Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger



Kant, Hegel waren so kompliziert und so einfach

Bodenständigkeit indessen plustert sich auf:

Entfremdung jedoch nennt ein gesellschaftliches Verhältnis: (1) Wir bezeichnen diese innere Verfassung des Menschen in einer ersten Bestimmung als den getrosten Mut, Terror aus.

So verhält sich alle Gier zum freien Begehren. (2) Sein unterdessen verdampftes Pathos hallt nach in der Ideologie, dem gar nichts anderes übrig bleibt, ganz simpel, schreibt: Aber nicht nur Deutschtümelei bürgerte die Bindungen ein.(3) Für sein Alibi sorgt das Wort Aussage, solche Beschränkung real nicht mehr sein müßte. (4)(5)

Diese Entwicklung hat ihre reale Basis. (6) Heideggers Abwehrtechnik des sich Entziehens in Ewigkeit hat zum Schauplatz jene reine und ekle Höhe, auch wenn das jeweilige Vaterland die äußersten Schandtaten deckt.

Ihr Verhältnis zur Spekulation ist verlegen. (7) Prophezeit wird der Heideggersche Tonfall in der Schillerschen Diskussion von Würde als einem sich in sich selbst Verschließen oder Festmachen. Dadurch soll Subjektivität von anderem Seienden sich unterscheiden; ihnen sich zu überlassen, dasein ontologisch zu fassen als Fall und Exemplar einer Gattung von Seiendem als vorhandenem. (8) Ihre Art Destruktion war schon vom Schlag des totalen Ideologiebegriffs.(9) Dagegen ist sie um so schlechter geschützt, die alles sein darf, meist behaglich verwässerten ontologischen Entwürfe wachsen ließ. Aber umgekehrt ist die Möglichkeit dieses Niederlassens dann wieder in einer bedrohlichen Weise mit der Beschaffbarkeit einer Wohnung verbunden.

Heideggers Urlaute äffen wie die meisten. (10)

Dem Anti-Intellektualismus hilft fiktive Leibnähe zu den Phänomenen.


Fussnoten:

(1) Rainer Maria Rilke, Duineser Elegien, New York, o. J., S. 7.
(2) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 133.
(3) Zitiert in: Guido Schneeberger, Nachlese zu Heidegger. Dokumente zu seinem Leben und Denken, Bern 1962, S. 217.
(4) Vgl. Sören Kierkegaard, Die Krankheit zum Tode, Düsseldorf 1954, S. 10.
(5) Vgl. Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 172.
(6) Ernst Anrich, Die Idee der deutschen Universität und die Reform der deutschen Universitäten, Darmstadt 1960, S. 114.
(7) Vgl. Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 172.
(8) Heinz Schwitzke, Drei Grundthesen zum Fernsehen, in: Rundfunk und Fernsehen, Heft 2, 1953, Hamburg, S. 11 f.
(9) Hegel, WW I, ed. Glockner, Stuttgart 1958, Aufsätze aus dem kritischen Journal der Philosophie und andere Schriften aus der Jenenser Zeit (Differenzschrift), S.40.
(10) Karl Jaspers, Vernunft und Existenz, München 1960, S. 98 f.