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Seid ihr meine Daily Me?

(1) 1996 fasste der US-amerikanische Informatiker Nicholas Negroponte 18 seiner zuvor im Magazin Wired veröffentlichten Kolumnen zur Zukunft von Internet und Gesellschaft in einem Buch zusammen. Der Band mit dem Titel Being Digital wurde ein internationaler Bestseller und brachte Negroponte einen Ruf als visionären Vordenker des Informationszeitalters ein. Eine seiner zentralen Thesen brachte es unter dem Schlagwort The Daily Me zu breiter Popularität. Negroponte argumentiert, dass es mit der zunehmenden Popularisierung des Internet  zu einer massiven Individualisierung des Medienkonsum kommen wird, da die modulare Struktur digitaler Medien die Zusammenstellung individuell zugeschnittener Medienangebote ermöglicht: Continue Reading →

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Wikipedia zitieren? Ja, bitte!

Im Feld akademischen Publizierens wird der Wikipedia als Quelle für wissenschaftliche Argumentation weitgehend Skepsis entgegengebracht. Als zentrale Begründung für diese Skepsis wird dabei oftmals die Offenheit des Systems und die damit verknüpfte fehlende Autorität der weitgehend anonymen AutorInnen angeführt (“Da kann ja jeder kommen!”). Dazu möchte ich Folgendes anmerken: Die Glaubwürdigkeit der Quelle Wikipedia ist nicht auf die Autorität spezifischer Akteure (Autoren, Verlage etc.) zurückzuführen, sondern auf das technische System Wikipedia und die in diesem System gelebte Praxis kollaborativer Bedeutungsproduktion. In der Terminologie des Informationswissenschafters R. David Lankes (2007, 2008) beruht die Glaubwürdigkeit der Wikipedia auf credibility conversations im Gegensatz zur traditionellen authoritive credibility.
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Mapping the Austrian Political Twittersphere

This is an English paper on parts of our “Twitter-Politik” study (Maireder A., Ausserhofer J., Kittenberger A.), published in the proceedings of the CeDem12 conference. For the comprehensive German version go to twitterpolitik.net.

Abstract: Politicians, journalists and political strategists in Austria increasingly discover Twitter as a channel for political conversation, forming a – more or less – distinctive Twittersphere concerned with national politics. This paper aims at mapping the relations between the actors within this sphere, which enables new ways of informal, but public communication between different types of professionals, and between professionals and citizens from the outside. Continue Reading →

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Wer den ORF will, muss ihm auch Facebook erlauben

Vor einigen Tagen habe ich Philipp Wilhelmer vom Manstein-Verlag ein Interview zu den Social Media-Beschränkungen des ORF gegeben, dass heute unter dem Titel “Demokratiepolitisch bedenklich” im Horizont erschienen ist (Danke!) und dort nachgelesen werden kann. Da in so einem Interview Argumentationslinien immer nur ausschnittsweise wiedergegeben werden können und auch, weil ich bei einer direkten schriftlichen Aufarbeitung strukturierter Vorgehen kann, möchte ich an dieser Stelle nochmal kurz meine zentralen Gedankengänge zusammenfassen: Continue Reading →

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TwitterPolitik: Nachbetrachtungen und Ausblick

Vor einigen Wochen, am 29.3.2012, haben Julian Ausserhofer, Axel Kittenberger und ich im Designforum des Museusquartier in Wien unsere aktuelle Studie Twitterpolitik – Netzwerke und Themen der innenpolitschen Twittersphäre in Österreich vorgestellt (zum Hintergund hier). Das Interesse an unserer Studie und der Veranstaltung, bei der unsere Ergebnisse nach der Präsentation von Corinna Milborn (News), Armin Wolf (ORF), Michel Reimon (Grüne) und Stefan Petzner (BZÖ) diskutiert wurden, war gewaltig. Mein Dank geht hier an Niko Alm und sein Super-Fi Team, die es – wie es Hubert Sickinger ausdrückte - geschafft haben eine Studienpräsentation zum “In-Event” zu machen. Auch die mediale Aufmerksamkeit war überwältigend: Der Standard, die Presse, Kurier Online, the Gap und viele mehr haben ausführlich über unsere Ergebnisse berichtet. Den verantwortlichen JournalistInnen kann ich dabei durchwegs ein Kompliment machen: Sie haben es geschafft, unsere durchaus komplexen Ergebnisse zugleich lebendig und korrekt aufzubereiten. Danke! Continue Reading →

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Vortrag zu Identität & Authentizität im Social Media Sharing

“Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation” war das Thema einer Tagung letzte Woche in München, auf der Julian Ausserhofer und ich einen Teilaspekt unserer qualitativen Interviewstudie zu ‘Sharing in sozialen Medien’ vorgestellten. Als besonders spannend empfand ich dabei das Publikum, dass sich zu gleichen Teilen aus Internetforschern der DGPuK-Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation und Medienethikern der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik zusammensetzte. Eine Mischung, die Diskussionen entstehen lies in denen Ergebnisse empirischer Forschung zu neuen IK-Technologien mit Verweisen af christliche Moralethik kommentiert wurden. Ungewöhnlich, aber nicht unspannend. Anbei nun unsere Slides und der extended Abstract für unseren Vortrag. Continue Reading →

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Konversationsnetzwerke der österreichischen innenpolitischen Twittersphäre

Es wird Zeit von einem Projekt zu berichten, dass Julian Ausserhofer, Axel Kittenberger und ich im Anschluss an ein Seminar von Axel Bruns seit Sommer dieses Jahres entwickelt haben und nun seit einigen Monaten intensiv bearbeiten: Die Analyse der Konversationsnetzwerke der österreichischen, innenpolitischen Twittersphere. PolitikerInnen, JournalistInnen und andere professionelle Akteure des politischen System in Österreich nutzen Twitter zunehmend zur Kommunikation sowohl untereinander als auch nach “aussen”, also zu Menschen ausserhalb des Arena professioneller politischer Kommunikation. Dabei entsteht ein – mehr oder weniger – spezifischer innenpolitischer Diskursraum in dem relativ offene, niederschwellige Kommunikationsprozesse stattfinden. Dieser Austausch ist dazu geneigt, die Beziehungen der Akteure des politischen Systems untereinander als auch die Beziehung dieser Akteure zu Umwelt des politischen Systems zu intensivieren. Continue Reading →

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‚Sharing’ als soziale Praxis: Publikum, Interaktion und Identität

Präsentation der Studie am 5.Dez 2011 im MQ. Foto: Lisa Stadler. Danke!

Gestern Abend haben Julian Ausserhofer und ich im Museumsquartier in Wien einige zentrale Ergebnisse einer qualitativen Studie zum “Sharing” von Medieninhalten in sozialen Medien vorgestellt, an der wir rund ein Jahr gearbeitet haben. Ausgangspunkt war eine meiner Lehrveranstaltungen “Übung Kommunikationsforschung” im vergangenen Wintersemester (2010/11), in der wir mit einer Gruppe Studierender Fragestellung und Erhebungsinstrument (relativ offenes Leitfadeninterview mit von Befragten eingebrachten Stimuli und Anfertigung von Publikums-Zeichnungen) ausgearbeitet haben. Continue Reading →

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Nachrichten als soziale Erfahrung: Selektion in Facebook und Twitter

[Zuerst erschienen im APA OTS-Blog]. Werner Faymanns verfehlte Social Media ‚Strategie’ ist nur das momentan prominenteste Beispiel für das – teilweise eben auch bei PR-Profis wie jenen im @teamkanzler – vorhandene Unverständnis zu Kultur und Praxis der Kommunikation in sozialen Medien. Eine Kommunikationskultur, die – wie an anderer Stelle ausgeführt – mit den tradierten Strategien politischer Kommunikation und Marktkommunikation oftmals inkompatibel ist. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man sich als Partei, Organisation oder Unternehmen zuerst an professionelle Vermittler – Journalisten – wendet oder direkt an das ‚vormalige Publikum’. Continue Reading →

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Meine 2 Cent zu Faymann und Social Media

[Gestern habe ich der Zeit im Bild 2 zu diesem Thema ein Interview gegeben, leider wurde nichts davon gesendet :-( - Deswegen nun auf diesem Weg meine Gedanken zu Werner Faymann und der Social Media Strategie von @teamkanzler]

Er hatte eigentlich keine Chance. Zu einem Zeitpunkt, an dem das Vertrauen in die Regierung, das Vertrauen in Politik allgemein auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt ist, bietet er mit seinem Facebook Profil eine Adresse, an der sich der Frust entladen kann. Aber, er hätte die Erwartungen nicht so hochschrauben müssen. Continue Reading →