Geisteswissenschaften

Ringvorlesung “Kanada: UmWelten und GrenzRäume im transnationalen Kino”, Wintersemester 2017/18

Das Jahr 2017 markiert das 150. Gründungsjahr Kanadas, das Jahr 2018 das 20. des Zentrums für Kanada-Studien an der Universität Wien. Aus diesem Anlass findet die interdisziplinäre Ringvorlesung Kanada: UmWelten und GrenzRäume im transnationalen Kino statt, die thematisch an den neu gegründeten Forschungsverbund Umwelt der Universität Wien (umwelt.univie.ac.at) anknüpft und in deren Rahmen zudem die zweite Vienna Lecture in Canadian Studies/ Conférence viennoise en Études canadiennes abgehalten wird.

Die Ringvorlesung macht so aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive Fragen der UmWelten und GrenzRäume stark und fokussiert dabei, nach drei einführenden Einheiten, das kanadische Kino seit den 1980er Jahren aus einer transnationalen Perspektive.  Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage, wie die unterschiedlichen sprachlich-kulturellen Sphären Kanadas im Kino verhandelt werden. Auf welche Weise spielen hier UmWelten und GrenzRäume im Rahmen von Bezugnahmen auf translokale, -regionale bzw. -nationale Bezüge eine identitätsstiftende Rolle? Welche Unterschiede zeigen sich zwischen West- und Ostküste, Stadt und Land, Franko-, Anglophonie und First Nations, aber auch zwischen Dokumentar-, Spielfilm- und Hybridgenres bzw. Mainstream-, Autoren- und Experimental­film­produktionen. All diese Fragen wird die Ringvorlesung in Form von Einzelanalysen an der Schnittstelle von Romanistik und Anglistik/Amerikanistik sowie von Medien- und Kulturwissenschaften beleuchten.

Mitwirkende sind KollegInnen von den Instituten für Anglistik, Romanistik, Theater-, Film- und Medienwissenschaften sowie von anderen Universitäten in Österreich, Kanada und Deutschland, u.a. Alexandra Ganser, Eugen Banauch, Alexandra Hauke, Katharina Müller, Christian Quendler, Jörg Türschmann, Christoph Vatter, Daniel Winkler.

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Kleine Fächer

aus: Deutscher Hochschulverband Newsletter 12/11

“Der Abbau der sogenannten Kleinen Fächer ist noch nicht gestoppt. In den bundesweit rund 120 Studiengängen, die über wenig Studierende und maximal drei Professuren verfügen, gibt es Gewinner wie Verlierer. Das geht aus einer Bestandsaufnahme des im Auftrag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) durchgeführten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekts “Kartierung der Kleinen Fächer” hervor, das am 2. Dezember 2011 in Potsdam präsentiert wurde.

Die Einbußen in der Anthropologie (1997: 16,5 Professuren, 2011: 12 Professuren), der Kristallographie (1997: 42, 2011: 23,5) und der Mineralogie (1997: 77,5, 2011: 59) seien durch neue Trends in den Naturwissenschaften (Stichworte “Life Sciences”, “Humangenetik”) erklärbar. Dagegen werde das Wachstum der Islamwissenschaften (1997: 29, 2011: 33) durch den “11. September” und die daraus resultierenden öffentlichen Diskussionen verständlich. Die in diesem Zusammenhang gewachsene öffentliche Sensibilität für Religionen als gesellschaftliche Faktoren dürfte für den Anstieg der Professuren in der Judaistik (1997: 10, 2011: 15) und der Religionswissenschaft (1997: 20, 2011: 27,5) verantwortlich sein. Umgekehrt habe die Slawistik (1997: 93, 2011: 80) nach dem Ende des “Kalten Krieges” starke Verluste hinnehmen müssen. Ein Fach wie Gender Studies (1997: 29,5, 2011: 52,5),  das einen wichtigen gesellschaftlichen Trend wissenschaftlich beleuchte, habe ein großes Wachstum zu verzeichnen, während die nicht primär anwendungsorientierten Altphilologien (1997: 200 Professuren, heute: 158,5 Professuren), deren Existenz sich zum großen Teil auf die Lehrerbildung stütze, größere Einbußen erleiden mussten. Umschichtungen, die sich auf gesellschaftliche Trends zurückführen ließen, verzeichneten auch die Geschichtswissenschaften. Hier sind die Wissenschaftsgeschichte (1997: 28, 2011: 16), die Wirtschafts- und Sozialgeschichte (1997: 45, 2011: 37) und Medizingeschichte (1997: 31, 2011: 25) von starken Verlusten betroffen, während die Außereuropäische Geschichte zu Regionen wie Ost- und Südasien oder Lateinamerika (1997: 23, 2011: 30) gewonnen haben.

Die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen habe, so ein weiteres Ergebnis der Kartierung, den Trend zum interdisziplinären Verbund-Studiengang und zu internationalen Kooperationen befördert. Studiengänge, die früher auf ein Kleines Fach lauteten, würden inzwischen oft durch regionalwissenschaftliche Lehrformate (Nahoststudien, Südasienkunde) ersetzt und verlören dadurch auch an Sichtbarkeit.

Weitgehend ungelöst sei bisher die Ausbildung in seltenen Fremdsprachen im sechssemestrigen Bachelorstudium. Hierfür seien sieben- oder achtsemestrige Bachelor-Studiengänge mit integrierten Auslandssemestern besser geeignet, die Sprachvermittlung zu leisten und die Wissenschaftlichkeit des Bachelorabschlusses sicherzustellen. http://www.hrk.de/95_6600.php”