Die Eibe und ihr
Vorkommen im Bezirk Scheibbs
(Niederösterreich)
Franz Tod
Einleitung
Die Eibe mit dem wissenschaftlichen Namen Taxus baccata L., gehört zu der Familie
der Eibengewächse (Taxaceae), ihr Verbreitungsgebiet ist Europa, Kaukasus, Kleinasien,
Nord-Iran, NW-Afrika und Madeira.
Die Eiben (Taxaceen) sind schon aus der oberen Trias
bekannt. Unsere Eibe ist im Laufe der Jahrhunderte trotz ihres
Ausschlagvermögens selten geworden. Ihr langsamer Wuchs, die schon für
vorgeschichtliche Zeiten nachgewiesene Wertschätzung ihres dichten, harten
Holzes und ihre Frostempfindlichkeit dürften daran schuld sein.
Sie zählt heute zu den gefährdeten Baumarten, zumindest im
Wald. Ihre Vorkommen sind im Laufe der letzten Jahrhunderte stark zurückgegangen.
So gehört die Eibe zu den wenigen Baumarten in Österreich, die unter
Naturschutz steht.
Es gibt nur noch wenige kleinflächige schützenswerte
Eibenvorkommen, wie an einen Steilhangwald in der „Brunninger Au“, und am
Hochrieß bei Schauboden die man Fördern und durch Pflegemaßnahmen erhalten
sollten.
Im Bezirk sind 7 Eibeneinzelbäume, als Naturdenkmale unter
Schutz gestellt.
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Gemeinde |
Katastralgemeinde |
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Steinakirchen am Forst |
Außeroschsenbach |
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Wang |
Reidlingberg |
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Purgstall an der Erlauf |
Purgstall an der Erlauf |
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Scheibbs |
Brandstatt |
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St. Anton an der Jeßnitz |
Wohlfahrtsschlag |
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Gaming |
Kienberg |
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Göstling an der Ybbs |
Hochreit |
Ihr Vorkommen in Niederösterreich fällt in großen Zügen mit
der Verbreitung der Rotbuche zusammen, soweit es die Bodenverhältnisse
gestatten, wächst sie gerne in Schlucht- und an steilen, felsigen Hangwäldern
(Steilhang-Eiben-Buchenwald, Taxo-Fagetum), die Übereinstimmung in der
Verbreitung ist nicht weiter auffällig, da ja auch die Eibe ein mehr
ozeanischer Typus ist, zählt man sie zu den Atlantischen Florenelement, auch
die schon seltene Stechpalme oder Schradl (Ilex
aquifolium) und den Lorbeer-Seidelbast (Daphne
laureola), die auch stellenweise gemeinsam vorkommen zurechnen kann
(ROSENKRANZ, 1934).
Im Salzkammergut erreicht Taxus-Pollen nach einer rasanten
Ausbreitung während der letzten Interglazialen Hasel-Eichenmischwaldzeit
begünstigte die Eibe mitteleuropaweit, und zwar stellenweise besonders am
Nordalpenrand bis zur Dominanz im Pollenniederschlag und Massenausbreitung der
Fichte noch vor der Einwanderung von Tanne und Hainbuche (Rotbuche fehlt in dem
Interglazial nahezu völlig) 65% des Gesamtpollens, dieser Befund weist unter
Berücksichtigung der Pollenproduktion in den damaligen haselreichen
Eichenmischwäldern darauf hin, dass die Eibe etwa zur Hälfte am Waldaufbau
beteiligt war. Daraus lässt sich ableiten, dass sie während des Höhepunktes der
interglazialen Eibenzeit, am Nordalpenrand die Eibe ein häufiger Baum gewesen
sein muss (LANG 1994, DRESCHER-SCHNEIDER 2000a, BRANDE 2002). In diesen
Zusammenhang fügen sich auch die pollenanalytischen Befunde aus den
letztinterglazialen Ablagerungen mit reichlichen Taxus-Nachweisen im unteren
Ybbstal Profil Ströblitz (FISCHER 1962).
Besonders in unseren Bezirk war die Eibe früher
bestandsbildend und
häufiger anzutreffen, wie man an einer pollenanalytisch untersuchten
Schwemmbodenablagerung aus dem Bodenprofil von Ströblitz im unteren Ybbstal, es
wurde ein häufiger Anteil an Eibenpollen festgestellt. (FISCHER, 1962 &
RESSL, 1980).
Es geht aus der „Orts- und Flurnamen – Forschung“ hervor;
wie wir nämlich wissen, leiten etliche Forscher aus der keltischen Grundform
„ivisa“, was Eibe bedeutet, den heutigen Namen Ybbs ab, auch (ROSENKRANZ, 1934)
erwähnt im Zusammenhang mit dem häufigen Vorkommen der Eibe im Ybbstal, den
Namen Ybbs dazurechnen kann, wie Eibensessel bei Ybbsitz, ein Bauerngut bei
Rogatsboden und bei Gresten. Weitere Orts- und Flurnamen die auf die Eibe hinweisen
sind Eibenberg bei Scheibbs, Eibenmühle (Tormäuer), Eibenkogel und
Eibenkogellucken bei Lackenhof, Eibenkopf (Göstlinger Alpen),
Da die frühe Nutzung des Eibenholzes, wie aus den Funden der
prähistorischen Zeit belegen. Es wurden daraus Bogen, Lanzen, Speere, Messer
und Kämme gefertigt. Im germanisch-keltischen Baumkult spielte die Eibe eine
bedeutsame Rolle. Besonders im Mittelalter wurden die natürlichen
Eibenvorkommen stark genutzt. Im Ybbstale wurden aus dem Eibenholz Faßpippen
erzeugt, sowie verwendet man es für Weberschiffchen, Pfeifenköpfe, Gewehrläufe,
Trinkgefäße, Esszeug, Maßstäbe, Lineale, Bleistifthülsen, Reb- und Zaunpfähle,
Pfosten, Schilder für Jagdtrophäen u. a. m.
Da das Eibenholz neben Lärchenholz das härtestes,
dauerhaftes und elastisches einheimische Holz ist, und deshalb in der
Holzverarbeitungsindustrie sehr geschätzt wird. Der giftige Holzstaub führt zu
Hautreizungen und Unwohlsein.
Auch in der Heilkunde war die Eibe von großer Bedeutung. Mit
Eibenpräparaten wurden unter anderen Hautkrankheiten, Tollwut, Insektenstiche,
Schlangenbisse, Husten und Schnupfen behandelt. Ein anderer Inhaltsstoff der
Eibe hat in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Aus der Rinde der
Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) gewonnen, wird ein Wirkstoff Paclitaxel
(Taxol) heute erfolgreich zur Krebsbekämpfung eingesetzt. Die Vorstufen des
Wirkstoffes kommen auch bei den europäischen Eiben (Taxus baccata) vor und
werden in eigens dafür angelegten Kulturen gewonnen und zu Taxol
weiterverarbeitet.
Obwohl alle Pflanzenteile der Eibe mit Ausnahme des roten
Samenmantels (Arillus) giftig sind, werden die Eiben mit den verschiedenen
Zuchtformen sehr gerne als Hecken, Büsche oder Solitärbäume in Parks, Gärten im
menschlichen Siedlungsraum und auf Friedhöfen gepflanzt, aber die natürlichen
Lebensräume der Eiben werden zerstört!
Geographische Lage des
Verwaltungsbezirkes
Liegt im Südwesten des Bundeslandes Niederösterreich
(Viertel ober dem Wienerwald oder Mostviertel) und reicht von der steirischen
Grenze bis auf etwa zehn Kilometer an die Donau heran. Flächenmäßig ist er 1022
km2 groß, sein Nord – Süd – Durchmesser liegt bei etwa 45 km, sein Ost – West –
Durchmesser an der breitesten Stelle bei 31 km, am schmalsten bei 16 km.
Infolge der unregelmäßigen – länglichen Gestalt ist eine Koordinatenangabe nur
grob möglich; das Gebiet liegt zwischen den 14º 50’ und 15º 20’ östlicher Länge
und 47º 43’ und 48º 08’ nördlicher Breite.
Der politische Bezirk Scheibbs grenzt im Süden an die beiden
steirischen Bezirke (Liezen und Bruck an der Mur), im Südosten an den Bezirk
Lilienfeld, im Osten an den Bezirk St. Pölten, im Nordosten und Norden an den
Bezirk Melk und im Westen an den Bezirk Amstetten und Waidhofen an der Ybbs
(Abb. 1).

Abb. 1 – Geographische
Lage des Bezirkes
Geologischer Aufbau
Im Norden des Bezirkes treten die Ausläufer der Böhmischen
Masse bei Wieselburg an die Oberfläche. Das anschließende Flach- und Hügelland
gehört der Molassezone (jungtertiäre Ablagerungen) an. Daran schließen nach
Süden zuerst die Flyschzone (marine, oft glimmerartige Sandsteine, Mergel,
Schiefertone und Kalke) und dann die Klippenzone an. Der südliche Teil des
Bezirkes – rund zwei Drittel – gehört den Nördlichen Kalkalpen an. Häufig ist
Dolomit, der den größten Teil des oberen Oistales (Ybbstales) bis zur Langau
hin aufbaut. Die reinen Kalke der Gutensteiner und Reiflinger Schichten, des
Opponitzer Kalkes und der Dachsteinkalke finden sich in Lunz, am
Scheiblingstein und am Dürrenstein- und Ötschergipfel (Abb. 2).

Abb. 2 – Geologischer
Aufbau
Die
Vegetationshöhenstufen
Der Bezirk Scheibbs gliedert sich von Norden nach Süden in
folgende Höhenstufen:
Eichen-Hainbuchen- und Buchenwälder.
Erwähnenswerte und heute arg bedrohte Sonderbiotope sind unter anderen die
Feuchtwiesen und Flußauen. Anthropogene Ersatzgesellschaften sind hier vor
allem Fichten- und Föhrenforste, Mähwiesen, Weiderasen, Äcker und Obstgärten.
Eichen-, Buchen- und
Hainbuchenwälder.
Dominant sind Rotbuchenwälder,
ozeanisch getönte, montane Tannen-Buchen- und Lärchenwälder. In der submontanen
und montanen Stufe liegen die häufigsten Eibenvorkommen. Anthropogene
Gesellschaften sind hier vor allem Wiesen, Weiden und Fichtenforste. Bedroht
sind Hochmoore durch Aufforstungen, Forststraßenbau und Trockenlegungen.
Fichten, Lärchen. Latschen
(Krummföhre), Grünerlengebüsche und Hochstaudenfluren. Darüber herrschen die
Zwergstrauchheiden mit Alpenrosen und Bärentrauben vor. Der Mensch hat die
Waldgrenze durch Rodung generell herabgedrückt und die Almwirtschaft mit ihren
Wildheuwiesen und überdüngten Alpenampferfluren geschaffen.
Zwischen der Baum- und Schneegrenze
breiten sich alpine Rasengesellschaften aus, dazu Schuttfluren, Quellfluren und
Schneetälchen (Abb. 3).
Vegetationszonen

Abb. 3 –
Vegetationszonen
Klima
In den Nordalpen (innerhalb Österreichs) herrscht ein
Subozeanisches Klima, die nach Osten zu trockener und wärmer (kontinentaler)
werdend.
Die Verteilung der Jahresniederschlagsmengen sowie die
Niederschlagshäufigkeit werden durch die Exposition zu den vorherrschenden
Westwetterlagen bestimmt. Die Niederschlagssummen schwanken zwischen 600 und
1000 mm. Westliche und alpenrandnahe Gebiete sowie das höhergelegene Hügelland
zwischen Enns- und Ybbstal sind niederschlagsreicher; die trockensten Gebiete
kennzeichnen den subpannonischen Einfluss im Osten (Melk: 601 mm). Das
sommerliche Niederschlagsmaximum liegt im Juli.

Bodenverhältnisse:
Der Kalkgehalt der Böden der beiden Erlauftäler ist verschieden.
Die Kleine Erlauf hat ihr Haupteinzugsgebiet in der Flyschzone und in ihrem Tal
herrscht karbonatärmerer Sandstein vor.
Im Großen Erlauftal liegt Karbonatgestein vor, da dieser
Fluß in den Kalkalpen seinen Ursprung hat. Die Ybbs kommt ebenfalls aus den
Kalkalpen.
Der häufigste Bodentyp auf dem Pleistozän westlich von
Wieselburg und auch auf dem Miozän ist der Pseudogley. Östlich des Großen
Erlauftales treten Braunerden auf, die teilweise leicht durchschlämmt sind; auf
einigen kleinen Lößnischen treten auch Übergänge von Pseudogley zu
Parabraunerden auf. Auf den Flussterrassen herrscht die Rendsina vor.
Natürliche
Waldgesellschaften:
Im Norden des Bezirkes mit Eichen-Hainbuchen-Mischwälder
gibt es nur noch in Resten an unzugänglichen Steilhängen, hier sind diese Wärme
liebenden Wälder aber sehr gut erhalten. An feuchten und kühleren
Nordwesthängen gesellt sich auch die Buche stärker hinzu. In Schauboden und bei
Zarnsdorf auf den extrem flachgründigen Rendsinen, füllt die Rotföhre hier eine
ökologische Nische. Als Wärmezeiger ist in den Eichen-Hainbuchen-Mischwäldern,
die Pimpernuß (Staphylea pinnata) häufig anzutreffen. Gegen Süden zu in der
submontanen Stufe mit Fichten-Tannen-Buchenwald, dann subalpiner Fichtenwald
und hochsubalpinen Stufe mit Latschengebüsche.
Die indigenen
Eiben-Vorkommen im Bezirk Scheibbs
Das nördliche Alpenvorland ist ein Hügelland aus tertiären
Sedimenten und eiszeitlichen Schotterterrassen bedeckt, so auch im Gebiete der
Großen und Kleinen Erlauf, haben sich Endmoränen vorgeschoben. Diese wurden
nach dem Zurückweichen der Gletscher durch die Flüsse tief eingeschnitten, der
Glazialschutt, der das heute zutage tretende Konglomeratgestein bildet, ist der
Boden, auf dem die Eibe hier stockt. An einigen Stellen des Hügellandes könnte
auch die Buche eine größere Rolle gespielt haben, da dort heute noch montane
Buchenwälder vorkommen. Die Eiben hingegen waren stärker vertreten, denn sie
hat sich heute an unzugänglichen Stellen erhalten (ZECHNER, J., 1977, S.16).
Im Tale der Erlauf und ihrer Zuflüsse kam noch Anfang des
19. Jahrhunderts, die Eibe ziemlich häufig vor, am Steilufer von Petzenkirchen
bis Schauboden und Mühling, im Hametholz bei Freydegg, Wechling südlich von
Kemmelbach, im Weinzierler Wald zwischen Weinzierl und Wieselburg schon von
(NEILREICH; 1859) angegeben, bei Schauboden, bei Etzerstetten unweit Marbach,
im Ederholz bei Öd am Seichten Graben, dann bei Gumprechtsfelden, auf dem
Reidlingberg bei Wang, in der nähe des Eibenhabitates ist auch ein indigenes
Vorkommen von Ilex aquifolium (TOD, 1978).
In Gresten kommt die Eibe strauchartig auf dem Spielberge,
im Waldamt - Zogelgraben, und Scheibbser Umgebung vereinzelt als Baum in den
Wäldern, so am Blassenstein, am Buchberg im Lueggraben und an einem Waldrand
bei St. Georgen an der Leys, bei Oberndorf an der Melk am Fußmaißlberg.
Im Gemeindegebiet von St. Anton an der Jeßnitz nächst
Scheibbs ist sie verhältnismäßig häufig, auf den Schlagerboden bei den Rotten Rosenstein*,
Hinteregg, Schlag – nach Schätzung des Revierförsters unter den zahlreichen
alten Stämmen auch tausendjährige, weiter noch bei Prink, Gnadenberg, im
Sägegraben bei Kreutzen und Zwerg*, Baumgarten, Grübl*,
Ober
Falkenstein*, Bergbauer, Ober-Ort, Moos, Ortbauer, Nußbaumlehen (2
Eiben - NDM), Unter-Grollenberg und Brückl*, an einigen Stellen mit der
Stechpalme (Ilex aquifolium) zusammen (ROSENKRANZ,1934).
Im Zuge meiner Eibeninventur habe ich einige der angeführten
Eiben-Fundorte im Gemeindegebiet von St. Anton an der Jeßnitz besucht.
Davon sind folgende Eiben-Fundorte noch rezent erhalten
geblieben (*), wie bei Brückl, mehrere Eiben – Einzel- und
Gruppenvorkommen im Hangwald und eine alte Eibe beim Brücklhaus. In Grübl ein Hangwald mit 7 Eiben im
Unterholz, bei Rosenstein, an einem
felsigen Hangwald im Unterholz 10 Eiben mit allen Altersstufen und
Naturverjüngung, an den Walrändern stehen 5 Eiben, davon ein Exemplar mit ca.
50 cm Stammumfang, bei Zwerg, 7.
Eiben an Felsformationen im Unterholz und bei Ober Falkenstein, sind 3 Eiben im Unterwuchs.
Im Ybbstale; bei Klein Prolling, Ybbsitz, Prochenberg und
zwischen Kematen und Waidhofen an der Ybbs in der nähe der Oismühle am linken
Ufer, sowie am Sonntagberg. Weitere Standorte im Lunzer Gebiete zwischen Seehof
und Mittersee, Walcherbauernberg, Bodingbach, und im Übelgraben und bei Groß
Weinegg sowie im Dürrenstein-Gebiet, im Steinbachtal und Hundsaugraben, und
Rothwald - Gebiet vorkommt.
Im Ötscher Gebiet ist sie bei Langau - Maierhöfen, am Bichl
- 11 Eiben im Unterholz (DOPPLER J. 2004) und Lackenhof sehr selten, findet
sich aber auch am Zwieselberg, in den Ötschergräben und Ötscher-Tormäuern sowie
bei der Burg.
An der steirischen Grenze zu kommt sie bei Göstling an der
Ybbs, im Rotmoosbach, und Lassing an der Mendling, bei den Sandmäuern, im
vorigen Jahrhundert schmückten noch größere Eibenbestände die Nordabhänge des
Gamsstein, das mit dem Vorkommen bei Opponitz, wo sie südlich des Ortes im
Tannenwald zerstreut auftritt (STEPAN, 1948).
Bemerkenswertes indigenes Eibenvorkommen an der Kleinen
Erlauf
Vor der Zusammenmündung der beiden Gerinne (Großen Erlauf
und Kleinen Erlauf) liegt ein Schuttkegel, an dessen Rändern durch die
Erosionstätigkeit, Steilufer entstanden sind.
Auf dem scharf zum rechten Ufer der Kleinen Erlauf
abfallenden Steilhang der Hochterrasse, geologisch aus kalkarmen Sandstein
aufgebaut, ist von Wieselburg an der Erlauf bis auf die Höhe zwischen den
Ortschaften Brunning und Zarnsdorf ein auffallend häufiges Vorkommen der Eibe
festzustellen. Dieses Vorkommen in dem plenterartig bewirtschafteten
Waldstreifen ist an manchen Stellen derart auffällig, dass an einigen Orten die
Eibe allerdings nur für hundert Quadratmeter dominierend auftritt. Aber auch
sonst tritt die Eibe in einem gewissen Mischverhältnisse auf, streckenweiße nur
vereinzelt.
Bei einer vorgenommen Zählung der wurden in Stärken von 4 cm
aufwärts 238 Stück gefunden, wobei ein Exemplar von 64 cm Stärke eine monströse
Stammform zeigte. Es wurde ein Versuch gemacht, diese von einer Höhe von ca. 40
cm aufwärts ziffernmäßig zu erfassen und da gelangte man zu rund 1450 Stück. In
dieser Ziffer sind nicht alle kleineren Pflanzen einbezogen
Es ist jedenfalls bemerkenswert, dass sich im Kleinen
Erlauftal inmitten einer „Kultursteppe“, ein solches Relikt-Eiben-Habitat,
rezent erhalten hat (BERNFUSS O. 1933).
Die Eiben Restbestände im Hangwald der „Brunniger Au“ und
zwar im letzten Zwickel zwischen den Steilabfall und Kleinen Erlauf an einer
sehr unzugänglichen Stelle. Weitere einzelne Exemplare sind im Hangwald der
Hochrieß bei Schauboden finden. Hier steht die größte Eibe des Gebietes, die
einen Durchmesser von 40-50 cm hat. Dieses Exemplar wäre als Naturdenkmal
durchaus schützenswert. (ZECHNER; J.,1977, S.92).
Taxus –Habitat Kleines Erlauftal

Verbreitung der Eiben- und Stechpalmenvorkommen im Bezirk
Scheibbs. Die Verbreitungskarten sind nach NIKLFELD (1971) in Grundfeldern und
Quadranten unterteilt, auf diesen sind die Fundorte markiert und mit
unterschiedlichen Symbolen aufgeschlüsselt.
Anhand der Verbreitungskarten sieht man die Übereinstimmung
des Vorkommens der beiden atlantischen und subatlantischen Florenelemente im
Bezirk (Abb. 4 und 5).
Zeichenerklärung:
● –
aktuelle und historische Fundorte
○ -
Orte
× - Berggipfelhöhenstufen
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|
|
Abb. 4 – Verbreitung Taxus baccata L. |
Abb. 5 – Verbreitung Ilex aquifolium L. |
Vernichtung eines
Eibenvorkommens bei Randegg (Kleinen Erlauftal)
Am Mitterberg, ca. 2 km nordöstlich von Randegg, bei
Ratzelöd, an einem westlich exponierten Hang in ca. 400 ms. m stockte ein
bemerkenswertes Eibenvorkommen von ca. 0,3 Hektar. Als ich in den 70er-Jahren
dieses Eiben-Habitat entdeckte, zählte ich noch 110 Eiben in allen
Altersstufen, es ist ein typischer Hang – Eiben – Buchenwald (Taxo-Fagetum),
dominante Begleiter der Eiben sind Fagus sylvatica, Abies alba, Acer
pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fraxinus exlesior, Pinus sylvestris, Betula
pendula und Corylus avellana.
Als ich im Zuge der Eibeninventur dieses Eibenvorkommen
besuchte, musste ich leider feststellen, dass zahlreiche Eiben gefällt worden
waren. Nach Aussage des Waldbesitzers, hat er bei den Schlägerungsarbeiten an
von Borkenkäfern zerstörten Fichten, dabei wurden auch einige Eiben in
Mitleidenschaft gezogen. Daher entschied er sich für die Fällung. Es ist nur
noch ein Restbestand von ca. 30 Eiben übrig geblieben. (Pressebericht der
NÖN-Erlaftal Nr.31. 27.07.2004 und Nr.32. 03.07.2004. S.10).
Zu begrüßen wäre es,
wenn die bäuerlichen, privaten und öffentlichen Waldbesitzer, auch weiterhin
der Eibe (Taxus baccata L.) ein Tertiärrelikt in Ihrem Wald eine Heimstätte
gewähren würden!!

Abb. 6 -
Eiben-Reliktwald „Ratzelöd“ bei Randegg in den 70ziger Jahren

Abb. 7 - Das zerstörte
Eibenvorkommen „Ratzelöd“ – im Jahr 2004
Was kann man tun um
die Lebensräume der indigenen Eibenvorkommen zu erhalten?
Wenn auch keine unmittelbare Gefährdung der letzten natürlichen
genetisch vielfach isolierten Eibenvorkommen besteht, sollte man trotzdem zur
Sicherung des Habitates, Pflegemaßnahmen durchführen.
Die derzeit größten
Gefahren für die Eiben resultieren, abgesehen von örtlichem Wildverbiss - der
Eiben und aus einer zunehmenden Bedrängung durch andere Bäume insbesondere
durch Rotbuchen, verhindern die natürliche Verjüngung. Die damit geringer werdende
Belichtung wirkt sich ungünstig auf die Vitalität und das Blühverhalten der
alten Eiben aus. Gleichzeitig werden so die Voraussetzungen für eine
Naturverjüngung schlechter. Soweit vom Aufwand her sollte daher einzelne Eiben und Eiben-Gruppen maßvoll
freigestellt werden, um eine entsprechende Vitalisierung sowie die Blüte
bzw. Fruktifikation anzuregen.
Eine rasche und starke Freistellung der lange unter
Kronenüberschirmung wachsender Eiben sollte jedoch vermieden werden, da sich
die Bäume nur langsam an die geänderte Lichtsituation anpassen können und
vorübergehend geschwächt und anfällig sind. Die Empfehlung zum Schutz der Naturverjüngung beschränkt sich auf
stärkere Bejagung des Wildes, weil großflächige Zäunungen der Vorkommen nur in
Ausnahmen möglich sind.
Die Erhaltung sollte aber nicht nur auf Pflege des
Eiben-Altbestandes und die Sicherung der Naturverjüngung abzielen, wenngleich
diese als in situ Generhaltungsmaßnahme (Erhaltung am Ursprungsort) oberste Priorität haben.
Vielmehr sollten, sozusagen als Rückversicherung, zugleich
ex situ-Maßnahmen (Erhaltung an einem anderen Ort, z.B. Forstbaumschulen)
durchgeführt werden.
Dank
Für die Taxus Fundortangaben danke ich herzlich die Herrn
Johann BAUER und DI Johannes DOPPLER (Rothschild’sche Forstverwaltung Langau),
für die gebotene fachliche Unterstützung die Herrn Prof. Harald NIKLFELD (Uni.
Wien) sowie DI, Dr. Franz STARLINGER und Dr. Berthold HEINZE (Bundesamt und
Forschungszentrum für Wald, Wien).
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Anschrift des Verfassers:
Franz TOD
Botanischer Garten der Univ. Wien
Rennweg 14
A-1030 Wien
Austria.
ANHANG - KARTENMATERIAL:
Geologisches Profil – Wieselburg an der Erlauf:

(Zechner J. 1977)
Profil
Sil-Höhe:

(Skizze n. Zechner,
J. 1977 verändert)
Wärmeinseln
im Großen und Kleinen Erlauftal:

(Skizze n. Zechner,
J. 1977)
In den Wärme liebenden Eichen-Hainbuchen-Buchen Wäldern kommt die Eibe in
größeren Beständen vor.

(Skizze n. Zechner,
j. 1977)
Taxus –
Habitat – Brunning Au:

© BEV-ÖK-Nr.54. Melk-1:50.000
Eiben-Habitat
– zwischen Wieselburg und Marbach an der Kleinen Erlauf:

©BEV-ÖK-Nr.54. Melk
1:50.000
Taxus –
Habitat – Brunning Au und Hochrieß bei Purgstall an der Großen Erlauf:

© BEV-ÖK-Nr.54.
Melk 1:50.000
Eiben-
und Stechpalmenvorkommen Schlagerboden – Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz:
Symbole:
▲ – Stechpalme – Ilex aquifolium
○ - Taxus baccata - Eiben

© BEV-ÖK-Nr.72.
Mariazell 1:50.000
Im Gemeindegebiet von St. Anton an der Jeßnitz, auf dem Schlagerboden kommt
die Eibe gemeinsam mit Stechpalme häufiger vor.
Aktuelle Eibenvorkommen im Bezirk Scheibbs

©
BEV-ÖK-1:50.000
© - Franz Tod – 27.09.2004