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Vortrags- & Workshopreihe

 

Transformationen des Politischen
Aktuelle Beiträge im Spannungsfeld von Politischer Philosophie, Sozialphilosophie und Sprachphilosophie

Transformations of the Political Recent Research in the Interplay between Political Philosophy, Social Philosophy and Philosophy of Language

Konzeption & Organisation:
Gerald Posselt & Matthias Flatscher

 
   
Institut für Philosophie
 Universitätsstraße 7 (NIG)
1010 Wien
 
   

Mit Unterstützung der

 
   
   
   
   
   
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   


  

Abstracts

Workshop

Philosophie - Revolution - Politik
Florian Grosser: Revolution denken. Heidegger und das Politische. München: Beck 2011.
Florian Grosser: Theorie der Revolution. Hamburg: Junius 2013.

Samstag, 11. Januar 2014 | 09.30–17.00 Uhr | Hs 3A, NIG

 

Florian Pistrol: "Konsens - Konflikt - Anerkennung. Zu einem balancierten Begriff des Politischen" 

Zur Bewertung politischer bzw. politisierbarer oder politikaffiner Aspekte in M. Heideggers Philosophie schlägt F. Grosser in "Revolution denken" einen "balancierten Begriff des Politischen" vor. In meinem Beitrag werde ich zunächst die beiden Hauptachsen dieser, vor allem in methodischer Hinsicht relevanten, Konzeption, nämlich "Konsens" und "Konflikt", mit J. Habermas und C. Schmitt erläutern. Im Anschluss werde ich mich auf den Brückenschlag in Form einer "reziproke[n] Anerkennung aller Angehörigen einer politischen Einheit als Freie und Gleiche" konzentrieren, den F. Grosser zum Zweck der Integration der beiden genannten Pole in einem balancierten Verständnis des Politischen vornimmt. Hierbei sollen Probleme und Fragen aufgezeigt werden, die unweigerlich mit einer solcherart gedachten Anerkennung einhergehen.

 

Andreas Dittrich: "Re-Volten aufs Ganze? Zu(m) möglichen Bedenken der versammelten Be-Dingten"

Florian Grosser analysiert in seinem Beitrag „Zwischen Gleichschaltung und robustem Pluralismus. Volten des ‚Mitseins‘“ (2013) Martin Heideggers Verständnis von Gemeinschaft. Nach einer kritischen Darstellung und Beurteilung von sowohl Unter- als auch Überbestimmungen dieser, schlägt Grosser - angesicht der Möglichkeit einen an- und aufnehmbaren „offenen Gemeinschafts- und einen robusten Pluralismus-Begriff zu gewinnen“ – vor, Heideggers späte „Ding“-Analysen als ein Gemeinschafts-Denken zu verstehen, welches pluralistisch, offen und egalitär ist.

An diesen Vorschlag anschließend werde ich in meinem Impulsreferat die Frage stellen, ob eine so gedachte Gemeinschaft in ihrer Konstitution nicht von ihrer ‚totalitären‘ Gegenfigur, dem „planetarischen Geschick“, abhängig bliebe und damit nicht nur ihr postuliertes „freies Verhältnis zur Technik“ (qua subversive Haltung) verlieren, sondern vor allem selbst eine Tendenz zur Totalität (als „globale Gemeinschaft“) aufweisen würde. Diese Frage soll mit der These anzureichern versucht werden, dass verschiedene Aspekte des vermeintlich neuen Gemeinschafts-Begriffs schon in jenen früheren Überlegungen Heideggers aufzufinden sind, welche Grosser als Unter- bzw. Überbestimmung von Gemeinschaft ablehnte und deren problematischen Konotationen auch im ‚neuen‘ Begriff walten würden.

 

Barbara Reisinger: Der Streit im Kunstwerk. Politische und ästhetische Dimensionen des ‘Wahrheitsgeschehens’ in Heideggers Kunstwerkaufsatz.

Der Beitrag zeichnet die Austragung des “Streits zwischen Welt und Erde” nach, die Heidegger im Kunstwerk verortet. Dieser Streit – und mit ihm der Begriff des Werks – gewinnt als Wahrheitsgeschehen wesentliche seinsgeschichtliche Bedeutung. Heideggers Werkbegriff, der – wie Florian Grosser aufzeigt – in sich revolutionär verfasst ist, soll an Heideggers eigenem Beispiel eines Stilllebens mit “Bauernschuhen” von van Gogh konkretisiert werden. An diese ästhetische Dimension des Streits im Werk schließt die Frage nach der Politisierung des Begriffs an, wobei mit Grosser die Verschiebungen zwischen Ästhetik und Politik genauer konturiert werden.

 

Peter Zeillinger: „Revolution nicht denken, sondern verstehen. Zur geschichtlich-politischen Struktur von Revolutionen“

 

last updated 07.01.2014