Post-Brexit Blues? Schwachsinn!

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Summary for English readers:

My thoughts about the Brexit and, mostly, the media discourse following it. I think that the Brexit is an expensive, bitter, but in a perverse way also a good thing. It will help us find out what we need the EU for.

Also ganz ehrlich, mir geht das ganze Gejeiere rund um den Brexit und was man jetzt tun könnte, um das Vereinigte Königreich für die EU zu retten, ziemlich auf den Geist. Die Berichte über Leute, die angeblich nicht wussten, was sie da ankreuzen. Und dass die Mehrheit der Briten eigentlich eh für die EU wäre, wenn sie sich rechtzeitig informiert hätten.

Oder Robert Misik, der überhaupt meint, die Labour Party sollte das jetzt ausnutzen, um mit dem Slogan, das Referendums-Ergebnis nicht zu befolgen, eine Wahl zu gewinnen.

Gehts noch?

Der Schwedenplatz-Wettbewerb und die 6 Entwürfe

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Summary for English readers: The city of Vienna has presented the shortlist of six projects for refurbishing one of the city's central areas - Schwedenplatz. This blog entry specifies my own thoughts about what the main criteria for such a refurbishment should be, and comments on the six proposed entries.

Im Wettbewerb für die Neugestaltung des Schwedenplatzes wurde jetzt die Shortlist von 6 aus 60 eingereichten Gestaltungsentwürfen vorgestellt. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Entwürfe irgendwo zwischen brav und pseudomodern angesiedelt und sagen mehr über die Vorstellungen von Architekten über urbane Plätze aus als darüber, wie sich solche Gestaltungen auf die Bewohner und Nutzer dieser Plätze auswirken.

Der wiener Stadtrand und die FPÖ

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Summary for English readers:

It's not 30% of the Viennese that voted for the right-wing Freedom Party, it's 45% of the voters living in the outskirts of the city. Some possible reasons are given here.

Bildschirmfoto 2015-10-12 um 13.11.30.png

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung meiner Facebook-Postigs zu dem Thema. Einzelne Postings wurden zusammenkopiert. Ich bitte um Entschuldigung, wenn der Text dadurch etwas weniger flüssig ist als gewohnt.

Nach den wiener Gemeinderatswahlen vom Oktober 2015 wage ich zu sagen, dass die FPÖ-Wähler in einem anderen Wien leben als alle anderen. Und das meine ich nicht mental, sondern geografisch. Die Stadtrandsiedlungen als blaue Hochburgen: Stadtrandbewohner ticken wohl anders als Städter, wollen oder können vielleicht gar nicht in einer Stadt leben - und gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, ob das nicht auch ein Zeichen ist, dass die Stadtplanung und Siedlungspolitik in Wien irgendwie versagt haben muss, wenn drei Viertel(!) der FPÖ-Wähler (und somit v.a. Stadtrandbewohner) finden, Wien sei keine lebenswerte Stadt.

Summary for English readers:

No, the pedestrian zone in Mariahilfer Strasse was most likely not the reason why the Green Party lost 4.4% of the votes in the district elections.

Bildschirmfoto 2015-10-12 um 19.57.56.png

Nein. Viel schwerwiegender dürften das erstmalige Antreten der Neos und die steigenden Mietpreise im Bezirk sein.

Eine Frage der Semantik

| No Comments | 325.1
Summary for English readers:

Why it is important to use the correct terminology, why Europe is currently dealing with "migrants" rather than "refugees" and what this means for politics.

In der aktuellen sogenannten "Flüchtlingsfrage" krankt es an einigem, und auch, wenn einige politische Kommentatoren finden, die jüngsten Wahlergebnisse wären auch ohne Massenmigration ähnlich ausgefallen, so ist neben dem Versagen der Politik in anderen Bereichen gerade bei dieser Problematik eine Mischung aus Ohnmacht, Ratlosigkeit und Scheingefechten zu erkennen, die ihresgleichen sucht.

Das beginnt bei so einfachen Dingen wie der Wahl des richtigen Wortes, um die Personen zu beschreiben, die derzeit in großer Zahl nach Europa einwandern. Es wird dabei das Wort "Flüchtlinge" verwendet, und das ist nicht nur das falsche Wort, es führt auch zu einer völlig falschen Politik. Das richtige Wort ist "Migranten".

Es stinkt.

| No Comments | migration, refugees, European Union, Hungary, Viktor Orbán, Édouard Herriot, immigration laws, shit
Summary for English readers:

The current migration crisis exemplifies Eduard Herriot's statement that "Politics is like an andouilette - it has to smell of shit, but not too much"; only by now the smell is way too much to bear.

Der französische Politiker Édouard Herriot soll gesagt haben: "Politik ist wie eine Andouilette - sie muss nach Scheiße riechen, aber nicht zu sehr." Er meinte damit wohl, dass es immer wieder notwendig ist, unpopuläre Maßnahmen zu setzen, um für alle etwas Positives zu erreichen - nur müsse man eben darauf achten, dass das Positive stets überwiegt.

Momentan bekommen wir gerade mit, wie sehr die europäische Einwanderungspolitik nach Scheiße riecht, und zwar viel zu sehr.

Von der ungewollten Unehrlichkeit

| No Comments | 325.1
Summary for English readers:

In Germany, refugees are greeted with euphoria. Shouldn't they be met with sincerity and honesty instead?

#Danke_Deutschland الالمان يستقبلون السورين بالورود شكرا من القلب لكل الشعب الالماني والحكومة المانية التي فتحت ابوابها بالابتاسامة والورود والمحبة بعكس كثير من دول العربية وشكرا من القلب للشعب الالمانيDie Deutschen begrüßen das syrische Volk mit Blumen. Dafür danken wir dem deutschen Volk und der Regierung von ganzem Herzen, dass sie ihre Türen für uns öffnen im Gegensatz zu den arabischen Ländern.

Posted by Talal Abk on Dienstag, 25. August 2015


Fühle nur ich mich komisch, wenn ich so etwas [1] sehe? Ich meine, ist ja nett gemeint und so, aber für mich ist das in erster Linie Ausdruck einer unglaublichen Naivität, die Menschen unbewusst und ungewollt verhöhnt.

Was jetzt anders ist

| No Comments | 320.5
Summary for English readers:

A lengthy attempt to explain why the current reaction towards refugees is notably different to 1956 or 1992, when hundreds of thousands of refugees received asylum in Austria.

Weil ich immer wieder lese, wie Leute ihre Verwunderung darüber äußern, dass Österreich 1956 und 1992 hunderttausende Flüchtlinge anstandslos aufgenommen hat und das kann doch nicht sein, dass das heute nicht mehr gehen soll, möchte ich dieser Argumentation kontern. Doch, das kann so sein. Die Situation ist eine komplett andere. Und zwar aus einer ganzen Reihe von Gründen, von denen ich mal exemplarisch sieben aufzählen will.

Damit kein Missverständnis entsteht: weder identifiziere ich mich mit diesen Begründungen, noch will ich damit irgendwessen Verhalten entschuldigen. Ich will nur aufzeigen, was seit 1992 geschehen ist, das dazu geführt hat, dass die Stimmung gegenüber Flüchtlingen in Teilen der Bevölkerung gekippt ist. Keiner braucht sich darüber zu wundern, denn die Stimmung sitzt nicht nur in wirren Köpfen, sondern sie ist Ergebnis und Ausdruck einer Ideologie, die unser Leben prägt.

Ende einer Ära

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Summary for English readers: The supermarket chain BIlla closed its famous "double branch" in Vienna's 7th district.

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Der berühmte doppelte Billa in der Westbahnstraße existiert nicht mehr. Eine der beiden Filialen wurde geschlossen.

Jahrzehntelang bestand an der Kreuzung Westbahnstraße/Zieglergasse eine Billa-Filiale, die aus Platzgründen auf zwei Geschäftslokale aufgeteilt war - Obst, Feinkost, Fleischwaren, Milchprodukte und Süßigkeiten in einer Filiale, und alles in Dosen, Gläsern und Flaschen sowie Reinigungs- und Toilettartikel in der anderen Filiale.

Ortsunkundige wurden regelmäßig verwirrt, weil sie in jeweils einer der Filialen nie alles fanden, während Ortsansässige, die das eigentlich sehr einfache System durchschaut hatten, sich als wissende Insider fühlen durften.

Ein einzigartiges Stück Wiener Supermarktgeschichte ist damit zu Ende gegangen.

Der blaue Fleck auf der Mariahilfer Straße

| No Comments | 388.10943613
Summary for English readers: An ambitious project, turning Vienna's main shopping street into a pedestrian zone, is about to fail because the current "test phase" is designed so poorly that it violates just about all principles of shared space and pedestrian zones.

Der Bürgermeister von Vorderholzing, einem imaginären Ort in der Nähe von Schilda, hatte eine Idee: Er wollte einen Badeteich bauen lassen, wusste aber nicht so recht, was die Bevölkerung davon halten würde. Also ließ er, bevor er die Bagger bestellte, in der Größe des geplanten Teichs blaue Farbe auf die Wiese leeren und lud die Bewohner ein, den neuen Teich zu testen. Ein paar Leute stellten auch ihre Liegestühle am Ufer des blauen Flecks auf oder breiteten ihre Picknickdecken aus, aber es wollte keine richtige Badestimmung aufkommen.  Der Bootsverleiher fand es zu mühsam, die Boote händisch über den blauen Fleck zu ziehen und gab nach zwei Tagen entnervt auf, auch weil dauernd Kinder mitten auf dem blauen Fleck herumliefen und ihn irritierten. Als dann die blaue Farbe auch noch Wildschweine anlockte und diese die Gegend unsicher machten, wurde die blaue Farbe wieder von der Wiese entfernt und das Projekt Badeteich abgesagt.

Wer diese Geschichte absurd findet, sollte bedenken, dass dasselbe momentan auf der Mariahilfer Straße geschieht. Auch dort wird eine irreale Situation simuliert, und ebenso wenig wie ein blauer Fleck auf einer Wiese ein Badeteich ist, ist eine zweispurige Straße mit ein paar Schildern und Bodenmarkierungen eine Fußgänger- oder Begegnungszone. Sämtliche Probleme, die derzeit in der Mariahilfer Straße auftreten und die zu Recht kritisiert werden, sind allein dadurch begründet, dass keinerlei bauliche Maßnahmen getroffen wurden, um aus einer für den Autoverkehr konzipierten Straße eine taugliche Fußgänger- und Begegnungszone zu machen.

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Horst Prillinger is a librarian, writer and university lecturer living in Vienna, Austria. He has been writing The Aardvark Speaks since 2002.

His latest book Things I Learned from Watching TV After Midnight is available from Amazon.de.

The remainder of his extensive website is at www.aardvark.at.

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