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Karl
Reitter
Garantiertes
Grundeinkommen jetzt!
Die Forderung nach dem garantierten
Grundeinkommen hat den Vorteil, dass sie einfach und unmissverständlich ist.
Alle sollen, unabhängig von jedem nur denkbaren Kriterium, ein
existenzsicherndes Einkommen erhalten. Die Definition von BIEN („Basic Income European Network“) betont besonders
den Wegfall des Kriteriums der Bedürftigkeit, vor allem wird der Bezug des
Grundeinkommens explizit von jeder Pflicht oder jedem Zwang zur Arbeit
entkoppelt: „A basic income is an income unconditionally granted to all on
an individual basis, without means test or work requirement.”[1] Das Grundeinkommen will keine verbesserte und
ausgeweitete Sozialhilfe oder Armutsbekämpfung sein, sondern fordert das
uneingeschränkte Recht auf eine angemessene ökonomische Lebensgrundlage für
alle. Es ist daher auch kein Zufall, dass in den
Begründungen für das Grundeinkommen die Freiheit als ein wesentliches Ziel
formuliert wird. Der belgische Autor Van Parijs, der von einer neokantianischen
Position aus argumentiert, spricht klar
aus, dass die Sicherung formaler Grundrechte eine notwendige, jedoch keine
hinreichende Bedingung für wirkliche Freiheit darstellt, sondern die reale,
materielle Sphäre unabdingbar einbezogen werden muss. Wirkliche Freiheit
besteht für ihn aus der Kombination[2] formaler Freiheiten und realer, tatsächlicher Möglichkeiten für
alle, „to do whatever one might
want to do.“ [3] Und dazu bedarf es des Grundeinkommens, um den Zwang zur
Erwerbsarbeit zu relativieren.
Das Grundeinkommen thematisiert also in
umfassender Weise das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Obwohl eine
Verwirklichung in nächster Zeit unwahrscheinlich ist – allerdings existiert
eine Absichtserklärung der Brasilianischen Regierung, ein Grundeinkommen
langfristig einzuführen – stellten die Prinzipien des Grundeinkommens schon heute klare Orientierungspunkte für die
gesellschaftliche Auseinandersetzung dar. Die geforderte radikale Entkopplung
von Einkommen und Erwerbsarbeit ebenso wie die Bedingungslosigkeit des
monetären Transfers sind an Perspektive und emanzipatorischer Potenz allen
Orientierungen überlegen, die den Sozialstaat bloß bewahren oder ausbauen
wollen. Wenn etwa die „bedarfsorientierte Grundsicherung“ gefordert wird, so
wird damit gleichzeitig die Prüfung des Bedarfs akzeptiert, damit natürlich
auch die bedingungslose Bereitschaft zur Lohnarbeit, wie prekär und schlecht
bezahlt sie auch sein mag. Ebenso stellen die Konzepte der Verkürzung der
Arbeitszeit und eines „Konjunkturprogramms, damit wieder Arbeitsplätze
entstehen“[4], das etwa Oskar Lafontaine auf einer
Rede bei einer Leipziger Montags-Demo gefordert hat, die kapitalistische Ausrichtung
auf die Lohnarbeit nicht im Geringsten in Frage. Ob das Projekt der
Vollbeschäftigung angesichts der aktuellen Phase des Kapitalismus überhaupt
einen Funken Chance auf Realisierung hat, wäre schon einmal zu diskutieren. Ich
jedenfalls halte diese Orientierung an den 70er Jahren für vollkommen
unrealistisch. Abgesehen davon kratzt die Forderung „Lohnarbeit für alle“ nicht
im Geringsten an der kapitalistischen Vergesellschaftung. Tatsächlich sind
solche Slogans wie ein „Konjunkturprogramm für Arbeitsplätze“ inhaltsleere
Schlagworte, mit denen die unterschiedlichsten Maßnahmen gerechtfertigt werden
können. Ob Steuersenkung oder Steuererhöhung, Lohnsteigerung oder Lohnsenkung,
Staatsinterventionen, ob, in welchem Ausmaß und vor allem in welcher Form und mit
welchem Ziel, all das kann und wird unter diesen Schlagworten verstanden. Das
Thema der Freiheit, ein Leitmotiv des Grundeinkommens, ist jedenfalls vom
Tisch.
Im Grunde sind die hier angeführten
Alternativen zum Grundeinkommen politische, geistige und programmatische
Relikte der fordistischen Vergangenheit. Die Verhältnisse haben sich hingegen
so sehr gewandelt, dass sie neuer Orientierungen bedürfen. Diese neuen
Verhältnisse, gemeinhin als Postfordismus bezeichnet, zeigen sehr ambivalente
Züge, einerseits bedeuten sie eine massive Verschlechterung der finanziellen
Situation, andererseits tragen sie auch positive Keime in sich. Die neuen
Arbeitsformen (Scheinselbständigkeit, freie Dienstnehmer, Werkverträge,
Leiharbeit usw.) bedeuten durchwegs eine finanzielle, rechtliche und
versicherungstechnische Verschlechterung verglichen mit dem fordistischen
Normalarbeitsverhältnis. Werden durch diese neuen, postfordistischen
Arbeitsverhältnisse die kollektivvertraglichen Bestimmungen unterlaufen, so
mehren sich zugleich die Attacken des Kapitals im fordistischen Sektor. Die
Methoden des absoluten Mehrwerts dürften für das Kapital wieder interessanter
werden. Offen wird Lohnkürzung gefordert, ebenso die Verlängerung der Tages-
Wochen- und Lebensarbeitszeit. Wobei hier wiederum die Flexibilität im
Vordergrund steht, etwa das Verlagen, die Durchrechungszeiten für Überstunden
auszudehnen, sodass geleistete Mehrarbeit nicht abgegolten, sondern gegen
geringere Arbeitszeiten in bestimmten Perioden gegengerechnet werden kann.
Arbeit und
Erwerbsarbeit
Postfordismus bedeutet jedoch nicht nur
Verschlechterung, sondern ebenso Veränderung der gesellschaftlichen
Verhältnisse. Und eine dieser Veränderungen ist für den Begründungszusammenhang
des Grundeinkommens ganz entscheidend: Es geht um die gesellschaftliche
Anerkennung von Arbeit jenseits der Erwerbs- und insbesondere der Lohnarbeit.
Ich meine, dass in den alltäglichen Erfahrungen sichtbar wird, dass
Erwerbsarbeit nur einen Teil der gesellschaftlich geleisteten Arbeit darstellt.
Während im Fordismus die Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und so genannter
Freizeit klar gezogen waren, verschwindet und verschwimmt diese Trennung immer
mehr. Antonio Negri hat für diesen Prozess ein sehr einprägsames Bild geprägt:
Die Fabrik löse sich in die Gesellschaft auf. Als bloßes Faktum ist der
Umstand, dass wesentliche Arbeit nicht als Erwerbsarbeit geleistet wird und oft
auch nicht geleistet werden kann, weder neu noch überraschend. Gesellschaft ist
immer ein produktiver Zusammenhang, die „Weise des Zusammenwirkens ist
selbst eine Produktivkraft“[5], schrieb Marx. Aber nur ein Teil der tagtäglich verrichteten
Arbeit(en) wird als Moment des Kapitalverhältnisses geleistet. Zahllose
Arbeitsvorgänge und Arbeitsprodukte kommen niemals mit Geld in Berührung.
Neu, besser relativ neu ist die Tatsache,
dass dieser Umstand für viele in ihrer alltäglichen Erfahrung sichtbar wird,
dass die Bereitschaft wächst, Arbeit nicht ausschließlich mit Erwerbsarbeit
gleichzusetzen. Es ist kein Zufall, dass aktuell intensiv Theorien rezipiert
werden, denen ein sehr erweiterter Arbeitsbegriff zugrunde liegt. Hier sind vor
allem die Texte von Antonio Negri und Michael Hardt zu nennen, die sich sowohl
in „Empire“ als auch in „Multitude“ auf die aktive, schöpferische und tätige
Seite der Menge beziehen. Die Menge sei ein produktiver, arbeitender
Zusammenhang, das Kapital lege sich nur als parasitäre, hemmende und
kontrollierende Hülle darüber, so ihre Grundthese. John Holloway wiederum hat
den Begriff vom „Fluss des Tuns“ entwickelt, in dem wir alle verwoben sind, der
als Lohn- und Erwerbsarbeit jedoch gebrochen und fragmentiert erscheint. Hier
ist nicht der Ort, diese Ansätze zu diskutieren und zu kritisieren. Akzeptieren
wir jedoch die Rezeption dieser Begriffe und Thesen als Symptom für unsere
Erfahrung, dass Lohn- und Erwerbsarbeit keineswegs die einzige sinnvolle und
befriedigende Form unserer Tätigkeit ist. In den Begründungen für das
Grundeinkommen nimmt die Unterscheidung von Arbeit einerseits und Erwerbsarbeit
andererseits eine ganz prominente Stelle ein, ich zitiere: „An die Stelle
einer Fixierung auf die Erwerbsarbeit werden auch jene Tätigkeiten und
Arbeitsformen mit ins Blickfeld gerückt, die sich nicht unmittelbar der
Erwerbsarbeit zurechnen lassen: Es sind einerseits Tätigkeiten, die mit dem
Leben des Menschen eng verbunden sind und daher immer getan werden müssen, wie
Hausarbeit, Kinderbetreuung und -erziehung, Pflegetätigkeiten. Andererseits
sind es Tätigkeiten, die die neue gesellschaftlich notwendige Arbeit darstellen,
wie jene Tätigkeiten, die jetzt ehrenamtlich z.B. in Menschenrechts-, Umwelt-
und Dritte-Welt-NGOs verrichtet werden; aber auch jene in Kirchen, Freiwilliger
Feuerwehr, Rotem Kreuz, Beratungseinrichtungen, Bürgerinitiativen, Vereinen,
kulturellen Einrichtungen und Kulturinitiativen sowie diverse andere politische
Tätigkeiten. Bei vielen dieser Tätigkeiten würde mit dem Grundeinkommen
erstmals eine Koppelung von Arbeit mit Einkommen erfolgen.“ [6]
Der feministischen Forderung nach „Lohn für
Hausarbeit“ kam bei der Relativierung der Erwerbsarbeit zweifellos eine
Pionierrolle zu. Die Verbindung patriarchaler Herrschaft mit zumeist männlich
dominierter Lohnarbeit stellte den Ausgangspunkt für die Debatten um Bedeutung
und Anerkennung der weiblichen Hausarbeit dar. Inzwischen ist die Erfahrung der
Beschränkung und der Grenzen der Erwerbsarbeit allgemein geworden. War der
Fordismus durch starre, hierarchische Trennungen strukturiert, so lösen sich
diese Schranken zunehmend auf. Wenn die Unterscheidung zwischen Arbeitszeit und
Freizeit fließend wird, dann lässt sich ein einzelner Arbeitsvorgang nicht mehr
exakt zuordnen. Damit wird jedoch die Bewertung, die geregelte und definierte
Erwerbsarbeit sei alles, die Tätigkeit in der Freizeit nichts, brüchig. Weiters:
Postfordismus bedeutet eine Rückgabe der Kompetenzen, das Paradigma des
Fließbandes wird durch das Paradigma der selbständigen Ich-AGs ersetzt. Die
Trennung zwischen der eigentlich produktiven Tätigkeit und dem Verkauf, sei es
auch in Form einer Dienstleistung, lässt klar zwischen Arbeit einerseits und
Verdienstmöglichkeit andererseits unterscheiden. Im Hochfordismus war diese
Unterscheidung für bestimmte Submilieus der Gesellschaft reserviert. Bei Kunst
und Wissenschaft wurde immer schon zwischen der eigentlichen Tätigkeit und der
möglichen ökonomischen Verwertung unterschieden. Oftmals wurde diese
Unterscheidung explizit anerkannt, und KünstlerInnen wie WissenschafterInnen
durch direkte Subventionen vom Zwang zum Erwerb entlastet. Im Fordismus konnten
die einzelnen Sphären jenseits der Erwerbsarbeit noch in strikter Trennung und
Isolation aufgefasst werden. Die Tätigkeiten der Hausfrauen, der KünstlerInnen,
der StudentInnen, der WissenschafterInnen, der politisch und sozial
Engagierten, der Pfusch ebenso wie die Pflegetätigkeiten im häuslichen Bereich
wurden als getrennte Welten imaginiert, die „nichts“ miteinander zu tun hatten.
Doch die Trennungen und Abgrenzungen sind brüchig geworden. Marco Revelli
prägte für den Fordismus das Bild des Kristalls, für den Postfordismus das Bild
der Rauchwolke[7]. Damit wollte er das Fließende der postfordistischen Verhältnisse
fassen. Dieses Verschwimmende, Konturlose wird auch durch die biographische
Forschung bestätigt. Die Individuen sind zunehmend mit einer Verkürzung ihrer
Planungsperspektive konfrontiert, oft schrumpft die Lebensplanung bis auf den
Augenblick zusammen, oftmals wird die momentan ausgeübte Tätigkeit als
vorläufig eingestuft, was sich nicht selten als Illusion erweist. Aber die
zunehmenden Brüche in den Biographien zeigen die Notwendigkeit eines weiteren
Typus von Arbeit, einer Art Metaarbeit auf, um Arbeit und Einkommen zu
organisieren. In der düsteren Variante tritt uns dieses Phänomen als jenes der working poor entgegen. Um
Leben und Überleben zu können, ist neben der eigentlichen Erwerbsarbeit noch
eine weitere Arbeit notwendig, eine Netzwerkarbeit wie Negri wohl sage würde.
Die ständigen Umbrüche und fließenden Verhältnisse besitzen, wie der
Postfordismus überhaupt, zwei Gesichter. Die Ungewissheit des „morgen“
(nächsten Tages) lässt prinzipiell eine andere gesellschaftliche Existenz
denkbar erscheinen. Wenn die ökonomische Verwertung der momentan ausgeübten
Tätigkeit unsicher ist oder nur zum Teil entgolten wird, wenn die eigene
soziale Existenz morgen ganz anders aussehen kann, dann entspricht das
garantierte Grundeinkommen durchaus den postmodernen Erfahrungen.
Grundeinkommen bedeutet, jede Tätigkeit als gesellschaftlich sinnvolle Arbeit
anzuerkennen, die drückende Unsicherheit postfordistischer Lebensbedingungen
einzudämmen und mehr Freiräume zu schaffen. Das Grundeinkommen setzt in der
Sphäre vor der eigentlichen Erwerbsarbeit an, das ist ein gewaltiger Vorteil
gegenüber einer Ausrichtung, die den geglückten Eintritt in diese Sphäre zur
Voraussetzung hat.
Dass (die Lohnarbeit), „sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird“[8], daran hatte Marx keine Zweifel. Doch die Erfahrung mit dem negativen, repressiven Charakter der Lohnarbeit[9] reichte nicht aus, um sie als spezifisch historische Form der Arbeit erkennen zu lassen. Um sie zu relativieren, bedarf es positiver Erfahrungen mit Tätigkeiten jenseits der Erwerbsarbeit. In diesem Zusammenhang ist es naheliegend, auf die freie Software zu verweisen, die jenseits kapitalistischer Verwertungsbedingungen, jenseits der unmittelbar bezahlten Erwerbsarbeit entstanden ist. Aber es gibt nicht nur das Betriebssystem Linux als Beispiel anzuführen. Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite finden wir eine freie Enzyklopädie, an der alle mitarbeiten können, und die buchstäblich von der Menge geschaffen wurde und ständig erneuert und erweitert wird. Das Feld des Internets und der Software ist ein Paradebeispiel von Arbeit jenseits der Erwerbsarbeit, mit nicht nur hervorragenden, sondern vor allem mit einfach und leicht kommunizierbaren Ergebnissen. Wer sich über die Existenz und Qualität dieser erwähnten Enzyklopädie überzeugen möchte, muss nur dem angegebenen Link folgen.
Noch ein wesentlicher Punkt: Die
postfordistischen Transformationen erfassen die gesamte Gesellschaft. Als in
den 80ern das Ende der Nachkriegsprosperität erkennbar wurde und die
Einkommensschere sich zu öffnen begann (die Reichen werden immer reicher, die
Armen ärmer), machte das Schlagwort der Zwei-Drittel-Gesellschaft die Runde.
Ein Drittel, so die Annahme, werde zunehmend mit Arbeitslosigkeit und Armut
konfrontiert, die Mehrheit bleibe davon unberührt. Allein der Aufstieg und Fall
dieses Schlagwortes wäre eine eigene Untersuchung wert. Aktuell zeigt es sich,
dass alle, ob Männer oder Frauen, gebildet oder ohne Hochschulabschluss, in den
Strudel der Auflösung des fordistischen Kristalls geraten. Dazu eine kleine,
aber symptomatische Geschichte: Angesichts des knappen Personalstandes auf dem
Institut für Publizistik der Universität Wien wurde Menschen mit Habilitation
eine lupenreine postfordistisch prekäre Tätigkeit angeboten. Im
„Tätigkeitszeitrahmen November 2004 bis Ende des Sommersemesters 2005“ könnten
Habilitierte auf Werksvertragsbasis Diplomarbeiten und Dissertationen betreuen.
Ich hoffe, es ist klar geworden, worauf ich
hinaus will. Der Zusammenbruch der strikten Trennungen und Grenzen, die die fordistische
Ordnung bestimmten, die Wiedergewinnung von Kompetenzen, Wissen und
Souveränität durch neue Arbeits- und Wissensformen, auch wenn sie im Netz des
Kapitalverhältnisses eingespannt sind, diese alltäglich zu machenden
Erfahrungen eröffnen die Chance, die Lohnarbeit als besondere historische Form
der Arbeit zu erkennen. Die Kehrseite, das Bedürfnis zur freien Tätigkeit,
jenseits von Marktzwängen aber vor allem auch jenseits des Zwanges,
Erwerbsarbeit leisten zu müssen, kann in die Forderung nach einem
Grundeinkommen münden. Damit ist auch Frage beantwortet, die oftmals an mich
gerichtet wird, welches Subjekt denn das Grundeinkommen verwirklichen solle:
all jene, die praktisch erfahren haben, dass befriedigende Tätigkeit (Arbeit)
nicht mit Erwerbsarbeit identifiziert werden muss.
Um das Grundeinkommen zu fordern, bedarf es
nicht nur der individuellen und kollektiven Erfahrungen der Grenzen der
Erwerbsarbeit, es bedarf auch des Willens, die Erwerbsarbeit in einem ersten
Schritt zu relativieren und letztlich die Überwindung der Lohnarbeit überhaupt
anzustreben. Aus meinen Erfahrungen in Veranstaltungen und Diskussionsrunden
weiß ich, dass die entschiedensten KritikerInnen des Grundeinkommens weder das
Bedürfnis noch die Phantasie besitzen,
die Lohn- und Erwerbsarbeit nur ansatzweise in Frage zu stellen. Wäre dies nur
ihre individuelle Meinung, würden sie sagen: „Ich kann und will auf meinen
Arbeitsplatz nicht verzichten“, so wäre dies kein Problem. Stattdessen wird die
Lohnarbeit, noch dazu meist in ihrer versunkenen fordistischen Form, ultimativ
normativ gesetzt. Die Gesellschaft muss auf die Lohnarbeit ausrichtet bleiben,
alles andere ist von Übel, so der übliche advokatorische Duktus. Mühsam wird
die Auseinandersetzung oftmals deshalb, weil diese normative Setzung zumeist
hinter vorgeschobenen Argumenten verdeckt wird. Etwa dem Einwand, das
Grundeinkommen schicke die Frauen zurück an den Herd; „die“ Feministinnen seien
also gegen das Grundeinkommen. Ein Blick auf die BefürworterInnen und ihre
Zusammensetzung zeigt allerdings, dass sich zahllose feministische Gruppen und
Frauen für das Grundeinkommen ausgesprochen haben. Stellen wir diese Debatten,
und sich weiß wovon ich schreibe, in den Zusammenhang der gesellschaftliche
Entwicklung, so zeigt sich die Dimension, um die es tatsächlich geht: nämlich
um die Anerkennung und das Zulassen von Erfahrung und Bedürfnis.
Erfahrungen sind nicht einfach gegeben sondern ein aktiver Prozess. Erfahren zu können, bedarf nicht nur der Worte und Begriffe, die sie zur Sprache bringen, Erfahrungen bedürfen vor allem eines Prozesses der Emanzipation. Sehen können… erfahren können… - dazu bedarf es immer bestimmter Freiheiten und der Überwindung von Blockaden, vor allem der Emanzipation von Mustern, die uns suggerieren, wie wir die Dinge aufzufassen, zu sehen und zu fühlen hätten. Ebenso sind Bedürfnisse nicht einfach gegeben. Sich zum eigenen, individuellen wie kollektiven Wollen zu bekennen, das ist bereits ein wichtiger Schritt der Emanzipation. Was ich also vielen KritikerInnen des Grundeinkommens vorwerfe, ist ihre Weigerung, Erfahrungen und Bedürfnisse anderer anzuerkennen, stattdessen werden diese verleugnet, denunziert oder als irrelevant dargestellt. Das kling möglicherweise etwas abstrakt und unfasslich, lässt sich jedoch sehr leicht näher erklären; zudem anhand eines Themas, das gewissermaßen die andere Seite der Lohnarbeit darstellt, der Arbeitslosigkeit.
Arbeitslos
Der gesellschaftliche Umgang mit Arbeit zeigt sich nirgendwo klarer als beim Umgang mit der Arbeitslosigkeit. Die Vielzahl und die Besonderheiten der Arbeits- und Erwerbsformen sind in der Arbeitslosigkeit ausgelöscht. Die Arbeitslosigkeit ist der Spiegel der Arbeit. Arbeit tritt uns als Arbeitslosigkeit sozusagen in reiner Form entgegen. Wollen wir wissen, was über Arbeit gedacht wird, fragen wir nach der Arbeitslosigkeit.
Das Feld, in dem gesellschaftlich der
Konflikt um die Definition der Arbeit aufbricht und aufbrechen muss, ist also
die Arbeitslosigkeit. Schon der Ausdruck ist fatal. Arbeits - los, nicht besser
Erwerbs – los, Einkommens – los? Wer arbeitslos ist, arbeitet per definitionem
nicht, so emsig, betriebsam, aktiv er oder sie auch sein mag. Dass Tätigkeit
jenseits der Erwerbsarbeit, jenseits des Kapitalverhältnisses buchstäblich
nichts gilt, gar nicht vorhanden ist, das zeigt der Ausdruck „arbeitslos“. Die
Forderung nach dem Grundeinkommen protestiert gegen diese repressive
Gleichsetzung von Arbeit mit Erwerbsarbeit. Umgekehrt kann KritikerInnen dieses
Konzepts kaum das Zugeständnis entlockt werden, es gebe jenseits der Lohnarbeit
eine gesellschaftliche Dimension, die einen erweiterten Arbeitsbegriff
erfordert, um wahrgenommen und anerkannt zu werden.
Was bedeutet es also, arbeitslos zu sein,
abgesehen von der trivialen Tatsache des Verdienstentganges? Wer soll darüber
sprechen, die Arbeitslosen? Erfahrungen, so wurde oben gesagt, sind Gegenstand
der Manipulation. Und gerade beim Thema der Arbeitslosigkeit existiert eine
geradezu bahnbrechende Studie, deren Inhalt, Ergebnis und Methodik ungezählte
Male zitiert wurde und wohl in keiner besseren Einführung in die empirische
Sozialforschung fehlen darf, nämlich die Studie „Die Arbeitslosen von
Marienthal“ von Marie Jahoda, Paul Lazersfeld und Hans Zeisel.[10] Die Studie wurde 1933 in einem keinen Industrieort in
Niederösterreich durchgeführt und beinhaltet alles, was das Herz höher schlagen
lässt. Die Arbeitslosen treten uns in dieser Untersuchung als passives, stummes
Objekt entgegen. Jahoda beobachtet sie, spricht mit ihnen, untersucht ihr Leben
und kommt zum Schluss, dass jede Arbeit besser sei als Arbeitslosigkeit, mag
sie noch so hart, gefährlich, anstrengend und monoton sein. Mit gesenkten
Köpfen und langsamen Schrittes, mehr Schattengestalten als lebendige Menschen,
ziehen die Arbeitslosen durch die Seiten dieser Studie. Sie artikulieren sich
nicht, sie kämpfen nicht, sie bedürfen der Wissenschaftlerin aus dem fernen
Wien, die uns sagt, wie es ihnen ergeht und was sie benötigen: Arbeit, Arbeit
und nochmals Arbeit. Ebenso wird klar: Wer Arbeitsplätze schafft erfüllt ein
wahres Werk der Nächstenliebe und sichert Menschen Würde und Lebenssinn. Jahoda
protestiert mit keinem Wort gegen das „Aussteuern“ der Arbeitslosen. In der 1.
Republik wurde der Bezug des Arbeitslosengeldes nämlich nach und nach abgesenkt
um schließlich völlig eingestellt zu werden. Die „Ausgesteuerten“ unter den
Arbeitslosen erhielten keinen Groschen Unterstützung!
Aus meinen inzwischen doch recht
zahlreichen Diskussionsveranstaltungen zum Grundeinkommen weiß ich, dass jede
Abweichung vom Jahoda - Diskurs vor allem bei unseren sozialdemokratischen
Freunden regelmäßig massive Aggressionsausbrüche hervorruft. Intellektueller
Zynismus, Abgehobenheit und illusionäre Weltverbesserung werden als
Zuschreibungen jenen angeboten, die das Loblied der Lohnarbeit nicht singen
wollen. Und schließlich: Hatten die Arbeitslosen von Marienthal nicht so
empfunden, wie die Autoren es interpretieren?
Unsere ehrliche Antwort kann wohl nur
lauten: Wir wissen es nicht. Es muss allerdings stutzig machen, dass sich die
Arbeitslosen haargenau so verhalten haben, wie sie sich nach
sozialdemokratischer Ansicht zu verhalten gehabt hätten, da gab es keine
Abweichungen, keine Risse und keine Töne, die nicht in den Gesamtklang passen
würden. Die Wertschätzung der Lohnarbeit als Mittel der Emanzipation existierte
schon lange vor dieser Untersuchung im sozialdemokratischen Gedankengut. Zudem
stellt sich die Frage, ob die Kleinheit und Abgeschiedenheit von Marienthal
nicht ebenfalls ein wesentlicher Faktor für den Umgang mit Arbeitslosigkeit
darstellte; wie verhielten sich im Vergleich dazu Arbeitslose in Großstädten?
Weiters existiert in dieser Studie nicht der geringste Versuch, aus dem
Begründungszirkel auszubrechen oder ihn in Frage zustellen. Was würden wir von
einer Studie denken, die anhand empirischer Schicksale beweist, dass
Schwangerschaft ohne Ehe zu Depression und Selbstmord führen muss und dafür
zahlreiche empirische Beispiele aus allen Ecken und Enden dieser Welt anführt?
Selbstverständlich wählen Frauen aus Angst, Schande und Scham den Selbstmord
angesichts unehelicher Schwangerschaft. Aber wohl nur katholische
Fundamentalisten werden den Schluss daraus ziehen, dass es hier einen
ursächlichen Zusammenhang geben muss, der nur durch die Ehe verhindert werden
kann.
Zudem ist es Jahoda selbst, die später das
Fühlen und Empfinden ihrer Objekte relativierte. Zwischen den 30er Jahren und
ihrem Auftritt auf einem Parteitag der SPD im Jahre 1982 lag die 68er Revolte.
Wird die Wichtigkeit der Lohnarbeit nicht erkannt, muss durchaus ein wenig
nachgeholfen werden, so ihre Botschaft vor versammelter SPD Prominenz: „Kollektiv
organisierte Arbeit ist die unumgänglich notwendige Grundlage aller modernen
Gesellschaften, und diese kollektive Organisation hat Folgen für den
Erlebnisbereich der Menschen ganz unabhängig davon, ob sie ihre Arbeit lieben
oder hassen. (…) Wie sehr wir uns alle auch oft über notwendige und geforderte
Aktivität beklagen - der Zwang von außen ist in Wirklichkeit für alle Menschen
eine Anregung und eine Hilfe.“[11] Um die Segnungen des äußeren Zwanges zu illustrieren, verweist
Jahoda auf den Termindruck sowohl für Johann Sebastian Bach als auch für Marx
und Engels, die unter Zeitdruck einerseits das Brandenburgische Konzert, andererseits
das Kommunistische Manifest fertigstellen mussten, also auf wahrlich lebensnahe
und alltagstaugliche Beispiele.
Peter Glotz, Vordenker der SPD und einer
späteren Generation als Jahoda angehörend, nimmt sich in seinem Beitrag
„Freiwillige Arbeitslosigkeit? Zur neuen Diskussion um das garantierte
Grundeinkommen“[12] kein Blatt vor den Mund. Obwohl dieser Artikel bereits 1986
geschrieben wurde, finden sich darin jene Standardargumente, die seither immer
wieder variiert wurden. Der Bogen reicht von der knalligen Behauptung „Geistiger
Vater dieses Gespenstes ist Milton Friedman, der Papst des Monetarismus.“[13] bis hin zum Mantra der „Aussteigerprämie“, das Glotz den Verfechtern des Grundeinkommens
mit folgenden Worten in den Mund legt: „390 Mark sind zu wenig; aber für 800
sind wir bereit, euch und eurem ganzen gräßlichen Arbeits- und
Wirtschaftssystem den Rücken zu kehren und euch in Frieden zu lassen.“[14] Hier geht freilich einiges durcheinander. Niemand wird durch das
Grundeinkommen gezwungen, der Erwerbsarbeit den Rücken zu kehren, oder gar auf
eine mögliche Karriere zu verzichten. Im Gegenteil, die Entlastung vom
immerwährenden Zwang zur Erwerbsarbeit würde es den Menschen sogar ermöglichen,
sich innerhalb der Erwerbsarbeit freier und ungezwungener zu verhalten, auf
bessere Gelegenheiten zu warten, kurzum, ein Grundeinkommen würde ihre Optionen
erweitern. Was Glotz damals so erregte und ihn zur Formel der Aussteigerprämie
veranlasste, war offenbar das Aufkommen eines neuen Selbstbewusstseins (nicht nur)
von Arbeitslosen. Menschen verhielten sich nicht so, wie sie sich nach Jahoda
zu verhalten haben, anstatt die Köpfe hängen zu lassen und in dunkle
Depressionen abzurutschen, formulierten Arbeitslose selbstbewusste Forderungen.
Die Arbeitslosenbewegungen in vielen Ländern haben die Forderung nach dem
Grundeinkommen in ihr Programm aufgenommen oder diskutieren sie mit viel
Interesse und Sympathie. Die Gruppe: „Die glücklichen Arbeitslosen“ ironisieren
bereits durch ihren Namen die üblichen Zuschreibungen und veranstalten
provokativ-ironische Happenings.[15] Da selbst Glotz die Existenz von Menschen, die die Dinge anders als
sehen und Bedürfnisse artikulieren, die nicht in seinen Kram passen, nicht mehr
leugnen kann, reagiert er mit Denunziation und Abwertung. Nur kleine Grüppchen
würden so etwas Abstruses wie das Grundeinkommen fordern, die Mehrheit wolle
hingegen Arbeitsplätze und damit Basta!
Die KritikerInnen, und das ist kein Zufall,
führend durchwegs einen advokatorischen Diskurs. Es wird nicht gesagt: „Ich
will Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Vollbeschäftigung und Du
meinetwegen das Grundeinkommen, gut diskutieren wir darüber“, sondern die
Vernunft, das Machbare, das vorgeblich Realistische wird angeblich vagen und
unverwirklichbaren, illusionären Ideen gegenüber gestellt. Und an diesem Punkt
wird regelmäßig die Finanzierungskeule geschwungen. Es gibt innerhalb der
BefürworterInnen des Grundeinkommens eine Tendenz, dieses Thema zu verweigern.
Nicht, weil es keine Berechungen oder Studien für den Finanzbedarf des
Grundeinkommen gäbe[16]. Sondern weil der Verweis auf die Finanzierbarkeit sich vor der
Konfrontation mit dem Wollen, mit der politischen Willensäußerung herumdrückt.
Was Menschen wollen, mögen es einige, wenige oder viele sein, sei uninteressant.
Die Forderung nach dem garantierten Grundeinkommen ist auch deshalb so
wesentlich, weil es eine Bresche in die angeblich so unbestrittenen
gesellschaftliche Ziele wie Vollbeschäftigung oder Karriere (was immer das in
Wirklichkeit bedeuten mag) schlägt, weil es der Dampfwalze des Machbaren und
der Sachzwänge ein politisches Wollen entgegenstellt, das sich nicht nur in den
Methoden, sondern vor allem in den Zielen vom verordneten Konsens
unterscheidet.
Arbeit und
Integration
In einem früheren Artikel zum
Grundeinkommen[17] bin ich sehr ausführlich auf die Frage der sozialen Integration
durch Lohnarbeit eingegangen. Ich möchte dieses Thema hier nur sehr kurz
behandeln, da es nach meiner Erfahrung in den Debatten immer weniger ins
Treffen geführt wird. Die Ursache dafür sehe ich erneut in der
gesellschaftlichen Entwicklung selbst. Lohn- und Erwerbsarbeit werden immer
mehr als Job, denn als allseitig erfüllender Beruf aufgefasst. Zudem verstärkt
sich die Tendenz, die aktuelle Tätigkeit als eher vorläufig anzusehen und sie
in Kontrast mit dem zu setzen, was mensch eigentlich machen möchte. Dazu kommt,
dass jene, die das Grundeinkommen im Namen der Arbeitsplätze verwerfen, einen
sehr, sehr einseitigen und extremen Standpunkt vertreten müssen. Nach deren
Dogmen kann die soziale Integration (ein höchst komplexer Begriff, der genauer
Erläuterung bedürfte) ausschließlich über Lohnarbeit erfolgen, ebenso kann ein
sinnvolles Leben nur in der Erwerbsarbeit zu finden sein; nach der Devise: „Was
für manche gelten mag, muss für alle gelten“. Nicht nur, dass die verwendeten
Referenzbegriffe (Integration, Sinn usw.) kaum reflektiert sind, argumentiert
dieser Jahoda-Diskurs so extrem apodiktisch und einseitig, dass sich eine
eingehendere Auseinandersetzung kaum lohnt.
Das Grundeinkommen
– ein trojanisches Pferd?
In politischen Auseinandersetzungen finden
wir immer wieder Positionen, denen bereits an der Nasenspitze angesehen werden
kann, dass es sich um Schreibtisch-Kopfgeburten handelt. Dazu zählt der
seltsame Einwand, das Grundeinkommen sei eine Art trojanisches Pferd. Mit dem
Grundeinkommen würde den Armen und Arbeitslosen, ja der gesamten Bewegung der
kämpferische Impetus abgekauft und das Grundeinkommen würde praktisch als eine
Art finanzielles Valium eingesetzt werden, also Hände weg von dieser
gefährlichen Pille.
Worauf stützen sich solche eigentümliche Überlegungen? Offenbar auf zwei Momente: Erstens - Glotz sei Dank – kann der Name Milton Friedman ins Spiel gebracht werden, und zweitens auf recht krause Vorstellungen über gesellschaftliche Auseinandersetzungen.
Milton Friedmann: Dieser Name lässt sich
wunderbar von Hand zu Hand weiterreichen, und oftmals verfehlt ja dieses namedropping
auch nicht seine Wirkung. Friedmann favorisierte zwar das Konzept der negativen
Einkommensteuer, die Debatte in den USA verlief jedoch keineswegs auf
neoliberalen Schienen, im Gegenteil. Dass es mit dem US-amerikanischen
Sozialsystem nicht zum Besten bestellt ist, ist wohl bekannt, ebenso dass die
Massenarmut ein bedrohliches Phänomen darstellt. Daher flammte auch Ende der
60er Jahre eine Diskussion um eine notwenige Reform auf. Hält man sich den
gesellschaftlichen Hintergrund dieser Zeit vor Augen – die
Anti-Vietnamkriegsdemonstrationen, die 68er Bewegung à la USA insbesondere und
den gesellschaftlichen Linksruck im Allgemeinen – so müssten zumindest Zweifel
aufkommen, ob die damalige Debatte tatsächlich weiteren Sozialabbau anvisierte,
oder nicht umgekehrt, einen eher reformerischen positiven, allerdings auch hoch
pragmatischen Impetus hatte. Im Zuge dieser Diskussion wurde das Konzept der
„Negativen Einkommensteuer“ debattiert, die für geringe Einkommen keine
Steuerleistung, sondern – im Gegenteil – einen Transfer zum Resultat haben
sollte. Milton Friedmann vertrat unter anderem auch das Konzept dieser
Negativen Einkommensteuer, allerdings plädierte er für ein sehr, sehr geringes
Niveau. Im Zuge dieser Debatte kam es zu fünf „negative income tax
experiments“, vier davon wurden in den USA, eines in Kanada durchgeführt. Diese Experimente umfassten den Zeitraum von
1968 bis 1976, die Zahl der Probanten war sehr gering, zwischen 700 und 4800
Personen wurde eine Zeit lang eine negative Einkommensteuer (jeweils in
verschiedener Höhe und zu verschiedenen Bedingungen) ausbezahlt, um die
Auswirkungen zu testen. Die beste Quelle zu diesem Thema stellt eine Arbeit von
Karl Widerquist dar, die unter http://www.etes.ucl.ac.be/BIEN/Files/Papers/2002Widerquist.pdf
zu finden ist. Widerquist analysierte insgesamt 345 Artikel, die zu diesen
Experimenten veröffentlicht wurden. Allgemeiner Tenor war, dass keine wirklich
weitreichenden Schlüsse gezogen werden konnten, was angesichts der Tatsache,
dass gesellschaftliche Veränderungen nicht lokal simuliert werden können,
weiters nicht verwundert. Ein paar Momente ließen sich allerdings
herausarbeiten: Die Schulleistungen der Kinder verbesserten sich, die
Scheidungsrate stieg an und die Menschen verweilten länger in Arbeitslosigkeit,
so sie ihren Job verloren. Diese Experimente wurden jedoch – salopp formuliert
– von der politischen Rechten abgewürgt und das Thema NIT (negativ income tax)
ad acta gelegt. Ohne Zweifel waren diese Experimente von einem reformerischen,
sozialen Geist inspiriert, dar bald der proklamierten Rechtswendung zum Opfer
fiel. An die Stelle der NIT Experimente traten stattdessen die Workfair
Programme, bei der die Sozialtransfers „an unterbezahlte und/oder gemeinnützige
Arbeiten gekoppelt“[18] werden.
Zweitens ist die These, mit dem
Grundeinkommen würde der Abbau des Sozialstaates eingeleitet, da alle anderen
Transferleistungen gestrichen würden, einigermaßen weltfremd. Abgesehen davon,
dass BefürworterInnen des Grundeinkommens keineswegs für die Streichung aller
Sozialleistungen eintreten (z.B. medizinische Sachleistungen, also komplizierte
Operationen können wohl kaum aus einem Grundeinkommen finanziert werden), haben
sich jene KritikerInnen kaum die Mühe gemacht, einige Zahlen zu studieren und
ihren Taschenrechner in Betrieb zu nehmen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen
von 450 Euro für alle im Monat, zweifellos eine viel zu geringe Summe,
(nebenbei, die Ausgleichzulagengrenze für Renten beträgt derzeit rund 640 Euro)
würde einen jährlichen Finanzbedarf von 43,2 Milliarden Euro erfordern. Im
Vergleich: Im Bundesbudget Österreichs für das Jahr 2000 wurde für „Soziale
Wohlfahrt“[19] insgesamt 15,7 Milliarden Euro ausgegeben.[20] Bei einem Gesamtbudget von 121,6 Milliarden Euro für 2000 würde
selbst dieses viel zu geringe Grundeinkommen immerhin 35,5% des
österreichischen Bundesbudgets betragen! Ob dies die Form von Sozialabbau ist,
die sich jene vorstellen, die von einer vorgeblich notwenigen Entlastung der
Staatsfinanzen sprechen, möchte ich wirklich dahingestellt lassen.
Es gibt keinen
Abbau des Sozialstaates
Zugegeben, das ist recht provokant
formuliert. Aber gerade bei so wesentlichen gesellschaftlichen Entwicklungen
sollten wir unsere Worte ganz genau überdenken und möglichst präzise
formulieren. Unter „Abbau des Sozialstaates“ wird gemeinhin verstanden, dass
die Transfersummen gekürzt werden, dass also der budgetäre Anteil für
Sozialausgaben bewusst und aufgrund politischer Richtungsentscheidungen gesenkt
wird. Das ist selbstverständlich unbestritten. Aber der Sozialstaatsapparat
zieht sich nicht einfach zurück, er lässt das bedürftige Individuum keineswegs
in seiner Not und mit seinen Sorgen in Ruhe, sozusagen nach dem Motto, du
bekommst immer weniger Geld, dafür kümmere ich mich nicht um dich. Keineswegs.
So viel Betreuen war noch nie. Die Eingriffe, die Befragungen, die Kontrolle,
die Zuwendungen sinken nicht, sondern steigen an. Auf den Sozialämtern in
Frankreich wird die Vergabe des RMI (Revenue Minimum d’Insertion) an die Unterschrift
unter einen „Eingliederungsvertrag“ gebunden, in dem die Begünstigten erklären,
was sie alles zu tun gedenken, um wieder vollwertige Mitglieder der
französischen Gesellschaft zu werden, während sich das Sozialamt verpflichtet,
dies nach Kräften zu unterstützen. Derzeit beträgt das RMI 416 Euro für
Alleinstehende.[21] In Deutschland haben potenzielle BezieherInnen des
Arbeitslosengeldes II neben dem Hauptantrag (5 Seiten Formular) noch das
Zusatzblatt 1 bis 4 (11 Seiten Formular) auszufüllen. In Österreich befinden
sich derzeit ungefähr 45.000 Menschen in Kursen, allein das AMS Wien erhielt
dieses Jahr 200 Millionen Euro für Kursmaßnahmen. Eigentliche Qualifikation
spielt dabei eine immer geringere Rolle. Schlicht gesagt, geht es vielmehr um
blanke Gehirnwäsche, die Botschaft ist einfach: Besser irgendeine Arbeit, als
keine Arbeit. Das Kalkül hinter dieser Politik, die Gutmeinenden doch eher als
disfunktional erscheinen muss (Kurse und Druck schaffen doch keine
Arbeitsplätze?), ist offensichtlich, mittels materieller Not, Druck und psychologischem
Gewäsch Menschen dazu zu bringen, jeden Scheißjob anzunehmen. Die Erfolge
stellen sich bereits ein: „Die Jobsuchenden seien flexibler und würden sich
auch für Stellen, die bis zu 600 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt sein,
bewerben. (…) Mittlerweile melden sich Langzeitarbeitslose auch für den Job in
der Spülküche und zum Zimmer putzen.“ Auch als Erntehelfer für 5,50 Euro in
der Stunde gäbe es genug Bewerber. „Bislang war es schwierig, jemanden der
normalerweise am Schreibtisch sitzt, für harte körperliche Arbeit im Weinberg
oder auf dem Rübenacker zu gewinnen“, doch das habe sich dank Hartz IV
glücklicherweise geändert. Konklusion: „Wenn jetzt an Hartz IV gerüttelt
wird, wäre das fatal. Dann wird der Elan wieder ermatten.“[22] Glückliches Deutschland! Denn in Österreich gehen die Uhren noch
anders. Noch immer gibt es Lücken bei den Zumutbarkeitsbestimmungen. Daher „können
uns die Arbeitslosen auf der Nase herum tanzen, klagt eine Beraterin“.[23]
So manche KritikerInnen des Grundeinkommens
können oder wollen nicht erkennen, dass das Kapital sich niemals auf den
zwanglosen Zwang der Verhältnisse verlassen hat. Lohnarbeit wurde ebenso mit
politischen, ja physischen Zwangsmitteln durchgesetzt, und das auf zahllosen
Ebenen. Einmal soll die geographische und soziale Mobilität eingeschränkt,
kontrolliert ja illegalisiert werden, das andre Mal wird von den potenziellen
Arbeitenden genau das verlangt, was anderen verboten wird: höchste Mobilität
und die ständige Bereitschaft zum Wechsel. Das Kapital begnügt sich keineswegs
mit einem allgemeinen Ja zur Lohnarbeit. Die Menschen sollen sich nach den
Bedürfnissen des Kapitals richten. Der Sozialstaatsapparat setzt also nicht
bloß ganz allgemein Lohnarbeitswilligkeit durch, denn diese ist bei vielen, ja
den meisten so und so gegeben, sondern eine bedingungslose Akzeptanz jeder Art
von Erwerbsarbeit, wo, wann und unter welchen Umständen sie auch angeboten
wird. Die Vorstellung, es gebe ein neoliberales Kalkül, das die Akzeptanz des
Sozialtransferabbaus durch ein geringes Grundeinkommen, also mit etwas mehr
Freiheit von Kontrolle erkaufen möchte, ist derart weltfremd und absonderlich,
dass ich nur verwundert den Kopf schütteln kann. Es ist eine geradezu kindliche
Vorstellung, in der aktuellen Krise des Kapitalismus wäre eine Art
Befriedungsdividende angesagt. Im Gegenteil: Der Versuch, Sozialtransfers
abzusenken geht Hand in Hand mit einer verstärkten, möglichst punktgenauen
Kontrolle und Zurichtung von Arbeitslosen und SozialhilfeempfängerInnen. Das
Grundeinkommen schwimmt also bezüglich Sozialpolitik keineswegs mit dem
neoliberalen Strom, sondern dagegen. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht
vorstellen, wie aktuell gegen Hartz IV in Deutschland und gegen die
Repressionspolitik des AMS in Österreich ohne Perspektive des Grundeinkommens
agiert und argumentiert werden kann. Auch wenn die Verwirklichung nicht
unmittelbar erwartet werden kann, so stellt das Prinzip der Bedingungslosigkeit
der Transferzahlungen eine klare Orientierung dar. Die Auszahlung des
Arbeitslosengeldes soll nicht an die Pflicht gebunden werden, jede x-beliebige
Arbeit anzunehmen. Ebenso sollen Kurse nur freiwillig absolviert werden und
nicht wie momentan, verpflichtend sein. Diese Forderungen sind an den
Prinzipien des Grundeinkommens ausgerichtet, kein Zwang und keine Bedingungen
für Transferleistungen. Aus der Sicht eines Konjunkturprogramms zur Schaffung
von Arbeitsplätzen lassen sie sich solche Forderungen nicht unmittelbar
begründen.
Staat und Geld
Ein Einwand gegen das Grundeinkommen zielt
auf die Rolle des Staates, als auch des Geldes ab. Wer das Grundeinkommen
fordere, akzeptiere Staat und Geld als wesentliche Momente der
Vergesellschaftung, so ungefähr lauten die Einwände. Diese Kritik wird freilich
nur von einer Minderheit erhoben. Viele haben keinerlei Probleme, den Staat als
Hebel und Werkzeug emanzipatorischer Politik zu akzeptieren und verweisen die
Überwindung des Geldes in das Reich einer fernen Utopie, so sie überhaupt eine
geldlose Gesellschaft für möglich erachten. Ich will jedoch nicht die
verschiedenen Kritikpunkte gegeneinander ausspielen, sondern den Einwand „Staat
und Geld“ ernst nehmen, zumal ich den Ausgangspunkt dieser Einwände
selbstverständlich teile.
Dass das Grundeinkommen aus den
Steuereinnahmen des Staates bezahlt werden soll, darüber besteht innerhalb der
BefürworterInnen des Grundeinkommens Konsens. Allerdings wird der Staat
bezüglich des Grundeinkommens auf eine bloße administrative Maschine reduziert.
So seltsam es klingen mag, trotz des massiven Einschnittes in die
gesellschaftlichen Verhältnisse minimiert es die Handlungsdimension der
politischen Eliten in Staat und Institutionen beträchtlich, da das
Grundeinkommen einen so hohen Finanzbedarf erfordert, dass der übrige
Gestaltungsspielraum schrumpft. Ich sehe darin überdies einen wesentlichen
Grund für den Widerstand machtnaher Eliten gegen das Grundeinkommen. Denn
abgesehen von der Sicherung des Grundeinkommens wird keine weitere Intervention
des Staates gefordert. Er soll in die Gesellschaft nicht eingreifen, nicht
ordnen, regeln, intervenieren oder in anderer Weise systematisch handeln,
sondern bloß allen BezieherInnen des Grundeinkommens dieses pünktlich
überweisen. Zugleich wird der Budgetspielraum für Interventionen reduziert, da
in jedem Fall das Grundeinkommen einen großen Teil des Budgets in Anspruch
nehmen wird.
An diesem Punkt gilt es einen weiteren
Mythos zu berichtigen: Es gibt auch keinen Rückzug des Staates aus der
Gesellschaft unter neoliberalem Vorzeichen. Wie so manches, darf auch das
neoliberale Schlagwort „Weniger Staat – mehr privat“ keineswegs für bare Münze
genommen werden. Auch unter der Herrschaft der ideologischen Wegbereiter
Thatcher und Reagan ist die Staatsquote keineswegs gesunken. Der Zugriff auf
gesellschaftliche Verhältnisse ist keineswegs gelockert worden, im Gegenteil.
Vom Bush bis Blair, von Schüssel bis Berlusconi tritt der Staat als machtvolle,
intervenierende Instanz auf, bloß die Sozialprogramme sind durch
Kriegsprogramme ersetzt worden. Im Falle von Berlusconi nimmt der Zugriff der
Staatsmacht besonders schamlose und cäsarenhafte Züge an. Ziele, Mittel und
Kalküle haben sich zweifellos geändert, aber die Intensität der
Staatsinterventionen ist keinesfalls im Rückgang. Eine gewisse optische
Täuschung ergibt sich aus der Transformation des Staatsapparates und seiner
Organe aufgrund des Wechsels von der fordistischen zur postfordistischen
Produktionsweise. Auslagerungen, An- und Zukauf von Leistungen soll die
ursprüngliche, oft schwerfällige fordistische Beamtenhierarchie sowie die
fordistischen Staatsbetriebe ergänzen oder ersetzen. Auch hier steht das
Grundeinkommen quer zur aktuellen Tendenz. Es ist richtig, dass das
Grundeinkommen keine andere, bessere Politik vom Staat einfordert, sondern die
Sicherung eines ökonomischen Grundrechtes. Klarerweise stehen jene, die eine
Alternative zur neoliberalen Politik, sei es im nationalen Rahmen, sei es
innerhalb der EU, durchsetzen wollen, dem Grundeinkommen zumeist ablehnend
gegenüber. Aber es sind zumindest drei Positionen im Spiel. Sowohl die
herrschende Politik als auch die „dazugehörige“ Opposition wollen aktive
Staatspolitik, das Grundeinkommen will ein Grundrecht verwirklichen.
Was nun die Geldform betrifft: Es ist schon eigentümlich, dass dieser Einwand gerade beim Grundeinkommen erhoben wird. Würde dieser Einwand konsequent umgesetzt, so würde dies bedeuten, keine Lohnerhöhungen, eigentlich auch keinen Lohn zu fordern, ebenso keinerlei Transferleistung, Unterstützungen, Subventionen, Stipendien. Konsequent gedacht, muss der Verzicht auf Forderungen in Geldform zum vollkommenen Rückzug aus dem Feld des Ökonomischen bedeuten. Eine derartige Haltung ist nicht nur absurd, sie ist praktisch nicht lebbar, abgesehen vom Rückzug auf radikal geldlose Kommunenprojekte.
Bei genauerer Betrachtung ist dieser
Einwand auch recht unpräzise. Denn genau genommen stellt das Grundeinkommen ja
den Warenstatus jener ganz spezifischen Ware, die allein das Merkmal des
Kapitalismus darstellt, die Ware Arbeitskraft in Frage. Sollte es das
Grundeinkommen geben, so besitzt das Proletariat eben mehr als nur seine
Arbeitskraft, nämlich das gesellschaftlich durchgesetzte Recht auf
Grundeinkommen. Ich gebe gerne zu, dass der Warenstatus des gemeinen
Warenpöbels, wie Marx sich ironisch auszudrücken pflegte, nicht angetastet
wird. Märkte, Geld und Waren gab es lange vor dem Kapitalismus, dessen
Spezifikum eben in der Warenförmigkeit unserer Arbeitskraft besteht.
Emanzipatorische Politik muss daher beim Status der Arbeitskraft den Hebel
ansetzen. Dies macht den großen Unterschied zu Forderungen wie
Arbeitszeitverkürzung, Vollbeschäftigung, Lohnerhöhungen usw. aus. Höhere Löhne
und Arbeit für alle kratzen nicht einmal an der Oberfläche am Zwang zum Verkauf
der Arbeitskraft. Das Grundeinkommen hingegen beseitigt die Lohnarbeit zwar
nicht, aber sie relativiert sie, sie nimmt ihr den Stachel. Und zwar im Modus
des mehr oder weniger. Je höher das Grundeinkommen, je weiter es verbreitet
ist, desto mehr bedeutet es praktisch die Relativierung der Lohnarbeit.
Das Grundeinkommen öffnet das Tor zu einer
nachkapitalistischen Gesellschaft, indem es die Lohnarbeit umso mehr in Frage
stellt, je höher die Summe ist, in der es ausbezahlt wird. Mit diesem Gedanken
möchte ich diesen ersten Teil abschließen und auf den zweiten Teil verweisen.
Ich werde mit dem Einwand beginnen, das Grundeinkommen sei im Kapitalismus
nicht möglich, im Sozialismus nicht nötig, wo bei es gilt, diese fatale „nicht
möglich… nicht nötig…“ Logik zu widerlegen. Ich werde dies anhand der Debatten
um Distribution und Distributionsschlüssel von Marxens „Kritik des Gothaer
Programms“, Engels „Anti-Dühring“ über
die Diskussionen in der sowjetischen Ökonomie, deren Reflexion bei
Preobraschenskij und Bettelheim, bis zu den Überlegungen der Internationalen
Kommunisten Hollands tun. Auch die Erfahrungen mit den Versuchen, eine
nichtkapitalistische Ökonomie aufzubauen, lassen das Grundeinkommen als
notwenige Alternative erscheinen, insbesondere wenn von der Lage und den
Bedürfnissen des produktiven „Wir“ ausgegangen wird.
E-mail:
k.reitter@gmx.net
[1]
http://www.etes.ucl.ac.be/BIEN/BI/Definition.htm
[2] “I shall use the
term real freedom to refer to a notion of freedom that incorporates all three
components – security, self-ownership, and opportunity – in contrast to formal freedom,
which incorporates the first two.” Van Parijs, Philippe, „Real Freedom for All.
What (if anything) Can Justify Capitalism?” Oxford 1997, Seite 22f
[3]Van Parijs,
Philippe, „Real Freedom for All. What (if anything) Can Justify Capitalism?” Oxford 1997, Seite 23
[4] Quelle: Junge Welt vom 1.9.2004
[5] MEW 3; 30
[6] Luise Gubitzer, Peter Heintel „Koppeln oder
Entkoppeln: Grundsicherung versus Grundeinkommen“
http://www.univie.ac.at/iffgesorg/iff-texte/band4lgph.htm
[7] Revelli, Marco, “Die gesellschaftliche Linke.
Jenseits der Zivilisation der Arbeit“ Münster 1999
[8] MEW Ergänzungsband 1; 514
[9] Wer an dieser Stelle massive Einwände
erheben möchte, den ersuche ich um etwas Geduld, ich gehe auf den vorgeblich
positiven Wert der Lohnarbeit noch ausführlich ein.
[10] Jahoda, Marie; Lazersfeld Paul F.; Zeisel,
Hans; „Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch.“
Frankfurt am Main 1960
[11] Rede von Marie Jahoda auf dem SPD-Parteitag
in München vom 19.- 24.
04.1982. Quelle: http://www.sozpsy.uni-hannover.de/DfA/_dokumente/jahoda-spd82.pdf
[12] Glotz, Peter, „Freiwillige
Arbeitslosigkeit? Zur neuren Debatte um das garantierte Grundeinkommen“, in:
Michael Opielka, Georg Vobruba (Hg.) „Das garantierte Grundeinkommen.
Entwicklung und Perspektive einer Forderung.“ Frankfurt am Main 1986, Seiten
133 - 148
[13] Glotz, Peter, „Freiwillige
Arbeitslosigkeit? Zur neuren Debatte um das garantierte Grundeinkommen“, in:
Michael Opielka, Georg Vobruba (Hg.) „Das garantierte Grundeinkommen.
Entwicklung und Perspektive einer Forderung.“ Frankfurt am Main 1986, Seite 135
[14] Glotz, Peter, „Freiwillige
Arbeitslosigkeit? Zur neuren Debatte um das garantierte Grundeinkommen“, in:
Michael Opielka, Georg Vobruba (Hg.) „Das garantierte Grundeinkommen.
Entwicklung und Perspektive einer Forderung.“ Frankfurt am Main 1986, Seite 143
[15] Weitere Infos:
www.diegluecklichenarbeitslosen.de/
[16] Z.B.: Mitschke, Joachim,
„Grundsicherungsmodelle - Ziele, Gestaltung, Wirkungen und Finanzbedarf. Eine
Fundamentalanalyse mit besonderem Bezug auf die Steuer- und Sozialordnung sowie
den Arbeitsmarkt der Republik Österreich“, Baden-Baden 2000
[17]
http://members.inode.at/karl.reitter/grundeinkommen.htm
[18] Grundeinkommen - Positionspapier von Vision ATTAC
[19] Darunter fällt: Arbeitsmarktpolitik,
Kriegsopfer- und Heeresversorgung, Sozialversicherung, Ausgleichsfonds für
Familienbeihilfen, Leistungen nach dem Pflegegesetz
[21] http://www.euromarches.org/deutsch/04/0319_7b.htm
[22] Alle Zitate aus: „Putzen, Spülen, Spargel Stechen“ von
Maren Martell, „Die Presse“ vom 11. September 2004
[23] „Offene Türen für ‚Arbeitsunwillige’“ von Petra Percher,
„Die Presse“ vom 27. März 2004