Geistesgegenwart

Ist "Entwirklichung" - Unfähigkeit zur Geistesgegenwart also - ein Bestandteil der österreichischen Tradition? Dieser Frage geht Alfred Pfabigan nach, wobei ihm die Thesen aus Alexander und Margarete Mitscherlichs berühmter Studie "Die Unfähigkeit zu trauern" als Ausgangspunkt dienen. Aber Pfabigans Essays zu Joseph Roth, Karl Kraus, Adolf Loos und Jura Soyfer wollen außerdem herausarbeiten, dass es nicht allein die Zeit von 1938 bis 1945 ist, die einem ungesunden Vergessen anheimfiel: "Der Schleier der Entwirklichung, der über diesem Land liegt, ist nicht nur aus dem Garn der NS-Vergangenheit gewoben. Zahlreiche Geister der Vergangenheit sind immer noch gegenwärtig und hindern so die Österreicher an »Geistesgegenwart«." Pfabigans Essays über die österreichische Moderne zeigen auch, was die Modernen so modern macht: es ist ihre Bearbeitung und Verkörperung der Widersprüche des geistigen und des materiellen Lebens. Von ihnen kann ein jeder lernen, ihre Probleme haben Bestand. Und die Geistesgegenwart der österreichischen Moderne ist auch eine europäische, was man in diesen Zeiten des Aufbruchs (wohin?) nicht zuletzt von Pfabigans Essays sehr genau lernen kann. (Klappentext)

 

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