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	<title>Axel Maireder</title>
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		<title>re:publica / DGPuK-Tagung</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 14:15:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bin diese Woche auf der re:publica und der DGPuK-Tagung — Follow #rp13 und #dgpuk2013 für aktuelle Infos]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bin diese Woche auf der re:publica und der DGPuK-Tagung — Follow <a href="https://twitter.com/search?q=%23rp13&amp;src=typd">#rp13</a> und <a href="https://twitter.com/search/realtime?q=%23dgpuk2013&amp;src=tyah">#dgpuk2013</a> für aktuelle Infos</p>
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		<title>Identitätsmanagement beim ‚Sharing’ in Social Network Services</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 21:23:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
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		<description><![CDATA[Abstract — Öffentliche Kommunikationsprozesse im Internet werden zunehmend von einer Praxis des ‚Sharing’ von Medieninhalten in Social Network Services (SNS) geprägt. Diese lässt sich aus der Perspektive der NutzerInnen, die sich unter anderem mit dem ‚Teilen’ von Blogposts, Zeitungsartikeln oder &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2013/04/identitatsmanagement-beim-sharing-in-social-network-services/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Abstract —</strong> <em>Öffentliche Kommunikationsprozesse im Internet werden zunehmend von einer Praxis des ‚Sharing’ von Medieninhalten in Social Network Services (SNS) geprägt. Diese lässt sich aus der Perspektive der NutzerInnen, die sich unter anderem mit dem ‚Teilen’ von Blogposts, Zeitungsartikeln oder YouTube-Videos ihren jeweiligen Kontakten gegenüber darstellen, als Identitätsmanagement beschreiben. Auf Basis einer Analyse von 41 schwach strukturierten Interviews mit NutzerInnen zeigen die Autoren, wie facettenreich die Verbindungen zwischen Identität und geteilten Medieninhalten durch die NutzerInnen konstruiert werden, wie die NutzerInnen ihre Nachrichten an unterschiedlich antizipierte Publika anpassen und wie sie dabei mit der Auflösung der traditionellen sozialer Kontexte innerhalb von SNS umgehen. </em><span id="more-12891"></span><em>Die Autoren liefern einen Beitrag zum Verständnis der Motive und Kontexte individueller Handlungen, auf denen die Dynamiken der Entwicklung von Netzöffentlichkeiten auf Makro-Ebene basieren.</em></p>
<h6><em><em>PREPRINT Version eines Beitrags von mir, Axel Maireder, und meinem Kollegen, Julian Ausserhofer, basierend auf unserem Vortrag bei der gemeinsamen Jahrestagung der Fachgruppen Kommunikations- und Medienethik sowie Computervermittelte Kommunikation der DGPuK im Februar 2012 in München. Der Text erscheint im entsprechenden Tagungsband: Emmer, M. &amp; Stapf, I. (Hrsg.): Authentizität in der computervermittelten Kommunikation (Kommunikations und Medienethik, 2). Weinheim: Juventa (Publikation erwartet für das Frühjahr 2013). Der Text ist auch </em><em><a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/MairederAusserhofer_IdentitatSharing_PrePrint.pdf">als PDF Download verfügbar.</a></em></em></h6>
<h3>1. Einleitung</h3>
<p>Die Praxis, Blogposts, Zeitungsartikel, YouTube-Videos und andere online verfügbare Medieninhalte über Social Network Services (SNS) zu ‚teilen’ ist weit verbreitet (BITCOM 2011, Hermida et al. 2011, Purcell et al. 2010). Unter ‚teilen’ oder ‚sharen’ meinen wir, wenn ein Link zu einem Medieninhalt in eine ‚Statusmeldung’ auf Facebook, in einen Tweet auf Twitter oder in andere SNS eingefügt wird. Für die Kontakte der ‚teilenden’ NutzerInnen erscheinen Nachrichten und Links innerhalb ihres Social Streams oder News Feeds, einer laufend aktualisierten und rückwärts chronologisch geordneten Liste der Nachrichten all jener Akteure, mit denen sie über das System in Verbindung stehen. Indem SNS-NutzerInnen Medieninhalte teilen, werden diese verbreitet. Gleichzeitig geben sie Anstoß zur Auseinandersetzung mit den Themen, auf die sich die verlinkten Inhalte beziehen, da auf jede Nachricht mit einer Palette von Interaktionsoptionen reagiert werden kann. Über Kommentare und Weiterleitungen (‚Retweets’, ‚Reshares’) wird die Bedeutung der Medieninhalte ausgehandelt.</p>
<p>Die Beteiligung an diesen Aushandlungsprozessen (oder auch nur ihrer Beobachtung) prägt die individuelle Bedeutungskonstruktion zu den jeweiligen Themen für die NutzerInnen mit. Hierin zeigen sich durchaus Ähnlichkeiten zu nicht-medienvermittelter Anschlusskommunikation an massenmediale Inhalte, wie sie vielfach beschrieben wurde (zuletzt z.B. von Sommer 2010).Darüber hinaus entstehen in SNS aus der Aggregation der vielfältigen Verknüpfungen zwischen Akteuren und Medieninhalten sowie den Akteuren untereinander manifeste (im Sinne greifbarer) Strukturen auf Makro-Ebene. Diese hochdynamischen Strukturen nehmen wir beispielsweise als rasante Verbreitung von Informationen und Themen wahr, wie bei Virals, Internetmemen oder Shitstorms [1] – Phänomene, die öffentliche Kommunikationsprozesse zunehmend mitprägen. Die Entwicklung eines Interpretationsvermögens für diese Phänomene bedarf einer Auseinandersetzung mit den Hintergründen und Kontexten der individuellen Handlungen auf denen sie basieren, bedarf eines Verständnisses dafür wie und warum Menschen welche Medieninhalte in SNS teilen.</p>
<p>Ein Teil der Antwort auf diese Fragen liegt, so lässt sich annehmen, in einer der zentralen Funktionen von SNS für ihre NutzerInnen, die in anderen Zusammenhängen schon vielfach beschrieben wurde: dem Identitätsmanagement (Schmidt 2009). Menschen nutzen Social Network Services um sich gegenüber Freunden, Kollegen, Peers, Bekannten – und zum Teil auch Unbekannten – darzustellen (Back et al. 2010, Beer 2008, Boyd/Ellison 2007, Ito et al. 2008, Livingstone 2008) . Authentizität wurde als zentraler Wert im Rahmen des Identitätsmanagements beschrieben (Schmidt 2011), als Wunsch nach Präsentation des wahren Selbst (Tosun 2012). Studien konnten des weiteren zeigen, dass die Selbstdarstellungen auf SNS überwiegend die tatsächliche (wahrgenommene) Persönlichkeit der NutzerInnen (Back et al. 2010; Walther et al. 2008) reflektieren, als auch, dass Eigen- und Fremdwahrnehmung der Profilinformationen oftmals konvergieren (Gosling et al. 2007). Die authentische Selbstdarstellung in SNS wird jedoch theoretisch dadurch erschwert, dass sich NutzerInnen gleichzeitig und gleichartig vor einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppen innerhalb (und z.T. auch außerhalb) des eigenen, persönlichen Netzwerks darstellen. Eine Verhaltensanpassung an spezifische Gruppen und Situationen, wie sie Goffman (1959) für alltägliche Kommunikationssituationen beschrieben hat, ist dadurch kaum möglich. Es entstehen „contextual gaps“ (Hull et al. 2011) in der Identitätskonstruktion, die zu einem „context collapse“ führen können (Marwick/boyd 2010): Menschen zeigen gegenüber spezifischen sozialen Gruppen und in spezifischen Kontexten Verhaltensweisen, die sie in anderen sozialen Situationen so nicht zeigen würden.</p>
<p>Neben der Gestaltung des Profils, den eingestellten Fotos, persönlichen Statusmeldungen und Kommentaren tragen auch ‚geteilte’ Medieninhalte zur Konstruktion der jeweiligen Selbstrepräsentation bei. Mit der Vermittlung bestimmter Texte, Bilder und Videos an ihre Kontakte zeigen Menschen, welche Themen für sie relevant sind, welche Quellen sie für vertrauenswürdig halten und welche Meinungen und Weltanschauungen sie teilen oder ablehnen (Martin 2008). In den reduced cue environments (Baym 2010: 120) von Social Network Services, in denen auch kleinste Informationselemente einen nennenswerten Einfluss auf die Wahrnehmung einer Person durch andere haben können (vgl. ebd.), kann jeder geteilte Medieninhalt und der sie begleitende individuelle Kommentar zu einem relevanten Element für die Fremdwahrnehmung einer Person werden. Rezeptionsverhalten, gesellschaftspolitische Ansichten, Mediengeschmack und vieles mehr kann für die Kontakte der NutzerInnen aus der Praxis des ‚Sharing’ heraus interpretierbar sein.</p>
<h3>2. Fragestellung &amp; Methode</h3>
<p>Die Frage danach, welche Überlegungen den Entscheidungen von SNS-NutzerInnen beim Teilen von Medieninhalten zu Grunde liegen, wie und warum sie also welche Medieninhalte teilen, stand im Zentrum eines explorativen Forschungsprojektes der Autoren im Winter 2011. Basierend auf 41 schwach strukturierten Interviews mit SNS-NutzerInnen und einer an der Grounded Theory orientierten rekonstruktiven Analyse der Transkripte konnten wir diese Fragen intensiv bearbeiten. Für die Interviews wurden Personen ausgewählt, die in den jeweiligen SNS über eine relativ überschaubare[2] Anzahl von Freunden bzw. Followern verfügen und die Facebook und/oder Twitter intensiv nutzen, um Medieninhalte mit ihren Kontakten teilen. Die Auswahl erfolgte ausgehend von den persönlichen Netzwerken der Autoren und der Studierenden eines Proseminars zum Thema, wobei für die Gesamtauswahl eine möglichst hohe Varianz soziodemographischer Merkmale angestrebt wurde. Dies ist – der Form des Auswahlprozesses inhärent – nicht vollends gelungen. So hatten wir einen deutlichen Männerüberhang (21 Männer zu 15 Frauen), sowie einen sehr hohen Anteil an Studierenden (16 studierten Vollzeit und zehn nebenberuflich). Die jüngste Befragte war 21, der Älteste 42, das Durchschnittsalter lag bei 26 Jahren. 21 der Befragten nutzen nur Facebook, sechs nur Twitter und 14 beide Plattformen. Im Durchschnitt hatten die Befragten 349 Facebook Freunde bzw. 440 Follower auf Twitter.</p>
<p>Die Interviews wurden zum Teil von den Autoren selbst, und zum Teil von Studierenden des erwähnten Proseminars durchgeführt.[3] Neben allgemeinen Fragen zur Nutzung von SNS und der Einschätzung der eigenen Sharing-Praxis wurde intensiv nach der Vorstellung der NutzerInnen von ihrem ‚Publikum’ gefragt. Im Kern der Gespräche stand das reflektierende Besprechen der bis zu zehn letzten Tweets oder Statusmeldungen mit Links, die die NutzerInnen abgesetzt hatten. Die InterviewerInnen gingen diese Nachrichten gemeinsam mit den Befragten durch und fragten jeweils nach Kontext und Motiven für das Absetzen dieser Nachrichten. Diese Fall-zu-Fall Befragung war durchsetzt von allgemeinen Reflexionen über die eigene Praxis.</p>
<p>Die Ergebnisse der Analyse dieser Interviews sind facettenreich und geben einen tiefen Einblick in die Überlegungen, die den Entscheidungen der NutzerInnen, bestimmte Medieninhalte zu teilen, zu Grunde liegen. Für den vorliegenden Artikel beschränken wir uns auf eine Teilanalyse und beschreiben die Sharing-Praxis aus der Perspektive des Identitätsmanagements, wie sie in der Einleitung skizziert wurde.</p>
<h3>3. Ergebnisse</h3>
<p>Die Pflege ihrer Onlineidentität stellt für die NutzerInnen ein zentrales Moment beim Teilen von Medieninhalten dar. Die Befragten gehen durchwegs davon aus, dass sie mit den von ihnen geteilten Inhalten assoziiert werden, also die Medieninhalte, auf die sie verweisen und die Form, in der sie auf sie verweisen, zu ihrer Außenwahrnehmung beitragen. Die Annahme beruht dabei in erster Linie auf einer Projektion: Durch die eigene Einschätzung von anderen NutzerInnen, die sie – neben anderen Aspekten – eben auch auf dieser Basis beurteilen, wird auf die eigene Person rückgeschlossen. Eine Einschätzung, die sich implizit in den Aussagen vieler Befragter findet, und die Michael[4], Student der Politikwissenschaft, mit folgenden Worten explizit erläutert:</p>
<blockquote><p>„Jedem, dem ich folge, dem unterstelle ich ja auch eine gewisse Identität auf Basis der Dinge, die er oder sie twittert, ja, ob das jetzt vollständig, unvollständig, völlig zutreffend oder ganz falsch ist, das sei einmal dahingestellt. (&#8230;) Natürlich gibt alles das, was ich oder jemand anderer twittert, eine Art von Bild, ja, davon bin ich fest überzeugt.“[5]</p></blockquote>
<p>Für die NutzerInnen ist es selbstverständlich, dass alle Inhalte, die sie teilen, in der einen oder anderen Form mit ihrer Person zusammenhängen. Sie drücken dies in allgemeinen Aussagen wie „Es ist wichtig, dass ich das bin“, oder „Es muss mit meiner Persönlichkeit zu tun haben“ aus, als auch in Aussagen zum konkreten Zusammenhang zwischen Selbstbild und Inhalt der Mitteilungen.</p>
<p>Recht unspezifisch wird dabei häufig auf ein persönliches Interesse an den jeweils geteilten Inhalten verwiesen, insbesondere wenn es sich um ‚klassische’ Nachrichten im publizistischen Sinne allgemein interessierender Sachverhalte (vgl. La Roche 2006: 74) handelt. Auf solche Inhalte stoßen die NutzerInnen zumeist im Rahmen ihrer alltäglichen (Online)Mediennutzungspraxis und verweisen durch das Teilen auf ihre Anteilnahme an bestimmten Themen. Andere, ebenso unspezifische Begründungen für das Teilen bestimmter Medieninhalte wie Interesse sind Einschätzungen als humorvoll, spannend oder cool.</p>
<p>Über ein einfaches Interesse hinaus geht das Teilen von Inhalten, mit denen NutzerInnen bestimmte, oftmals gesellschaftspolitische, Botschaften transportieren wollen und/oder sich in eine Rolle der Anwaltschaft für bestimmte Anliegen begeben. Die Befragten erläutern dies mit Kritik an gesellschaftlichen Zuständen, auf die es aus ihrer politischen Überzeugung heraus hinzuweisen gilt. Sie wollen dazu beitragen, ihre Kontakte, und darüber hinaus auch häufig explizit „die Öffentlichkeit“, „die Gesellschaft“ oder „die Menschen“, über Missstände zu informieren und aufzuklären. Selma, die einen Artikel aus einer Onlinezeitung über Kinder und Drogenmissbrauch auf Facebook geteilt hat, erläutert ihre Motivation so:</p>
<blockquote><p>„Da denke ich mir ‚Hey ich denke mir gerade wie beschissen ist diese Welt eigentlich, wo Kinder Drogen dealen’ und dann teile ich diesen Artikel aus der Presse [österreichische Tageszeitung, Anm. Autoren] (&#8230;). Es ist mir wichtig, dass es irgendwie hinausgeht in die Welt, das was mich gerade beschäftigt.“</p></blockquote>
<p>Kunststudentin Maria hat einen Artikel über den in ihren Augen verwerflichen Umgang mit Windhunden in Spanien gepostet, und führt dazu aus:</p>
<blockquote><p>„Was mich eben besonders an der Tatsache schockiert, dass es in Spanien ist, und dass Spanien eigentlich ein EU-Land ist und eigentlich auch Tierschutznormen haben sollte, und die werden aber auch von der Regierung einfach negiert, und deshalb finde ich, dass gerade das ein Thema ist das auch in der Öffentlichkeit angefochten werden sollte.“</p></blockquote>
<p>Beide, Selma und Maria, verweisen in ihren Aussagen sowohl auf ein gesellschaftliches Problem, das sie persönlich beschäftigt, als auch auf ihre Motive darüber zu kommunizieren. Während Maria dabei auf die Öffentlichkeit selbst verweist, die sich mit dem Thema auseinandersetzen sollte, bleibt Selmas Begründung persönlicher: Ihr ist es wichtig, der Welt zu zeigen, was sie persönlich gerade beschäftigt. Beide Motive, die Aufklärung über ein gesellschaftlichen Problem und die Mitteilung, man beschäftige sich mit diesem Problem, tauchen in den Aussagen vieler Befragter auf.<br />
Darüber hinaus verweisen die Befragten häufig auf die Verbindung zwischen Medieninhalt und eigener Erfahrung. Dabei lassen sich grob zwei Zusammenhänge unterschieden: Zum einen ‚stolpern’ NutzerInnen im Rahmen ihrer alltäglichen, routinierten Medienrezeption – insbesondere aber nicht nur durch das Lesen der Mitteilungen anderer im eigenen News Feed – über Medieninhalte, die Assoziationen zu eigenem Erleben wecken.</p>
<p>So erzählt die 23-jährige Nina, um ein Beispiel zu nennen, dass sie einen auf YouTube abrufbaren Ausschnitt aus einer Unterhaltungssendung, in dem Kärnten Thema war, gepostet hat, weil sie gerade in Kärnten auf Urlaub war. Maria, deren Aussage zum Umgang mit Windhunden in Spanien oben zitiert wurde, hat den entsprechenden Artikel auch gepostet, weil sie selbst einen solchen Windhund besitzt. Zum anderen suchen NutzerInnen aufgrund eines aktuellen, unmittelbaren Ereignisses in ihrem Leben nach Informationen im Internet und stoßen dabei auf ‚passende’ Medieninhalte. Davon berichtet zum Beispiel Caroline, die nach dem Besuch eines besonders gelungenen Konzerts nach ‚einschlägigem’ Material gesucht und schließlich ein Interview mit der Band zu ihrer Tour gepostet hat.</p>
<p>In den begleitenden Kommentaren zum jeweiligen Link teilen die NutzerInnen die Verbindung zwischen dem Medieninhalt und ihrer persönlichen Einstellungen und Erfahrungen oftmals explizit mit. Dies konnte einer der Autoren in einer Inhaltsanalyse zufällig ausgewählter deutschsprachiger Tweets von Individuen (im Gegensatz zu kollektiven Akteuren) quantitativ zeigen. Bei 27 Prozent der untersuchten Tweets mit sowohl Link als auch individuellem Kommentar (N=1284) war eine klare persönliche Wertung erkennbar, und bei immerhin 16 Prozent waren Hinweise auf persönliche Erfahrungen der NutzerInnen zu finden (Maireder 2011).</p>
<p>Die Interviewpartner unseres Projekts streichen die Praxis der begleitenden Kommentierung auch in ihren Aussagen heraus. Kommentiert werden jene Links, bei denen die NutzerInnen die Verbindung zwischen ihren Einstellungen bzw. Erfahrungen und dem Inhalt, auf den sie verweisen, explizit darstellen wollen. In folgendem Zitat betont Publizistik-Studentin Claudia die Kommentierung von Medieninhalten, zu deren Inhalt sie eine besonders positive oder negative Meinung hat:</p>
<blockquote><p>„Also oft schreibe ich schon etwas dazu, wenn ich etwas besonders super finde oder auch wenn ich etwas total blöd finde, also wenn ich irgendwelche politischen Sachen zum Beispiel posten würde, würde ich dann schreiben dass die Fekter [österreichische Ministerin, Anm. Autoren] total deppert ist oder so, oder ich schreib oft rein ‚das kann es ja wohl nicht sein!’&#8221;</p></blockquote>
<p>So wie von Claudia wird in den Interviews vielfach betont, dass geteilte Artikel, Blogposts oder Videos insbesondere dann begleitend kommentiert werden, wenn man dem Inhalt kritisch gegenüber steht. Die NutzerInnen wollen den falschen Eindruck vermeiden, sie würden mit dem Inhalt übereinstimmen. Dies ist auch deswegen notwendig, da – wie vielfach betont wird – tendenziell eine positive Konnotation zwischen Nutzer/in und geteiltem Medieninhalt vermutet wird. Der 36-jährige Schriftsteller Matthias führt diesen Zusammenhang folgendermaßen aus:</p>
<blockquote><p>„Also ich schreibe nicht quasi bei jedem Link, den ich mache, einen Aufsatz dazu, mit meiner eigenen Meinung, weil ich davon ausgehe, dass, wenn ich was weiterempfehle, einen Text share, dass die Leute eh wissen, dass ich das share, weil ich es gut finde. Wenn ich jetzt zum Beispiel etwas furchtbar scheiße finde, dann schreibe ich das im Prinzip dazu, also meistens mache ich eher die Kommentare dazu wenn etwas negativ ist.“</p></blockquote>
<p>Matthias schätzt in seiner Aussage geteilte Links als grundsätzliche Empfehlung der jeweiligen NutzerInnen für den verlinkten Medieninhalt ein. Er bezieht sich an dieser Stelle auf eine sehr allgemeine Vorstellung des eigenen Publikums, den Leuten, von dem jede/r Einzelne diesen Zusammenhang grundsätzlich herstellen könnte. In zahlreichen Aussagen geben die Befragten an, dass sie die Verbindung zwischen den Medieninhalten und der eigenen Person nicht explizit angeben, weil sie davon ausgehen, dass die eigenen Kontakte diesen Bezug selbst erkennen.<br />
Vielfach wenden sich die NutzerInnen jedoch nicht an ein allgemeines, sondern ein spezifischeres Publikum. Dies sind Gruppen von Personen innerhalb der eigenen Kontakte, mit denen bestimmte biografische Hintergründe, bestimmte Erfahrungen oder Interessen geteilt werden. Sich an eine solche Gruppe zu wenden bedeutet jedoch nur selten, dass eine Mitteilung nur an diese Gruppe von Personen technisch adressiert[6] wird. Die Mitteilungen können von allen Kontakten (und gegebenenfalls darüber hinaus) wahrgenommen werden, auch wenn sie sich nur an einen Ausschnitt dieser Kontakte richten. So antwortet beispielsweise Grafik-Designer Richard auf die Frage, an wen er gedacht hat, als er einen Link zu einem Text über Fotografie geteilt hat:</p>
<blockquote><p>„[Dabei] richte ich mich eigentlich an die Leute von der Grafischen [Hochschule für Grafik-Design, Anm. Autoren] und an die Leute, mit denen ich arbeite (&#8230;), wenn ich etwas poste.“</p></blockquote>
<p>So wie Richard richten viele NutzerInnen Mitteilungen zum Teil eigentlich an eine bestimmte Gruppe, bei der sie ein bestimmtes Interesse und ein bestimmtes Wissen voraussetzen, um die Mitteilung so wahrzunehmen, wie sie intendiert ist. Wissen bedeutet in diesem Zusammenhang zum einen Wissen zu einem bestimmten Themenbereich, z.B. Reitsport, wie es die oben schon zitierte Kunststudentin Maria voraussetzt, wenn sie auf Facebook Artikel zu entsprechenden Themen postet:</p>
<blockquote><p>„Da ich (…) davon ausgehe, dass eben ein spezieller Post wie hier von diesem Pferd eher an den Kreis meiner Reiterfreunde gerichtet ist und es doch ein sehr brisantes Thema im Reitsport zur Zeit ist, gehe ich davon aus dass jeder weiß, wovon hier die Rede ist, und (..) dieser Artikel mehr oder weniger Vorkenntnis voraussetzt.“</p></blockquote>
<p>Wissen bedeutet zum anderen auch Wissen um die Person, die den jeweiligen Link teilt, wie es der 22-jährige Student Nils in dieser Erzählung andeutet:</p>
<blockquote><p>„Ein Bekannter von mir, mit dem ich jetzt nicht mehr soviel Kontakt habe, hat kommentarlos jetzt ein Tocotronic-Video reingestellt und ich kenne ihn sehr gut und das hat für mich schon eine Bedeutung; aber jetzt wenn ich ihn nicht so gut kennen würde, würde ich mir jetzt gar nix dabei denken; das könnte einfach jeder reinstellen; das ist glaube ich der Punkt; einen Link kann jeder reinstellen aber den Bezug kann nur ich herstellen.“</p></blockquote>
<p>Richard, Maria, Nils und viele andere befragte NutzerInnen setzen beim Absetzen von Nachrichten auf Twitter und Facebook Wissen voraus, das nur ein Teil ihrer Kontakte hat. Sie differenzieren dabei zwischen Gruppen von Menschen, denen sie unterschiedliches Wissen um die eigene Person und/oder einen Themenbereich und damit eine spezifische Dekodierfähigkeit der Mitteilungen unterstellen. Sie kodieren ihre Mitteilungen in einer Form, die eine bestimmte Dekodierungsfähigkeit voraussetzt, um so verstanden zu werden, wie sie es intendiert haben.</p>
<p>Die Unterstellung dieser Fähigkeit ist dabei durch die jeweilige Spezifik der Beziehung zwischen NutzerIn und Kontakt geprägt: Nils kennt seinen Bekannten gut genug, um zu erkennen, was er mit der kommentarlosen Verlinkung zu einem bestimmten Musikvideo meint – oder zumindest vermutet Nils, dies zu wissen. Das Wissen um den Charakter, die Einstellungen, den Lebenswandel seines Bekannten ermöglicht es ihm, die Mitteilung und damit den persönlichen Bezug seines Bekannten zu dem Musikvideo zu verstehen. Maria geht davon aus, dass der Artikel über das Rennpferd, den sie gepostet hat, von ihren im Reitsport kundigen Kontakten inhaltlich verstanden werden kann, und auch, dass der Bezug zwischen ihr als Person und dem Artikel für diese Gruppe klar wird, da sie Maria als begeisterte Reitersportlerin kennen.</p>
<p>Allgemein lässt sich dies – mit Rückgriff auf die Terminologie Luhmanns (1985) – nochmals so zusammenfassen: Die gleichsinnige Handhabung von Information (Link bzw. Medieninhalt) und Mitteilung (Intention der Kommunikation) durch Alter und Ego ist abhängig von der Beziehung zwischen den Beiden. Das ist grundsätzlich in jeder Kommunikationssituation so. Menschen trachten danach, die Differenz zwischen Information und Mitteilung durch die Antizipation der Fähigkeit der Anderen, sie zu verstehen, so gering wie möglich zu halten, um verstanden zu werden. Das Problem beim Teilen von Medieninhalten auf Facebook und Twitter ist jedoch, dass sich die tatsächlichen und die antizipierten Anderen nur zum Teil überschneiden.</p>
<p>Hierin liegt der – an Goffmans (1959) Terminologie angelehnte – Zusammenbruch des Kommunikationskontextes bei Twitter und Facebook, wie ihn Marwick &amp; Boyd (2010) und Hull et al. (2011) beschrieben haben. Die befragten NutzerInnen erleben diesen context collapse laufend im Rahmen ihrer alltäglichen Nutzung von Social Network Services. Menschen, die sie beim Teilen eines Links nicht im Sinn hatten und auf deren Fähigkeit, ihre Mitteilung zu verstehen, sie demnach keine Rücksicht genommen haben, nehmen die Posts wahr.</p>
<p>Sie nehmen sie nicht nur wahr, sie reagieren zum Teil darauf, z.B. durch Likes, Kommentare, Reshares, Retweets und Favs.[7] Diese Reaktionen sind zumeist auch die einzigen Signale, die NutzerInnen erhalten, um die Wahrnehmung ihrer Posts durch andere einschätzen zu können.[8] Dieser alltägliche context collapse wurde von den Befragten jedoch kaum als Problem thematisiert. Sie nehmen ihn als soziales Phänomen wahr, mit dem sie selbst, ihre Kontakte und SNS-NutzerInnen im Allgemeinen umzugehen gelernt haben. Die Befragten haben dadurch einen sehr gelassenen Umgang mit dem Umstand entwickelt, dass bestimmte Mitteilungen nicht von allen Kontakten so verstanden werden wie ursprünglich intendiert. Publizistik-Studentin Jana erklärt dies so:</p>
<blockquote><p>„Also wenn es jetzt um ein Uni-Thema geht zum Beispiel, dann denke ich natürlich an meine Uni-Freunde und hoffe dass die das sehen und vielleicht einen Kommentar dazu abgeben. (&#8230;) Wenn meine Freunde von Zuhause, die es vielleicht nicht verstehen würden, wenn sie sich das anschauen, und denken ‚Ja keine Ahnung was sie mir damit sagen will‘, dann müssen sie ja auch nichts dazu schreiben, nichts kommentieren; und die von der Uni, die verstehen es und schreiben halt vielleicht etwas dazu.“</p></blockquote>
<p>Jana hofft, dass jene Gruppe, an die sie beim Teilen des Links denkt, und von der sie annimmt, dass sie die Mitteilung verstehen, den Link sieht und darauf reagiert. Ihr ist bewusst, dass auch andere außerhalb dieser Gruppe ihre Statusmeldung wahrnehmen, geht aber davon aus, dass diese die Mitteilung zumeist ignorieren. Dies ist jedoch nicht immer so. Die Befragten erzählen mehrfach davon, dass Personen auf Statusmeldungen und Tweets reagieren, an die sie sich eigentlich gar nicht gewandt hatten. So erläutert die 22-jährige Claudia:</p>
<blockquote><p>„Es kommt auch manchmal vor, dass irgendjemand das dann kommentiert von dem ich mir denke ‚okay, der hat das jetzt auch gelesen quasi’. Also, das passiert auch, dass da irgendwer irgendwas kommentiert, an den ich gar nicht gedacht habe, wo ich das geschrieben habe.“</p></blockquote>
<p>In weiterer Folge beurteilt Maria diese überraschende Beteiligung von Kontakten, an die sie beim Verfassen der Nachricht nicht gedacht hatte, als durchaus spannend. Maria und andere Befragte streichen in diesem Zusammenhang heraus, dass sie so mit Menschen über Themen in Kontakt kommen, über die sie mit diesen normalerweise nicht sprechen. Dies wird oftmals durchaus als Bereicherung empfunden, ebenso wenn sich mehrere Kontakte beteiligen, die sich untereinander nicht kennen. Hier bilden oder verstärken sich schwache oder latente Verbindungen.</p>
<p>Menschen präsentieren multiple Facetten ihrer selbst, die dazu geneigt sind, neue Verbindungen zwischen zuvor getrennten Teilen des sozialen Netzwerks zu fördern. Indem sie sich als „authentisches Ganzes“ präsentieren, brechen sie die traditionellen Rollenstrukturen auf. Dabei heben sie die Intensivierung von Beziehungen und die Aktivierung von „latent ties“ als positive Effekte hervor. Das sind Funktionen von SNS, die als phatische Kommunikation (Miller, 2008) bzw. Teil des Beziehungsmanagements (Schmidt, 2009) beschrieben werden können.</p>
<p>Für die Authentizität, nach der in SNS verlangt wird, stellt die fehlende Möglichkeit zur Verhaltensanpassung an verschiedene Gruppen kein Problem dar. Ganz im Gegenteil: Die gleichartige Präsentation von verschiedenen sozialen Gruppen ist das, was Authentizität in Social Network Services ausmacht. Natürlich hat diese Authentizität ihre Grenzen: NutzerInnen vermeiden es, Medieninhalte zu teilen, die mit dieser gesamtheitlichen Identitätskonstruktion brechen. Dies können bestimmte private Details und Informationen zu persönlichen Niederlagen sein, aber auch als sozial inakzeptabel empfundene Interessen. Mit dem Zitat der 29-jährigen Ökonomin Joanna, die dies aus ihrer Sicht auf den Punkt bringt, schließen wir den Ergebnisteil ab:</p>
<blockquote><p>„Wenn du jetzt irgendetwas Arges liest, oder neuesten Musik-Klatsch und Tratsch-Ding, dann mag dich das vielleicht persönlich interessieren, aber ich twittere es nicht hinaus.“</p></blockquote>
<h3>4. Schlussbemerkung</h3>
<p>Die hier präsentierten Ergebnisse zeigen, wie NutzerInnen die Selbstdarstellung im Kontext des Teilens von Medieninhalten leben. Sie demonstrieren in Ausschnitten, wie facettenreich die Verbindungen zwischen eigener Identität und geteilten Medieninhalten konstruiert werden, wie die NutzerInnen ihre Nachrichten an unterschiedlich antizipierte Publika anpassen und wie sie mit der Auflösung der traditionellen sozialer Kontexte innerhalb von SNS dabei umgehen.</p>
<p>Wie eingangs argumentiert, können wir die Dynamiken der Strukturbildung im Rahmen öffentlicher Kommunikation im Internet nur dann sinnvoll interpretieren, wenn wir die individuellen Handlungen verstehen lernen, auf denen diese basieren. Wenn, wie Yun und Park (2011: 202) schreiben, Social Network Services dabei sind, die Rolle von „major news distributing outlets“ einzunehmen, sollten wir Facebook- und Twitter-NutzerInnen als zunehmend relevante Akteure öffentlicher Kommunikationsprozesse wahrnehmen. Diese Akteure sind vielfach Individuen, die SNS nicht (oder nicht vorrangig) dazu nutzen, um Themen für die Öffentlichkeit bereit zu stellen, sondern um mit dem persönlichen sozialen Netzwerk zu kommunizieren und sich in diesem Rahmen darzustellen. Der Authentizität, verstanden als gleichartige Präsentation des Selbst vor verschiedenen sozialen Gruppen, kommt dabei als Wert eine zentrale Bedeutung zu.</p>
<p>Durch die Konstruktion dieser Authentizität wird Interaktion zwischen unterschiedlichen persönlichen Bezugsgruppen und die Zusammenführung dieser Gruppen zu einer persönlichen Öffentlichkeit (Schmidt 2009) ermöglicht. Auch wenn diese persönlichen Öffentlichkeiten höchst individuell strukturiert sind, bilden die Interaktionen in diesen Räumen in Summe eine öffentliche, komplexe, sich permanent wandelnde Kommunikationssphäre, die für alle Gesellschaftsbereiche Relevanz entfaltet. Die hier vorgestellten Ergebnisse sind ein Puzzlestein auf dem Weg, die Dynamiken dieser Sphäre besser zu verstehen.</p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<h6>[1] Als Virals werden Videos und andere Medieninhalte von Unternehmen und Organisationen und als Internetmeme inhaltliche und gestalterische Konzepte bezeichnet, die sich rasant im Internet verbreiten. Als Shitstorm wird ein kurzfristig auftretender und sich schnell verbreitender Protest gegen ein Unternehmen, eine Organisation oder eine Person bezeichnet.<br />
[2] Die relative Überschaubarkeit war deswegen relevant, weil wir SNS-NutzerInnen ausschließen wollten, die sich einem dispersen Publikum gegenübersehen. Die Höchstgrenze wurde pragmatisch auf 1000 Friends bzw. Follower festgelegt, wobei nur vier Befragte die 500er-Grenze überschritten.<br />
[3] Die Studierenden wurden im Rahmen der Lehrveranstaltung durch mehrfache Übung und das Durchspielen von Szenarien intensiv auf die Interviewsituation vorbereitet. Die Transkripte der Interviews wurden von den Autoren auf Basis der Audioaufzeichnungen geprüft und gegebenenfalls überarbeitet. Die Analyse der Daten erfolgt ausschließlich durch die Autoren.<br />
[4] Alle Namen der Befragten wurden zur Anonymisierung von den Autoren geändert.<br />
[5] Alle Zitate wurden aus Gründen der Leserlichkeit mit Interpunktion versehen und sprachlich behutsam überarbeitet, insbesondere bei Aussetzern, unvollständigen Worten, Sprachfärbungen und schriftlich schwer verständlichen grammatikalischen Konstruktionen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die für die vorliegende Analyse relevante Bedeutung der Aussage im Detail erhalten bleibt.<br />
[6] Dies wäre bei Facebook über die Listenfunktion möglich, bei Twitter gibt es solche Differenzierungsmöglichkeiten nicht.<br />
[7] Die sind unterschiedliche Interaktionsoptionen von Twitter oder Facebook.<br />
[8] Wie in vielen der Interviews zum Ausdruck kommt, prägen diese Signale die Praxis des Teilens von Medieninhalten zum Teil ganz wesentlich mit. Die Diskussion dieses Aspekts muss aus Platzgründen an dieser Stelle jedoch unterbleiben.</h6>
<h3>Literatur</h3>
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<h6></h6>
]]></content:encoded>
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		<title>Warum hat HC Strache so viele Facebook-Fans?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 07:36:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Zuerst veröffentlicht im politometer blog von thegap. HC Strache ist Like-König der österreichischen Politik. Unangefochten auf Platz 1 der Politometer Charts verweist er mit knapp 130.000 Fans die Nachgereihten Sebastian Kurz und Heinz Fischer auf ihre Plätze – um über &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2013/04/warum-hat-hc-strache-so-viele-facebook-fans/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h6><em>Zuerst veröffentlicht im politometer blog von <a href="http://www.thegap.at/rubriken/stories/artikel/warum-hat-hc-strache-so-viele-facebook-fans/">thegap.</a></em></h6>
<p><strong>HC Strache ist Like-König der österreichischen Politik.</strong> Unangefochten auf Platz 1 der <a href="http://www.politometer.at/">Politometer Charts</a> verweist er mit knapp 130.000 Fans die Nachgereihten Sebastian Kurz und Heinz Fischer auf ihre Plätze – um über 100.000 Zähler (Das war der FP vor kurzem sogar eine <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130328_OTS0068/hc-strache-hat-schon-mehr-als-130000-facebook-freunde">Jubel-OTS</a> wert). So kommt auch kaum eine Podiumsdiskussion, kommt kaum ein Interview zu Social Media und Politik in Österreich ohne eben jene Frage aus: Warum hat HC Strache eigentlich so viele Fans? Und: Was macht er richtig, was andere falsch machen?<span id="more-12923"></span></p>
<div id="attachment_13043" class="wp-caption alignleft" style="width: 302px"><a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Strache_Facebook.png"><img class=" wp-image-13043 " style="border: 1px solid black;" alt="Strache_Facebook" src="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Strache_Facebook.png" width="292" height="580" /></a><p class="wp-caption-text">Impressionen von HC Straches Facebook Seite: Wahlplakate, politische Agitation, und Wohlfühl-Botschaften.</p></div>
<p><strong>Ein Blick auf seine Facebook-Posts des vergangenen Monats enthüllt wenig Spektakuläres: </strong>eher <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151401920613591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">abgeschliffene</a> <a href="http://www.facebook.com/HCStrache/posts/10151389156198591">politische Sager</a>, recht <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151418901693591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">abgedroschene</a> <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151404519248591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Wahlplakate</a>, bekannt <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151411641813591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">agressive</a> <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151413545803591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Anti-Islam</a>- und <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151410493298591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Anti-EU-Botschaften</a>, garniert mit <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151411152763591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">kitschigen</a> <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151414670133591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Feel-Good-Messages</a>. Strache teilt gerne Fotos von sich bei politischer <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151393384383591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Veranstaltungen</a>, oder inmitten <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151411064248591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">junger WählerInnen</a>. Er verlinkt Artikel, <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151396451893591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">in denen er selbst gut</a>, oder solche, in denen <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151413535218591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">seine politischen Gegner schlecht wegkommen</a>. Er teilt Videos von seinen <a href="http://www.facebook.com/HCStrache/posts/425455074214962">Reden im Nationalrat</a>, postet <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151420463453591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Veranstaltungsankündigungen</a> seiner Partei, und er schreckt selbst nicht davor zurück, seinen Fans die aktuellsten FP-<a href="http://www.facebook.com/HCStrache/posts/258244057646121">Presseaussendungen</a> näher zu bringen. (Lernt man nicht in jedem halbwegs vernünftigen Social Media Seminar schon in der ersten Einheit das Teilen von Presseaussendungen als absolutes No-Go kennen?)</p>
<p><strong>Wo ist die prickelnde Authentizität, wo die spürbare Bürgernähe</strong>, die er <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130328_OTS0068/hc-strache-hat-schon-mehr-als-130000-facebook-freunde">sich selbst</a> <a href="http://www.dernaro.at/blog/straches-facebook-strategie/">zuschreibt </a>(und von ExpertInnen <a href="http://www.dernaro.at/blog/straches-facebook-strategie/">zugeschrieben bekommt</a>)? Ja, okay: Am Osterwochenende hat er ein Bild von seinem <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151416125193591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Hund</a> gepostet als auch die von ihm vermeintlich gefundenen <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151417489073591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">Ostereier</a>; und wünscht seinen Fans auch gerne mal eine <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151411152763591&amp;set=a.226243068590.133860.74865038590&amp;type=1">gute Nacht</a>. Aber diese &#8220;authentischen&#8221; Inhalte muss man in Mitten aggressiver politischen Agitation, selbstheroisierender Photos und banalem Liebe-zur-Heimat-Gedudel mit der Lupe suchen. Aber warum hat HC Strache dann so viele Fans?</p>
<p><strong>Wir müssen die Antwort außerhalb der Frage nach der objektiven &#8220;Qualität&#8221; seiner sozialmedialen Selbstinszenierung suchen.</strong> HC Strache hat nicht so viele Fans, weil er auf Facebook so eine gute Figur macht. Er hat so viele Fans, weil er ist, was er ist: Der fesche, dynamisch wirkende Anführer einer rechtspopulistischen Oppositionspartei, die von der allgemeinen Politik- und Systemverdrossenheit profitierend in einer tendenziell wenig gebildeten und vielfach sehr jungen Wählerschicht mit ihrer Hetz- und Krawallpolitik breiten Zuspruch erhält — und das Medium Facebook erscheint für diese Rolle prädesteniert:</p>
<ul>
<ul>
<ul>
<li>Ein auf personenzentrierte Inszenierung ausgerichtetes Medium passt perfekt zu dem auf der politischen Rechten ausgeprägten Hang zu starken politischen Führungsfiguren. Straches Image (fesch, dynamisch, starker Anführer) weist zudem einen hohen <strong>Identifikationswert</strong> für (vor allem) junge Männer auf, die an ihrer eigenen Identität und der entsprechenden sozialmedialen Repräsentation arbeiten. Strache ist eine Person von der sich seine Zielgruppe erwarten mag, dass sein Image auf das ihre <em>abfärbt</em>, wenn sie ihn und seine Botschaften &#8216;liken&#8217;.</li>
<li>An Strache&#8217;s einfache, zuweilen an der Grenze zur Volksverblödung gereimte, politische Botschaften kann mit eigener, alltäglicher Erfahrung sehr leicht <em>kommunikativ angeschlossen</em> werden. So sorgen die markigen, polternden und niveaulosen Sprüche in den digitalen Kommunikationsräumen für <strong>Gesprächsstoff</strong> und generieren Interaktion, und zwar auf Grund der selben psychosozialen Prozesse wie an Stammtischen, vor Dorfdiskotheken und in Raucherhöfen polytechnischer Lehranstalten.</li>
<li>In scharfem Kontrast zur den aggressiven Propaganda-Botschaften stehen die pastellfarbig hinterlegten, versartigen Feel-Good-Messages, mit denen er seinen AnhängerInnen die <strong>Selbstvergewisserung</strong> verschafft, trotz aller Polterei auf der richtigen Seite zu stehen: Wir lieben doch unsere Heimat und das Leben!</li>
<li>Straches Facebook-Seite ermöglicht einer eher wenig gebildeten, und dadurch in ihrer Möglichkeit zur öffentlichen, wahnehmbaren Publikation der eigenen Meinung tendenziell eingeschränkten Gruppe von Menschen, ebendiese ihre <strong>Meinung kundzutun</strong>. Dieses Angebot wird dankend angenommen, die Interaktionsdichte auf der Site ist sehr hoch. Dadurch steigt dank dem Facebook-Algorithmus <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/EdgeRank">EdgeRank</a> die Sichtbarkeit von Straches Botschaften in den täglichen Meldungen seiner Fans und deren Freunde — und Wahrnehmung ist der erste Schritt zum &#8216;liken&#8217; der Site (eine gewisse weltanschauliche Prägung &#8211; oder zumindest entsprechende Flexibilität &#8211; vorausgesetzt).</li>
</ul>
</ul>
</ul>
<p>Straches Facebook-Seite ist weder besonders authentisch im Sinne einer Präsentation des (auch privaten) <em>Menschen</em> Strache. Die Inhalte sind nicht besonders originell, nur begrenzt unterhaltsam, und über weite Strecken sogar überaus langweilig (Presseaussendungen, Videos von Parlamentsreden und Wahlplakate werden wohl nur von FP-Funktionären ge&#8217;liked&#8217;). Und trotzdem: <strong>HC Strache und sein Team nutzen diesen Kommunikationskanal perfekt</strong>: Sie greifen Bedürfnisse von Menschen zu sozialer Kommunikation (spezifischer Form und spezifischem Inhaltes) auf, stellen einen entsprechenden Raum zur Verfügung, und bringen ihre Mischung aus harmlosen Bildchen und handfester politischer Propaganda so ein, dass diese Bedürnisse im Kontext dieser Inhalte befriedigt werden können. Straches Facebook-Strategie ist einzigartig, es kann ihm niemand nachmachen. Doch gerade deswegen ist sie zwar normativ grausliche, aber rein professionell<strong> hervorragende, politische PR.</strong></p>
<p><strong>UPDATE</strong> 9.4.2013: HC Strache hat meinen Artikel zu seinen Facebook-Fans doch tatsächlich <a href="HC Strache hat meinen Artikel zu seinen Facebook-Fans doch tatsächlich auf Facebook geteilt Sehr amüsant. https://www.facebook.com/strache/posts/427308000695205 https://www.facebook.com/strache/posts/427308000695205">auf Facebook geteilt.</a> Sehr amüsant.</p>
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		<title>Political Discourses on Twitter: Networking Topics, Objects and People</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Mar 2013 13:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<description><![CDATA[[This is the PREPRINT Version of an article by me, Axel Maireder, and my collegue Julian Ausserhofer, to be published in Weller, K., Bruns, A., Burgess, J., Mahrt, M., &#38; Puschmann C. (Ed.). Twitter and Society. New York, NY: Peter &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2013/03/political-discourses-on-twitter-networking-topics-objects-and-people/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h6><em>[This is the PREPRINT Version of an article by me, <strong>Axel Maireder</strong>, and my collegue <strong>Julian Ausserhofer</strong>, to be published in Weller, K., Bruns, A., Burgess, J., Mahrt, M., &amp; Puschmann C. (Ed.). Twitter and Society. New York, NY: Peter Lang (expected summer 2013). Please cite from the book after publication. You can also <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/MairederAusserhofer_TwitterAndSociety_Public.pdf">download a PDF version of this text.]</a> </em></h6>
<p>On August 2, 2011, the deputy governor of the Austrian province Carinthia, Uwe Scheuch, was sentenced to six months imprisonment for corruption. The court was convinced that he had offered Austrian citizenship to a Russian investor in exchange for a party donation. The conviction was the top news story in the Austrian media for days and triggered strong reactions from Scheuch’s opponents and supporters, the latter claiming he was innocent and victim of a political conspiracy. Outside the mass media, the conviction was also heavily debated on Twitter. Twitter users discussed the impact of the event on Austria’s political system and culture, commented on the story’s development, got upset about the reactions of politicians, and cracked jokes about Scheuch’s upcoming imprisonment. They linked to news stories, documents, critical blog posts, and satirical videos. They also heavily referred to each other, retweeted one another’s messages, responded to arguments and approached each other for a reaction. On Twitter, Scheuch’s conviction was not just a news story, but a public conversation engaging hundreds of politically interested Austrians.<br />
<span id="more-12850"></span><br />
The opportunities and challenges of the Internet for citizens to access and participate in political discourses are major strands of discussion within the academic debate on the nature of contemporary democracy (see Farrell, 2012, for a review). The open, transparent and low-threshold exchange of information and ideas Twitter allows shows great promise for a reconfiguration of the structure of political discourses towards a broadening of public debate by facilitating social connectivity. Based on extensive empirical research into practices and patterns of political tweeting in Austria, we will describe those discourses from three perspectives: (1) networking topics in terms of the inclusion of information, interpretation, and views into a debate; (2) networking media objects, driven by hyperlinking practices and resulting in a reconfiguration of web spheres; and (3) networking actors, driven by @mentioning practices, resulting in new patterns of interaction between political actors and citizens that reshape the participation structure of the public sphere. Connecting those perspectives can be fruitful to understand the processes of the creation and negotiation of political meaning through Twitter, and the way Twitter usage may shape citizens’ approaches to political information and participation.</p>
<h3>Networking Topics—Social Reality Testing the News</h3>
<p>Twitter is an awareness system that allows for an immediate, fast, and widespread dissemination of information (e.g., Kwak, Lee, Park, &amp; Moon, 2010). The platform offers diverse means to share news from various sources, resulting in a stream of information, opinions, and emotions (Papacharissi &amp; Oliveira, 2012) that presents a multi-faceted experience of ambient news (Hermida, 2010). Within political discourses, various political actors as well as individuals use Twitter to spread information on political events and to state their opinions (Small, 2011). The Twitter stream potentially provides multiple viewpoints on political debates (Yardi &amp; boyd, 2010) and holds unique opportunities to structure those debates by the use of common hashtags (Bruns, 2012). Hashtag-driven political discourses are largely connected to events reported by mass media, at least in terms of topics taken up and quantity of messages sent (Bruns &amp; Burgess, 2011; Larsson &amp; Moe, 2011). Despite this connection, the Twitter agenda is likely to differ from the media agenda, because “events and themes are filtered through the community’s own established interests and news frames, resulting in a distribution of attention that is different from that of the mainstream media or of general public debate” (Bruns &amp; Burgess, 2011, p. 13).</p>
<p>This holds true for political tweeting in Austria. In a study conducted on the tweets of the 374 most active users in discussions on Austrian domestic politics, Ausserhofer and Maireder (forthcoming), found that the mass media and Twitter agendas considerably differed in terms of attention given to certain topics. While long lasting and complex issues like the financial crisis or the wage negotiations of the metal industry were subject of detailed media reporting, hardly anyone mentioned those topics on Twitter. At the same time, the multi-national treaty for intellectual property rights ACTA was heavily debated by the tech- savvy Twitter community, but almost ignored by news media for a long time. Short-lived and eventful topics like the heavy protests against a prom of Vienna’s right-wing fraternities or political scandals were reported both by news media and on Twitter. On Twitter, however, political news were not only reported on but also interpreted and actively connected to other topics by the users at the same time. This contrasts the traditional Two- Step-Flow of Communication model (Katz &amp; Lazarsfeld, 1955), which has been used to describe the interrelation of interpersonal and mass communication by researchers for decades. While perceiving the news from the mass media and discussing it within the personal social network are somewhat separated activities in this model, they are not on Twitter. The two steps of the communication flow dissolve as reports by news media and interpretation by the personal social networks become part of the same news stream and any single message may include both information and commentary on an event.</p>
<p>Following up on these findings, Maireder (2012) focused on Twitter discourses connected to three outstanding political events in Austria and showed that Twitter users extensively share political views and interpretations, besides the news itself. The three case studies were (a) the conviction of Uwe Scheuch for corruption introduced earlier, (b) the proposal of Austria’s minister of education Karl-Heinz Töchterle to reintroduce university tuition fees, and (c) the announcement of the assignment of a former official of the Social Democratic Party of Austria (SPÖ), Niko Pelinka, to a high-level post at Austria’s public-service television station ORF. All of these cases were widely covered by the news media as well as discussed on Twitter. In a content analysis of news reports from Austrian Press Agency’s comprehensive database (Na = 188, Nb = 293, Nc = 394) and tweets connected to the event collected by combined keyword queries (Na = 1492, Nb = 612, Nc = 1955), the stories’ development in terms of topics addressed was examined, comparing news media and the Twitter discourses. Each news items and tweet was assigned to one or more aspects of the story it was about. Each case had its own categories, of course, but the categories were consolidated into three types: Information on the actual political development (reports on the initial events or statements by actors involved, for example), context, meaning information related to other incidents connected to the story (political events in the past or current events), and general commentary.</p>
<p><em>Figure 1</em> illustrates the frequency of these types of Twitter activity on the three cases: In the Scheuch and Pelinka cases people tweeted a lot of general commentary from the beginning, while in the Pelinka case general commentary was the major type of content throughout the time. Some peaks in the discussion can be traced to specific events in the stories’ developments, an interview broadcast or a parliamentary speech, for example. The figure also shows that from the minute the news on Uwe Scheuch’s conviction, Niko Pelinka’s appointment at the ORF, and Karl-Heinz Töchterle’s push for tuition fees broke, Twitter users began interpreting the events. While the majority of tweets in the first hour after the initial event included short information reporting the incident itself, most of the tweets were not informational only. Users reported Scheuch’s conviction by shortly stating he had been sentenced to six months imprisonment, but often accompanied this information with a short emotional or interpretative personal remark, signified by expressions like “Yeah!,” “It was about time,” or an emoticon. The tweets announcing Niko Pelinka’s promotion largely included expressions of disbelief or anger, and those on the minister of education’s statement mostly expressed either support for his proposal or opposition to it.</p>
<div id="attachment_12861" class="wp-caption alignright" style="width: 710px"><a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_figure11.gif"><img class=" wp-image-12861 " style="border: 1px solid black;" alt="Maireder_figure1" src="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_figure11.gif" width="700" height="466" /></a><p class="wp-caption-text">Figure 1: Number of tweets posted in the different categories of story aspects during the three hours following the event</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>In the hours and days after each of the initial events, the news media continuously reported on new developments within the political arena. All major online news sites had articles on the discussion of Scheuch’s case by law experts and politicians, on the reactions to the tuition fee proposal by parties, universities, and the student union, as well as on the official statements by the journalists’ union and others on the controversial appointment in the ORF. Alongside some background information on the central actors and political history, the news media concentrated on reporting the actual events that took place in the arena of professional political actors to a large extent.</p>
<p>After the initial spreading of the news as such, the Twitter discourses developed differently than the mass media reporting. Twitter users infrequently passed on information on the discussion in the arena of professional politics as reported by the news media, but rather provided alternative background information and interpretation. In the Pelinka case for example, users reflected on the long history of nepotism in Austria and brought comparable cases within the ORF and the SPÖ to mind. Some users analysed Pelinka’s career asking for the reasons he was qualified for the job, others developed theories on the role of his father (an influential journalist) and his uncle (a famous political scientist) in the events. Prominent journalists publicly announced on Twitter that they would apply for the job themselves, stating they would be much better qualified according to the original job description. Some users called for civil disobedience to protest the decision of the ORF director by stopping to pay the TV licence fees, which was broadly supported by other Twitter users. In the Scheuch case, users drew comparisons to other court decisions, praised or condemned the judge, and raised questions about the legal base for Scheuch’s announcement to stay in power until the appellate proceeding. They reflected on the history of corruption in Austria, discussed the impact on the federal elections, and the future of Carinthia’s government. Users discussed whether politicians are out of touch with reality in general, satirically envisioned how Scheuch would survive in jail, and stated who of Austria’s politicians should be imprisoned next.</p>
<p>Communication research has long emphasised how the reception of political and societal events depends on conversations about news in people’s immediate social context. It helps them to make sense of what happens in the world by connecting the news to personal experiences and embed them into social relevance structures. They put the news to a “social reality test” and shape “public perceptions of issue salience” (Erbring, Goldenberg, &amp; Miller, 1980, p. 41). On Twitter, such processes of social negotiation of the meaning of news happen right away, because the messages diffusing the news may already include interpretation. Twitter users often connect current events to personal experiences, opinions, and world- views, they explain, classify, interpret, and reinterpret what they have received. This way, a much wider range of aspects may be included in Twitter discourses than in news reports. Events may get connected to other topics by the way there are framed by the users. Thus, Twitter may provide information and comment far beyond the event itself, massively enriching the traditional news media reporting—or even triggering it, as in the discussion about ACTA, for instance. Observing political discourses unfold on Twitter is observing the process of the social negotiation of the meaning of news.</p>
<h3>Networking Objects—Modelling the Networked Public Sphere</h3>
<p>Tweets are media objects connected to other objects by hyperlinks. This network of objects is part of the ‘material’ base of the networked public sphere, and following the links between those objects—surfing the web—is the central mode of activity to access information. In 2002, Foot and Schneider coined the term “web sphere” for a relatively stable cluster of websites defined by their structure of interlinkages that ‘host’ discourses on certain broadly defined topics like domestic politics. The notion of “blogosphere” has the same meaning for clusters of blogs, and has been used in research to map the virtual places certain discourses become manifest in and the interconnections of those places (e.g., Bruns &amp; Adams, 2009; Etling, Kelly, Faris, &amp; Palfrey, 2010). Research on Twitter spheres has focused on networks that emerge from the common use of hashtags (Bruns, 2012; Bruns &amp; Burgess, 2011). However, a lot of tweets do not contain hashtags (Ausserhofer &amp; Maireder, forthcoming; Small, 2011), although they are still part of a specific discourse.</p>
<p>Besides forming a sphere themselves, tweets provide access points to the networked public sphere in general, because they heavily link to content elsewhere on the web (Maireder, 2011). In a media ecology where the circulation of content heavily depends on the users’ active participation (Jenkins, 2006, p. 3), these links are important for the distribution of attention to specific media objects. Between 40 and 56% of all tweets analysed within the three case studies discussed earlier included links (Maireder, 2012). A large share of those links, between 46 and 74%, referred to news media reports, about 20% to blogs and other user-generated content, up to 22% to press releases on the platform of the Austrian Press Agency, and the rest to content published by political parties, NGOs, NPOs, or companies other than media (see <em>Figure 2</em>). In the Scheuch and Pelinka cases, a substantial share of tweets directly linked to press releases by politicians published on the platform of Austrian Press Agency’s distribution service. In all three cases, the first hours after the initial incidents were dominated by links to news media, while links to blog posts and other user-generated content were posted later on. News articles were shared within a limited period of time after their initial publishing, usually a couple of hours, but popular blog posts were shared and reshared for days. It seems that professional news is faster, but commentary has a longer life span.</p>
<div id="attachment_12864" class="wp-caption alignright" style="width: 710px"><a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_figure2.png"><img class=" wp-image-12864 " style="border: 1px solid black; margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;" alt="Maireder_figure2" src="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_figure2.png" width="700" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Figure 2: Target sites of links in tweets in the three cases, in per cent of all tweets containing URLs</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>While it is obvious that articles produced by professional editors are of high interest within general political discourses (even in the context of social media), the other content is particularly interesting. In the Scheuch and tuition fees cases, more than half of the links tweeted led to content not produced by news media, and in the Pelinka case about a quarter. For example, in the latter case four individual private blog posts were shared several times, all of them taking Pelinka as a starting point for a general critique of the allegedly nepotistic and corrupt political culture of Austria. In the Scheuch case, a YouTube video of a 1990 song by German punk-rock band Die Ärzte entitled “Uwe sitzt im Knast” (Uwe is in prison) was shared several times. Another piece linked to a number of times was a 5-year-old press release by the Austrian Freedom Party (FPÖ) pointing to a lawsuit filed in Hungary for a different charge in which Scheuch was condemned. While member of the FPÖ in 2011, Scheuch had been a member of another party (BZÖ) in 2006. By tweeting this press release, users emphasised the fact that the same actors that defended Scheuch in the current case had condemned him for similar reasons back in 2006. In the tuition fee case, several links led to a list of political demands a popular student protest movement had drafted in 2009.</p>
<p>None of this content had a direct connection to the current cases, since all of it had been produced in other periods of time and other contexts. Nonetheless they were included into the discourses, because they carried new meaning within the current context. The students’ demands were reread on the background of the ministers’ proposal, the old press release on Scheuch pointed to the flip-flopping of political personnel on the far right and the contradiction of political messages, and the music video helped abstracting the case in a humorous way. Users had reframed the content to connect it to current discourses.</p>
<p>In communication research, the concept of framing refers to techniques used in texts to semantically emphasize “specific aspects of perceived reality” (Scheufele, 2007, p. 65). Frames “draw boundaries, set up categories, define some ideas as out and others in, and generally operate to snag related ideas in their net” (Reese, 2007, p. 150). Traditionally, the term is used to refer to the way journalists make certain schemata manifest within their texts, but Weaver (2007, p. 144) emphasises the ambiguity and the comprehensive nature of the framing concept that can be applied to many different aspects and types of messages.</p>
<p>For discourses manifest in networked media elements, the way the relation between the elements is constructed may be crucial to the way users perceive them (Harrison, 2011). In the cases discussed here, users pre-framed media objects to integrate them into the current discourses by referring to the cases within the text part of their tweets. This kind of framing, however, was not specific of the links mentioned above, but was observed for large parts of the links in general. An analysis of the tone of the messages showed that links to news reports were framed less interpretatively than those to press releases or blogs and other user-generated content. However, depending on the case, between 22 and 50% of the links to news media were framed by a personal interpretation, whereat about two-thirds in a sober tone, and one-third sarcastically or aggressively. These numbers are even higher for other content.</p>
<p>Links in tweets connect the Twitter discourse to the networked public sphere in general, providing access to media objects and their relations that form its material base. In the political discourses examined here, the links in tweets referred to manifold news reports, blog posts, YouTube videos, press releases, and much more, connecting those objects to the Twitter conversations. By framing the links, users introduced certain schemata to perceive the objects linked to, reinterpreting their meaning and negotiating their position within the networked public discourses.</p>
<h3>Networking People—Cutting Across Social Boundaries</h3>
<p>Twitter is a social network medium, because the structure of the information flow is based on networks between accounts that represent social actors. Beyond that, Twitter’s @mention function is used to address or reference other users, enabling conversation throughout a network of interconnected actors that boyd, Golder, and Lotan (2010, p. 1) describe as “a public interplay of voices that gives rise to an emotional sense of shared conversational context.” Research on Twitter and political protest found that the platform facilitates the integration of very different actors into a common conversation (Maireder &amp; Schwarzenegger, 2012), and holds opportunities to cut across and connect diverse social networks (Segerberg &amp; Bennett, 2011). Political conversations on Twitter thus hold opportunities for users to enlarge their personal network, and for political actors to connect to other professionals as well as politically active citizens.</p>
<p>In Austria, Twitter is only used by about 1% of the population, but it is increasingly popular with professionals operating around the political centre (Ausserhofer &amp; Maireder, forthcoming). Many journalists, PR professionals, politicians, political activists, and experts have turned to Twitter for news sharing, self-presentation, and conversation among people with an interest in domestic politics. Because those actors rather address each other than a general public (at least compared to mass media), they may form what Davis (2010, p. 754) has called an “online elite discourse network.” Like the Swedish political twittersphere researched by Larsson and Moe (2011), Austria’s political Twitter users rather form an information and conversation network of people already engaged in politics than a communication platform that integrates the political centre and the periphery.</p>
<p>The users identified as Austria’s political Twitter elite in the study on the Austrian political twittersphere introduced in the first section (Ausserhofer &amp; Maireder, forthcoming), intensely interact with each other. More than two-thirds of the tweets on domestic politics included at least one @mention to another user, and about half of the @mentions referred to a user of the elite network itself. This means that political professionals form a densely knit communication network among themselves, but at the same time each of them also heavily interacts with dispersed users outside of the core network. In the exchange of news, arguments, and interpretations on political events described above, they connect to each other on a day-to-day basis and form a political discourse sphere structurally independent from the traditional arena of politics, but, of course, connected to it by their official affiliations and real-life interactions.</p>
<p>In addition to such political professionals, there are several users in the centre of the network that have no professional affiliation to the traditional political arena, as well as some political actors who would traditionally be located at the periphery of the national political arena, for instance backbenchers in parliament, local politicians, or political activists. Some of these actors from the political periphery have a prominent position within specific discourses. They are niche authorities, for potentially different reason: Some may address journalists and politicians on a given issue which may result in these groups addressing them in return, others may have become respected experts on a topic due to their knowledge and role as disseminators or opinion leaders in the political twittersphere.</p>
<p><em>Figure 3</em> shows the interaction network of Twitter users discussing the Pelinka case. The node size is calculated by the number of received @mentions on the topic, the node position represents the centrality of the account within the network (based on all @mentions the user received). The TV journalists @ArminWolf and @DieterBornemann were the first to tweet about Pelinka’s hiring and are among the most addressed accounts in the Pelinka discourse. While news anchor @ArminWolf is central within different discourses, @DieterBornemann is particularly important within the discussions of the Pelinka case. Other central nodes include journalists of different media companies (@MartinThuer, @florianklenk), experts (@Hubertsickinger) and ‘casual citizens’ (@AnChVIE). Except from the oppositional Green party’s @michelreimon, a local representative in the province of Burgenland, there are hardly any politicians addressed in the discussions about Pelinka. No member of the social democratic party, who could have defended Pelinka’s employment, is participating.</p>
<div id="attachment_12865" class="wp-caption alignright" style="width: 710px"><a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_figure3_colour.png"><img class=" wp-image-12865" alt="Maireder_figure3_colour" src="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_figure3_colour.png" width="700" height="512" /></a><p class="wp-caption-text">Figure 3: Main Twitter interaction network on the Pelinka Case</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>For the political arena in the United Kingdom, Davis (2010) has stated that the Internet has led to “a significant increase in the communicative links between those in and around the UK political centre,” (p. 754) and thus more means of exchange and deliberation. This is certainly true for the Austrian political twittersphere, but analyses have also shown that Twitter holds opportunities for politically interested but unaffiliated users to become integral actors within the sphere of discourse of the political centre. Moreover, Twitter allows casual citizens to observe conversations of the political elite and, if they like, to participate in those conversations. Even though the elite preferably refer to each other, they do interact with other users and from time to time include their views into the debate by retweeting them or referring to them.</p>
<h3>Conclusion</h3>
<p>Deuze (2008) describes Internet users as “bricoleurs” to emphasise the “highly personalized, continuous, and more or less autonomous assembly, disassembly, and reassembly of mediated reality” in digital culture (p. 66). The reality of political discourses Twitter users experience is shaped by the bricolage of messages and media objects they access through their individually composed streams, an assembly produced in a process of networking meaning by dispersed actors mutually referencing each other. The networking of topics, media objects, and people in the course of political discourses, as described in this text, are heavily entangled processes that reorganise the users’ experiences of the political. Those users participating in the discourses find themselves within a public social negotiation of the meaning of political events, for themselves, for their social network, for the actors of the political arena, and thus for society in general. The arguments presented here are another indicator for the gradual reallocation of the construction of political meaning from the mass media system to a “networked public sphere” (Benkler, 2006), advanced by the socialisation of media experiences.</p>
<h3>References</h3>
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		<title>#aufschrei als Veranstaltungsöffentlichkeit?</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 21:52:32 +0000</pubDate>
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		<title>Evolution von Nachrichten in der Netzöffentlichkeit: Drei Fallstudien</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 14:14:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu Themenspektrum und Verknüpfungen von Twitter, Massenmedien und Blogs am Beispiel der Diskurse rund um politische Ereignisse in Österreich: Die Verurteilung von Uwe Scheuch im Sommer, der Studiengebühren-Vorstoss von Wissenschaftsminister Töchterle im Herbst, und die Affäre Niko &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2013/01/evolution-von-nachrichten-in-der-netzoffentlichkeit-drei-fallstudien/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu<strong> Themenspektrum und Verknüpfungen von Twitter, Massenmedien und Blogs</strong> am Beispiel der Diskurse rund um <strong>politische Ereignisse</strong> in Österreich: Die Verurteilung von Uwe Scheuch im Sommer, der Studiengebühren-Vorstoss von Wissenschaftsminister Töchterle im Herbst, und die Affäre Niko Pelinka im Winter 2011 (in Kooperation mit <a href="http://www.ots.at/">APA OTS</a>). <a href="http://www.ots.at/"><span id="more-12253"></span></a></p>
<p><em></em>Als Kärntens Vize-Landeshauptmann Uwe Scheuch am 2. August 2011 vom Landesgericht Klagenfurt in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Part-of-the-Game-Aff%C3%A4re">‚Part of the Game’ Affäre</a> zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde, glühten nicht nur in den Redaktionen der österreichischen Medien die Tastaturen. Zahlreiche politisch interessierte Österreicherinnen und Österreicher teilten die Nachricht mit ihren persönlichen Netzwerken auf<strong> Facebook</strong> und<strong> Twitter</strong>, nicht ohne die Entwicklung euphorisch, satirisch, sarkastisch oder auch kritisch zu kommentieren. Sie stellten Vergleiche mit ähnlichen Fällen an, kommentierten die Reaktionen der PolitikerInnen auf die Verurteilung, gratulierten dem Richter zur Entscheidung, diskutierten den Fall als Beispiel für politische Korruption in Österreich, oder schimpften über die Verkommenheit der Kärntner Politik.</p>
<h4><strong>Netzdiskurse als vernetzte Konversationen</strong></h4>
<p>Politische Ereignisse wurden und werden auch außerhalb des Netzes kommentiert und diskutiert: Beim Abendessen mit der Familie, bei einem Seitel Bier mit Freunden, bei Rauchpausen mit den Arbeitskollegen, mit der Nachbarin im Stiegenhaus, und zuweilen auch mit Fremden in der Schlange im Supermarkt. Öffentlichkeitstheoretisch wird von solchen Gesprächen im Gegensatz zu Medien- und Versammlungs-Öffentlichkeit als „Encounter-Öffentlichkeit“ gesprochen. Diese zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie aus einzelnen Episoden besteht, die untereinander nicht vernetzt sind. Deshalb findet auch kein Kommunikationsfluss statt, „der synergetische Effekte der Meinungsbildung auslösen könnte“ [1]. Dies ist im Netz anders. Tweets und Statusmeldungen erreichen zumeist nicht nur deutlich größere Gruppen von Menschen, sie sind auch untereinander vernetzt und mit anderen Medienobjekten verknüpft. Mitteilungen beziehen sich oftmals auf konkrete andere Mitteilungen und Medienobjekte, häufig werden Hyperlinks zu Zeitungsartikeln, Blogbeiträgen, Videos u.v.m. gesetzt. Diese Verknüpfungen ermöglichen jene<strong> synergetischen Effekte</strong>, die wir bei öffentlichen Kommunikationsprozessen im Netz beobachten können. „Shitstorms“ und „Virals“ sind spezifische und weithin bekannte Formen solcher Effekte. Sie zeigen sich jedoch auch in der weniger spektakulären aber gleichermaßen relevanten Entwicklung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Nachrichtenereignissen.</p>
<p><strong>Netzdiskurse emergieren als Netzwerke miteinander verknüpfter Kommunikations­elemente und Medienobjekte über verschiedene mediale Kanäle hinweg.</strong> Diese Entwicklung nachzuzeichnen war Ziel eines Forschungsprojekts, das ich in Kooperation mit der <a href="http://www.ots.at/">APA OTS </a>und mit Unterstützung von <a href="http://sensemetric.com">Sensemetric</a> von Herbst 2011 bis Sommer 2012 umsetzen konnte. Dabei standen die intermediale Evolution von Themen und die Verweisstrukturen zwischen thematisch zusammengehörigen Medienobjekten im Zentrum, insbesondere das Verhältnis von Social Media (v.a. Twitter) und redaktionellen Medien.</p>
<p>Dabei Inhalts- und Linkanalyse themenspezifischer Tweets, Blogposts, Zeitungsartikel u.v.m. an Hand dreier österreichischer Fallbeispiele zeigt dabei unter anderem:</p>
<ul>
<li>Twitter- und Massenmediendiskurse sind vielfach miteinander verknüpft, auf Twitter entwickelt sich jedoch eine spezifische Dynamik mit hoher Meinungsorientierung und mit Verschränkung aktueller Ereignisse mit anderen Themenfeldern</li>
<li>Aus Twitter wird sehr vielfältig zu Nachrichtenmedien, Blogposts, Videos, und überraschend häufig auch zu Presseaussendungen verlinkt, wobei durch die oftmals interpretative Rahmung der Links Lesarten für andere Nutzer vorgeschlagen werden</li>
<li>Ältere Medienobjekte und solche aus ganz anderen Kontexten finden vielfach Eingang in aktuelle Diskurse, indem ihnen Bedeutung für diese Diskurse zugeschrieben wird</li>
<li>Die Evolution von Nachrichten in der Netzöffentlichkeit ist sozialer Prozess der Aushandlung von Bedeutung aktueller Ereignisse und ihre Einordnung in persönliche und allgemeine Deutungsrahmen</li>
</ul>
<p>Die Studie mit Analysen, Grafik und Interpretation gibt es am Phaidra-Server der Universität Wien als <a href="https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/get/o:263840/bdef:Content/download">Download</a> und hier eingebunden [2]:</p>
<p><iframe src="http://www.slideshare.net/slideshow/embed_code/16057190" height="400" width="476" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<h6></h6>
<p>[1] Gerhards, J., &amp; Neidhardt, F. (1990). <i>Strukturen und Funktionen moderner Öffentlichkeit</i>. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. <a href="http://www.polsoz.fu-berlin.de/soziologie/arbeitsbereiche/makrosoziologie/mitarbeiter/lehrstuhlinhaber/dateien/GerhardsNeidhardt-1990.pdf">Online verfügbar.</a></p>
<p>[2] Bitte zitieren als: Maireder, A. (2012): <em>Evolution von Nachrichten in der Netzöffentlichkeit.</em> Universität Wien. Permalink: http://phaidra.univie.ac.at/o:263840</p>
<h6></h6>
]]></content:encoded>
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		<title>National politics on Twitter: Structures and topics of a networked public sphere</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jan 2013 17:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Austria]]></category>
		<category><![CDATA[Conversations]]></category>
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		<category><![CDATA[Networks]]></category>
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		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[I&#8217;m very happy to announce that the journal article on the Austrian Political Twittersphere by Julian Ausserhofer and myself has been published in Information, Communication &#38; Society today. The licence agreement signed with the publisher restrains us from publishing it &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2013/01/national-politics-on-twitter-structures-and-topics-of-a-networked-public-sphere/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>I&#8217;m very happy to announce that the journal article on the Austrian Political Twittersphere by <a href="http://twitter.com/boomblitz">Julian Ausserhofer</a> and myself has been published in <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/1369118X.2012.756050">Information, Communication &amp; Society</a> today. The licence agreement signed with the publisher restrains us from publishing it here, but I&#8217;ll be happy to send a personal copy to interested colleagues who lack access, please send an E-Mail or Twitter DM. For those who understand German, please find a public presentation and a lot of analysis and graphics on the Austrian political Twittersphere on our Website <a href="http://twitterpolitik.net">twitterpolitik.net</a>. And here&#8217;s the abstract of our paper in IC&amp;S:<span id="more-12228"></span></p>
<blockquote><p>The increasing use of Twitter by politicians, journalists, political strategists and citizens has made it an important part of the networked sphere in which political issues are publicly negotiated. The growing number of studies investigating the relationship between Twitter and politics supports this claim. To the knowledge of the authors, this is the first study that examines the interrelation of individuals on the basis of their professions, their topics and their connection to mass media. Taking the example of Austria, they developed a user-centred method that overcomes the limitations inherent to other approaches in this field. The different types of data they gathered – Twitter user data, 1,375 newspaper articles and manually coded 145,356 tweets – allowed them to perform several analyses which provided insights into the structure and topics of a national public Twittersphere. Their results show that the network formed by Austria&#8217;s most relevant political Twitter users is dominated by an elite of political professionals but open to outside participation. The topic analysis reveals the emergence of niche authorities and the periodic divergence of the political discourse on Twitter with that of mass media. The article concludes with a summary of how these phenomena relate to political participation.</p></blockquote>
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		<title>Framing von Nachrichten in Social Media</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 09:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
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		<category><![CDATA[öffntliche Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[NutzerInnen legen im Zuge der Verbreitung und Kommentierung von Nachrichteninhalten über Facebook oder Twitter ihren Kontakten spezifische Interpretationsmuster für deren Rezeption nahe, indem sie bestimmte Aspekte betonen und/oder die Nachrichten mit anderen Themen verknüpfen. Der Beitrag versteht diese Praxis parallel &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2012/12/framing-von-nachrichten-in-social-media/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 150px"><a href="http://www.nomos-shop.de/Jandura-Fahr-Brosius-Theorieanpassungen-digitalen-Medienwelt/productview.aspx?product=19603&amp;pac=weco"><img alt="" src="http://www.nomos-shop.de/_assets/products/9783832977702.gif" width="140" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Beitrag erschienen in: Jandura, O., Fahr, A. &amp; Brosius, H-B. (2012): Theorieanpassungen in der digitalen Medienwelt. Nomos: Baden-BAden</p></div>
<p>NutzerInnen legen im Zuge der Verbreitung und Kommentierung von Nachrichteninhalten über Facebook oder Twitter ihren Kontakten spezifische <strong>Interpretationsmuster</strong> für deren Rezeption nahe, indem sie bestimmte Aspekte betonen und/oder die Nachrichten mit anderen Themen verknüpfen. Der Beitrag versteht diese Praxis parallel zum klassischen Two-Step-Flow Konzept vorerst als spezifische Form der Anschlusskommunikation, als durch individuelle Erfahrungen geprägte soziale Aushandlungsprozesse zur Verortung und Einordnung von Nachrichten. In der Diskussion aktueller Forschungsergebnisse zu Kommunikationsprozessen in Social Media vor dem Hintergrund klassischer Theorien zu interpersonaler Kommunikation über Nachrichten wird jedoch argumentiert, dass Anschlusskommunikation in Social Media durch die tendenzielle <strong>Unabgeschlossenheit und situative Dynamik der Interaktionsräume und den hohen Grad der Vernetzung in ‚networked publics’ neue und durchaus tiefgreifend andere Formen annimmt</strong>; Formen, die eine Reihe an Fragen für die weitere theoretische und empirische Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen aufwerfen.<em></em><span id="more-12187"></span><em></em></p>
<p>[Dieser Text wurde von mir bereits im Herbst 2011 verfasst, ist jedoch bislang unveröffentlicht. Nun ist er auch erschienen als: Maireder, A. (2012): Framing von Nachrichten in Social Media. In: <a href="http://www.nomos-shop.de/19603">Jandura, O., Fahr, A., &amp; Brosius, H-B.: Theorieanpassungen in der digitalen Medienwelt</a>. Baden-Baden: Nomos. S. 191-205. Text in PrePrint Version auch hier als<a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/php/wordpress/wp-content/Maireder_FramingSocialMedia_PrePrint.pdf"> PDF Download</a>]</p>
<h3>‚Sharing’, ‚Liking’ und ‚Tweeting’ von Medieninhalten</h3>
<p>InternetnutzerInnen beteiligen sich heute in hohem Masse und stetig zunehmend an der Distribution von Medieninhalten über soziotechnische Netzwerksysteme. Insbesondere Social Network Sites (SNS) und Microblogging-Dienste erlauben es ihren NutzerInnen in Mitteilungen an ihr Kommunikationsnetzwerk auf online zur Verfügung stehende Texte, Fotos oder Videos zu verweisen und damit andere NutzerInnen auf diese hinzuweisen. Social Media NutzerInnen nehmen so eine Rolle als Intermediäre von Medieninhalten ein, als sie zwischen den Produ­zentInnen dieser Inhalte und (potentiellen) RezipientInnen vermitteln.</p>
<p>Social Media Anwendungen werden dabei zunehmend zu „major news distributing outlets“ (Woong Yun &amp; Park, 2011, S. 202), wie aktuelle Daten aus Nordamerika zeigen. So gaben im Rahmen einer repräsentativen Umfrage in den USA 75 Prozent der InternetnutzerInnen an, dass sie regelmäßig Nachrichten über Social Network Sites (SNS) oder E-Mail erhalten (Pew Research, 2010); 28 Prozent erreichen aktuelle Nachrichten im Rahmen ihrer Aktivitäten auf Facebook und ähnlichen Plattformen nahezu täglich. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Kanada: 71 Prozent der kanadischen SNS-NutzerInnen nutzen diese, um über das Weltgeschehen am laufenden zu bleiben und 36 Prozent aller KanadierInnen schätzen SNS als wichtige Nachrichtenquellen (CMRC, 2011). Der Anteil der aktiven NutzerInnen ist dabei vergleichsweise gering: laut der Pew Research (2010) Studie beteiligen sich nur 17 Prozent der InternetnutzerInnen auch selbst an der Verbreitung von Links zu Nachrichten. In der aktuellen ARD-ZDF Onlinestudie (Busemann &amp; Gscheidle, 2011) gaben immerhin 33 Prozent der Befragten an, zumindest wöchentlich Links und Informationen in Communities und Netzwerken zu teilen.</p>
<p>Eine große Zahl dieser Links, so legt es unter anderem eine Inhaltsanalyse deutschsprachiger Kurzmitteilungen in Twitter nahe (Maireder, 2011), verweisen auf Nachrichten redaktioneller Medien. Dies schlägt sich entsprechend in den Traffic-Statistiken der Nachrichtenseiten nieder. So konnte Pew Research (2011) zeigen, dass bis zu 8 Prozent des Zugriffe auf große Nachrichtenportale aus Facebook erfolgen. Twitters Anteil ist geringer (maximal 1 Prozent), wird aber nach Einschätzung von ExpertInnen durch die Nicht-Berücksichtigung der Nutzung über Software von Drittanbietern stark unterschätzt (Gannes, 2011).</p>
<p>Die weitere kommunikationswissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Praxis der Nachrichten­distribution über Social Media ist bislang noch recht überschaubar und konzentriert sich auf den Microblogging-Dienst Twitter, der auf Grund seiner Transparenz umfangreiche Inhaltsanalysen ermöglicht. So stellen Kwak et. al. (2010) in einer groß angelegte Strukturanalyse fest, dass Twitter eher als ‚News Media’ denn ‚Social Network’ verstanden werden sollte, nachdem einmal weitergeleitete Nachrichten durchschnittlich 1000 NutzerInnen erreichen – unabhängig von der Follower-Anzahl der ursprünglichen Quelle.</p>
<p>Naaman et al. (2010) ordnen 22 Prozent aller englischsprachigen Tweets der Kategorie ‚Information Sharing’ zu und teilen TwitternutzerInnen auf Basis ihrer quantitativen Inhaltsanalyse in eine größere Gruppe der ‚Meformers’, die vor allem über das eigene Leben und Erleben berichten und eine kleinere aber Follower-stärkere der ‚Informers’, die sich auf die Verbreitung von Nachrichten von allgemeinerem Interesse konzentriert. Neben diesen Analysen gibt es zahlreiche Fallstudien im Kontext politischer Ereignisse (Hughes &amp; Palen, 2009; Jürgens &amp; Jungherr, 2011; Mensing, 2010;  Small, 2011) oder Naturkatastrophen (Hughes &amp; Palen, 2009; Bruns, 2011), die die Rolle von Twitter bei der Distribution und Diffusion von Nachrichten betonen.</p>
<p>Diesen und einigen weiteren Studien zu verwandten Themen ist gemein, dass sie sich auf quantitative Analysen der Nachrichten stützen und Daten zu Inhalt und Struktur von Twitterkommunikation liefern die auch Rückschlüsse auf bestimmte Nutzungsformen zulassen, die Verbreitungs-Praktiken der NutzerInnen selbst aber nicht in den Blick nehmen. Anders gehen Boyd et al. (2010) und Marwick &amp; Boyd (2010) vor, die Motive für das Weiterleiten von Nachrichten identifizieren und die unterschiedlichen Publikumsvorstellungen von TwitternutzerInnen nachzeichnen. Ihre Erkenntnisse jeweils auf Basis kurzer ‚Interviews’ über Twitter selbst treffend, werfen diese Studien wie auch eine Motiverhebung der NYT Consumer Insight Group (2011), erste Schlaglichter auf die Frage nach Hintergründen und Praktiken des „Sharing“, auf die im Laufe dieses Beitrags noch Bezug genommen wird.</p>
<p>Eine theoretische Einordnung von Social Media Intermediationsprozessen steht derweilen noch am Anfang. Dies gilt nicht für Social Media, insbesondere Social Network Sites, an sich, die als soziale Netzwerke (Haythornthwaite, 2005) oder Communities (Parks, 2011; Gruzd et al., 2011) beschrieben wurden, die „persönliche Öffentlichkeiten“ (Schmidt, 2009) bzw. „networked publics“ (Ito, 2008; boyd, 2011) schaffen; wohl aber für die Praktiken und Prozesse des ‚sharing’ im Kontext öffentlicher, gesamtgesellschaftlicher Kommunikation; im Verhältnis von Social Media zu klassischen Massenmedien.</p>
<p>Hier setzt der vorliegende Beitrag an, um vorerst auszuloten, ob und inwiefern klassische Kommunikationstheorien (zu Framing, Diffusion, Two-Step-Flow) dazu herangezogen werden können, Social Media Intermediation zu beschreiben und zu erklären. Dabei wird Intermediation als Praxis verstanden, die sich auf unterschiedlichen Plattformen realisiert. Da diese im deutschsprachigen Raum vor allem Facebook und Twitter sind, konzentriert sich der Beitrag in der weiteren Diskussion auf diese beiden Anwendungen.</p>
<h3>Framing in Social-Media-Intermediationsprozessen</h3>
<p>Auch wenn Plattformen wie Facebook oder Twitter durchaus unterschiedliche Kommunikationsinfrastrukturen zur Verfügung stellen, sind die Intermediationshandlungen, die sie ermöglichen, plattformübergreifend strukturell ähnlich. So stellen NutzerInnen erstens eine Relation zwischen ihrem jeweiligen Account und einem Medieninhalt her; einem Medieninhalt, den sie im Regelfall selbst zuvor rezipiert haben. Zweitens wird diese Relation häufig mit einer den Inhalt kommentierenden Mitteilung versehen. Link und Mitteilung werden für die jeweiligen Kontakte, die ‚Facebook Friends’ oder ‚Twitter Follower’, innerhalb ihrer individuell zusammengestellten, chronologisch strukturierten und in Echtzeit ablaufenden „Social Awareness Streams“ (Naaman et al., 2010) aus Statusmeldungen oder Tweets sichtbar.</p>
<p>Durch die Kommentare zu den Links werden die Medieninhalte gewertet, es werden bestimmte Aspekte hervorgehoben und/oder mit anderen Informationen verknüpft. Dadurch rahmen die NutzerInnen die Medieninhalte für ihre Kontakte, indem sie implizit oder explizit Schemata für die Art der Rezeption und Interpretation der jeweiligen Medieninhalte zur Verfügung stellen. Parallel zu den entsprechenden Ansätzen in der Medienproduktions- wie auch Rezeptions­forschung (Scheufele, 2003; Johnson-Cartee, 2005; Dahinden, 2006), könnten diese Praktiken als Framing verstanden werden, als Vorgänge, „bestimmte Aspekte zu betonen, also salient zu machen, während andere in den Hintergrund treten“. Dadurch werden „bestimmte Einordnungen, Bewertungen und Entscheidungen“ (Scheufele, 2003, S. 46) nahe gelegt. Als integrativer Theorieansatz begreift sich das Framing-Konzept als grundsätzlich für alle Phasen massenmedialer Kommunikationsprozesse passend (Dahinden, 2006, S. 16). Weaver (2007, S. 144) betont die Vielfältigkeit des Begriffs ‚Frame’, der auf unterschiedlichste Aspekte und Formen von Mitteilungen angewandt werden kann und angewandt wurde.</p>
<p>Im Kontrast zum Medieninhaltsframing durch professionelle strategische KommunikatorInnen und JournalistInnen, das im Zentrum der bisherigen kommunikationswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Frames steht (vgl. Dahinden, 2006), kann Social Media Framing weniger als Framing <em>in</em>, sondern <em>von</em> Medieninhalten verstanden werden. Dabei sind NutzerInnen auch im Kontext ihrer „Sharing“-Aktivitäten in Social Media zuerst RezipientInnen, die Nachrichten rezipieren und gemäß ihrer „individuellen Frames“ interpretieren. Die Entscheidung, das Rezeptionserlebnis mit anderen zu teilen und das Herstellen der entsprechenden Relation zwischen dem eigenen Account und dem Medieninhalt innerhalb einer bestimmten Applikation mit einer Mitteilung zu begleiten, wird tendenziell im Zuge dieser Rezeption oder danach getroffen. Wenn dies geschieht, setzen NutzerInnen persönliche Frames und schlagen ihren Kontakten eine Lesart für den Medieninhalt vor. So kann diese Praxis auch als <em>Re</em>framing verstanden werden, indem bestimmte Aspekte eines bereits von Journalisten gerahmten Medieninhaltes herausgelöst, betont, umgedeutet und mit anderen Informationen verknüpft werden.</p>
<p>Aus der Perspektive derjenigen, die durch die Vermittlung anderer NutzerInnen auf einen bestimmten Medieninhalt aufmerksam werden und diesen dem jeweiligen Link folgend anschließend rezipieren, kann von einem <em>Pre</em>framing gesprochen werden. Denn die Rezeption, Interpretation und Einordnung des eigentlichen Medieninhaltes und seiner Bedeutungszuschreibungen erfolgt unter dem Eindruck jener Lesart, die in der Mitteilung in Facebook oder Twitter vorgeschlagen wurde. Nicht zu vergessen ist zudem, dass die Mitteilung auch die Entscheidung mitprägt, ob einem Link gefolgt wird und es so überhaupt zu einer Rezeption des Medieninhaltes kommt.</p>
<p>Wiewohl in erster Linie die Kommentare zu den Links die dahinter liegenden Nachrichten für die NutzerInnen rahmen, ist schon die Relation zwischen Nutzer/in und Medieninhalt selbst bedeutungsvermittelnd. Facebook NutzerInnen kennen ihre Kontakte in vielen Fällen persönlich und verfügen dadurch über konkrete Annahmen zu den jeweiligen Persönlichkeiten, auf deren Basis sie Links, die diese Personen teilen, einschätzen können. Auch auf Twitter sind den NutzerInnen jene Menschen, deren Mitteilungen sie ‚folgen’, zumeist durch die bisherige Kommunikationspraxis und gegebenenfalls vorhergegangene Interaktionen bekannt. Diese Erfahrungen helfen den NutzerInnen dabei, die Bedeutung des Medieninhaltes einzuschätzen indem Assoziationen zwischen der Person, die einen bestimmten Medieninhalt teilt und dem Inhalt selbst hergestellt werden. Die individuelle Einschätzung, ob ein Medieninhalt relevant ist, wird auch auf Grundlage dessen <em>wer</em> auf einen spezifischen Medieninhalt verwiesen hat und <em>wie</em> diese Person im Bezug zu diesem eingeschätzt wird, getroffen.<strong></strong></p>
<h3>Bedeutungszuschreibungen sind persönlich</h3>
<p>Klassische Nachrichtenframes werden durch JournalistInnen geprägt, die im Idealfall versuchen, in ihrer Berichterstattung die unterschiedlichen Perspektiven strategischer KommunikatorInnen (PR, Politik etc.) abzuwägen und auszugleichen. Journalistisches Framing ist entsprechend eng an jenen Frames orientiert, die von den im gesellschaftlichen Diskurs beteiligten professionellen AkteurInnen strategisch kommuniziert werden (vgl. Johnson-Cartee, 2005). Für jene Individuen, die Social Media in einem privaten Kontext zur Intermediation nutzen, gilt dies nicht. Sie verfolgen im Normalfall weder ein spezifisches politisches oder wirtschaftliches Ziel, noch müssen sie auf Ausgewogenheit bedacht sein. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Online-Diskurse auf Diskussionsplattformen, wie sie etwa Zhou &amp; Moy (2007) in China untersucht haben, gänzlich andere Frames aufweisen als redaktionelle Nachrichten.</p>
<p>Hinweise darauf, warum und in welcher Weise Social Media NutzerInnen die Medieninhalte framen, die sie mit anderen teilen, finden sich in der Forschungstradition des Two-Step-Flow. Das Teilen von Inhalten ist ja keineswegs ein neues Phänomen: „Capturing an sharing content, of course, is what humans have done since the dawn of men. It is how we learn and communicate“ (Lessig, 2004, S. 184). Menschen haben auch schon lange vor dem Internet über Nachrichten „offline“ gesprochen, sich gegenseitig informiert, über das aktuelle Weltgeschehen diskutiert – und tun dies auch heute noch. Kommunikationswissen­schaftlerInnen betonen seit  Jahrzehnten, dass die interpersonale Kommunikation in sozialen Netzwerken für die Diffusion von Nachrichten eine zentrale Rolle spielt (zurückgehend auf Lazarsfeld et al., 1948; Lazarsfeld &amp; Katz, 1955; Troldahl &amp; van Dam, 1965).</p>
<p>Nachrichten werden im Gespräch mit anderen Themen und Quellen, mit vorangegangenen und zu erwartenden Ereignissen, mit den persönlichen Einschätzungen zu Nachrichtenmedien, mit persönlichen und kollektiven Erlebnissen und Erfahrungen verknüpft (vgl. Johnson-Cartee, 2005). So findet eine Einbettung der Nachrichten in die persönlichen Relevanzstrukturen (vgl. Schaap, 2009, S. 250) der RezipientInnen statt. Sie stellen Bezüge zur eigenen Lebenswelt her, indem diese Aspekte der Nachrichten heranziehen, an die sie mit eigener oder stellvertretender Erfahrung anknüpfen können (vgl. Sommer, 2010, S. 229).</p>
<p>Kommunikation zu Nachrichten über Facebook und Twitter kann zum Teil ganz ähnlich beschrieben werden, wie dies die Ergebnisse einer Inhaltsanalyse deutschsprachiger Twitter-Mitteilungen nahe legen (Maireder, 2011). So zeigt sich, dass nicht nur mehr als die Hälfte (55%) aller Tweets mit Links individueller Accounts (im Unterschied zu Firmen-Accounts) einen persönlichen Kommentar aufweisen, sondern auch, dass bei einem überwiegenden Teil (44%) dieser Kommentare Bezüge zu Themen hergestellt werden, die über den konkreten Inhalt des verlinkten Textes oder Videos hinausgehen. NutzerInnen stellen damit Verbindungen zwischen unterschiedlichen Themen her oder betten aktuelle Nachrichten in Gesamtzusammenhänge ein.</p>
<p>Social Media Streams bestehen aus Mitteilungen zu privaten, semi-öffentlichen und öffentlichen Themen in einer eklektischen Mischung aus Urlaubsfotos, Musikvideos, Klatsch und Tratsch, persönlichen Erlebnissen – und eben auch Nachrichten. Das Sharing und damit verknüpfte Framing von Medieninhalten ist durch ein Umfeld geprägt, in dem Persönliches und Öffentliches nicht nur nebeneinander besteht, sondern laufend ineinander greift. Bei einem guten Teil (16%) der analysierten Kommentare konnten entsprechend klare Bezüge zu eigenen Leben und Erleben der NutzerInnen beobachtet werden, d.h. explizite Verknüpfung des Medieninhaltes mit der konkreten und unmittelbaren persönlichen Lebenswelt.</p>
<h3>‚Sharing’ als Teil des Identitäts- und Beziehungsmanagements</h3>
<p>So ist diese Praxis auch als Teil der Selbstdarstellungsfunktion von sozialer Onlinekommunikation zu verstehen, wie sie in der aktuellen kommunikationswissenschaftlichen Auseinandersetzung immer wieder betont wurde. Boyd &amp; Ellison (2007), Beer (2008) und andere haben hervorgehoben, dass Menschen Social Media nutzen um sich gegenüber ihren Peers, ihren Freunden, Familienmitgliedern, ehemaligen und aktuellen Schul- und ArbeitskollegInnen darzustellen. Auch Schmidt  (2009) beschreibt Identitätsmanagement als eine von drei zentralen Funktionen der Kommunikation in Social Network Services (SNS). Rezeptionsverhalten, gesellschaftspolitische Ansichten, Medien­geschmack und vieles mehr ist für die Kontake von Social Media NutzerInnen aus deren Intermediationspraxis heraus beobachtbar und prägt die Art und Weise, wie die NutzerInnen wahrgenommen werden.</p>
<p>Mit der Auswahl von bestimmten Medieninhalten und der Kommentierung dieser Inhalte arbeiten Menschen an ihrer Identität, zeigen welche Themen sie für relevant und welche Quellen sie für vertrauenswürdig halten und welche Meinungen und Weltanschauungen sie teilen oder ablehnen: &#8220;In making assessments of relevant or not relevant, credible or not credible, people are drawing lines, and are often doing identity and cultural work as they reject news and views“, wie Martin (2008, S. 84), widerum im Kontext von Face-to-Face Anschlußkommunikation festgestellt hat.</p>
<p>Die New York Times Consumer Insight Group (2011) macht „to define ourselfs to others“ als ein zentrales Motiv des Nachrichten-„Sharing“ aus; und in den Ergebnissen der oben erwähnten Twitterstudie (Maireder, 2011) zeigt sich, dass sich NutzerInnen des Microblogging-Dienstes in Bezug auf die von ihnen geteilten Inhalte häufig positionieren. So sind mehr als ein Viertel (27%) jener Tweets, die einen individuellen Kommentar zu einem Link enthalten, eindeutig wertend mit Bezug zum verlinkten Medieninhalt. Bei redaktionellen Inhalten, also Texten, Bildern oder Videos aus dem Angebot professioneller Medien, ist dieser Wert mit 31% noch etwas höher. NutzerInnen beziehen demnach oftmals Position gegenüber Nachrichten, um sich sich selbst und anderen gegenüber gesellschaftpolitisch, weltanschaulich oder auch geschmacklich zu verorten.  Mensing (2010) kommt in einer, wenn auch ungleich spezifischeren Studie – einer Inhaltsanalyse der Tweets zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen 2009 – zu ähnlichen Ergebnissen. Sie betont darüber hinaus den persuasiven Charakter der Mitteilungen in Intermediationsprozessen: „Users postet links to make a point, to convince others of a particular view, to verify an opinion“ (Mensing, 2010, S. 9). Im Rahmen ihrer Studie zu Framing in Diskussionsforen weisen Zhou &amp; Moy (2007, S. 207) darauf hin, dass DiskussionsteilnehmerInnen vielfach zu Nachrichtenmedien verlinken, um ihre eigenen Standpunkte zu untermauern oder Argumente anderer zu entkräften. So scheinen NutzerInnen die Medienprodukte im Intermediationsprozess vielfach in einer Weise zu rahmen, die sehr starke Deutungs­richtungen vorgibt; stärkere jedenfalls als ein auf Ausgleich und Objektivität bedachter Journalismus.</p>
<p>Neben der Online-Selbstrepräsentation erfüllt das Teilen von Medien­inhalten in Social Media auch eine weitere soziale Funktion, die von Schmidt (2009) als „Beziehungsmanagement“ bezeichnet wird. „To grow and nourish our relationship“ ist entsprechend eines der weiteren zentralen Motive für ‚Sharing’, die von der New York Times Consumer Insight Group (2011) erhoben wurden. NutzerInnen suchen über das Teilen von Inhalten Kontakt zu anderen, erweitern, aktivieren und vertiefen durch Interaktionen ihre Beziehungen. Auch hierbei zeigen sich Ähnlichkeiten zur traditionellen Beschreibung sozialer Anschlusskommunikation zu Nachrichten. So wurde beispielsweise von Gantz &amp; Trenholm (1978) in einer Umfrage zur Diffusion von Nachrichten über interpersonelle Gespräche die ‚Herstellung und Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten’ als zentrale Funktion identifiziert. In Social Media haben NutzerInnen  jedoch die Möglichkeit, mit sehr viel größeren Gruppen von Menschen in ihren sozialen Netzwerken und darüber hinaus sowohl miteinander verknüpft als auch zueinander parallel in Kontakt zu treten, als dies in Face-to-Face Kommunikationssituationen der Fall ist.</p>
<h3>Kommunikation in unabgeschlossenen aber hochgradig vernetzten, dynamischen Interaktionsräumen</h3>
<p>Zentrale Unterschiede zwischen interpersonaler Kommunikation über Nachrichten zwischen physisch Anwesenden und dem Online-„Sharing“ sind in der Unabgeschlossenheit der Social Media Kommunikationsräume zu verorten. Auf Facebook wenden sich NutzerInnen in der Regel an einen Kreis von Kontakten, die sie aus unterschiedlichsten Bereichen ihres Lebens kennen. Welche dieser Kontakte eine spezifische, zu einem bestimmten Zeitpunkt abgesetzte Mitteilung in ihrem Nachrichtenstrom zu sehen bekommen, ist nicht nur abhängig von der aktuellen Aktivität dieser Kontakte im System, sondern auch von systeminternen Algorithmen, die Mitteilungen bestimmter NutzerInnen ein- und andere ausblenden. Andererseits bleiben Mitteilungen  zuweilen nicht auf den Kreis der eigenen Kontakte beschränkt. Werden Mitteilungen von anderen weiter geteilt oder kommentiert, wird die ursprüngliche Mitteilung (je nach Einstellung) auch im Stream der Kontakte dieser weiteren NutzerInnen angezeigt. Die Unklarheit über die tatsächliche Grösse und Verteilung des Publikums ist bei dem sehr offenen Dienst Twitter ungleich stärker ausgeprägt: „It is virtually impossible for Twitter users to account for their personal audience, let alone actual reader“ (Marwick &amp; Boyd 2010, S. 4).</p>
<p>Social Media Plattformen schaffen so dynamische Interaktionsräume innerhalb von vernetzten Öffentlichkeiten; „networked publics“, die Ito (2008) als „complex networks that are bottom-up, top-down as well as side-to-side, that can be „reactors, (re)makers and (re)distibutors“ beschreibt. Die Organisation dieser Kommunikationsräume ist zwar verteilt an Individuen gebunden, die persönliche Netzwerke an „weak“ und „latent ties“ pflegen (Haythornthwaite, 2002), die Räume selbst sind jedoch unabgeschlossen. NutzerInnen müssen damit rechnen, dass Mitteilungen potentiell auch Menschen außerhalb des unmittelbar intendierten Publikums erreichen. Eine Strategie, damit umzugehen, beschreiben Marwick &amp; Boyd (2010) mit einem „common denominator effect“. Menschen neigen dazu, ihre Botschaften an eine Vielzahl potentieller RezipientInnen auf einen stilistischen und inhaltlichen kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren (ebd.). Das potentielle Publikum in Social Media wie bei den Massenmedien dispers. Es ist aber überaus fraglich, in wie weit dies auch für das intendierte Publikum und damit für die Framingpraxis gilt. Es ist anzunehmen, dass das tatsächliche Wissen über die potentiellen KommunikationspartnerInnen als auch die impliziten Vorstellungen von diesem ‚Publikum’ die Intermediationspraktiken situativ unterschiedlich prägen. Dazu drängen sich einige Fragen auf: Wenden sich Menschen trotz der Unabgeschlossenheit des Kommunikationsraumes bisweilen auch an spezifische bzw. spezfisch<em>ere</em> andere? Wählen sie mit Blick auf bestimmte Personengruppen bestimmte Medieninhalte aus und rahmen sie diese Medieninhalte in einer auf diese Gruppen zugeschnittenen Form?</p>
<p>In der Praxis zeigt sich, das Mitteilungen zu Medieninhalten oftmals nicht für sich alleine stehen (bleiben), sondern durch Twitter-Replies und Facebook-Kommentare anderer NutzerInnen erweitert werden. So werden in Social Media nicht nur persönliche Bedeutungen zu Medieninhalten vermittelt, sondern diese Bedeutungen werden durch andere Individuen erweitert und so sozial verhandelt. Wie bei der „Offline“-Anschlusskommunikation zu Nachrichten kann dabei von einem „Social Reality Testing of News“ (Erbring et al., 1980) gesprochen werden, von Praktiken der Aushandlung der gesellschaftlichen Bedeutung des Weltgeschehens: „Informal communication with others is essential to help people make sense of news media content, and thus plays a critical role in shaping public perceptions of issue salience“ (ebd., S. 41).</p>
<p>Face-to-Face Gespräche zu Nachrichten finden zumeist in Situationen statt, in denen die Originalquelle nicht verfügbar ist. Schon DeFleur &amp; Larsen (1958) stellten fest, dass sich Inhalt und Intention der ursprünglichen Nachricht im Laufe der Diffusion verändern. „Viewer take information from the news and run with it“, schreibt Schaap (2009, S. 250). In Facebook oder Twitter sind Bezüge zu Nachrichten jedoch fast immer mit direkten, expliziten Links zu den Originalquellen verbunden (Boyd et al., 2010). Dadurch ist nicht nur der Inhalt der ursprünglichen Nachricht unmittelbar abrufbar, es bleibt auch das Framing des Originalbeitrags in der Bedeutungszuschreibung bei der Rezeption erhalten.</p>
<p>Die Quelle dient dabei nicht nur als Referenzpunkt für die weitere Auseinandersetzung mit dem Medieninhalt; vielmehr werden NutzerInnen erst durch die Anschlusskommunikation ihrer Kontakte zu Medieninhalten auf eben diese aufmerksam. Denn Twitter und Facebook erlauben es, interpersonale ‚Gespräche’ über Nachrichten innerhalb (und z.T. auch außerhalb) des eigenen Netzwerks zu verfolgen, ohne sich direkt daran zu beteiligen: „The stream of messages provided by Twitter allows individuals to be peripherally aware without directly participating“ (ebd., S. 1). In welcher Form die Beobachtung von Anschlusskommunikation eine vergleichbare sinnstiftende Funktion erfüllt wie die direkte Beteiligung, ist eine weitere Frage, die im Rahmen einer Konzeption von Social-Media-Kommunikation über Nachrichten mit Hinblick auf die bisherigen Theorien empirisch bearbeitet werden müsste.</p>
<h3>Zusammenfassung &amp; Ausblick</h3>
<p>Die Vermittlung von Medieninhalten über Social Media stellt sich als Praxis dar, die in vielerlei Hinsicht an klassische interpersonale Anschlusskommunikation über massenmedial vermittelte Inhalte erinnert. Menschen ‚teilen’ Nachrichten, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich selbst darzustellen sowie persönlich geteilte Meinungen und Interpretationen zum Weltgeschehen zu verbreiten. Durch die die Medieninhalte akzentuierende, kommentierende und wertende Form in der sie dies tun, schlagen sie ihren Kontakten Schemata für die Rezeption dieser Medieninhalte vor. NutzerInnen, die Medieninhalte über die Verlinkungen ihrer Kontakte in Social Awareness Streams rezipieren, finden so Frames für die verlinkten Medieninhalte vor, die die anschließende Rezeption dieser Inhalte prägen. Denn durch die tendenziell unabgeschlossenen und situativ dynamischen Kommunikationsräume, die in Social Media geschaffen werden, entwickeln sich in der Online-Anschlusskommunikation zu Nachrichten disperse aber hochgradig vernetzte Gespräche weit über die Grenzen der engeren individuellen sozialen Netzwerke hinaus. Dabei handeln Menschen die Bedeutung von Nachrichten in sozialen Interkationen aus, die in den Streams auch für Nicht-beteiligte beobachtbar und dadurch bedeutungsvermittelnd sein können.</p>
<p>Im Gegensatz zu klassischen Medieninhaltsframes können die dabei entstehenden Rahmungen als weniger strategisch gesetzt, sondern eher als persönlich geprägt beschrieben werden. Denn Framing von Medieninhalten durch Individuen passiert nicht vor dem Hintergrund einer professionellen journalistischen Kultur, sondern im Kontext des persönlichen, individuellen Lebens und Erlebens. Die Meinungen sind jene der ‚AutorInnen’, die im Prozess der Selektion und Interpretation von Nachrichten zur Vermittlung in Social Media auch an der Online-Repräsentation ihrer Identität arbeiten. Dabei wenden sie sich, anders als JournalistInnen, nicht grundsätzlich an ein disperses Publikum, auch wenn das Publikum potentiell dispers sein kann, sondern oft an Netzwerke aus persönlichen Kontakten. Dabei ist aber offen, ob und wie stark sich diese Frames auch an den gesamtgesellschaftlichen Bedeutungsmustern orientieren, wie sie im massenmedialen öffentlichen Diskurs vermittelt werden.</p>
<p>Die Bearbeitung der im Text aufgeworfenen und vieler weiterer Fragen zu den angesprochenen Praktiken erscheint jedenfalls als Voraussetzung dafür, die unter Einbeziehung dieser Medienkanäle noch komplexer gewordenen gesellschaftlichen Kommunikationsprozesse, insbesondere auch Agenda-Setting, besser zu verstehen. Die empirisch belegte Nutzung von Social Media zur Auseinandersetzung mit Themen öffentlicher Relevanz steht der Dystopie einer sich auflösenden gemeinsamen Öffentlichkeit, wie sie unter anderen von Shaw &amp; Hamm (1997) formuliert wurde, entgegen. Auch die Ablösung des Two-Step oder Multiple-Step-Flow of Communication durch einen „One-Step-Flow“ (Bennett &amp; Manheim 2006) erscheint mit Blick auf gesamtgesellschaftliche Kommunikationsprozesse vorerst nicht in Sicht. Als Indiz hierfür können auch Studien zu den Themenagenden von On- und Offlinern gelten (Althaus &amp; Tewksbury 2002; Emmer &amp; Wolling 2007; Rußmann 2007), die bisher nur begrenzte  Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen von MediennutzerInnen ausmachen konnten.</p>
<p>Für die Kommunikationswissenschaft erscheint es jedenfalls lohnend, sich zunehmend auf diese Fragen einzulassen; wobei traditionelle kommunikationstheoretische Ansätze durchaus Orientierung geben können, ohne dass dabei die zum Teil durchaus tiefgreifenden Veränderungen aus dem Blick zu verlieren. Jedenfalls wird es in Zukunft wohl noch stärker als in der Vergangenheit eher darum gehen zu fragen „what people are doing <em>with </em>the media?“, denn als „what media companies are doing <em>to </em>people“ (Chaffee &amp; Metzger, 2001, 370).</p>
<h3>Literatur</h3>
<h6>Althaus, S.L. &amp; Tewksbury, D. (2002). Agenda Setting and the ‘New’ News: Patterns of Issue Importance Among Readers of the Paper and Online Versions of the New York Times, <em>Communication Research</em> 29(2), 180-207.</h6>
<h6>Beer, D. (2008). Social network(ing) sites&#8230; Revisiting the story so far: A response to danah boyd &amp; Nicole Ellison. <em>Journal of Computer-Mediated Communication</em>, <em>13</em>(2), 516-529.</h6>
<h6>Bennett, W. L. &amp; Manheim J.B. (2006). The One-Step Flow of Communication. <em>The ANNALS of the American Academy of Political and Social Science,</em> 608, 213-232.</h6>
<h6>boyd, D. (2011). Social Network Sites as Networked Publics. In Z. Papacharissi (Hrsg.), <em>Networked Self: Identity, Community and Culture on Social Network Sites</em> (pp. 39-58). New York: Routledge.</h6>
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<h6>Busemann, K., &amp; Gscheidle, C. (2011). Web 2.0: Aktive Mitwirkung verbleibt auf niedrigem Niveau. <em>Media Perspektiven</em>, <em>2011</em>(7-8), 360-369.</h6>
<h6>Chaffee, S.H. &amp; Metzger, M.J. (2001). The End of Mass Communication? <em>Mass Communication and Society</em> 4(4): 365-379.</h6>
<h6>CMRC, C. edia R. C. (2011). <em>Social Networks Transforming How Canadians Get the News</em>. Zugriff unter http://www.mediaresearch.ca/en/projects/socialmedia.htm (Abgerufen am 14.6.2011)</h6>
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<h6>DeFleur, M. L., &amp; Larsen, O. N. (1958). <em>The flow of information: an experiment in mass communication</em>. New Brunswick: Transaction Publishers.</h6>
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<h6>Gruzd, A., Wellman, B., &amp; Takhteyev, Y. (2011). Imagining Twitter as an Imagined Community. <em>American Behavioral Scientist, Special issue on Imagined Communities</em>, <em>preprint</em>. Zugriff unter http://homes.chass.utoronto.ca/~wellman/publications/imagining_twitter/Imagining%20Twitter_AG_Sep1_2010_final.pdf (Abgerufen am 12. 8. 2011)</h6>
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<h6>Rußmann, U. (2007). <em>Agenda Setting und Internet</em>. München: Fischer</h6>
<h6>Schaap, G. (2009). <em>Interpreting Television News</em>. Berlin: Walter de Gruyter.</h6>
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]]></content:encoded>
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		<title>Links auf Facebook: Interesse an Politik sowie Content von engen Freunden am höchsten</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Nov 2012 12:48:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Welche Links erhalten Menschen über Facebook und wovon hängt es ab, ob sie die verknüpften Inhalte interessieren? Diesen Fragen sind  Katrin Jungnickel und ich im Rahmen eines kleinen Projektes nachgegangen, dessen Ergebnisse wir vor zwei Wochen auf der ECREA Konferenz &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2012/11/links-auf-facebook/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Welche Links erhalten Menschen über Facebook und wovon hängt es ab, ob sie die verknüpften Inhalte interessieren?</strong> Diesen Fragen sind  <a href="http://www.tu-ilmenau.de/pr/team/katrin-jungnickel/">Katrin Jungnickel</a> und ich im Rahmen eines kleinen Projektes nachgegangen, dessen Ergebnisse wir vor zwei Wochen auf der <a href="http://www.ecrea2012istanbul.eu/">ECREA Konferenz</a> in Istanbul erstmals vorgestellt haben.</p>
<p>Im Februar und März dieses Jahres hatten wir Facebook-NutzerInnen darum gebeten, einen kleinen Onlinefragebogen auszufüllen, in dem wir zentral nach den letzten fünf im News Feed erhaltenen Links gefragt haben. Wir hatten die Befragten gebeten, die URLs dieser Links in den Fragebogen zu posten und ein paar Fragen zu beantworten, u.a. welches Verhältnis sie zu der Person haben, die diesen Link geshared hat, und wie sehr sie der Inhalt des Links interessiert. <span id="more-12146"></span>In einem zweiten Schritt haben wir dann alle Inhalte (Artikel, Videos, etc.), zu denen die Links führen, kategorisiert, und zwar nach Art des Produzenten (z.B. redaktionelles Medium, Unternehmen, Privatperson etc.) und danach, ob es um ein Thema öffentlichen Interesses, bzw. gar Politik, ging, oder um Produkt- &amp; Unternehmensinformationen, oder nichts von alledem.</p>
<p>Auch wenn unsere Stichprobe (N[user]=557, N[links]=2653) alles andere als repräsentativ für Facebook-Nutzer insgesamt ist, zeigen sich in der Auswertung interessante Tendenzen, die im Detail durchaus überraschen:</p>
<ul>
<li>Fast die Hälfte (46%) der Links zu <strong>redaktionellem Content</strong> bekamen die NutzerInnen <strong>von eigenen Facebook-Freunden</strong>, 33% von den Medienunternehmen selbst. Auch 43% des Contents von Unternehmen kommen von Freunden und Bekannten.</li>
<li>Die<strong> für die Nutzer interessantesten Links</strong> kommen <strong>von engen Freunden</strong> und Verwandten, &#8220;strong ties&#8221;, und Nachrichtenmedien selbst. Links von &#8220;weak ties&#8221;, also entfernteren Freunden und Bekannten, sind signifikant weniger interessant.</li>
<li>Alle Inhalte mit <strong>politischem Bezug</strong> sind signifikant<strong> interessanter</strong> als alles andere, auch als andere Inhalte von öffentlichem Interesse.</li>
</ul>
<p>Social Network Services mögen es uns erleichtern, mit entfernten Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, die interessantesten Inhalte kommen jedoch von jenen Menschen, die wir gut kennen. Insbesondere offenbar dann, wenn es sich um politische Inhalte handelt. Bei allen anderen Kategorien, z.B. Produzent des Inhalts, Sprache, angefügtes Kommentar, konnten wir keine statistisch signifikanten Zusammenhänge finden.</p>
<p>Noch überlegen wir, ob wir das Projekt und die Daten als wissenschaftliche Publikation aufbereiten. In diesem Fall werden wir sicher noch ein paar zusätzliche Auswertungen hinzufügen und das Ganze ordentlich rahmen. In der Zwischenzeit stellen wir unten unsere Präsentation von der ECREA Konferenz zur Verfügung. Auf Folien 2 bis 4 ein bisschen Hintergrund, Forschungsfragen auf Folie 5, Folien 6 bis 10 zu Methode und Sample, und danach Ergebnisse:</p>
<ul>
<li>Folie 11: Kategorien der Link-Teilenden (transmitters) in Prozent nach Content-Produzenten (producers)</li>
<li>Folie 12: Prozent der Themenkategorien „öffentliches Interesse“ (public issue), daraus „Politik“ (political content) sowie „Produkt- &amp; Unternehmensinformation“</li>
<li>Folie 13: Effekte der unabhängigen Variablen auf Interesse am Link (signifikante Ergebnisse hervorgehoben)</li>
<li>Folie 14: Unterschied zwischen nicht-politischem und politischem Inhalt nach Gruppe der Link-Teilenden (transmitters)</li>
</ul>
<p>Bei konkreten Nachfragen stehen <a href="http://www.tu-ilmenau.de/pr/team/katrin-jungnickel/">Katrin</a> und ich gerne zur Verfügung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe style="border: none;" src="http://de.slideshare.net/KatrinJungnickel/slideshelf" height="470" width="615" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>Meine LVs im WiSe 2012: Kanalspezifik &amp; Sharing-Praxis</title>
		<link>http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2012/09/meine-lvs-im-wise-2012-kanalspezifik-sharing-praxis/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Sep 2012 10:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Im kommenden Wintersemester biete ich eine Übung Kommunikationsforschung und ein Einführungsposeminar STEP 5 an. Hier die Beschreibung aus dem Vorlesungsverzeichnis: UE KFOR (Gruppe 6): Kanalspezifik und Kommunikationsstruktur Termine: MI 17.10.2012, 14.11.2012, 21.11.2012, 12.12.2012, 16.01.2013 und 23.01.2013 10.00-13.00 Ort: Seminarraum 5, &#8230; <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/2012/09/meine-lvs-im-wise-2012-kanalspezifik-sharing-praxis/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im kommenden Wintersemester biete ich eine Übung Kommunikationsforschung und ein Einführungsposeminar STEP 5 an. Hier die Beschreibung aus dem Vorlesungsverzeichnis:<span id="more-11814"></span></p>
<p><strong>UE KFOR (Gruppe 6): Kanalspezifik und Kommunikationsstruktur</strong><br />
<em>Termine:</em> MI 17.10.2012, 14.11.2012, 21.11.2012, 12.12.2012, 16.01.2013 und 23.01.2013 10.00-13.00<br />
<em>Ort:</em> Seminarraum 5, Währinger Straße 29 1.UG<em></em></p>
<p><em>Inhalte:</em> Jede Kommunikationsanwendung (im Internet) stellt spezifische Optionen für die Nutzung bereit. So sind jeweils nur bestimmte Handlungen durch die NutzerInnen möglich. Diese Optionen haben Kanalstrukturen (entsprechen der Zentralform der Datenverarbeitung in der Anwendung) zur Grundlage, die auf bestimmten Vorstellung über die soziale Welt basieren. Aus den solchermassen in ihrer Optionalität eingeschränkten individuellen Handlungen der Nutzer auf Mikro-Ebene entstehen manifeste Kommunikationsstrukturen auf Makroebene. In der LV beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen Kanalspezifik, individuellen Handlungen und Kommunikationsstrukturen. Als Beispiele können dabei alle Anwendungen/Programme dienen, die unter dem Begriff &#8220;Social Web&#8221; zusammengefasst werden.</p>
<div>
<div id="INFO16">
<div><em>Methoden:</em> Der Hauptteil der Arbeit erfolgt im Rahmen mehrerer Übungen in Kleingruppen (2-4 Personen) im Laufe des Semesters, wobei jede Gruppe eine Kommunikationsanwendung zur Beobachtung wählt. In den LV-Einheiten selbst werden die für die Übungen grundlegenden theoretischen und methodischen Fragen vorgestellt und im Kontext der jeweiligen Aufgabenstellung diskutiert.</div>
<div><em>Ziele:</em> Kritische Auseinandersetzung mit soziotechnischen Systemen im Internet vor dem Hintergrund medien- und sozialtheoretischer Ansätze anregen. Kennenlernen neuer methodischer Verfahren zur Analyse von Kommunikationsprozessen im Internet.<em></em></div>
<div><em>Art der Leistungskontrolle:</em> Mitarbeit sowohl präsent als auch online; Übungen während des Semesters;</div>
<div><strong>STEP 5 (Gruppe 3): Share, Like, Recommend</strong></p>
<div><em>Termine:</em> MI 10.10.2012, 31.10.2012, 07.11.2012, 28.11.2012, 05.12.2012, 09.01.2013 und 30.01.2013 10.00-13.00<br />
<em>Ort:</em> Seminarraum 5, Währinger Straße 29 1.UG</div>
<div><em>Inhalte:</em> Basisthema: &#8220;Share, Like, Recommend&#8221; &#8211; Zur Praxis des &#8216;Teilens&#8217; von Medieninhalten in Social Media; Der Schwerpunkt von Step5 liegt in der praktischen Umsetzung des erworbenen Wissens aus der Vo&amp;UE Step3 sowie Step4. Themenfindung, theoretischer Hintergrund, empirische Umsetzung (methodischer Zugang) sowie Datenerhebung und Auswertung. Themen werden zu Semesterbeginn besprochen; sind von den TeilnehmerInnen im Rahmen des Grundthemas frei wählbar.</div>
<div><em>Methoden:</em> interaktiver Lehrzugang- Vortrag&amp; Gruppenarbeiten; Einbindung der Lernplattform moodle</div>
<div><em>Ziele:</em> Erarbeitung und Fertigstellung einer exemplarischen empirischen Studie (Einzelarbeit!)</div>
<p>Art der Leistungskontrolle: regelmäßige Anwesenheit; Übungsaufgaben; Mitarbeit sowohl präsent als auch online; schriftliche Abschlussarbeit</p>
</div>
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