Methoden und Modelle der deutschen, französischen und amerikanischen Sozialgeschichte als Herausforderung für die Vergleichende Literaturwissenschaft.
Amsterdam/New York: Rodopi 2002 (= Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft 60)

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Welche Möglichkeiten der Kooperation zwischen Vergleichender Literaturwissenschaft und Sozialgeschichte gibt es? Selbst wenn der Zenit der Sozialgeschichte als modischer Orientierung in der Literaturwissenschaft – vor allem der Germanistik – überschritten ist, können sozialgeschichtliche Fragestellungen noch lange nicht als überholt gelten. Das beweisen nicht nur die zeitgenössische theoretische Diskussion, sondern auch die aktuellen Problemstellungen der (Vergleichenden) Literaturwissenschaft. Diese Arbeit umreißt die Entstehung und die Programmatik der Sozialgeschichte innerhalb der Geschichtswissenschaft in Deutschland, Frankreich und den USA und untersucht jene Nahtstellen, an denen Sozialgeschichte und Komparatistik sinnvoll kooperieren können: Die Methode des Vergleichs, die Mentalitätsgeschichte, die Imagologie, die Historische Anthropologie, die Ethnographie, der New Historicism und schließlich Weltliteratur unter den Vorzeichen der Globalisierung werden als interdisziplinäre Projekte beschrieben.

Innere Stadt. Wien, 1. Bezirk.
Erfurt: Sutton 2002, 2. Aufl. 2009.

Kaum ein anderer Bezirk gibt so unvermittelt Zeugnis von der Geschichte Wiens wie die Innere Stadt: Die ersten römischen Besiedlungen sind genauso gegenwärtig wie das Zusammenwirken traditioneller und moderner Architektur. Die pulsierende Großstadt, zu der sich Wien im 19. Jahrhundert entwickelt hat, findet in ihrem Zentrum keine Ruhe. Doch in den Kaffeehäusern, den Parks, auf der Ringstraße und in den engen Gässchen wird jenes Flair spürbar, das Jahr für Jahr Menschen aus aller Welt anzieht.
Die Bilder dieses Bandes dokumentieren nicht nur den Wandel des städtischen Erscheinungsbildes, sondern geben auch Auskunft über den Alltag der Menschen, die hier lebten.
Der Journalist Ernst Grabovszki, vertraut mit Wiens Literaturgeschichte und Historie, zeichnet mit gut 150 Aufnahmen aus den Beständen privater und öffentlicher Sammlungen ein sehr lebendiges Bild der Inneren Stadt und lädt den Betrachter zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit ein.

Ernst Grabovszki / James Hardin (ed.)
Literature in Vienna at the Turn of the Centuries.
Continuities and Discontinuities Around 1900 and 2000.

Rochester (NY): Camden House 2002

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This book of new essays by widely-published scholars from the United States, Great Britain, Germany, and Austria examines the artistic, social, political, and historical continuities and discontinuities in Viennese literature during the periods around 1900 and 2000. It takes its impetus from the idea that both turns of the century are turning points in the development of Austrian literature and history. The essays show that in both periods literature not only reflects societal conditions and political issues, but also serves to criticize them. Ernst Grabovszki’s introduction sets the context of literature in Vienna in 1900 and 2000, and is followed by essays exploring the following topics bearing on the city’s literature across the two periods: writing about Vienna (Janet Stewart); art and architecture (Douglas Crow); psychoanalysis and the literature of Vienna (Thomas Paul Bonfiglio); poetry in Vienna from Hofmannsthal to Jandl (Rüdiger Görner); Austrian cinema culture (Willy Riemer); Austrian-Jewish culture (Hillary Hope Herzog and Todd Herzog); Austrian women’s writing (Dagmar C. G. Lorenz); Karl Kraus and Robert Menasse as critical observers of their times (Geoffrey C. Howes); and Venice as mediator between the Viennese metropolis and the provinces (John Pizer). The figures treated range from Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Sigmund Freud, Theodor Herzl, Karl Kraus, Peter Altenberg, Franz Grillparzer, Joseph Roth, Bertha von Suttner, and Marie von Ebner-Eschenbach in the earlier fin de siècle to Elfriede Jelinek, Robert Schindel, Robert Menasse, Josef Haslinger, Ernst Jandl, Friedensreich Hundertwasser, and Marlene Streeruwitz in the current period.

Zwischen Kutte und Maske.
Das geheimnisvolle Leben des Charles Sealsfield.

Wien/Graz: Styria 2005

Seine Lebensgeschichte ist außergewöhnlich wie kaum eine zweite: Charles Sealsfield, 1793 im mährischen Poppitz als Carl Postl geboren, zählt zu den populärsten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Der 30-jährige Priester floh in die Vereinigten Staaten, lebte fortan unter falschem Namen und blieb für seine Familie verschollen. In der Neuen Welt setzte er sich für den demokratischen Präsidenten Andrew Jackson ein, arbeitete als Journalist und Autor und bot sich – obwohl später sein unerbittlicher Gegner – Metternich als Agent an. Werke wie Das Kajütenbuch des als »greatest American author« gefeierten »Dichters beider Hemisphären« waren so geschätzt wie die Romane von James Fenimore Cooper.
Erst sein Testament brachte die wahre Identität des »großen Unbekannten« ans Licht, der Zeuge eines Jahrhunderts wurde, das die gesellschaftliche und politische Ordnung in Europa und den USA wegweisend mitbestimmt hat.Diese Biografie gibt Zeugnis von einem Unbequemen und Rastlosen, der aus der politischen und geistigen Enge Österreichs ausbrach und in seinen Romanen die Freiheit Amerikas pries. Sein Leben gibt uns bis heute Rätsel auf, und noch immer scheint Charles Sealsfield auf der Flucht vor jenen zu sein, die ihm auf die Schliche zu kommen versuchen – und stets ist er ihnen einen Schritt voraus. »His life story is an incredible tale equal to anything that he created in fiction« (Donald G. Daviau).

… begründet Grabovszki einsichtig, warum Sealsfields Werk nach der Revolution von 1848 nicht mehr so angenommen worden ist. Und es wird einem klar, dass Bücher auch schon im 19. Jahrhundert eine sehr schnelle Verfallszeit hatten. (Konrad Holzer, Buchkultur, Juni/Juli 2005)

Dieses ungewöhnliche Leben zeichnet der junge Literaturwissenschafter Ernst Grabovszki packend, nüchtern analytisch nach. Er stellt den bunten Vogel in Relation zu Ereignissen und Persönlichkeiten der Epoche, wodurch sich nicht nur ein Persons-, sondern auch ein präzises Zeitbild ergibt. (Oberösterreichische Nachrichten, 22. Juni 2005)

Schon immer hat die Rätselhaftigkeit von Charles Sealsfields Leben und Werk die biografischen Deuter angelockt. Der Germanist Eduard Castle nannte den mährischen Amerikaner in seiner vielschichtigen Untersuchung 1952 den „großen Unbekannten“. Sein Nachfolger Ernst Grabovszki rückt in seiner kenntnisreichen, spannend geschriebenen Neudeutung manchen inzwischen klarer gewordenen Zusammenhang, wie etwa Sealsfields Beziehung zu den Freimaurern oder auch sein Doppelspiel mit Metternichs Geheimpolizei, ins Licht der jüngsten Forschung. Seine Biografie zeigt Sealsfield als einen Geist, in dem die Zeiten des 19. Jahrhunderts sich bespiegeln, samt ihren Hoffnungen und Enttäuschungen. (Oliver vom Hove, Die Presse/Spectrum, 29. Oktober 2005)

Emil Kläger
Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens. Ein Wanderbuch aus dem Jenseits.
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Ernst Grabovszki
Wien: danzig & unfried 2011 (= CityLights 1)

Im Jahr 1908 veröffentlicht der Journalist Emil Kläger eine Reportage, in der er über Menschen im Wiener Untergrund berichtet – Vagabunden, Außenseiter, die keinen Platz mehr in der Gesellschaft finden und in der Kanalisation der immer größer werdenden Stadt leben. An der Wiener Urania hatte Kläger zuvor von seinen Erkundungen berichtet. Seine Lichtbildervorträge sorgen für volle Säle. Elend und Verbrechen ziehen das Publikum an. Klägers ›Wanderbuch aus dem Jenseits‹ liegt nun in einer Faksimile-Ausgabe vor. Es wirft Licht in jene Winkel der Stadt, die sonst verborgen bleiben. Die Fotos von Hermann Drawe zeigen Gesichter, die in eine andere Welt schauen, weil sie in der hiesigen alles gesehen haben. Kläger holt sie wieder vor die Augen seiner staunenden Leser. Ein ausführliches Nachwort gibt Auskunft über Kläger, sein Leben, seine Zeit und sein Werk.
Emil Kläger (1880–1936) war Redakteur der Zeitung »Die Zeit«, später Mitarbeiter des »Neuen Wiener Journals«, des »Wiener Tagblatts«, der »Neuen Freien Presse«, publizierte Feuilletons, Theaterkritiken und Berichte aus dem Gerichtssaal. Er leitete eine wöchentliche Premierenvorschau von Radio Wien und lehrte Literaturgeschichte an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Vergleichende Literaturwissenschaft für Einsteiger.
Wien: Böhlau 2011
(UTB 3565), EUR 20,50

Diese Einführung in die Komparatistik vermittelt umfassend und für den Studienanfänger verständlich die wesentlichen Forschungsgebiete des Fachs und gibt einen ersten profunden Überblick über eine Wissenschaft, die dazu anleitet, über den eigenen kulturellen Tellerrand zu blicken.