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Donnerstag, 18. Jänner
Immanuel Kant: Schöne weibliche Moral?

1. Lektüre für die Diskussion

Auszüge aus den "Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen" (1764) (word)

2. Weitere Materialien

Kant Werke online

Immanuel Kants Gesammelte Werke

Darin: Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen

Kant: Leben und Werk

Karl Vorländer: Immanuel Kant. Der Mann und das Werk (1924)

Porträt (Wikipedia, dt.)

Anregungen für die "Beobachtungen"

Jean-Jacque Rousseau: "Emile oder Von der Erziehung" (1762)

Edmund Burke: "Philosophische Untersuchung über den Urpsrung unserer Ideen vom Erhabenen und Schönen" (1757)

Weitere Kant-Stellen zum Thema Geschlechterverhältnis

1. Bemerkungen zu den Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen (Nachlass)
Kant ließ sein Handexemplar der Beobachtungen mit zusätzlichen leeren Seiten versehen, darin trug er nicht für die Öffentlichkeit besimmte Bemerkungen zu Rousseau und dem Thema Geschlechterdifferenz ein, denn das Thema beschäftigte ihn weiterhin. Diese sog. "Bemerkungen zu den Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen" wurden erst 1942 allgemein zugänglich gemacht und befinden sich in der Akademie-Ausgabe in Band XX.

2. Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1783)
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.  sapere aude!  habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung. (...)
Daß der bei weitem größte Theil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem da er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab."

3. Metaphysik der Sitten (1797): Eherecht (mehr...)

4. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (1798)

5. Vorlesungen zur Anthropologie

Literaturempfehlung

Ursula Pia Jauch: Immanuel Kant zur Geschlechterdifferenz. Aufklärerische Vorurteilskritik und bürgerliche Geschlechtsvormundschaft. Wien: Passagen 1988.

Sarah Kofman: Le respect des femmes: Kant et Rousseau. Paris: Éd. Galilée 1982.