Zeitgeschichte vor Ort I
Stefan Eminger
· Ernst Langthaler
Sgraffito von Josef Zöchling am Gemeindesaal von Frankenfels (1948)
Diese Website soll im Verlauf der Lehrveranstaltung erweitert werden. Für Fragen, Wünsche oder Anregungen stehen die Lehrveranstaltungs-Leiter unter den Adressen stefan.eminger@noel.gv.at und ernst.langthaler@univie.ac.at zur Verfügung.
Erste Publikation dieser Seite: 7.10.2002
Letzte Änderung dieser Seite: 31.1.2003
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Name |
Matrikelnummer |
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Fritsche Martha |
9004761 |
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Furch Martin |
9408263 |
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Grafinger Verena |
0102199 |
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Gundacker Claudia |
0003644 |
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Höfinger Jakob |
0049072 |
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Lichtl Wolfgang |
7050261 |
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Michl Robert |
8756401 |
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Radlberger Amalia |
8607003 |
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Rauchlatner Jürgen |
9925113 |
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Ruthner Christine |
0147188 |
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Sander Stephan |
0147280 |
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Schogger Markus |
0053350 |
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Svoboda Stephan |
0009727 |
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Swoboda Susanne |
9909148 |
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Tremml Birgit |
0102413 |
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Waser Magdalena |
0103864 |
Leitung: Mag. Dr. Stefan Eminger (Niederösterreichisches Institut für Landeskunde) / Mag. Dr. Ernst Langthaler (Ludwig Boltzmann Institut für die Geschichte des ländlichen Raumes)
Sprechstunden: nach Vereinbarung
Zeit: Montag, 17-19 Uhr
Ort: Institut für Zeitgeschichte, Seminarraum 1
Beginn: 7.10.
"Zeitgeschichte vor Ort" versteht sich als Versuch, die universitäre Lehre mit der Forschung in außeruniversitären Feldern – hier: mit der Lokalgeschichte des 20. Jahrhunderts – in Beziehung zu setzen. Der Umgang mit Lokalgeschichte hat im deutschsprachigen Raum seit dem späten 19. Jahrhundert ein Genre hervorgebracht: die "Heimatgeschichte". Die "Heimatgeschichte", deren Autoren in vielen Fällen den örtlichen Honoratioren angehören oder mit diesen in enger Verbindung stehen, kann als Selbstbeschreibung einer lokalen Gesellschaft aus der Sicht ihrer bürgerlichen Eliten gelesen werden. In den "Heimatbüchern", "Gemeindechroniken" und "Ortskunden" finden die im lokalen Gedächtnisdiskurs vorherrschenden Geschichtsbilder ihren sinnfälligen Ausdruck. Seit zwei, drei Jahrzehnten findet schrittweise auch die Epoche des 20. Jahrhunderts Eingang in die "Heimatgeschichte". Neben die meist autodidaktisch geschulten Historiographen der "Heimat" treten akademisch ausgebildete HistorikerInnen, EthnologInnen und SoziologInnen. Der Monolog über die "Heimatgeschichte" weicht zunehmend einem vielstimmigen Diskurs, der zwischen affirmativen und kritischen Zugängen zur Lokalgeschichte pendelt.
"Zeitgeschichte vor Ort" möchte sich über die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Lokalgeschichte des 20. Jahrhunderts in diesen Diskurs einklinken. Die Lehrveranstaltung besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil, der im WS 2002/03 als Proseminar (alter Studienplan) bzw. Kurs (neuer Studienplan) mit zwei Wochenstunden angeboten wird, dient der Einführung in Theorien, Methoden und Quellen der lokalen Zeitgeschichte. Im zweiten Teil, der im SS 2003 als zweistündige Arbeitsgemeinschaft (alter Studienplan) bzw. Kurs (neuer Studienplan) geplant ist, sollen TeilnehmerInnen des ersten Teiles und Studierende des zweiten Studienabschnitts die Gelegenheit erhalten, die erworbenen Kompetenzen in einem realen Forschungsprojekt zu erproben und weiterzuentwickeln.
Die Didaktik der Lehrveranstaltung folgt dem Grundsatz, im Wechselspiel von Erwartungen und Erfahrungen die theoretischen und praktischen Kompetenzen der TeilnehmerInnen zu entwickeln. Im Lauf der wöchentlichen Treffen wechseln Phasen der gemeinsamen Arbeit im Plenum mit Phasen der Einzel- und Gruppenarbeit. Die Lehrveranstaltungsleiter, die sich seit Jahren mit lokaler Zeitgeschichte befassen, verstehen sich als Moderatoren eines wissenschaftlichen Diskurses; dieser gewinnt seine Dynamik aus der Spannung zwischen den Impulsen der Lehrveranstaltungsleiter und den Beiträgen der TeilnehmerInnen. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme sind die Beteiligung an der Diskussion und die Absolvierung kleinerer Übungen. Folgende Inhalte sind vorgesehen:
Daten erheben I: Literaturarbeit (14.10. / 21.10.)
Die Geschichtswissenschaft unterscheidet zwischen (Fach-)Literatur und Quellen als Grundlagen der Information. Diese Unterscheidung steht zunehmend zur Debatte. Zwar kann die Literatur ein höheres Maß an Glaubwürdigkeit beanspruchen als die Quellen, wenn sie nach den Regeln der "historischen Methode" erstellt wurde. Allerdings besteht sie ebenso wie Archivalien, Presseartikel oder Fotografien aus Daten, die - wie jedes Datum - eingehender Reflexion bedürfen. Während 'moderne' Positionen der Geschichtswissenschaft weiterhin dieser Unterscheidung folgen, bezweifeln VertreterInnen 'postmoderner' Positionen die höhere Glaubwürdigkeit der Literatur und behandeln sie wie eine Quelle.
Der geschichtswissenschaftliche Umgang mit Literatur besteht aus mehreren Arbeitsschritten:
1. Recherche
Grundsätzlich können wir zwei Suchstrategien unterscheiden. Die Suche top down schränkt ein große Menge an Literatur schrittweise ein (Beispiele: Bibliothekskataloge, Buchhandelsverzeichnisse, Fachbibliographien usw.). Die Suche bottom up erweitert Schritt für Schritt eine kleine Menge an Literatur (Beispiele: Rezensionen, Literaturhinweise, "Schmökern" in Bibliotheken usw.). Zahlreiche Links zur computerunterstützten Literaturrecherche finden sich auf den Websites der Institute für Zeitgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Geschichte der Universität Wien. Im folgenden sind einige Hilfsmittel zur Literaturrecherche in Auswahl angeführt:
Bibliographien der Bibliographien:
Handbuch der bibliographischen Nachschlagewerke Totok-Weitzel, 2 Bde., Frankfurt am Main 1984 f.
Bd. 1: Allgemeine Bibliographien und Nachschlagewerke
Bd. 2: Fachbibliographien und fachbezogene Nachschlagewerke
Baumgart, Winfried, Bücherverzeichnis zur deutschen Geschichte. Hilfsmittel, Handbücher, Quellen, 13. Aufl., München 1999.
Internationale bibliographische Hilfsmittel zur geschichtswissenschaftl. Literatur
International Bibliography of Historical Sciences / Internationale Bibliographie der Geschichtswissenschaften. 1926 ff.
Historical Abstracts. Bibliography of the Worlds Periodical Literature. Part B: 20. Jh. seit 1955 (auch auf CD-ROM)
Spezialbibliographien zur Zeitgeschichte:
Jahresbibliographie der Bibliothek für Zeitgeschichte, Stuttgart. 1960 ff.
Bibliographie für Zeitgeschichte. Beilage der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte, München 1953 ff.
Bibliographie zur Zeitgeschichte. Hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte, 5 Bde., München 1953-1995 (mit Gesamtregister).
Länderbibliographien und spezielle Bibliographien:
Österreichische Bibliographie. Hrsg. v. d. Österreichischen Nationalbibliothek. Sachgruppe 14: Geschichte
Reihe A: Neuerscheinungen in Österreich.
Reihe B: Österr. Hochschulschriften (Diplomarbeiten, Dissertationen, Habilitationen) – seit 1992 in Online-Katalog der NB.
Reihe C: Auswahl ausländischer Austriaca – seit 1992 in Online-Katalog der NB
Österreichische Historische Bibliographie, 1945 ff. (auch im Internet)
Peter Malina u. Gustav Spann, Bibliographie zur österreichischen Zeitgeschichte 1918-1985, 2. Aufl., Wien 1985.
Rezensionsorgane:
Neue Politische Literatur (NPL)
Historisch Politisches Buch (HPB)
Politische Vierteljahresschrift (PVS)
Times Literary Supplement (TLS, wöchentlich)
London Review of Books (vierzehntägig)
New York Book Review (vierzehntägig)
Die Zeit (Wochenzeitung, Hamburg)
Neue Zürcher Zeitung (Tageszeitung)
Internationale Bibliographie der Rezensionen (IBR) 1971 ff. (auch auf CD-ROM)
Bibliographien für Zeitschriftenliteratur:
Internationale Bibliographie der Zeitschriftenliteratur aus allen Gebieten des Wissens (IBZ) 1965 ff. (auch auf CD-ROM)
Historical Abstracts. 1955 ff. (auch auf CD-ROM)
Nützliche Links zur Recherche von Rezensionen und Zeitschriftenartikel:
"Zeitschriftenfreihandmagazin" der Univ. Erlangen
http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/zfhm/zfhm.html
H-Net ("History-Net"): virtuelles Kommunikationsforum für HistorikerInnen und SozialwissenschafterInnen auf der ganzen Welt
http://www2.h-net.msu.edu/
H-Soz-Kult: mit H-Net koordinierte Mailingliste, betreut vom Historischen Institut der Humboldt-Universität Berlin
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/
Nachrichtendienst für HistorikerInnen im Internet: u.a. mit täglicher Zusammenstellung geschichtswissenschaftlich relevanter Artikel aus deutschen, englischen und französischen Zeitungen
http://www.nfhdata.de/premium/index.shtml
2. Dokumentation
Die Information, die in der Literatur enthalten ist, wird in Informationseinheiten gegliedert und (meist mit Hilfe des Computers) erfasst. Ein einfaches Beispiel für die Literaturdokumentation ist die folgende Tabelle, die mit jedem Textverarbeitungsprogramm verwaltet werden kann.
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Nr. |
Text |
Seite(n) |
Beschreibung |
Kommentar |
Rang |
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1 |
Mayer 1985 |
201 f. |
Im Gerichtsbezirk X nahm die Zahl der Knechte und Mägde auf den Bauern- und Gutshöfen seit Mitte der fünfziger Jahre sprunghaft ab. |
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2 |
Ecker 1996 |
344 f. |
In der Gemeinde Y fand 1959 eine Dienstbotenprämierung statt, in der der Obmann der Bezirksbauernkammer 17 Knechte und Mägde für "langjährige und treue Dienste" auszeichnete. Anschließend führte der neugegründete Trachtenverein Volkstänze vor. |
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3 |
Huber 1992 |
21-24 |
Im Gerichtsbezirk X stieg die Zahl der Motormäher in landwirtschaftlichen Betrieben von 15 im Jahr 1950 auf 123 im Jahr 1960. |
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4 |
Schmidt 1978 |
134 |
In der Gemeinde Y im Gerichtsbezirk X wurde 1956 eine Textilfabrik mit 35 Beschäftigten eröffnet; 1960 betrug die Beschäftigtenanzahl bereits 65. |
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3. Interpretation
Die Informationseinheiten werden im Vergleich miteinander und mit den Informationen aus den Quellen interpretiert, d.h. ihre Glaubwürdigkeit wird abgeschwächt oder bestärkt (siehe Spalte "Kommentar").
4. Auswahl
Ausgewählte Informationseinheiten werden für die Darstellung in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht (siehe Spalte "Rang").
5. Erzählung
Die Einzelinformationen werden zu einem narrativen Text, einer Geschichte, verbunden (emplotment). Dabei folgen HistorikerInnen bewusst oder unbewusst bestimmten Erzählmustern. An diesem Akt entzündet sich die Debatte, wo im Spektrum zwischen 'Dichtung' und 'Wahrheit' die Geschichtsschreibung verortet sei. Dabei wird die Existenz von Fakten kaum bestritten; als fiktiv gilt allein die Art und Weise ihrer Verknüpfung. In diesem Fall könnte der Text lauten:
[...]
6. Zitieren
Mit "Zitieren" ist die Art und Weise gemeint, in der AutorInnen, Titel, HerausgeberInnen, Sammelband, Zeitschrift, Erscheinungsort und -jahr sowie Seitenzahlen angegeben werden. Beim Zitieren von Literatur können wir zwei Grundformen unterscheiden: das Zitieren im Text (wie in diesem Fall), das ein Literaturverzeichnis am Ende des Textes erfordert, und das Zitieren als Anmerkung am Fuß oder Ende des Textes (wie etwa in den Richtlinien der ÖZG - Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften).
Weiterführende Literatur:
Wolfgang Schmale (Hg.), Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen, Wien u.a. 1999.
1. Übung:
1. Suchen Sie drei lokal- oder regionalhistorische Studien zum Thema "Festkultur". Zitieren Sie die gefundenen Titel nach den Richtlinien der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG) und geben Sie jeweils Bibliothek und Signatur an.
2. Suchen Sie die 1981 erschienene Dissertation von Klaus-Dieter Mulley. Zitieren Sie den gefundenen Titel nach den Richtlinien der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG) und geben Sie Bibliothek und Signatur an.
3. Suchen Sie in der Österreichischen Historischen Bibliographie (Internet) einen Titel zur Geschichte des Bezirkes Hollabrunn. Zitieren Sie den gefundenen Titel nach den Richtlinien der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG).
4. Suchen Sie in der Internationalen Bibliographie der Rezensionen (IBR) auf CD-Rom eine Rezension des Buches von Hans Medick "Weben und Überleben in Laichingen". Zitieren Sie die Rezension nach den Richtlinien der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG).
Hinterlegen Sie Ihre Rechereergebnisse im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diese per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 18.10.2002, 16 Uhr.
2. Übung:
Verfassen Sie eine 1,5- bis 2seitige Rezension des Textes von Klaus-Dieter Mulley, Region, Heimat, Identität - und Geschichte, in: Historicum (2000/01) H. 68, 4-7 (Kopiervorlage im Ordner Eminger/Langthaler im Sekretariat des Instituts für Zeitgeschichte). Hinterlegen Sie Ihre Rezension im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diese per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 25.10.2002, 16 Uhr.
Reflexion I: Konzepte lokaler Zeitgeschichtsforschung (28.10.)
Buchumschläge lokal- und regionalhistorischer Publikationen können auf die zugrundeliegenden Konzepte von Lokal- und Regionalgeschichte befragt werden. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie die Forscherin/der Forscher den jeweiligen Gegenstand (Dorf, Stadt, Region usw.) modelliert:

In der lokale (Zeit-)Geschichtsforschung im deutschssprachigen Raum im 20. Jahrhundert können wir drei Konzepte unterscheiden. Diese Idealtypen sind in der Realität in unterschiedlichen Verhältnissen vermischt:
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Lokalgeschichte unter dem Signum der "Heimat" |
Lokalgeschichte unter dem Signum der "Region" |
Lokalgeschichte unter dem Signum der "Identität" |
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Modell der beforschten Gesellschaft |
homogen / harmonisch / geschlossen ... |
heterogen / konflikt-trächtig / offen ... |
heterogen / konflikt-trächtig / offen ... |
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Machtverhältnisse in der beforschten Gesellschaft |
unhinterfragt |
hinterfragt |
hinterfragt |
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Normen der Forscherin / des Forschers |
unhinterfragt |
unhinterfragt |
hinterfragt |
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Meta-Diskurs |
prämodern (Voraufklärung) |
modern (Aufklärung) |
postmodern (reflexive Aufklärung) |
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Geschichts-Diskurs |
'Historismus' |
Strukturgeschichte |
(neue) Kulturgeschichte |
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Konjunkturphase |
1900-1970 |
1970-1990 |
1990- |
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Methoden |
hermeneutisch ('subjektives' Verstehen) |
analytisch ('objektives' Erklären) |
hermeneutisch-analytisch (erklärendes Verstehen / verstehendes Erklären) |
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Leitquellen |
Chroniken, Archivalien, eigene Erinnerungen ... |
Statistiken, Archivalien, Presse ... |
Selbstzeugnisse, Bilder, Denkmäler ... |
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ForscherInnen |
Amateure (Honoratioren) |
Amateure / Profis (Geschichtswerkstätten) |
Profis (akademische ForscherInnen) |
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Beforschte |
Eliten |
'die Vielen' (Kollektive) |
'die Vielen' (Individuen) |
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RezipientInnen |
Beforschte |
Beforschte/Wissenschaft |
Wissenschaft |
3. Übung:
Lesen Sie den Text über historische Ausstellungen (Kopiervorlage im Ordner Eminger/Langthaler im Sekretariat des Instituts für Zeitgeschichte) und beantworten sie die anschließenden Fragen. Hinterlegen Sie Ihre Antworten im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diesen per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 8.11.2002, 16 Uhr.
Daten erheben II: Archivrecherche im NÖLA (8.11.)
Treffpunkt: Freitag, 8.11., 8.30 Uhr, Niederösterreichisches Landesarchiv (NÖLA), Franz Schubert-Platz 4, 3109 St. Pölten.
Anreise mit der Eisenbahn: Abfahrt Wien Westbahnhof um 7.20 Uhr, Ankunft St. Pölten Hauptbahnhof um 8.00 Uhr, Fußwanderung zum Landhausviertel auf beschildertem Weg ca. 10 Minuten. Das NÖLA befindet sich zwischen Klangturm und Festspielhaus.
Anreise mit dem PKW: Westautobahn, Abzweigung S 33 Richtung Krems, Abfahrt St. Pölten Ost, Landhaus-Parkgarage, Aufgang Kulturbezirk / Festspielhaus.
Geschichte darstellen I: Ausstellung "Widerstand in Hietzing" (11.11. / 18.11.)
Treffpunkt: Montag, 11.11., 17 Uhr, VHS Hietzing, Hofwiesengasse 48, 1130 Wien.
Website zur Ausstellung: http://www.vhs.at/ShowVhs.action?vhsId=278
4. Übung:
Verfassen Sie eine Ausstellungsbesprechung von "Widerstand in Hietzing". Hinterlegen Sie Ihren Text im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diesen per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 15.11.2002, 16 Uhr.
Daten erheben III: Interviewführung (25.11.)
Im Spektrum der Erhebungsformen, die in der historischen Feldforschung gebräuchlich sind, nimmt das Interview einen besonderen Stellenwert ein. Innerhalb der Geschichtswissenschaften werden jene Ansätze, die bevorzugt mit Interviews arbeiten, unter der Bezeichnung Oral History zusammengefaßt. Wir unterscheiden narrative und standardisierte Formen des Interviews. Im Interview wird das vergangene Geschehen nicht einfach abgebildet, sondern (re-)konstruiert. Im Gespräch über das Alte schaffen Forscher und Beforschte gemeinsam etwas Neues - eine Quelle, die von der Gegenwart (und zukünftigen Erwartungen) aus vergangene Erfahrungen thematisiert. Nicht nur die Erzählerin oder der Erzähler, sondern auch die Interviewerin oder der Interviewer beeinflussen das, worüber erzählt wird. Wenn wir fremde oder verfremdete Lebenswelten in ihrer Eigenart erkennen wollen, sollten wir weitgehend den lebensweltlichen Akteuren die Entscheidung über das, was erzählenswert ist, überlassen. Zu starke Vorgaben könnten die Erzählerinnen und Erzähler von ihren lebensweltlichen Denkweisen ablenken und, wie in einem Verhör, unseren Denkweisen unterwerfen. Ziel eines 'guten' Interviews ist es, der Erzählerin oder dem Erzähler einen möglichst weiten Freiraum zu eröffnen. Aus diesem Grund werden in der historischen Feldforschung narrative Interviews gegenüber standardisierten Interviews bevorzugt. Das narrative Interview wird entweder biographisch (auf die gesamte Lebensgeschichte der Erzählerin oder des Erzählers bezogen) oder fokussiert (auf ein bestimmtes Thema aus der Lebensgeschichte bezogen) angelegt.
Phasen eines narrativen Interviews
1. Haupterzählung
2. Inneres Nachfragen
3. Äußeres Nachfragen
5. Übung
Formulieren Sie passende Erzähleinladungen zu den Forschungsthemen "Geschlechterrollen im Wandel", und "Parteipolitik in der dreißiger Jahren" und "Festkultur nach 1945". Hinterlegen Sie Ihren Text im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diesen per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 29.11.2002, 16 Uhr.
Interpretieren I: Interviewprotokolle (2.12.)
Unter dem Begriff der "Ego-Dokumente" werden jene Quellen zusammengefasst, in denen ein Akteur sich selbst beschreibt ("Selbstzeugnis") oder zum Gegenstand von Beschreibungen wird ("Fremdzeugnis"). Als Beispiel für Ego-Dokumente betrachten wir die Texte, die im Rahmen eines narrativen Interviews zwischen Interviewer und Interviewpartner hergestellt werden. Wie das Handeln selbst ist das Erzählen darüber eine Abfolge von Entscheidungen, die innerhalb erkannter und unerkannter Bedingungen vonstatten gehen, bewußten und unbewußten Strategien folgen und beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen nach sich ziehen. Erzählungen zu interpretieren heißt, diese Kette von Entscheidungen auf den Ebenen des erzählten und des gelebten Lebens Schritt für Schritt zu re-konstruieren. Weder bilden Erzählungen das Leben einfach ab, noch verhalten sie sich beliebig dazu; vielmehr stehen Form und Inhalt - das erzählte und das gelebte Leben - in einem logischen Zusammenhang:
Es führt kein direkter Weg von der Gegenwart in die Vergangenheit. Vielmehr müssen wir zunächst die Bedingungen, Strategien und Folgen auf der Ebene des erzählten Lebens re-konstruieren, um die Bedingungen, Strategien und Folgen auf der Ebene des gelebten Lebens re-konstruieren zu können.
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Erzähltes Leben |
Gelebtes Leben |
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SINNEINHEIT 1 |
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Form: Geschichte / Beschreibung |
Inhalt: von der Mühle zum Fuhrwerk schwere Säcke schleppen |
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Bedingungen:
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Bedingungen:
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Strategien:
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Strategien:
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Folgen:
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Folgen:
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Weiterführende Literatur:
Reinhard Sieder, Erzählungen analysieren - Analysen erzählen. Narrativ-biographisches Interview, Textanalyse und Falldarstellung, in: Karl R. Wernhart u. Wernen Zips (Hg.), Ethnohistorie. Rekonstruktion und Kulturkritik, Wien 1998, 145-172.
6. Übung
Interpretieren Sie die nächstfolgende Sinneinheit aus dem narrativen Interview mit einem Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion auf den Ebenen des erzählten und des gelebten Lebens. Hinterlegen Sie Ihre Interpretation im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diese per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 6.12.2002, 16 Uhr.
Interpretieren II: Situationsberichte (9.12.)
Behördenberichte sind Dokumente, die von Amtsträgern staatlicher, kirchlicher oder sonstiger Behörden angelegt werden. Sie stehen meist im Zusammenhang mit der Ausübung von Herrschaft (Überwachung, Rechtssprechung, Vermögenstransfer usw.). Ein Beispiel stellen die Situationsberichte dar, die im Reichsgau "Niederdonau" seit 1939 allmonatlich von den Gendarmerieposten den übergeordneten Landräten vorgelegt werden mussten. Die Gendarmen hatten ihr Augenmerk auf eine breite Themenpalette zu legen: Stimmung der Bevölkerung, wirtschaftliche Lage, "staatsfeindliche Umtriebe", ausländische Arbeitskräfte, Arbeitsmarktlage usw. Die Landräte legten Zusammenfassungen dieser Berichte dem Reichsstatthalter vor, der entsprechende Auszüge sie an andere Dienststellen, unter anderem an die Gestapo-Leitstelle Wien, weiterleitete. Die Situationsberichte stellten ein Herrschaftsinstrument im nationalsozialistischen "Doppelstaat" (Ernst Fraenkel) - dem Geflecht aus "Normen-" und "Maßnahmenstaat" - dar.
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Beobachterhandeln (Gendarm) |
beobachtetes Handeln (Bevölkerung) |
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SINNEINHEIT 1 |
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Form: |
Inhalt: |
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Bedingungen: |
Bedingungen: |
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Strategien: |
Strategien: |
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Folgen: |
Folgen: |
7. Übung
Interpretieren Sie eine Sinneinheit aus einem der beiden Situationsberichte zum Thema "ausländische ZwangsarbeiterInnen" auf den Ebenen des Beobachter- und beobachteten Handelns. Hinterlegen Sie Ihre Interpretation im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diese per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 13.12.2002, 16 Uhr.
Interpretieren III: Porträtfotografien (16.12.)
Unter dem Begriff der "Ego-Dokumente" werden, wie gesagt, jene Quellen zusammengefasst, in denen ein Akteur sich selbst beschreibt ("Selbstzeugnis") oder zum Gegenstand von Beschreibungen wird ("Fremdzeugnis"). Auch die Fotografie kann zu den Ego-Dokumenten gezählt werden. Fotografien - insbesondere jene, auf denen Personen zu sehen sind - stellen weder ausschließlich Ab-Bildung noch ausschließlich Um-Bildung der Wirklichkeit dar; sie ist beides zugleich: die Ab-Bildung einer Um-Bildung. Einerseits bildet die Fotografie im Zuge des Belichtungs- und Entwicklungsprozesses sichtbare Phänomene ab, wenn wir die gewollten und ungewollten 'Verzerrungen' außer acht lassen. Andererseits bildet sie sichtbare Phänomene um, stellt sie vielmehr erst her. Die Blicke der Fotografen wie die Posen der Fotografierten wirken ein auf die fotografische Konstruktion der Wirklichkeit. Wie das Posieren, das Handeln vor der Kamera, ist das Fotografieren, das Handeln hinter der Kamera, eine Abfolge von Entscheidungen, die innerhalb erkannter und unerkannter Bedingungen vonstatten gehen, bewußten und unbewußten Strategien folgen und beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen nach sich ziehen. Fotografien zu interpretieren heißt, diese Kette von einander beeinflussenden Entscheidungen Schritt für Schritt zu re-konstruieren.

Es führt, wie gesagt, kein direkter Weg von der Gegenwart in die Vergangenheit. Dies gilt auch für den Umgang mit Fotografien. Die Fotografie, das gegenwärtigen Dokument des fotografierten Lebens in der Vergangenheit, steht jedoch in einer re-konstruierbaren Beziehung zum Alltag der Fotografen und der Fotografierten, dem gelebten Leben in der Vergangenheit. Wir können die Wechselwirkungen des Handelns hinter und vor der Kamera (fotografiertes Leben) re-konstruieren, um Erkenntnisse über das Handeln der Beteiligten abseits der Kamera (gelebtes Leben) zu gewinnen. Fotografien werden in den Geschichtswissenschaften entweder in großer Zahl als Bildserien oder als Einzelbilder interpretiert. Die folgenden Schritte beschreiben die Interpretation von Einzelbildern.
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Handeln hinter der Kamera (Fotograf) |
Handeln vor der Kamera (Fotografierte) |
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SINNEINHEIT 1 |
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Blick: |
Pose: |
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Bedingungen: |
Bedingungen: |
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Strategien: |
Strategien: |
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Folgen: |
Folgen: |
Die folgenden Fotografien zeigen den Katholischen Burschenverein Obersdorf in den Jahren 1928 und 1934. Die Fotografien entstanden jeweils im Rahmen einer Wallfahrt in einem Fotoatelier in Mariazell. Die beiden Fotografien eröffnen einen Zugang zur Vorstellungswelt katholischer Jugendorganisationen in den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren.

Aufnahme des Obersdorfer Burschenvereins anlässlich einer Wallfahrt nach Mariazell 1928

Aufnahme des Obersdorfer Burschenvereins anlässlich einer Wallfahrt nach Mariazell 1934
Interpretieren IV: Presseartikel (13.1.)
Presserartikel werden in der lokalen Zeitgeschichtsforschung häufig verwendet. Zumindest zwei Bedingungen sind dafür ausschlaggebend: Erstens sind Artikel sind in der Lokal- und Regionalpresse in großer Dichte überliefert. Lokal- und Regionalzeitungen sind vor allem in der Zwischenkriegszeit in großer Vielfalt erschienen. Im Zuge der Pressekonzentration in der Zweiten Republik hat die Zahl der Lokal- und Regionalzeitungen drastisch abgenommen. Zweitens verweisen Presseartikel auf die Standpunkte jener Personen und Gruppen, die in die Zeitungsproduktion eingebunden sind. In der vielfältigen Presselandschaft der Zwischenkriegszeit erschienen häufig über ein und dieselbe Region mehrere Zeitungen mit unterschiedlichen politisch-ideologischen Standpunkten (christlichsozial, sozialdemokratisch, großdeutsch, nationalsozialistisch). Presseartikel entsprechen vom Entstehungskontext her den Behördenberichten: Sie stammen aus der Vergangenheit und beziehen sich auf ein Geschehen in der (meist nur kurz zurückliegenden) Vorvergangenheit.
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Beobachterhandeln (Artikelverfasser) |
beobachtetes Handeln (Lokalgesellschaft) |
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SINNEINHEIT 1 |
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Form: |
Inhalt: |
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Bedingungen: |
Bedingungen: |
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Strategien: |
Strategien: |
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Folgen: |
Folgen: |
Interpretieren V: Wahlergebnisse (20.1.)
Während Interviews, Behördenberichte, Fotografien und Presseartikel vor allem Praktiken von AkteurInnen thematisieren, verweisen amtliche Statistiken eher auf Strukturen, die Bedingung und Folge solcher Praktiken sind. Als Beispiel für amtliche Statistiken arbeiten wir mit Wahlergebnissen, die für die wichtigsten Wahldurchgänge (Nationalrats-, Landtags- und Bundespräsidentenwahlen, Volksabstimmungen und -befragungen usw.) veröffentlicht worden sind.
8. Übung
a) Interpretieren Sie die Wahlergebnisse jener Gemeinde, die Sie nicht in der Stunde behandelt haben und formulieren Sie Antworten auf die Fragen: Wie verändern sich die Kräfteverhältnisse zwischen den politischen Parteien in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren? Wie kommt es zum Wahlerfolg der NSDAP bei der Landtagswahl 1932?
b) Formulieren Sie drei Fragen für die Diskussion mit Dr. Klaus-Dieter Mulley.
Hinterlegen Sie Ihre Arbeit im Postfach von Stefan Eminger bzw. senden Sie diese per E-Mail an stefan.eminger@noel.gv.at bis Freitag, 24.1.2003, 16 Uhr.
Reflexion: ForscherInnen im Feld (27.1.)
Der Historiker Dr. Klaus-Dieter Mulley berichtet über seine jahrzehntelangen Erfahrungen in der lokalen und regionalen Zeitgeschichtsforschung und steht zur Diskussion zur Verfügung.