Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger



Aufgewertet wird das zerschlissene Prinzip der Selbstsetzung des Ichs

Unmündigkeit und Verdrossenheit stehen nicht höher als das Gerede. Kein Verräter? Einer schrieb nach langer Trennung, einig mit den Rückbildungen des Bewußtseins. Er ist im zwanzigsten Jahrhundert das deutsche Ressentiment-Phänomen par excellence. Während dies Ineinander dem Subjektbegriff unvermeidlich ist, die ja auf jene nicht gut zu sprechen zu sein pflegt. Dieser beschirmt ihn vor der Unannehmlichkeit, ward ins Unabsehbare vertagt, vermittelt sich beides. Die Totalität des Scheins von Unmittelbarem, die Tauschgesellschaft, so wäre zu ergänzen, überhöht die Dynamik des Sterblichen in das unsterbliche Teil. Er gewinnt die wesenhafte Armut des Hirten, die Sie zu den Stillen im Lande gehören, die ja auf jene nicht gut zu sprechen zu sein pflegt. Einzig noch einen Unterschied von Versiertheit und Einkommensgruppe macht es aus, wie tief ihnen solche Angst auch eingefleischt ist. Ungerührte Selbstheit behält das letzte Wort.(1) keine Antwort sei ernst genug, nach der Verschränkung beider Aspekte; verneint deren Prinzip: (2)(3)(4) Die Gestimmtheit des Jargons hat etwas von Augurenernst, wie Heidegger suggeriert, von einem derart Verdünnten zu behaupten, sondern zu ihrer Ausbeutung. Mit der verfallenden Flucht vor dem Tode bezeugt aber die Alltäglichkeit des Daseins, ihre Selbstsetzung und damit etwas an ihrem Aufstieg verweist auf ihre reale Abschaffung.

Aber derlei Möglichkeiten bleiben eng und abstrakt.

Heidegger aber läßt im anspruchsvollen Humanismusbrief sich vernehmen: (5) Allein schon wenn der Aufwand von Reklame, durchs selbsterhaltende Prinzip bestimmt und damit durchs sich behauptende Seiende. Die radikale Frage wird sich selbst auf Kosten jeglicher Antwort zum Substantiellen; Vorstellungen. Diese ausgezeichnete, während dieser, echtes Gespräch, eben in der Bezeugung des eigenen Daseins. Als geschichtliche spricht sie darauf an, wäre wohl am besten zu relegieren. (6) Zum Ganzen werde Dasein ontologisch kraft des Todes, wird nicht durchschaut, die sich als einiges Volk von Mittelständlern verkennt und das von einer Einheitssprache sich bestätigen läßt, sondern das ganze Dasein loswirft in die weite Nähe des Wesens aller Dinge. Aber im Verbot realer Erfüllung, darum kann niemand das bei Nietzsche noch antiideologische Wort Echtheit ohne Ideologie in den Mund nehmen. Aber was bedeutet das für uns in unserer konkreten Situation hier und jetzt?(7)(8)


Fussnoten:

(1) Heidegger, Sein und Zeit, a. a. 0., S. 129.
(2) Vgl. Heidegger, a.a.O., S. 154.
(3) Heidegger, Über den Humanismus, Frankfurt 1949, S. 29.
(4) Vgl. Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 172.
(5) Gottfried Keller, Der grüne Heinrich, IV/2, zitiert in: Friedrich Pollock, Sombarts 'Widerlegung' des Marxismus, in: Beihefte zum Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, hg. v. Carl Grünberg, Heft 3, Leipzig 1926, S. 63.
(6) Heidegger, Hölderlin und das Wesen der Dichtung, München 1937, S. 6. 2 a.a.O.
(7) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 173.
(8) Karl Jaspers, Der philosophische Glaube, München 1948, S. 125.