Foto: Johannes Zinner

Lehre

Dr. Ingo Pohn-Lauggas

Koordinator Studienrecht und -organisation am Institut für Romanistik und Leiter der Koordinationsstelle Kulturwissenschaften / Cultural Studies der Universität Wien.
Lehrtätigkeit im Rahmen des Moduls und Erweiterungscurriculums Kulturwissenschaften/Cultural Studies sowie in den bereichen Literatur- und Landeswissenschaft am Institut für Romanistik.
Mit-Begründer des Arbeitskreises Kulturanalyse (aka) und Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Kulturwissenschaften sowie von Das Argument. Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften.

Publikationen
Lehrveranstaltungen
Chronologie

Bücher:

Roman Horak, Ingo Pohn-Lauggas, Monika Seidl (Hg.)
Über Raymond Williams: Annäherungen, Positionen, Ausblicke

Wie kaum ein anderer steht Raymond Williams (1921–1988) mit seinem Werk für die politische Stoßrichtung des eingreifenden Denkens der Cultural Studies. Eine intensivere Beschäftigung mit seinem Beitrag zu ihrer theoretischen Fundierung scheint im deutschsprachigen Raum nach wie vor Sache weniger Spezialisten zu sein – dem soll dieser Band entgegengesetzt werden.
Williams wird als linker Theoretiker und Praktiker vorgestellt, der 'Kultur' nicht säuberlich getrennt von den Dimensionen des Politischen und Ökonomischen, sondern mit ihnen vielfältig und wechselseitig verbunden wahrnimmt.
Deklariertes Ziel des Buches ist es, Raymond Williams’ Denken nicht nur historisch zu verorten, sondern auch neu zu kontextualisieren. Es erhebt den Anspruch, die überfällige Würdigung seines ungebrochenen Einflusses auf das kritische Denken damit zu leisten, dass seine Nützlichkeit gezeigt wird. Mit dieser Würdigung setzen die Herausgeber auch ein Zeichen gegen den Konformismus der etablierten Kulturwissenschaften.

288 Seiten, Argument, Hamburg 2017 - ISBN 978-3-86754-314-9

Informationen zum Inhalt


Stuart Hall: Populismus, Hegemonie, Globalisierung
Ausgewählte Schriften 5, hg. von Victor Rego Diaz, Juha Koivisto und Ingo Lauggas

Stuart Hall war nicht nur einer der wichtigsten Begründer der Cultural Studies. Seine Schriften stehen gegen post-strukturelle Verflachungen und Ideologisierungen – eine Theoriebildung, die sich im Befreiungsinteresse stets politisch eingreifend versteht.
Band 5 der Ausgewählten Schriften nimmt mit Texten zu Staat, Populismus und Globalisierung die zentralen Elemente und Wirkungsweisen von Hegemonie unter die Lupe, handelt somit von Herrschaft und Macht, Ideologie und Alltagsverstand, Repräsentation und Partizipation und setzt diese in Bezug zu den wesentlichen strategischen und institutionellen Akteuren in der Gesellschaft: Staat, Parteien, Intellektuelle, kulturelle Szenen usw. Hall rückt das gesellschaftliche Ganze in den Blick, bringt »die gelebte Erfahrung von Individuen und sozialen Gruppen mit gesellschaftlichen Prozessen, Diskursen und Kämpfen in Zusammenhang« und analysiert deren Vermittlung. Die Kategorie der Hegemonie erweist sich für eine solche Analyse gesellschaftlicher Kämpfe und politischer Konjunkturen als unverzichtbares Instrument.

260 Seiten, Argument, Hamburg 2014 - ISBN 978-3886193233

 

Hegemonie, Kunst und Literatur: Ästhetik und Politik bei Gramsci und Williams
(Reihe Cultural Studies Bd. 11)



 

In diesem Buch wird aus Antonio Gramscis Schriften zur Kunst und Kultur eine ‚Ästhetische Theorie' abgeleitet und in Bezug zu zeitgenössischer kulturwissenschaftlicher Theoriebildung gesetzt.
Besonders anschlussfähig erweist sich dabei der Cultural Materialism, nicht zuletzt da Raymond Williams neben Stuart Hall den wichtigsten Beitrag zur Rezeption Gramscis in den britischen Cultural Studies geleistet hat.Eine nähere Untersuchung dieser Rezeption von einem der "lebendigen Philologie" Gramscis verpflichteten Standpunkt aus gelangt allerdings zu durchaus kritischen Schlüssen und verweist auf problematische Aspekte der Lektüre Gramscis und in der Folge seiner Tradierung in den Cultural Studies.
Anliegen des Buches ist es aufzuzeigen, dass die ‚Ästhetische Theorie' Gramscis sich nur im Kontext des Hegemonie-Konzepts erschließt, und dieses seinerseits durch diesen ästhetischen Aspekt erst vervollständigt wird. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld, das sich zwischen den sowohl bei Gramsci als auch bei Williams spezifisch gefassten Komplexen Kunst und Kultur gleichermaßen aufspannt wie – daraus resultierend – zwischen Kulturtheorie und politischer Praxis. In diesem Feld gilt es eine kulturwissenschaftlich verfahrende Ästhetik zu verorten.

Ca. 250 Seiten, Löcker Verlag, Wien 2013 - ISBN 978-3-85409-653-5

Rezension in 'Das Argument'
Rezension in MALMOE

 

Antonio Gramsci: Literatur und Kultur
Herausgegeben im Auftrag des Instituts für kritische Theorie von Ingo Lauggas
Mit einem Vorwort von Birgit Wagner und einer Einleitung des Herausgebers

Der Begriff ›Kultur‹ gehört mit ›Hegemonie‹ und ›Intellektuelle‹ zu den zentralsten der Gefängnishefte. Die Reformulierung des Kulturbegriffs macht Gramsci bis heute zum unverzichtbaren Theoretiker etwa für die Cultural Studies. Gramscis Auseinandersetzungen mit Popularliteratur, Zeitungen und Fortsetzungsromanen, volkstümlicher und Kriminalliteratur stecken voll interdisziplinärem Kontext und sind erhellend für ein politisches Literaturstudium. Die Erörterungen zu Benedetto Croce und zur zeitgenössischen Literaturkritik, zu Tolstoi, Manzoni und zum Theater Pirandellos sowie immer auch zu den Intellektuellen und ihrer Geschichte geben zeitlos wertvolle Anstöße. Gramscis Notizen bieten eine hervorragende Schulung für das denkende Durchdringen und Verstehen von Kultur und Gesellschaft heute.

221 S., Argument Verlag, Hamburg 2012 - - ISBN 978-3-88619-427-8

 

Daniela Finzi, Ingo Lauggas, Wolfgang Müller-Funk, Marijan Bobinac, Oto Luthar, Frank Stern (Hg.):
Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext
(Reihe Kultur – Herrschaft – Differenz Bd. 14)

Der Sammelband beschäftigt sich mit der Anwendung kulturwissenschaftlicher Ansätze im zentral- und südosteuropäischen Kontext. Zu Wort kommen Forscherinnen und Forscher, die sich mit einschlägigen Fragen im Bereich von Kulturanalyse und Kulturwissenschaft beschäftigen. Die film- und literaturwissenschaftlichen Aufsätze verbindet die Bezugnahme auf historische Ereignisse sowie deren kulturellen Hintergrund, den wir ansonsten nur auf der Ebene des Politischen wahrnehmen. Mit Blick auf konkrete Beispiele werden dabei methodische und theoretische Fragen zu Alterität, Raum, Gedächtnis und Erinnerung sowie Identität thematisiert und entfaltet.

257 S., Francke Verlag, Tübingen 2011 - ISBN: 978-3-7720-8434-8

 

Elisabeth Mixa / Ingo Lauggas / Friedhelm Kröll (Hg.):
Einmischungen.
Die Studierendenbewegung mit Antonio Gramsci lesen

Die Protestbewegung, die im Herbst 2009 von Wien ausgehend europaweit für Unruhe an den Hochschulen sorgte, ist bis heute an kein Ende gelangt. Dennoch oder gerade deshalb ist es sinnvoll, das bisher Geschehene auch theoretisch zu reflektieren. Dieser Band versucht dies im Lichte der zentralen Denkpositionen Gramscis und versammelt Texte sowohl von einschlägigen ForscherInnen als auch von Studierenden und Lehrenden. Gesellschaftstheorie wird so mit studentischer Selbstreflexion in Bezug gesetzt, um einen Beitrag zu aktuellen bildungspolitischen Diskussionszusammenhängen zu leisten; zum anderen versteht sich das Buch als theoretische Intervention in die Proteste, aus denen es selbst hervorgegangen ist.

207 S., Verlag Turia + Kant, Wien-Berlin 2011 - ISBN: 978-3-85132-646-8

Rezension in MALMOE