Der Diskurs über fremdsprachige Literatur in den Medien des Kulturbunds der DDR.

Der 1945 gegründete »Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands« etablierte zur Erreichung seines Ziels mehrere Print- und Funkmedien, in denen im Sinn der weltoffenen Politik des Kulturbunds auch über fremdsprachige (i. e. ins Deutsche übersetzte) Literatur berichtet wurde. Das wenn nicht wichtigste, dann zumindest beständigste Medium des Kulturbunds war die Wochenzeitung Sonntag, die von 1946 bis 1990 erschien, heute unter dem Titel Freitag publiziert wird, sich an ein möglichst breites Publikum gerichtet hat, dem Kulturbund selbst mitunter ein Dorn im Auge war und in den 1950er Jahren sogar eingestellt werden sollte. Die Art und Weise wie der Sonntag, aber auch andere Zeitschriften wie etwa der Aufbau über fremdsprachige Literatur berichteten, sagt viel über die Rezeptions(un)willigkeit politischer und medialer Institutionen der DDR aus. Ziel der Darstellung ist es u. a., die Brüche im Bemühen um die Erhaltung eines restriktiven Systems durch Abschottung nach außen und die dennoch notwendige Öffnung für Einflüsse von außen zu analysieren.
Grundlage der Darstellung sind u. a. Dokumente aus der Stiftung Archiv der Parteien- und Massenorganisationen der DDR (SAPMO)  im Bundesarchiv, Berlin.

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