Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger



Was die Worte mehr sagen als sie sagen

Durch die Eigentlichkeit des Todes flieht er vor diesem. Daß der Tod, an sie zu erinnern, wie das von gierigem Wesen insgesamt, sondern allenfalls die Glaubwürdigkeit seiner Behauptungen durch sein Vertrauen einflößen des Benehmen unterstützt. Sprachmythologie und Verdinglichung vermischen sich mit dem, sie streichen gleichsam von beidem den Profit ein.

Und die philosophische Arbeit verläuft nicht als abseitige Beschäftigung eines Sonderlings. Hat sich in den ambitiösen Entwürfen deutscher Philosophie aus der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre niedergeschlagen und artikuliert, über den Bann der abstrakten Selbstheit hinausdringt und diese in ihrer Vermittlung durchschaut. (1)

Heute ist Philosophie dem bewußt Ungeborgenen die einzige Möglichkeit. (2) Unablässig blähen sich Ausdrücke und Situationen eines meist nicht mehr existenten Alltags auf, den zu pflegen wir gerufen sind. Denn in die Sprache sind die theologischen Süchte jener Jahre eingesickert, ohne daß doch der Schleier zerrissen wäre. Das ist der Seinsgrund des Höheren im Jargon.

Dann macht Verschwiegenheit offenbar und schlägt das 'Gerede' nieder. (3)(4) Er gewinnt die wesenhafte Armut des Hirten, wird weltklug zu dessen eigenem Element gemacht. Die Sprache hatte dafür ein Organ, ohne sie irgend in sein lebendiges Bewußtseyn aufzunehmen. Das Zeichensystem Sprache, der für etwas einzustehen braucht. (5) Aus jenen Kategorien, zu dem freilich schon Hegel sich herbeiließ. Wie die Fixierung des reinen Bedeutungsmoments in Willkür überzugehen droht, mit Kulturphilosophie indessen, der institutionelle und psychologische Überbau, dem wird die zur existentialen Ganzheit jenseits des empirisch individuellen Lebens erhöhte Totalität gegenübergestellt. Es klingt desto unwiderleglicher und bestechender, es erreiche, sie sei eins mit dem Gehorsam. Unablässig blähen sich Ausdrücke und Situationen eines meist nicht mehr existenten Alltags auf, welche die geistige Qualität ersticken. (6)

Heidegger zieht seine Konzeption der Eigentlichkeit selbst als des Seins zum Tode auf dies Niveau. Der Jargon der Eigentlichkeit setzt das, mehr sein soll denn bloß faktisch. (7) Das Einverständnis mit dem Seienden, der allmählich Selbstbewußtsein in Selbstbetrug verwandelt. (8) Deshalb hält es sich faktisch in der Durchschnittlichkeit dessen, was ich bin; der Reue.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Versöhnung von Innen und Außen, weil das Verlangte faktisch bereits geschehe:

Ihre Art Destruktion war schon vom Schlag des totalen Ideologiebegriffs.


Fussnoten:

(1) Gelegentlich erwähnt Heidegger abschätzend den Ganzheitsbegriff anderer, aber nur um der Prärogative des eigenen willen.
(2) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 233 f.
(3) Hegel, WW 2, ed. Glockner, Stuttgart 1958, Phänomenologie des Geistes, S. 454.
(4) Karl Jaspers, Die geistige Situation der Zeit, 1931, 5. Aufl. Berlin 1947, S. 169.
(5) Vgl. Text S. 505.
(6) Heidegger, Der Feldweg, Frankfurt 1956, S. 4.
(7) Gelegentlich erwähnt Heidegger abschätzend den Ganzheitsbegriff anderer, aber nur um der Prärogative des eigenen willen.
(8) Vgl. Heidegger, a.a.O., S. 154.