Der blaue Fleck auf der Mariahilfer Straße

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Summary for English readers: An ambitious project, turning Vienna's main shopping street into a pedestrian zone, is about to fail because the current "test phase" is designed so poorly that it violates just about all principles of shared space and pedestrian zones.

Der Bürgermeister von Vorderholzing, einem imaginären Ort in der Nähe von Schilda, hatte eine Idee: Er wollte einen Badeteich bauen lassen, wusste aber nicht so recht, was die Bevölkerung davon halten würde. Also ließ er, bevor er die Bagger bestellte, in der Größe des geplanten Teichs blaue Farbe auf die Wiese leeren und lud die Bewohner ein, den neuen Teich zu testen. Ein paar Leute stellten auch ihre Liegestühle am Ufer des blauen Flecks auf oder breiteten ihre Picknickdecken aus, aber es wollte keine richtige Badestimmung aufkommen.  Der Bootsverleiher fand es zu mühsam, die Boote händisch über den blauen Fleck zu ziehen und gab nach zwei Tagen entnervt auf, auch weil dauernd Kinder mitten auf dem blauen Fleck herumliefen und ihn irritierten. Als dann die blaue Farbe auch noch Wildschweine anlockte und diese die Gegend unsicher machten, wurde die blaue Farbe wieder von der Wiese entfernt und das Projekt Badeteich abgesagt.

Wer diese Geschichte absurd findet, sollte bedenken, dass dasselbe momentan auf der Mariahilfer Straße geschieht. Auch dort wird eine irreale Situation simuliert, und ebenso wenig wie ein blauer Fleck auf einer Wiese ein Badeteich ist, ist eine zweispurige Straße mit ein paar Schildern und Bodenmarkierungen eine Fußgänger- oder Begegnungszone. Sämtliche Probleme, die derzeit in der Mariahilfer Straße auftreten und die zu Recht kritisiert werden, sind allein dadurch begründet, dass keinerlei bauliche Maßnahmen getroffen wurden, um aus einer für den Autoverkehr konzipierten Straße eine taugliche Fußgänger- und Begegnungszone zu machen.

The stock characters have moved

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As it seemed wrong to let the Stock Characters take over this blog, regardless of how little I have blogged here lately, I decided to give them a new home in a blog of their own, where they'll probably feel more at ease. New episodes will be posted over there, and on the Stock Characters Facebook page.

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Summary for English readers: Discovery systems are popular among library users, but extremely unpopular among library employees, who tend to favour traditional online catalogues. This essay postulates that this is mostly due to the loss of control that librarians experience with a search tool that was not built for their daily work and that in order to gain acceptance, it is important to reinstate the feeling of control.

Basierend auf einem Diskussionsbeitrag vom BibCamp 2013.

Discovery-Systemen bläst, obwohl sie von den Softwarefirmen als eierlegende Wollmilchsäue gepriesen werden, ein eisiger Wind entgegen; nicht von den BibliotheksbenutzerInnen, nicht von den EntscheidungsträgerInnen in Bibliotheken, aber ganz massiv von den Bibliotheks-MitarbeiterInnen. Diese setzen weiterhin auf den klassischen Online-Katalog, und auch in Beratungsgesprächen wird, sofern der OPAC nicht gänzlich außer Betrieb genommen wurde, nur selten auf Discovery-Systeme Bezug genommen.

Anne Christensen hat in ihrem Blog acht Thesen aufgestellt, die versuchen, die Ursachen für dieses Phänomen zu ergründen, besonders auf eine dieser Thesen möchte ich später noch eingehen.

Mein zentraler Punkt bezieht sich auf eine Aussage, die in diesem Zusammenhang immer wieder zu hören ist, nämlich dass das Grundproblem eben sei, dass sich das BenutzerInnenverhalten eben geändert habe und die BibliothekarInnen sich diesem Umstand eben anpassen müssten.

Diese Aussage ist grundsätzlich falsch. Das BenutzerInnenverhalten hat sich überhaupt nicht geändert. Die BenutzerInnen wollten immer schon in erster Linie mit ein paar einfachen Suchbegriffen das passende Buch finden. Wer in eine Buchhandlung geht und Gesprächen zwischen Buchhändlern und Kunden zuhört, wird feststellen, dass auch dort selten exakte Autorennamen, Buchtitel oder gar ISBN-Nummern verwendet werden, sondern erstaunlich häufig einfach nur grobe Beschreibungen oder auch fehlerhafte Titel. An Bibliotheken ist das nicht anders: Im Online-Katalog der Universitätsbibliothek Wien werden und wurden 90% der Suchanfragen über die einfache Wortsuche gestellt. Es ist also falsch, zu sagen, Google habe die Suchgewohnheiten der BenutzerInnen „verdorben". Google hat den BenutzerInnen einfach nur eine Benutzerschnittstelle gegeben, die ihrem immer schon vorhandenen Verhalten entgegengekommen ist.

Thoth welcomes a new arrival

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In memoriam Margaret Thatcher, 1925-2013.

They're back

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...and this time they're in for serious business.

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(See also last year's entry in case you missed it)

Rabbit opticians

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Anchovies with skordalia

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anchovies with skordalia

Simple and delicious.

The recipe:

Playground

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Everywhere else this would be considered either a joke or cruelty, but in Vienna it's the sad truth: the sign reads "playground".

Kinderspielplatz / Playground

Vortragsfolien "Mobile Webangebote"

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Summary for English readers: The PowerPoint slides from my presentation in Hamburg are now available for download.
Mobile Webangebote - warum sie unverzichtbar sind und wie sie mit wenig Aufwand erstellt werden können, Dr. Horst Prillinger, Universitätsbibliothek Wien

Die kommentierten PowerPoint-Folien zu meinem Vortrag "Mobile Webangebote - warum sie unverzichtbar sind und wie sie mit wenig Aufwand erstellt werden können" vom Deutschen Bibliothekartag in Hamburg können jetzt hier heruntergeladen werden:
Download (PDF, 6 MB) [korrigierte Version 2012-06-01 12:57 CEST]

In Kürze werden sie auch auf dem BIB-OPUS-Server bereitstehen.

Ich habe versucht, den Vortrag als Text auszuformulieren, aber ich hatte nicht ausreichend Zeit und Muße dafür und habe dann mittendrin aufgegeben, weil es stilistisch nicht allzu gelungen war. Wenn jemand den Vortrag für eine Publikation in Buchform haben will, setze ich mich gerne hin und formuliere das aus, aber für die elektronische Publikation muss das hier reichen. Sollten bei den Folien Fragen auftauchen, bitte als Kommentar posten.

Stark

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Summary for English readers: If you want to be really strong, you don't want to be strong like a bear or like an elephant. You want to be as strong as a duck.
Stark wie ein Bär? Oder wie ein Elefant? Von wegen. Das wirklich stärkste Tier von allen, das weiß man doch, ist die Ente.

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Horst Prillinger is a librarian, writer and university lecturer living in Vienna, Austria. He has been writing The Aardvark Speaks since 2002.

His latest novel Mr Singh Has Disappeared is available from Amazon.de.

The remainder of his extensive website is at www.aardvark.at.

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