Die Aesthetik der Hermeneutischen Praxis
Untersuchung, Anwendung, Ueberpruefung und Korrektur einer Methode, These, Theorie
oder:
Das Unendliche Buch - Novalis' romantischer Roman "Heinrich von Ofterdingen"

0. Der WEG, der Pfad, der Plan. Eine VORstellung des Vorhabens und seiner Methode:

Ich will also versuchen, nicht ein Kunstwerk der bildenden Kunst,wie SCHEMAtisch vorgesehen, sondern ein literarisches Werk, einen Roman, nach der Methode von Gunnar Danbolt zu untersuchen. Warum Literatur, und warum Novalis? Zum Ersten ist mir der Umgang mit Literatur von jeher vertrauter, zum anderen ist mir in letzter Zeit gerade die Epoche der Romantik wichtig geworden. Zur Methode waere zu sagen, dass Danbolts Schema zwar auf weiten Feldern einsetzbar scheint, doch immer wieder dem speziellen Untersuchungsgegenstand anzupassen ist. Erst recht gilt dies fuer die Untersuchung von Literatur (und nicht von Bildern). Weiters ist eben jener Text ein hervorragendes Beispiel dafuer, daß das unendliche Buch keine Erfindung aufgrund technischer Moeglichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts ist - im Gegenteil! Das so entstandene Konzept saehe theoretisch einmal folgendermaßen aus:

Das Schema (Textschema):

A. KUNST

1. KUENSTLERISCHE THEORIE:
1.1.DIE INSTITUTIONEN
Praxis-Ermoeglichung als Wegbereiter: die Basis. Sub/Hypo-These.
a)die Bedingungen:
-politische und religioese und soziale Institutionen; kuenstlerische und aesthetische Traditionen (Vorbilder,Komposition, Modelle, Genre, Beispiele); Bild/Text als VOR-Bild (-Serie!)
-erzieherische Institution (Handwerk, Technik). Praxis; wie K gelernt ?
b)die Mittel: materielle, instrumentale, praktische, geistige.

1.2. Das PROBLEM.
Praxis-Provokation als Frage zwischen Person und Context
- Der Kuenstler sieht sich vor eine Frage gestellt, ein Problem, einen (wenngleich inneren) Auftrag. Auftraggeber, Frage, Problem (aus dem Nichts?)
- Er verwertet eine IDEE , er waehlt eine Moeglichkeit ihrer Umsetzung.

2. KUENSTLERISCHE PRAXIS:
2.1. DIE KONSTRUKTION ("immer andere K?")
Praxis-Produktion als Pro-These: die Kreation.
Die Praxis ist eine regelmaeßige Taetigkeit. Sie ist wiederholbar, die Regeln sind erlaeuterbar, sie ist korrigierbar. Aus der Neuheit des Bildes koennte eine Neuheit als STIL entstehen.
Praxis = Muße+Arbeit (=Zeit). Schreiben/Texten als Her-Stellung, Kreation, sekundaere Schoepfung, Genesis. Usus/Gebrauch & Bedeutung ? (Wittgenstein)

2.2. DAS KUNSTWERK
Praxis-Fragment als Text/Bild/K-stueck? Der unendliche HEINRICH (v.O.) als Buch.

B. HERMENEUTIK

3. HERMENEUTISCHE THEORIE: DIE AUSLEGUNG
Praxis-Destruktion als Anti-These: die Analyse.
a)immanente Analyse: Beschreibung, was wurde wie dargestellt, Stil
b)Analyse der praxis-assoziierten Institutionen

4. HERMENEUTISCHE PRAXIS: DIE ERLAEUTERUNG ("immer K?")
Praxis-Rekonstruktion als Syn-These: die Interpretation.
a)Was ist typisch ? Besonderheiten
b)Der Begriff des Kuenstlers von seiner Aufgabe. Warum hat er die Mittel SO verwendet ?

5. DAS VERSTAENDNIS (Praxis-Konstruktion)
Wie ist eine Teilnahme an dieser Praxis HEUTE moeglich ? Wie ist das Verstaendnis dieser Kunst-Auffassung HEUTE ?

C. DEKONSTRUKTION und Miß-Verstaendnisse der erweiterten Textualitaet (HT)

6. PRAXIS-DECONSTRUKTION (?) als Meta-/Hyper-These
Verweise auf Differenzen: der Hypertext, unendliches Buch (Unendlichkeit, Dimensionen)
Zwischen Hermeneutik und Dekonstruktion. Eine Wegbeschreibung.

D. Durchführung

ein-setzungen und aus-fuehrungen
Die Punkte 0. bis 6. finden hier ihre Entsprechung und Anwendung wie folgt: (Monolog & Dialog)

0. Vorstellung und Weg: DANBOLT
1.1. Basis: ROMANTIK-Begriff und Schellings Philosophie - Mittel, Bedeutung, Institutionen: SCHELLING
1.2. IDEE: Novalis und sein Vorhaben. Was will jemand der aufbricht, sucht, schafft? Problem, ConText: NOVALIS, SCHELLING
2.1. Kreation: Heinrich von Ofterdingen entsteht. Praxis: NOVALIS (Beginn, Kap.I)
2.2. Werk: Heinrich - bleibt unvollendet - Fragment. Buch: NOVALIS ("Heinrich")
3. Analyse: Beschreibung von Werk und Romantik. Auslegung: NOVALIS (Kap.I, II)
4. Interpretation, Besonderheiten: Warum so (was und wie), wie sieht sich der Kuenstler selbst, als Poet, als Roman-tiker?: NOVALIS und SCHELLING
5. Heute: heutiger Umgang. Erweiterungen, gegenwaertiges Verstaendnis: NOVALIS (Kap.III)
6. MissVerstaendnisse und Dekonstruktionen? erweiterte Textualitaet: DANBOLT


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