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Lage: Nordwestafrika
Fläche: 458.730 km2 (ohne Westsahara)
Einwohner: 29,9 Millionen (Volkszählung 2004)
Hauptstadt: Rabat
Staatsform: Monarchie
Staatsoberhaupt: König Mohammed VI.
Amtssprache: Arabisch
Staatsreligion: Islam
Name: Marokko heißt auf Arabisch nicht Marokko, sondern Al-Maghrib, der Westen,
gemeint ist der Westen der islamischen Welt. Die deutsche Bezeichnung Marokko
geht zurück auf Marrakesch (arab. Marrakusch). Die Portugiesen, die im 15.
Jahrhundert begannen, nordafrikanische Küstenregionen zu erobern und Städte zu
bauen, transformierten den Namen Marrakesch, das im 16. Jahrhundert Hauptstadt
wurde, zu Morocco
und verwendeten ihn für das ganze Land. Aus dem Portugiesischen fand diese
Benennung Eingang in die anderen europäischen Sprachen. Es ist eines der wenigen
deutschen Worte, die mit zwei k geschrieben werden.
Die deutsche geografische Bezeichnung Maghreb hingegen meint nicht nur Marokko,
sondern den Westen Nordafrikas, nämlich Marokko, Nordalgerien, Tunesien und
Tripolitanien (arab. Tarabulus), den Nordwesten Libyens.
Sonne, Strand und vielfältige
Landschaften, eine alte Kultur und politische Stabilität sind das touristische
Kapital Marokkos. Städte und Dörfer präsentieren sich in exotischer Verhüllung,
das Rückständige kann als Pittoreskes wahrgenommen werden, Armut zeigt sich
malerisch, politische Ohnmacht versteckt sich hinter fotogenem monarchischen
Dekor, Arbeitslosigkeit hinter lächelnder Lebenskunst und vollen Kaffeehäusern.
So ist Marokko ein Reiseland, das immer mehr Touristen anlockt.
Die Anziehungskraft auf Ausländer
begann indes nicht erst in der Hochphase des Tourismus, die nach dem zweiten
Weltkrieg einsetzte. Touristen hatten ihre Vorläufer in Forschungsreisenden,
Abenteurern, Händlern, Missionaren, Journalisten, Leuten unterwegs in
politischen Missionen und in der Protektoratszeit (1912-1956) Personen, die in
irgendeiner Funktion die französische Oberhoheit vertraten. Von ihnen stammen
die ersten nicht-arabischen Marokko-Texte seit der Antike.
Seit dem neunzehnten Jahrhundert
fanden zunehmend auch Künstler den Weg nach Marokko. Neben Malern und einigen
Musikern waren es vor allem Schriftsteller, die dem Zauber des Landes verfielen.
Auf der Suche nach persönlichen Erlebnissen, Vergnügen, Abwechslung strebten sie
zugleich nach einer Bereicherung ihrer künstlerischen Arbeit.
Marokko eroberte seinen
Platz in der Vorstellungswelt von mehreren Generationen von Literaten, und
lieferte Material für Reiseberichte, Reportagen, Essays, Briefe, Tagebücher,
Autobiografien, Romane, Theaterstücke, Erzählungen, Gedichte. Die Namen von
mehreren Mitgliedern der Académie française sind mit Marokko verbunden,
Voltaire,
Alexandre Dumas d. J.,
Pierre Loti,
Jérôme Tharaud, Jean Tharaud, Paul
Claudel,
Henry de Montherlant,
Joseph Kessel, Paul Morand, Marguerite Yourcenar,
außerdem fünf Literaturnobelpreisträger, jene der Jahre 1947, 1953, 1964, 1969 und 1981,
André Gide,
Winston Churchill,
Jean-Paul Sartre,
Samuel Beckett,
Elias Canetti.
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"Erst die Mitte der Nacht bringt den Orient zurück."
Colette,
Prisons
et paradis (19321)
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