Vorlesung im Sommersemester 2009
Univ.-Doz. Dr. Frank Hartmann
SPEZI-VO [220053] Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Freitag (wtl) von 13.03.2009 bis 26.06.2009 16.00-17.30
- Themenüberblick
(1) Begriffsbestimmung
(2) Sinne und Technik
(3) Exkurs "Medienmoderne"
(4) Lesbarkeit und Bildlichkeit
(5) Interface als Kulturtechnik
- Interface und Wissen (Paul Otlet)
- Interface und Visualisierung (Otto Neurath)
- Vom Interface zum Dataspace (D. Engelbart)
(6) Vom "Personal Computing" zum "Networked Computing"
- Literaturangaben und Zitate:
(zu 1 - Begriffsbestimmung)
Benjamin, Walter (2002), Medienästhetische Schriften, Frankfurt/Main: Suhrkamp
Castells, Manuel (2003), Das Informationszeitalter. 3 Bde., Opladen (UTB 8262)
Hartmann, Frank (2008), Multimedia, Wien: Facultas/WUV
Hartmann, Frank (2008), Medien und Kommunikation, Wien: Facultas/WUV
Hartmann, Frank (2006), Globale Medienkultur. Technik, Geschichte, Theorien, Wien: Facultas/WUV
Hugill, Peter J. (1999), Global Communications since 1844. Geopolitics and Technology, Baltimore/London: The Johns Hopkins University Press
Innis, Harold A. (1997), Kreuzwege der Kommunikation. Ausgewählte Texte, hrsg. von K. Barck, Wien/New York: Springer --
hier: The Bias of Communication (1951), S.67-187
McLuhan, Marshall (1964), Understanding Media. The Extensions of Man, New York: McGraw-Hill
McLuhan, Marshall (1962), The Gutenberg Galaxy. The Making of Typographic Man, Toronto Univ. Press
Zitate:
"Innerhalb großer geschichtlicher Zeiträume verändert sich mit der gesamten Daseinsweise der menschlichen Kollektiva auch die Art und Weise ihrer Sinneswahrnehmung.
Die Art und Weise, in der die menschliche Sinneswahrnehmung sich organisiert – das Medium, in dem sie erfolgt – ist nicht nur natürlich sondern auch
geschichtlich bedingt." (Walter Benjamin 1936)
LINK >> Biographie
"Wir können wohl davon ausgehen, dass der Gebrauch eines bestimmten Kommunikationsmediums über einen langen Zeitraum hinweg in gewisser Weise die Gestalt des zu
übermittelnden Wissens prägt. [...] Auch stellen wir fest, dass der überall vorhandene Einfluß dieses Mediums irgendwann eine Kultur schafft, in der Leben und
Veränderungen zunehmend schwieriger werden, und dass schließlich ein neues Kommunikationsmittel auftreten muss, dessen Vorzüge eklatant genug sind,
um die Entstehung einer neuen Kultur herbeizuführen." [Harold A. Innis:
The Bias of Communication, 1949]
LINK >> Biographie
"Das phonetisch geschriebene Wort opfert Welten von Bedeutungs- und Wahrnehmungsinhalten, die in [bildlichen Schriftformen wie Hieroglyphen, Ideogramme, Piktogrammen] gesichert waren."
[Marshall McLuhan: Understanding Media, 1964, Kap.9]
"Seit die Elektrizität vielseitige, [nicht-textuelle] Möglichkeiten geschaffen hat, Information zu speichern und wieder verfügbar zu machen, hat nicht nur die Kultur, sondern auch die Wissenschaft Grundlage und Charakter grundlegend verändert."
[Marshall McLuhan: Understanding Media, 1964, Kap.16]
LINK >> McLuhan in CBC Archiv (TV, Radio)
(zu 2 - Sinne und Technik)
Freud, Sigmund (1930), Das Unbehagen in der Kultur >> LINK
Henning, Peter A. (2007), Taschenbuch Multimedia >> LINK
Herder, Johann Gottfried (1772), Abhandlung über den Ursprung der Sprache, Berlin >> LINK
Herder, Johann Gottfried (1784-1791), Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, Berlin
Leroi-Gourhan, André (1995), Hand und Wort: Die Evolution von Technik, Sprache und Kunst (Orig. 1964/65), Frankfurt am Main: Suhrkamp
Schöttker, Detlev Hrsg. (2003), Mediengebrauch und Erfahrungswandel, Göttingen (UTB 2384)
Serres, Michel (1993), Die Fünf Sinne. Eine Philosophie der Gemenge und Gemische
Serres, Michel (2003), Der Mensch ohne Fähigkeiten, in: Schöttker Hg. (2003), S.207-218
>> TELEPOLIS: Ein Gespräch mit Michel Serres über die Effekte der neuen Technologien
auf unser Denken, moderne Piraten und darüber, was Brot, Wein und Lammkoteletts mit der Genomforschung zu tun haben
Hartmann, Frank (2004), Flusser - Das Abstraktionsspiel >> LINK
Hartmann, Frank (2003), Techniktheorien der Medien = download >>

Giesecke, Michael (2005), Medienphilosophie der Sinne =
download >>

Die 5 Sinne (Aristoteles) = Sehen – Hören – Riechen – Schmecken – Tasten
Die Kanäle multimedialer Kommunikation "sind nur teilweise mit den klassischen 'fünf Sinnen' identisch. Nicht jeder kann von Menschen in beiden Richtungen
gleich gut genützt werden, auch ihre Bedeutung für Mensch und Technik differiert sehr stark. Multimedia ist der Trend, diese
Kanäle mit den Mitteln der Informationswissenschaft über alle Quellen zu integrieren und als Gesamtheit für die Kommunikation zu nutzen." (Henning 2007)
"Mit all seinen Werkzeugen vervollkommnet der Mensch seine Organe – die motorischen wie die sensorischen – oder räumt die Schranken für ihre Leistung weg.
(...) Der Mensch ist sozusagen eine Art Prothesengott geworden, recht großartig, wenn er alle seine Hilfsorgane anlegt, aber sie sind nicht mit ihm verwachsen
und machen ihm gelegentlich noch viel zu schaffen." Sigmund Freud 1930
"Als unsere fernen Vorfahren sich von ihren vier Füßen erhoben und den aufrechten Gang entwickelten, eine Evolution, die ohne Zweifel
viele tausend Jahre in Anspruch nahm, da verloren die vorderen Gliedmaßen die Fähigkeit der Fortbewegung. Aber dafür gewann
die Hand neue FUnktionen hinzu. Das Greifen setzt eine Entdifferenzierung voraus, die es diesem Organ erst ermöglicht,
zur Hand der Seefahrt oder des Zimmerns, der Chirurgie oder des Cembalos, des Lineals oder des Zirkels, der Wahrsagerei und vieler anderer
Dinge zu werden. Aber als die beiden Hände sich dieser feinen Aufgabe des Greifens widmeten, die auch Voraussetzung für das Begreifen ist, verlor das Maul,
das bis dahin vorstand, weil die Zähne so besser zupacken konnten, seinerseits diese Funktion und zog sich zurück, so dass der
Gesichtswinkel steiler wurde; der Schädel änderte seine Form und schuf im vorderen Bereich einen Raum, in dem das Gehirn die Stirnlappen entwickeln
konnte -- und der Mund begann zu sprechen." (Michel Serres 2003)
Achtung, Disclaimer! Die Lektüre von Michel Serres könnte Ihr "kommunikationswissenschaftliches Denken" für immer erschüttern!
Weder gibt es eine Gebrauchsanweisung, noch werden Arzt oder Apotheker weiterhelfen!
Und nicht zuletzt McLuhan:
(zu 3 - Medienmoderne)
Ideelle Grundlagen und technische Formen
- 18. JH - Publizität: Enzyklopädien und öffentlicher Vernunftgebrauch (Diderot, Kant)
- 19. JH - Realaufzeichnung und Reproduzierbarkeit (Fotografie, Drucktechniken, Massenpresse)
- 19/20. JH - Übertragungstechnik: Verkabelung, Telekommunikation
- 20. JH - Medientechnik: Kathodenstrahlröhre, Relais, Transistor, Mikroprozessor
- 21. JH - Medienkonvergenz: Datenverarbeitung und Signalübertragung
Blom, Philipp (2005), Das vernünftige Ungeheuer. Diderot, d'Alembert, de Jaucourt und die Große Enzyklopädie, Frankfurt am Main: Eichborn
D'Alembert, Jean LeRond (1989), Einleitung zur 'Enzyklopädie', hg. von G Mensching, Frankfurt/Main: Fischer
Hiebel, Hans et al (1999), Große Medienchronik, Müchen: Fink
Kant, Immanuel (1989), Zum ewigen Frieden: Ein philosophischer Entwurf, Reclam
Kerlen, Dietrich (2003), Einführung in die Medienkunde, Stuttgart: Reclam
Kümmel, Albert et al. Hg. (2004), Einführung in die Geschichte der Medien, Paderborn: Fink/UTB
Selg, Anette / Wieland, Reiner Hrsg. (2001), Die Welt der Encylopédie, Frankfurt am Main: Eichborn
Standage, Tom (1998), The Vistorian Internet, London >> LINK
TELEPOLIS-Artikel - Hartmann, Frank (2006) Weltkommunikation - Vom Kabel zum Netz. >> LINK
WEB:: Geschichte der Atlantikverkabelung >> LINK
Wikipedia: Lithografie >> LINK
WIRED-Artikel:: Linotype 1886 >> LINK
Forschungspaper: "Long-distance quantum communication" download >>
(zu 4 - Bildlichkeit und Schriftlichkeit)
Die Erzeugung einer 'lesbar' zu erfahrenden Welt
- Oralität > Literalität > neue Mediensphäre
- 'Typographeum' -- Kulturtechnik und Denkform
- Medienwandel: von der interaktionsarmen Lektüre (Industriegesellschaft)
zu rückkopplungsintensiven Vernetzungen (Informationsgesellschaft)
ZITATE
"Alles soll wo immer möglich den Sinnen vorgeführt werden, was sichtbar dem Gesicht, was hörbar dem Gehör, was riechbar dem
Geruch, was schmeckbar dem Geschmack, was fühlbar dem Tastsinn. Und wenn etwas durch verschiedene Sinne aufgenommen werden
kann, soll es den verschiedenen zugleich vorgesetzt werden" -- J.A. Comenius, 1657
"Es hat jemand mit großem Grunde der Wahrheit behauptet, daß die Buchdruckerei Gelehrsamkeit zwar mehr ausgebreitet, aber
im Gehalt vermindert hätte. Das viele Lesen ist dem Denken schädlich. Die größten Denker, die mir vorgekommen sind,
waren grade unter all den Gelehrten, die ich habe
kennengelernt, die, die am wenigsten gelesen hatten. Ist denn Vergnügen der Sinne gar nichts?"
-- Georg Chr. Lichtenberg, ca.1780
"Ihre Identität fanden die Industrienationen in Europa als 'Buchkultur'. In das Medium 'Buch' übersetzte man alle
Informationen, die wertvoll genug schienen, an die nachfolgende Generation vererbt zu werden. Ohne dieses Medium
keine allgemeine Schulpflicht, keine Aufklärung, keine industrielle Massenproduktion und auch keine Wissenschaft." - Michael Giesecke 2002
"Man ging vom Bild zur Schrift, diese wurde vorherrschend, kam in eine Krise, wurde durchbrochen, und nun
steht man jenseits der Schrift, in einer neuen Einbildung, in der wir uns erst noch zu üben haben." - V. Flusser 1998
"Wir erleben, erkennen und werten die Welt hauptsächlich durch die Kategorien der alphabetischen Codes. Unsere Wissenschaft,
Politik, Kunst und Philosophie sind Weisen, auf die wir durch die Kategorien des Alphabets erkennen, werten und erleben.
Der alphabetische Code charakterisiert das 'westliche Dasein in der Welt', und genau dieser Code befindet sich in einer
Krise, insofern andere dabei sind, ihn zu verdrängen. Demnach geht gegenwärtig ein Umbruch unseres Erkennens, Erlebens
und Wertens vor sich."
- V. Flusser 1998
Blumenberg, Hans (1986): Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt/Main: Suhrkamp
Debray, Régis (2003): Einführung in die Mediologie, Bern: Haupt
Eisenstein, Elisabeth (1997): Die Druckerpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa, Wien/New York: Springer
Flusser, Vilém (2003): Absolute: Vilém Flusser, Freiburg: orange press
Flusser, Vilém (1998): Kommunikologie, Frankfurt/Main: Fischer
Flusser, Vilém (1987): Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft? Göttingen: European Photography
Giesecke, Michael (2002): Von den Mythen der Buchkultur zu den Visionen der Informationsgesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp
Goody/Watt/Gough (1997): Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt/Main: Suhrkamp
Hartmann, Frank und Bauer, Erwin K. (2006): Bildersprache. Otto Neurath, Visualisierungen, Wien: facultas
Hartmann, Frank (2000): Medienphilosophie, Wien: WUV
Havelock, Eric A. (2007): Als die Muse schreiben lernte. Eine Medientheorie, Berlin: Wagenbach
Helmes, G./Köster H. (2002): Texte zur Medientheorie, Stuttgart: Reclam
Hörisch, Jochen: Jenseits der Gutenberg-Galaxis, in: Schöttker Hrsg. (2003), S.130-141
Koschorke, Albrecht: Die Imagination des Buches und ihre Ende, in: Schöttker Hrsg. (2003), S.119-129
Kerckhove, Derrick de (1995): Schriftgeburten. Vom Alphabet zum Computer, München: Fink
(zu 5 - Interface-Kultur)
Zur Archäologie von Multimedia:
- (1) Interface und Wissen: Information Retrieval, Information Design
- (2) Interface und Visualisierung: analoge Benutzeroberfläche
- (3) Vom Interface zum Dataspace: Mensch-Computer-Interaktion
(1) Interface und Wissen
Wissensspeicher "Bibliothek" und Dynamisierung des Wissens durch "Hypermedia":
Paul Otlet (1868-1944), Pionier der Wissensgesellschaft

* CDU - Classification Décimale Universelle
* Repertoire bibliographique
* L'encyclopédie documentaire
* Mundaneum - Cité Mondial
* Kommunikationsnetz
* Maschine und Kognition (Cerveau mécanique)
* Traité de Documentation (1934)
Literatur: Hartmann, Frank: Globale Medienkultur, Wien 2006, S.218-225
>> LINK Boyd Rayward zu Paul Otlet
>> LINK Telepolis-Artikel zu Otlet
>> LINK Mundaneum, Belgien
>> LINK Doku-Film zu Otlet mit B. Rayward
>> LINK L'HOMME QUI VOULAIT
CLASSER LE MONDE
Literatur: W.Boyd Rayward (Ed.): European Modernism and the Information Society:
Informing the Present, Understanding the Past, Ashgate 2008
>> Inhalt
(2) Interface und Visualisierung
(a) Visualisierung von Information: Otto Neurath
"Der moderne Mensch ist Augenmensch. Wer schnellen und bleibenden Eindruck machen will, bedient sich der Bilder." (Neurath 1933)
Informationsdesign = Visualisierung bestimmter Daten oder Statistiken zur Erleichterung der menschlichen Wahrnehmung.
Bildeffekte und Perspektive werden vermieden, Klarheit und Unterscheidbarkeit werden angestrebt. Infografiken bilden nicht ab,
sondern sie zeigen etwas. Im multimedialen Zeitlater werden nicht nur ständig mehr Informationen visuell vermittelt,
es sind auch immer öfter die Bilder selbst, welche die Aussage tragen.
ISOTYPE = International System of Typographic Picture Education
Auxiliary language in pictorial form (Thesaurus aus ca. 2000 Bildzeichen)
>> LINK Otto Neurath, Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Wien (1925)
>> LINK International Picture Language [1936]
>> LINK Biographie Neuraths
>> LINK Isotype Institute
>> LINK Charles K.Ogden: Basic English
Literatur: Hartmann, Frank und Bauer, Erwin: Bildersprache. Otto Neurath, Visualisierungen, Wien 2006
(b) Mikrofilm-Interface
>> LINK V. Bush: As We May Think
>> LINK: Präsentation vom 29. Mai (Gernot Rieder, Xaver Forthuber)
(3) Vom Interface zum Dataspace
Mensch-Computer-Interaktion -- auf dem Weg zum "personal computing"
Entwicklung des User-Interafce aus der Radartechnologie (Kathodenstrahlröhre und Lichtgriffel)
1960ff: J.C.R.Licklider, "Computer as a Communication Device" >> LINK PDF
"In a few years, men will be able to
communicate more efficiently through a machine than face to face (...) When people do their informational
work 'at the console' and 'through the network', telecommunications will be as natural
an Extension of individual work as face-to-face communication is now."
1968: NLS Demo, D. Engelbart - Augmenting Human Intellect -- Bitmapping, View Control, Windows, Maus
>> LINK MouseSite mit Demo-Film
1970ff: Dynamisierung des Mediums, Computer nicht nur für "Experten" und deren Zwecke, sondern als universale Maschine
("Metamedium") - Kay/Goldberg: Personal Dynamic Media (PDF >> LINK)
Literatur: The New Media Reader >> LINK
Michael Friedewald: Der Computer als Werkzeug und Medium, Berlin 1999
Thierry Bardini: Bootstrapping. Engelbart, Coevolution and the Origins of Personal Computing, Stanford 2000
Frank Hartmann: Multimedia, Wien 2008 (UTB) >> LINK
(zu 6 - Vom "Personal Computing" zum "Networked Computing" oder: wie aus dem Rechner eine kulturelle Maschine wurde)
"Computer Networks - The Heralds of Resource Sharing"
Filmdokumentation ca.30 min, MIT 1972
*****
- Ursprungsmythen des Internet = Militär, unzerstörbares Netzwerk etc...
- Archäologie des Internet: Wissensportale; Wissensvernetzung; Wissensdynamisierung
- Technische Struktur des Inter-Networking: Interface Message Processors (IMP-Minicomputer),
Packet Switching Technologie (1965), Internetwork Protokoll = TCP/IP >> LINK
- Internet Verwaltung und Management:
Internet Corporation for Assigned Names and Numbers = ICANN >> LINK
DNS = Domain Name Services (Namensauflösung Website - IP-Adresse)
IP Adressenverwaltung >> LINK
Nationale Domain-Registrierung [nic.at]>> LINK
Visualisierung Datenverkehr (Geo-Location) >> LINK
Domain-Liste [Root Zone Database] >> LINK
- Politische Grundlagen des Internet:
1979/1980 = Ausbau des Telefonnetzes zum digitale Datennetz (ISDN)
1991 = High Performance Computing and Communications act (USA)
1993 = National Information Infrastructure (USA)
1994 = EU Grünbuch (Bangemann-Report) = Deregulierung des Telekom-Marktes
- Das Internet ist eine hochgradig regulierte Infrastruktur, zugleich ein
historisch gewachsenes, technisch und organisatorisch komplexes System, in dem
wissenschaftlich, wirtschaftlich und politisch relevante Interessen festgeschrieben sind.
Kulturell bedeutet das Internet die Abkehr von der kanalisierten massenmedialen Kommunikation
(Linear-Modell der Übertragung) hin zu einem kybernetischen Modell (Feedback, Meeting, konvergierende
Medienumgebungen).
- Das Web (WWW) ist nicht das Internet, sondern nur eine seit 1993 popularisierte Nutzungsebene (Hypertext-System
aufbauend auf HTML als Auszeichnungssprache)
- Stufen der technischen Netzwerkkommunikation:
* NETWORK = Verbindung zwischen Computern
* INTERNET = Verbindung verschiedener Netze (Computer, Telefon, Satellit)
* WORLD WIDE WEB = Verbindung von Dokumenten (Hypertext-System)
* WEB 2.0 = Verbindung zwischen Menschen (Social Media, interaktive und kollaborative Elemente)
Literatur:
Berners-Lee, Tim: Weaving the Web, The Original Design and Ultimate Destiny of the WWW, San Francisco 1999
Gillies, James / Cailliau, Robert: How The Web Was Born, New York: Oxford Univ. Press 2000
Mattelart, Armand: Kleine Geschichte der Informationsgesellschaft, Berlin: Avinus 2003
"We are the genitals of our technology.
We exist only to improve next year's model."
>> M. McLuhan
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