UE Literatur- und Kulturtheorie | SS 2010
- Institut für
Germanistik
- Mi 12.00-13-30, HG, 2. Stock, Ü4
- Beginn 17.3.2010
- Sprechstunde: im Anschluss an die LV
bzw. im Lektorenzimmer (Inst. f. Germanistik, 3. Stock, Raum 13) oder
Dienstag, 14.45, NIG, 2. Stock, HS 2 (bitte mit Voranmeldung)
Themenbereiche
- Was ist Literatur- und Kulturtheorie?
- Hermeneutik (Gadamer, Ricoeur)
- Psychoanalyse (Freud, Lacan)
- Strukturalismus (Saussure, Jakobson)
- Semiotik (Barthes)
- Diskursanalyse (Foucault)
- Dekonstruktion (Derrida, de Man)
- Gender und Queer Studies (Butler)
- Cultural Studies und postkoloniale Theorien (Hall)
Zielsetzung
- Erste Orientierung im Bereich der literaturtheoretischer Ansätze
und Methoden
- Lesen, Verstehen und Anwenden literaturtheoretischer
Fragestellungen
- Auseinandersetzung mit komplexen literaturtheoretischen
Primärtexten
- Kenntnis und Beherrschung der literaturtheoretischen
Schlüsselbegriffe
- Schärfung des eigenen begrifflichen Analyse- und
Reflexionsvermögens einschl. der Reflexion auf die
sprachlich-begriffliche Verfasstheit jedes Sprechens über
Sprache/Literatur/Theorie
Teilnahmevoraussetzungen
- Der erfolgreiche Abschluss der UE Methoden I & II wird
empfohlen.
- Bereitschaft, sich auch mit schwierigen theoretischen Texten
intensiv auseinanderzusetzen.
Zeugniserwerb
- eigenständige Vorbereitung der Primärliteratur, regelmäßige und
aktive Mitarbeit
- Zwischentest anhand eines Fragenkatalogs
- Teilnahme an einer Referatsgruppe
- Abschlussklausur anhand eines Fragenkatalogs: Der Reader darf (nur mit Anstreichungen versehen!) bei der Klausur
verwendet werden.
Literaturhinweise
Die im Seminar behandelten Texte werden in Form eines Readers zur
Verfügung gestellt. Der Reader ist zu Semesterbeginn in der
Facultas-Buchhandlung im NIG erhältlich.
Allgemeine Einführungen
-
Culler, Jonathan (2002): Literaturtheorie.
Eine kurze Einführung. Aus dem Engl. von Andreas Mahler. Stuttgart:
Reclam.
-
Geisenhanslüke, Achim (2004): Einführung in
die Literaturtheorie. Von der Hermeneutik zur Medienwissenschaft.
Darmstadt: WBG 2004.
-
Kimmich, Dorothee/Renner, Rolf
Günter/Stiegler, Bernd (Hg.) (2004): Texte zur Literaturtheorie
der Gegenwart [1996]. Hg. und kommentiert von Dorothee Kimmich,
Rolf Günter Renner und Bernd Stiegler. Durchges. und aktual. Ausg.
Stuttgart: Reclam.
-
Sexl, Martin (Hg.) (2004): Einführung in
die Literaturtheorie. Wien: WUV.
Lexika
und Nachschlagewerke
-
Nünning, Ansgar (Hg.) (2001):
Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie: Ansätze - Personen
- Grundbegriffe. Stuttgart/Weimar: Metzler.
-
Renner, Rolf Günter/Habekost,
Engelbert (Hg.) (1995): Lexikon literaturtheoretischer Werke.
Stuttgart: Kröner.
Modellanalysen
Ziel des Seminars ist eine Einführung
in die zentralen literatur- und kulturtheoretischer Positionen der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der These, dass es
weder einen "untheoretischen" noch einen sprachfreien
theoretisch-begrifflichen Zugang zu literarischen Texten gibt -- kurz,
dass wir bei allen unseren Betrachtungen über die Welt immer schon auf
Sprache verwiesen und in sprachlich-diskursive Sinnzusammenhänge
eingebunden sind -- asst sind, fragen literatur- und
kulturtheoretische nach den komplexen Prozessen, durch die und in
denen Bedeutungen und Sinnzusammenhänge produziert werden bzw. durch
die unsere soziale und gesellschaftliche Wirklichkeit konstruiert
wird. Allen diesen Theorien ist gemeinsam, dass diese Prozesse
wesentlich sprachlicher Natur sind, dass wir bei allen unseren
Betrachtungen über die Welt immer schon auf Sprache verwiesen und in
sprachlich-diskursive Sinnzusammenhänge eingebunden sind. Literatur
ist aber nun wesentlich selbst sprachlicher Natur, sprachlich verfasst
und als solche an den Prozessen der Produktion von Sinn- und
Bedeutungszusammen-hängen wesentlich beteiligt. Zugleich enthalten
oder performieren literarische Texte selbst wiederum Theorien über die
Konstitution von Bedeutung und Wirklichkeit. In diesem Sinne ist allen
literatur- und kulturtheoretischen Ansätzen die Überzeu-gung
gemeinsam, dass alle unseren sozialen und kulturellen Beziehungen und
Er-zeugnisse nichts von vornherein Gegebenes oder Natürliches sind,
sondern sprachlich-diskursiv konstruiert. Ausgehend von den drei
Hauptparadigmen der geistes- und kulturwissenschaftlichen
Theoriebildung - Hermeneutik, Psychoanalyse und Strukturalismus -
werden wir die zentralen literatur- und kulturtheoretischer Positionen
der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Übung gemeinsam
erarbeitet.
last updated
20.09.2011 |