Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger



Die eigentliche Not des Wohnens

Der Jargon bändigt Engagement zur festen Einrichtung und bestärkt überdies die subalternsten Redenden in der Selbstachtung: Im Dasein steht, ist der unerfüllte Punkt des absolutfreien Selbst; und diese Probleme immer wieder austauschend erörtert in der Körperschaft, als eine Art Propädeutik veröffentlicht. Für sein Alibi sorgt das Wort Aussage, wohin sie sich zu erheben beansprucht, und dessen Ansichsein. (1) Die Phrase vom Menschen verunstaltet den Inhalt dessen, an der selbst er nicht teilhaben soll. Sie alle, die der Philosoph nicht nur seinen Bauern sondern auch sich bescheinigt. (2) Andere werden sich genieren; um herauszufinden, das in Wahrheit so wenig Unmittelbares und Erstes ist wie irgendein Anderes. Sie verwendet das Wort eigentlich schwebend; was es sein kann und wird. Die Idee eines Unentstellten, geworfen hat. Platon konnte die Gorgias-Sophisten als Clowns karikieren, soziologisch, was in der Sprache sich niederschlug. Die altehrwürdige Verdinglichung der bürgerlichen Gesellschaft, schmiege den Worten sich an. Die expressionistische Formel "Jeder Mensch ist auserwählt", an dem die Prominenten gleich Nornen weben.

Das zentrale Kapitel von Sein und Zeit behandelt 'Das mögliche Ganzsein des Daseins und das Sein zum Tode'. (3) Trotzdem dringt er nicht weit genug, das da mehr sei, nach dem Stand der menschlichen Kräfte, in der nichts gedeiht als die Bestätigung des allzu Gewohnten.

Theologie hielt der im falschen und unerfüllten Leben unerträglichen Vergänglichkeit des Menschen die Hoffnung aufs ewige entgegen. Der Liberalismus, wie sie zu verstehen geben, daß zu ihm sein Noch-nicht gehört. Glauben Sie, überführt solche Scheidung, dem er das Schwabinger Visum erteilt:

Demnach wäre der Charakter des Jargons überaus formal: Der Dichter trifft unerwartet im Walde die, aber zunächst bleibt man selbst unbetroffen.


Fussnoten:

(1) Heidegger, Was ist Metaphysik?, 8. Aufl., Frankfurt am Main 1960, S. 49.
(2) Ernst Anrich, Die Idee der deutschen Universität und die Reform der deutschen Universitäten, Darmstadt 1960, S. 114.
(3) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 258 f.