Musiker im Eigenverlag

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Anke Gröner schreibt über Musik und das Urheberrecht in Zeiten sich rasch wandelnder Medien und Vertriebswege (via netbib):

Jeder Künstler kann sich heute eine Webseite bauen und dort seine Musik direkt zum Download anbieten. Radiohead haben es erfolgreich vorgemacht - warum machen das nicht mehr Bands? Ich ... glaube, dass es für Künstler genauso lohnenswert sein kann, seine Musik selbst anzubieten als wenn es über einen Musikverlag geht. Vielleicht sogar noch lohnenswerter, weil der ganze Wasserkopf wegfällt.

Tun sie ja, tun sie ja, das Problem ist nur, dass die Entwicklung erst langsam einsetzt, weil sich momentan in erster Linie kleine Bands, die nicht so bekannt sind, dieser Vertriebswege bedienen. Die wollen nämlich nicht gleich unbedingt riesige Gewinne machen, sondern einfach einmal bekannter werden und halbwegs kostendeckend arbeiten (für das große Cash braucht es -- momentan -- schon noch die Werbemaschinerie größerer Labels). Da es momentan also die Kleinen, die Mutigen und die Verzweifelten sind und alles sehr dezentral läuft, wird nicht so leicht publik, was sich da abseits der Plattenindustrie alles abspielt.

Aber man nehme zum Beispiel Kristin Hersh, die Sängerin von Throwing Muses und 50 Foot Wave, die seit 2004 (also schon lange vor Radiohead!) ein Web-Projekt betreibt, auf dem sie ihre Musik nur gegen freiwillige Spenden zum Download anbietet, und dabei offensichtlich noch immer nicht bankrott gegangen ist, obwohl ihre Fangemeinde doch deutlich kleiner sein dürfte als jene von Radiohead.

Vor einiger Zeit hat sie gemeinsam mit anderen Musikern ein Non-Profit-Projekt namens CASH Music (Coalition of Artists and StakeHolders) aufgebaut, wo Musik ebenfalls rein über freiwillige Spenden angeboten wird. Hier wird also noch ein wesentlich radikalerer Weg eingeschlagen als das bei einem Eigenverlag der Fall wäre.

Ich denke, da wird auf die Musikindustrie wohl noch einige zukommen.

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