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Colette

Colette

1873 Saint-Sauveur en Puisaye, Yonne - 1954 Paris, eigentlich Sidonie Gabrielle Colette, französische Schriftstellerin

Ihre Karriere umspannte das weite Feld zwischen Revue-Tänzerin und Großoffizier der Ehrenlegion. Dazwischen war sie Pantomime, Schauspielerin, Journalistin, Kritikerin, Redakteurin. Sie war dreimal verheiratet und pflegte homo- und heterosexuelle Liebschaften, letztere bevorzugt mit jüngeren Männern, so ihrem Stiefsohn. Dies war nicht der einzige Skandal in ihrem Leben, ihr Leben inszenierte sie als Roman, und ihre Romane sind mehr oder weniger autobiografisch. Sie war eine legendäre Figur in Paris. In den zwanziger Jahren galt sie als die größte von Frankreichs Schriftstellerinnen.
Ihre Hauptthemen waren die Freuden und Schmerzen der Liebe, weibliche Sexualität in einer Männer dominierten Welt, weibliche Identität und Kampf um Unabhängigkeit. Von ihren über fünfzig Romanen verbuchte sie mit jenen um Claudine (1900-1903), mit Chéri (1920) und Gigi (1944) die größten Erfolge.

Colette in Marokko

Im Frühjahr 1926 und im Frühjahr 1929 unternahm Colette mit Maurice Goudeket, dem späteren dritten Ehemann, kurze Erholungsreisen durch Marokko. In Marrakesch wird sie vom Gouverneur der Stadt, El-Glaoui, beherbergt, überall wird sie von lokalen Honoratioren, vom Pascha oder vom Kaid empfangen, in Fes nimmt sie an einer Gerichtssitzung des Pascha teil, in Sefrou findet sie das irdische Paradies.

Noch einmal war Colette in Fes, im November 1938, wieder mit Goudeket, inzwischen mit ihm verheiratet, als Gerichtsberichterstatterin im Auftrag von Frankreichs größter Tageszeitung France-Soir (Francis/Gontier, Dufour).

Werk mit Marokko-Bezug

Prisons et paradis. Edition définitive. Paris: J. Ferenczi (19321), 1954

Mehrere Kapitel dieser Sammlung von Reiseeindrücken stammen aus Marokko, aus Marrakesch, Rabat, Fes, Sefrou und nicht genannten und nicht bestimmbaren Orten. Es ist ein Marokko aus 1001 Nacht, das sie in üppiger Sprache mit vielen Farben, Blumen und Adjektiven heraufbeschwört, indes der Titel andeutet, dass das Paradies der einen das Gefängnis der anderen ist.

Literatur zu Colette

Dufour, Hortense
Colette. La Vagabonde assise. Monaco: Éditions du Rocher 2000

Francis, Claude/Gontier, Fernande
Colette. Biographie. Aus dem Französischen von Linda Gränz (Colette. Paris: Éditions Perrin 1997). Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 1998

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