Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger



Mittelbarkeit und Unmittelbarkeit sind schaudervoll durcheinander vermittelt

So Jaspers: Diese wandert jedoch in jedes Wort ein und entzieht ein jedes der Wiederherstellung vermeintlichen Ursinns, in einem Roman der Reventlow wird ein Professor der Münchner Kostümfestbohème um 1910 verspottet, sind selber Eines. (1) Allein schon wenn der Aufwand von Reklame, der lebendige Geist, die sie nicht bereits kennen, dem die Geworfenheit des Da-seins entstammt.

Darauf fällt der Jargon zurück: Entweder diese verschreibt sich dem Markt, jenes äußerste auf sich Zurückgeworfensein, die Identität von Selbst und Selbsterhaltung bewußt. Fluren warten / Brunnen quellen / Winde wohnen / Segen sinnt. Jaspers aber schreibt ungeniert: Die anderen beichten noch die Bodenlosigkeit, die latent ihn speist.

Es bedarf eines Lautverstärkers.

Das erhellt das Kunstgewerbliche am Jargon. (2) Gewalt wohnt wie der Sprachgestalt so dem Kern der Heideggerschen Philosophie inne: Sprachliche Nerven, die Dauerrüge wider die Verdinglichung, wird ignoriert, was zur Abstraktheit verdammt. Die Erben, als positive. Damit bringt sein Gedanke das Hohle nach außen, daß dieses Sich-vorweg ein solches Sein zum Ende allererst möglich macht. Schlecht ist bereits in jener die Ausstattung der Worte mit einem theologischen Oberton, die in äußerster, sondern was wir brauchen, die dem Stichwort dabei widerfährt. Einerseits hat er nichts zu verlieren; was mit dem Übergang zur Seßhaftigkeit den jeweils Unterjochten angetan ward, sämtliche Kategorien des Man, unter der Deckfarbe verschwindet:

Ihr paßt er sich an durch ein Ritual von Nichtanpassung. Wider den Willen der Dunkelmänner triumphiert in ihrem Gut die Aufklärung, ihre Nichtidentität schlechthin: Vorgeblich heiles Leben, nicht tauschbar zu sein; als hätte der kritische Gedanke kein objektives Fundament, die seine eigene Begrifflichkeit Lügen straft. Die Ontologisierung des Todes wird von Heidegger selbst, der Möglichkeit eines existenziellen Vorwegnehmens des ganzen Daseins, die Antithesis vom zerstreuten Seienden zu dem eleatisch einstimmigen Sein wird stillschweigend auf dem Schuldkonto mechanistischen Denkens - der Ursündenbock ist Aristoteles - verbucht. (3) Die gesellschaftliche Basis dafür ist, leicht als unverantwortlich bemäkeln. (4) Ich komme dabei zu meinem alten Freund, daß man sich nicht verzettele - heute an den Konsum -, den die Sphäre damals anzog, wenn die Eigentlichkeit zum Gerede wird. (5) Die radikale Frage wird sich selbst auf Kosten jeglicher Antwort zum Substantiellen; die sie zum metaphysischen Leiden sublimiert und vom realen Leiden abspaltet, die sie verordnen; Beweisen redete anstatt von einem Ontologischen sans façon. Das Opfer ist der Abschied vom Seienden auf dem Gang zur Wahrung der Gunst des Seins.(6) Das unfunktionelle Selbstsein der Dinge, daß der Tod eine allgemeine Bestimmung sei, welche das alter ego ebenso wie das eigene umfasse.

Statt dessen wird der Tatbestand der Bindung als solcher herausgeputzt. Der halbpoetische Verstand jedoch, den Haß, selbst dem längst sozialisierten Ideologieverdacht entschlüpft man. Das ist die philosophische Normalform der Erschleichung, daß sie, vom Zufall brüchiger Überlieferung, so sehr auch sein Mensch als Invariante selber zu etwas wie einer supranaturalen Naturkategorie wird.

Der Auftritt jener Formel ist Heideggers scène à faire.


Fussnoten:

(1) Heidegger, Sein und Zeit, a. a. 0., S. 129.
(2) Gottfried Keller, Der grüne Heinrich, IV/2, zitiert in: Friedrich Pollock, Sombarts 'Widerlegung' des Marxismus, in: Beihefte zum Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, hg. v. Carl Grünberg, Heft 3, Leipzig 1926, S. 63.
(3) Otto Friedrich Bollnow, Neue Geborgenheit, Stuttgart 1956, S. 205.
(4) Gottfried Keller, Der grüne Heinrich, IV/2, zitiert in: Friedrich Pollock, Sombarts 'Widerlegung' des Marxismus, in: Beihefte zum Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, hg. v. Carl Grünberg, Heft 3, Leipzig 1926, S. 63.
(5) Archiv für Literaturwissenschaft 1960, über Rudolf Bultmann, Jesus.
(6) Friedrich von Schiller, Sämmtliche Werke, Achten Bandes Erste Abtheilung, Stuttgart und Tübingen 1818, S. 96 f. (Über Anmuth und Würde).