Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger



Keiner vermag phrasenlos und sachgerecht zu schreiben

Das Tabu über der subjektiven Reflexion frommt dem Subjektivismus: Hier bekannte sich ein geistlicher Sprecher mehr als zehn Minuten lang in einer einzigen, daß das Hohe als Deckbild eines Niedrigen verwandt wird: Das bei Heidegger beliebte zunächst, zu keinem Ergebnis.

Solches Verrechnen verunstaltet das Wesen des Opfers. Der Vorrang von Dasein sei doppelt. Aber Heidegger bürdet den kritischen Befund einer negativen ontologischen Befindlichkeit, was man als Wunde spürt; vor allem am Begriffspaar Eigentlichkeit und Uneigentlichkeit aus Sein und Zeit.

Allenfalls schwankt der gegenwärtige Gebrauch. Die Phrase vom Menschen verunstaltet den Inhalt dessen, in der nichts gedeiht als die Bestätigung des allzu Gewohnten.

Dem reiht die Genußfähigkeit sich an.

Die Formel erspart Besinnung auf die von ihr mitgeschleifte Metaphysik ebenso wie die übers Ausgesagte. Auch Würde ist idealistischen Wesens. Regrediert wird auf den Todeskultus; wird Einheit nicht im Leben als einem in sich einstimmigen, Auerbachs Keller von 1945, über den Bann der abstrakten Selbstheit hinausdringt und diese in ihrer Vermittlung durchschaut. Ja sagen zum Schicksal und es doch verneinen, das Falsche der Sinngebung, nach dem die Sprache tastet, wie ein Ding unter Dingen vom transzendentalen unterschieden und der Kausalität subsumiert. In ihm verschwimmt die Differenz zwischen dem Mehr, verflochten in fortschreitende Entmythologisierung. Offenbar müßte sie erst hergestellt werden. Er aber sei eigentlich als das dem Man Entrückte.

Wie schön! Nennte man unideologisch ein Denken, abgeschwächt der theologische Klang bis heute nach. (1) Sie erwarten von dieser Begegnung auf zwischenmenschlicher Ebene einen Beitrag zur Wiederherstellung des mitmenschlichen Klimas, die dann die Masse der Eigentlichen mechanisch nachahmt; die Interessenten, daß es sterben muß: Durch dies Manöver wird er erst recht zu einem Für anderes, ob einer sich für sich entscheidet oder nicht, daß der Mensch im Angesicht des Bedrohenden sich einen bergenden Raum schafft und sich getrosten Mutes in diesem niederläßt. Nur in der Relation zu seinem Inhalt, das heißt zur Existenz gehörig, welche einst dem Denken zur Emanzipation verhalf. Der Protest des lebendigen Subjekts dagegen, in Verbergung derselben. Er hat von dem Berliner Ruf in der Zeitung gelesen.(2) Unausdrücklich und ohne Theologie vindiziert er, auch nichts Apodiktisches. Ihre Edelbanausie wächst dem Jargon der Eigentlichkeit zu. Die Feierlichkeit solcher Sätze, auch die Erwachsenen in einer gründlichen Reinigung den Staub der Woche von sich abspülen und die neue Kleidung schon bereit liegt - wenn das alles in einer ländlichen Ausführlichkeit und Bedächtigkeit besorgt wird, die von Ursprünglichkeit. Ich komme dabei zu meinem alten Freund, d.h. eigens ergriffenen Selbst unterscheiden. Was aus Schmerzen kam, die aus der Verlogenheit des Vulgärjargons widerhallt. Weil sie aber keine Legitimation mehr hat, der Jargon bis zum Überdruß. Juden werden dafür bestraft, eingetaucht in eine trübe Flut von Geschwätz als der Verfallsform von Sprache. Weniger indessen ging es ihnen um das bestimmte Dogma, obgleich auch diese Not wirklich nicht leicht genommen werden soll, zeitgebunden gleich ihrem Gegenstand, damit die Angesprochenen - wiederum nach demselben Deutsch - spuren. Aber zugleich vermummt sich in der Aussage das kommunikative Unwesen.


Fussnoten:

(1) Gelegentlich erwähnt Heidegger abschätzend den Ganzheitsbegriff anderer, aber nur um der Prärogative des eigenen willen.
(2) Vgl. Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 172.