CERANA BEE - PROJECT AUSTRIA - NEPAL / ICIMOD:

"FÖRDERUNG UND ENTWICKLUNG DER IMKEREI MIT DER AUTOCHTHONEN BIENE, APIS CERANA IN NEPAL"

( Projekt Nr.: 1469-00-93-20-660-170, Nepal - Austroprojekt / ICIMOD )

 


Himalaya

Projektpartner:

Institut für Bienenkunde - A-3293 Lunz/See - Austria
Institut und Projekt Leiter: Univ.-Doz.Dr.Dipl.Ing. Hermann Pechhacker und Mitarbeiter
Techn. Experte: Ernst Hüttinger, Ass.: Julia Hüttinger
ICIMOD ( International Centre for Integrated Mountain Development) - Kathmandu, Nepal
Project Leader: Dr. Shrestha and team

Einleitung

Zu den Aufgaben des Projektes, gehörten auch das sammeln von Pflanzen, mit Blütenpollenproben, für die Honigherkunfts- und Qualitätskontrolle, sowie eine Erstellung einer Pollendatenbank, das im Internet, veröffentlicht wird. Von den einzelnen Pflanzen-Pollenaufsammlungen wurden zur Dokumentation und Revidierung, Herbarbelege angelegt. Die Herbarbelege sind von mir und den Botanikern (Spezialisten), vom Institut für Botanik der Universität Wien, Naturhistorisches Museum in Wien und dem Herbarium des Royal Botanic Gardens Kew, Richmond - United Kingdom determiniert.
Ich hatte eine Einladung, als Anerkennung für die bisherigen Determinationsarbeiten des Nepalherbars, im Rahmen des Austro-Projektes, zur "Förderung und Entwicklung der Imkerei mit der autochthonen Biene, Apis cerana in Nepal", als Pflanzenexperte teilzunehmen.
Meine Tätigkeiten, waren die Durchführung von Pflanzensammlungen, Floren- und vegetationskundliche und pflanzensoziologische Aufnahmen in Nepal. Wenn die Herbardeterminationsarbeiten sowie vegetationskundlichen Auswertungen vorliegen, wird ein Bericht über die "Blütenpollen-Flora von Nepal" publiziert.
Vorläufig hatte ich nur eine allgemeine Übersicht von der Flora und Vegetation Nepals zusammengestellt.

DIE FLORA UND VEGETATION VON NEPAL

Nepal ist ein Land im Himalayagebiet, besitzt eine artenreiche und mannigfaltige Flora und Fauna. Man teilt Nepal in 75. Vegetationstypen und 35 Waldtypen ein. Derzeit sind ca. 7000 Pflanzenarten bekannt, davon sind 6000 Blütenpflanzenarten und über 3.500 Kryptogamen (Moose und Farne). Über 5% der Blütenpflanzen sind endemisch. Nepal, hat nur einen Waldanteil von 37,10%!!
In der Forstwirtschaft bemüht sich Nepal, den Raubbau der letzten Jahrzehnte durch Wiederaufforstungen gut- zumachen. Die Erfolge sind bislang und auf absehbare Zeit gering. Die Wälder können nicht mehr als Rückhaltereservoir für das Schmelzwasser dienen, Überschwemmungen, auch in Indien und Bangladesch sind die Folge. Die Erosion vernichtet als Folgeerscheinung immer mehr fruchtbare Böden.

Geographie:

Nepal dehnt sich von Norden und Osten, entlang zwischen den Breiten 26º 22' und 30º 27' Nord, 80º 04' Ost; 88º 12' aus.
Staatsgebiet: 147,181 Quadratkilometer
Länge; 885 km (von Ost zu West),
Breite; ca. 193 km (von Nord nach Süd).
Bevölkerung: 21,84 Millionen (1998).
Man teilt Nepal in drei parallele Regionen ein, die von Nordwesten nach Südosten verlaufen. An der Grenze zu China befindet sich der Hoch-Himalaya mit einer durchschnittlichen Höhe von mehr als 4.500 ms.m.
In der zweiten Region handelt es sich um die Mahabharad- und Churia-Ketten von etwa 2.500 ms.m. Bei der dritten und südlichsten handelt es sich um ein Flachland, den Terai, mit Sümpfen und tropischen Wäldern. Im Gegensatz zu den meist vegetationsarmen Hochländern sind die   Schwemmlandböden des Terai äußert fruchtbar. Der Kessel des Kathmandu-Tales im Zentrum des Landes bildet neben der Terai-Region die einzige größte Ebene des Staates.

Klima:

In Nepal herrscht ein Monsunklima, einen jahreszeitlich wehenden Wind, der im Sommer hohe Niederschläge mit sich bringt. Er weht hauptsächlich als Südost- bis Südwestwind. Das tropische Monsunklima wird in Nepal allerdings etwas gemildert durch die Höhenlage, die insbesondere im Hochsommer Luftfeuchtigkeit und Schwüle nicht so drückend erscheinen läßt. Zudem ändert sich die Höhe der Niederschläge mit der Hanglage. Fallen auf der dem Wind zugekehrten Seite des Hanges heftige Steigungsregen, so treten die gleichen Winde auf der anderen Seite des Himalayamassives als trockene Fallwinde auf. Nach Norden zu bringt der Sommer-  monsun weniger Niederschläge, und im äußeren Norden Nepals findet man fast wüstenhafte Täler, in denen nur zeitweise Flüsse fließen. Im Kernland Nepals jedoch fallen von Mai bis September zwischen 1500 und 2000 mm Regen, im südlichen Tiefland sogar über 2000 mm.

Vegetationszonen:

Nepal wird nach Dobremez (1972), in sechs Vegetationszonen eingeteilt:

a) Tropische Zone ( bis 1000 ms.m):
    untere Zone bis zu 500 ms.m  und obere 500 - 1000 ms.m

b) Subtropische Zone ( 1000 - 2000 ms.m):
    untere Zone 1000 -1500 ms.m und obere 1500 - 2000 ms.m

c) Gemäßigte Zone ( 2000 - 3000 ms.m):
    colline (untere) Zone 2000 - 2500 ms.m und montane 2500 - 3000 ms.m

d) Subalpine Zone ( 3000 - 4000 ms.m):
    untere Zone 3000 - 3500 ms.m und obere 3500 - 4000 ms.m

e) Alpine Zone ( 4000 - 5000 ms.m):
    untere Zone 4000 - 4500 ms.m und obere 4500 - 5000 ms.m

f) Nivale Zone ( ab 5000 ms.m)

Floristisch und pflanzengeographisch teilte Stearn (1960), Nepal in drei Regionen ein:

A) West - Nepal - Kumaon - Grenzgebiet bis 83º Ost länge,
B) Zentral - Nepal - 83º Osten bis 86º 30' Osten,
C) Ost - Nepal - 86º 30' Osten zum sikkimischen Grenzgebiet.
 

Florenregionen - Vegetationstypen:

Nepal wird in sechs floristischen Regionen eingeteilt:

1) Sino - mit zentral asiatischen Florenelementen,
2) Japanisch - im Nord - Osten, mit südostasiatischen Florenelementen,
3) Malaysisch - im Süd - Osten,
4)  Indisch - im Süden,
5) Sudano - Sambier - im Süd - Westen,
6) Irano - Turrean - im Westen.
 

Tropische Zone:

In dieser Vegetationszone dominiert der "Sal-Wald", mit Shorea robusta, in der Vergesellschaftung von Terminalia alata, Lagerstroemia parviflora, Adina cordifolia, Cassia sp. Eugenia sp. und Lianen, wie Bauhinia vahlii, Milletia sp. u.v.a.
Ungefähr 1500 Arten von Blütenpflanzen, davon sind 29. Arten endemisch.
Pflanzengeographisch gehört diese Zone, dem indischen- im Süden, dem asiatisch-malaysischen Florengebiet im Osten.

 


Dendrobium sp.

Subtropische Zone:

Im Osten dominiert Schima wallichii - Castanopsis tribuloides Wald und im Westen mit Castanopsis indica - Pinus roxburghii Wald. Mit der Vergesellschaftung von Engelhardtia spicata, Acer oblongum, Pyrus pashia, Eurya acuminata, Myrica esculenta, Lyonia ovalifolia, Quercus lanata, Quercus incana, Rhododendron arboreum etc. Dieses Florengebiet zählt 2028 Arten von Blütenpflanzen, davon 50 endemischen.
Die schmale Zone wird Pflanzengeographisch, in der oberen Stufe zur sino- japanischen Region, während auf der Südost-Region, die asien-malaysische.

Gemäßigte Zone:

Diese Zone ist mit Laubwäldern, von immergrünen Eichen, Rhodoendren und Nadelbäumen etc., charakterisiert. Die dominanten Arten sind, Quercus semecarpifolia, Quercus lamellosa, Quercus glauca, Daphniphyllum himalayense, Magnolia campbellii, (in Ost- und zentralen Nepal), Quercus dilatata, Aesculus indica, Juglans regia (In West-Nepal). Pinus wallichiana, Picea smithiana, Cedrus deodora, Abies pindrow und Tsuga dumosa sind die die Nadelbäume, in den Laubwäldern. In der mittleren (montanen) Zone, sind Rhododendron arboreum, Lyonia ovalifolia, Carpinus viminea, Taxus baccata, Betula alnoides u.a., der den Alnus nepalensis Wald bildet.
Es sind 113 endemische Arten bekannt. Diese Wälder sind an exponierten Standorten, wie an steilen Abhängen, durch die anthropogenen Eingriffe, besonders Erosionsgefährdet.


Rhododendron arboreum

Subalpine Zone:

Als Charakter-Arten dieser Zone herrschen ein Tannen-Laubwald, mit Abies spectabilis, Betula utilis, Sorbus cuspidata, Sorbus  microphylla mit Acer caudatum, Acer pectinatum vor. Die alpine und nivale Zone gehören der zentralen-asiatischen Region an. Diese Zone zählt 1645 Arten, einschließlich 177 endemische Blüten-  pflanzen.

Alpine und nivale Zone:

Üblicherweise dominieren Rhododendron - Büsche, mit Potentilla fruticosa, Hippophae rhamnoides und Berberis sp. etc., in dieser Buschvegetation. Die Geröll-Vegetation besteht aus Kissen von Arenaria sp., Waldheimia sp. u.a. Das Gebiet über 5000 ms.m ist von Schnee bedeckt. Winterharte und extreme, kältebeständige Pflanzen, wachsen in sonnigen Felsspalten, wie Stellaria decumbens, Stellaria langinosa, sind bei einer Höhe von ca. 6100 ms.m gefunden worden. In dieser Zone sind 1075 Arten von Blütenpflanzen, mit 190 endemischen Arten bekannt.

Biologische klimatische Zonen (n. Dobremez 1972):



 

Nivale Zone

Stellaria decumbens
Arenaria bryophylla

bis 6000 ms.m

Alpine Zone

Potentilla fruticosa
Hippophae rhamnoides
Rhododendron - Busch

bis 5000 ms.m

Subalpine Zone

Abies spectabilis
Betula utilis 
Sorbus cuspidata 
Acer caudatum

bis 4000 ms.m

Gemäßigte Zone

Quercus semecarpifolia
Rhododendron arboreum Wald
Pinus wallichiana
Cedrus sp., Taxus sp.

bis 3000 ms.m

Subtropische Zone

Schima wallichiana
Castanopsis sp.
Quercus - Pinus roxburghii, Pyrus - Engelhardia - Acer - Myrica u.a.

bis 2000 ms.m

Tropische Zone

Shorea robusta - Wald
"Sal - Wald"

bis 1000 ms.m


Literatur:

O. POLUNIN, A. STAINTON (1984), Flowers of the Himalaya,
                                     Oxford Univ. Press.
O. POLUNIN, A. STAINTON (1988), Flowers of the Himalaya (Supplement)
                                     Oxford Univ. Press.
S.B. MALLA (1990), Flowering Plants of India, Nepal and Buthan,
                                     Surya Publication - India.
N.P. MANANDHAR (1989), Useful Wild Plants of Nepal,
                                     F. Steiner Verlag, Wiesbaden - Stuttgart.
B.P. SHRESTHA (1989), Forest Plants of Nepal,
                                     Educational Enterprise.
B.P. SHRESTHA (1974), Flora of Pulchoki and Godawari
                                     Dept. of Medicine Plants (1969)
                                     H.M. Govt.of Nepal
B.P. SHRESTHA (1974), Flora of Pulchoki and Godawari (Supplement)
                                     Dept. of Medicine Plants  (1974)
                                     H.M. Govt.of Nepal
B.P. SHRESTHA (1976), Flora of Langtang,
                                     H.M. Govt.of Nepal
B.P. SHRESTHA (1986), Flora of Kathmandu Valley
                                     H.M. Govt.of Nepal

 

Verfasst von Franz Tod
c/o Botanischer Garten der Universität Wien
Rennweg 14
A-1030 Wien
21. Februar 2000

zurück