Ringvorlesung Globale Güterketten

Ringvorlesung 140 297 Internationale Entwicklung (RTV, KOA , nKOA), MA GG&GS Vertiefung 2 VO Modul Globalgeschichte
Dienstag, 15.00 bis 17.00 Uhr
Uni Campus AAKH, HS A, Hof 4, Spittalgasse 2-4
Beginn: 9. März 2010

Die vergangenen Jahrzehnte waren von einer dramatischen Zunahme an grenzüberschreitenden ökonomischen Transaktionen geprägt. Globaler Handel und Investitionen expandierten. Das Resultat ist eine qualitative Neustrukturierung von Güterketten, in denen die Produktion von Waren und Dienstleistungen in einzelne Produktionsschritte aufgeteilt und global verteilt werden. Damit verbunden sind eine Ausweitung von Produktionskapazitäten in Entwicklungsländern sowie eine generelle Neuverteilung ökonomischer Aktivität im Weltmaßstab. Eine steigende Anzahl von alltäglich benützten bzw. konsumierten Waren wird entlang global organisierter Güterketten arbeitsteilig produziert, wobei die Profite daraus vielfach ungleich zugunsten mächtiger transnationaler Unternehmen in den Zentren verteilt werden.

Dies wirft eine Reihe (entwicklungs-)politisch relevanter Fragen auf: Können arme Länder und Regionen durch eine Integration in diese globalen Güterketten und Produktionsnetzwerke ihre Entwicklungsperspektiven nachhaltig verbessern? Welche entwicklungs- und industriepolitischen Konzepte tragen  zur Verbesserung ihrer Position in diesen Netzwerken und zur Steigerung der Aneignung regional geschaffener Werte bei? Welche Unternehmensstrategien erklären historische und aktuelle Standortsysteme und was folgt daraus für bestehende und zukünftige Machtasymmetrien und Entwicklungsperspektiven innerhalb von Produktionsnetzwerken?

Diesen und weiteren Fragen nähert sich die Ringvorlesung anhand der Perspektive „globaler Güterketten“ an. Dieser Forschungsansatz stellt die Organisation weltweit verstreuter, arbeitsteiliger Produktionsprozesse und die daraus entstehenden Konsequenzen für Entwicklung in den Mittelpunkt. Unter anderem werden folgende Inhalte anhand von konzeptionellen und empirisch orientierten Aufsätzen diskutiert: Grundlagen, Kritik und Weiterentwicklung des Konzeptes „globale Güterketten“, Fragen der Arbeitsqualität und der sozialen Unternehmensverantwortung in globalen Güterketten sowie deren Regulierung. Fallbeispiele mit historischem und aktuellem Bezug behandeln verschiedene Sektoren von Industrie und Handel in globalen Produktionszusammenhängen (z.B. Lachs-, Textil-, Elektronik oder Sportindustrie, globale Supermarktketten).

Prüfungsgrundlage ist der Begleitband zur Ringvorlesung:
Karin Fischer/ Christian Reiner/ Cornelia Staritz (Hg.): Globale Güterketten: Weltweite Arbeitsteilung und ungleiche Entwicklung. Wien: Promedia 2010.
(in Produktion; Erscheinen spätestens Mitte Mai)

Informationen zur Abschlussprüfung

4. und letzter Prüfungstermin: Montag, 17.1.2011 - 16.00-18.00 HS B (Uni Campus)
Durchführung der Prüfung in zwei Gruppen - gruppiert nach Nachnamen (nach Anfangsbuchstaben):
Gruppe 1: (A-L): 16.00 bis 17.00
Gruppe 2: (M-Z): 17.00 bis 18.00
Anmeldung über UNIVIS ist erforderlich.
Die alphabetische Gruppeneinteilung ist verbindlich. Bei individuellen Schwierigkeiten, wenden Sie sich schon vor der Prüfung an den Lehrbeauftragten.
Stoff der Prüfung ist sowohl der komplette Begleitband der Vorlesung wie auch die vorgetragenen Inhalte der Vorlesung. Sowohl Wissens- und Verständnisfragen werden gestellt (kein multiple choice)

Programm

09.03.2010 Bernhard Leubolt, Universität Wien
Einleitung: Kontext der Ringvorlesung
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16.03.2010 Christian Reiner, Universität Salzburg
Einführung
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23.03.2010 Karin Fischer, JKU Linz
Die globalisierte Lachsindustrie: Vom Süden Chiles ins Kühlregal des Supermarktes
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13.04.2010 Jennifer Bair, University of Colorado
Revisiting Local Clusters in Global Chains: From Boom to Bust in Mexico’s Blue Jeans Capital (Vortrag in engl. Sprache)
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20.04.2010 Andrea Komlosy, Universität Wien
Weltmarkttextilien: Globale Güterketten im historischen Wandel
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27.04.2010 Wolfram Manzenreiter,
Universität Wien
The Race to the Bottom: Globale Güterketten in der Sportartikelproduktion
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04.05.2010 Martina Seehuber, Südwind
Globale Computerproduktion in der „Clean IT“-Kampagne
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[link zur Kampagnen-homepage]

11.05.2010 Bernhard Mark-Ungericht, Universität Graz
Die Regulation transnationaler Wertschöpfungsketten als interessenpolitisch umkämpftes Terrain
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18.05.2010 Elisabeth Aufhauser, Universität Wien
Die Macht der Supermarktketten: Zur Steuerung globaler Warenketten durch den Einzelhandel
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01.06.2010 Jörg Flecker, FORBA
Bewegliche Ziele: Aufstieg in globalen Wertschöpfungsketten und die Qualität der Arbeit
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08.06.2010 Niels Fold, University of Kopenhagen
Angebotssicherheit in kleinbäuerlich dominierten globalen Wertschöpfungsketten: Private Regulierung der westafrikanischen Kakaoproduktion (Vortrag in engl. Sprache)
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15.06.2010 Leonhard Plank/Cornelia Staritz, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Globale Produktionsnetzwerke und „prekäres Upgrading“: Der Elektroniksektor in Ungarn und Rumänien
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22.06.2010 Lukas Lengauer,
Universität Salzburg
Globale Wertschöpfungsketten in der Automobilindustrie unter besonderer Berücksichtigung der Strukturen und Politiken in Mittel- und Osteuropa
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29.06.2010 Prüfung