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Pierre Loti1850 Rochefort - 1923 Hendaye, eigentlich Louis-Marie-Julien Viaud, französischer Marineoffizier und Reiseschriftsteller Sein Beruf erlaubte ihm unzählige Reisen in die ganze Welt, er war fasziniert vom Orient und von Nordafrika
und pflegte sich in der jeweils üblichen Landestracht zu verkleiden. Henri Rousseau malte ein Portrait von
Pierre Loti (1906) in marokkanischer Kleidung mit Fes, das im Besitz des Kunsthaus Zürich ist. Pierre Loti in MarokkoAls Pierre Loti im Frühjahr 1889 nach Marokko kam, war sein Ruhm als Reiseschriftsteller auf dem Höhepunkt.
Er war als Historiograf Teilnehmer einer Delegation des neuen französischen Gesandten in Tanger, der sein
Beglaubigungsschreiben dem Sultan Moulay Hassan I. (reg. 1873-1894) in Fes überreichen musste. Werk mit Marokko-BezugIm Zeichen der Sahara. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Susanne und Michael Farin ( Au Maroc. Paris: Calmann Lévy 1890). Bremen: Manholt 1991 Loti beschreibt Marokko in romantischer Verklärung, beschwört den Glanz einer untergehenden, von abendländischen Einflüssen gefährdeten Kultur. Wirtschaftliche Zusammenhänge, politische Ohnmacht der Bevölkerung, soziale Lebensbedingungen, Armut und Entwicklungsmöglichkeiten interessieren ihn nicht, umso mehr jedoch orientalischer Pomp und exotischer Zauber. Er ergötzt sich an blühenden Landschaften und Gärten und Blumen, an Pferden und Fantasias, an Teppichen und Mosaiken und den Wohlgerüchen des Orients und hüllt alles in einen Schleier des Geheimnisses. Er weiß dem Sultan Dank für dessen Geschenke, eine altertümliche ganz mit Silber umkleidete Flinte und einen Säbel mit Nashorngriff, Blatt und Klinge mit Gold eingelegt, in niellierter Scheide und goldgestickter Seidenkoppel. Er bewundert den Sultan dafür, dass er weder Parlament, noch Presse, weder Eisenbahnen, noch Straßen will. Die zivilisatorischen Errungenschaften will er dort nicht eingeführt sehen, weder elektrische Beleuchtung, noch rauchende Fabrikschornsteine, noch nach Alkohol stinkende Bars. Im Kolonialismus sieht er eine die Ursprünglichkeit und das einfache Leben bedrohende Gefahr, aber wenn er schon unumgänglich ist, dann sollen Franzosen die Kolonisatoren sein. Tourismus lehnt er ebenfalls ab, er, der sein Leben lang auf Reisen war. |
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