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Anke Graness
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Projektleitung:
Mag. Dr. Anke Graneß
Laufzeit: 02/2014-01/2017
 
 
Aktuelles  


Arbeitskreis"Interkulturelle Philosophie: Theorie und Praxis" SS 2016:
"Philosophie in der arabisch-islamischen Welt"
Beginn: 3. März um 19 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Jameleddine Ben Abdeljelil (Ludwigsburg) zum Thema:
"Das Unbehagen der Tradition im Islam - Bruch und Kontinuität"
Ort: Hörsaal des Instituts für Orientalistik, Spitalgasse 2-4

 
   
   

 
 

 

 

 

 

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Projekt: V 348 Richter-Programm

Die Geschichte der Philosophie im subsaharischen Afrika -
Vom Alten Ägypten bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts

Project description in English

Projektbeschreibung:

Ziel des Forschungsprojektes ist der Entwurf einer umfassenden "Geschichte der Philosophie im subsaharischen Afrika". Dabei erfolgt die Beschreibung der Entwicklung des philosophischen Denkens in Afrika von den verschieden Ursprüngen philosophischen Denkens in dieser Region bis heute auf der Basis einer intensiven Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen und der Funktion der Disziplin "Geschichte der Philosophie" im Allgemeinen und für Afrika und seine spezifischen Umstände im Besonderen. Das Schreiben einer Philosophiegeschichte steht in Afrika vor drei grundlegenden Herausforderungen:
1. In Teilen Afrikas war aufgrund einer vorherrschenden oralen Traditionsvermittlung die Schrift nicht das Medium der Bewahrung und Übermittlung von Konzepten. Philosophiegeschichtsschreibung, die in europäischer Tradition weitgehend auf Texten beruht, muss hier andere Wege gehen und das Verhältnis zwischen geschriebener und oraler Tradition kritisch mit reflektieren.
2. Die Kolonisation als fundamentaler Bruch in der Ideengeschichte Afrikas: Kolonisation geht immer einher mit der Zerstörung eigener Kultur, Institutionen und Traditionen (politische, religiöse, ethische, ideengeschichtliche etc.). Über die Auswirkungen und Konsequenzen von Sklaverei, Kolonisation und Rassismus kann beim Schreiben einer Geschichte der Philosophie in Afrika nicht hinweggesehen werden. Diese müssen als spezielle historische Erfahrung und integraler Bestandteil der Ideengeschichte Eingang finden.
3. Die Rekonstruktion vorkolonialer Denksysteme und philosophischer Konzepte ebenso wie das Beschreiben der gegenwärtigen Realität Afrikas erfolgte und erfolgt auf der Grundlage von Begriffen und Konzepten westlicher Sprachen und Denksysteme (épistémè). Die damit verbundenen Brüche müssen mit beleuchtet werden. Philosophiegeschichtsschreibung ist damit untrennbarer Bestandteil eines Prozesses "konzeptioneller Dekolonisation".
Das Forschungsprojekt umfasst die folgenden Ziele: Rekonstruktion einer umfassenden Geschichte der Philosophie im subsaharischen Afrika vom Alten Ägypten bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, unter besonderer Berücksichtigung der folgenden bisher weitgehend vernachlässigten Felder: die islamisch-arabische Philosophietradition im subsaharischen Afrika, die Philosophie im portugiesisch sprachigen Afrika, Theorien und Debatten des afrikanischen Feminismus. Ableitungen für ein interkulturelles Philosophieren und für die Lehrpläne philosophischer Institute werden das Projekt abschließen.
Das Ergebnis des Forschungsprojekts soll in einer Habilitation an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaften der Universität Wien münden und wird als Monographie (möglichst in deutscher und englischer Sprache) veröffentlicht.

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