeugend sein, wenn sie mit der Hilfe von Bildern sowohl hergestellt, als auch dargestellt und validiert werden unter der Annahme, dass Bilder nicht als strenge formale Methoden und Werkzeuge gelten.

Der Gebrauch von Bildern in den Wissenschaften wird seit Jahrzehnten analysiert, doch nur selten stehen Visualisierungspraktiken und Bildproduktion selbst im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dieses Projekt untersucht die Bildproduktion im interdisziplinären akademischen Feld der Netzwerkanalyse. Visualisierungen haben in diesem Kontext diverse Funktionen, sie dienen der Exploration, der Argumentation, der Wissensbildung und -verbreitung. Ästhetische Kriterien und visuelle Traditionen finden sich hierbei in allen Aushandlungsprozessen zur Bildproduktion.

Die Kombination verschiedenster Methoden, wie teilnehmende Beobachtung, Experteninterviews und Feedback-Diskussionen soll einen Einblick in Visualisierungsprozesse, persönliche Positionierungen und kollektive Zuschreibungen der Wissenschafterlinnen ermöglichen.