WS 1997/98:
PS Sozialgeschichte der Literatur:
Was ist über der Grenze? Zur Erfahrung der Fremde, des Fremdseins und des Anderen

Tag/Uhrzeit/Ort: Mittwoch, 18.00 (pktl.)-19.30 Uhr, Hörsaal 30

Stoff und Aufgabenstellung:
Im Zuge gravierender politischer Veränderungen ist die Diskussion um Begriffe wie „Grenze“ oder „Nation“ erneut aktuell geworden. Grenzen sind keine kulturellen Indikatoren mehr, und anstatt von „Nationen“ spricht man nun gern von „imagined communities“. Auch die Komparatistik hat begonnen, sich auf diese Diskussion, in der gerade sozialgeschichtliche Ansätze Platz finden können, einzustimmen.
In dieser LV soll versucht werden, den theoretischen Hintergrund dieser Diskussion auf Texte zu beziehen, die Fremdheit oder das/die Fremde reflektieren. Die Thematik kann mit folgenden Fragen angedeutet werden: Wie wird Fremde/Fremdheit erfahren und (in Texten) reflektiert? Welche Bilder oder Zerrbilder vom Fremden werden konstruiert? Wie wird das Fremde zum Eigenen in Bezug gesetzt, und wie definiert sich fremde und eigene Identität? Welche Rolle spielt Literatur bei der Konstruktion von Identität? etc. Im Mittelpunkt sollen Analyse und Interpretation adäquater Textgattungen (Reisebericht, -roman, ethnographische Texte, Science Fiction etc.) aus der deutschen, englischen und französischen Literatur stehen.

Leseliste: –

Literaturhinweise:
Klaus J. Bade (Hg.): Die multikulturelle Herausforderung. Menschen über Grenzen – Grenzen über Menschen. München: C. H. Beck 1996 (= Beck’sche Reihe 1184).

Lucien Febvre: Frontière – Wort und Bedeutung. In: ders.: Das Gewissen des Historikers. Hg. u. aus d. Franz. v. Ulrich Raulff. Berlin: Wagenbach 1988, S. 27-37.

Eijiro Iwasaki (Hg.): Begegnung mit dem ‚Fremden‘. Grenzen – Traditionen – Vergleiche. Akten des VIII. Internationalen Germanisten-Kongresses, Tokyo 1990. 11 Bde. München: iudicium 1991.

Lothar Jordan: Welche Grenzen? Reflexionen zu einem konstitutiven Element komparatistischer Forschung. In: Nationale Grenzen und internationaler Austausch. Studien zum Kultur- und Wissenschaftstransfer in Europa. Hg. v. Lothar Jordan u. Bernd Kortländer. Tübingen: Niemeyer 1995 (= Communicatio 10), S. 34-49.

Prüfungsmodalitäten: Es gilt die Formel: Zeugnis = Anwesenheit + Referat + Proseminar-Arbeit (ca. 15 Seiten).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.