Quisisana

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Ich habe das schon mal vor drei Jahren gebloggt, bin aber noch immer nicht so recht auf einen grünen Zweig gestoßen, daher versuche ich es nochmals: ich suche immer noch Bilder vom Automatenrestaurant Qusisana, das sich bis ungefähr 1972 in der Mariahilfer Straße 34 im 7. Wiener Bezirk befunden hat. Am meisten interessieren mich Aufnahmen von der Inneneinrichtung, da es aber fast gar nichts über dieses Restaurant zu finden ist, wäre ich eigentlich über alles dankbar, auch verbale Beschreibungen, falls jemand damals dort war und sich noch erinnern kann.

(Ja, den Artikel von Reinhard Pohanka im Buch Die Sinalco-Epoche kenne ich. Aus dem Buch ist das Foto oben. Quasi alles andere wird dankbar entgegengenommen.)

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I have to wonder, Horst, if you have made any attempt to contact the people who owned this restaurant, and/or their descendants or other family members. This is what I would do, even if I had to hire a private investigator. (A good investigator should be able to find something in a few hours, so the cost would not be prohibitive).

Whereas patrons who take photos in restaurants usually do so at special events, where the focus is on the people and not details of the restaurant, the owners/family members might have a whole treasure trove of photos of this place, and would likely be flattered by your interest.

Das Quisisana war das erste Automatenrestaurant nach dem Krieg und wurde damit berühmt. In den 50er Jahren gab es aber keine Automaten mehr, es gab viele Glasvitrinen wo man die verschiedensten bunten Brötchen, Schinkenrollen, garnierte Eier sowie hausgemachte traditionelle Wiener Mehlspeisen in Selbstbedienung konsumieren konnte. Es gab einige Stehtische für Stehbier, aber der Großteil war mit einfachen Sitzgelegenheiten. Es gab mehrere verschiedene Gasträume die auf Grund der großen Besucherzahl ständig erweitert wurden.(einige Hundert)

Der Haupteingang war in der Mitte mit Eisverkauf an der Gehsteigecke, danach der Holzkahlengrill, dann geht es hinaus in den Gastgarten wo es rechts und links Tischreihen gab. Man kam in das nächste Gebäude wo es links zur großen Küche mit kalter Küche, Mehlspeisenküche, Konditorei und eigener Fleischerei ging. Ganz hinten war das Warenlager das schon wieder im Anschluss an das Nächste Gebäude war. Die Warenlieferungen kamen daher schon von der Anderen Straße, der Lindengasse angeliefert. Im nächsten Gebäude in der Lindengasse waren die Büros in den Stockwerken.

Ebenerdig in der Lindengasse war eine Selbstbedienungs Münz-Wäscherei untergebracht die früher im vorderem Bereich nach dem Gastgarten gewesen ist.

Links vom Haupteingang auf der Mariahilferstraße war wie bereits beschrieben das Imbissbüffet mit Getränkeausschank, rechts vom Haupteingang war das Kaffeehaus mit direktem Zugang von der Straße aus, das hieß „Quiex“. Hinter dem Quiex waren Gasträume bis rückwärts , inklusive des Raumes wo die Wäscherei vorher war.

Im 1. Stock gab es ein Restaurant in gehobenem Stil wo Geschäftsleute und Prominente speisten und Familienfeiern stattgefunden haben.

Das hieß „ LUNCH“ und war sogar mit einem Lift erreichbar. Für das LUNCH gab es im 1. Stock auch eine eigene Küche mit allen Einrichtungen die auch hochwertigere Speisen zubereiteten. 1957 – 1960 gab es über 110 Beschäftigte. Der Kundenansturm war sehr groß, besonders in der Weihnachtszeit da die Großkaufhäuser Herzmansky und Gerngroß sehr frequentiert waren und noch keine eigene Gastronomie hatten.

Der Besitzer, Herr Schreindorfer kaufte nach und nach die Häuser dazu und baute die frei werdenden Wohnungen zu Gaststuben um.

Etwa 1959 verstarb Herr Schreindorfer plötzlich und unerwartet. Er hatte 2 Töchter die den Betrieb übernahmen.

Die Blütezeit war vorbei. Bei meinem Besuch 1963 beklagten sich die Mitarbeiter dass es einmal viel besser war.

1970 hatte ich nochmals Kontakt mit der Quisisana als ich mit dem Billa Gründer Herrn Karl Wlaschek den Betrieb besichtigte. Da mittlerweile die gesamte Infrastruktur desolat war kam es wegen zu hoher Investitionskosten zu keinem Kaufabschluß.

Der Betrieb wurde in der Folge aufgeteilt da es ja verschiedene Häuser waren. In einem zog die Nordsee ein, aber es wechselte mehrmals die Besitzer bis es abgerissen wurde und einem Neubau Platz machte.
Herr Schreindorfer war ein Pionier und wurde im Volksmund als „Der Kaserer von Mariahilf“ genannt. Der „Kaserer“ war auch ein berühmter Großbetrieb mit ähnlichem Angebot schräg vis a vis der Oper. („OK“ genannt nach Otto Kaserer)

Fotos habe ich leider keine, aber ich kann mich an viele Details erinnern. Sollten sie noch die eine oder andere Frage haben so lassen Sie es mich wissen.

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