Hermeneutische Fallrekonstruktion:
Urteil des Anerbengerichts Eggenburg vom 23.3.1943
Frage: Welche Strategien verfolgt die
Hofbesitzerin im Zuge des Gerichtsverfahrens?
Prinzipien der
hermeneutischen Fallrekonstruktion:
- Unterteilung des Textes in Sinneinheiten
- Unterscheidung zwischen beobachtender und
beobachteter Praxis
- Ausloten unterschiedlicher (auch
widersprüchlicher) Lesarten durch Nutzung von Kontextwissen
- Schrittweise Verifizierung (z.B.
Fettschreibung und Unterstreichen) bzw. Falsifizierung (z.B. Einklammern
und Durchstreichen) der Lesarten
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Beobachtung (= Gericht)
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Beobachtete Praxis
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Sinneinheit
1: Aberkennung der Erbhofeigenschaft, weil Besitzerin nicht „bauernfähig“ ist
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- Reichserbhofgesetz und Definition von
„Bauernfähigkeit“
- Persönliche Beziehungen
der Anerbenrichter
- Wirtschaftliche Zielsetzungen (Leistungsfähigkeit)
- Abschreckende Wirkung
- Frau als Betriebsleiterin
gilt nicht als wünschenswert
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- Gesundheitliche Probleme
- Erfahrung einer
öffentliche Herabstufung
- Überforderung mangels Hilfskräften
- Aberkennung der Erbhofeigenschaft als Strategie
der Bäuerin
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Sinneinheit
2: Antrag des Kreisbauernführers auf Aberkennung der Erbhofeigenschaft wegen des
Unvermögens, den Hof ordentlich zu bewirtschaften, und der Vernachlässigung
der Schuldverpflichtungen
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- Wirtschaftliches
Fehlverhalten wird angeprangert
- Anwendung der gesetzlichen
Definition von „Bauernfähigkeit“
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- Überforderung mangels
Hilfskräften
- Aberkennung der
Erbhofeigenschaft als Strategie der Bäuerin
- Gesundheitliche Probleme
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